Gewerkschaftschronik
 Textverzeichnis minimieren

Sie sind hier: Textverzeichnisse > Kapitel > Work
Suchen Ortsverzeichnis Kapitelverzeichnis Personenverzeichnis Stichwortverzeichnis  

       
 
   
Anzahl gefundene Artikel: 3091

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 ...
 DatumOrtKapitelPersonenStichworteArtikel
27.03.2020 Schweiz
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Coronavirus
Volltext
Frühlingserwachen Frühling in Corona-Zeiten, ein seltsamer Kontrast. Hier neues Spriessen, Aufblühen und Wachsen. Das Leben, halt. Dort Angst, Krise und Krankheit. Der Tod. Und alles, was der Frühling so macht: einen rausziehen, einen ausziehen, einen ranziehen, sollten wir derzeit besser nicht tun. Doch träumen, das ist zwar auch ansteckend, aber das können wir. Der Kirschbaum im Garten ist jetzt noch schöner als andere Jahre. Der Blütenzauber noch zauberhafter. Augen mit Frühling füllen. Augen dann schliessen. Von diesem Frühlingserwachen handelt auch unsere Frontseite. Ein Bild gegen den Virus-Koller. Ein Vexierbild, das aber auch die Corona-Krise zeigt. Man sieht den Virus nicht, man riecht ihn nicht – und doch ist er da. Und dominiert alles. Mittlerweile schlägt er bereits in 169 Ländern zu (Stand 25. März). Mit verheerenden gesundheitlichen, sozialen, ökonomischen und politischen Folgen. Work widmet der Corona-Krise deshalb die ganze Zeitung. Weil es so wichtig ist, sie zu sehen und zu verstehen. Zuerst Aufsteller. In der chinesischen 11-Millionen-Metropole Wuhan gab es am 19. März erstmals keine neuen Ansteckungen mehr. China hat die Seuche mit viel Technologie und der eigenen Geschichte bezwungen. Dann der Alarm. Hunderte von ¬Firmen pfeifen auf den Corona-Schutz. Work dokumentiert. Und Unia-Chefin Vania Alleva fordert den „technischen Stop für nichtessentielle Arbeite“. Der Corona-Ratgeber. (…).
Marie-Josée Kuhn.
Work online, 27.3.2020.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Coronavirus. Work online, 2020-03-27.
Ganzer Text
27.03.2020 China
Work

Coronavirus
Volltext
Grüsse aus Yi-Feng. „Wir haben in Wuhan zum ersten Mal gar keine neuen Infektionen mehr!“ Diese gute Nachricht schrieb mir meine chinesische Bekannte Lin am 19. März erleichtert per WeChat. China zeigt: Es ist möglich, eine hochansteckende Seuche ohne Medikamente in kurzer Zeit einzudämmen und ihre weitere Ausbreitung fast zum Stillstand zu bringen. Zumindest im eigenen Land. Und jetzt hebt China die Abriegelung der Provinz Hubei schrittweise auf. Dort nahm die Corona-Pandemie im letzten Dezember ihren Anfang. Schnell gelernt. Natürlich war auch China am Anfang nicht von Fehlern gefeit - der neue Virus ist von den lokalen Behörden etwa drei Wochen heruntergespielt worden. Lin schrieb: „Ich hörte etwa Mitte Januar zum ersten Mal etwas, aber wir haben gedacht, es sei nicht so schwerwiegend.“ Wichtiger ist aber, dass gleich ganz zu Beginn ein Lernprozess in die Gänge kam: Der Virus wurde in kürzester Zeit identifiziert und kommuniziert, die internationalen Organisationen umgehend informiert - mustergültig, offen und transparent. Revolutionskomitees. China hat pragmatisch, ohne ordnungspolitische Scheuklappen reagiert und die möglichen Massnahmen im Sinne der Bevölkerung eingeleitet. Lin erzählte: „Sogar ein kleines Dorf wie Yi-Feng, in dem ich unter Quarantäne bin, kann eine wirksame Organisation zur Unterbrechung der Ansteckungskette aufbauen“ Sie meint damit die nachbarschaftlichen Komitees, die sich in der chinesischen Revolution und mit dem Sieg der Kommunisten herausgebildet hatten. Auf diese Strukturen kann China nun zurückgreifen. (…).
Work online, 27.3.2020.
Work > Coronavirus. China. Work online, 2020-03-27.
Ganzer Text
13.03.2020 Schweiz
Personen
Work
Clemens Studer
Coronavirus
Volltext
Der Virus hat die Welt im Griff: Wie ein Virus aus Zentralchina die Weltwirtschaft auf Talfahrt schickt und Millionen von Jobs bedroht. Und warum. 7. Januar: Nach einer Welle von Lungenentzündungen mit unbekannter Ursache in der zentralchinesischen Provinz Hubei identifizieren die chinesischen Gesundheitsbehörden ein neuartiges Coronavirus als Verursacher. Sie riegeln die Gegend um die 11-Millionen-Metropole Wuhan rigoros ab. Das Verwaltungsgebiet Wuhan ist eine Industriemetropole und erwirtschaftete 2014 ein Bruttoinlandprodukt von über 230 Milliarden Dollar. Als eigenes Land gehörte Wuhan damit zu den 50 grössten Volkswirtschaften der Welt. Millionen Schiffscontainer gehen von hier in die ganze Welt. Trotz rabiatem Eingreifen der Behörden verbreitet sich das Virus auch ausserhalb der Region und greift auf andere asiatische Länder über. Es bekommt den Namen „2019-nCoV“. Die Produktion in Wuhan kommt praktisch zum Stillstand. Und auch in anderen Gegenden kommt es zu Produktionseinschränkungen und gar Stillständen. 23. Januar: Der eingesetzte Notfallausschuss der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kommt zum Schluss: „Dies ist eine Notlage in China, aber noch keine globale Notlage. Es kann aber durchaus noch dazu werden.“ Die Weltgesundheitsorganisation sollte recht bekommen. Im Lauf des Februars kommt das Virus definitiv und auf immer breiterer Front in Europa an. 6 Seiten extra zum Corona-Virus. (…).  Clemens Studer.
Work online, 13.3.2020.
Personen > Studer Clemens. Coronavirus. Work omline, 2020-03-13.
