Gewerkschaftschronik
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Anzahl gefundene Artikel: 3114

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29.05.2020 Schweiz
Frauen
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Coronavirus
Frauen
Volltext
Machen Frauen es besser? Führen Frauen in der Corona-Krise besser als Männer? Weil sie umsichtiger regieren? Und so sozialisiert sind, dass sie „ökonomisch, medizinisch und sozial vorausschauender“ sind als Männer? Das fragte kürzlich die britische Tageszeitung „The Guardian“. Und verglich die Zahl der Corona-Toten in verschiedenen Ländern. Und tatsächlich: In den vor¬bildlichsten Ländern mit bisher wenig Corona-Opfern regieren durchs Band Regierungs¬chefinnen. Allen voran Jacinda Ardern, die Premierministerin von Neuseeland. Sie reagierte früh und entschieden auf den Virus. Und wandte sich dann regelmässig mit „Bleiben Sie zu Hause und retten Sie Leben!“-Videobotschaften vom heimischen Sofa aus via Facebook an die Nation. Mahnte zu Vor- und Rücksicht und zur Solidarität. Sie hat sich damit viele Fans geschaffen. Aber auch Dänemark, Island, Taiwan, Norwegen und Finnland sind von Frauen regiert und schneiden bei der Corona-Bewältigung gut ab. Junge Frauen regieren die Länder mit den wenigsten Corona-Toten. America first. Anders die USA und Brasilien. Sie werden von Macho-Grossmäulern und Corona-Lügnern angeführt. Donald Trumps «America first» bewahrheitet sich jetzt ausgerechnet bei den Corona-Todesfällen. Die USA sind tragische Weltspitze, dicht vor Jair Bolsonaros Brasilien. Im grössten lateinamerikanischen Land verbreitet sich inzwischen nicht nur der Virus hemmungslos, sondern auch der Hunger. Wie die work-Reportage aus der grössten Stadt, São Paulo, eindrücklich zeigt. (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 29.5.2020.
Personen > Kugn Marie-Josée. Frauen. Coronavirus. Work online, 2020-05-29.
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29.05.2020 Nyon
Personen
Unia VD Kanton
Weight Watchers SA
Work
Ralph Hug
Konsultationsverfahren
Volltext
Weight Watchers SA
Nyon VD: Massenentlassung bei US-Diät-Konzern. Weight Watchers speckt ab – ohne Sozialplan. Das Abnehm-Unternehmen Weight Watchers steckt in der Krise. In der Schweiz sind 110 Jobs in Gefahr. Die Hiobsbotschaft kam vor drei Wochen an einer Videokonferenz. Der Schweizer Sitz von WW International – so heisst Weight Watchers heute – in Nyon VD gab eine massive Restrukturierung bekannt. 110 der insgesamt 174 Mitarbeitenden sollen den Job verlieren. Als Grund nannte der Konzern den Geschäftseinbruch wegen der Corona-Pandemie. Doch das scheint eher vorgeschoben. Es ist seit längerem bekannt, dass das US-Unternehmen mit 1,4 Milliarden Dollar Umsatz und 8200 Beschäftigten in dreissig Ländern in der Krise steckt. Müssen jetzt die Mitarbeitenden für ein jahrelanges Missmanagement bezahlen? Es trifft vor allem Frauen über 50, die Teilzeit als „Coach“ arbeiten. Oprah soll^s richten
Zu lange hatte sich das Unternehmen auf den Erfolgen von gestern ausgeruht. Es verlor immer mehr Kundinnen und Kunden, dies trotz verbrei¬teter Fettleibigkeit. Ein überholtes Image vom Abnehmen durch Diäten sowie die neue Konkurrenz im Internet durch Apps mit zeitgemässen Programmen zur Gewichtsreduktion liessen Weight Watchers zunehmend alt aussehen. Die Versäumnisse verbauten ihm den Zugang zum jüngeren Publikum. Coop schmiss die Weight-Watchers-Produkte bereits 2016n. (…).
Ralph Hug.
Work online, 29.5.2020.
Personen > Hug Ralph. Wight Watchers. Entlassungen. Work online, 2020-05-29.
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29.05.2020 Schweiz
Personen
Post
Work
Katrin Bärtschi
Post
Volltext
Die Briefträgerin und der Motor. Die neue Strategie der Post ist eine „Wachstumsstrategie“, in welcher der Service public gebührend berücksichtigt werden soll. Habe doch grad die Corona-Krise gezeigt, wie wichtig die Rolle der Post als Grundversorgerin sei und wie gut sie diesen Auftrag erfülle. Sagte der CEO an einer Online-Veranstaltung, zu der die Mitarbeitenden am Vorabend der Pressekonferenz eingeladen waren. Zwei Stunden „Live-Arena“, die auf Vertrauensbasis als Arbeitszeit angerechnet wurden. Auch das ist neu. Bisher musste das Zustellpersonal bei obligatorischen „Strategieanlässen“ meist die halbe Zeit als Freizeit drangeben. Die Briefträgerin loggte sich ein und erhielt Zugang zum Live-Stream. Zusammen mit zuletzt scheint’s siebentausend ¬anderen Mitarbeitenden, von denen viele sich mit Fragen und Bemerkungen aktiv beteiligten. Die ganze Konzernleitung war da, mehr oder weniger gemäss Corona-Abstand aufgereiht. Der Personalchefin, dem einzigen weiblichen Konzernleitungsmitglied, war als Geschlechtsgenossin die Leiterin des Funk¬tionsbereichs „Entwicklung und Innovation“ beigesellt. Nur der Konzernleiter trug Krawatte.
Die Folien sind in der Firmenfarbe eines Motorenölunternehmens gehalten. MIit System. Die Vision „Wir sind der Motor für eine moderne Schweiz“ löst die Parole „Einfach mit System“ ab. Lustig, dachte die Briefträgerin, dass die den Live-Gesprächen beigefügten Präsentationsfolien in der Firmenfarbe eines Motorenölunternehmens gehalten sind („Motorex – Oil of Switzerland“). (…). Katrin Bärtschi.
Work online, 29.5.2020.
Personen > Baertschi Katrin. Post. Work online, 2020-05-29.
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29.05.2020 Brasilien
Work

Coronavirus
Volltext
Brasilien hat hinter den USA am zweitmeisten Covid-Kranke. „Viele Menschen haben noch nicht mal Seife“
Der Corona-Virus breitet sich in Brasilien rasant aus. Doch für Präsident Jair Bolsonaro ist es noch immer eine „kleine Grippe“. Deshalb helfen sich die Leute in den Armenvierteln von São Paulo jetzt selbst.
