Gewerkschaftschronik
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Anzahl gefundene Artikel: 11437

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14.11.2018 Genf
Lausanne
Uber
Unia Genf

Uber
Unfallversicherung
Volltext
UberEats: ungeniessbar. Der Dumping-Konzern Uber will ein neues Geschäftsfeld erobern: Mit UberEats will Uber Scheinselbständige in der Romandie Fertiggerichte ausliefern lassen. Das Modell beruht darauf, dass die Angestellten ausgebeutet werden und ohne Versicherungsschutz arbeiten. Die Behörden müssen einschreiten: Die Unia fordert eine Task Force auf Bundesebene. Der US-Konzern Uber mischt seit einigen Jahren durch unlautere Konkurrenz die Schweizer Taxibranche auf. Mit einem perfiden System zwingt Uber seine Fahrer/innen zu Arbeit als Scheinselbständige. Während das Unternehmen Behördenentscheide ignoriert, fahren die Chauffeur/innen oft de facto schwarz und ohne Sozialversicherung. Die SUVA hat festgestellt, dass Uber-Fahrer/innen Angestellte sind, jedoch ist dieser Entscheid noch nicht rechtskräftig. Da Politik und Behörden wegschauen, versucht Uber nun sein Ausbeutungsmodell auf andere Branchen zu übertragen. Das Dumping-Modell von Uber. Auch UberEats beruht offenbar darauf, dass Uber die Kurier/innen, die per Velo oder Scooter unterwegs sein sollen, ohne Unfallversicherung auf die Strassen schickt, die ihnen zustehenden Sozialversicherungsbeiträge (Altersvorsorge, Arbeitslosenversicherung) vorenthält, keinen Auslageersatz für Arbeitsgeräte entrichtet und Dumping-Löhne bezahlt. Da Lebensmittel transportiert werden, stellen sich zudem Haftungsfragen bezüglich der Lebensmittelsicherheit. Es kann nicht sein, dass die Verantwortung dafür auf die Kurier/innen abgeschoben wird. Besonders (...).
Unia Genf, 14.11.2018.
Unia Genf > Uber. Unfallversicherung. Unia Genf, 2018-11-14.
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13.11.2018 Grenchen
Generalstreik
Unia Schweiz

Armee-Einsätze
Generalstreik
Volltext
Unia-Gewerkschafter/innen gedenken den Opfern der Armee in Grenchen am 14. November 1918. Erschiessung von Arbeitern in Grenchen: Nie wieder! Vor hundert Jahren, am 14. November 1918, wurden drei Uhrmacher in Grenchen von der Schweizer Armee erschossen, obwohl das Ende des Generalstreiks bereits angekündigt war. Die Unia gedenkt dieses tragischen Ereignisses und ehrt die unschuldigen Opfer. Am 14. November 1918 wurden Hermann Lanz (29), Marius Noirjean (17) und Fritz Scholl (21) von Soldaten aus dem Waadtland, die in Grenchen stationiert waren, ermordet. Die drei jungen Uhrmacher zahlten den Preis für die staatliche Repression am letzten Tag des Generalstreiks. Von hinten erschossen. Am 12. November 1918 traten schweizweit rund 250'000 Arbeiterinnen und Arbeiter in den Streik, um gegen die soziale Ungleichheit und die prekären Lebensbedingungen zu protestieren. In Grenchen wurde die Armee gegen die Streikenden aufgeboten, obwohl das Streikende bereits angekündigt war. Die drei jungen Arbeiter gerieten in die Schusslinie, als eine Waadtländer Armeeeinheit das Feuer auf die Menge eröffnete. Zwei starben durch Schüsse in den Rücken, als sie zu fliehen versuchten. Der Dritte wurde in den Kopf getroffen. Nie wieder! Unia-Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter haben heute in Bern an diese Ereignisse erinnert. Die drei unschuldigen Opfer wurden von der Schweizer Armee ermordet, die verblendet war durch ihren Hass auf die Arbeiterklasse und ihre Angst vor einem (…).
Unia Schweiz, 13.11.2018.
Unia Schweiz > Generalstreik. Armee-Einsatz. Unia Schweiz, 2018-11-13.
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13.11.2018 Genf
Lausanne
Uber
Unia Genf

Konzession
Uber
Volltext
„UberEats“ startet in der Romandie. Die Behörden müssen das Ausbeutungs-Modell von Uber stoppen. Medienkonferenz: Mittwoch, 14. November 2018, 9.30 Uhr, Sekretariat der Gewerkschaft Unia, 5, chemin Surinam, Genève. Sehr geehrte Medienschaffende, Der US-Konzern Uber hat am 6. November bekanntgegeben, dass er in den kommenden Tagen seinen Service „UberEats“ in Genf und Lausanne lancieren will. Dafür will Uber in den nächsten Wochen 200 Kurier/innen rekrutieren. Diesen soll jedoch die Anerkennung als Angestellte verweigert werden. Uber bleibt also seinem Geschäftsmodell treu, das auf Lohndumping und der Nicht-Anerkennung der Arbeitnehmerrechte seiner Angestellten basiert. Der Konzern will mit seinem neuen Angebot der Lebensmittelzustellung ein neues Geschäftsfeld erobern. Wie die Uber-Taxifahrer/innen sollen auch die Kurier/innen von „UberEats“ ohne Unfallversicherung auf die Strasse geschickt werden. Uber verweigert auch die Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge (Altersvorsorge, Arbeitslosenversicherung). Die Gewerkschaft Unia verlangt von den Genfer Behörden zu verhindern, dass Uber in einer neuen Branche Fuss fasst, indem das Unternehmen die geltenden Gesetze umgeht. Die Unia fordert zudem den Bundesrat auf, konkrete Massnahmen zum Schutz der Arbeitnehmenden von Plattformen zu ergreifen, die sie nicht als Angestellte anerkennen wollen. An der Medienkonferenz stellt die Unia ihre Forderungen und Vorschläge vor, die an die Genfer und nationalen Behörden gerichtet werden. (…). Unia Genf, 13.11.2018.
Unia Genf > Uber. Konzession. Unia Genf, 2018-11-13.