Ganzer Text
28.02.2020 Steinhausen ZG
CIA
Crypta AG
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Crypta AG
Überwachung
Volltext
Die Vergangenheit lebt immer noch. „Ausgerechnet ich habe für den CIA gearbeitet!“ Das sagt Franziska Flury  (61), ehemalige Programmiererin bei der Dechiffriermaschinenfabrik Crypto AG in Steinhausen ZG. „Es war ein super Job, es herrschte ein offener Umgang“, erinnert sich die Gewerkschafterin, die damals auch als Kandidatin der Revolutionären Marxistischen Liga (RML) für den Zuger Regierungsrat kandidierte. Flury kann die Crypto-Affäre, die nun dank einem CIA-Papier definitiv aufgeflogen ist, immer noch nicht ganz fassen. Und sie ist nicht allein: Work hat mit einem Dutzend Gewerkschaftsmitgliedern und ehemaligen Crypto-Mitarbeitenden geredet – und alle sind sie schockiert bis verärgert. Was? Ihre ehemalige Arbeitgeberin eine Spionage-Bude! Wie? Seit 1970 war sie im Besitz der CIA und des westdeutschen Geheimdienstes BND! Und, hä? Beide Geheimdienste hatten die Crypto AG benutzt, um über 100 Länder auszuspionieren. Und plötzlich werden aus Ahnungen von früher Gewissheiten von heute (siehe „Jetzt reden die ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeite““). Cryptoleaks: ein wahnwitziges Stück Schweizer Geschichte!. VIlliger & Co. Spätestens seit 1977 wussten auch die Schweizer Behörden über die Vorgänge in der Crypto AG Bescheid. Die Dechiffriermaschinen hatten ein geheimes Hintertürchen, damit CIA & BND mithören konnten. Crypto-Geräte waren 1970 auch beim blutigen Militärputsch in Chile im Einsatz. Als die CIA die demokratisch gewählte Regierung von Sozialist Salvador Allende wegputschen liess und dem faschistischen General Augusto Pinochet auf den Thron half.(…).  Marie-Josée Kuhn.
Work online, 28.2.2020.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Crypto AG. Work online, 2020-02-28.
Ganzer Text
28.02.2020 Steinhausen ZG
CIA
Crypta AG
Personen
Work
Clemens Studer
Crypta AG
Geschichte
Überwachung
Volltext
Das müssen Sie wissen. Die Zuger Crypto AG verkaufte während Jahrzehnten an über hundert Staaten Chiffriergeräte mit einer Hintertür. US-Geheimdienste und der Bundesnachrichtendienst (BND) horchten mit. Und besassen die Firma gar – über eine Briefkastenfirma.1952 Der schwedische Ingenieur Boris Hagelin wandert nach vielen Jahren in den USA nach Zug ein und gründet dort die Crypto AG. Er wählt die Schweiz, weil sie neutral ist und – im Vergleich zum ebenfalls neutralen Schweden – eine weniger regulierte Ausfuhrpraxis hat. 1958 Seit Beginn mischen US-Dienste bei der Crypto mit. Erst die NSA über ihren Kryptologen William Friedman. Sechs Jahre nach der Gründung übernimmt die CIA.1970 Boris Hagelin, der Sohn des Firmengründers, stirbt bei einem nie wirklich aufgeklärten Auto¬unfall in der US-Hauptstadt Washington. Ehe¬malige Crypto-Mitarbeiter sind überzeugt, dass der Autounfall eigentlich ein Mord war. Denn ¬Hagelin junior soll gegen den Verkauf an die CIA gewesen sein und vor allem: er wollte nach der Übernahme der Geschäftsleitung keine manipulierten Geräte mehr verka“fen. Das erzählt auch Peter Frutiger, der bis 1977 Chef der Crypto-Entwicklungsabteilung war. Frutiger: „Das war kein Unfall, das war ein Attentat.“ 1970 CIA und BND übernehmen die Crypto AG über eine Liechtensteiner Tarnfirma. Lustig: Diese intransparenten Besitzverhältnisse begründeten Firmenverantwortliche bis 2018 gerne immer damit, man wolle „nicht erpressbar sein“. 1977 Entwicklungsleiter Frutiger verlässt die Crypto. Zuvor dokumentiert er die Manipulationen. Sie sind seine Lebensversicherung. Und: (…).  Clemens Studer.
Work online, 28.2.2020.
Personen > Studer Clemens. Crypto AG. Geschichte. Work online, 2020-02-28.
Ganzer Text
28.02.2020 Steinhausen ZG
CIA
Crypta AG
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Crypta AG
Überwachung
Volltext
Jetzt reden die ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In der Dechiffriermaschinenfabrik Crypto AG in Steinhausen ZG arbeiteten auch Mitglieder der Industriegewerkschaft SMUV und später der Unia., Work hat mit einem Dutzend von ihnen gesprochen. „Haarsträubend“, „sehr unangenehm“, „erschütternd“: die ehemaligen Mitarbeitenden der Dechiffriermaschinenherstellerin Crypto AG sind wütend. Alle. Auf „die Oberen“, die uns „nach Strich und Faden belogen“ haben. Aber einige auch auf die Medien, die „ihre“ ehemalige Arbeitgeberin jetzt „durch den Dreck ¬ziehen“. Zwar tauchten in der Vergangenheit immer wieder Artikel auf, wonach in der Crypto AG etwas lusch sei. Dass dort Geheimdienste mitmischen würden. Aber erst jetzt sind auch die letzten Details klar. Dank einem Dokument des US-¬Geheimdienstes CIA, das verschiedenen Medien zugespielt wurde. Die Dechiffriermaschinenfabrik Crypto AG gehörte seit dem 4. Juni 1970 den Geheimdiensten der USA und Deutschlands, der CIA und dem BND. Sie benutzten die Firma, um jahrelang ¬Länder wie Iran, den Irak, Ägypten oder Libyen auszuspionieren (siehe ¬„Und die Schweiz war mittendrinn“). „Dass das jetzt hat auffliegen müssen“, sagt Rosemarie Jenny * (66), das mache ihr schon zu schaffen. Neun Jahre lang arbeitete sie im Hausdienst der Crypto. Sie staubte auch die Dechiffriermaschinen im Morseraum ab. Der war im 4. Stock – und nur einem inneren Kreis zugänglich. Die Kryptologen und Techniker hatten alle einen Spezial-Badge. Jenny: „Da ging ich immer nur rein, wenn sie mich riefen. Dann sprachen sie plötzlich englisch. Ich hörte nicht hin, ich sah  (…).  Marie-Josée Kuhn.
