Gewerkschaftschronik
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Anzahl gefundene Artikel: 1949

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18.01.2019 Schweiz
Personen
SGB
Reto Wyss
Franchisen
Volltext
Höhere Franchisen sind nicht tragbar. Anpassung der Franchisen an die Kostenentwicklung: Unverständlicher Kommissionsentscheid. Nach dem Nationalrat will nun auch die zuständige Ständeratskommission die Franchisen der Grundversicherung künftig an die Kostenentwicklung anpassen. Dieser Entscheid ist realitätsfremd - sowohl was die Situation der Versicherten in der Schweiz als auch was einen Vergleich mit dem Ausland betrifft. Nirgendwo in Westeuropa bezahlen die Versicherten mehr aus der eigenen Tasche für die Gesundheitskosten als in der Schweiz - und die Kopfprämien kommen noch dazu. Die Wahl der Franchise ist dabei genauso wenig ein freier Entscheid wie der Gang zum Arzt. Ein Gang der - entgegen der landläufigen Meinung, wir würden „wegen jedem Bobo zum Arzt rennen" - gemäss OECD in der Schweiz weit seltener ist als in allen Nachbarländern (in Deutschland werden 10 Arztbesuche pro Kopf und Jahr registriert, während es in der Schweiz knapp 4 sind). Es ist also völlig unverhältnismässig, die heute schon horrende Kostenbeteiligung der Versicherten durch einen neuen Gesetzesautomatismus laufend weiter zu erhöhen. Betroffen wären davon insbesondere RentnerInnen mit tiefen und mittleren Einkommen. Denn sie zahlen bereits heute über 7 Prozent ihres Einkommens für die Gesundheitskosten, könnten aber sicher nicht auf nötige Behandlungen verzichten. Die pauschale Behauptung, mit einer Erhöhung der Franchisen würden die Prämien weniger stark ansteigen, ist zudem falsch: Die Erfahrung mit vergangenen Franchisenerhöhungen lässt diesen Schluss nicht zu. (…). Reto Wyss.
SGB, 18.1.2019.
Personen > Wyss Reto. Franchisen. SGB, 2019-01-18.
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18.01.2019 Schweiz
SGB
Sozialversicherungen

AHV-Renten
Krankenkassen-Prämien
Pensionskassen
Volltext
Etwas mehr AHV und wichtige Weichenstellungen. Sozialversicherungen 2019. Im neuen Jahr bekommen AHV-BezügerInnen endlich etwas mehr Rente. Doch die steigenden Gesundheitskosten vermag das nicht auszugleichen. Es braucht dringend deutlich höhere AHV-Renten. Grundlage dafür könnte die Zusatzfinanzierung sein, über gemeinsam mit der Steuerreform im Mai abgestimmt wird. Zum ersten Mal seit vier Jahren werden die AHV-Renten wieder einmal erhöht. Allerdings nur minim: um zehn auf 1185 Franken steigt die Minimalrente, während die Maximalrente um 20 auf 2370 Franken erhöht wird. Auch die Ergänzungsleistungen und die Hilflosenentschädigung werden leicht nach oben korrigiert. Auf der Beitragsseite steigt der AHV-Mindestbeitrag um vier auf 482 Franken, derjenige der freiwilligen AHV/IV um acht auf 922 Franken. Sinkende Renten. Keine grossen Änderungen gibt es dieses Jahr in der obligatorischen beruflichen Vorsorge. Insbesondere der Mindestzinssatz blieb nun schon im vierten Jahr auf dem rekordtiefen 1 Prozent. Die BVG-Kommission hatte ihn gar auf 0,75 Prozent senken wollen. Auch wenn der Bundesrat diesem Vorschlag nicht Folge leistete, werden die Altersguthaben weiterhin unterdurchschnittlich verzinst, was empfindliche Renteneinbussen zur Folge hat. Leicht angehoben werden der BVG-Koordinationsabzug (24'885 Franken) und die Eintrittsschwelle (21'330 Franken) ebenso wie der maximale Steuerabzug in der Säule 3a (6826 Franken). Massiv gesenkt wird hingegen der BVG-Beitrag für Arbeitslose, nämlich von 1,5 auf 0,25 Prozent. Dies weil der Deckungsgrad hoch und die (…).
SGB, 18.1.2019.
SGB > Sozialversicherungen. SGB, 2019-01-18.
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15.01.2019 Schweiz
SGB

Kaufkraft
Volltext
SGB: Probleme bei der Kaufkraft und der Rentenhöhe rasch angehen. Die Schweiz hat ein Kaufkraftproblem und ein Rentenproblem. Trotz Aufschwung stagnieren die Reallöhne. Gleichzeitig fressen Krankenkassenprämien und steigende Beiträge an die Pensionskassen immer mehr vom Lohn weg, so dass der effektiv verfügbare Lohn gar sinkt. Und wer in Pension geht, erhält immer weniger Rente von seiner Pensionskasse. Dies zeigen diverse Analysen, die der Schweizerische Gewerkschaftsbund SGB an seiner Jahresmedienkonferenz präsentierte. Obwohl die Schweizer Wirtschaft in den letzten zwei Jahren kräftig gewachsen ist, stagnierten die Reallöhne. Sogar Deutschland, das lange eine schädliche „Lohnzurückhaltung“ pflegte, hat heute ein stärkeres Lohnwachstum. Besonders betroffen sind langjährige Arbeitnehmende mit 20 oder mehr Jahren Betriebszugehörigkeit: Ihre Löhne sind seit 2010 kaum noch gestiegen. Derweil steigen die Ausgaben für die Krankenkassen immer weiter und nagen an der Kaufkraft. Hinzu kommt, dass die Beiträge an die zweite Säule ebenfalls steigen. Seit der Finanzkrise bewegt sich der durchschnittliche reglementarische Beitragssatz von 18 auf 19,5 Prozent zu. Dafür bekommen die künftigen RentnerInnen aber nicht mehr Rente. Das Gegenteil ist der Fall. Seit 2005 sind die durchschnittlichen Pensionskassenrenten um 9 Prozent gesunken. Und die Situation spitzt sich immer mehr zu. Die neuste Auswertung des SGB bei 42 Pensionskassen mit 750'000 Versicherten zeigt: nachdem der mittlere (…).
SGB, 15.1.2019.
SGB > Kaufkraft. Renten. SGB, 2019-01-15.