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10.11.2018 Schweiz
Generalstreik
SGB

Generalstreik
Veranstaltung
Volltext
Rund 1400 Personen gedenken in Olten des Landesstreiks. Grossanlass 100 Jahre später in den damals bestreikten SBB-Werkstätten. Am 10. November vor 100 Jahren beschloss das Oltener Aktionskomitee den landesweiten Generalstreik und bis zum 14. November stand die Schweiz still. Über 250'000 Arbeiterinnen und Arbeiter streikten. Gegen Ausbeutung. Für eine sozialere Schweiz. Und für mehr politische Mitsprache. 100 Jahre danach haben am Samstag in Olten der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB), die SP Schweiz und die Robert-Grimm-Gesellschaft an den Landesstreik erinnert. In den historischen SBB-Werkhallen, die damals auch bestreikt wurden, versammelten sich 1'400 Menschen zu einer grossen Manifestation. Sie erinnerten an die Ereignisse, die den grossen Aufbruch für eine soziale und gerechtere Schweiz einläuteten. In Reden erinnerten SGB-Präsident Paul Rechsteiner, SP-Präsident Christian Levrat, Unia-Präsidentin Vania Alleva und SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga daran, dass dank dem Mut und der Entschlossenheit der Streikenden und trotz des Streikabbruchs nach drei Tagen rasch erste Erfolge erzielt werden konnten. Etwa mit Einführung des 8-Stunden-Tages in den zwei Jahren direkt nach dem Landesstreik ¬- eine Forderung, der sich die Arbeitgeber und bürgerlichen Parteien vehement widersetzt hatten. Oder mit der beschleunigten Einführung des Proporzwahlrechts. Mit dem Landesstreik wurde auch das Fundament für die Einführung der AHV oder des Frauenstimmrechts gelegt. (…).
SGB, 10.11.2018.
SGB > Generalstreik. Veranstaltung. SGB, 2018-11-10.
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09.11.2018 Schweiz
Baumeisterverband
Unia Schweiz

Baumeisterverband
Landesmantelvertrag
Volltext
Baumeister wollen radikale Forderungen überdenken. Nach den Protesttagen der Bauarbeiter hat die Verhandlungsdelegation der Baumeister verstanden, dass sie ihre radikalen Positionen nicht gegen den Widerstand der Bauarbeiter durchsetzen können. Sie wollen sich nun bei ihren Delegierten ein neues Mandat holen. Die Bauarbeiter erwarten, dass die Delegierten für die arbeitnehmerseitige Sanierung von FAR eine substantielle Lohnerhöhung anbieten. Die nächste Verhandlungsrunde findet am 28. November statt. Heute fand zwischen den Gewerkschaften Unia und Syna und dem Schweizerischen Baumeisterverband die 18. Verhandlungsrunde um einen neuen LMV und die Sicherung der Rente mit 60 statt. Die Verhandlungen bleiben jedoch weiterhin blockiert. Dabei liegt die Lösung seit August auf dem Tisch: Die Bauarbeiter übernehmen die Sanierungskosten der Rente mit 60. Im Gegenzug verlangen sie eine substantielle Lohnerhöhung. Nach mehr als vier Jahren ohne Lohnerhöhung ist das auch gerechtfertigt. Doch die Verhandlungsdelegation des Baumeisterverbands war heute nicht bereit, sich auf ein Verhandlungsergebnis festzulegen. Nach den Protesttagen der Bauarbeiter scheinen sie aber immerhin verstanden zu haben, dass sie mit ihren radikalen Abbauforderungen nicht durchkommen werden. Sie wollen sich nun bei ihren Delegierten ein neues Verhandlungsmandat holen. Verhandlungsführer Nico Lutz hält fest: «Wir erwarten, dass der Baumeisterverband endlich Hand bietet, die Rente mit 60 zu sichern, (…).
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 9.11.2018.
Unia Schweiz > Baumeisterverband. LMV. Unia Schweiz, 2018-11-09.
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08.11.2018 Schweiz
Netzinfrastruktur-Verband
Syndicom

Mindestlöhne
Netzinfrastruktur-Verband
Volltext
Ab 2019 keine Löhne mehr unter 4’000 Franken. in der Netzinfrastruktur-Branche. Nach dem Inkrafttreten der Allgemeinverbindlicherklärung des Gesamtarbeitsvertrags für die Netzinfrastruktur-Branche am 1. Oktober haben sich die Sozialpartner nun auf Lohnmassnahmen für 2019 geeinigt. Diese beinhalten eine Anhebung der tieferen Mindestlöhne, eine Lohnerhöhung von 0,5% der Gesamtlohnsumme sowie höhere Spesen in der gesamten Branche. Diese Anpassungen entsprechen einer Erhöhung von rund 1,5% per 2019. Lohnmassnahmen 2019. Die beiden Arbeitgeberverbände, der Schweizer Netzinfrastrukturverband (SNiv) und die Vereinigung von Firmen für Freileitungs- und Kabelanlagen (VFFK), sowie die Gewerkschaft Syndicom haben im Rahmen der ersten Lohnverhandlungen seit der Allgemeinverbindlicherklärung des Gesamtarbeitsvertrags die tieferen Mindestlöhne deutlich angehoben. Bei Ungelernten gilt neu ein monatlicher Mindestlohn von 4‘000 Franken, jährlich dreizehnmal ausbezahlt. Je nach Qualifikation und Fachrichtung betragen die Mindestlöhne bei den Gelernten nun neu zwischen 4‘250 und 6‘700 Franken. Hinzu kommen eine Erhöhung der realen Gesamtlohnsumme um 0,5% per 1. Januar 2019 und die Anpassung der Spesenentschädigungen. Diese Massnahmen entsprechen somit einer gesamten Erhöhung von bis zu 1,5%. Bereits eingereicht haben die Vertragsparteien das Gesuch um die Allgemeinverbindlicherklärung der Lohnmassnahmen, mit deren baldigen Erteilung alle in der Schweiz tätigen Unternehmen der Branche zur Umsetzung der Massnahmen verpflichtet werden. (…).
Syndicom, 8.11.2018.
Syndicom > Netzinfrastruktur. Mindestlohn. Syndicom, 2018-11-08.