Auch eine Tafel Schokolade sei eingepackt, sagt Andreia Barbosa und lacht. „Um das Leben in dieser schweren Zeit ein bisschen zu versüssen.“ Barbosa (36) glattgeföhnte Haare, zupackende Art, steht in einem Raum voller Kisten, irgendwo am Stadtrand von São Paulo, Brasilien. Und sagt: „Die Auswirkungen des Coronavirus sind in den Randgebieten dramatisch. Deshalb helfen wir.“ Barbosa ist Koordinatorin der Wohnungslosenbewegung MTST. Eigentlich kämpft die Bewegung mit Besetzungen gegen die massive Wohnungsnot in der Megametropole, in der 20 Millionen Menschen leben. Doch in der Corona-Krise hilft sie den Armen mit Essensspenden. „Komm, jetzt fahren wir los“, sagt Barbosa, schnappt sich eine Kiste und schleppt sie zu einem Auto. „Was wir machen, ist eine solidarische Revolution“, sagt sie, während der Wagen durch ein Labyrinth aus roten Backsteinhäusern düst. Nach nur wenigen Minuten kommt das Auto zum Stehen. Barbosa stapft eine enge Gasse hoch, bleibt vor einem schrägen Haus mit unverputzten Wänden stehen und klopft an die Holztür. Eine Frau mit türkisem T-Shirt macht die Tür auf. Aus dem Innern des kleinen Hauses dröhnt der Fernseher, Kinder toben durch das dunkle Wohnzimmer. Barbosa (…). 
Work online, 29.5.2020.
Work > Brasilien. Coromavirus. Work online, 2020-05-29.
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28.05.2020 Schweiz
Personen
Work
Clemens Studer
Coronavirus
Volltext
Lockerung der Corona-Massnahmen: Ab in die Badis, Zoos und Nachtclubs. Für Lohnabhängige bleibt's hart
Der Bundesrat hat massive - Lockerungen der Corona-Massnahmen beschlossen und beendet am 19. Juni die „ausserordentliche Lage“. Was heisst das konkret? Bisher steuerte der Bundesrat das Land durch die Corona-Krise. Gesundheitspolitisch und wirtschaftspolitisch. Möglich machten das die Kompetenzen, die er dank der „ausserordentlichen Lag“» hatte. Ab dem 19.Juni liegt wieder mehr Verantwortung beim Parlament. Und das hat gerade wirtschaftspolitisch einiges zu tun. Denn die wirtschaftlichen Folgen der Krise sind gerade für Klein- und Mittelverdienende dramatisch. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund hat deshalb eine ausführliche Analyse der Lage gemacht und die sich aus Sicht der Lohnabhängigen ergebenden Forderungen formuliert (nachzulesen hier: rebrand.lyj sgb-analyse): Zentral sind zum Beispiel die Ausbezahlungen von 100 Prozent Kurzarbeitsentschädigung. Die Verlängerung der Kurzarbeit auf 18 Monate. Der Verzicht auf staatliche Sparmassnahmen. Keine höhere Belastung der Normalverdienenden. Ab dem 2.Juni trifft sich das Parlament zur Sommersession. Dort wird sich rasch zeigen, wer die Interessen der Mehrheit vertritt. Die wichtigsten Eckpunkte der bundesrätlichen Lockerungen: (…).

Clemens Studer.
Work online, 28.5.2020.
Personen > Studer Clemens. Coronavirus. Ende. Work online, 2020-05-28.
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15.05.2020 Schweiz
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Coronavirus
Volltext
Corona-Hirn. Kaum hatte der Bundesrat grünes Licht für die Coiffeursalons gegeben, setzte er sich auch schon in mein Ohr: „Bim Coiffeur bini gsässe vor em Spiegel – luege dry!“ Ja, der Mani Matter. „Und gseh dert drinn e Spiegel wo ar Wand isch vis-à-vis.“ Und kaum gab der Bundesrat grünes Licht für die Wiederöffnung der Beizen, näselte er los im andern Ohr, der Peter Bichsel. „Das isch nümme mini Beiz!“ jammerte er. Logisch nicht, mit all diesen Corona-Massnahmen: mit diesen Stellwändchen, den maskierten Kellnern, all diesem Abstand und der Desinfiziererei. Bichsel sagt jetzt, mit den Hygienevorschriften verlören die Beizen sogar ihre Seele. Und schon buttert mir Jim Morrison seinen Alabama-Song ins Ohr: „Show me the way / to the next whiskey bar / oh, don’t ask why / oh, don’t ask why!“ Irgendwie schräg, aber wahr: Seit Corona führt sich mein Hirn auf wie eine Jukebox. Sorry, das ist jetzt kein Edito wie sonst. Ohrwürmer. Eine Assoziation genügt: und schon lassen sie es jazzen. Ay! Corona! (statt Ay! caramba!) Corona-Paloma. Paloma Ade! Und schon spielt mein rechtes Ohr aus der tiefsten Kindheit auf. Mireille Mathieu mit dem Bubikopf: „La Paloma, ade / wie die wogende See / so ist das Leben ein Kommen und Gehen / und wer kann es je verstehen?“ Ja, wer kann das bloss verstehen? Ich, ehrlich gesagt, grad nicht. Gerade in diesen Corona-Zeiten nicht. Wo die Zukunft ein unbekannter Planet. Und das Hier und Jetzt nur so über uns hereinrollt. Rockt und rollt. Und NeinNeinNein, Ohren! ich will kein „Rock (…).  Marie-Josée Kuhn.
Work online, 15.5.2020.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Coronavirus. Beizen. Work online, 2020-05-15. 