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14.12.2018 Schweiz
Löhne
Personen
SGB
Regula Bühlmann
Gleichstellung
Lohngleichheit
Volltext
Wichtiger Schritt Richtung Lohngleichheit – Weitere Schritte sind nötig. Revision des Gleichstellungsgesetzes passiert die Schlussabstimmung. Das Parlament hat in der Schlussabstimmung ein Zeichen für die Lohngleichheit gesetzt und die Revision des Gleichstellungsgesetzes verabschiedet - dies auch dank dem hartnäckigen Einsatz der Gewerkschaften. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund SGB begrüsst, dass mit der Gesetzesrevision endlich verbindliche Massnahmen gegen die fortwährende Lohndiskriminierung geregelt sind, erachtet die nun beschlossen Verbesserungen jedoch als zu schwach. Der Frauen*streik vom 14. Juni 2019 wird Druck für die kompromisslose Umsetzung machen. Es war ein langes Ringen um die Massnahmen zur Bekämpfung der Lohndiskriminierung, die das Parlament am 14. Dezember beschlossen hat. Für den SGB ist es empörend, dass die bürgerliche Mehrheit den Vorschlag des Bundesrates auf jede nur erdenkliche Art und Weise abgeschwächt hat. Sie hat damit verhindert, dass die Arbeitgeber endlich vollumfänglich in die Verantwortung genommen werden, wie es die Verfassung verlangt. Kontrollen und Sanktionen wären nötig. Und es ist falsch, die neuen Bestimmungen nach 12 Jahren wieder aus dem Gesetz zu streichen. Trotzdem: gegen vehementen Widerstand haben die Gewerkschaften und die Frauen einen Fortschritt erkämpft. Sie haben sich jahrzehntelang unermüdlich für Verbesserungen bei der Lohngleichheit eingesetzt, zuletzt an der Kundgebung (…). Regula Bühlmann.
SGB, 14.12.2018.
Personen > Buehlmann Regula. Lohngleichheit. SGB, 2018-12-14.
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14.12.2018 Schweiz
Löhne
Personen
SGB
Daniel Lampart
Flankiierende Massnahmen
Volltext
Kein Rahmenabkommen auf Kosten unserer Löhne. SGB-Sekretariatsleiter Daniel Lampart zu den Angriffen auf die FlaM. Wegen der Angriffe auf die Flankierenden Massnahmen haben viele Leute in den letzten Monaten realisiert, wie wichtig der Schweizer Lohnschutz ist. Und wie wichtig es ist, diese Angriffe abzuwehren. Nicht nur in der Schweiz: Der Schweizerische Gewerkschaftsbund hat in den letzten Monaten viele Briefe von den bedeutenden Europäischen Gewerkschaften erhalten, bei den Flankierenden nicht nachzugeben. Damit es beim Lohnschutz in Europa aufwärts und nicht abwärtsgeht. Die Gegner der Flankierenden sitzen grösstenteils im Inland. Etwa der Wirtschaftsflügel der SVP mit Nationalrätin Martullo-Blocher, der Think Tank der Grosskonzerne „Avenir Suisse“, aber auch Teile der Entourage von FDP-Bundesräten. Im Ausland ist insbesondere die EU-Kommission dagegen. Die deutschen Handwerker sind gespalten. Viele haben sich mit den Schweizer Flankierenden arrangiert. Sie wollen selber mehr Lohnschutz, um Dumpingkonkurrenz abzuwehren. Die Flankierenden Massnahmen wurden im Rahmen der Bilateralen I eingeführt – nach der verlorenen Volksabstimmung zum EWR. Die Bilateralen haben in einer Volksabstimmung nur eine Chance, wenn sie der breiten Bevölkerung nützen. Und wenn garantiert ist, dass in der Schweiz Schweizer Löhne bezahlt werden. Die Schweiz hat europaweit höchste Löhne und braucht deshalb den besten Schutz. In Deutschland verdienen ausgebildete Handwerker (…). Daniel Lampart.
SGB, 14.12.2018.
Personen > Lampart Daniel. Flankierende Massnahmen. SGB, 2018-12-14.
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14.12.2018 Schweiz
Personen
SGB
Work
Marie-Josée Kuhn
Pierre-Yves Maillard
Präsident
SGB
Volltext
SGB-Präsidium: Noch selten gab es eine derart hitzige Wahl. Der kleine Unterschied und seine grossen Folgen. Gysi oder Maillard? Frau oder Mann? Schon früh im Wahlkampf lief die Debatte um die Nachfolge von SGB-Präsident Paul Rechsteiner auf der Gender-Schiene. Dabei spielte die West-Ost-Schiene eine mindestens ebenso wichtige Rolle. Pierre-Yves Maillard ist der neue oberste Gewerkschafter im Land. Er erreichte das absolute Mehr im ersten Wahlgang knapp mit 115 Stimmen. Gegenkandidatin Barbara Gysi erhielt 82 Stimmen, ein gutes Resultat und gleichzeitig eine Warnung an Maillard: Sollten er und der SGB mit der Gleichstellung innerhalb und ausserhalb der Gewerkschaftsbewegung jetzt nicht mit doppelter Kraft vorwärtsmachen, gibt es Krach. Noch mehr Krach als im Wahlkampf. Frau und Mann. Als Nachfolge für Paul Rechsteiner kandidierten Barbara Gysi und Pierre-Yves Maillard. Hier die Präsidentin des Bundespersonalverbands (PVB), SP-Nationalrätin und Chefin des St. Galler Gewerkschaftsbundes. Dort der Waadtländer Gewerkschafter und SP-Regierungsrat. Sie wurde nominiert vom Bundespersonalverband und unterstützt vom VPOD und der SGB-Frauenkommission. Er wurde nominiert von der Unia und der Bähnlergewerkschaft SEV und unterstützt von der Gewerkschaft Medien und Kommunikation Syndicom. Hier also die Frau. Dort der Mann. Und sehr bald stand nur noch diese eine Frage im Raum: Frau oder Mann? Dass es endlich Zeit sei für eine Frau. Dass eine Frau andere Sensibilitäten (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 14.12.2018.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Pierre-Yves Maillard. SGB-Praesident. Work online, 2018-12-14.