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07.11.2018 Schweiz
Tankstellenshops
Unia Schweiz

Lohnerhöhungen
Tankstellenshops
Volltext
Ergebnisse der Lohnverhandlungen 2019. Keine Lohnerhöhung für das Personal der Tankstellenshops. Aufgrund des gegenwärtigen Wirtschaftsaufschwungs und der Teuerungsprognosen für das kommende Jahr fordern die Gewerkschaften Unia und Syna und der Kaufmännische Verband eine Anhebung der Mindestlöhne in der Branche der Tankstellenshops um 100 Franken. Die Lohnerhöhung ist notwendig, damit die Kaufkraft der Arbeitnehmenden gewährleistet werden kann. Der Verband der Tankstellenshop-Betreiber (VTSS) verweigert die Lohnerhöhung und eine Lösung zum Schutz der Löhne im Tessin. Wie es der Gesamtarbeitsvertrag (GAV) für die Tankstellenshops vorsieht, haben die Gewerkschaften Unia, Syna und der Kaufmännische Verband versucht, mit dem Arbeitgeberverband (VTSS) Verhandlungen aufzunehmen im Hinblick auf eine Erhöhung der Mindestlöhne um 100 Franken. Die heute geltenden Löhne, die 2015 ausgehandelt wurden, sind aus Sicht der Arbeitnehmerdelegation zu tief, da sich seither die Kaufkraft der Arbeitnehmenden klar verkleinert hat. In den Tankstellenshops arbeiten mehrheitlich Frauen mit kleinen Pensen. Für diese Angestellten ist – aufgrund des tiefen Einkommens – der Ausgleich des Kaufkraftverlustes existenziell. VTSS nimmt Kaufkraftverlust in Kauf. Nach mehrjähriger wirtschaftlicher Stagnation ist der gegenwärtige Aufschwung eine Aufforderung an die Schweizer Arbeitgeber, die Löhne anzuheben, um die steigenden Lebenskosten auszugleichen und die Kaufkraft des Personals zu stärken. Trotz des Anstiegs des Ölpreises verzeichnen Tankstellen, die über einen Shop verfügen, (…).
Unia Schweiz, Syna, KV, Medienmitteilung, 7.11.2018.
Unia Schweiz > Lohnerhöhungen. Tankstellenshops. Unia Schweiz, 2018-11-07.
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07.11.2018 Schweiz
Pensionskasse
Personen
SGB
Daniel Lampart
Mindestzinssatz
Pensionskassen
Volltext
Probleme der zweiten Säule bleiben – es braucht Rentenverbesserungen. SGB bewertet Entscheid des Bundesrates zum BVG-Mindestzins. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund begrüsst, dass der Bundesrat den Mindestzins in der obligatorischen beruflichen Vorsorge bei 1 Prozent belässt. Er ist dabei zwar unter der Forderung der Gewerkschaften von 1,25 Prozent geblieben hat aber dem Druck des Schweizerischen Versicherungsverbandes und der Arbeitgeber für eine weitere Senkung nicht nachgegeben. Die Probleme der zweiten Säule bleiben aber gross. Denn die durchschnittlichen Pensionskassenrenten sinken seit einigen Jahren. Obwohl die Schweiz reicher wird und die Wirtschaft wächst. Wer in den nächsten Jahren in Rente geht, kann wegen der seit Jahren sinkenden Verzinsung der Vorsorgeguthaben und sinkenden Umwandlungssätzen unter Umständen bis zu einem Drittel weniger Rente haben. Gleichzeitig zahlen die Arbeitnehmenden immer mehr ein. Lebensversicherungen, Banken und Berater kassieren derweil Milliarden an Verwaltungskosten und Gebühren in der 2. Säule. Dieser Entwicklung bei der Altersvorsorge muss nun entschieden entgegengetreten werden. Denn mit dem sinkenden Rentenniveau rückt das in der Bundesverfassung festgelegte Leistungsziel der Altersvorsorge in noch weitere Ferne, wonach erste und zweite Säule zusammen nach der Pension die Haltung des Lebensstandards in angemessener Weise ermöglichen soll. Es braucht höhere statt tiefere Renten. Dazu muss auch die AHV erhöht werden. Denn die Leistungsfähigkeit der auf dem Kapitaldeckungsverfahren aufgebauten (…). Daniel Lampart.
SGB, 7.11.2018.
Personen > Lampart Daniel. Pensionskassen. Mindestzinssatz. SGB, 2018-11-07.
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07.11.2018 Schweiz
Personen
SGB
Fritz Reimann
Thomas Zimmermann
Nachruf
SGB
Volltext
Der SGB trauert um Fritz Reimann. Mit Reimann geht einer der prägendsten Gewerkschafter seiner Generation. Fritz Reimann, ehemaliger Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds SGB, ist heute in Thun im Alter von 94 Jahren gestorben, wie seine Familie mitteilte. Damit verliert der SGB einen der prägendsten Gewerkschafter der 1970er bis 90er Jahre. Der 1924 in Oberhof (Fricktal) geborene Fritz Reimann arbeitete nach seiner Lehre als Werkzeugmacher in seinem Beruf und war im Schweizerischen Metall- und Uhrenarbeiterverband (SMUV) organisiert. 1951 wurde er Berufsgewerkschafter, 1973 SMUV-Zentralsekretär, und von 1980-1988 wirkte er als SMUV-Präsident. In diese Jahre fällt auch seine Tätigkeit als SGB-Präsident (1982-1990). Politisch war Fritz Reimann in der SP zuhause, die er von 1979 bis 1991 im Nationalrat vertrat. Fritz Reimann repräsentiert eine ganze Generation Schweizer Gewerkschafter, die in den „goldenen Jahren" der Schweizer Gewerkschaftsgeschichte für den Glauben in Vertragspolitik, Sozialpartnerschaft und die Sicherung steten materiellen Fortschritts der Arbeiterklasse standen. Der SGB trauert um Fritz Reimann und spricht dessen Familie sein Beileid aus. Mit Foto. (…).
Thomas Zimmermann.
SGB, 7.11.2018.
Personen > Reimann Fritz. Praesident SGB. SGB, 2018-11-07.
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06.11.2018 Bellinzona
Industriewerke Bellinzon
Personen
SEV Schweiz
Gianni Frizzo
Industriewerk Bellinzona
Stellenabbau
Volltext
Officine Bellinzona. Arbeitsplätze verteidigen. Die Mitarbeitenden der Officine fordern mit einer Resolution den Erhalt der Arbeitsplätze und Arbeitsvolumen. Und sprechen ihrer Personalkommission volles Vertrauen aus. In der Malerei der Officine ist der Platz eng: Über 300 Personen sind der Einladung der Personalkommission gefolgt. Peko-Präsident Ivan Cozzaglio erklärt einleitend den Zweck der Versammlung: Das Personal der Officine soll über deren Zukunft mitreden können und eine Resolution verabschieden, die der erweiterten Personalkommission ein Mandat für das weitere Vorgehen erteilt. Die Position der Peko umreisst Cozzaglio so: „Niemand von uns ist gegen die Bereitstellung von 120 Millionen für den Umzug der Officine, wie euch einige Vorgesetzte glauben machen wollen. Doch unser Hauptziel bleibt der Erhalt der Arbeitsplätze. Ein Projekt, das mehr als die Hälfte der Stellen streichen will, können wir nicht akzeptieren. Heute entscheiden wir nicht über die Zukunft der Officine, aber wir wollen mit euch diskutieren, welche Linie wir fahren wollen.“ Arbeitsplätze im Mittelpunkt. Gianni Frizzo, Präsident des Vereins „Giù le mani dall’Officina“, hält einleitend zu seiner Präsentation der acht Resolutionspunkte fest, dass die Resolution den bisherigen Kampf für die Zukunft der Officine weiterführe und die Haltung des Personals aufzeige. Kernforderung der Resolution sei die Sicherung der Arbeitsplätze. „Der geplante Stellenabbau resultiert aus der Streichung des Geschäftsbereichs Güterverkehr. Das haben nicht wir erfunden, sondern das hat die SBB selber gesagt“, stellt Frizzo klar. (…). Pascal Fiscalini, Markus Fischer.
