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15.03.2019 Schweiz
Frauen
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Frauenstreik
Volltext
Der Frauenstreik ist lanciert. Schon der Start war ein Riesenfest! Rund 500 Frauen aus der ganzen Schweiz haben in Biel gemeinsam Schwung geholt. Für den Frauenstreik am 14. Juni. Sturmtief Eberhard fetzt ums Bieler Volkshaus, La Rotonde, der rote, runde Bau aus den 1930er Jahren, Sinnbild der Arbeiterinnen- und Arbeiterstadt. Regen peitscht gegen Scheiben. Doch drinnen im Saal mit den hohen, schmalen Fenstern ist es heiss. Über 500 Frauen sitzen, stehen, gehen und applaudieren. Oder buhen. Klopfen Beifall mit den Füssen. Eine trägt eine pinkige Perücke, eine andere ein lila Traineroberteil. Unia-Frauen tragen lila Zylinder und halten poppige Plakate in die Höhe: „Mehr Lohn, mehr Zeit, mehr Respekt!“ Und zwei mit Frauenzeichen auf den Wangen lachen breit. Alle sind sie gekommen, den Frauen-streik zu lancieren. Und zu hören, wo, wer, was schon plant. An der roten Balustrade prangt das violette Transparent: „14. Juni 2019, Frauen*streik“. Auftritt der Sprecherin des Frauenstreikkollektivs Freiburg: „Bei uns müssen wir zahlen, wenn wir demons-trieren wollen“, sagt sie ins Mikrophon. Der Saal buht. Die Frau fährt fort: „Am Frauentag am 8. März gingen wir dann halt auf einem Platz immer im Kreis und demonstrierten so. Wir übten schon für den Frauenstreik.“ Der Saal klatscht. Auftritt des Streikkollektivs der Uni Bern. Sie hatten am 8. März die WC-Türen mit Zahlen zur körperlichen und strukturellen Gewalt gegen Frauen vollgeklebt: „Schliesslich stirbt in der Schweiz alle zwei Wochen eine (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 15.3.2019.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Frauenstreik. Koordination. Work online, 2019-03-15.
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15.03.2019 Schweiz
Frauen
Work

Frauenstreik
Manifest
Volltext
Appell für den Frauen*streik am 14. 6. 2019. Angenommen von der nationalen Streikversammlung in Biel am 10. März 2019. Wir, Frauen, Lesben, Inter, Non-binary und Transpersonen (FLINT), mit oder ohne Partner*in alleinstehende Frauen*, Frauen* in einer Partnerschaft, in der Gemeinschaft, mit oder ohne Kinder, mit oder ohne Arbeit, unabhängig von der Art der Arbeit, gesund oder krank, mit oder ohne Beeinträchtigung, hetero, ob jung, erwachsen oder alt, hier oder in einem anderen Land geboren, unterschiedlicher Kultur und Herkunft, wir alle rufen auf zum Frauen*streik am 14. Juni 2019. Wir wollen die tatsächliche Gleichstellung und selbst über unser Leben bestimmen. Deshalb werden wir am 14. Juni 2019 streiken! Wir sind es, die für die Hausarbeit, die Erziehungsarbeit und die Pflege zu Hause sorgen, ohne die unsere Gesellschaft und Wirtschaft nicht funktionieren könnten. Wir sind es, die sich um das Wohlergehen der Kinder und der betagten Eltern kümmern und sorgen. Aber es fehlt uns an Geld und an Zeit. Wir wollen gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit. Wir wollen eine Aufwertung der «Frauenberufe» und ihre angemessene Entlöhnung. Wir wollen Sozialversicherungen, die unsere Existenz sichern. Wir wollen Renten, die uns ein Leben in Würde ermöglichen, ohne dass unser Rentenalter erhöht wird. Wir wollen Arbeitsbedingungen, die uns die echte Gleichstellung in der bezahlten und unbezahlten Arbeit garantieren. Wir fordern eine Wirtschaftspolitik, die bezahlte und unbezahlte Carearbeit ins Zentrum stellt und diese finanziert. Wir wollen die Anerkennung und gerechte Verteilung der Haus- und Sorgearbeit, ihre ökonomische Aufwertung (…).
Work online, 2019-03-15.
Work online > Frauenstreik. Manifest. Work online, 2019-03-15.
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15.03.2019 Schweiz
Frauen
Personen
Marie-Josée Kuhn
Frauenstreik
Volltext
Endlich Aufbruch! Die mageren politischen Jahrzehnte sind endlich vorbei: Die Klimajugend wagt den Aufstand. Weltweit. Weil es keinen Planeten B gibt. Weltweit protestieren und streiken auch die Frauen. Für mehr Lohn, mehr Zeit und für Respekt. Plötzlich ist wieder Bewegung in der Welt, Power und Hoffnung. Plötzlich wollen wieder Hunderttausende die Welt verändern. Halten eine bessere Welt für möglich: eine frauenfreundlichere, gerechtere, ökologischere und friedlichere Welt. Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit, existenzsichernde Renten, eine gerechte Verteilung von Haus- und Sorgearbeit, eine CO2-neutrale Schweiz bis 2030 und dass „man die Hauptverantwortlichen für den Klimawandel, die Grosskonzerne und die Banken, zur Rechenschaft zieht“. Schliesslich finanzieren diese Millionen von Tonnen Treibhausgasemissionen. Plötzlich steht wieder die Frage nach einem Systemwandel im Zentrum. Plötzlich ist wieder Hoffnung in der Welt. Systemfrage. „Ändern wir nicht die Frauen, ändern wir die Welt“, das war der Frauenstreikruf der Isländerinnen. „System change not climate change“, skandieren jetzt die Klimajugendlichen. Am 10. März lancierten über 500 Frauen im Volkshaus Biel den Frauenstreik vom 14. Juni 2019. Und diskutierten ein Manifest. Da ging eine Frau ans Mikrophon und fragte: „Warum heisst es unter Punkt 7 ‹in einem problematischen System›? Warum schreiben wir nicht im ‚kapitalistisch-patriarchalen System‘?“ Sie erntete Zustimmung und Applaus. Ja, plötzlich ist es wieder erwünscht, die Probleme beim Namen zu nennen. (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 15.3.2019.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Frauenstreik. Work online, 2019-03-15.1.