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15.05.2020 Schweiz
Personen
Work
Jonas Komposch
Coronaleugner
Demonstrationen Bern
Volltext
Rechtsextreme schielen auf „Corona-Demos“. Versuchslabor für Neonazis. Sie seien unpolitisch, sagen die Anti-Lockdown-Demonstrierenden und irren schwer. Denn Rechts und Ganzrechts beklatscht sie schon längst. Die „Corona-Rebellen“ glauben, sie kämpften gegen „den Mainstream“, „die Eliten“ und „das System“. Tatsächlich kommt ihre Forderung nach einer totalen Lockdown¬Aufhebung vielen Mächtigen gerade recht. Die Stossrichtung der Corona-Demos deckt sich mit der Haltung der dominierenden Rechtsparteien SVP und FDP. Denn das, was die Protestierenden jetzt lauthals fordern, hätten die beiden Parteien am liebsten schon vor Wochen gehabt: die Aufhebung der wirksamsten Schutzmassnahmen - Gesundheit hin oder her. Hauptsache die Dividenden fliessen. Doch all das wollen oder können die Teilnehmenden der Mahnwachen nicht begreifen. Sie behaupten, mit Politik nichts am Hut zu haben und weder links noch rechts zu sein. Und genau diese Beliebigkeit nutzen Leute aus, die durchaus politische Ambitionen haben: Rechtsradikale. Hitlergrus. Einer von ihnen ist der St. Galler Videoblogger Ignaz Bearth (36), einst Funktionär der Schweizer Neonazi-Partei PNOS. Er streamte am Samstag live vom Berner Bundesplatz und war ganz aus dem Häuschen. Denn er sah in den paar Hundert Versammelten den Anfang einer grossen Volksbewegung. Und zwar gerade deshalb, weil die Leute aus so verschiedenen Milieus stammten und sogar Rechtsextreme tolerierten. So berichtete die „Berner Zeitung“ von einem Mann, der vor dem Bundeshaus ungestört den Arm zum Hitlergruss erheben konnte. Bearth war daher euphorisch und (…). Jonas Komposch.
Work online,15.5.2020.
Personen > Komposch Jonas. Coronaleugner. Demonstration. Work online, 2020-05-15.
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15.05.2020 Schweiz
Personen
Work
Jonas Komposch
Coronaleugner
Demonstrationen Bern
Volltext
„Corona-Rehellion“: Aluhüte aller Glaubensrichtungen vereinigen sich. Aufstand der Eingeschworenen. Der Lockdown ist keiner mehr. Doch ausgerechnet jetzt wittern Corona-Leugner und Verschwörungsgläubige Morgenluft. Und machen erneut moil. Zirkus und Spektakel sind nichts Ungewohntes auf dem Zürcher Sechseläutenplatz. Doch seit Anfang Mai spielen sich dort immer skurrilere Szenen ab. Zuletzt am vergangenen Samstag anlässlich der zweiten „Mahnwache“ gegen den Lockdown und die angebliche „Corona-Hysterie“: Junge Hippies mit Rastafrisuren pusten Seifenblasen in die Luft und singen Kumbaya. Kurlige Käuze hüpfen mit radikalen Christen und bekannten Esoterikerinnen händchenhaltend den Ringeltanz. Daneben ein wutbürgerlicher Rentner mit Schweizerfahne in angeregter Diskussion mit einer Frau, die sich ganz in weisses Tuch gehüllt hat und Blumen verteilt. Flyer streut dagegen ein Mittfünfziger, der extra aus dem Appenzellischen angereist ist. Seine Botschaft: Die Mobilfunktechnologie 5G sei schuld am Coronavirus. Konkurrenz hat er von Anhängeinnen der sogenannten Bill-Gates-Verschwörung. Sie besagt, der Microsoft-Gründer wolle mit Covid-19 die Weltbevölkerung dezimieren. Auch eine Vielzahl von langjährigen Impfgegnern weibelt um die Wette. Auf einem ihrer Kartonschilder steht: „Impfen macht frei“. In Anlehnung an „Arbeit macht frei“, der Torbogenaufschrift der Nazi-Konzentrationslager. Daran stösst sich hier niemand. Erst recht nicht jene Gruppe, die stumm und kreisförmig am Boden . (…). Jonas Komposch.
Work online, 15.5.2020.
Personen > Komposch Jonas. Coronaleugner-Demo. Work online, 2020-05-15.
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15.05.2020 EU
Schweiz
Initiativen Schweiz
Personen
Work
Andreas Rieger
Konzernverantwortungs-Initiative
Volltext
Konzernverantwortung: Stolpert Keller-Sutter? In der EU geht es mit der Regelung der internationalen Konzernverantwortung vorwärts. Also mit der Haftung von international tätigen Firmen, wenn sie Menschenrechtsverletzungen begehen oder verbindliche Umweltstandards missachten. Didier Reynders, ¬Justizminister der EU-Kommission, sagt: „Wir müssen jetzt handeln!“ Es brauche verbindliche Anforderungen für die Konzerne. Eine Studie über die bisherige Realität der Konzernverantwortung in den EU-Staaten hat gezeigt, dass unverbindliche Regeln und blosse Berichterstattung nichts bringen. Deshalb sagt Reynders: „Eine Regulierung ohne Sanktionen ist keine Regulierung.“ Wird die EU die Schweiz schon bald überholen? Französisches Modell? In Frankreich gibt es bereits seit zwei Jahren die bisher umfassendste Regulierung der internationalen Konzernverantwortung. Französische Unternehmer beklagen sich nun, sie würden härter angefasst als ihre Konkurrenten. Deshalb macht Frankreich zusammen mit anderen Ländern Druck für eine verschärfte EU-Regelung. Und Reynders will jetzt beim französischen Modell anknüpfen. Noch in diesem Jahr schickt er -einen Gesetzesentwurf in die Vernehmlassung, im nächsten Jahr sind Beratung und Verabschiedung in den EU-Institutionen vorgesehen. Das ist ein Meilenstein. Einer, über den absehbar Bundesrätin Karin Keller-Sutter stolpern wird. (…).
Andreas Rieger.
Work online, 15.5.2020.
Personen > Rieger Andreas. EU. Konzernverantwortungs-Initiative. Work, 2020-05-2215.
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15.05.2020 Schweiz
Personen
Work
Jean Ziegler
Coronavirus
Volltext
Die Welt danach. Montag, 23. März: Der elegante Privatbankier Emmanuel Macron, seit dem Mai 2017 Präsident der Französischen Republik, hält am Fernsehen eine überraschende Rede: „Wir sind im Krieg!“ Macron wiederholt den Satz fünf Mal in zwanzig Minuten. Der Krieg gegen das mörderische Coronavirus in Europa und auf der ganzen Welt ist längst nicht gewonnen. Nehmen wir Frankreich. Jeden Abend geben die Sprecherinnen und Sprecher der Tagesschau die Opferzahlen durch. Bisher starben schon mehr als 25’000 Menschen (Stand: 13. Mai). Neoliberale Gesundheitspolitik. Die schleichende Privatisierung der öffentlichen Gesundheitsfürsorge und die neoliberale Sparpolitik sind in den meisten Staaten ¬verantwortlich für das Massaker. Im letzten Jahr streikten in Frankreich während fünf Wochen die Ärztinnen und Ärzte, die Krankenschwestern und Logistikangestellten der Intensivstationen in den Spitälern gegen ihre völlig ungenügenden Saläre. Ein diplomierter Pfleger in Paris verdient ‚1400 Euro im Monat, Assistenzärztinnen kaum viel mehr. Damit kann im urbanen Milieu niemand vernünftig überleben. Aber Macron verweigerte jegliche Lohnerhöhung. Die neoliberale Gesundheitspolitik produzierte schlimme Folgen: Massenweise fehlen Betten und Apparate zur künstlichen Beatmung in den Intensivstationen. (Deutschland, Belgien, Luxemburg und die Schweiz nahmen glück¬licherweise schwerkranke französische Corona-Patienten auf.) Lebenssichernde Medikamente mussten erst aus Indien  (…). Jean Ziegler.