Work online, 28.2.2020.
http://www.textverzeichnisse.ch/Portals/7/Kuhn%20Marie-Jos%C3%A9e/Kuhn%20Marie-Jos%C3%A9e.%20Crypto%20AG.%20Arbeitsbedingungen.%20Work%20online,%202020-02-28.pdf
28.02.2020 Schweiz
Personen
Work
Katrin Bärtschi
Briefträgerin
Falschmeldungen
Volltext
Die Briefträgerin & die Gerüche. Zu Beginn ihrer Karriere bei der Post erhielt die Briefträgerin von ihrem damaligen Teamboss einen „Götti“ zugeteilt, der sich ihrer vielen Fragen annehmen sollte. Der Götti führte die Briefträgerin in die Schönheiten, Tücken und Geheimnisse des Berufes ein. Abgesehen von seiner ausgeprägten Leistungsorientierung war er ein tipptopper Lehrmeister. Von ihm lernte die Briefträgerin viel. Auch wie es früher gewesen war und wie es vermutlich herauskommen würde mit der Brieftragerei. Es gibt auch den Gestank, der aus den Waschküchen wabert. Waschmittel und Weichspüler. Magenknurren. Gegen Mittag, als sie zusammen den Häusern entlang fuhren, sprach er aus, was die Briefträgerin halb unbewusst selber wahrnahm: „Das ist die schwierigste Tageszeit für das Zustellpersonal. Weil dann aus allen Fenstern Essensgerüche strömen.“ In der Tat: Die Mägen der Gelben steigern ihr Knurren, wenn es von überall her nach Rösti, Eintopf, Gemüsecurry, Ge¬bratenem und Gesottenem duftet, nach italienischen Kräutermischungen oder Kreuzkümmel. Doch Wohlgeruch ist nicht das einzige, was der Briefträgerin unterwegs in die Nase sticht. Es gibt auch den Gestank, der aus den Waschküchen wabert. Waschmittel und Weichspüler. „Frischer Frühling“, „Blumenwiese“ – an solches denkt die Briefträgerin nur, weil sie die Werbung kennt. Ihre Geruchsnerven lösen ganz andere Assoziationen aus. (…).
Katrin Bärtschi.
Work online, 28.2.2020.
Personen > Baertschi Katrin. Falschmeldungen. Work online, 2020-02-28
Ganzer Text
28.02.2020 Österreich
Personen
Streik
Work
Andreas Rieger
Pflegepersonal
Streik
Volltext
Pflegerinnen in Österreich: Streik für 35-Stunden-Woche. Die österreichischen Gewerkschaften überraschen derzeit gleich mehrfach: Sie streiken im privaten Gesundheits- und Sozialbereich, und zwar für die Einführung der 35-Stunden-Woche. Und die Tausende von Streikenden sind mehrheitlich junge Pflegerinnen. Wie kommt das? Die Probleme in den österreichischen Pflege- und Sozialinstitutionen sind ähnlich wie jene in der Schweiz: Der Arbeitsdruck steigt, und die Löhne in der Pflege sind schlecht. Viele Berufsleute steigen deshalb vorzeitig aus. Zwei von drei Pflegenden können sich nämlich nicht vorstellen, bis zur Pensionierung in ihrem Beruf zu bleiben. Viele senken ihr Pensum, obwohl das Einkommen dann ebenfalls sinkt: 70 Prozent arbeiten Teilzeit. Und die Zahl der krankheitsbedingten Absenzen ist hoch. Die Folge: Es können nicht mehr alle Stellen besetzt werden. Der Druck steigt zusätzlich – ein Teufelskreis. Da raus führt nur die 35-Stunden-Woche. Davon waren die Vertrauensleute der beiden Gewerkschaften GPA-djp und Vida überzeugt. Als die Erneuerung des Kollektivvertrags für den privaten Pflege-, Gesundheits- und Sozialbereich anstand, stellten sie deshalb nur diese einzige Forderung: Die Arbeitszeit für eine Vollzeitstelle, die heute bei 38 Stunden liegt, soll um drei Stunden verkürzt werden. Und dies ohne Lohnverlust. Für Teilzeitarbeitende, die ihre bisherige Stundenzahl behalten würden, brächte dies eine Lohnerhöhung von 8,6 Prozent. Seit Wochen verhandeln die Sozialpartner n (…).  Andreas Rieger.
Work online, 28.2.2020.
Personen > Rieger Andreas. Österreich. Pflegepersonal. Streik. Work online, 2020-02-28.
Ganzer Text
14.02.2020 Schweiz
Detailhandel
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Detailhandel
Volltext
Shopping-Harakiri. Der Verkauf ist in der Krise. Manor schliesst Filialen. Und die Migros verkauft Globus an einen vorbestraften Tiroler Gewerkschaftsfresser. Derweil die Möbel-Pfister-Gruppe und ein Teil der Interio-Läden kürzlich vom österreichischen Möbelkonzern XXXLutz über¬nommen wurden. Der Schweizer Detailhandel hat richtig die Krise. So wie wir manchmal beim Shoppen. Zu heiss, zu eng, zu schrill: Joghurt-Türme, Kleiderberge, Parfuminvasionen und Black-Friday-Krieg. Ein kalter Schweissausbruch – und wir verlieren die Nerven. Und erst die Verkäuferinnen und Verkäufer! Sie müssen nicht nur uns aushalten, sondern chrampfen auch noch permanent am Limit. Weil die Chefs „Stunden sparen“. Das zeigt die Work-Umfrage bei 10 Verkäuferinnen von Aldi bis Migros. Und es ist gewollt. Denn Filialleiterinnen und Filialleiter machen ihre Einsatzpläne nach den zu erwartenden Umsatzzahlen. Dazu passen Arbeit auf Abruf und unterirdische Arbeitsverträge. Wie bei Esprit-Verkäuferin Nadine Schmid: Sie ist „0 bis 100 Prozent“ angestellt. Das heisst, Esprit kann sie nach Belieben einsetzen. Oder auch nicht. Sonntag, ade!. Der Detailhandel ist eine Frauen- und eine Tieflohnbranche. Und der Markt ist gesättigt. Das erklärt Unia-Chefin Vania Alleva im Work-Interview. Sie ist eine der besten Kennerinnen des Schweizer Detailhandels. Wachstum für einzelne Anbieter sei nur noch durch Verdrängung anderer möglich. Durch zusätzliche Verkaufsflächen und Mammut-Ladenöffnungszeiten. Der Coop-Laden im Berner Bahnhof hat inzwischen von 6 bis 23 Uhr geöffnet. 17 Stunden lang. 7 Tage die Woche. Ich konsumiere, (...). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 14.2.2020.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Detailhandel. Work online, 2020-02-14.