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10.03.2019 Biel
Frauen
Unia Schweiz

Frauenstreik
Organisation
Volltext
Die Berner Delegation am nationalen Treffen zur Streikkoordination. Über 500 Frauen treffen sich zur Frauen*streik-Vorbereitung. Mehr als 500 Frauen, darunter viele Unia-Aktivistinnen, haben sich in Biel zur nationalen Frauen*streik-Koordination getroffen. In einem gemeinsamen Appell fordern sie mehr Lohn, angemessene Renten, die Aufwertung der Frauenarbeit und eine Verkürzung der Arbeitszeiten. Am 22. September 2018 gingen 20'000 Menschen für gleichen Lohn und gegen Diskriminierung auf die Strasse. Seither ist die nationale Mobilisierung zum Frauen*streik in der ganzen Schweiz ungebremst – dies wurde am ersten nationalen Treffen besonders sichtbar. Auch die Unia-Frauen sind mit von der Partie: Sie sind aktiv in den regionalen Komitees und präsent in den Betrieben. Sie werden am 14. Juni in der ganzen Schweiz am Frauen*streik und -aktionstag teilnehmen und sich gemeinsam mit anderen Frauen für Respekt, mehr Lohn und mehr Zeit einsetzen!
Unia Schweiz, 10.3.2019.
Unia Schweiz > Frauenstreik. Koordination. Unia Schweiz, 2019-03-10.
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08.03.2019 Schweiz
Frauen
Personen
Regula Bühlmann
Frauentag
Volltext
Lohn. Zeit. Respekt. Frauen*streik 2019! Internationaler Frauentag im Zeichen des Frauen*streiks. Der heutige internationale Frauentag steht ganz im Zeichen des Frauen*streiks vom 14. Juni. In der ganzen Schweiz wird dafür an Veranstaltungen und in den Betrieben mobilisiert. Pünktlich zum 8. März hat der SGB auch seine Kampagnenwebsite zum Frauen*streik aufgeschaltet. Unter www.14juni.ch, www.14juin.ch und demnächst auch unter www.14giugno.ch finden sich Informationen zum Streik, Visuals zum Herunterladen, hilfreiche Kontakte und Materialien für die Mobilisierung zu einem erfolgreichen Streik. Dass die Frauen 28 Jahre nach dem ersten Frauenstreik von 1991 wieder streiken werden, hat gute Gründe. Zwar steht seit 1981 in der Verfassung: „Mann und Frau sind gleichberechtigt. Das Gesetz sorgt für ihre rechtliche und tatsächliche Gleichstellung, vor allem in Familie, Ausbildung und Arbeit. Mann und Frau haben Anspruch auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit." Doch auch fast 40 Jahre später verdienen Frauen immer noch rund einen Fünftel weniger als Männer. Trotzdem hat die bürgerliche Mehrheit im Parlament die Revision des Gleichstellungsgesetzes fast bis zur Unkenntlichkeit verwässert. Dieser Krebsgang in Sachen Lohngleichheit, der Streit um die Erhöhung des Frauenrentenalters und der Sexismus im Alltag schüren den Unmut vieler Frauen. Im Januar 2018 überwies der SGB-Frauenkongress einen Antrag, den Frauen*streik zu unterstützen und aktiv teilzunehmen. (…). Regula Bühlmann.
SGB, 8.3.2019.
Personen > Buehlmann Regula. Frauentag. SGB, 2019-03-08.
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08.03.2019 Schweiz
Frauen
Syndicom

Frauentag
Volltext
Internationaler Frauentag bildet den Auftakt zum Frauen*streik und Aktionstag vom 14. Juni 2019. Syndicom macht heute, am 8. März, dem Internationalen Frauentag den Auftakt zum Frauen*streik vom 14. Juni. Im Kino Rex in Bern werden Filmausschnitte vom Frauenstreik 1991 gezeigt, anschliessend findet eine Aktion bei der Bundesterrasse statt. Mit einem Kinoanlass im Kino Rex um 12 Uhr starten die Gewerkschaften die Aktivitäten zum Frauen*streik. Es werden Filmausschnitte der Gewerkschaften zum ersten Frauenstreik von 1991 gezeigt und kurze Redebeiträge erfolgen. Anschliessend wird mit einem gemeinsamen Marsch zum Bundeshaus der Frauen*streik-Auftakt in den öffentlichen Raum getragen. Bei der Bundesterrasse werden Kurzreden stttfinden, wo auch Patrizia Mordini, Leiterin Gleichstellung von Syndicom, sprechen wird. Syndicom will mehr Lohn, mehr Zeit und mehr Respekt! Der Karriereverlauf von Frauen ist anders. Frauen arbeiten eher in tieferen Pensen. Sie übernehmen die Hauptverantwortung bei der Kinderbetreuung und im Haushalt. Später kümmern sie sich um die Pflege der Angehörigen. Insgesamt übernehmen Frauen 2/3 der unbezahlten Arbeit. Damit Frauen die gleichen Karrierechancen haben, müssen die Rahmenbedingungen gegeben sein. Dazu braucht es Kinderbetreuungsangebote mit finanzieller Unterstützung, Teilzeit und Job-Sharing in Führungspositionen sowie gute Absenzenregelungen bei Betreuungsaufgaben. Gerade die Digitalisierung bietet hier Chancen. Faire Löhne und (…).
Syndicom, 8.3.2019.
Syndicom > Frauentag 2019. Syndicom, 2019-03-08.
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08.03.2019 Schweiz
Frauen
Unia Schweiz

Frauentag
Volltext
Internationaler Frauentag 8. März. Frauen*streik: jetzt geht’s los! Der heutige Frauentag ist ein starker Auftakt für den Frauen*streik- und Aktionstag vom kommenden 14. Juni. In allen Regionen der Schweiz beteiligen sich Frauen an Aktionen und Kundgebungen. Auch die Unia ist in der ganzen Schweiz in Betrieben und auf der Strasse für den Frauen*streik präsent. Auf frau-streikt.ch können Frauen und solidarische Männer ab heute den Frauen*streik unterstützen. Die Mobilisierungsdynamik unter den Frauen ist gross: Im Rahmen des heutigen Frauentages beteiligen sich hunderte Frauen in der ganzen Schweiz an Aktionen und Kundgebungen. Die Unia ist in Verkaufsläden und anderen Betrieben sowie und auf der Strasse präsent und informiert über den Frauen*streik und -aktionstag vom kommenden Juni. Respekt – mehr Lohn – mehr Zeit! Der 8. März als Gradmesser zeigt: Die Frauen haben genug – oder eben gerade nicht. Die Lohndiskriminierung ist nach wie vor gross, die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben ist ein Hürdenlauf und weltweit stehen Frauenrechte durch reaktionäre Politiker unter Druck. Das macht Frauen in der Schweiz zu Recht wütend. Sie sind bereit, für Respekt, mehr Lohn und mehr Zeit zu kämpfen! Frauen*streik online unterstützen. Auf der Unia-Kampagnenseite frau-streikt.ch haben Frauen und solidarische Männer die Möglichkeit, mit einem Foto und Testimonial den Frauen*streik zu unterstützen. Ziel ist es, die Vielfalt und Breite der Bewegung sowie Forderungen sichtbar zu machen. Gerade im Jahr (…).