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13.12.2018 Schweiz
Nationalbank
Personen
SGB
Thomas Zimmermann
Nationalbank
Volltext
Wechselkurs
Aktive Geldpolitik der SNB nötig - Franken nach wie vor stark überbewertet. SGB-Kommentar zur Lagebeurteilung der Schweizerischen Nationalbank (SNB). In den letzten Wochen kam die Schweizerische Nationalbank (SNB) vermehrt unter Druck, die Zinsen anzuheben. Ein solcher Schritt wäre jedoch fatal. Denn der Franken ist nach wie vor markant überbewertet. Eine Zinserhöhung würde den bereits vorherrschenden Aufwertungsdruck weiter verstärken. Mit entsprechend negativen Auswirkungen auf Löhne und Arbeitsplätze. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) begrüsst es deshalb, dass die SNB die Zinsen unverändert tief hält und bereit ist, am Devisenmarkt zu intervenieren. Der SGB erwartet von der SNB aber, dass sie stärker gegen die Überbewertung des Frankens vorgeht. Insbesondere wurde die Chance verpasst, den Wert von 1.20 Fr./Euro mit diversen Massnahmen (kommunikativ und monetär) zu stabilisieren. Ziel muss nun sein, den Frankenkurs so rasch als möglich auf ein Niveau zu bringen, welches der Schweiz nicht schadet. Die SNB sollte sich klarere Ziele vorgeben und diese durchsetzen – insbesondere in Bezug auf den Wechselkurs.
Thomas Zimmermann.
SGB, 13.12.2018.
Personen > Zimmermann Thomas. Nationalbank. Wechselkurs. SGB, 2018-12-13.
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13.12.2018 Schweiz
Löhne
Personen
SGB
Daniel Lampart
Flankiierende Massnahmen
Löhne
Volltext
Kommentar zum Rahmenabkommen: Ein schwerer Angriff auf den Lohnschutz. Hier ein Kommentar zum Rahmenabkommen, der in der heutigen Handelszeitung erschienen ist: Wegen der Angriffe auf die flankierenden Massnahmen haben viele Leute in den letzten Monaten realisiert, wie wichtig der Schweizer Lohnschutz ist. Und wie wichtig es ist, diese Angriffe auf die Flankierenden abzuwehren. Nicht nur in der Schweiz: Der Schweizerische Gewerkschaftsbund erhielt in den letzten Monaten viele Briefe von den bedeutenden europäischen Gewerkschaften mit der Aufforderung, bei den Flankierenden nicht nachzugeben. Damit es beim Lohnschutz in Europa aufwärts und nicht abwärts geht. Die Gegner der Flankierenden sitzen grösstenteils im Inland. So der Wirtschaftsflügel der SVP mit Nationalrätin Martullo-Blocher, der Think-Tank der Grosskonzerne, Avenir Suisse, aber auch Teile der Entourage von FDP-Bundesräten. Im Ausland ist insbesondere die EU-Kommission dagegen. Die deutschen Handwerker sind gespalten. Viele haben sich mit den Schweizer Flankierenden arrangiert. Sie wollen selber mehr Lohnschutz, um Dumpingkonkurrenz abzuwehren. Die flankierenden Massnahmen wurden im Rahmen der Bilateralen I eingeführt – nach der verlorenen Volksabstimmung zum EWR. Die Bilateralen haben in einer Volksabstimmung nur eine Chance, wenn sie der breiten Bevölkerung nützen. Und wenn garantiert ist, dass in der Schweiz Schweizer Löhne bezahlt werden. Unser Land hat europaweit (…). Daniel Lampart.
SGB, 13.12.2018.
Personen > Lampart Daniel. Lohnschutz. Flankierende Massnahmen. SGB, 2018-12-13.
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06.12.2018 Schweiz
Krankversicherungen
Personen
SGB
Reto Wyss
Krankenkassen-Prämien
Volltext
Monitoring zeigt: Handlungsbedarf bei den Prämien mehr als dringend. Prämienbelastung der Versicherten erwiesenermassen massiv gestiegen. Im soeben neu erschienen „Monitoring"-Bericht des BAG bestätigt sich, was der SGB vor Kurzem bereits in seinem Verteilungsbericht festgehalten hat: Die Nettoprämienbelastung ist in den letzten 10 Jahren in allen Kantonen für sämtliche Haushalte mit tiefen und mittleren Einkommen massiv gestiegen. Im schweizweiten Durchschnitt ist die Belastung von 9% im Jahr 2007 auf 14% im Jahr 2017 gestiegen, wobei der Anstieg für gewisse Haushalte noch wesentlich ausgeprägter war. Nun hat diese Entwicklung natürlich auch etwas mit dem Kostenwachstum in der Grundversicherung zu tun. Sinnvolle Kostendämpfungsmassnahmen, z.B. zur Eindämmung der Überversorgung und zur Senkung der Arzneimittelpreise sind daher unumgänglich. Diese dürfen aber nicht vom Hauptproblem der unsozialen Finanzierung der Krankenversicherung ablenken. Der Monitoringbericht untersucht nämlich nicht den Kosten- bzw. Prämienanstieg, sondern explizit die Wirksamkeit der Prämienverbilligungssysteme. Dass diese in fast allen Kantonen durch Sparpakete massiv nachgelassen hat: darin begründen sich die Resultate dieses Berichts. So gaben im Jahr 2017 elf Kantone insgesamt weniger Geld für die Verbilligung der Prämien aus also noch zehn Jahre zuvor – dies trotz der massiven Prämiensteigerungen und des starken Bevölkerungswachstums. (…). Reto Wyss.
SGB, 6.12.2018.
Personen > Wyss Reto. Krankenkassen-Praemien. SGB, 2018-12-06.