SEV, 6.11.2018.
SEV > Industriewerke Bellinzona. Stellenabbau. SEV, 2018-11-06.
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06.11.2018 Schweiz
Personen
SBB-Cargo
SEV Schweiz
Markus Fischer
Gütertransport
SBB-Cargo
Volltext
SBB Cargo: Wagenladungsverkehr. Wie kommen die Gespräche über die Zukunft des Wagenladungsverkehrs im Rahmen der Interessengemeinschaft WLV voran? Der Verband der verladenden Wirtschaft lobt SBB Cargo für ihr offenes Ohr. Im März kündigte SBB Cargo an, die Hälfte ihrer noch 340 Zustellpunkte des Einzelwagenladungsverkehrs (EWLV) zu überprüfen, weil deren Auslastung von durchschnittlich zwei Wagen pro Tag für einen wirtschaftlichen Betrieb nicht genüge. Man müsse mit den Kunden über Zusammenlegungen oder flexible, nicht mehr tägliche Bedienung auf Bestellung sprechen. Zu diesem Zweck wurde die Interessengemeinschaft Wagenladungsverkehr (WLV) gegründet, bestehend aus SBB Cargo, dem Verband der Verlader, Anschlussgleis- und Wagenbesitzer VAP und dem VöV als Vertreter aller Verkehrsunternehmen. Eine positive Zwischenbilanz dieser Gespräche zogen VAP-Generalsekretär Frank Furrer und Hans-Peter Hadorn, Präsident der Kommission Güterverkehr des VöV, vor den Bahnjournalisten Schweiz an deren Inforeise zum Güterverkehr am 25. Oktober im Swissterminal in Frenkendorf (BL). Rahmenbedingungen verbessern. Frank Furrer ging zuerst auf den ständigen Rückgang des EWLV in den letzten Jahren ein. Als Gründe nannte er einerseits die allgemein schwierigen Rahmenbedingungen für den Schienengüterverkehr wegen fehlender Netzkapazitäten und Anlagen. Sowie wegen seiner Benachteiligung gegenüber dem Personenverkehr nicht nur bei den Trassen, sondern z.B. auch bei den vom Bund finanzierten Agglomerationsprogrammen: (…). Markus Fischer.
SEV, 6.11.2018.
SEV > SBB-Cargo. Warentransport. SEV, 2018-11-06.
Ganzer Text
06.11.2018 Schweiz
Migranten
Personen
SEV Schweiz
Karin Taglang
Rassismus
Tagung
Volltext
„Ich bin kein Rassist, aber…“. „Ich bin nicht rassistisch, aber…“. Wir alle haben schon solche Sätze gehört. Vielleicht haben wir sie sogar selbst gesagt. An der diesjährigen SEV-Migrationstagung, die am 26. Oktober in Olten stattfand, befassten sich die Teilnehmer/innen mit Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Nach mehreren Inputreferaten zum Thema wurde man im Rahmen eines Workshops mit den eigenen Vorurteilen und Privilegien konfrontiert. Rückblick auf eine erfolgreiche und anregende Tagung. Zehn Frauen und Männer stehen mitten im Raum nebeneinander auf einer Linie. Am einen Ende der Reihe hängt ein Blatt Papier mit einem roten Plus, auf der anderen Seite prangert ein Minus – es handelt sich um die sogenannte „Schweizer/innenskala“. Rechts stehen diejenigen Teilnehmenden, die sich am schweizerischsten fühlen, links jene mit dem geringsten Anteil „Swissness“. Kriterien gibt es keine, die Teilnehmenden haben sich dem eigenen Gefühl nach aufgestellt. „Warum stehst du in der Mitte der Skala?“, fragt Lelia Hunziker von Integration Aargau, die den Workshop leitet. Die junge Teilnehmerin erklärt: „Meine Eltern kommen zwar beide aus der Schweiz, aber ich bin trotzdem nicht die typische Schweizerin.“ Ein Teilnehmer stellt sich zuerst ans schweizerischste Ende der Skala, verschiebt sich dann jedoch zurück in Richtung Mitte. „Ich selbst fühle mich zu 100% als Schweizer“, sagt er, „aber andere sehen mich wegen meiner Hautfarbe vielleicht nicht so“. (K)ein Alltagsproblem? Wer fremd ist und wer nicht – diese (…). Karin Taglang.
SEV, 6.11.2018.
SEV > Rassismus. Tagung. SEV, 2018-11-06.
Ganzer Text
06.11.2018 Schweiz
Frauen
Personen
SEV Schweiz
Vivian Bologna
Frauenstreik
Volltext
Unterstützung des Frauenstreiks. Der SEV-Vorstand unterstützt den Frauenstreik vom 14. Juni 2019. Er empfiehlt ausserdem ein deutliches Nein zur Überwachung von Versicherten und zur SVP-Initiative, über die am 25. November abgestimmt wird. Der Frauenstreik vom 14. Juni 1991 sitzt mit seinen über 500‘000 Teilnehmerinnen noch tief im Gedächtnis. „Es war ein historischer Moment“, betont Lucie Waser am 26. Oktober vor dem SEV-Vorstand. 2019, 28 Jahre später ist wiederum am 14. Juni ein Frauenstreik geplant. Der Vorstand hat entschieden, dass sich der SEV aktiv und finanziell daran beteiligen wird. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund wird seinen formellen Beschluss anlässlich seines Kongresses Ende November fassen. „Trotz dem starken Signal, das am 22. September 20‘000 Personen in Bern für die Lohngleichheit ausgesendet haben, hat sich unter der Bundeshauskuppel nichts bewegt. Wir müssen weiter mobilisieren“, präzisierte die Gleichstellungsverantwortliche des SEV. „Der nächste Streik wird anders sein als bisherige“, führte SEV-Präsident Giorgio Tuti aus. „Dieser Streik ist politischer Natur. Es geht darum, den Behörden und der Gesellschaft die inakzeptable Situation aufzuzeigen und ein starkes Zeichen zu setzen!“ Lucie Waser hat dem Vorstand in Erinnerung gerufen, dass die Frauen an unterschiedlichen Fronten kämpfen: Lohngleichheit, soziale Gleichheit, gleichberechtigte Aufteilung der Hausarbeit. „Es gab zwar Verbesserungen hinsichtlich diesem letzten Punkt, (…). Vivian Bologna, chf
SEV, 6.11.2018.