Work online, 15.5.2020.
Personen > Ziegler Jean. Coronavirus. Work online, 2020-05-15.
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15.05.2020 Schweiz
Personen
Post
Work
Katrin Bärtschi
Coronavirus
Volltext
Die Briefträgerin & die Risikoprämie. Am Anfang war die Petition vom 25. März, von der Gewerkschaft Syndicom lanciert und „von Tausenden von euch“ unterzeichnet: „Alle, die an der Front arbeiten, sollen eine Corona- Risikoprämie erhalten.“ Es folgten zwei Informationsschreiben. In einem teilte die Gewerkschaft freudig mit: „Euer Engagement hat sich gelohnt. All jene, die in der Zustellung, der Sortierung oder am Schalter gearbeitet haben, erhalten einen Bonus von 500 Franken respektive 250 bei einem Beschäftigungsgrad von weniger als 50 Prozent. Syndicom hat diese Prämie für alle Postangestellten gefordert (…). Die monetäre Entschädigung ist in dieser Zeit ein Zeichen.“„Der Presto-Kollege erhält keine Prämie.“Vergessen. Im Brief von der Post vom 20. April – im vertraulichen Du gehalten – wird die Gewerkschaft mit keinem Wort erwähnt. Die Post erscheint als Urheberin der Wohltat, und so wird es auch vom Teamchef kommuniziert. Als die Briefträgerin spöttisch nachfragt, gibt er aber ohne Zögern zu: „Ja, die Gewerkschaft steckt dahinter.“ So als wäre diese Nebensächlichkeit kaum der Rede wert. Die Post und die Gewerkschaft … „Man merkt dem Postsektor von Syndicom halt an, dass er früher ein Personalverband gewesen ist“, bemerkte einmal eine kämpferische Gewerkschafterin. Während Thomas Baur, Konzernleitungsmitglied, vor ein paar Jahren froh in der Personalzeitung verkündete, einer seiner grössten Erfolge als ehemaliger Leiter PostMail sei gewesen, dass heute nicht mehr für jede Entscheidung die Gewerkschaft konsultiert werden müsse. Das Vertrauen der Belegschaft in(…). Katrin Bärtschi.
Work online, 15.5.2020.
Personen > Baertschi Katrin. Coronavirus. Praemie. Work online, 2020-05-15.
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30.04.2020 Schweiz
USA
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Coronavirus
Präsident
Volltext
Klassenunterschiede. Jetzt haben wir weltweit wieder zwei Corona-Spezialisten mehr. Der eine ist Herr Doktor Donald Trump, der von sich sagt, er habe eine Begabung für medizinisches Wissen. Und der es „interessant“ fände, wenn man Menschen direkt Des¬infektionsmittel spritzen würde gegen Corona. Und der andere ist eine Spezialistin: Frau Doktor Magdalena Martullo-Blocher. Die sich selber zur maskierten Expertin kürt, wegen „ihrer Erfahrungen und Kontakte“. Und jetzt den sofortigen Exit aus dem Lockdown fordert. Weil: Jeder Todesfall sei zwar „tragisch“, aber nicht wirklich zu vermeiden. Trump & Martullo: zwei Führungspersönlichkeiten, die über Leichen gehen. Grotesk und toxisch zugleich. „Seuchensozialismus“. Corona hat die Blocher-Partei auf dem linken Fuss erwischt. Ganze drei Wochen lang blieb sie stumm. Jetzt kommt sie aus der Versenkung raus und dreht im Roten. Ein typischer Fall von „Hurrlibueb“-Politik, weist Work nach. Die SVP schiesst scharf gegen den Bundesrat und seine Corona-Politik. Behauptet, die Corona-Krise sei ausgeblieben. Behauptet, der Lockdown habe die Wirtschaft zugrunde gerichtet. Und fordert: „Stopp Lockdown jetzt!“. Work hat die SVP-Behauptungen an der Realität gemessen. Punkt für Punkt. Und kommt zum Schluss: Was die Partei wirklich will, ist weniger Sozialstaat in der Krise. Oder wie es der hartrechte NZZ-Chefredaktor Eric Gujer auszu¬drücken pflegt: weniger „Seuchensozialismus“. Und damit mehr Arbeitslose, mehr Konkurse und mehr Tote. Mehr von dem, was in der Corona-Krise gerade kläglich versagt: der Markt. Work-Autor Ralph Hug zeigt das Versagen des Kapitalismus e? (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 30.4.2020.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Donald Trump. Work online, 2020-04-30.
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30.04.2020 Schweiz
Personen
Work
Katrin Bärtschi
Briefträgerin
Coronavirus
Volltext
Die Briefträgerin & das Flattern. Manche Arbeitstage fangen ganz passabel an. Der erste Tag nach den langen Ferien war so einer, das frühe Aufstehen war gar nicht schlimm. Und dann durch den kahlen Bahnhof, auf den Zug und beim Betreten des „Stollens“ ein fast heimatliches Gefühl. Nicht besonders viel Post, dabei dafür aussergewöhnlich viele persönliche Briefe und die Coop- und Migros-Zeitungen gleichzeitig. Die Zeitungen waren nicht dick, sie enthielten keine Werbeeinlagen, was einen Vor- und einen Nachteil hatte: Angenehm war, dass die Bünde nicht allzu schwer wurden. Eher unangenehm, dass die Zeitungen in der Hand schlampten, sie zeitvorgabegerecht durch die Schlitze zu befördern erforderte Geschick und Übung. Netto &brutto. An jenem Morgen waren auch eine Netto- und eine Bruttowerbung an den Mann beziehungsweise die Frau zu bringen. Nettowerbung ist kommerzielle Werbung, die nur in Kästen ohne Stopkleber versenkt wird. Die Bruttowerbung geht an alle Haushaltungen, sie stammt von gemeinnützigen oder politischen Organisationen. Auch die Bruttowerbung bestand an jenem Dienstag aus einer dünnen Zeitung. Die Briefträgerin eilte wie üblich durch die Gegend. Eine kalte, böige Bise blätterte in den Zeitungen. Und liess sie in den Händen flattern, was das Einwerfen zusätzlich erschwerte. So verging die Zeit. Corona war kaum ein Thema. Die Strassen waren leerer als sonst, die Briefträgerin unterschrieb selber für die Empfängerinnen und Empfänger der eingeschriebenen Post. Das war’s. Auf dem Weg zurück in die Basis kaufte sie ein Sandwich, weil die Kantine geschlossen war. (…). Katrin Bärtschi.
