Gewerkschaftschronik
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Anzahl gefundene Artikel: 3012

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13.09.2019 Schweiz
Löhne
Personen
Work
Jonas Komposch
Lohnerhöhungen
Volltext
Gewerkschaften fordern 2 Prozent mehr Lohn und zusätzlich 50 Franken pro Monat für die Frauen. Jetzt müssen die Löhne rauf! Rekord-Dividenden und Millionen-Saläre für die oben, sinkende Reallöhne für den Rest. Zugleich steigende Arbeitsproduktivität und eine solide Konjunktur: Das ist die Ausgangslage für den Lohnherbst 2019. Gschämigi Realität. Wie schlecht sind Schweizer Löhne wirklich? Sind nicht existenzsichernde Löhne tatsächlich eine Realität? Work wollte die Beweise schwarz auf weiss und hat in den Unia-Regionen nachgefragt. Skandallöhne belegen? Für die Gewerkschaft kein Problem. Im Nu trafen die Lohnausweise ein. Ob von jungen Frauen oder von jahrzehntelang im selben Betrieb tätigen Männern: sie zeigen 100-Prozent-Löhne zwischen 2‘650 und 4‘118.70 Franken. Brutto! Am krassesten ist der Lohnausweis aus der Tessiner Industrie: 2‘116 Franken netto für eine Vollzeitstelle. Normalerweise lassen Wirtschaftsverbände und Arbeitgeber keine Gelegenheit aus, euphorische Loblieder auf den Schweizer Wirtschaftsstandort zu ¬singen: „Innovation! Wachstum! Chancen!“ tönt es jeweils in den schönsten Klängen. Doch immer gegen Ende Sommer ist das ganz anders. Dann nämlich steht der Lohnherbst vor der Tür, und bei den Arbeitgebern dominiert das Klagelied. Düstere Töne künden plötzlich von schlechten Prognosen und globalen Unsicherheiten. Adressatinnen und Adressaten dieses Katzenjammers sind (…).
Jonas Komposch.
Work online, 13.9.2019.
Personen > Komposch Jonas. Lohnerhoehungen. Work online, 2019-09-13
13.09.2019 Schweiz
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Lobbysmus
Volltext
Wer regiert die Schweiz? Politik ist käuflich. Das wissen wir schon seit Hans Tschänis Grundlagenwerk über die Schweizer Filzokratie von 1983. Aber erst jetzt wissen wir ein bisschen mehr über die Dimensionen in Franken: Alleine die Versicherungen, Krankenkassen und der Finanzplatz erkaufen sich ihre Bundeshaus-Politikerinnen und -Politiker mit geschätzten 6,5 Millionen Franken pro Jahr. Ein Mandat von einer Krankenkasse schenkt mit 12’839 Franken ein. Eines in der Finanzbranche mit fetten 63’427 Franken. Und Mann (Frauen sind da weniger gefragt) muss ja nicht nur ein Mandat haben: In den Wandelhallen wandeln richtige Pösteli-Jäger. So kommt es denn, dass die wieseligsten unter ihnen jährlich bis zu 143 Prozent Zusatzeinkommen generieren. Zusätzlich zur Entschädigung für ihre Arbeit im Parlament von durchschnittlich 130’000 bis 150’000 Franken. Zum Beispiel Heinz Brand, SVP und Präsident des Krankenkassenverbands Santésuisse (plus geschätzte 100’000 Franken). Oder Lorenz Hess, BDP, er hat grad einen ganzen Chratten voller Visana-Mandate (plus geschätzte 142’300 Franken). Und Josef Dittli, FDP und Präsident beim Krankenversicherer Curafutura (plus geschätzte 166’000). Oder Jean-René Marcel Lucien Fournier, CVP und bei der Helvetia-Gruppe im Solde (plus geschätzte 144’117 Franken). Plus plus noch etwas Münz (geschätzte 72’000) von der Credit Suisse, wo der Walliser als Senior (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 13.9.2019.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Lobbysmus. Work online, 2019-09-13.
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13.09.2019 Muotathal
Personen
Post
Work
Patricia D Incau
Betriebsschliessungen
Poststellen
Volltext
Elsy Föhn (89) und Luise Bürgler (78) kämpfen für ihre Post: „Der Bundesrat muss endlich handeln!“. Zwei Seniorinnen gehen in Muotathal gegen die Poststellenschliessung auf die Barrikaden: Im Nu haben sie 500 Unterschriften gesammelt. Und Post-Ministerin Simonetta Sommaruga eingeschaltet. „Es ist eine Frechheit“, sagt Luise Bürgler (78), und Schwägerin Elsy Föhn (89) doppelt nach: „Vier Poststellen gab es früher hier in der Gegend. Und jetzt wollen sie uns die letzte auch noch nehmen!“ Die beiden Frauen sitzen in der Stube von Elsy Föhns altem Bauernhaus. Es gibt Kaffee, Kuchen und Ärger. Viel Ärger. Über die Post-Spitze, die landauf landab Filialen zumacht und den Service public ausdünnt. Bis 2020 soll jede dritte Poststelle von der Schweizer Karte verschwinden. Jene in Muotathal steht ganz oben auf der „Todesliste“. Dabei sei die Filiale immer gut besucht, erzählt Luise Bürgler. „Zu jeder Uhrzeit ist da eine Schlange.“ Aber die Post-Chefs, „die wollen ja nur noch die Filetstücke“: die Geschäftsbereiche, die Millionen einbringen. Deshalb sollen die 3600 Muotathalerinnen und Muotathaler ihre Briefe und Päckli künftig im kleinen Volg-Laden im Dorf abgeben. Starttermin: Januar 2021. So haben es Gemeinderat und Post abgemacht. Aber wie das dann genau funktioniert, wissen offenbar noch nicht einmal die Verantwortlichen. Bürgler erzählt: „Ich habe einen Gemeinderat gefragt: Du, wo soll da denn noch die Post hin? Da hat es jetzt schon kaum Platz. Und der meinte: ‚Das weiss ich auch nicht.“ Sauer auf Schwaller. (…). Patricia D'Incau.
Work online, 13.9.2019.