Ganzer Text
14.02.2020 Schweiz
Nationalrat
Personen
Work
Jean Ziegler
Korruption
Nationalrat
Volltext
Das gekaufte Parlament. Ulrich Ochsenbein war ein ungestümer, blitzgescheiter, lebenslustiger Revolutionär aus dem Kanton Bern. Er war Inspirator der Bundesverfassung und Bundesrat von 1848 bis 1854. In der alten Tagsatzung galt das an Weisungen gebundene Abstimmungsverhalten. Ochsenbein klagte die katholisch-konservativen Kantone des Sonderbunds an, stets gemäss den Instruktionen der Jesuiten zu stimmen. Ochsenbein gewann: Artikel 91 der Bundesverfassung verbietet den Delegierten, „nach Instruktionen“ zu stimmen. Banken, Versicherungen oder Krankenkassen rekrutieren gut bezahlte Verwaltungsräte im Parlament in Bern. Wiederholung. Karl Marx schrieb: „Die Geschichte wiederholt sich immer zweimal. Das erste Mal als Tragödie, das zweite Mal als Farce.“ Wer genau hinschaut, erkennt, dass das imperative Mandat zurück im Berner Bundeshaus ist. In der dritten Januarwoche haben die Berner Parlamentsdienste das “Register der Interessenbindungen“ publiziert. Die Lektüre ist erschreckend. Multinationale Gesellschaften, Banken, Versicherungen oder Krankenkassen rekrutieren massenweise meist hochbezahlte Verwaltungsräte unter den Parlamentarierinnen und Parlamentariern. Wir haben ein kolonisiertes Parlament. Natürlich behauptet jede und jeder der Gekauften, ausschliesslich gemäss dem eigenen Gewissen abzustimmen. (…).
Jean Ziegler.
Work online, 14.2.2020.
Personen > Ziegler Jean. Nationalrat. Korruption. Work online, 2020-02-14.
Ganzer Text
14.02.2020 Schweiz
Personen
Work
Katrin Bärtschi
Digitalisierung
Volltext
Die Briefträgerin & die Rotznasen. „Die Jungen nennen uns ‹die Boomer“›, die Babyboomer-Generation, wir seien nicht die Hellsten, könnten nichts am Computer und seien digitale Banausen“, klagte kürzlich die Schwester der Briefträgerin und wirkte verletzt. „Haben die Rotznasen überhaupt eine Ahnung, was alles wir bewegt haben?“ Die Digitalisierung führt zu einer Vereinfältigung der Arbeit. Die Briefträgerin sieht das gelassener. Aus meiner Sicht als Jugendliche machten die Alten auch alles falsch. Und die heutigen Jungen mögen versierte und clevere digitale Anwenderinnen und Anwender sein, die Folgen und Gefahren ihres Verhaltens im Internet sind ihnen oft weniger bewusst als den Netznutzerinnen und -nutzern der ersten Stunde. Oder sie sind ihnen egal. „1984“ ist unbekannt oder vergessen (wobei George Orwell sich ein Internet ja wohl niemals vorgestellt hat), und Kontrolle und Überwachung – raffiniert und undurchschaubar – droht heute eher von privatwirtschaft-lichen Datensammlerinnen und -sammlern als von staatlicher Seite. Selber denken. Der Schutz der Daten ist das eine, denkt die Briefträgerin. Etwas anderes sind die elektronischen Datenverknüpfungen und Algorithmen, die nicht zuletzt die tägliche Arbeit beeinflussen und verändern, vereinfachen sollen. Die Maschinen in den Sortierzentren der Post zum Beispiel sortieren Sendungen mit inaktiven Adressen aus und retournieren sie, sie spritzen bei Wohnungswechseln die neu gültige Adresse aufs Couvert und leiten es an diese um. Zeitungen gelangen bei Adressänderungen oder Aufträgen zum Zurückbehalten der Post bereits gesondert zur Briefträgerin. Die Briefträgerinnen und Briefträger müssen immer weniger selber denken. (…).  Katrin Bärtsch.
Work online, 14.2.2020.
Personen > Baertschi Kasrin.. Digitalisierung. Work online, 2020-02-14.
Ganzer Text
14.02.2020 Schweiz
Globus AG
Personen
Work
Clemens Studer
Besitzverhältnisse
Globus AG
Volltext
Vorbestrafter Gewerkschaftsfeind & Freund der Mächtigen: Dieser Mann kauft Globus. Für rund eine Milliarde verkauft die Migros Globus an ein österreichisch-thailändisches Gespann. Der Mann hinter dem Deal heisst René Benko. Und ist überaus schillernd. Es ist Rausverkauf bei der Migros. Doch diesmal geht es nicht um Ananas, Aufschnitt oder Avocados. Es geht um Tochterfirmen und Immobilien. Ende November 2019 verkaufte der Genossenschaftsbund 6 seiner 11 Interio-Filialen an den Brachial-Möbelhändler XXXLutz. Einen notorischen Lohndrücker und Gewerkschaftsfeind aus Österreich . Und Anfang Februar schlug der nächste umstrittene Österreicher bei der Migros zu: René Benko (43). Der Mann ist laut US-Wirtschaftsmagazin „Forbes“ der dritt¬reichste Österreicher (Vermögen: 4,9 Milliarden Dollar). Und er gebietet über die Signa-Holding. Verschachtelt. Zu dieser gehören unzählige Firmen und Firmenbeteiligungen in den Bereichen Immobilien, Handel und Medien. Globus – und vor allem die dazugehörigen Immobilien – kauft Benko für rund eine Milliarde Franken. Und zwar über die „KaDeWe-Group“, zu der auch die Luxus-Kaufhäuser KaDeWe (Berlin), Alsterhaus (Hamburg) und Oberpollinger (München) gehören. Diese Signa-Holding gehört seit 2011 der thailändischen“Central Grou“. Ebenfalls zum Handelsteil der Signa-Holding gehören in Deutschland die Karstadt-Kaufhäuser und der grösste Warenhauskonzern Galeria Kaufhof. Innert weniger Jahre war es Benko gelungen, die früher erbitterten Konkurrenten vollständig zu übernehmen. Auch sie im Besitz von Immobilien .(…).  Clemens Studer.
Work online, 14.2.2020.
Personen > Studer Clemens. Globus. Besitzverhaeltnisse. Work online, 2020-02-14.
Ganzer Text
31.01.2020 Schweiz
Arbeitszeit
Coop
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Arbeitszeit
Ladenöffnungszeiten
Volltext
Laden des Lächelns. Coop verstösst regelmässig gegen das Arbeitsgesetz. Und wird nicht gebüsst. Das enthüllte der „Blick“, und Work zeigt das interne Dokument, das den Skandal belegt. Und auch wenn Coop-Personalchef Luc Pillard nun alles runterspielt („Wir bewegen uns auf tiefem Niveau“), bleibt es doch ein Skandal. Denn Work weiss: Bereits 2014 machte Coop in derselben Sache Negativschlagzeilen. Und versprach damals, künftig „Nulltoleranz“ walten zu lassen. Offenbar ein leeres Versprechen. Mehr noch: Solche Verstösse werden wohl noch zunehmen. Nicht nur bei Coop. Denn die Ladenöffnungszeiten im Detailhandel werden immer länger, aber der Personalbestand wächst nicht mit. Unia-Mann Arnaud Bouverat sagt im Work-Interview: „Es ist offensichtlich: Die Coop-Verantwortlichen kalkulieren mit zu wenig Personal.“ Feudal geht es im Detailhandel zu. Lächeln, lächeln, lächeln, auch wenn Arbeitslast und Zeit drücken. Das verlangen die Chefs von den Verkäuferinnen. Auf der schiefen (Konkurrenz-)Bahn gegen den Onlinehandel gebe es schliesslich keinen Halt. Dann sollen sie halt auch noch die andere Backe hinhalten, wenn die Kundschaft flucht und tobt! Und das tut sie häufig, wie ein neuer Forschungsbericht der Uni Bern belegt (rebrand.ly/forschungs¬bericht). Kein Respekt, kein Anstand, nicht mal ein Gruss, weil Mann und Frau selbst an der Kasse die Soundstöpsel nicht rausnehmen. Als wären die Verkäuferinnen gar nicht da. (…).