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 8.3.2019.
Unia Schweiz > Frauentag. Unia Schweiz, 2019-03-08.
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01.03.2019 Schweiz
Frauen
VPOD-Magazin

Frauenstreik
Lohngleichheit
Volltext
Die fehlenden Fortschritte bei der Lohngleichheit sind ein Grund für den Frauenstreik. Der grosse Unterschied. Von wegen „kleiner Unterschied“: Die Differenz zwischen Männerlöhnen und Frauenlöhnen will nicht weggehen. Unter anderem darum rufen die Gewerkschaften mit vielen weiteren Organisationen für den 14. Juni zum Frauenstreik (oder: „Frauen=streik“) auf. Die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern halten sich hartnäckig. Dass Frauen, die die Männer bezüglich Bildung inzwischen überholt haben, immer noch rund einen Fünftel weniger verdienen als diese, ist skandalös. Es braucht dringend griffige Massnahmen gegen die Diskriminierung der Frauen im Erwerbsleben. Dafür wird auch am 14. Juni gekämpft. 2016 haben Frauen im privaten Sektor gemäss der soeben veröffentlichten Lohnstrukturerhebung 19,6 Prozent weniger verdient als Männer. Auch der „erklärbare“ Unterschied ist inakzeptabel: Frauen sind im Tieflohnbereich übervertreten, sie wählen Teilzeitjobs und prekäre Beschäftigungen, um Zeit für unbezahlte Care-Arbeit zu haben - während Männer die Lohnleiter hochklettern. Nötig sind darum unter anderem existenzsichernde Mindestlöhne, eine generelle Verkürzung der Lebens-, Jahres- und Wochenarbeitszeit sowie Investitionen in den Service public - damit die unbezahlte Arbeit nicht mehr grösstenteils auf den Frauen lastet. Ankommen im 21. Jahrhundert. (…). SGB.
VPOD-Magazin, 1.3.2019.
VPOD-Magazin > Frauenstreik. Lohngleichheit. VPOD-Magazin, 2019-03-01.
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01.03.2019 Schweiz
Frauen
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Frauenstreik
Volltext
Lila Lauffeuer. Danke, Donald Trump: Seit es ihn gibt im Weissen Haus, gibt es auch eine neue Frauenbewegung. Und sie verbreitet sich wie ein lila Lauffeuer. Nicht mit uns, sagen die Polinnen zu ihrer katholisch-konservativen Rechtsregierung und deren Plänen für ein Abtreibungsverbot. Und die Spanierinnen rufen: „Schluss mit diesem Machismo!“ Letztes Jahr, am grossen Frauenstreik, waren sie sechs Millionen. Und sie wollen es schon wieder tun: Am 8. März, am internationalen Frauentag, soll alles ruhen, zu Hause, am Arbeitsplatz und in der Schule. „Das ist ein echter Generalstreik“, sagt Mitorganisatorin Chelo Hernández. Sie ist streikerprobt und wild entschlossen. Doch nicht nur sie: Von Rio bis nach Kerala brechen die Frauendemos nicht ab. „Jetzt müssen wir einfach“, sagt Alexandrina Farinha. Die Wahlgenferin ist aktiv im Genfer Streikkomitee für den Frauenstreik am 14. Juni. Weil es nicht nur nicht vorwärtsgehe mit der Gleichstellung, sondern neuerdings wieder zurück. Frauentag ist Frauenstreik. Alle drei Tage. Das Rad darf nicht zurückdrehen. Das sagt auch Carla Quinto. Die Juristin begleitet in Rom misshandelte Frauen auf ihrem «langen, schmerzhaften Rechtsweg». Und sie ist wütend. Auf Matteo Salvini. Der neo-faschistische Innenminister und Vizeregierungschef Italiens will Abtreibungen noch schwieriger machen. Ebenso Scheidungen. Und er schürt ein gewalttätiges Klima. Kein Wunder, rufen Quinto und ihre Mitstreiterinnen am 8. März zum Frauenstreik auf. Alle drei Tage (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 1.3.2019.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Frauenstreik. Work online, 2019-03-01.
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26.02.2019 Schweiz
Frauen
Personen
SGB
Anne Fritz
Frauenstreik
Lohngleichheit
Volltext
Lohn. Zeit. Respekt! Frauen*streik 2019. Vier Monate vor dem Frauen*streik am 14. Juni 2019 laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Vier Monate vor dem Frauen*streik laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Überall in der Schweiz sind regionale Komitees am Werk. Und unter dem Motto „Lohn. Zeit. Respekt! Frauen*streik 2019“ haben der SGB und seine Verbände vor kurzem Forderungen verabschiedet, mit denen die Gleichstellung in der Arbeitswelt vorangetrieben werden soll. In der Luft liegt der Frauenkampftag schon lange. Im Sommer 2017 unterbreitet der Bundesrat dem Parlament eine Revision des Gleichstellungsgesetzes. Endlich. Bereits drei Jahre vorher hatte er den gesetzgeberischen Handlungsbedarf in Sachen Lohngleichheit offiziell festgestellt. Frauenorganisationen und Gewerkschaften mussten grossen Druck aufbauen, damit Justizministerin Sommaruga trotz der starken Widerstände in der Vernehmlassung konkrete Massnahmen vorschlagen konnte. Die Vorlage war durchzogen – weder eine Kontrollpflicht für alle Firmen noch Sanktionen waren vorgesehen. Und es war absehbar, dass die Vorlage von der rechten Mehrheit entweder weiter geschwächt oder gar versenkt würde. Das Schneckentempo und der Krebsgang in Sachen Lohngleichheit, kombiniert mit dem Streit um die Erhöhung des Frauenrentenalters sowie dem wieder viel lauter werdenden Sexismus im Alltag schürte den Unmut vieler Frauen. Erste Stimmen für einen neuen Frauen*streik wurden laut. (…). Anne Fritz.