SEV > Frauenstreik. SEV, 2018.11-06.
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05.11.2018 VD Kanton
Unia VD Kanton

Bauarbeiter
Streik
Volltext
Bau steht still: Mehr als 4000 Bauarbeiter protestieren in Lausanne. Heute und morgen legen die Waadtländer Bauarbeiter ihre Arbeit nieder. In Lausanne versammelten sich heute mehr als 4000 Bauarbeiter. Sie setzen damit ein starkes Zeichen gegen die massiven Angriffe der Baumeister auf den Landesmantelvertrag (LMV) und die Rente mit 60. Mehr als 4000 Bauarbeiter haben heute in der Waadt ihre Arbeit niedergelegt. Die Waadtländer Bauarbeiter sind wütend über die Angriffe des Baumeisterverbandes. Insbesondere die Forderung nach 300 zusätzlichen flexiblen Arbeitsstunden stösst den Bauarbeitern sauer auf: „Der Druck auf dem Bau ist bereits heute immens. Nun wollen die Baumeister die Bauarbeiter noch länger schuften lassen. Das ist inakzeptabel“, stellt Pietro Carobbio, Bau-Verantwortlicher der Unia Waadt, fest. Am Nachmittag folgt eine Demonstration durch Lausanne. Zweiter Protesttag angekündigt. Bereits im Oktober haben mehr als 1300 Waadtländer Bauarbeiter beschlossen, den Protest auf zwei Tage auszuweiten. Eine Delegation wird morgen ihre Kollegen in Zürich in ihrem Protest unterstützen. Die Bauarbeiter wollen die Sicherung der Rente mit 60. Um das zu erreichen, nehmen sie eine Beitragserhöhung in Kauf. Im Gegenzug verlangen sie eine anständige Lohnerhöhung. Doch der Baumeisterverband erpresst die Bauarbeiter: So ist er zu dieser Lösung nur bereit, wenn die Gewerkschaften einen massiven Abbau im LMV in Kauf nehmen. „Wir wollen möglichst rasch eine schnelle Lösung. Doch die Gewerkschaften werden keiner Verschlechterung des Landesmantelvertrages (…).
Unia VD Kanton, Medienmitteilung, 5.11.2018.
Unia VD Kanton > Bauarbeiter. Streik. Unia VD Kanton, 2018-11-05.
Ganzer Text
03.11.2018 BE Kanton
GKB
Initiativen Schweiz

Resolution
Selbstbestimmungs-Initiative
Volltext
Ausserordentliche Delegiertenversammlung vom 3. November 2018. Wir sagen Nein zur Selbstbestimmungsinitiative. Gemeinsam für Menschenrechte und für den Schutz der Institutionen. Die harmlos als Selbstbestimmungs-Initiative präsentierte Initiative will die Verfassung über völkerrechtliche Verträge stellen. Dies unter dem verführerischen aber auch abgegriffen Titel «Schweizer Recht statt fremde Richter». Nur noch internationale Verträge, die in einer Volksabstimmung bestätigt wurden, sollen für die Schweiz verbindlich sein. Wird die Initiative angenommen, entsteht statt nationaler Souveränität grosse Rechtsunsicherheit. Viele internationale Verträge, die die Schweiz in den letzten Jahrzehnten verabschiedet hat, müssten neu ausgehandelt oder gekündigt werden. Wir bekämpfen die Initiative aus folgenden Gründen: Die Initiative richtet sich vor allem gegen die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK), die die Grundrechte auch in der Schweiz vor staatlicher Willkür schützt. Die Initiative richtet sich gegen das Bundesgericht, das gestützt auf. die EMRK hiesige Gesetze auf ihre Grundrechtskonformität überprüfen kann. Weil die Schweiz kein Bundesverfassungsgericht hat, ist das besonders wichtig. • Die Initiative ist ein Angriff auf die Arbeitnehmenden, deren Rechte durch verschiedene Abkommen der ILO (International Labor Organisation) geschützt sind. Fallen diese Abkommen weg, wird die gewerkschaftliche Arbeit generell erschwert und damit auch der Kampf um einen gerechten Anteil der Beschäftigten am (…).
GKB, 3.11.2018.
GKB > Selbstbestimmungs-Initiative. Resolution DV, 2018-11-03.
Ganzer Text
03.11.2018 BE Kanton
GKB
Steuern

Resolution
Steuersenkungen
Volltext
Antrag der GL an die ausserordentliche Delegiertenversammlung 3. November 2018, im Egghölzli in Bern. Annahme der Steuervorlage 17 und AHV-Finanzierung (STAF). Begründung: Die AHV ist das wichtigste Sozialwerk der Schweiz. Sie ist zentral für ein Leben in Würde im Alter. Für zwei Drittel der Rentnerinnen ist sie die überwiegende Einnahmequelle. Die AHV ist unser Kerngeschäft. Wir haben sie in jahrzehntelangen Kämpfen erstritten. Sie war bereits eine der zentralen Forderungen des Landesstreiks vor genau 100 Jahren. Ihre sichere und solide Finanzierung hat höchste Priorität. Nach der Ablehnung von AV 2020 ist die AHV noch stärker unter Druck geraten. Die seit langem bekannten höheren demographischen Kosten sind mittelfristig nicht gedeckt. Jährlich fehlen 6 Milliarden Franken. Nach harten Auseinandersetzungen im Parlament ist die STAF (Steuervorlage 17 und AHV-Finanzierung) für die AHV ein wichtiger Schritt in Richtung finanzieller Sicherheit. Mit zusätzlichen Bundesbeiträgen und einer Erhöhung der AHV-Beiträge um je 0.15 Prozent für Arbeitgeber und Arbeitnehmerinnen fliessen sofort zwei Milliarden Franken zusätzlich in die AHV. Damit ist ihre Finanzierung bis 2025 gesichert, was den Druck von ihr nimmt und Spielraum schafft für Offensiv-projekte. Wichtig festzuhalten ist, dass erstmals seit 1975 die Lohnbeiträge, wie von uns gefordert, erhöht werden. Das nimmt auch die Unternehmen in die Pflicht. Die Verknüpfung der AHV-Finanzierung mit der Steuervorlage 17 sorgt für Kritik. Mit dieser Vorlage sind verschiedene (…).