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05.12.2018 Schweiz
Personen
SGB
Pierre-Yves Maillard
Giorgio Tuti
Präsident
SGB
Volltext
Der SGB ist bereit. Es spricht für unsere Gewerkschaftsbewegung, dass sich für Paul Rechsteiners Nachfolge zwei sehr gute Kandidaten beworben haben. Sowohl Barbara Gysi als auch Pierre-Yves Maillard hatten das ideale Profil, um den SGB zu präsidieren. Bevor ich auf die künftigen Herausforderungen unseres Dachverbandes eingehe, möchte ich kurz auf Paul Rechsteiners Präsidentschaft zurückblicken. 20 Jahre lang hat er den SGB mit Fingerspitzengefühl, Weitsicht und absoluter Integrität geführt. Er wusste die Politik in den Dienst der Gewerkschaften zu stellen, um die Lebensbedingungen der Beschäftigten und Pensionierten zu verbessern. Dass der SGB heute ein wichtiger politischer Akteur ist, ist auch Paul Rechsteiners Wirken in den letzten 20 Jahren zu verdanken. Dazu gehörte diesen Sommer sein entschiedenes Nein zur Teilnahme an einem runden Tisch über ein Rahmenabkommen mit der Europäischen Union auf Kosten des Lohnschutzes. Die Kämpfe, die ich an Paul Rechsteiners Seite ausgefochten habe, gehen mit Pierre-Yves Maillard weiter. In seiner ganzen Wahlkampagne für das SGB-Präsidium hat unser Waadtländer Kollege immer wieder unterstrichen, wie wichtig Gewerkschaftsarbeit bei der Basis und in den Betrieben ist. Diese Botschaft war ihm aufgrund seiner Erfahrung als Gewerkschaftssekretär beim SMUV wichtig. Unermüdlich hat er gewerkschaftliche und politische (…).
Giorgio Tuti, Präsident SEV und Vizepräsident SGB
SGB, 5.12.2018.
Personen > Tuti Giorgio. SGB. Präsident. SGB, 2018-12-05.
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03.12.2018 Schweiz
Personen
SGB
Syndicom
Pierre-Yves Maillard
Präsident
SGB
Volltext
SGB beschliesst Projekte zur Stärkung der Kaufkraft – Neuer Präsident gewählt. Die Delegierten des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes haben an ihrem 56. Kongress den Waadtländer SP-Regierungsrat Pierre-Yves Maillard zum SGB-Präsidenten gewählt. Er folgt auf Paul Rechsteiner, der nach 20 Jahren sein Amt abgab und von den Delegierten mit langanhaltendem Applaus verabschiedet wurde. Thematisch im Zentrum des zweitägigen Kongresses standen der Kampf für die Gleichstellung von Mann und Frau sowie verschiedene Positionspapiere und Resolutionen, die zum Ziel haben, die Kaufkraft der Menschen mit tiefen und mittleren Einkommen oder Renten zu stärken. (SGB) Einstimmig beschlossen die Delegierten, mit der aktiven Unterstützung des Frauenstreiks am 14. Juni 2019 die Gleichstellung zu einem gewerkschaftlichen Hauptschwerpunkt der nächsten Zeit zu machen. In einer Resolution beschlossen sie zudem, ein Massnahmenpaket gegen die Lohn- und andere Diskriminierungen auszuarbeiten und einer Delegiertenversammlung zu unterbreiten. Zentrales Element der Gewerkschaftsarbeit ist auch der Kampf für anständige Renten. Die Delegierten beauftragten die SGB-Organe, eine Volksinitiative für eine 13. AHV-Rente zu planen. Eine Erhöhung der AHV-Renten ist der einzige sinnvolle Weg, die stetig sinkenden Pensionskassenrenten der künftigen Rentnergenration auszugleichen. Denn die AHV hat das beste Preis-Leistungsverhältnis der Schweizer Altersvorsorge: Über drei Viertel der Versicherten erhalten mehr (…).
Syndicom, 3.12.2018.
Personen > Maillard Pierre-Yves. SGB. Präsident. Syndicom, 2018-12-03.
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01.12.2018 Schweiz
Personen
SGB
Pierre-Yves Maillard
Präsident
SGB
Volltext
Pierre-Yves Maillard ist neuer SGB-Präsident. Mit 115 Stimmen im ersten Wahlgang gewählt. Die Entscheidung ist gefallen: Mit absolutem Mehr der Stimmen haben die Delegierten des 56. Kongresses des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds (SGB) Pierre-Yves Maillard im ersten Wahlgang zum neuen Präsidenten gewählt. Er steht die nächsten vier Jahre an der Spitze der grössten Arbeitnehmervertretung in der Schweiz. Er löst Paul Rechsteiner ab, der nach 20 Jahren SGB-Präsident feierlich verabschiedet wurde. An der Wahl nahmen 212 Delegierte teil. 82 stimmten für Barbara Gysi, 115 für Pierre-Yves Maillard, 15 Delegierte enthielten sich. In seiner Bewerbungsrede vor den rund Delegierten plädierte er für eine starke Gewerkschaftsbewegung. Diese zeichne sich durch Vielfalt aber auch durch Einigkeit aus. Er erinnerte zudem den Bundesrat, bei den Flankierenden Massnahmen Wort zu halten und keinen „europaweiten Lohnwettbewerb“ zu betreiben. Der 50-Jährige ist seit 2004 Waadtländer SP-Regierungsrat. Er steht dem Departement für Gesundheit und Soziales vor. Er studierte an der Universität Lausanne und arbeitete als Oberstufenlehrer, bevor er Regionalsekretär der Gewerkschaft SMUV (Schweizerischen Metall- und Uhrenarbeiterverband) wurde. Pierre-Yves Maillard wird als Regierungsrat zurücktreten und sein Amt als SGB-Präsident zwischen Mai und Juni 2019 antreten. Bis dahin leiten die Vizepräsidentin Vania Alleva und der Vizepräsident Giorgio Tuti den SGB. (…).
SGB, 1.12.2018.
Personen > Maillard Pierre Yves. Präsident. SGB. SGB, 2018-12-01.
Ganzer Text
01.12.2018 Schweiz
Personen
SGB
Thomas Zimmermann
Kongress
SGB
Volltext
SGB beschliesst Projekte zur Stärkung der Kaufkraft – Neuer Präsident gewählt. Die Delegierten des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes haben an ihrem 56. Kongress den Waadtländer SP-Regierungsrat Pierre-Yves Maillard zum SGB-Präsidenten gewählt. Er folgt auf Paul Rechsteiner, der nach 20 Jahren sein Amt abgab und von den Delegierten mit langanhaltendem Applaus verabschiedet wurde. Thematisch im Zentrum des zweitägigen Kongresses standen der Kampf für die Gleichstellung von Mann und Frau sowie verschiedene Positionspapiere und Resolutionen, die zum Ziel haben, die Kaufkraft der Menschen mit tiefen und mittleren Einkommen oder Renten zu stärken. Einstimmig beschlossen die Delegierten, mit der aktiven Unterstützung des Frauenstreiks am 14. Juni 2019 die Gleichstellung zu einem gewerkschaftlichen Hauptschwerpunkt der nächsten Zeit zu machen. In einer Resolution beschlossen sie zudem, ein Massnahmenpaket gegen die Lohn- und andere Diskriminierungen auszuarbeiten und einer Delegiertenversammlung zu unterbreiten. Zentrales Element der Gewerkschaftsarbeit ist auch der Kampf für anständige Renten. Die Delegierten beauftragten die SGB-Organe, eine Volksinitiative für eine 13. AHV-Rente zu planen. Eine Erhöhung der AHV-Renten ist der einzige sinnvolle Weg, die stetig sinkenden Pensionskassenrenten der künftigen Rentnergenration auszugleichen. Denn die AHV hat das beste Preis-Leistungsverhältnis der Schweizer Altersvorsorge: Über drei Viertel der Versicherten erhalten mehr Rente als sie einzahlen mussten. Nur dank höheren AHV-Renten kann der (…). Thomas Zimmermann.