SGB, 26.2.2019.
Personen > Fritz Anne. Lohngleichheit. Frauenstreik. SGB, 2019-02-26.
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22.02.2019 Schweiz
Frauen
Unia Schweiz

Frauenlöhne
Frauenstreik
Volltext
NOW! Respekt und mehr Lohn für die Frauen! Heute ist Equal Pay Day. Der Lohnklau muss endlich ein Ende haben! Auf zum Frauen*streik am 14. Juni! 22.2.2019: Equal Pay Day. Das heisst, dass Frauen bis jetzt gratis gearbeitet haben und erst ab jetzt den Lohn erhalten, der ihnen zusteht. Frauen verdienen immer noch rund 20% weniger als Männer. Obwohl sie mindestens gleich viel leisten wie ihre Kollegen. Neuste Untersuchungen zeigen gar: Der Lohnunterschied zwischen Mann und Frau steigt statt zu sinken. Das ist ungerecht und muss sich ändern! Je mehr Frauen in einer Branche arbeiten, desto tiefer sind die Löhne. Die Löhne in so genannten Frauenbranchen, etwa in der Pflege und Betreuung, im Coiffeurgewerbe oder im Detailhandel sind generell tief und reichen oft nicht oder nur knapp zum Leben. Tiefe Frauenlöhne führen auch zu tieferen Frauenrenten. Frauen arbeiten häufiger Teilzeit und haben aufgrund von Familienpflichten häufiger Unterbrüche in der Erwerbsbiographie. Zusätzlich verdienen sie oft zu wenig. Das wirkt sich negativ auf die Frauenrenten aus und die Diskriminierung setzt sich auch im Alter fort. Die Unia verlangt: Lohngleichheit, anständige Löhne, von denen Frauen leben können! Renten für ein würdiges Leben im Alter. Um ihren Forderungen nach Respekt, mehr Lohn und mehr Zeit Nachdruck zu verleihen, werden die Unia-Frauen am 14. Juni streiken.
Unia Schweiz, 22.2.2019.
Unia Schweiz > Lohngleichheit. Frauenstreik. Unia Schweiz, 2019-02-22.
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07.02.2019 Schweiz
Frauen
Personen
Christine Flitner
Frauen
Verwaltung
Volltext
Frauen im Topkader der Bundesverwaltung finden Quoten sinnvoller als Männer. Sie haben auch allen Grund dazu, denn ihr Anteil beträgt gerade mal 20,7%. Bei einer Befragung von Topkadern durch das Zentrum für Demokratie Aarau (vom Herbst 2018) ging es allerdings um die Sprachenverteilung in der Bundesverwaltung. Dabei wurden aber auch Daten über die Vertretung von Frauen in den einzelnen Sprachgruppen erhoben. Unter anderem zeigt sich, dass ein höherer Frauenanteil tendenziell mit einem höheren Anteil an sprachlichen Minderheiten in den Verwaltungseinheiten einhergeht. Die angemessene Vertretung der Sprachgruppen und die Gleichstellung der Geschlechter stehen also keineswegs in Konkurrenz zueinander, im Gegenteil. Einmal mehr zeigt die Studie aber auch die verbreitete Angst vor verbindlichen Massnahmen. Vergleichswerte und Empfehlungen werden von den Befragten als sinnvoll angesehen, bei Quoten hört die Zustimmung aber auf. Männer gaben Quoten auf einer Skala von 1 bis 4 durchschnittlich 2,7 Punkte, Frauen 3,4 Punkte. Die tatsächliche Vertretung von Frauen im Topkader zeigt allerdings, wie bitter notwendig zwingende Quoten wären. Trotz langjähriger Anstrengungen, Gleichstellungs-Controlling-Programmen und Lippenbekenntnissen beträgt der Anteil der Frauen in den 9 obersten Lohnklassen gerade mal 20,7%. Diese beschämende Realität zeigt: Man kann nicht warten, bis Männer die Quoten toll finden, man muss sie einführen!  Christine Flitner.
VPOD Schweiz, 7.2.2019.
Personen > Flitner Christine Bundesverwaltung. Quotenregelung. VPOD Schweiz, 2019-02-07.
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01.02.2019 Schweiz
Frauen
Personen
SGB
Pierre-Yves Maillard
Interview
SGB
Volltext
„Gewerkschaftliche Organisation der prekären frauendominierten Branchen – die Aufgabe für den SGB“ Pierre-Yves Maillard wird am 6. Mai Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes. Bereits jetzt redet er Klartext: «Ohne Kontrollmechanismus bleibt das Gleichstellungsgesetz ein Papiertiger.» Die grosse Herausforderung der Gewerkschaften in den nächsten 20 Jahren bilden die hauptsächlich von Frauen besetzten, prekären Arbeitsplätze im Bereich der Betreuung älterer Menschen oder von Menschen mit Behinderung. Deren Zahl dürfte künftig noch wachsen. Mit ihrem gut ausgebauten Service-public-Netz könnte die Post auch hier eine neue Rolle übernehmen. Syndicom Magazin: Was sagst du als Sozialdemokrat, dem besonders viel am Service public liegt und der gegen den Abbau bei der Post gekämpft hat, dazu, dass jeden Tag mindestens eine Poststelle verschwindet? Es ist passiert, was wir Ende der 90er-Jahre gesagt hatten. Diese Reformen hätten dank mehr Wettbewerb auch mehr Qualität bringen sollen. Aber der Service public ist schlechter, und die Preise sind weder bei Post noch Swisscom tief. Kantonal werden Privatisierungen bei Abstimmungen Regelmässig abgelehnt. Der Bund aber hat sich daran gewöhnt, Einnahmen zu erzielen, und macht Druck, damit die Gewinne noch steigen. Zudem erfolgt die Aufteilung der Kosten und Einnahmen, so zwischen Post und PostFinance, ohne Kontrolle und ohne Garantie. Anhand einer externen Überprüfung sollte festgestellt werden, was das Poststellennetz der PostFinance bringt, denn dieses ist nicht einfach nur ein Kostenfaktor. (…).  Sylvie Fischer.
Syndicom, 1.2.2019.
Personen > Maillard Pierre-Yves. SGB. Frauen. Interview. Syndicom, 2019-02-01.