Work online, 30.4.2020.
Personen > Baertschi Katrin. Brieftraegerin. Coronavirus. Work online, 2020-04-30.
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30.04.2020 Nigeria
Personen
Work
Jean Ziegler
Coronavirus
Volltext
Die Katastrophe in Afrika. Abba Kyari war ein temperamentvoller, beleibter, nicht unsympathischer Mann aus dem islamischen Norden von Nigeria. Er gehörte zum Volk der Fulani. Der 67jährige war einer der einflussreichsten Männer des Landes. Sein Freund Muhammadu Buhari ist Staatspräsident in Abuja. Er machte Kyari zu seinem Kabinettschef. An einem schönen Märzmorgen flog Kyari ¬im Präsidentenflugzeug nach London. Er wollte sich dort in einer Privatklinik auf den Coronavirus testen lassen. Doch die britischen Behörden verweigerten dem Präsidentenflugzeug das Landerecht. Unterstützt ¬von Buhari, provozierte Kyari einen wüsten diplomatischen Konflikt. Als die britische Presse seine sündhaft teure private Gesundheitsfürsorge kritisierte, antwortete er: Er sei nach London geflogen, um das überlastete nigerianische Gesundheitssystem nicht noch mehr zu belasten. Nach der Rückkehr in sein Land wurde die Corona-Infektion bei ihm festgestellt. Er starb am 17. April. Anstatt sich um das zerrüttete Gesundheitssystem im eigenen Land zu kümmern, lassen sich afrikanische Potentaten in Europa pflegen. Gesundheitstourismus. Der Konflikt um das Landerecht der Maschine Kyaris ist exemplarisch: Anstatt sich um das völlig zerrüttete Gesundheitssystem im eigenen Land zu kümmern, lassen sich afrikanische Potentaten in Europa oder in den Vereinigten Staaten pflegen. Auch Schweizer Spitäler profitieren glänzend von diesen Touristinnen und Touristen. (…).
Jean Ziegler.
Work online, 30.4.2020.
Personen > Ziegler Jean. Coronavirus. Nigeria. Work online, 2020-04-30.
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30.04.2020 Domat/Ems
Ems-Chemie
Personen
Work
Ralph Hug
Coronavirus
Ems-Chemie
Entlassungen
Volltext
Ems-Chemie: Chefin Martullo-Blocher will partout keine Kurzarbeit. Entlassungen und Dividenden. Bei Martullo-Blochers Ems-Chemie gibt’s keine Kurzarbeit. Dafür Entlassungen für die Angestellten und Dividenden für die Aktionäre. Die Corona-Krise bremst auch die Ems-Chemie AG. Der Umsatz des Unternehmens ist seit Jahresbeginn um 18 Prozent eingebrochen, es winkt weniger Gewinn. Autoritär steuert Martullo den Laden durch die Krise. Oberstes Prinzip: teure Arbeitsausfälle durch Corona-Kranke verhindern. Bereits im März liess sie in der Werkskantine rote Linien markieren, verordnete Schutzmasken und zwang die Mitarbeitenden, bei Ferienanträgen auch das Land anzugeben, wo sie den Urlaub verbringen. Das ist Rabiat. Um jeden Preis will Martullo Anträge für Kurzarbeit vermeiden. Stattdessen müssen Jahresarbeitszeitmodelle zur Bewältigung der Flaute herhalten. Und Entlassungen. So liess Martullo langjährige und ältere Mitarbeitende in der Ems-Tochter Eftec in Romanshorn auf die Strasse setzen. Dies enthüllte die WOZ. Ein Betroffener war in Thailand in den Ferien gewesen und hätte bei der Rückkehr für zwei Wochen in Quarantäne gehen müssen. Diese wären ihm als Minusstunden angerechnet worden. Doch noch während der Quarantäne wurde er per sofort freigestellt. Aus „wirtschaftlichen Gründen“ Anscheinend mussten in Ems auch Temporäre gehen. (…).
Ralph Hug.
Work online, 30.4.2020.
Personen > Hug Ralph. Ems-Chemie AG. Coronavirus. Work online, 30. April 2020.
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09.04.2020 Schweiz
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Coronavirus
Volltext
Ein winziger Virus. Covid 19 ist nur ein Virus. Zehntausendmal kleiner als ein Mensch. Hat keinen Stoffwechsel, benötigt keine Nahrung, atmet nicht. Dennoch ¬zittern wir vor ihm. Wir hier im hochindustrialisierten Norden, wir dachten, wir hätten Infektionskrankheiten längst im Griff. Jetzt belehrt uns dieser winzige Virus rabiat eines Besseren. Wir haben weder Medikamente noch einen Impfstoff. Bisher. Mehr noch: Die Pharmamultis Roche und Novartis haben ihre Impfstoff-Abteilungen verkauft: zu wenig rentabel (Seite 14). Und obschon die Armee jedes Jahr Milliarden verpulvert, haben ihre ehemaligen SVP-Chefs Ogi, Schmid, Maurer und Parmelin all die Jahre keine Depots mit Schutzmasken, Schutzanzügen und Beatmungsgeräten angelegt. Derzeit grassiert weltweit eine regelrechte Schutzmasken-Piraterie (Seite 8). Der Schwarzmarkt blüht. Und die Mafia blüht auf. Auch das lehrt uns dieser winzige Virus: Wo kein Staat ist, übernehmen die Clans. Korruption und Dunkelheit. Durch die Krise tragen uns jetzt nicht die mit den Boni. COVID 19 ist nur ein Virus. Covid 19 ist nur Virus. Zehntausendmal kleiner als ein Mensch. Dennoch zittern wir vor ihm. Was marktgläubige Regierungen mit starrem Blick auf den Profit in den letzten Jahrzehnten sparten und schleiften, fehlt uns jetzt in der Krise. Zu wenig Gesundheitswesen, zu wenig Service public, zu wenig Solidarität kann tödlich sein. Wer eine allgemeine Krankenversicherung als Kommunismus abtat, kommt jetzt brutal auf die Welt. Wer sich dazu noch von einem testosterongesteuerten hartrechten Maniaco regieren lässt, erst Recht. Donald Trump in Washington, Boris Johnson in London(…).  Marie-Josée Kihn. Work online, 9.4.2020.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Coronavirus. Work online, 2020-04-09.