Personen > D’Incau Patricia. Poststellen. Betriebsschliessung. Work online, 2019-09-13
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30.08.2019 Brasilien
Landwirtschaft
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Faschismus
Präsident
Volltext
Die Brandstifter. In Brasilien lodert der Amazonas-Regenwald. Nicht etwa wegen Trockenheit und Dürre, sondern wegen illegaler Brandrodungen. Wenn er Präsident werde, prahlte Jair Bolsonaro im Wahlkampf, werde es „keinen einzigen ¬Quadratzentimeter mehr“ Umweltschutzgebiet geben. Und Bolsonaro wurde Präsident. Ein lärmiger, hemdsärmeliger und zulangender Präsident. Jetzt können Agrar- und Bergbauunternehmen wieder leichter Wälder abholzen. Denn Bolsonaro hat die einst vorbildliche Überwachung des Regenwaldes aus dem All finanziell ausgehungert und den Chef der Behörde entlassen. Die Abholzung hat sich fast verdoppelt. Eine Bedrohung für die ganze Welt.Erst gegen Frauen, Farbige und Fremde, dann gegen den Regenwald. Derweil in den USA: Seit zwanzig Jahren darf man im „Tongass National Forest“ in Alaska keine Bäume mehr fällen. Die Umweltschutzgesetze verbieten in diesem riesigen Regenwald auch Strassen-, Bergbau- und Energieprojekte. Doch nun will Donald Trump das ändern. Und den Wald für Holzfirmen öffnen. Auch Trump ist ein lärmiger, hemds¬ärmeliger und zulangender Präsident. Wie Bolsonaro sonnt er sich in seiner Vergewaltigermentalität. Er könne die Frauen sogar zwischen den Beinen grapschen, prahlte er. Und Bolsonaro erklärte einer linken Kongressabgeordneten, er würde sie nie vergewaltigen, sie sei zu hässlich. Zuerst holzen sie gegen Frauen, Farbige und Fremde, dann fackeln sie die Wälder ab. Trump & Bolsonaro: Schon erstaunlich, wie sich hartrechte bis rechtsextreme Politiker ähneln. Sie sind hemmungslose Sexisten und Rassisten.  (…).  Marie-Josée Kuhn.
Work online, 30.8.2019.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Brasilien. Landwirtschaft. Work online, 2019-08-30.
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30.08.2019 Schweiz
Gewerkschaften
Personen
Work
Jonas Komposch
Aktionen
Klimaschutz
Volltext
http://www.textverzeichnisse.ch/Portals/7/Komposch%20Jonas/Komposch%20Jonas.%20Klimaschutz.%20Gewerkschaften.%20Work%20online,%202019-08-30.pdfSchulterschluss von Gewerkschafts- und Klimabewegung. Kommt jetzt der Klima-Generalstreik? Die Klimajugend hat auf der Suche nach Verbündeten bei den Gewerkschaften angeklopft – und über einen Generalstreik diskutiert. Tote Gletscher, brennender Amazonas, streikende Jugend. Heute kann die Klimakatastrophe niemand mehr ignorieren. Nur die SVP inszeniert sich als Sammelbecken der Klimaleugner. Andere bürgerliche Parteien bibbern nur so vor der „Klimawahl“ und verpassen sich hastig grüne Fassaden. Und trotzdem: ein Durchbruch in der Klimafrage liegt noch in weiter Ferne. Das hat nicht nur mit den hochgesteckten Klimazielen und den einflussreichen Profiteuren der Umweltzerstörung zu tun. Sondern auch damit, dass die Klimaproteste immer noch überwiegend Jugendproteste sind. Schon zu lange ist von der Klimajugend die Rede. Ein politischer Schmähbegriff, der dazu dient, die Notrufe als naiven Kinderkram und das Demonstrieren als pubertäre Beschäftigung abzutun. Doch das könnte sich bald ändern. Denn Klima- und Gewerkschaftsbewegung schmieden an einer Allianz. Dazu Unia-Geschäftsleitungsmitglied Nico Lutz: „Wir stehen schon seit einiger Zeit in Kontakt mit Klimastreikenden und führen Diskussionen.“ Meist handle es sich dabei um ganz praktische Dinge. Zum Beispiel um Tipps und Tricks, wie eine erfolgreiche Grossdemo zustande kommt. Arbeit im Fokus. Ein anderes Beispiel gibt der Landschaftsgärtner und Klimaaktivist Dominik Hauser (21) aus Zürich: „Neben unserer Kooperation mit dem kantonalen Gewerkschaftsbund diskutieren wir mit den Lehrpersonen des VPOD (…).  Jonas Komposch.
Work online, 30.8.2019.
Personen > Komposch Jonas. Klimaschutz. Gewerkschaften. Work online, 2019-08-30.
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30.08.2019 Spanien
Personen
Reinigung
Work
Julia Macher
Hotellerie
Reinigung
Volltext
Spanien: Der Aufstand der Hotel-Zimmerfrauen. „Wir waren viel zu lange still!“. Mit einem landesweit ersten Streik und Demonstrationen protestieren Spaniens Hotelangestellte dagegen, dass sie sich „wortwörtlich kaputtarbeiten müssen“. Zufrieden rollt Milagros Carreño (52) das Transparent ein und meint: „Wir haben gesagt, was ist – und das war dringend notwendig!“ Die Spanierin hat Ende August auf Ibiza den landesweit ersten Streik der Zimmerfrauen organisiert. 2‘000 Hotelangestellte – das sind etwa ein Drittel – liessen Putzmittel und Bettzeug im Schrank und zogen stattdessen protestierend durch die Strassen der Ferieninsel. Auch in 14 anderen Städten Spaniens demonstrierten die Zimmerfrauen, weil sie die Nase voll haben. Carreño sagt es so: „Wir arbeiten uns wortwörtlich kaputt und waren viel zu lange still.“ Las Kellys: Jetzt reicht’s! Neben der Anerkennung von mehr Berufskrankheiten und dem Recht auf vorzeitige Pensionierung fordern die spanischen Kellys auch die Modifikation des Artikels 42 des spanischen Arbeitnehmerstatuts. Dadurch soll verboten werden, dass Unternehmen ihre Kernkompetenzen an Zweitfirmen auslagern. Da die Arbeit der Zimmerfrauen wesentlich für die Qualität des Hotels ist, müssten sie fest angestellt werden. Externen Dienstleistern wäre der Zugang zum Markt versperrt. Die linke Partei Podemos und die so¬zialdemokratische PSOE des amtierenden ¬Ministerpräsidenten Pedro Sánchez unterstützen das Vorhaben zwar. Doch da sich seit den Wahlen im April noch keine Regierung gebildet hat, liegt die parlamentarische Tätigkeit derzeit brach – und die Reform seit (…).  Julia Macher.
Work online, 30.8.2019.