SGB, 1.12.2018.
Personen > Zimmermann Thomas. SGB. Kongress. SGB, 2018-12-01
Ganzer Text
01.12.2018 Schweiz
Funke, Der
SGB

Programm
SGB
Volltext
Neues SGB-Präsidium: Nehmen wir den Kampf auf! Paul Rechsteiner, ein regelrechter Politdinosaurier, tritt nach 20 Jahren an der Spitze des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB) zurück. Seit 32 Jahren im Bundesparlament, steht er mehr für den Schweizer Konsens und den Arbeitsfrieden als die meisten Patrons. Der Wechsel an der Spitze wird allerdings keinen Wechsel im Kurs des SGB mit sich bringen, so dringend dies auch nötig wäre! Werdegang mit Zug nach rechts. Zwischen 2008-2011 verkörperte Rechsteiner die reformistische Hoffnung auf eine linke Perspektive gegen die Krise. Rechsteiner hatte einen grossen Einfluss auf die Einführung der Flankierenden Massnahmen (FlaM), eine wichtige, wenn auch ungenügende Errungenschaft. 2008 kritisierte er die UBS-Rettung per Notrecht - von einem juristischen Standpunkt aus. 2011 gewann er die Wahl in den Ständerat gegen SVP-Präsident Toni Brunner. Während seiner Amtszeit lancierte der SGB zwei Mindestlohninitiativen sowie die „AHV- plus“- Initiative. Keine wurde angenommen. Doch das Scheitern lag jedes Mal weit vor dem Urnengang. Keine der Kampagnen wurde genutzt, um die Gewerkschaften in den Betrieben zu verankern. Seine Taktik für AHV-plus, mit der Initiative Druck auf den Bundesrat zu machen für eine bessere Rentenreform, schlug fehl. Rechsteiner erstickte den Enthusiasmus, der während der Sammelphase aufkam, gleich selbst wieder. Er wendete sich pessimistisch von der Basis ab und suchte einen Minimalkompromiss mit der (…). 
Der Funke, Nr. 76, Dezember 2018.
Funke, Der > SGB. Programm. Der Funke, 2018-12-01.
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30.11.2018 Schweiz
AHV
Personen
SGB
Thomas Zimmermann
AHV-Revision
Volltext
SGB-Initiativprojekt: Es braucht eine 13. AHV-Rente. Die Altersvorsorge hat ein Problem: Die Pensionskassenrenten sinken, während die Beiträge steigen. Wer heute und morgen pensioniert wird, erhält weniger von seiner Pensionskasse als die Jahrgänge davor. Der beste und finanziell vernünftigste Weg, für ein anständiges Rentenniveau zu sorgen, ist eine Erhöhung der AHV-Renten. Besonders wichtig ist das für die Frauen, die bei der Rente schlechter gestellt sind. Deshalb haben die SGB-Delegierten am 56. SGB-Kongress die SGB-Organe beauftragt, eine Volksinitiative für eine 13. AHV-Rente zu planen. Der Rentenanspruch in der zweiten Säule sinkt von Jahr zu Jahr, obwohl die Schweiz immer reicher wird und obwohl die Berufstätigen immer höhere Beiträge in ihre Pensionskasse einzahlen. Grund sind die tiefen Zinsen und die Profite der Banken und Versicherungen aus der zweiten Säule. Die AHV-Renten hingegen steigen, weil sie an die Teuerung und teilweise an die Lohnentwicklung angepasst werden. Das ist positiv. Aber sie hinken dennoch den Löhnen hinterher. Zudem fressen die Krankenkassenprämien einen immer grösseren Teil der Rente auf. Immer mehr AHV-RentnerInnen sind deshalb auf Ergänzungsleistungen angewiesen. Angesichts sinkender Pensionskassenrenten bei steigenden Lebenshaltungskosten entfernt sich die Schweiz immer mehr vom Verfassungsziel, wonach Pensionskassen und AHV zusammen „die Fortsetzung der gewohnten Lebenshaltung in angemessener Weise“ ermöglichen sollen. Ein anständiges Rentenniveau können wir in der heutigen Situation nur über eine Stärkung (…). Thomas Zimmermann.
SGB, 30.11.2018.
Personen > Zimmermann Thomas. AHV. Revision. SGB, 2018-11-30.
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30.11.2018 Schweiz
Personen
SGB
Work
Elisabeth Soucek
Anne-Sophie Zbinden
Biografien
SGB
Volltext
Der letzte Kongress. Seit 37 Jahren arbeitet Elisabeth Soucek als Assistentin für die Gewerkschaften. Bereits zum vierten Mal hat sie den SGB-Kongress organisiert. Doch dieses Mal ist alles etwas anders. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Begonnen haben sie schon vor einem Jahr. Aber jetzt, so seit ungefähr drei Wochen, lebe sie eigentlich nur noch für den Kongress, träume auch schon davon, sagt Elisabeth Soucek, Leiterin Assistenz beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB). Am Kongress, der alle vier Jahre stattfindet, bestimmen die 16 Verbände die grossen Linien des SGB und wählen das Präsidium. Für Soucek ist es bereits das vierte Mal, dass sie diese administrative Meisterleistung bewältigt: den geeigneten Termin und die Lokalität für 350 Leute findet, Einladungen verschickt, den Kongressordner in drei Sprachen zusammenstellt, die Sitzordnung bestimmt, die Helfer und Helferinnen instruiert, die Spezialgäste betreut und im ganzen Tohuwabohu die Übersicht nicht verliert. Soucek sagt: „Ich mag diese Hektik vor dem Kongress.“ Und hektisch bleibt es, auch wenn der Ablauf der Kongresse immer gleich ist. „Meine Liste, die ich mir für den ersten Kongress gemacht habe, könnte ich auch heute noch verwenden, da wurde nichts verändert.“ So ist sie beispielsweise per Statuten gezwungen, die Kongressunterlagen noch immer mit der Post zu versenden, kiloweise Papier. „Das hätte ich gerne noch geändert!“ Aber das geht nun leider nicht mehr. Denn dieser Kongress ist in vielerlei Hinsicht einzigartig: Nach 20 Jahren wird ein neuer Präsident oder eine Präsidentin gewählt. Es ist die erste Kampfwahl seit (...(. Anne-Sophie Zbinden.