Marie-Josée Kuhn.
Work online, 31.1.2020.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Coop. Arbeitszeit. Work online,, 2020-01-31.
Ganzer Text
31.01.2020 Schweiz
Abstimmungen Schweiz
Mietwesen
Personen
Work
Clemens Studer
Abstimmung
Volltext
Wohnungsmieten
Wohnbau-Initiative: Gegner greifen zu schmutzigen Tricks. Der 777-Millionen-Schwindel. Am 9. Februar stimmen wir über die Initiative „Mehr bezahlbare Wohnungen“ ab. Die Umfragen sind knapp. Die Immobilienspekulanten nervös und fies. Der Schweizer Wohnungsmarkt ist eine Umverteilungsmaschine von unten nach oben. Die Wohnbauinitiative will hier Gegensteuer geben. Die Initiative des Schweizer Mieterinnen- und Mieterverbandes will drei Sachen: Gesamtschweizerisch sollen mindestens 10 Prozent aller neu gebauten Wohnungen Trägerschaften des gemeinnützigen Wohnungsbaus gehören. Dafür soll der Bund gemeinsam mit den Kantonen sorgen. Der Bund soll Kantonen und Gemeinden ¬erlauben, ein Vorkaufsrecht für geeignete Grundstücke einzuführen. Der Bund räumt den Kantonen und Gemeinden ein Vorkaufsrecht ein, wenn Grundstücke des Bundes oder bundesnaher Betriebe wie SBB, Post und Swisscom zum Verkauf stehen. Gross-Spekulantin SBB. Vor allem auch der letzte Punkt würde eine spürbare Entlastung vom Spekulationsdruck bringen. Die SBB sind unter Noch-CEO Andreas Meyer zu einer massiven Treiberin der Immobilienspekulation geworden. Während die Infrastruktur des Kerngeschäfts an allen Ecken und Ende lödelet, überbauen die SBB immer mehr ihrer nicht mehr für den Bahnbetrieb benötigten Flächen mit Luxusbauten. Einen Grossteil dieses Landes haben sie im Laufe ihrer Geschichte von der öffentlichen Hand gratis oder günstig erhalten. In den vergangenen Jahren sind die SBB zur Nummer zwei des Schweizer Immobilienmarktes aufgestiegen. (….).  Clemens Studer.
Work online, 31.1.2020.
Personen > Studer Clemens. Wohnungsmieten. Abstimmung. Work online, 2020-01-31.
Ganzer Text
31.01.2020 Schweiz
Pensionskasse
Personen
Work
Clemens Studer
Pensionskassen
Rentenklau
Volltext
BVG-Kompromiss: Einige Arbeitgeberverbände wollen ihn torpedieren. Die Rentenklauer sind wieder unterwegs. Der BVG-Kompromiss der Gewerkschaften und der Arbeitgeber lässt sich sehen. Doch einigen Arbeitgeberverbänden ist er viel zu sozial. Die Pensionskassen sind in der Krise. Für immer höhere Beiträge gibt’s immer weniger Rente. Seit 2005 gingen die Pensionskassenrenten real um fast 9 Prozent zurück. Und viele Lohnabhängige erhalten keine oder nur eine mickrige BVG-Rente, weil sie wenig verdienen. Das hat systemische Gründe. Denn das BVG basiert darauf, mit dem Geld der Versicherten im internationalen Finanzcasino und auf dem Immobilienmarkt zu spekulieren. Das ist in erster Linie für Banken und Versicherungen ein lohnendes Geschäft. Milliarden fliessen an die Aktionäre statt an die Versicherten. Ganz anders bei der AHV: sie wird im solidarischen, stabilen und sicheren Umlageverfahren finanziert. Hier macht das Geld der Versicherten keinen jahrzehntelangen teuren Umweg über die Finanzindustrie.Der Kompromiss. Im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld können die Pensionskassen ihre einstigen goldenen Versprechen nicht mehr halten. Sie wollen deshalb nicht etwa ihre Erträge, sondern die Leistungen senken. Und die Kosten für die Lohnabhängigen und die Arbeitgeber weiter erhöhen. Doch das ist nicht mehrheitsfähig. Darum hat der Bundesrat den Sozialpartnern den Auftrag gegeben, gemeinsam Lösungen zu suchen. Im vergangenen Sommer einigten sich die Arbeitgeber und die Gewerkschaften auf einen Kompromiss zur Sanierung der Pensionskassen. Diesen BVG-Kompromiss (…). Clemens Studer .
Work online, 31.1.2020.
Personen > Studer Clemens. Pensionskassen. Rentenklau. Work omline, 2020-01-31.
Ganzer Text
31.01.2020 Schweiz
Personen
Work
Christian Egg
Prix Engagement
Volltext
Prix Engagement: Diese Verkäuferinnen verhinderten längere Ladenöffnungszeiten. 70 Verkäuferinnen und Verkäufer wagen in Nyon VD den Aufstand gegen längere Ladenöffnungszeiten – und gewinnen! Für ihren Mut und ihre Ausdauer ehrt die Unia das Kollektiv mit dem Prix Engagement. „Nein“, sagt die Parfumerieverkäuferin Anne-Lise Rielli (49). Am Samstag bis sieben Uhr abends im Laden stehen statt wie bisher bis sechs? Kommt nicht in Frage. Rielli: „Entweder du fügst dich – oder du wehrst dich.“ ¬Rielli wehrt sich. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen Jeanne d’Arc Dumartheray (62), Célia Brodard (25) und rund 70 weiteren Verkäuferinnen und Verkäufern – mit Erfolg. Deshalb verleiht die Unia dem Kollektiv für seinen Einsatz und seinen Mut den Prix Engagement. Doch der Reihe nach: Im letzten April beschliesst im waadtländischen Städtchen Nyon die rechtsbürgerliche Mehrheit im Gemeindeparlament die Ausweitung der Ladenöffnungszeiten, auf Betreiben der Ladenvereinigung. Doch die Mitarbeitenden im Detailhandel organisieren sich und sammeln Unterschriften für ein Referendum. Die Unia unterstützt sie dabei. Schweigen? Nein! Für viele ist es das erste Mal, dass sie sich in einer Gewerkschaft engagieren. Auch für Célia Brodard. Sie war damals Verkäuferin bei der Modekette Zebra. Sie habe keinen Moment gezögert, sich der Bewegung anzuschliessen: „Wenn wir schweigen, ändert sich nichts.“ Migros-Verkäuferin Dumartheray gibt zu: Zuerst hatte sie Angst, Kundinnen und Kunden auf das Referendum anzusprechen. „Aber eine Kundin sagte mir: ‚Akzeptiert das nicht!‘ Das hat mir Mut gemacht.“Nicht (...).   Christian Egg.