Personen > Macher Julia. Spanien. Reinigung. Streik. Work online, 2019-08-30
30.08.2019 Schweiz
Sizilien
Emigranten
Personen
Work
Ralph Hug
Publikationen
Saisonarbeit
Volltext
http://www.textverzeichnisse.ch/Textverzeichnisse/tabid/183/ctl/EditArticle/mid/72Journalist Concetto Vecchio war einst ein Saisonnierkind in der Schweiz: „Schwarzenbach war der erste europäische Rechtspopulist“. Baracken, Fremdenhass und Überwachung: Das erlitten Concetto Vecchios Eltern in der Schweiz. Sohn Vecchio geht ihrem Schicksal in seinem neuen Buch nach und zieht Parallelen zur fremdenfeindlichen Politik von heute. Work: Concetto Vecchio, Ihr Buch sorgt in Ita¬lien derzeit für grosses Aufsehen. Sie erzählen darin die Geschichte Ihrer Eltern, die als arme Arbeiter in die Schweiz kamen. Als Saisonniers. Warum dieses Buch gerade jetzt? Concetto Vecchio: Nach Jahrzehnten sass ich wieder einmal in Zürich auf dem Sechseläutenplatz. Da hörte ich eine Mutter, die auf italienisch mit ihrem Kind sprach. Das erinnerte mich spontan an meine eigene Kindheit in der Schweiz. Und daran, wie wenig ich eigentlich von der Geschichte meiner Eltern wusste. Mein Vater war einst aus dem Dorf Linguaglossa bei Catania in die Schweiz eingewandert, auf der Suche nach einem Job. Als ich 14 war, beschlossen meine Eltern, nach Sizilien zurückzukehren. Und ich musste mit ihnen mit. Dann sind Sie sozusagen „in „umgekehrter Emigrant“: ein Italienerkind, das in der Schweiz geboren wurde und dann nach Italien auswanderte. Ja. Ich weiss, was Emigration heisst, weil ich sie am eigenen Leib erfahren habe. Ich bin gleichzeitig ein Italiener und ein Schweizer, der immer noch Mundart spricht. Der Entscheid zur Rückkehr nach Italien war für mich hart. Denn ich hatte alle Freunde in Lenzburg AG, wo ic (…). Ralph Hug.
Work online, 30.8.2019.
Personen > Hug Ralph. Vecchio Concetto. Saisonnier. Work online, 2019-08-30.
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30.08.2019 Schweiz
Bundesamt für Statistik
Personen
Work
Jonas Komposch
Bundesamt für Statistik
Gesundheitsschutz
Volltext
Ungesunde Arbeit: Neue Zahlen und alarmierende Tendenzen. Pas bon pour la santé: Nichts zu lachen im Job. Die Arbeitsbedingungen in der Schweiz gehören zu den stressigsten Europas. Und der Druck am Arbeitsplatz hat erneut zugenommen. Es war am Tag der Kranken im Jahr 2016, als der damalige Bundesrat Johann Schneider-Ammann sein bestes Français fédéral auspackte und in einer legendär gewordenen Fernsehansprache ins Mikrophon schnaufte: „Rire c’est bon pour la santé“ – Lachen sei gut für die Gesundheit. Die Rede verfehlte ihre Wirkung nicht – tagelang amüsierte sich die Welt über den putzigen Schweizer Magistraten und seine grossväterlichen Ratschläge. Was Schneider-Ammann leider nicht erwähnte, sind jene Faktoren, die für die Gesundheit nicht gut sind. Darunter zuvorderst die miesen Arbeitsbedingungen, unter denen hierzulande viele ihren Lebensunterhalt verdienen müssen. Sie ¬haben nichts zu lachen, je länger, desto weniger: das zeigen die neusten Zahlen der Schweizerischen Gesundheitsbefragung des Bundesamts für Statistik (BfS). Arbeit wird zunehmend mit digitalen Mitteln getaktet und kontrollier- und messbarer. Chrampfen in der Freizeit. Mehr als jede fünfte Person steht während der Arbeit „meistens oder immer“ unter Stress. Noch 2012 waren es erst 18 Prozent. Sogar für 27,1 Prozent ist der Stress bereits im „kritischen Bereich“ angelangt. Auch dies ein Wert, der jedes Jahr ansteigt und Unternehmen heute 6,5 Milliarden Franken Ausfallkosten beschert. So viel wie noch nie, schätzt die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz. (…). Jonas Komposch.
Work online, 30.8.2019.
Personen > Komposch Jonas. Gesundheitsschutz. BfS. Work online, 2019-08-30.
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30.08.2019 Brasilien
Personen
Regierung Schweiz
Work
Clemens Studer
Freihandelsabkommen
Volltext
Der Amazonas-Regenwald brennt - doch SVP-Wirtschaftsminister Guy Parmelin will trotzdem Freihandel mit Brasilien. Gute Geschäfte mit dem Brandstifter Bolsonaro. Brasiliens rechtsextremer Präsident Jair Bplsonaro ist verantwortlich für die verheerenden Regenwaldbrände. Wirtschaftsminister Guy Parmelin stört das nicht, er will einfach Geschäfte machen. Die ganze Welt macht sich Sorgen um den Amazonas-Regenwald. Dort wüten die schlimmsten Brände seit Jahren. Viele versursacht durch brandrodene Farmer. Die fühlen sich ermuntert, weil der seit diesem Januar amtierende Präsident Jair Bolsonaro nichts von Umweltschutz hält. Bolsonaro ist ein Rassist, ein Sexist, homophob und offen faschistisch. Work hat das schon mehrfach belegt, zum Beispiel hier: rebrand.lyjroter-tepplch. Und er machte bereits im Wahlkampf kein Hehl daraus, dass er - einmal an der Macht - Umweltgesetze und den Regenwaldschutz schleifen werde. Er hielt Wort. Die einst vorbildliche Überwachung des Regenwaldes aus dem All hat er finanziell ausgehungert, den Chef der Behörde entlassen, zusätzliche enorme Rodungen für Soyaplantagen zugelassen. Der neue brasilianische Präsident und sein Regime sind direkt verantwortlich für die laufende Katastrophe in Amazonien. Parmelins Liebling. Doch Regenwaldbrände hin, Rechtsextremismus her: Bolsonaro ist der neuste Lieblingsgeschäftspartner von SVP-Bundesrat und Wirtschaftsminister Guy Parmelin. Bereits im Januar am Davoser WEF scharwenzelte Parmelin gemeinsam mit Bundespräsident Ueli Maurer (auch SVP) und Aussenminister Ignazio Cassis (FDP, aber von der SVP (…). Clemens Studer.
Work online, 30.8.2019.
Personen > Studer Clemens. Brasilien. Freihandelsabkommen. Work online, 2019-08-30.