GKB, 3.11.2018.
GKB > Steuersenkungen. Resolution. GKB, 2018-11-03.
Ganzer Text
03.11.2018 BE Kanton
GKB
Löhne

Mindestlöhne
PostCom
Volltext
Resolution, 3.11.2018, a.o. DV GKB. Schweinerei: Der Mindeststundenlohn für die Postbranche von 18.27 Franken! Die staatliche Regulationsbehörde für den Postmarkt, die Postcom, legte am 11. Oktober 2018 den Mindeststundenlohn für die Postbranche bei Fr. 18.27 fest. Dieser Entscheid ist vor allem für die Angestellten der Schweizerischen Post, welche in den Bereichen Brief- und Paketzustellung tätig sind, ein Schlag ins Gesicht. Der Entscheid erhöht den Lohndruck auf sie in unhaltbarer Art und Weise. Dieser Entscheid hilft den grossen ausländischen Anbietern in der Paketzustellung sich ein möglichst grosses Stück vom Kuchen abzuschneiden, während alle Zustellerinnen in dieser Branche die Zeche mit Tiefstlöhnen bezahlen. Die Postcom legt in voller Absicht einen Stundenlohn fest, welcher die bereits bestehenden prekären Lohnverhältnisse in dieser Branche weiter zementiert und damit die Ausbeutung der Arbeitnehmenden vorantreibt. Wenn man sich an den schlechten Arbeitgeberbeispielen dieser Branche orientiert, kann es nicht besser herauskommen. Es wäre ein leichtes gewesen, den umgekehrten Weg zu gehen und die Anstellungsbedingungen des grössten Arbeitgebers in diesem Markt - die der Schweizerischen Post AG - als Ausgangslage festzulegen. Die Postcom missachtet mit ihrem Entscheid auch Entwicklungen der jüngeren Zeit in Sachen Mindestlöhne: Neuenburg und Jura haben mit kantonalen Abstimmungen für ihre Kantonsgebiete 20 Franken als Mindeststundenlohn festgelegt! Kommt (…).
GKB, 3.11.2018.
GKB > Mindestlöhne. Post. Resolution DV. GKB, 2018-11-03.
Ganzer Text
03.11.2018 BE Kanton
GKB
Personen
Corrado Pardini
GKB
Jahresbericht
Volltext
Digitalisierung und Deregulierung. Trump hält sich trotz verbalen Fehlleistungen seit einem Jahr im Weissen Haus und beschert seinen politischen Freunden grosse Steuergeschenke. In Frankreich zertrümmert Emmanuel Macron die Parteienlandschaft und übernimmt die Amtsgeschäfte im Elysee-Palast. Die Franzosen und Französinnen verhindern damit die rechtsextreme Marine Le Pen, handeln sich aber einen neoliberalen Geist ein, der sich sofort gegen soziale Errungenschaften wendet. Deutschland brummt zwar wirtschaftlich, kommt aber politisch nicht vom Fleck. Kanzlerin Angela Merkel ist angeschlagen, ebenso die SPD. Gleichzeitig zieht mit der AfD eine Partei in den Bundestag ein, die Nazi-Gedanken offen zulässt. Das sind beunruhigende Entwicklungen. In der Schweiz wird die politische Auseinandersetzung pickelhart geführt. Den Bürgerlichen gelingt es nicht, ihre Agenda umzusetzen. Sie scheiterten kläglich bei der Revision der Unternehmenssteuer (USR III) und mussten auch bei der Energiestrategie klein beigeben. Umso heftiger - und leider mit Erfolg - bekämpften sie die Altersvorsorge 2020. Wegen der digitalen Durchdringung der Gesellschaft richtet sich das politische Feld neu aus. Weitgehende Deregulierungen werden verlangt. Technologiekonzerne wollen sich aus der Verantwortung als Unternehmer schleichen (Uber). Arbeitszeiten und Verfügbarkeiten sollen weitgehend flexibilisiert werden. Erinnern wir uns daran, dass der Acht-Stunden-Arbeitstag eine sozialpolitisch junge Errungenschaft ist. Er wurde nach (…).
GKB, 3.11.2018.
GKB > Jahresbericht 2017. GKB, 2018-11-03.
Ganzer Text
02.11.2018 Schweiz
Personen
SGB
Reto Wyss
Krankenkassen-Prämien
Volltext
Nein zu höheren Franchisen und Knebelverträgen! Wir müssen die Krankenkassenlobby stoppen. Kaum irgendwo ist die Krankenversicherung unsozialer finanziert als in der Schweiz, und nirgendwo die direkte Kostenbeteiligung der Versicherten höher. Der SGB will eine solidarische Finanzierung: Gesundheit muss für alle bezahlbar bleiben. Zwar werden die Prämien nächstes Jahr weniger stark steigen, als wir von den letzten Jahren gewohnt sind. Doch die vom Bundesamt für Gesundheit veröffentlichte mittlere Zunahme von nur 1,2 Prozent kann gar nicht mit den Vorjahren verglichen werden: Das BAG rechnet neu mit der Durchschnittsprämie der tatsächlich gewählten Versicherungsmodelle, und nicht wie bis anhin mit der Standardprämie (300 Franken Franchise, freie Arztwahl). Letztere steigt nächstes Jahr nicht um 1,2, sondern um 2,7 Prozent. Nun ist es durchaus sinnvoll, bei der Prämiensteigerung nicht nur die Standardprämie zu betrachten. Denn heute wählen nicht einmal mehr 20 Prozent der Versicherten das Modell mit freier Arztwahl und 300 Franken Franchise. Das Problem ist allerdings, dass der Wechsel zum Blick auf den Anstieg der effektiven Prämien die möglichen Kostenfolgen für die Versicherten komplett kaschiert. Wer nämlich eine Franchise von 2500 Franken gewählt hat, kann zwar zunächst mit einer leicht tieferen Prämienzunahme rechnen. Im Krankheitsfall nützt das aber nichts, weil dann die ersten 2500 Franken Behandlungskosten direkt aus dem eigenen Sack berappt werden müssen. (...). Reto Wyss.
SGB, 2.11.2018.
Personen > Wyss Reto. Krankenkassenprämien. SGB, 2018-11-02.