Work online, 31.1.2020.
Personen > Egg Christian. Prix Engagement. Work online, 2020-01-31.
Ganzer Text
 
31.01.2020 England
EU
Gewerkschaften
Personen
Work
Andreas Rieger
Arbeitszeit
EU
Ferien
Volltext
Am 1. Februar ist Brexit: Und jetzt? Britanniens Brexit ist Gift. Lange bevor er beschlossen war, hatte er schon die britische Gesellschaft gespalten. Der rechtsextremen Partei UKIP war es gelungen, die EU zum grossen Sündenbock zu machen. Und die brennenden sozialen Fragen, die weit verbreitete Armut und Grossbritanniens Misere im Gesundheitswesen waren plötzlich kein Thema mehr. Stattdessen wiegten sich viele in der Illusion, das Königreich könne im Alleingang wieder zu alter Grösse finden. Der notorische Lügner, Brandstifter und heutige Premier, Boris Johnson, surft auf dieser Illusionswelle erfolgreich weiter: Bei den Parlamentswahlen vor Weihnachten hat er mit seinen Konservativen die absolute Mehrheit erobert. Die linke Labour-Partei hingegen schrumpfte im Parlament massiv. Kippt Johnson jetzt bezahlte Ferien und Elternurlaub? Labour laviert. Warum dieses Debakel der Linken? Vor wenigen Jahren erlebte ¬Labour mit Jeremy Corbyn einen Aufschwung, Zehntausende Junge wurden aktiv, bei den Wahlen vor zwei Jahren war Labour sogar nahe dran, die Konservativen zu überholen. Damals konnte die Partei die soziale Frage in einem starken Wahlprogramm in den Vordergrund bringen. Gleiches versuchte sie nun wieder – aber ohne ¬Erfolg. Weil das Thema „Brexit“ alles überdeckte. Und beim Brexit ist Labour hin und her gerissen. Mit einem Nein im Wahlkampf hätte die Partei Arbeiterstimmen im Norden verloren. Mit einem Ja, die Jungen vor den Kopf geschlagen. Die Partei lavierte und verlor auf beiden Seiten. (…).  Andreas Rieger.
Work online, 31.1.2020.
Personen > Rieger Andreas. England. EU. Work online, 2020-01-31.
Ganzer Text
17.01.2020 Iran
USA
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Klimawandel
Krieg
Volltext
Buschbrände und Brandstifter. Das neue Jahr beginnt, wie das alte aufgehört hat: In Australien brennt das Buschland. Seit letztem Oktober frassen die Flammen in Down Under zweieinhalb Mal die Fläche der Schweiz. Und immer noch ist Australiens reaktionärer Premier Scott Morrison Klimaleugner. In bester Gesellschaft übrigens. Auch Bauer Marcel Dettling, der im Rennen ums SVP-Präsidium als Favorit gilt, nimmt das Wetter, wie es kommt: „Egal, ob es zu viel regnet oder zu wenig Schnee hat – immer soll gleich der Klimawandel verantwortlich sein!“ So mault einer (in der NZZ), der schon vor zwei Jahren für Klima-Schlagzeilen sorgte. Weil er sagte, für die Klimaerwärmung sei „eine höhere Macht“ verantwortlich. Glauben versetzt halt Berge. Blöd nur, dass sich diese tatsächlich bewegen: Obenabä! Denn schon droht im Aostatal am Mont-Blanc ein Gletscherabbruch. Das neue Jahr beginnt, wie das alte aufgehört hat. Blondes Gift. Nur einem brennt’s und bröckelt’s auf diesem Planeten noch nicht genug. Dem blonden Gift im Weissen Haus. Deshalb liess Donald Trump schnell einen iranischen General liquidieren. Das ist einmalig in der ganzen gewalttätigen Geschichte der Menschheit. Eine Kriegserklärung ohne Krieg. Die uns an den Rand eines Krieges bringt, wie work-Autor Oliver Fahrni analysiert. Denn: „Soleimanis Liquidierung ist nur die bisher letzte einer langen Reihe von katastrophalen westlichen Interventionen, die ungezählte Kriege und einen scharf radikalisierten politischen Islam hervorgebracht haben.“ Wer aber stoppt Brandstifter Trump? (…).  Work online, 17.1.2020.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Iran. USA. Work online, 2020-01-17.
Ganzer Text
17.01.2020 Iran
USA
Personen
Work
Oliver Fahrni
Iran
Volltext
US-Präsident ausser Kontrolle: Zündet Trump die Welt an? Iran ist das letzte Bollwerk gegen die US-Herrschaft über den Nahen Osten. Präsident Donald Trump will es brechen. Lastwagen dürften gerade riesige Mengen panierter Chicken Wings in die Bündner Berge karren: US-Präsident Donald Trump kommt an das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos, mit seinem Monstertross, Tochter, Schwiegersohn, Sicherheitsberater usw. Das Zeug verschlingt er eimerweise. Und kommandiert gerne:“Fast Food für alle“. Noch eine Sache, die dem iranischen Aussenminister Mohammad Javad Zarif erspart bleibt. Auch er, der Architekt des Atomabkommens von 2015 mit den USA, Europa, Russland und China, war in Davos erwartet worden. Zarif hat in Amerika studiert, ist kulturell Europa zugeneigt und der beliebteste Politiker in Teheran. Nach der Ermordung des iranischen Generals Qasem Soleimani am 3. Januar auf persönlichen Befehl von Trump stornierte Zarif seinen Davos-Trip. Er nannte US-Aussenminister Mike Pompeo einen“«arroganten Clown“ und freute sich, „das Ende der US-Präsenz“ in der Region sei nun eingeläutet. Aussenpolitik ist Innenpolitik. Darüber wird sich Trump, der twitternde Fürst der Lügen (mehr als 15’000 hat die US-Zeitung „Washington Pos“» gezählt), mit dem irakischen Präsidenten unterhalten müssen: Barham Salih, Kurde und eigentlich ein Vasall der USA, hat am WEF den Beschluss des Parlaments in Bagdad im Gepäck, die US-Truppen aus dem Land zu werfen. (…).