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30.08.2019 Schweiz
Personen
Work
Clemens Studer
Freihandelsabkommen
Volltext
Das bedeuten Mercosur, EFTA & Co. Was ist Mercosur? Zu diesem Wirtschaftsraum gehören Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Das sozialistische Venezuela wurde im August 2017 „dauerhaft suspendiert“. Insgesamt wohnen 260 Millionen Menschen in den Mercosur-Staaten. Die Schweiz hat im vergangenen Jahr Waren für rund 3,6 Milliarden Franken in den Mercosur-Raum exportiert. Was steht genau Im Vertrag? Das ist derzeit 'sowohl beim EU-Abkommen wie beim EFTA-Abkommen öffentlich nicht im Detail bekannt. Es geht um die Abschaffung oder Senkung von Zöllen und Patentschutz. Die Vertragstexte sind noch in rechtlicher Prüfung. Wer hat das „Schweizer Abkomme“ ausgehandelt? Die EFTA. Zu ihr gehören neben der Schweiz Island, Liechtenstein und Norwegen. Das EFTA-Abkommen soll verhindern, dass die Exporteure dieser Länder gegenüber EU-Firmen benachteiligt wären, sollte die EU ihr Abkommen mit dem Mercosur ratifizieren. Wer profitiert und wie? In erster Line grosse Industrie-, Chemie- und Pharmakonzerne durch Zolleinsparungen, Marktzugang und Patentschutz. Wie stehen die Chancen für eine Ratifizierung? Derzeit eher nicht so gut. Grüne und SP haben bereits das Referendum angekündigt, falls das Abkommen nicht auf Umwelt- und Arbeitnehmendenrechte Rücksicht nimmt. Und zwar verbindlich und mit wirksamen Sanktionsmöglichkeiten bei Verstössen. Auch die Bauernlobby ist kritisch. Ist FreihandeI überhaupt sinnvoll? (…). Clemens Studer.
Work online, 30.8.2019.
Personen > Studer Clemens. Freihandelsabkommen. Work online, 2019-08-30.
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30.08.2019 Schweiz
Faschismus
Personen
SVP
Work
Hans-Ulrich Jost
Faschismus
SVP
Volltext
Historiker Hans Ulrich Jost über das SVP-Wurmplakat: Nazibilder gehören zur DNA der SVP. Vor einigen Jahren hatte sich die SVP noch mit Schafen zufriedengegeben. Herhalten musste ein schwarzes, ein „fremdes“ Schaf, das aus der Herde hinausgestossen wird. Im Vergleich zum aktuellen Würmer-Plakat war das mit den Schafen geradezu idyllisch. Das neue Wahlplakat erniedrigt und verunglimpft politische Gegnerinnen und Gegner als Ungeziefer. Die SVP-Parole lautet: Mit Würmern (und Maden) führt man keinen politischen Kampf. Man zertritt und zerquetscht sie. Es ist kein Zufall, dass das Bild von Würmern im Apfel schon im Arsenal der Nationalsozialisten und Faschisten zu finden war. So etwa im „Stürmer“. dem Hetzblatt der Nazis. Mit den Maden, die es zu zertreten gelte, meinten die Nazis damals die Juden. Wohin dies führte, ist bekannt: Millionen von Menschen wurden in den Konzentrationslagern ermordet. Von solchen historischen Zusammenhängen wollen die SVP-Führer nichts wissen. Dabei würden sie sogar in ihrer eigenen Geschichte fündig. Judenhetze. 1942, an einer Landsgemeinde in Muri AG, sprach der Hauptredner von „politischen Gewandläusen“, die von den Flüchtlingen mitgebracht würden. Das war zu einer Zeit, als die Vernichtung der Juden durch die Nazis dem Höhepunkt zusteuerte und die Schweiz die Grenzen dichtmachte. Insbesondere für Jüdinnen und Juden. Der Redner in Muri hiess Eugen Bircher, Chefarzt im Kantonsspital Aarau, Divisionskommandant der Schweizer Armee, Gründer des rechtsextremen Vaterländischen Verbandes und Nationalrat der Bauern-, Gewerbe- und  (…). Hans Ulrich Jost.
Work online, 30.8.2019.
Personen > Jost Hans Ulrich. SVP. Faschismus. Work online, 2019-08-30.
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30.08.2019 Schweiz
Personen
Post
Work
Katrin Bärtschi
Arbeitsbedingungen
Briefträgerin
Volltext
Die Briefträgerin & das Dolce far niente. Kürzlich war die Briefträgerin auf der Post. In der Hand das gelbe Büchlein. Am Leib noch die Uniform. Sie war auf dem Heimweg von der Arbeit. Die Kollegin am Schalter duzte sie bei der Begrüssung. „Wir gehören ja zum gleichen Betrieb.“ Diese Meinung teilt die Briefträgerin. Erst recht, seit die Aufsplitterung des Konzerns in verschiedene rivalisierende Bereiche die Konkurrenz betont: Die von Postmail sticheln gegen Postlogistics und umgekehrt und alle beide gegen Poststellen und Verkauf, unlängst in „Postnetz“ umgetauft… – Postfinance ist ein Fall für sich. Ein Akt zur Selbstabschaffung zahlt sich aus. Die beiden duzten also einander. Die Kollegin vom Schalter klagte. Sie arbeitet Teilzeit, würde jedoch ihr Pensum gern aufstocken: „Das geht leider nicht. Es gab hier im Gegenteil Entlassungen.“ Und neuerdings dürften die Kolleginnen und Kollegen hinter den Schaltern nicht mehr miteinander reden, sollten einander aber vermehrt kontrollieren. Und der Verkaufsdruck sei gross. „Falls du mich unterstützen willst, dann lass mich einen Termin für dich bei Postfinance vereinbaren. Der wird mir gutgeschrieben“, sagte die Schalterkollegin. Die Briefträgerin wollte die Kollegin unterstützen. Doch sie wollte nicht zu Postfinance. Nicht zuletzt, weil sie das gelbe Büchlein behalten will, was ja auch den Kolleginnen und Kollegen auf den Poststellen zugute kommt. Postfinance würde ihr das Büchlein ausreden wollen. E-Finance ist angesagt. Für die Vermittlung eines solchen Termins  (…).  Katrin Bärtschi.
Work online, 30.8.2019.
Personen > Baertschi Katrin. Grundeinkommen. Work online, 2019-08-30.