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02.11.2018 Zürich
Unia Zürich

Bauarbeiter
Protest-Kundgebung
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Kampf um Landesmantelvertrag, Frühpensionierung und Lohn. Einladung: Höhepunkt der Protesttage der Bauarbeiter in Zürich. Sehr geehrte Medienschaffende. Es wird die wohl grösste Bauarbeiter-Mobilisierung seit mehr als zehn Jahren sein, die am Dienstag, den 6. November, mit einem Protesttag in Zürich ihren vorläufigen Höhepunkt findet. Tausende von Bauarbeitern haben in den letzten Tagen in der ganzen Schweiz die Arbeit niedergelegt und werden sie am Dienstag in Zürich noch niederlegen. Sie wehren sich für die Rente mit 60 und ihren Gesamtarbeitsvertrag (siehe Kasten). Wir laden Sie ein, am Protesttag der Bauarbeiter dabei zu sein: Protesttag der Bauarbeiter in Zürich, Dienstag, 6. November, 13.00 Uhr, Rudolf-Brun-Brücke, Zürich. An einem Point de Presse während der Demonstration der Bauarbeiter, informieren die Gewerkschaften Unia und Syna über die aktuelle Situation, die Hintergründe und die Aktivitäten der Bauarbeiter. Es informieren: Nico Lutz, Sektorleiter Bau, Mitglied der Geschäftsleitung Unia, Guido Schluep, Branchenleiter Bau Syna, Lorenz Keller, Regioleiter Unia Zürich, Michele Aversa, Regionalsekretär Syna Zürich. (…).
Unia Zürich, Medieneinladung, 2.11.2018.
Unia Zürich > Bauarbeiter. Protestaktion. Unia Zürich, 2018-11-02.
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02.11.2018 Schweiz
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Work
Marie-Josée Kuhn
Selbstbestimmungs-Initiative
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Selbst-Entmachtungs-Initiative. Es war ein wüstes Hauen und Stechen: Ems-Chefin Martullo-Blocher bei Roger Schawinski zur SVP-Selbstbestimmungsinitiative. Sie: je brandschwärzer die Lüge, desto unflätiger der Ton. Er: ausnahmsweise nicht in der Lage, dem Gegenüber dauernd ins Wort zu fallen. So konnte die ähnlichste Blocher-Tochter wieder und wieder rotzen, bei der Selbstbestimmungsinitiative gehe es darum, „unsere Selbstbestimmung und unsere direkte Demokratie zu retten“. Und das Schweizer Recht gegen fremde Richter zu verteidigen. Falsch, sagt im Work-Interview der ehemalige Bundesrichter Niccolò Raselli: „Die Initiative richtet sich gegen unsere eigenen Gerichte.“ Sie sei ein weiterer Versuch der Blocher-Partei, Schweizer Richter zu entmachten. Weil diese gewisse Volksentscheide stoppen können. Stoppen müssen. Etwa dann, wenn sie gegen elementare Menschenrechte verstossen. So wie die SVP-¬Ausschaffungsinitiative 2010. Die Europäische Konvention der Menschenrechte schützt die Grundrechte aller. Und genau das stört die SVP: dass sie mit Fremdenfeindlichkeit und Blocher-Millionen nicht einfach durchmarschieren kann. Hitler lässt grüssen. In der direkten Demokratie können die Stimmberechtigten über alles abstimmen. Leider auch über die Abschaffung der Demokratie. Oder über die Wiedereinführung der Todesstrafe. 2010 lancierte ein Mann namens Marcel Graf ein solches Volksbegehren. Hätte Graf seine Initiative nicht zurückgezogen und wäre sie an der Urne angenommen worden, hätten wir jetzt in der Schweiz die Todesstrafe? Gottlob nicht! Denn Grafs Initiative verstiess gegen die Menschenrechtskonvention im Völkerrecht. Und das Völkerrecht steht über (…). Marie-Josée Kuhn.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Selbstbestimmungs-Initiative. Work online, 2018-11-02.
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02.11.2018 Schweiz
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Work
Marie-Josée Kuhn
Paul Rechsteiner
Interview
Präsident
SGB
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Paul Rechsteiner war 20 Jahre lang SGB-Präsident. Wie er wurde, was er ist. Nach 20 Jahren an der Spitze des Gewerkschaftsbundes tritt Paul Rechsteiner zurück. Höchste Zeit für ein etwas persönlicheres Bilanz-Gespräch. Work: Paul Rechsteiner, 66, geboren in St. Gallen, Mutter Putzfrau, Vater Hilfsarbeiter, katholische Schule, Ministrant, dann Anwalt, mit 34 SP-Nationalrat, mit 46 Chef des ¬Gewerkschaftsbundes, seit 2011 Ständerat. Habe ich was vergessen? Paul Rechsteiner: Lassen wir das mal so stehen. Sie haben eine Blitzkarriere hinter sich, sind Schnellredner, immer auf Draht. Laufen Sie eigentlich der Zeit weg, oder läuft die Zeit Ihnen weg? Die Zeit ist endlich, das ist so, auch meine. Und was das Sprechtempo anbelangt: ich kann auch getragener reden, je nachdem, wo und mit wem ich rede. Gehen wir mal in der Zeit ganz zurück, in Ihre Jugend. Wie wird man ein roter Paul im schwarzen St. Gallen? Wie bei allen anderen hat auch bei meiner Politisierung das Milieu eine Rolle gespielt, in das ich hin-eingeboren worden bin. Ich wurde sehr früh dafür sensibilisiert, was Machtverhältnisse sind. Aber, für eine Politisierung braucht es nicht nur das Sein, sondern auch das Bewusstsein. Es war eine Aufbruchszeit, damals in den 1960er Jahren. Wir erlebten die erste Mondlandung, die Bürgerrechtsbewegung in den USA, all das war prägend. Erstmals gab es mehr Studierende als Bauern. Das war, soziologisch gesehen, ein grosser Umbruch. 1968 war ich sechzehn: Ich sehe noch die Bilder der beiden 200-Meter-Läufer John Carlos und Tommie Smith, wie sie an der Siegerehrung an der Olympiade die (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 2.11.2018.
Personen > Rechsteiner Paul. Interview Marie-Josée Kuhn. Work online, 2018-11-02.