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01.02.2019 Schweiz
Frauen
Personen
Work
Sandra Künzi
Gleichberechtigung
Volltext
Künzi streikt! Für Geld statt Pralinés! Mein Lieblingslied ist Sinas Song vom Sohn vom Pfarrer mit „schiine Öigä“. Und weil es der Sohn vom Pfarrer ist, ist das ganze „Beriäru und Värfiäru“ (Berühren und Verführen) natürlich noch viel aufregender als bei Normalsterblichen. Sina singt das so gut, dass man sofort gern dabei wär, wenn sie mit ihm „ämbrüf an u“ Waldrand geht. Nur der Herrgott weiss was „dä isch gscheh“ – und wir! Der Pfarrer hat glaub nicht würkli etwas dagegen, weil der ist ja am Süfflä bei den Eltern von der Tochter und ganz zufrieden. Zum Glück gab’s auch kein Uneheliches, weil dann hört der Spass auf. Sina ist super: Seit 25 Jahren ist sie voll derbii i de Schwiizer Musig. Drum bekommt sie jetzt ¬einen Preis, den „Outstandig Achievement Award“. Komischer Name! Tönt wie Aussenseiterpreis. Drum dachte ich erst, das ist jetzt sicher wieder so ein „Prix Tampon“. So ein Spezial-Frauenpreis, damit die Frauen auch mal was -bekommen. So öppis wie Muttertag. Ein chläbrig-süesses Trostpflästerli für die unbezahlte ¬Arbeit im ganzen Jahr, wo man noch angegriffen wird, wenn man sagt, Putze, Choche & Chind ist auch ¬Arbeit. Üüü, da gehen sie dann wieder auf die digitale Barrikade die alten (und jungen) Seck, die meinen, eine Frau macht von Natur aus gern Stinkwäsche, und sie freut sich über ein trümliges Bluemestrüüsli und Pralinés mit der Piemontkirsche. Aber dann hab ich gesehen, dass vor Sina schon sieben Mannli diesen ¬Outstanding-Dings bekommen haben: Polo, ¬Züriwest, de Pesche Reber, de Resli Volleweider, Yello, Krokus und dr Bobo. Das ist also ein amtlicher Preis und kein Prix Mitleid-mit-de-Fraue. (...). Sandra Künzi.
Work online, 1.2.2019.
Personen > Kuenzi Sandra. Gleichberechtigung. Work online, 2019-02-01.
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14.12.2018 Schweiz
Frauen
Personen
Work
Patricia D Incau
Biografien
Volltext
Frauenbiografien. Salut Frau Oberst, Grüezi Frau Bundesrat. Die Journalistin Fatima Vidal porträtiert hundert Frauen aus der ganzen Schweiz. Weil es sonst niemand tut. Was tut frau, wenn sie sich ärgert, dass die Medien auch noch im Jahr 2018 vor allem Männern eine Bühne bieten? Sie gründet selbst eine Plattform. So, wie es Journalistin und Autorin Fatima Vidal gemacht hat. Sie hat das Projekt „100 Frauen“ angestossen. Eine Website, gefüllt mit kurzen Interviews und Portraits von aussergewöhnlichen Frauen in der Schweiz. Vidal zeigt: An weiblichen Stimmen mangelt es nicht. Man muss ihnen nur Platz geben. Hundert Frauen. Auf „100 Frauen“ erklärt die Biersommeliere Karin Patton, was ein richtig gutes Bier ausmache. Pascale Beucler, eine von nur sieben weiblichen Obersten in der Schweiz, berichtet aus der Armee. Madame Malevizia, Pflegerin mit Pseudonym, prangert Missstände an. Und die Weltraumforscherin Dr. Kathrin Altwegg erzählt, wie ältere Professoren den Frauen an der Universität den „Ratschlag“ erteilten, sie sollten doch besser „in der EPA Strümpfe verkaufen“ als zu studieren. Das Projekt „100 Frauen“ dokumentiert journalistisch die Frauenvielfalt heute. Eine systematische, länderübergreifende Ergänzung leistet die deutsche Feministin und Sprachwissenschafterin Luise F. Pusch. Sie hat gleich ein ganzes Online-Nachschlagewerk für Frauenbiographien aufgesetzt. „FemBio“ heisst die Datenbank Und ist eine wahre Goldgrube, um die (männlich geprägte) Geschichtsschreibung zu (…). Patricia D’Incau.
Work, 14.12.2018.
Personen > D‘Incau Patricia. Frauenbiografien. Work, 2018-12-14.
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03.12.2018 Schweiz
Frauen
Unia Schweiz

Frauenstreik
Gleichstellung
Volltext
Revision des Gleichstellungsgesetzes. Völlig unzureichend – Frauen bereiten den Frauenstreik vor. Für die Unia ist die heute vom Nationalrat verabschiedete Revision des Gleichstellungsgesetzes absolut unbefriedigend. Das dürftige Gesetz eignet sich nicht, um die seit mehr als 30 Jahren in der Verfassung verankerte Lohngleichheit endlich umzusetzen. Die Unia engagiert sich deshalb mit voller Kraft für den Frauen*streik am 14. Juni 2019. Für die Unia ist die längst fällige Revision des Gleichstellungsgesetzes völlig ungenügend und eine grosse Enttäuschung. Nur Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitenden (exklusive Lernende) müssen Lohnanalysen durchführen. Das sind nicht einmal 1% aller Firmen und nur 46% der Arbeitnehmenden. Das ist ein Affront gegen die Gewerkschaftsfrauen, welche seit fünf Jahren für eine Änderung des Gesetzes kämpfen. Dazu kommt: Fehlbare Unternehmen müssen lediglich ihre Mitarbeitenden informieren. Sie werden weder sanktioniert, noch dazu verpflichtet, Massnahmen für die Lohngleichheit zu ergreifen. Das ist skandalös! Mit der zusätzlichen Begrenzung der Laufzeit auf 12 Jahren ist dieses Alibigesetz ein Hohn für alle Frauen. Die Verfassung gilt nicht nur auf Zeit! Es gilt ernst. Am 22. September gingen 20‘000 Frauen und solidarische Männer für die Lohngleichheit auf die Strasse. Seit Jahrzehnten kämpfen sie gemeinsam für das Recht auf Lohngleichheit und gegen Diskriminierung. Ihre Geduld ist am Ende! «Das von bürgerlichen Männern dominierte Parlament ignoriert unsere Anliegen (...). ,
Unia Schweiz, 3.12.2018.
Unia Schweiz > Frauen. Gleichstellung. Unia Schweiz, 2018-12-03.