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30.08.2019 Italien
Personen
Regierung
Work
Andreas Rieger
Faschismus
Volltext
Kriselndes Italien: Spinnen die Römer? Sagten Asterix und Obelix einst: „Die spinnen, die Römer!“ Politisch etwas korrekter könnte man heute sagen: Ein grosser Teil des italienischen Wahlvolks spinnt. Erst lief es dem Rattenfänger Silvio Berlusconi nach, dem gelifteten Medien- und Immobilienmogul. Unter ihm begannen der Stillstand der italienischen Wirtschaft und die Verblödung der TV-Kanäle, in denen nur noch Show und Geschrei zählen. Aber Berlusconi wagte nicht, Gewerkschaften und Sozialstaat anzugreifen. Dies besorgte der nächste Stern am italienischen Polit-Himmel: Matteo Renzi vom sozialdemokratischen Partito democratico (PD). Mit seinem jungdynamischen Auftritt wurde er neuer Liebling der Medien und gewann bis zu 40 Prozent der Wählerinnen und Wähler. Renzi versprach ihnen die Modernisierung Italiens. Die Gewerkschaften und den Arbeitnehmerschutz wollte er -«verschrotten». Und seine Reform des Arbeitsgesetzes machte noch mehr Arbeitsplätze prekär. Frustriert wandten sich jüngere Wählerinnen und Gewerkschafter ab, und der PD tauchte auf 20 Prozent. Rattenfänger. Jetzt wurde die schillernde 5-Sterne-Bewegung des Komikers Pepe Grillo zum Auffangbecken für Frustrierte aller Art. 2018 gewannen sie 33 Prozent der Stimmen. 17 Prozent wählten Matteo Salvini, der die Lega als ausländerfeindliche Partei für ganz Italien aufstellte. Zusammen regierten die beiden die letzten vierzehn Monate – es wurde das totale Desaster. Die politisch unerfahrenen 5-Sterne-Politiker liessen sich vom rechtsextremen Lega-Chef Salvini über den Tisch ziehen. Dieser benützte das Innen¬ministerium für seine permanente (…).
Personen > Rieger Andreas. Italien. Faschismus. Work online, 2019-08-30.
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30.08.2019 Bern
Gewerkschaftsbund Bern
Personen
Work
Hans-Rudolf Blatter
Fredi Lerch
Interview
Volltext
Gewerkschafter und Sozialdemokrat Hansruedi Blatter: „Heute noch stolzer Bümplizer“. Das rote Bümpliz präge den Westen Berns immer noch, sagt Hansruedi Blatter. Dies, obwohl sein „Dorf“ heute eine SVP-Hochburg sei. Work: Hansruedi Blatter, war das rote Bümpliz wirklich mehr als rote Folklore? Hansruedi Blatter: Auf jeden Fall. Aber zuerst muss man sagen, wie es entstehen konnte: Bereits die Gründung der SP Bümpliz wurde massgeblich von Gewerkschaftern angestossen. Es gab immer eine sehr enge Zusammenarbeit. sowohl im Arbeiterkarteil als auch in all den Arbeitersport- und -kulturvereinen. Und zwar sehr lange: Noch Anfang der 1980er Jahre hat die SP Bümpliz eine eigene 1.-Mai-Feier organisiert. Erst danach ist man gemeinsam hinter der Arbeitermusik her, die fünf Kilometer bis auf den Bundesplatz gezogen zur Feier in der Stadt. Du betonst die kulturelle Zusammenarbeit. Wie war es in der Politik? Obschon sich die Gewerkschaften als konfessionell neutral und parteipolitisch unabhängig verstehen, ist man jahrzehntelang zusammen mit der SP in die Wahlen gezogen. Bei städtischen Wahlen war es zum Beispiel so, dass die Gewerkschaften auf der SP-Liste die Hälfte der Linien bekamen. Wer aus den Branchengewerkschaften kandidierte, bestimmte danach der Gewerkschaftsbund der Stadt. Voraussetzung für diese Kandidatinnen und Kandidaten war stets, dass sie SP-Mitglied waren. Wegen des hohen Organisationsgrads im Westen, hat das manchmal dazu geführt, dass Bümpliz-Bethlehem im Stadtparlament fast die Mehrheit der SP-Fraktion gestellt hat. Seit den siebziger Jahren i(…). Fredi Lerch.
Work online, 30.8.2019.
Personen > Lerch Fredi. Blatter Hansruedi. Interview. Work online, 2019-08-30.
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30.08.2019 Schweiz
Frauen
Personen
Work
Patricia D Incau
Gleichstellung
Volltext
Streikfrauen aus der ganzen Schweiz beschliessen: Jetzt kommt der grosse Rentenprotest. Nach dem mächtigen Frauenstreik vom 14. Juni müssen die Frauen wieder „a d’Seck“. Weil der Bundesrat das Rentenalter schleifen will und bei der Lohngleichheit nicht vorwärtsmacht. 90 Frauen, vier Stunden Diskussion und zum Schluss Jubel und Applaus. Am 24.August haben sich Streikfrauen aus der ganzen Schweiz beraten, wie es nach dem 14.Juni weitergehen soll. Unia-Frauenverantwortliche Corinne Schärer war am Treffen in Grenchen SO dabei und sagt: „Die Motivation ist ungebrochen. Es wird weiter mobilisiert“. Zahnlos und schwach. Das ist auch nötig. Trotz dem riesigen Erfolg des Frauenstreiks: Gerade läuft der nächste Angriff auf die Frauenrechte. SP-Bundesrat und AHV-Minister Alain Berset hat verkündet, dass Frauen künftig ein Jahr länger arbeiten müssten - und damit den Grossteil der AHV-Sanierung zahlen sollen (Work berichtete). Da sind sich die Tellnehmerinnen des Grenchner Treffens alle einig: „Wir werden uns wehren“ Mit koordinierten Kampagnen und Akionen wollen sie den Rentenangriff verhindern. Unia-Frau Schärer sagt: „Offenbar haben die Politikerinnen und Politiker nach dem Frauenstreik gar nichts begriffen“. So wie auch bei der Lohngleichheit. Am 21.August informierte das Bundesamt für Justiz unter FDP-. Bundesrätin Karin Keller-Sutter: Die ersten gesetzlichen Lohnanalysen in Unternehmen sollen frühestens in einem Jahr durchgeführt werden. Mit konkreten Resultaten ist erst 2023 zu rechnen. (…). Patricia D’Incau.
Work online, 30.8.2019.
Personen > D’Incau Patricia. Frauen. Gleichstellung. Work online, 2019-08-30.