Ganzer Text
09.04.2020 Schweiz
Personen
Work
Christian Egg
Arbeitsbedingungen
Coronavirus
Volltext
Zu wenig Masken, keine Schutzbrillen. Anstatt Kurzarbeit anzumelden, stellen immer mehr Chefs ihre Mitarbeitenden auf die Strasse. Andere pfeifen auf die Hygieneregeln des BAG. Für die rund zwölf Plattenleger der Firma Kerastone in Flawil SG gibt es keine Kurzarbeit. Am 30. März teilte ihnen der Chef mit, wegen der Corona-Krise habe die Firma kein Geld mehr. Er werde Konkurs anmelden, die Mitarbeitenden seien alle per sofort entlassen. Dabei hatte der Bundesrat auf Druck der Gewerkschaften das Instrument der Kurzarbeit erweitert und massiv vereinfacht. Damit sollen Stellen gerettet werden. Ein Erfolg: Bisher haben die Betriebe für knapp 1,5 Millionen Mitarbeitende Kurzarbeit beantragt. Entlassungen wie bei der Kerastone sind kein Einzelfall, wie die neuesten Berechnungen des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB) zeigen: Die Arbeitslosigkeit ist seit Ende Februar von 2,5 auf 3,1 Prozent hochgeschnellt – ein noch nie gesehener Anstieg in so kurzer Zeit. Daniel Lampart, SGB-Chefökonom: „Der Bund hat die Kurzarbeit stark ge¬öffnet. Dass nun immer noch zahlreiche Arbeitgeber Leute entlassen, ist inakzeptabel.“ Nicht nur das. Immer noch erreichen die Unia täglich Hunderte von Meldungen, wonach Firmen den Schutz ihrer Mitarbeitenden nicht oder nur zögerlich umsetzen. Ein paar Beispiele: Statt die Masken fortzuwerfen, müssen die Pflegenden sie zu Hause¬trocknen lassen. In der Pfleg. (…).
Christian Eg.
Work online, 9.4.2020.
Personen > Egg Christian. Coronavirus. Gesundheitsschutz. Work online, 2020-04-09.
Ganzer Text
09.04.2020 Schweiz
Personen
Suva
Work
Jonas Komposch
Arbeitsplatzkontrolle
Coronavirus
Volltext
Gefährliche Lage auf dem Bau: Nur 28 Kontrolleure für Zehntausende Baustellen. Der Bundesrat hat die Suva beauftragt, den Corona-Schutz auf dem Bau zu überwachen. Doch es fehlt massiv an Personal. Ende März druckte der „Zürcher Oberländer“ ein Interview ab, wie es in Schweizer Zeitungen nur noch selten zu finden ist. Denn für einmal hatte nicht ein hohes Tier aus der Politik das Wort, sondern ein Arbeiter – nämlich der Zürcher Maurer Marco Lehnherr *. Er wurde gefragt, ob er auf seiner Baustelle die Regel „Nie mehr als fünf Personen zusammenstehen“ einhalten könne. Antwort: „Nein.“ Und die zwei Meter Abstand zwischen diesen Personen? „Unmöglich.“ So wie Lehnherr geht es Tausenden Baubüezern. Bei der Unia sind innert zwei Wochen über 4‘000 detaillierte Meldungen über Regelverstösse eingegangen – allesamt vom Bau. Lehnherr spricht für viele, wenn er sagt: „Baustellen sind die grössten Virenschleudern.“ Und: „Die Sicherheit kümmert die Mächtigen nicht, solange es Geld zu scheffeln gibt. Nur 25 Kontrollen am Tag. Was aber ist mit den Baustellenkon¬trollen? Schliesslich hatte der Bundesrat die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) damit beauftragt, den Corona-Schutz auf dem Bau zu untersuchen. Lehnherr: „Bisher war noch kein Mensch da, um unsere Baustelle zu überprüfen.“ Auch mit dieser Feststellung ist der Maurer nicht allein. So sagt Arno Russi, Sektionsleiter der Unia ¬Rhätia-Linth, über die Suva-Kontrollen: „Da geht viel zu wenig!“ Und aus dem Jura meldet Unia-Sekretär François-Xavier Migy sogar: „Suva-Kontrollen gibt es hier (…).
Jonas Komposch.
Work online, 9.4.2020.
Personen > Komposch Jonas. Coronavirus. Arbeitsplatzkontrolle. Work online, 2020-04-09.
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09.04.2020 Schweiz
Bundesamt für Gesundheit
Personen
Work
Clemens Studer
Coronavirus
Volltext
Er bleibt es über seine offizielle Pensionierung hinaus: Unser aller Krisen-Koch. Daniel Koch ist die coolste Socke auf dem Corona-Parkett. Das „tough cookie“ der Krisenhandhabung. Und er bleibt es über seine offizielle Pensionierung hinaus. Das ist für die Krisenbewältigung grad so wichtig wie mehr Tests, mehr Masken und mehr Überbrückungshilfen. Das Jackett war immer schon ein bisschen zu gross um die Schultern, und in den vergangenen Wochen scheint der Kittel noch grösser geworden zu sein. „Mister Corona“ wird immer grösser, sein Körper immer schmaler. Die Ansteckungszahlen höher, die Liste der Toten länger. Weitermachen. Seit dem 30. März ist Daniel Koch offiziell pensioniert als „Leiter Abteilung Übertragbare Krankheiten“ beim Bundesamt für Gesundheit (BAG). Aber er macht weiter. Muss weitermachen. Weil der Virus weiter Corona-Epidemie macht. Und weil niemand mitten in der Krise einen Mann missen will, der von Beginn weg wie eine personalisierte Wand stand. Gegen den Virus und seine Folgen. Okay, optisch eine schmale Wand, aber trotzdem eine wuchtige. Jetzt ist Daniel Koch „Delegierter des BAG für Covid-19“. Und macht das Gleiche wie vor dem 30. März. Ausgerechnet an seinem letzten offiziellen Arbeitstag trat er mit einem kräftigen Pflaster auf der Stirn vor die Medien. Unterdessen ist das Pflaster wieder weg. Jetzt ist der Blick frei auf die Wunde, einen kräftigen Hick in seiner Stirn. Hat schon fast etwas Verwegenes: „Pirate of the Coronian“. Koch ist gegen eine Tür gelaufen. So wie die Schweiz gegen eine Wand läuft. (…). Clemens Studer.