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20.11.2018 Schweiz
Frauen
Personen
SGB
Regula Bühlmann
Frauenkongress
Volltext
Unsere Zeit ist mehr wert! Notre temps vaut plus que ça! Il nostro tempo vale di più! Der 13. SGB-Frauenkongress fand am 19. und 20. Januar 2018 im Weltpostverein in Bern statt. 260 Delegierte und Gäste befassten sich unter dem Motto „Unsere Zeit ist mehr wert“ mit Herausforderungen und Lösungsansätzen im Themenbereich Care-Arbeit, Arbeitszeit und Wert der Frauenarbeit. Am Morgen des ersten Kongresstages führte die Soziologin Sarah Schilliger in die Welt der Care-Arbeit ein: Betroffene müssen sich im Spannungsfeld zwischen Markt und Familie organisieren, damit sie Care-Arbeit leisten resp. Care-Dienstleistungen in Anspruch nehmen können. Sarah Schilliger illustrierte dies anhand verschiedener Care-Arrangements. Klar ist: Die Verantwortung für Care-Arbeit tragen nach wie vor grösstenteils die Frauen – bis hin zu einer fairen Verteilung ist noch ein weiter Weg. Im Anschluss referierte die schwedische Gewerkschafterin Elinor Odeberg über schwedische Projekte zur Arbeitszeitverkürzung. Sie unterstrich, dass es dabei nicht um die Ermöglichung von Teilzeitpensen geht, sondern um eine kürzere Vollzeit. Als Allheilmittel versteht sie diese jedoch nicht: Es brauche zwingend Massnahmen, um die Arbeitsbedingungen und insbesondere die Löhne von Frauen zu verbessern, damit eine flächendeckende Arbeitszeitreduktion zu mehr Gleichstellung beitrage. Die Teilnehmerinnen vertieften am Nachmittag Aspekte des Kongressthemas in fünf Ateliers. Der erste Kongresstag ging fulminant mit einer Lohngleichheitskundgebung auf dem Theaterplatz zu Ende. (…). Regula Bühlmann, Christine Rothenbühler.
SGB, 20.11.2018.
Personen > Bühlmann Regula. Frauenkongress 2018. SGB, 2018-11-20.
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06.11.2018 Schweiz
Frauen
Personen
SEV Schweiz
Vivian Bologna
Frauenstreik
Volltext
Unterstützung des Frauenstreiks. Der SEV-Vorstand unterstützt den Frauenstreik vom 14. Juni 2019. Er empfiehlt ausserdem ein deutliches Nein zur Überwachung von Versicherten und zur SVP-Initiative, über die am 25. November abgestimmt wird. Der Frauenstreik vom 14. Juni 1991 sitzt mit seinen über 500‘000 Teilnehmerinnen noch tief im Gedächtnis. „Es war ein historischer Moment“, betont Lucie Waser am 26. Oktober vor dem SEV-Vorstand. 2019, 28 Jahre später ist wiederum am 14. Juni ein Frauenstreik geplant. Der Vorstand hat entschieden, dass sich der SEV aktiv und finanziell daran beteiligen wird. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund wird seinen formellen Beschluss anlässlich seines Kongresses Ende November fassen. „Trotz dem starken Signal, das am 22. September 20‘000 Personen in Bern für die Lohngleichheit ausgesendet haben, hat sich unter der Bundeshauskuppel nichts bewegt. Wir müssen weiter mobilisieren“, präzisierte die Gleichstellungsverantwortliche des SEV. „Der nächste Streik wird anders sein als bisherige“, führte SEV-Präsident Giorgio Tuti aus. „Dieser Streik ist politischer Natur. Es geht darum, den Behörden und der Gesellschaft die inakzeptable Situation aufzuzeigen und ein starkes Zeichen zu setzen!“ Lucie Waser hat dem Vorstand in Erinnerung gerufen, dass die Frauen an unterschiedlichen Fronten kämpfen: Lohngleichheit, soziale Gleichheit, gleichberechtigte Aufteilung der Hausarbeit. „Es gab zwar Verbesserungen hinsichtlich diesem letzten Punkt, (…). Vivian Bologna, chf
SEV, 6.11.2018.
SEV > Frauenstreik. SEV, 2018.11-06.
Ganzer Text
02.11.2018 Schottland
Frauen
Personen
Work
Peter Stäuber
Lohngleichheit
Volltext
Glasgow: Grösste Lohngleichheits-Demo seit Jahrzehnten. Enough von diesem Shit, sagen die Schottinnen. Das öffentliche Lohnsystem im schottischen Glasgow diskriminiert Frauen. Jetzt gehen sie auf die Strasse. „Eigentlich ist es eine Schande, dass wir hier stehen müssen“, sagt Ingrid Bain. Die 50jährige Gewerkschafterin ist seit sechs Uhr früh im schottischen Glasgow unterwegs, sie geht von einem Streikposten zum nächsten, um ihre Kolleginnen zu unterstützen. Im Hintergrund hupen die Autos, signalisieren so ihre Zustimmung. „Die Solidarität, die wir hier sehen, ist phantastisch“, sagt Bain – aber sie findet es bedauerlich, dass sie überhaupt streiken müssen: „Dass wir im Jahr 2018 noch immer für einen fairen Lohn für Frauen kämpfen müssen, ist doch Scheisse.“ Der Streik in der schottischen Metropole war der grösste seit Jahrzehnten: Über 8‘000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtbehörde, Glasgow City Council, haben für 48 Stunden die Arbeit niedergelegt. Sie wollen damit erreichen, dass eine jahrelange Auseinandersetzung um unfaire Bezahlung von Frauen endlich endet. Gewerkschafterin Bain erklärt: „Im Kern geht es darum, dass sogenannte Frauenjobs nicht gleich bezahlt werden wie Männerjobs.“ Denn Arbeit, die mehrheitlich Frauen erledigen, wird von der Stadtbehörde tiefer bewertet als Arbeit, in denen mehrheitlich Männer arbeiten. Systematisch diskriminiert. 2006 führte die Stadt ein neues Lohnsystem ein, das dafür sorgen sollte, dass Frauen und Männer für gleichwertige ¬Arbeit den gleichen Lohn erhalten. Aber gerade dieses ¬System verstärkte die Diskriminierung gegenüber (…). Peter Stäuber.
Work online, 2.11.2018.
Personen > Staeuber Peter. Schottland. Lohngleichheit. Work online, 2018-11-02.