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20.08.2019 Schweiz
Frauen
Personen
Regierung Schweiz
Work
Patricia D Incau
Regierung Schweiz
Rentenalter
Volltext
Bundesrätliche AHV-Pläne machen Frauen hässig. Höheres Rentenalter? Ohne uns! Der Bundesrat will die Frauen ein Jahr länger arbeiten lassen. Die machen klar: Nicht mit uns! Da kam er schon wieder auf, der Geist des Frauenstreiks: Als SP-Bundesrat und AHV-Minister Alain Berset am 1.August in Yverdon-les-Bains zu seiner Rede ansetzte, kam es im Publikum zum stillen Protest. Der Grund: Im Juli hatte der Bundesrat seine neuesten AHV-Pläne präsentiert. Und die Frauen damit so richtig hässig gemacht. Denn im Zentrum der Reform steht ·die Erhöhung des Frauenrentenalters. Statt heute bis 64 sollen Frauen künftig bis 65 arbeiten - und damit einen Grossteil der AHV-Sanierung schultern (siehe Kasten). Eine „Ohrfeige für alle Frauen“, finden das die Mitglieder des Basler Streikkomitees. „Eine Frechheit!“ sagen die Zürcherinnen. Und für die Westschweizerinnen ist klar: „On se moque de nous!“, sinngemäss: Wir werden verarscht. Denn: Nicht einmal drei Wochen lagen zwischen dem mächtigen Frauenstreik vom 14.Juni und der bundesrätlichen Pressekonferenz. Alter Wein in neuen Schläuchen. Der Plan des Bundesrates ist da nicht nur ein riesiger Affront. Sondern auch: alter Wein in neuen Schläuchen. Denn schon zweimal haben Regierung und Parlament in den letzten Jahren versucht, das Frauenrentenalter zu erhöhen. Zweimal sagte das Volk Nein. Zuletzt 2017, bei der Abstimmung um die Altersvorsorge 2020. (…).
Patricia D’Incau.
Work online, 16.8.2019.
Personen > D’Incau Patricia. Rentenalter. Regierung Schweiz. Work online, 2019-08-16.
Ganzer Text
16.08.2019 Schweiz
Personen
Steuern
Work
Clemens Studer
Steuerhinterziehung
Unternehmenssteuer
Volltext
Endlich faire Konzernsteuern. Was die Banken dank dem Bankgeheimnis auf individueller Ebene machten, macht die Schweiz auf institutioneller, Beide Geschäftsmodelle liegen im Sterben. Die Eidgenössische Steuerverwaltung darf den französischen Kolleginnen und Kollegen Namen und zusätzliche Informationen zu rund 40‘000 UBS-Konten liefern. Auf diesen Konten liegen grösstenteils wohl unversteuerte Vermögen von 11 Milliarden Franken. Die Anfrage ging im Mai 2016 ein und wurde von der UBS bis vor Bundesgericht bekämpft. Ohne Erfolg. Am 26. Juli 2019 genehmigte das Bundesgericht nun die Datenlieferung. Den Ausschlag gegeben hat ein SVP-Bundesrichter. Weil Spekulanten und Banker damit nicht rechneten, wurde bereits vor dem Votum des letzten Bundesrichters gefeiert, und der UBS-Aktienkurs legte zu, um dann nach dem Votum des SVP-Richters wieder zu tauchen. Nebenwirkung des Urteils: Die SVP zeigt, was sie von der Gewaltenteilung hält, und droht ihrem Parteikollegen mit der Abwahl. Rückzugsgefechte. Die Anfrage der Franzosen wird nicht die letzte sogenannte Gruppenabfrage bleiben. Einige Länder haben schon solche eingereicht, unterdessen auch Italien, wie dieser Tage bekannt wurde. In Paris wurde die UBS wegen Schwarzgeldgeschäften zu einer Milliardenbusse verurteilt. (…).
Clemens Studer.
Work online, 16.8.2019.
Personen > Studer Clemens, Unternehmenssteuer. Work online, 2019-08-16.
Ganzer Text
16.08.2019 Le Lieu
Dubois Dépraz SA
Personen
Unia Schweiz
Work
Ralph Hug
Dubois Dépraz SA
Entlassung
Gewerkschaftsrechte
Volltext
Neuer Fall einer antigewerkschaftlichen Kündigung. Ist Unia-Mann Mickael Béday das letzte Opfer der Brutalo-Chefs? Eine Schande: Die Schweiz stand wegen antigewerkschaftlicher Kündigungen auf der schwarzen Liste der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Das jüngste Opfer ist ein Uhrmacher aus dem Jura. Mickael Béday (28) wollte eine Betriebskommission auf die Beine stellen. Und in der Uhrenfirma Dubois Dépraz SA im Vallée de Joux dafür sorgen, dass der Gesamtarbeitsvertrag auch bei Überstunden korrekt angewendet wird. Aber das missfiel der Direktion. Am 24. Juni entliess sie den Gewerkschafter aus fadenscheinigen Gründen. Für Pierre-Yves Maillard, Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds (SGB), ein klarer Fall von antigewerkschaftlicher Kündigung: „Niemand darf entlassen werden, bloss weil er seine Rechte als Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer wahrnimmt“, kritisierte er Anfang Juli an einer Solidaritätskundgebung. Rund hundert Protestierende verlangten die Wiedereinstellung von Mickael Béday. Die Unia hat inzwischen eine Petition lanciert. Wende in Sicht. Der Fall Béday ist der jüngste in einer langen Geschichte. Denn die Schweiz schützt Arbeitnehmende nur höchst ungenügend vor missbräuchlicher Kündigung. Das ist der Grund, weshalb sie die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) im Mai auf eine schwarze Liste gesetzt hat. Mit dem fehlenden Schutz verstösst die Schweiz gegen die ILO-Konvention Nr. 98, die sie selber unterschrieben (…). Ralph Hug.
Work online, 16.8.2019.
Personen > Hug Ralph. Dubois Dépraz SA. Entlassung. Work online, 2019-08-16.
16.08.2019 Schweiz
Personen
SBB
Work
Ralph Hug
Betriebsunfall
SBB
Todesfall
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Einklemmschutz funktionierte nicht: Tragischer Tod von Zugführer Bruno R. Der SEV will umfassende Sicherheitskontrolle. Die Bähnlergewerkschaft SEV machte bei den SBB Druck für eine schnellere Überprüfung der Zugtüren-Sicherheit. Was war verantwortlich für den tödlichen Unfall des Zugbegleiters Bruno R. (54)?. Klar ist bis jetzt nur: Die Türe schloss und klemmte den Arm des Zugführers ein. Dieser konnte nicht mehr einsteigen und wurde vom Zug mitgeschleift. Der Einklemmschutz, der genau solche Unfälle verhindern soll, hat nicht funktioniert. Eine Untersuchung der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle läuft. SBB-Mitarbeitende, aber auch Reisende kennen den Mangel. Laut offizieller SBB-Statistik sind seit 2014 insgesamt 86 Fahrgäste und seit 2016 zehn Zugbegleiter eingeklemmt und teilweise verletzt worden. Kein Risiko. Bruno R.s tragischer Tod hat die Bähnlerinnen und Bähnler tief getroffen, Vor einer Woche stand punkt 13 Uhr im Zürcher Hauptbahnhof alles still. Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen des Verunfallten hielten eine Gedenkminute mit Trillerpfeifen und Zughörnern ab. Ein deutliches Signal für mehr Sicherheit. Gleichzeitig macht die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV Druck. Vizepräsident Manuel Avallone forderte, dass sämtliche 493 Wagen des fraglichen Zugtyps mit fast zweitausend Türen aus dem Betrieb genommen und durchgecheckt werden. Man dürfe kein Risiko eingehen. (…). Ralph Hug.