Work online, 30.11.2018.
Personen > Zbinden Anne-Sophie. Elisabeth Soucek. SGB-Sekretariat. Work online, 2018-11-30.
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30.11.2018 Schweiz
Personen
SGB
WOZ
Pierre-Yves Maillard
Kaspar Surber
Präsident
SGB
Volltext
Der „Macher“ setzt sich durch. Der Gewerkschaftsbund ruft zum Frauenstreik auf und wählt doch einen Mann zum neuen Präsidenten. Ohne Quoten geht es auch in der Linken nicht vorwärts mit der Gleichberechtigung. Sieben Minuten hat Pierre-Yves Maillard Zeit, um im Berner Kursaal für sich zu werben. Es hört sich an wie eine Verteidigungsrede. Es gehe heute nicht um die Wahl zwischen einem Mann und einer Frau, sagt Maillard. Zuerst seien sie hier alle Gewerkschafter: „Wir kämpfen gegen jede Ungerechtigkeit, ob wir selbst davon betroffen sind oder nicht!“ Nach sieben Minuten wird Maillard - er ist gerade daran zu erklären, dass er trotz seines Spitznamens kein „Bulldozer“ sei - von einer Delegierten unterbrochen, seine Redezeit sei um. Maillard ignoriert den Zwischenruf, fährt fort: Ganz der Bulldozer halt. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) wählt an diesem Samstag eine neue Spitze. Verbände und Parteien in der Schweiz bestimmen ihre PräsidentInnen häufig nach internen Ausmarchungen per Akklamation. Dass es beim SGB zu einer demokratischen Wahl kommt, zeigt alleweil die Lebendigkeit der Gewerkschaftsbewegung. Immer diese Zuschreibungen. Maillard, SP-Regierungsrat in der Waadt, ist als Favorit ins Rennen gestartet, er wurde von der mächtigen Einzelgewerkschaft Unia nominiert. Doch der Druck ist hoch, dass eine Frau den SGB präsidieren sollte. Vor Maillard hat Barbara Gysi gesprochen, SP-Nationalrätin aus St. Gallen, Kandidatin des kleineren VPOD. In den letzten Wochen (…). Kaspar Surber.
WOZ, 30.11.2018.
Personen > Surber Kaspar. SGB. Präsidium. WOZ, 2018-11-30.
Ganzer Text
29.11.2018 Schweiz
Personen
SGB
WOZ
Martin Germann
Sarah Schmalz
Präsidium
SGB
Volltext
Der Mann als lieb gewonnene Gewohnheit. Pierre-Yves Maillard galt von Anfang an als Favorit für das Präsidium des Gewerkschaftsbunds. Viele Gewerkschafterinnen sind wütend darüber. Wenn am Samstag die 237 Kongressdelegierten des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds (SGB) die Nachfolge von Paul Rechsteiner bestimmen, steht das Resultat arithmetisch bereits fest. Das zumindest hat die Unia-Zeitung „Work“ im Wahlkampf berechnet. Die Rechnung ist einfach: Neben der zahlenmässig grössten Gewerkschaft Unia sprechen sich offiziell auch die Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV) und die Syndicom für Pierre-Yves Maillard aus. Die drei Gewerkschaften stellen zusammen 125 der 237 Delegierten und damit die Mehrheit. Barbara Gysi sei also chancenlos. Widerstand an der Basis. Das Fazit der Unia-Zeitung steht symptomatisch für einen Wahlkampf, bei dem der Sieger schon vor der Debatte gekürt war. Support erhielt der wirkungsstarke Waadtländer SP-Staatsrat Pierre-Yves Maillard nicht nur von drei der mächtigsten Gewerkschaften, auch die Presse schrieb ihn zum Favoriten hoch. Ausser Acht gelassen wurden dabei zwei Tatsachen: Erstens präsentiert sich die Ausgangslage weitaus komplexer, als sie im Vorfeld herbeigeschrieben wurde. Denn am Kongress entscheiden nicht die Zentralvorstände der Gewerkschaften, sondern die Delegierten, und das in einer geheimen Wahl, bei der sich sicher nicht alle an die Empfehlung ihrer Gewerkschaft halten werden. (…). Martin Germann, Sarah Schmalz.
WOZ, 29.11.2018.
Personen > Germann Martin. SGB. Praesidium. WOZ, 2018-11-29.
Ganzer Text
29.11.2018 Schweiz
Personen
SGB
Luca Cirigliano
Gratisarbeit
Stress
Volltext
Gratisarbeit und Burnout wird das Volk ablehnen. Ende der Vernehmlassung zur Revision des Arbeitsgesetzes: Kritik der Allianz gegen Stress und Gratisarbeit. Dem Arbeitnehmerschutz in der Schweiz steht ein schwerer Angriff bevor: Die Regeln zu Höchstarbeitszeiten und Arbeitszeiterfassung sollen sich für bis zu 1,4 Millionen Angestellte ändern. So werden Gratisarbeit und Burnout Tür und Tor geöffnet. Falls das Parlament dieser Demontage des Arbeitsgesetzes zustimmt, droht ein breit abgestütztes Referendum. Am kommenden Dienstag endet die Vernehmlassung zur Revision des Arbeitsgesetzes (ArG). Ziel ist es, dass so genannte Fachspezialisten und Kader nicht mehr unter die Bestimmungen zu den Arbeitszeiten fallen. Damit würde für bis zu 40 Prozent der Arbeitnehmenden der Schutz vor Gratisarbeit und Burnout abgeschafft. Grund für die grosse Zahl Betroffener sind die vagen Umschreibungen. Fachspezialisten mit „wesentlichen Entscheidungsbefugnissen“ und „einer grossen Autonomie“ sowie „Kader“ sind keine juristischen Kategorien. Deshalb wird der Arbeitgeber grossen Spielraum haben, um die Stellenprofile nach seinen Bedürfnissen festzulegen. Hinzu kommt ein Vollzugsproblem: Ohne Arbeitszeiterfassung können die Arbeitsinspektorinnen und -inspektoren nicht mehr prüfen, ob gesetzliche Vorgaben zu Nachtruhe, Sonntagsarbeitsverbot und Pausen eingehalten werden. Und den Arbeitnehmenden fehlt die Möglichkeit, Verstösse zu belegen. Besonders gefährdet wäre ihre Gesundheit durch die Streichung der wöchentlichen Höchstarbeitszeit und der maximalen täglichen Überzeitarbeit sowie durch die (…). Luca Cirigliano.