Oliver Fahrni.
Work online, 17.1.2020.
Personen > Fahrni Oliver. USA. Donald Trump. Work online, 2020-01-17.
Ganzer Text
17.01.2020 Ecublens
Boston Scientific SA
Personen
Unia VD Kanton
Work
Christian Egg
Boston Scuentific SA
Streik
Volltext
7-Tage-Streik bei der Industriefirma Boston Scientific in Ecublens VD. „Der Streik war extrem anstrengend“. Die Firma schliessen und nach Irland verlagern? Nicht mit uns, sagt Qualitätskontrolleur Steven Marchou. Einer von 50 Mitarbeitenden, die gestreikt haben. Die Informationsveranstaltung am 20. November dauert nur 30 Minuten. Man werde den Standort schliessen und nach Irland verlagern, teilen die Chefs von Boston Scientific den 141 Mitarbeitenden im waadtländischen Ecublens mit. Alle würden die Kündigung erhalten, es gebe einen Sozialplan. Den Nachmittag dürften sie freinehmen. „Peng“ denkt da Qualitätskontrolleur Steven Marchou (35), denn auch er hat nicht mit so einer Hiobsbotschaft gerechnet. Der Firma geht es blendend. Sie stellt künstliche Herzklappen her und hat vor kurzem ein neues Modell entwickelt, das sie jetzt auf den Markt bringen will. Dafür sollte die Produktion hochgefahren werden. Abgeworben und entlassen. Wie viele andere arbeitet auch Marchou erst seit kurzem bei Boston Scientific. Im Juli hatte ihn die Firma von einer anderen Arbeitsstelle sogar abgeworben, um die Abteilung Qualitätskontrolle zu verstärken. Marchou: „Damals sprachen sie von einer Perspektive von fünf Jahren.“ Und jetzt das! Wie ein Blitz fährt es Marchou durch den Kopf: „Wir brauchen eine Gewerkschaft.“ Seine Gewerkschaft, die Unia. Zusammen mit 64 Kolleginnen und Kollegen bittet Marchou die Unia, dass sie sie im Konsultationsverfahren vertrete. Bei Massenentlassungen schreibt das Gesetz eine Konsultation der Mitarbeitenden vor. Diese dürfen Vorschläge machen, wie der Stellenabbau zu verhindern oder abzumildern sei. (…). Christian Egg.
Work online, 17.1.2020.
Personen > Egg Christian. Boston Scientific Ecublens. Streik. Work online. 2020-01-17.
Ganzer Text
17.01.2020 Schweiz
Personen
WEF
Work
Marie-Josée Kuhn
Volltext
WEF
Das World Economic Forum spürt den Greta-Effekt . Der doppelzüngige „Davos Man“. Seit es das WEF gibt, huldigt dieser Privatclub der Weltenherrscher dem Raubtierkapitalismus. Damit soll nun fertig sein. Verkündet das neue Manifest zum 50. Geburtstag. Adieu, Milton Friedman! Gute Nacht, Chicago-Boys! Im neuen „Davos Manifesto“ zu seinem 50. Geburtstag rechnet das WEF mit dem Shareholder-Kapitalismus der neoliberalen Denkschule ab. Deren Profitmaximierungs-Ideologie sei nicht nachhaltig genug. Das ist die brisante, aber späte Einsicht von WEF-Gründer Klaus Schwab „“Ich bin der Chef-Zweifler der Welt“), 12 Jahre nach Beginn der grössten Kapitalismuskrise seit 1929. Etliche Immobilien-, Banken-, ¬Finanz- und Eurokrisen später kommt die „Ideologiefabrik der internationalen Geldsäcke“ (Jean Ziegler) zum Schluss: Der rein profitgetriebene Shareholder-Kapitalismus habe ausgedient. Adieu, Aktionäre! Guten Morgen, Stakeholder! Der Stakeholder-Kapitalismus, der allen was bringe, auch der Gesellschaft und nicht nur den Aktionären, sei „die beste Antwort auf die sozialen und ökologischen Herausforderungen unserer Zeit“. So das Davos-Manifest (rebrand.ly/wef-manifest). Diese Einsicht setze sich langsam auch weltweit durch. Unter anderem wegen des Greta-Effekts: „Die junge schwedische Klimaaktivistin hat uns daran erinnert, dass das derzeitige Wirtschaftssystem künftige Generationen um ihre Zukunft betrügt.“ Das dürfe nicht sein. Konkret fordert WEF-Schwab: Unternehmen sollen ihren fairen (…).  Marie-Josée Kuhn.
Work online, 17.1.2020.
Personen > Kuhn Marie-Josée. WEF. Work online, 2020-01-17.
Ganzer Text
17.01.2020 Schweiz
Initiativen Schweiz
Mietwesen
Personen
Work
Jacqueline Badran
Ralph Hug
Abstimmung
Interview
Volltext
Wohnungsmieten
Wohnungsmarkt-Expertin Jacqueline Badran (59) schlägt Alarm: „Die Mieten sind 40 Prozent zu hoch: So kann es nicht weitergehen!“ Auf dem Immobilienmarkt herrschen Renditewahn und Mietpreisspirale, sagt die schärfste Kritikerin der Immobilienlobby, die Zürcher Nationalrätin Jacqueline Badran (59). Deshalb brauche es ein Ja zur Wohninitiative, über die wir am 9. Februar abstimmen. Work: Im Zürcher Seefeld muss man für eine Dreizimmerwohnung mit 125 Quadratmetern schon 7350 Franken hilegen. Pro Monat! Jacqueline Badran: Ich habe dieses Inserat auch gesehen. Wahnsinn! Kein Einzelfall. Seit der Finanzkrise sind die Mieten in der Schweiz im Schnitt um 14 Prozent gestiegen, obwohl sie im gleichen Zeitraum hätten sinken müssen. Denn der Hypozins ist um mehr als die Hälfte gesunken, von 3,5 auf 1,5 Prozent. Was läuft schief auf dem Wohnungsmarkt? Dieser Markt ist speziell. Alle müssen wohnen und brauchen Boden. Deshalb herrscht hier Zwangskonsum. Im Immobilienmarkt kann man maximale Renditen abschöpfen, weil wir alle ein Dach über dem Kopf brauchen. Wir müssen also zahlen und machen die Faust im Sack. Der Anstieg der Mieten in letzter Zeit ist enorm. Warum dreht die Spirale unaufhörlich nach oben? Vergessen Sie die Vermieterin oder den Vermieter, die ihre Mieterschaft noch persönlich kannten und Rücksicht nehmen konnten. Heute sind Immobiliengesellschaften im Vormarsch, die nur eines kennen: Rendite bolzen für die Aktionärinnen und Aktionäre. Ihretwegen wird Wohnen immer teurer. (…).  Ralph Hug.