Work online, 16.8.2019.
Personen > Hug Ralph. Betriebsunfall. Todesfall. Work online, 2019-08-16.
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16.08.2019 Schweiz
Personen
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Martin Jakob
Ratgeber
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Wohnungswechsel
Wohnungszüglete in Eigenregie: Was Sie beachten müssen. Machen Sie es den Freunden nicht zu schwer. Fleissige Freunde, ein gutes Fahrzeug und eine vorausschauende Planung: Wie Ihr Umzug auch ohne Zügelprofis gelingt. Eine Züglete will gut vorbereitet sein - erst recht, wenn Sie selber Regie führen. Sobald der Termin feststeht, werben Sie also Helferinnen und Helfer an, mieten den Lieferwagen und organisieren genügend Verpackungsmaterial. Vielleicht erhalten Sie Kartons gratis von Freunden, andernfalls können Sie sie im Do-it-yourself-Shop kaufen oder beim Zügelunternehmen mieten. Die Miete ist etwas teurer, hat aber Vorteile: Sie erhalten robuste, gut stapelbare Boxen, und nach Gebrauch werden Sie die Dinger wieder ohne Entsorgungsaufwand los. Erkunden Sie beizeiten auch den Fahrweg und die Auf- und Ablademöglichkeiten möglichst nah bei der Haustür, Es empfiehlt sich, den Hauswarten die Züglete anzumelden und sie allenfalls zu bitten, am Vorabend einen genügend grossen Parkplatz zu reservieren. Gut unterwegs. Wählen Sie einen Lieferwagen mit genügend grossem, gedecktem Ladevolumen. Falls Sie Tiefgaragen befahren müssen, achten Sie auf die maximale Durchfahrtshöhe! Gegen Aufpreis erhalten Sie ein Fahrzeug mit Hebebühne, die schont den Rücken. Achten Sie unbedingt auf eine ausreichende Versicherung. Eine Haftpflichtversicherung für Schäden, die bei einem Unfall Dritten zugefügt werden, muss der Vermieter selbst abschliessen. Die Vollkasko zur Versicherung von Schäden am Mietauto ist dagegen nicht zwingend. Falls sie im Mietpreis nicht enthalten ist, sollten Sie sie dazukaufen,  (…). Martin Jakob.
Work online, 16.8.2019.
Personen > Jakob Martin. Wohnungszueglete. Ratgeber. Work online, 2019-08-16.
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16.08.2019 BS Kanton
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Unternehmerverbände
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Jonas Komposch
Armee-Einsätze
Streik
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Am 1. August 1919 starben fünf Menschen im Kugelhagel der Armee. Maschinengewehr-Salven gegen Streikende in Basel. Vor hundert Jahren wehrte sich die Basler Arbeiterschaft mit einem zehntägigen Generalstreik gegen Hunger und Elend. Doch Bürgerwehr und Militär antworteten mit brachialer Gewalt. Es geschah in einem Kleinbasler Arbeiterquartier am 1. August 1919. Frieda Nyffeler war gerade mit Hausarbeiten beschäftigt, als es draussen plötzlich krachte. Jugendliche hatten das Pflaster aufgerissen und kleine Strassenblockaden gebaut. Nun kamen Militärcamions herangerast, Soldaten gaben Schüsse ab - auch mit Maschinengewehren. Sofort stürmte Nyffeler hinaus, wo sie ihre Kinder vermutete. Doch kaum war sie aus der Tür getreten, glaubte Oberleutnant Mattes in ihr eine Angreiferin zu erkennen. Er schoss. Am Kopf getroffen, war die dreifache Mutter sofort tot. So steht es in den Akten des Militärgerichts, das den Todesschützen freisprach. Geiziger Färbereibaron. Anlass der Militäraktion war ein Generalstreik, in den die Lohnabhängigen sämtlicher Branchen der Stadt am 31. Juli getreten waren. Es war der erste lokale Generalstreik seit dem Landesstreik im Vorjahr. Denn noch immer mussten 20‘000 Menschen Nothilfe vom Kanton beziehen. Etliche Familien waren obdachlos. Die Arbeitslosigkeit nahm sogar zu. Ebenso die Fälle von Tuberkulose, begünstigt durch chronische Unterernährung. Von der Misere am stärksten betroffen waren die Arbeiterinnen und Arbeiter der Textilindustrie - einer Tieflohnbranche. Am schlechtesten zahlte die Färberei Clavel&Lindenmeyer, ein Schweizer Textilmulti, dessen Chef (…). Jonas Komposch.
Work online, 16.8.2019.
Personen > Komposch Jonas. Armee-Einsatz. Basel. Work online, 2019-08-16.
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16.08.2019 Schweiz
Arbeitszeit
Personen
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Kathrin Ziltener
Arbeitspause
Ratgeber
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Darf ich für den Spitalbesuch früher gehen? Ich arbeite Im zweiten Lehrjahr als Hotel-Kommunikationsfachmann. Meine feste Freundin Ist schwer erkrankt und liegt seit längerer Zeit Im Spital. Ich habe meine Chefin gefragt, ob Ich einmal pro Woche ein bis zwei Stunden früher gehen könne, um sie zu besuchen. Die Chefin sagte, das gehe leider nicht. Kann Ich noch etwas machen? „Leider ist die Entscheidung zulässig. Das Schweizer Arbeitsrecht ist nicht sehr alltagsfreundlich: Selbst wenn du ein krankes Kind zu Hause hast, kannst du meist maximal drei Tage freinehmen. Wärst du mit einer Freundin verheiratet oder würdet ihr in eingetragener Partnerschaft leben, wäre die Chance grösser: Die Gerichte bejahen heute den Anspruch auf zusätzliche Freizeit für den Besuch kranker Familienangehöriger im Spital. Ich würde dir empfehlen, noch einmal mit deiner Chefin zu reden und ihr den Ernst der Lage klarzumachen. Ausserdem könntest du ihr anbieten, an dem Tag, an dem du früher gehen möchtest, auch früher mit der Arbeit zu beginnen. Ich wünsche dir und deiner Freundin in dieser anstrengenden Zeit auf jeden Fall alles Gute“
Hast auch du eine Frage an die Unla-Jugendsekretärin? Schreib an lehre unla.ch.