SGB, 29.11.2018.
Personen > Cirigliano Luca. Gratisarbeit. SGB, 2018-11-29.
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29.11.2018 Schweiz
Personen
SGB
WOZ
Martin Germann
Paul Rechsteiner
Sarah Schmalz
Interview
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„Die Frauen sind heute die dynamischsten Kräfte in der Gewerkschaft“. Der St. Galler Ständerat Paul Rechsteiner war zwanzig Jahre lang Präsident des Gewerkschaftsbunds, nun tritt er ab. Ein Gespräch über Sachlichkeit, patriarchale Strukturen und die Zukunft der Gewerkschaftsbewegung. WOZ: Herr Rechsteiner, SVP-Nationalrat Luzi Stamm hat einmal über Sie gesagt, Sie seien ein gefährlicher Mann. Er sagte auch: „Er weiss immer mehr als alle anderen. Gleichzeitig nimmt er dauernd unbegreiflich linke Positionen ein.“ Damit hat er Sie doch ziemlich gut getroffen? Paul Rechsteiner: Hm, lassen wir das mal so stehen. Sie verdrehen die Augen. Dass Sie immer lieber über die Sache reden als über sich selbst, hat Ihnen auch schon den Vorwurf der Humorlosigkeit eingebracht. Wie humorvoll ich bin, ist sicher vom Thema abhängig. Meine Aufgaben erfordern den nötigen Ernst und auch ein gewisses Beharrungsvermögen. Das gilt gerade für die grossen Themen. Da braucht es auch die Fähigkeit, mit Rückschlägen umzugehen. Sie stammen aus einem konservativen, katholisch geprägten Milieu. In den achtziger Jahren kämpften Sie in St. Gallen als junger Anwalt und Politiker für die Rehabilitierung des Polizeihauptmanns Paul Grüninger. Wie wichtig war dieser Kampf für Sie? Er war schon sehr prägend. Ich war früh in Bewegungen engagiert, für die Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit die zentralen Forderungen waren. St. Gallen war zu dieser Zeit ein Spezialfall. Es herrschte lange Zeit ein zweifelhafter Umgang mit der eigenen Geschichte. Deshalb war es dringend nötig, die herrschenden Machtverhältnisse zu (…). Martin Germann, Sarah Schmalz.
WOZ, 29.11.2018.
Personen > Rechsteiner Paul. Interview. WOZ 2018-11-29.
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29.11.2018 Schweiz
SGB
VPOD Schweiz

Gratisarbeit
Stress
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Gratisarbeit und Burnout wird das Volk ablehnen. Dem Arbeitnehmerschutz in der Schweiz steht ein schwerer Angriff bevor: Die Regeln zu Höchstarbeitszeiten und Arbeitszeiterfassung sollen sich für bis zu 1,4 Millionen Angestellte ändern. So werden Gratisarbeit und Burnout Tür und Tor geöffnet. Falls das Parlament der Revision des Arbeitsgesetzes zustimmt, droht ein gewerkschaftlich breit abgestütztes Referendum. Am kommenden Dienstag endet die Vernehmlassung zur Revision des Arbeitsgesetzes (ArG). Ziel ist es, dass so genannte Fachspezialisten und Kader nicht mehr unter die Bestimmungen zu den Arbeitszeiten fallen. Damit würde für bis zu 40 Prozent der Arbeitnehmenden der Schutz vor Gratisarbeit und Burnout abgeschafft. Grund für die grosse Zahl Betroffener sind die vagen Umschreibungen. Fachspezialisten mit „wesentlichen Entscheidungsbefugnissen“ und „einer grossen Autonomie“ sowie „Kader“ sind keine juristischen Kategorien. Deshalb wird der Arbeitgeber grossen Spielraum haben, um die Stellenprofile nach seinen Bedürfnissen festzulegen. Hinzu kommt ein Vollzugsproblem: Ohne Arbeitszeiterfassung können die Arbeitsinspektorinnen und -inspektoren nicht mehr prüfen, ob gesetzliche Vorgaben zu Nachtruhe, Sonntagsarbeitsverbot und Pausen eingehalten werden. Und den Arbeitnehmenden fehlt die Möglichkeit, Verstösse zu belegen. Besonders gefährdet wäre ihre Gesundheit durch die Streichung der wöchentlichen Höchstarbeitszeit und der maximalen täglichen Überzeitarbeit sowie durch die Aufhebung des Sonntagsarbeitsverbots. Diese „Flexibilisierungen“ im Sinne der (…).
VPOD Schweiz, 29.11.2018.
VPOD Schweiz > Gratisarbeit. Arbeitsgesetz. VPOD Schweiz, 2018-11-29.