Work online, 9.4.2020.
Personen > Studer Clemens. Coronavirus. BAG. Work online, 2020-04-09.
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09.04.2020 Schweiz
Personen
Work
Ralph Hug
Epidemiengesetz
Spanische Grippe
Volltext
Pandemie und Klassenkampf: Die Schweiz und die Spanische Grippe von 1918. Als der Würgeengel umging. Im November 1918 spitzte sich die Lage in der Schweiz zu. Erstmals drohte ein Landesstreik. Und gleichzeitig wütete die Spanische Grippe. Trotzdem liess das Militär Tausende Soldaten einrücken – gegen die streikenden Arbeiterinnen und Arbeiter. Am Ende zählte die Schweiz 25’000 Grippe-Tote. Bei der VHTL-Sektion Bern herrschte Trauer: Die Transportarbeiter-Gewerkschaft beklagte im November 1918 den Tod von Emil Schwarz, Hans ¬Kohler und Paul Maurer. Die ersten beiden waren Chauf¬feure, letzterer Schokoladenarbeiter. „Schnitter Tod“ habe Opfer gefordert, stand in der VHTL-Zeitung. In Klammern war die Todesursache ange¬geben: zweimal Grippe, einmal Erstickungstod. Vermutlich war in allen drei Fällen die Todesursache dieselbe: die Spanische Grippe. Sie raffte zwischen Juli 1918 und Mai 1919 in drei Wellen Arbeiterinnen und Arbeiter in Scharen dahin. Weltweit fielen dem Influenza-Virus schätzungs¬wei¬¬se 25 bis 50 Millionen Menschen zum Opfer. Mehr, als in den beiden Weltkriegen umkamen. Es traf damals vor allem die 20- bis 40jährigen. Die Spanische Grippe griff tief ins Leben der Bevölkerung ein. Unerbittlich schritt sie voran, nichts schien sie stoppen zu können. Ende Juli 1918 waren weite Teile der Schweizer Industrie lahmgelegt. Beim Maschinenbauer Sulzer in Winterthur lag mehr als ein Drittel der 5‘000 (…).
Ralph Hug.
Work online, 9.4.2020..
Personen > Hug Ralph. Spanische Grippe. Work online, 2020-04-09.
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09.04.2020 Indien
Personen
Work

Coronavirus
Volltext
Indien: Corona-Politik treibt Hunderttausende in den Hunger. Die Menschen jenseits der Statistik. Das Coronavirus ist nicht politisch, aber es entblösst Politik. In Indien schafft diese zwei Gruppen von Menschen. Diejenigen, die sich die Quarantäne leisten können, und diejenigen auf der Strasse. Am 24. März sassen Millionen Inderinnen und Inder vor ihren Bildschirmen, als Premierminister Narendra Modi die Ausgangssperre für einen Fünftel der Weltbevölkerung verkündete. Nur vier Stunden blieben ihnen, um sich auf die dreiwöchige Quarantäne vorzubereiten. Eine drastische Massnahme für gerade einmal 500 Corona-Fälle auf über 1,3 Milliarden Menschen. Aber eines war klar: Indien wür¬¬de dem Virus im internationalen Vergleich wenig gewappnet gegenüberstehen. Denn das indische Gesundheitssystem ist marode und für breite Teile der Bevölkerung überhaupt nicht zugänglich.Über Nacht wurden wegen der Corona-Ausgangssperre ¬Millionen Taglöhner und Taglöhnerinnen arbeitslos … Zu Fuss auf der Autobahn. Premier Modis Hang zu grossen Taten war für einmal angebracht. Aber seine Politik verheerend. Kurz nach der Ansage standen die Reichen hamsternd vor den Regalen und die Armen vor dem Nichts. Von Indiens Beschäftigten sind zwischen 80 und 90 Prozent im inoffiziellen Sektor tätigt. Das sind rund 400 Millionen Menschen. Als Chai-¬Verkäufer, Haushälterinnen und Schuhputzer arbeiten viele von den Taglöhnerinnen und Taglöhnern in den grossen Metropolen. Ausgeschlos¬sen von Homeoffice und Kurzarbeit, wurden sie über Nacht arbeitslos. Ihre Ersparnisse hatten die meisten schnell aufgebraucht. (…). Joane Marner.
Work online, 9.4.2020.
Personen > Marner Joane. Coronavirus. Indien. Work online, 2020-04-09.
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09.04.2020 Griechenland
Flüchtlinge
Personen
Work
Patricia D Incau
Coronavirus
Gesundheitsschutz
Volltext
Pflegerin Maria Fix (29) über die Lage im Flüchtlingscamp Moria: „Ein einziger Wasserhahn für 1300 Menschen“. Wann Corona auf Lesbos ankommen wird, ist unklar. „Aber schwappt es ins Lager Moria über, könnte es zur Katastrophe kommen“, sagt Maria Fix. Sie ist eine der wenigen, die vor Ort immer noch Hilfe leisten. Work: Maria Fix, Sie arbeiten als Krankenpflegerin im Flüchtlingscamp auf der Insel Lesbos. Was spielt sich da gerade ab? Maria Fix: Die Insel ist im Moment ein richtiger Geisterort. Die griechischen Behörden haben eine Ausgangssperre verhängt. Die Einheimischen müssen in ihren Häusern bleiben. Das Lager Moria ist abgeriegelt. Jetzt sitzen hier 20 000 Menschen auf engstem Raum. Eingesperrt. Ich kann es nicht anders sagen. Wir gehören zu den wenigen, die noch ins Camp können, weil wir medizinische Hilfe leisten. Viele Freiwillige und Nichtregierungsorganisationen, die für die Geflüchteten wichtig waren, dürfen nicht mehr rein. Gibt es in Moria Massnahmen gegen Corona? Abstand halten, zu Hause bleiben, die Hände desinfizieren – all das ist für die Menschen im Lager unmöglich. Bei der Essensausgabe stehen sie Schulter an Schulter. Auf vier Quadratmetern wohnt eine ganze neunköpfige Familie. Wir haben im Camp Seife verteilt. Nur, hier kommen auf einen einzigen Wasserhahn 1300 Menschen. Und auch das nur theoretisch. Denn die Wasserhähne haben nicht rund um die Uhr Wasser. Mal funktioniert der eine, mal der andere. Das System ist derart überlastet. Pflegerin. Maria Fix kommt aus Deutschland und ist aktuell im griechischen Flüchtlingscamp Moria im Einsatz. (::. Patricia D'Incau.