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19.10.2018 Schweiz
Frauen
Personen
Work
Christiane Brunner
Marie-Josée Kuhn
Interview
SGB
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SGB: Frauenstreik-Ikone Christiane Brunner (71) fordert ein starkes Frauenministerium: „Ob Gysi oder Maillard, ist nicht der springende Punkt“. Sie war die erste und bisher letzte Frau an der Spitze des Gewerkschaftsbundes. Und sie organisierte den ersten Frauenstreik von 1991. Jetzt fordert Christiane Brunner vom SGB: mehr Geld und Ressourcen für den zweiten Frauenstreik. Work: Christiane Brunner, Sie waren von 1994 bis 1998 Co-Präsidentin des Gewerkschaftsbundes. Wie hatten Sie das damals geschafft? Christiane Brunner: Ach wissen Sie, das war eine ganz andere Zeit. Ich war Co-Präsidentin, zusammen mit Vasco Pedrina. Ich als Chefin der Gewerkschaft SMUV, er als Chef der Gewerkschaft GBI. Und es ging damals um eine historische Zusammenführung der beiden Antipoden-Gewerkschaften, auch im Hinblick auf die geplante Fusion zur grossen Unia. Vasco und ich beendeten die langjährigen Kriegereien: Ich habe die Phantasie in die Gewerkschaftsarbeit gebracht. Und Vasco kennt sich mit der Theorie aus und wusste, wie man die Ideen umsetzt. Wir beide ergänzten uns perfekt. Das war der politische Hintergrund dieses Co-Präsidiums – und nicht, dass ich als Frau dem SGB vorstehen sollte. Am SGB-Kongress vom 30. November / 1. Dezember tritt der oberste Gewerkschaftschef Paul Rechsteiner zurück. Seine Nachfolge antreten möchten die St. Galler SP-Politikerin und Gewerkschafterin Barbara Gysi und der Waadtländer SP-Regierungsrat und Gewerkschafter Pierre-Yves Maillard. Sind Sie mit der Auswahl zufrieden? Wir haben zwei gute Kandidaturen, beide bringen sie politische Erfahrung, Engagement (…).  Marie-Josée Kuhn.
Work online, 19.10.2018.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Brunner Christiane. Interview. Work online, 2018-10-19.
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19.10.2018 Schweiz
Frauen
Personen
Work
Sabine Reber
Frauenstreik
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Schon gibt es überall Streikkomitees. Der Frauenstreik 2019 kommt bestimmt. Der zweite Frauenstreik ist unterwegs. Das zeigen die Recherchen von Work. Es war eine machtvolle Demonstration: 20’000 Frauen und Männer protestierten am 22. September in Bern für Lohngleichheit und gegen Diskriminierung. Und machten klar, dass sie nicht länger warten wollen: „Es reicht, es braucht einen neuen Frauenstreik!“ 27 Jahre nach dem ersten Frauenstreik von 1991 liegt also der zweite in der Luft. Er soll am 14. Juni 2019 stattfinden. Streikgründe gibt es genug: Immer noch verdient eine Berufsfrau in der Schweiz im Schnitt 7‘000 Franken im Jahr weniger, nur weil sie eine Frau ist. Immer noch leisten die Frauen die meiste Haus- und Betreuungsarbeit – gratis. Und noch immer ist Gewalt ¬gegen Frauen allgegenwärtig. Kommt dazu, dass das Parlament im Kampf gegen die Lohndiskriminierung nur Mini-Schrittchen wagt. Von Genf bis Zürich. In der ganzen Schweiz bilden sich jetzt Streikkomitees. Am 5. November findet die erste nationale Koordinations¬sitzung statt. Die Westschweiz hat die Nase vorne, wie Mitorganisatorin ¬Manuela Honegger aus Genf erzählt. Inzwischen hat jeder der sechs welschen Kantone sein eigenes Streikkomitee. An den Veranstaltungen treffen sich jeweils rund 100 Aktivistinnen. Besonders erfreulich ist das grosse Echo im konservativen Wallis – auch dort kamen zum ersten Streiktreffen über hundert Frauen. Honegger hat einen Doktor in Politikwissenschaft, arbeitet als Campaignerin und hat zwei Schulkinder. Sie sagt: „Die grosse Herausforderung ist nun, möglichst viele verschiedene Frauen anzusprechen – die (…). Sabine Reber.
Work online, 19.10.2018.
Personen > Reber Sabine. Frauenstreik. Work online, 2018-10-19.
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17.10.2018 Schweiz
Frauen
Personen
SGB
Thomas Fastermann
Frauen
Rentenalter
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Es bleibt dabei: Keine Erhöhung des Frauenrentenalters. Vernehmlassungsantwort des SGB zum Bundesratsentwurf für die Stabilisierung der AHV (AHV 21). Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) teilt die Einschätzung des Bundesrats, dass die AHV das wichtigste Sozialwerk der Schweiz ist und dass in der 1. Säule kein Spielraum für eine Senkung der Renten besteht. Umso enttäuschter ist der SGB vom Vorschlag des Bundesrats zur Stabilisierung der AHV. Die Verfassung schreibt vor: Die Renten aus der 1. Säule müssen existenzsichernd sein. Dieser Auftrag ist mit dem Entwurf der Landesregierung weiterhin nicht erfüllt. Im Gegenteil: Die Höhe der Rente im Verhältnis zum letzten Lohn hat sich in den letzten Jahren immer stärker verringert. Statt für eine wirksame Verbesserung der Leistungen zu sorgen, will der Bundesrat das Leistungsniveau für Frauen massiv senken, indem er das Frauenrentenalter anheben will. Allein bis 2030 wären hiervon schon 600'000 Frauen unmittelbar betroffen. Die Gleichheit zwischen Mann und Frau beim Rentenalter würde nicht mit einer Gleichheit der Geschlechter auf dem Arbeitsmarkt einhergehen. So liegt zum Beispiel die Erwerbsquote der 15- bis 64-jährigen Frauen in Vollzeitstellen umgerechnet bei 58,5 Prozent im Vergleich zu 85,5 Prozent bei den Männern. Hinzu kommt die bestehende Lohnungleichheit zwischen den Geschlechtern. Und ausserdem leisten die Frauen weiterhin den Grossteil der unbezahlten Betreuungs- und Familienarbeit. Weil die Situation der Frauen nicht mit jener der (…). Thomas Fastermann.
SGB, 17.10.2018
Personen > Fastermann Thomas. Rentenalter. Frauen. SGB, 2018-10-17.