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02.11.2018 Schweiz
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Work
Patricia D Incau
Arbeitszeit
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Eric Ducrey (42), Bauarbeiter, alleinerziehend, sagt: „Was die Patrons wollen, ist unmöglich!“ Eric Ducrey ist alleinerziehender Vater. Längere Arbeitstage, wie es die Baumeister wollen, kommen für ihn nicht in Frage. Work hat ihn am Bauprotest in Freiburg getroffen. Freiburg, Dienstagmorgen, 8 Uhr 15: Der Wind pfeift, es schüttet und schneit. Im Festzelt auf der Place Python ist es heiterer. Hunderte Bauarbeiter sitzen auf Holzbänken, es wird geredet und gelacht. In den Kartonbechern dampft der Kaffee, die Proteststimmung steigt. Für Kaffee hatte Eric Ducrey noch keine Zeit. Er steht draussen auf dem Platz. Graue Mütze, blaue Augen, einen schwarzen Faserpelz über die Thermowäsche gezogen. An jedem anderen Arbeitstag sitzt er auf seinem Brecher. Neun Stunden am Tag bedient er die riesige Maschine, mit der altes Baumaterial zu neuem verarbeitet wird. Da wird aus Beton zum Beispiel Kies. Das Rumpeln und Rütteln geht in die Knochen. 300 Gratis-Überstunden. Heute ist Ducrey einer der Protestführer. Zusammen mit rund 550 anderen Bauarbeitern bereitet er sich auf die Demo vor. Wie die Kollegen in Neuenburg, im Wallis und im Jura. Auch dort stehen die Baustellen still. 1500 Arbeiter sind im Ausstand. Ducrey ist schon seit Stunden auf den Beinen. „Um 2 Uhr nachts sind wir los“, ¬erzählt er. Ab da ging alles Schlag auf Schlag: Protestplakate aufhängen, Baustellen abklappern, Kollegen abholen. Dazwischen ein Telefon nach Hause: der Weckruf für seinen 12jährigen Sohn. „Eigentlich steht er schon von selber auf“, sagt Ducrey und lächelt. Aber er rufe eben trotzdem immer noch an. Auch einfach, um ein bisschen (…). Patricia D‘Incau.
Work online, 2.11.2018.
Personen > D‘Incau Patricia. Arbeitszeit. Work online, 2018-11-02.
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02.11.2018 Schweiz
Initiativen Schweiz
Personen
Work
Christian Egg
Interview
Selbstbestimmungs-Initiative
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Alt Bundesrichter Niccolò Raselli erklärt, warum die Selbstbestimmungsinitiative der SVP so gefährlich ist: SVP will Gerichte gängeln. Der SVP gehe es gar nicht um „fremde Richter“, sagt alt Bundesrichter Niccolò Raselli. Vielmehr sollen die Schweizer Gerichte auf SVP-Linie gebracht werden. Work: Mit ihrer Initiative kämpft die SVP angeblich gegen „fremde Richter“ in Strassburg… Niccolò Raselli: Das ist ein Etikettenschwindel! Die Initiative richtet sich gegen unsere eigenen Gerichte. Mit der Ausschaffungsinitiative wollte die SVP 2010 per Volksentscheid einen rechtlichen Automatismus einführen: Bei gewissen Delikten sollten Ausländer ausgeschafft werden, ohne dass die Richter den Einzelfall prüfen. Das Parlament sagte dann aber: „Stopp, da gibt es die Europäische Menschenrechtskonvention.“ Deshalb fügte es im Gesetz eine Härtefallklausel ein. Darauf brachte die SVP die Durchsetzungsinitiative, die das Stimmvolk zum Glück ablehnte. Die Selbstbestimmungsinitiative ist jetzt der nächste Versuch der SVP, unsere Richter zu entmachten. Die SVP will erzwingen, dass die Justiz in ihrem Sinn entscheidet? Ja! Christoph Blocher hat dem Bundesgericht einen „Staatsstreich“ vorgeworfen, als ihm ein Urteil nicht passte. Am massivsten ist dieser Druck bei den Richtern, die von der SVP vorgeschlagen wurden, etwa dem Bundesrichter Yves Donzallaz. Er hat im Ausländerrecht einige Urteile mitgetragen, die mit den Forderungen der SVP nicht übereinstimmen. Darauf erschien 2017 ein Artikel in der „Weltwoche“ von SVP-Nationalrat Roger Köppel, der Donzallaz als „grössten Internationalisten“ diffamierte – für die SVP (…).  Christian Egg.
Work online, 2.11.2018.
Personen > Egg Christian. Selbstbestimmungs-Initiative. Interview. Work, 2018-11-02.
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02.11.2018 Schweiz
Personen
Suva
Work
Ralph Hug
Prämien
Suva
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Unfallversicherer entlastet Firmen: Steilpass für mehr Lohn. Diese Suva-Millionen gehören uns! Die Suva entlastet die Firmen mit tieferen Unfallversicherungsprämien in Millionenhöhe. Jetzt fordert die Unia: Davon müssen auch die Arbeitnehmenden profitieren. Darüber reden sie nie. Doch nächstes Jahr sparen die Arbeitgeber glatte 220 Millionen Franken ein. Ohne einen Finger zu rühren. Und im darauffolgenden Jahr 2020 werden sie gleich nochmals in ähnlicher Höhe entlastet. Die Suva macht’s möglich. Die staatliche Unfallversicherung arbeitet so gut, dass sie im Geld schwimmt. Letztes Jahr erwirtschaftete sie eine hohe Rendite von 7,8 Prozent auf ihren Kapitalanlagen. Das Vermögen beträgt mittlerweile über 51 Milliarden Franken. Der Deckungsgrad stieg auf über 140 Prozent, die Reserven sind prallvoll. Nun kann man die Prämien senken. So geht überschüssiges Geld an die Versicherten zurück. Auch das ist ein Vorteil der nicht privaten Versicherung: das Geld fliesst zurück zu denen, die es auch einbezahlt haben, und nicht in die Taschen der Aktionärinnen und Aktionäre. Lohnbestandteil. Nächstes Jahr senkt die Suva die Prämien für die Berufsunfallversicherung (BUV) sowie für die Nichtberufsunfallversicherung (NBU) um 15 Prozent (siehe unten). Das ergibt einen stattlichen Betrag von 520 Millionen Franken, nämlich 220 Millionen Franken in der BUV und 300 Millionen Franken in der NBU. Felix Weber, Vorsitzender der Suva-Geschäftsleitung, sagt: „Mit der Reduktion entlasten wir den Werkplatz Schweiz.“ Weber spricht bewusst vom Werkplatz, da die Suva vor allem Beschäftigte im Baugewerbe und in der Industrie versichert. (…). Ralph Hug.
Work online, 2.11.2018.
Personen > Hug Ralph. Suva. Prämien. Work online, 2018-11-02.
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