Work online, 9.4.2020.
Personen > D’Incau Patricia. Flüchtlinge. Coronavirus. Work online, 2020-04-09.
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09.04.2020 Schweiz
Personen
Work
Martin Jakob
Coronavirus
Ratgeber
Volltext
Coronavirus und Arbeitswelt: Was Sie über Ihre Rechte wissen müssen. Weiterhin gelten für die Arbeitswelt Ausnahmeregeln. Hier die wichtigsten. Mit persönlichen Anliegen wenden sich Mitglieder an ihre Unia-Region. Wenn Ihre Firma normal arbeitet. Die Firmen sind zur Einhaltung der Empfehlungen des Bundesrats zu Hygiene und sozialer Distanz verpflichtet. Die kantonalen Behörden sind zu Kontrollen berechtigt und können Betriebe schliessen, die gegen die Auflagen verstossen. In Pausenräumen und Kantinen ist das Versammlungsverbot einzuhalten: Keine Menschenansammlungen von mehr als fünf Personen. Sitzungen sollen mit möglichst wenig Personen durchgeführt werden, im Raum müssen pro Person rund vier Quadratmeter zur Verfügung stehen. Wenn Sie zu Hause arbeiten. Auch im Homeoffice gilt der laufende Arbeitsvertrag in Bezug auf Lohn, Arbeitszeit, Rechte und Pflichten. Entstehen den Angestellten im Homeoffice Kosten (Nutzung privater Geräte, Telefon, Strom), sind ihnen diese zu vergüten. Auch Lehrlinge und Temporäre können jetzt kurzarbeiten. Wenn in der Firma Kurzarbeit gilt. Die Firma kann jetzt auch Kurzarbeit für Angestellte mit befristeten Verträgen (zum Beispiel Saisonniers), für Personen, die über eine Verleihfirma eingestellt sind, und für Lehrlinge anmelden. Bei genehmigter Kurzarbeit vergütet die Arbeitslosenkasse 80 Prozent des Lohnausfalls. Sozialversicherungsbeiträge werden weiterhin auf dem Normallohn abgerechnet. Angestellten, die in einem bereits gekündigten Arbeitsverhältnis stehen, und jenen, die sich mit Kurzarbeit nicht einverstanden erklären, ist der volle Lohn geschuldet. …). Martin Jakob.
Work online, 9.4.2020.
Personen > Jakob Martin. Coronavirus. Ratgeber. Work onlne, 2020-04-09.
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27.03.2020 Schweiz
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Coronavirus
Volltext
Frühlingserwachen Frühling in Corona-Zeiten, ein seltsamer Kontrast. Hier neues Spriessen, Aufblühen und Wachsen. Das Leben, halt. Dort Angst, Krise und Krankheit. Der Tod. Und alles, was der Frühling so macht: einen rausziehen, einen ausziehen, einen ranziehen, sollten wir derzeit besser nicht tun. Doch träumen, das ist zwar auch ansteckend, aber das können wir. Der Kirschbaum im Garten ist jetzt noch schöner als andere Jahre. Der Blütenzauber noch zauberhafter. Augen mit Frühling füllen. Augen dann schliessen. Von diesem Frühlingserwachen handelt auch unsere Frontseite. Ein Bild gegen den Virus-Koller. Ein Vexierbild, das aber auch die Corona-Krise zeigt. Man sieht den Virus nicht, man riecht ihn nicht – und doch ist er da. Und dominiert alles. Mittlerweile schlägt er bereits in 169 Ländern zu (Stand 25. März). Mit verheerenden gesundheitlichen, sozialen, ökonomischen und politischen Folgen. Work widmet der Corona-Krise deshalb die ganze Zeitung. Weil es so wichtig ist, sie zu sehen und zu verstehen. Zuerst Aufsteller. In der chinesischen 11-Millionen-Metropole Wuhan gab es am 19. März erstmals keine neuen Ansteckungen mehr. China hat die Seuche mit viel Technologie und der eigenen Geschichte bezwungen. Dann der Alarm. Hunderte von ¬Firmen pfeifen auf den Corona-Schutz. Work dokumentiert. Und Unia-Chefin Vania Alleva fordert den „technischen Stop für nichtessentielle Arbeite“. Der Corona-Ratgeber. (…).
Marie-Josée Kuhn.
Work online, 27.3.2020.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Coronavirus. Work online, 2020-03-27.
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27.03.2020 China
Work

Coronavirus
Volltext
Grüsse aus Yi-Feng. „Wir haben in Wuhan zum ersten Mal gar keine neuen Infektionen mehr!“ Diese gute Nachricht schrieb mir meine chinesische Bekannte Lin am 19. März erleichtert per WeChat. China zeigt: Es ist möglich, eine hochansteckende Seuche ohne Medikamente in kurzer Zeit einzudämmen und ihre weitere Ausbreitung fast zum Stillstand zu bringen. Zumindest im eigenen Land. Und jetzt hebt China die Abriegelung der Provinz Hubei schrittweise auf. Dort nahm die Corona-Pandemie im letzten Dezember ihren Anfang. Schnell gelernt. Natürlich war auch China am Anfang nicht von Fehlern gefeit - der neue Virus ist von den lokalen Behörden etwa drei Wochen heruntergespielt worden. Lin schrieb: „Ich hörte etwa Mitte Januar zum ersten Mal etwas, aber wir haben gedacht, es sei nicht so schwerwiegend.“ Wichtiger ist aber, dass gleich ganz zu Beginn ein Lernprozess in die Gänge kam: Der Virus wurde in kürzester Zeit identifiziert und kommuniziert, die internationalen Organisationen umgehend informiert - mustergültig, offen und transparent. Revolutionskomitees. China hat pragmatisch, ohne ordnungspolitische Scheuklappen reagiert und die möglichen Massnahmen im Sinne der Bevölkerung eingeleitet. Lin erzählte: „Sogar ein kleines Dorf wie Yi-Feng, in dem ich unter Quarantäne bin, kann eine wirksame Organisation zur Unterbrechung der Ansteckungskette aufbauen“ Sie meint damit die nachbarschaftlichen Komitees, die sich in der chinesischen Revolution und mit dem Sieg der Kommunisten herausgebildet hatten. Auf diese Strukturen kann China nun zurückgreifen. (…).
Work online, 27.3.2020.
Work > Coronavirus. China. Work online, 2020-03-27.
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