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01.10.2018 Schweiz
Frauen
VPOD-Magazin

Frauenstreik
Lohngleichheit
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Demonstration für Lohngleichheit und gegen sexistische Diskriminierung: 20‘000 Frauen haben genug! Auftakt zum Frauenstreik 2019. 20‘000 Personen haben in Bern für Lohngleichheit und gegen sexistische Diskriminierung demonstriert - Frauen, aber auch solidarische Männer. Ein gelungener Auftakt zum Frauenstreik 2019. Auch wenn Berufe kein Geschlecht haben, bleibt die Arbeitswelt doch segregiert. In der Kinderbetreuung arbeiten beispielsweise zu 90 Prozent Frauen: Die Qualifikationen werden nicht wirklich anerkannt, die Löhne sind niedrig und der Sektor steht unter einem starken Druck, die Kosten weiter zu senken. „Wir wollen mehr Wertschätzung der Frauenberufe und ein Ende der Geschlechtertrennung am Arbeitsmarkt“, sagt VPOD-Präsidentin Katharina Prelicz-Huber. Frauen verdienen im Durchschnitt ungefähr ein Fünftel weniger als die Männer. Diese Differenz ist auf der Grundlage eines Vollzeitjobs berechnet. Da die meisten Frauen Teilzeit arbeiten, weil sie neben der Erwerbsarbeit zwei Drittel der unbezahlten Arbeit schultern, beträgt der durchschnittliche Unterschied auf der Lohnabrechnung 32 Prozent. Diese Lohnungleichheit muss endlich behoben werden - denn sie hat Folgen für die Rentenbildung. Die Renten der Frauen liegen 37 Prozent unter denjenigen der Männer. „Damit Frauen überhaupt die Möglichkeit haben, auf anständige Renten zu kommen, braucht es höhere Löhne, nicht ein höheres Rentenalter, und endlich auch echte Vereinbarkeit“, fordert Christine Flitner, VPOD-Sekretärin und zuständig für die Frauenkommission. Dies bedeutet eine Reduktion der Vollarbeitszeit und mehr (…). Mit Fotos.
VPOD-Magazin, 1.10.2018.
VPOD-Magazin > Frauenstreik. Lohngleichheit. VPOD-Magazin, 2018-10-01.
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28.09.2018 Schweiz
Frauen
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Demonstrationen Bern
Feminismus
Lohngleichheit
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Oben ohne. Die junge Frau mit dem „Vulva“-Schriftzug auf der Brust stand einfach da. Und erhob ihre Faust. Auf ihrem selbstgemalten Plakat stand: „Das Geld kennt kein Geschlecht.“ An die 20’000-Menschen-Demo war sie gekommen, weil es jetzt reicht, weil es Lohngleichheit braucht. Als Minimum! Neben ihr tanzten sechs barbusige Girls, sie lachten und strahlten vor Lebensfreude. Und verlangten nichts weniger als das „Ende der Schnäbi-Diktatur“ (Seiten 8-11). Es war keine geplante Aktion, sie hatten sich nicht einmal gekannt vorher. Doch Mut und Leichtigkeit sind ansteckend: „Es war extrem schön, befreiend und verbindend“, sagte eine von ihnen. Selbst ist die Frau. Marianne und Hannah. Oben ohne protestierte schon die Marianne, die französische Helvetia. Auf dem Gemälde von Eugène Delacroix, auf dem sie das Volk mit wehendem Busen in die Julirevolution von 1830 führt. Sie ist göttlich, und sie ist so frei, sich von Normen und Obrigkeit zu befreien. Wie Hannah Weitemeier. Ihre Obrigkeit war der Frankfurter Philosophie- und Soziologieprofessor Theodor W. Adorno. Radikal in seiner Theorie, in der politischen Praxis aber nicht so sehr. Als er 1969 den Hörsaal betritt, kommt ihm die Studentin entgegen. Sie trägt eine Jacke, aber nichts darunter. Die Aktion geht als „Busenattentat“ in die Geschichte der feministischen Protestkultur ein. Körper und Politik. Körperpolitik ist eng mit der Frauenbefreiungsbewegung verbunden. Sie ist ein grundlegendes Moment der Emanzipation: „Mein Körper gehört mir!“ Selbst ist die Frau. Dazu gehört auch die Idee, den nackten Körper als Waffe einzusetzen. So, wie dies die Femen-Frauen tun, (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 28.9.2018.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Feminismus. Lohngleichheit. Work online, 2018-09-28.
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22.09.2018 Schweiz
Demonstrationen Schweiz
Frauen
SGB

Demonstrationen Schweiz
Lohngleichheit
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Deutliches Signal an das Parlament: Rund 20'000 demonstrieren für Lohngleichheit. Ein unüberhörbares Signal an den Nationalrat hat die grosse und breit abgestützte Kundgebung auf dem Bundesplatz gesandt. Ein Bündnis von Gewerkschaften, Frauen- und Gleichstellungsorganisationen sowie Parteien hatte dazu aufgerufen, die Lohngleichheit einzufordern. Enough: Rund 20'000 Personen haben am 22. September an einer grossen und breit abgestützten Kundgebung auf dem Bundesplatz die Lohngleichheit zwischen Frauen und Männern eingefordert. Ein breites Bündnis von Gewerkschaften, Frauen- und Gleichstellungsorganisationen sowie Parteien schickt damit ein deutliches Signal an den Nationalrat, damit er nächste Woche endlich wirksame Massnahmen gegen die Lohndiskriminierung beschliesst. Ein Bündnis von über 40 Organisationen hat zur nationalen Kundgebung für Lohngleichheit und gegen Diskriminierung aufgerufen. Denn obwohl die Bundesverfassung seit 37 Jahren garantiert, dass Frauen für gleichwertige Arbeit auch gleich viel Lohn erhalten, wie die Männer, sind die Lohnunterschiede immer noch gross. So verdienen Frauen im Schnitt immer noch fast ein Fünftel weniger als ihre Kollegen, eine Differenz von über sieben Prozent ist durch objektive Faktoren nicht erklärbar und diskriminierend. Dieser Lohnklau an den Frauen beträgt im Schnitt jeden Monat 590 Franken. Jedes Jahr entgehen den Frauen so aufgrund ihres Geschlechts fast 10 Milliarden Franken. (…).
SGB, 22.9.2018.
SGB > Lohngleichheit. Demo Bern. SGB, 2018-09-22.
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