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26.11.2018 Schweiz
Nationalrat
Personen
SGB
Reto Wyss
Franchisen
Krankenversicherungen
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Belastung der Versicherten: Nationalrat kennt keine Grenzen. SGB kritisiert Beschluss zur automatischen Anpassung der Franchisen. Die rechtsbürgerliche Mehrheit des Nationalrats spricht sich für eine Vorlage zur Anpassung der Franchisen an die Entwicklung der Gesundheitskosten aus. Damit zeigen SVP, FDP & Co. einmal mehr, dass sie den Kompass für die Anliegen der Bevölkerung komplett verloren haben. Die Finanzierung der Krankenversicherung findet sich seit Jahren in den obersten Rängen sämtlicher Sorgenbarometer. Dies erstaunt nicht, gibt es doch heute in vielen Kantonen Haushalte, die 20 Prozent oder mehr ihres verfügbaren Einkommens für Prämienzahlungen aufwenden müssen. Die direkte Kostenbeteiligung (Franchise, Selbstbehalt etc.) kommt da noch hinzu. Sie ist in kaum einem OECD-Land höher als in der Schweiz! Die alltägliche Realität der Versicherten wäre also Grund genug für das Parlament, sich endlich und intensiv mit Modellen der sozialen Finanzierung der Grundversicherung auseinanderzusetzen. Doch mit dem Durchwinken der von der Versicherungslobby geforderten stetigen Erhöhung der Franchisen geschieht genau das Gegenteil. Der Ball liegt nun beim Ständerat. Er muss dieser Vorlage eine wuchtige Abfuhr erteilen. Alles andere wäre ein Hohn für die Versicherten – insbesondere für alte und chronisch kranke PatientInnen.
Reto Wyss.
SGB, 26.11.2018.
Personen > Wyss Reto. Krankenversicherungen. Franchisen. SGB, 2018-11-26.
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25.11.2018 Schweiz
Abstimmungen Schweiz
Personen
SGB
SVP
Thomas Zimmermann
Abstimmung
Selbstbestimmungs-Initiative
Volltext
Guter Tag für die Menschenrechte und die Schweizer Demokratie. SGB-Kommentar zu den eidg. Abstimmungen. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) ist erleichtert über das sehr deutliche Nein zur sogenannten „Selbstbestimmungs“-Initiative. Denn eine Annahme hätte die Schweizer Gerichte geschwächt und die Durchsetzung der Menschenrechte erschwert. Das hätte insbesondere den Arbeitnehmenden geschadet. Eine Reihe Grundrechte der Arbeitnehmenden wäre früher oder später in Frage gestellt worden. Das Nein ist damit eine deutliche Absage an eine Abschottungspolitik, die dem Lohnschutz und dem Schutz der Arbeitnehmenden schadet. Enttäuscht nimmt der SGB vom Ja zum Observationsartikel Kenntnis. Damit werden die Bezügerinnen und Bezüger von Sozialleistungen unter Generalverdacht gestellt und private Versicherungskonzerne erhalten sehr weitgehende Kompetenzen zur Missbrauchsbekämpfung. Es ist nun am Bundesrat dafür zu sorgen, dass die Privatsphäre der Versicherten gewahrt wird und die Versicherungsspione – wie versprochen – nicht bis in die Wohnung hinein observieren. Der SGB erwartet zudem von der SUVA, dass sie nun eine Vorbild- und Führungsfunktion übernimmt, damit das Gesetz nicht zum Schaden der Arbeitnehmenden umgesetzt wird. Erfreut ist der SGB auch über die Ablehnung der Revision des Ladenöffnungszeitengesetzes im Kanton Basel-Stadt. (…).
Thomas Zimmermann.
SGB, 25.11.2018.
Personen > Zimmermann Thomas. Selbstbestimmungs-Initiative. Abstimmung. SGB, 2018-11-25.
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25.11.2018 BE Kanton
Abstimmung
SGB
Steuern

Abstimmung
Steuersenkungen
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Schuss vor den Bug für die Steuerabbauer. SGB-Kommentar zu der kantonalen Abstimmung in Bern. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) ist sehr erfreut über die Ablehnung des bernischen Steuergesetzes. Es ist ein Schuss vor den Bug für alle Steuerabbauer in den Kantonen, die zurzeit starke Senkungen der Unternehmenssteuern planen.
Der SGB erwartet, dass Steuervorlagen in den Kantonen dem Beispiel des Bundes folgen. Bei der Steuervorlage des Bundes hat das Parlament nämlich die Lehren aus der abgelehnten Unternehmenssteuerreform III gezogen: Die Aktionäre zahlen mehr Steuern. Und die Normalverdienenden profitieren, weil insbesondere die Firmen und die hohen Einkommen mehr AHV-Beiträge zahlen müssen. Der SGB wird auch in anderen Kantonen seine kantonalen Bünde unterstützen, Steuersenkungspakete auf Kosten der Bevölkerung zu versenken.
Thomas Zimmermann.
SGB, 25.11.2018.
SGB > Steuern. Steuersenkungen. Abstimmung. SGB, 2018-11-25.
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20.11.2018 Schweiz
Personen
Regierung Schweiz
SGB
Paul Rechsteiner
Lohndumping
Regierung Schweiz
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Aussenminister Cassis ist ein Risiko für die Schweiz. SGB-Präsident Paul Rechsteiner: „Lohnschutz ist kein Hindernis, sondern die Voraussetzung für die Fortsetzung des bilateralen Wegs.“ Seit Tagen erleben wir jetzt wieder einen Aussenminister Cassis, der Mal um Mal zur Preisgabe des schweizerischen Lohnschutzes gegenüber der EU-Kommission auffordert. Besonders extrem in einem Interview in der „Republik“. Hier sind dem freisinnigen Bundesrat offensichtlich alle Sicherungen durchgebrannt. Erinnern wir uns: Fünf Jahre lang, seit die Verhandlungen über ein Rahmenabkommen mit der EU begannen, hat die Schweiz den Schutz der Löhne als rote Linie definiert. Mitte Juni dieses Jahres begann Aussenminister Cassis mit seinen Attacken gegen den schweizerischen Lohnschutz. Im Verbund mit Chefunterhändler Balzaretti und Wirtschaftsminister Schneider-Ammann. Und immer wieder liefen sie mit ihren Attacken auf. Der schweizerische Lohnschutz ist nicht verhandelbar. Wo sie Gelegenheit dazu haben, behaupten die freisinnigen Bundesräte und ihre politischen Adlaten nichtsdestotrotz, der Lohnschutz der EU sei mit dem schweizerischen vergleichbar. Wenn der EU-Lohnschutz tatsächlich gleich gut wäre wie derjenige der Schweiz: Weshalb wollen sie dann wesentliche Teile unseres erfolgreichen Schutzsystems herunterfahren, mit dem erklärten Zweck, den Marktzugang für EU-Firmen zu erleichtern? Auf diese einfache Frage haben die Lohnschutz-Ausverkäufer keine Antwort. Wer dennoch entgegen (…).  Paul Rechsteiner.
SGB, 20.11.2018.
Personen > Rechsteiner Paul. Lohnschutz. Ignazio Cassis. SGB, 2018-11-20.
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