Work online, 17.1.2020.
Personen > Hug Ralph. Wohnungsmieten. Interview. Work online, 2020-01-17.
Ganzer Text
17.01.2020 Spanien
Gewerkschaften
Personen
Work
Andreas Rieger
Gewerkschaften
Mindestlöhne
Volltext
Neue spanische Regierung: „Barbarisch!“ Es war eine monatelange Zangengeburt, aber jetzt ist sie da, die linke spanische Koalitionsregierung. Die sozialdemokratische PSOE und die sozialbewegte Podemos haben sich zusammengerauft. Inhaltlich war dies nicht schwierig – die beiden Parteien haben viel gemeinsam. Das 50seitige Dokument ist wohl seit langem das stärkste linke Regierungsprogramm in Europa: gute Arbeit für alle, mehr soziale Sicherheit, Ausbau der Rechte der Frauen, der Regionen, ökologischer Umbau und Wirtschafts- und Industriepolitik bilden ein zusammenhängendes Paket. Den Gewerkschaften und der Linken steht kein Spaziergang bevor. Höherer Mindestlohn. Die Gewerkschaften haben Geburtshilfe geleistet, das ist deutlich: Die Regierung will konkret die vor acht Jahren erfolgte Deregulierung des Arbeitsrechts rückgängig machen – der Kündigungsschutz wird damit verstärkt. Auch die Verschlechterung bei den Renten wird wieder aufgehoben. Stark erhöhen will die Regierung den gesetzlichen Mindestlohn, von heute 900 Euro schrittweise auf 1‘200. Weitere Punkte im Regierungsprogramm sind: mehr Rechte in den Kollektivverträgen für die Gewerkschaften, Kampf dem Sozialdumping, bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Das Gesicht dieser Politik ist Yolanda Díaz. Sie stammt aus einer Gewerkschaftsfamilie, war Anwältin von Arbeiterinnen und Arbeitern, vertrat misshandelte Frauen. Zuletzt war sie bei den Protesten der Kellys ()...). ,Andreas Rieger. .
Work online, 17.1.2020.
Personen > Rieger Andreas. Spanien. Gewerkschaften. Work online, 2020-01-17.
Ganzer Text
17.01.2020 Schweiz
Flüchtlinge
Personen
Work
Michael Stötzel
Jean Ziegler
Flüchtlinge
Publikation
Volltext
Neues Ziegler-Buch: Flüchtlingslager sind die Schande Europas. Stinkendes Essen, Kälte und endloses Warten: So quälen EU-Behörden und griechische Militärs die Menschen im Flüchtlingslager Moria, schreibt Jean Zielger in seinem neuen Buch. Sarah Mardini, eine junge Syrerin, versuchte 2015 zusammen mit ihrer Schwester und weiteren Flüchtlingen, in einem Schlauchboot die Meerenge zwischen der türkischen Küste und der griechischen Insel Lesbos zu überqueren. Bald setzte der Motor aus, das Boot trieb steuerlos dahin. Sarah und ihre Schwester, beide sehr gute Schwimmerinnen, sprangen ins Wasser und zogen das Boot bis zur Insel. Sie hatten Glück und erhielten Flüchtlingsstatus in Deutschland. Sarah begann ein Studium in Berlin. In den Semesterferien flog sie zurück nach Lesbos und beteiligte sich an der Rettung von Flüchtlingen, die in Seenot geraten waren. Kurz vor ihrer Rückkehr nach Berlin verhaftete sie die griechische Polizei. Weil sie auf ihrer eigenen Flucht andere Flüchtlinge gerettet hatte, wurde sie jetzt als Menschenhändlerin angeklagt. Ende 2019 war das Verfahren gegen sie noch nicht abgeschlossen. Die EU verstösst gegen das Völkerrecht und die Flüchtlingskonvention. Abschrecken, vertreiben. Sarahs tragisch-absurde Geschichte erzählt Jean Ziegler in seinem neuen Buch, „Die Schande Europas. Von Flüchtlingen und Menschenrechten“. (…).
Michael Stötzel.
Work online, 17.1.2020.
Personen > Stoetzel Michael. Ziegler Jean. Publikation. Work online, 2020-01-17.
Ganzer Text
17.01.2020 Schweiz
Work

Konkurs
Lohnzahlung
Ratgeber
Volltext
Konkurs: Endet damit das Arbeitsverhältnis?Regula Dick von der Unia-Rechtsabteilung beantwortet Fragen aus der Arbeitswelt.. Ich arbeite in einem Malergeschäft. In letzter Zeit habe ich bemerkt, dass das Geschäft schlecht läuft. Nun wurde über meinen Arbeitgeber der Konkurs eröffnet. Was passiert nun mit meinem Arbeitsvertrag? ¬Endet mein Arbeitsverhältnis mit der Konkurseröffnung automatisch? Oder muss ich weiterarbeiten, obwohl unsicher ist, ob ich den Lohn erhalten werde? Regula Dick: Nein. Die Eröffnung des Konkurses bedeutet nicht automatisch, dass Ihr Arbeitsverhältnis endet. Allerdings erhalten Sie für Arbeit, die Sie nach der Eröffnung des Konkurses leisten, keine Insolvenzentschädigung der Arbeitslosenkasse. Sie riskieren also, für diese Arbeitszeit keine Entschädigung zu erhalten, falls sich im Konkursverfahren zeigt, dass nicht mehr genügend Vermögen vorhanden ist, um die Löhne zu zahlen. Ausserdem dauern Konkursverfahren relativ lange. Die Eröffnung des Konkurses gilt allerdings als Indiz dafür, dass das Unternehmen zahlungsunfähig ist. Gemäss Art. 337 a des Obligationenrechts können Sie verlangen, dass Ihr künftiger, an sich noch nicht zur Zahlung fälliger Lohn sichergestellt wird, beispielsweise, indem er auf ein Sperrkonto einbezahlt wird. Setzen Sie Ihrem Arbeitgeber eine Frist, innert derer er Ihnen den künftigen Lohn sicherstellen soll. Als angemessen gelten drei Tage bis eine Woche. Erfolgt keine Sicherstellung, können Sie ¬fristlos kündigen. Melden Sie sich in diesem Fall sofort bei der Arbeits¬losenkasse.
Regula Dick.
Work online, 17.1.2020.
Personen > Dick Regula. Konkurs. Lohnzahlung.Ratgeber. Work online, 2020-01-17.
Ganzer Text
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 ...


  
Copyright 2007 by Beat Schaffer   Nutzungsbedingungen  Powered by dsis.ch    anmelden