Kathrin Ziltener.
Work online, 16.8.2019.
Personen > Ziltener Kathrin. Arbeitspausen. Ratgeber. Work online, 2019-08-1.
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16.08.2019 Schweiz
Arbeitszeit
Personen
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Igor Zoric
Arbeitspause
Ratgeber
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Arbeitszeit: Darf ich nur in der Pause auf die Toilette? Ich arbeite in einem Kiosk am Bahnhof. Den ganzen Vor- und Nachmittag bin Ich allein Im Kiosk. Nur für die Mittagspause werde Ich vertreten. Wenn Ich auf die Toilette gehen möchte, muss ich also bis zur Mittagspause oder bis zum Abend warten, da ich den Kiosk nicht verlassen und schliessen darf. Dies bereitet mir oft Probleme. Bereits einige Male habe ich meine Kündigung riskiert, weil ich einen meiner Stammkunden gebeten habe, kurz auf den Kiosk aufzupassen, um auf die öffentliche Toilette eilen zu können. Habe Ich kein Recht, auch während der Arbeitszeit auf die Toilette zu gehen? Igor Zoric: Doch, dieses Recht haben Sie. Ihre Firma muss den Arbeitsablauf so gestalten, dass Sie jederzeit auf die Toilette gehen können. Wie dies in der Praxis umgesetzt wird, muss die Firma in einem Reglement oder in einer schriftlichen Anweisung festhalten und Sie darüber informieren. Wenn Sie den Kiosk nicht schliessen können, muss sich Ihre Firma entsprechend organisieren. Sie muss eine Vertretung organisieren, die auch kurzfristig eintreffen kann, oder gemeinsam mit den umliegenden Geschäften eine Lösung finden, die es Ihnen ermöglicht, auch während der Arbeitszeit zur Toilette zu gehen. Stehen Ihnen nur öffentliche, kostenpflichtige Toiletten zur Verfügung, so muss Ihre Firma die Kosten dafür übernehmen.
Igor Zoric.
Work online, 16.8.2019.
Personen > Zoric Igor. Arbeitspause. Toilette. Work online, 2019-08-16.
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16.08.2019 Schweiz
Arbeitszeit
Personen
Work
Igor Zoric
Arbeitspause
Ratgeber
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Arbeitszeit: Muss ich die Pause am Arbeitsplatz verbringen? Ich arbeite in Vollzeit den ganzen Tag über allein Im Verkaufslokal eines Einkaufszentrums. Den Laden darf Ich auch für die Mittagspause nicht schliessen und muss während der gesamten Öffnungszeit Kundinnen und Kunden bedienen. Ich darf Im Laden nichts essen. Deshalb esse ich, wenn überhaupt, nur auf dem Weg zur Toilette etwas Kleines. Mein Chef zieht mir dafür eine Stunde Pause pro Tag ab. Ist dies erlaubt? Igor Zoric: Nein. Das ist nicht erlaubt. Die Firma muss Ihre Arbeit so organisieren, dass Sie Ihren Arbeitsplatz für die Pause verlassen können, auch wenn Sie allein arbeiten. Deshalb muss Ihr Chef die Pausen im Dienstplan festhalten und entweder eine Vertretung organisieren oder die Öffnungszeiten anpassen. Wenn Sie Ihren Arbeitsplatz für die Pause nicht verlassen dürfen, muss Ihre Firma Ihnen dies immer als Arbeitszeit verbuchen. Die Pause gilt dann jedoch speziell im Detailhandel als nicht bezogen. Nur in absoluten Einzelfällen wird der Bezug der Pausen am Arbeitsplatz ausnahmsweise toleriert. Und nur dann, wenn innerhalb der Verkaufsfläche ein ruhiger, sauberer und abgetrennter Pausenort existiert, an dem Sie sich verpflegen und tatsächlich ausruhen können. Dieser muss sämtlichen Anforderungen des Gesundheitsschutzes entsprechen und mindestens Trinkwasser, die Sicht ins Freie und eine Sitzgelegenheit bieten. All dies ist in Ihrem Fall nicht gegeben. Es ist deshalb so, dass Sie eigentlich gar keine Pausen bezogen haben!  lgor Zoric.
Work online, 16.8.2019.
Personen > Zoric Igor. Arbeitspause. Work online, 2019-08-16-1.
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16.08.2019 Schweiz
Personen
Work
Katrin Bärtschi
Briefträgerin
Die Briefträgerin & die Briefeinwürfe. Manchmal reicht ein Bild oder eine Erinnerung, und mitten im Sommer wird der Winter lebendig. Und umgekehrt. Oft verbunden mit einer Prise Längizyti. Jedenfalls ist es ein heisser Sommertag, als der Briefträgerin plötzlich ein eisiger Winterabend in den Sinn kommt: Sechs Uhr vielleicht war es da gewesen und sie irgendwo in der Stadt unterwegs. Längst lag Dunkelheit über allem. Da stiess sie auf einen alten, lange nicht gesehenen Bekannten, der auf einer kleinen Mauer sass. „Was tust du denn hier?“ fragte die Briefträgerin. „Ich warte auf die Person, die den Briefkasten leert“, antwortete der Bekannte und zeigte auf den gelben Kasten neben sich, der in der Postsprache Briefeinwurf heisst. Die Briefträgerin erfuhr, dass der Bekannte drei Briefe geschrieben und eingeworfen hatte, was er nun bereute. Abrechnungen mit der Mutter und den zwei Brüdern. „Ich glaube, vor allem der Brief an die Mutter ist zu happig“, sagte der Bekannte. „Ich sollte ihn besser nicht schicken. Sie sollte ihn besser nicht erhalten.“ Die Briefträgerin verkniff sich das Lachen nicht. Und sie dachte an den Zauberstab, der zu Hause am Postschlüsselbund hing. Der Schlüssel, mit dem sich alle Briefeinwürfe im Gebiet ihrer Zustellstelle öffnen lassen würden. Der kleine Schlüssel früher, der noch aussah, wie Schlüssel in alten Geschichten aussehen, hatte sogar in alle Briefeinwurfschlösser der Schweiz gepasst. „Sesam öffne dich!“, und alle Geheimnisse kämen ans Licht. Die Rechnungen, die Werbesendungen, die Geburtsanzeigen, die Liebesbriefe, die Todesanzeigen, die Abrechnungen. (…).  Katrin Bärtschi.
Work online, 16.8.2019.
Personen > Baertschi Katrin. Brieftraegerin. Briefgeheimnis. Work online, 2019-09-16.
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