Gewerkschaftschronik
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Anzahl gefundene Artikel: 15252

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26.06.2021 BS Kanton
Personen
SP BS Kanton
Carl Miville-Seiler
Nachruf
Volltext
Ich habe wahnsinnig viel gemacht»: Carl Miville, 26.7.1921 18.6.2021. Zum Tod von Carl MivilleEin Basler durch und durch. Am 26. Juli hätte Carl Miville, Basler Alt-SP-Ständerat, seinen hundertsten Geburtstag feiern können. in Besuch war geplant bei ihm in seiner Wohnung im Gellert, anlässlich seines hundertsten Geburtstags am 26. Juli. Ein Porträt hätte es werden sollen – das Porträt eines sprachbegeisterten Menschen, der den Dialektschatz hütete und pflegte wie kein Zweiter, der ein Sozialdemokrat alter Schule war und sich selber als «Basler durch und durch» bezeichnete. Wir hätten viele Fragen an Carl Miville gehabt. Was es ihm bedeutet, so alt zu werden. Wie er Basel, die Stadt der neuen Türme, wahrnimmt. Was er von der Diskussion um eine gendergerechte Sprache und die Bettler in der Stadt hält. Ob er einverstanden sei mit seiner Partei, die den Kapitalismus überwinden und die Armee abschaffen möchte. Körperlich schwach, geistig topfit. Miville hätte zu all diesen Fragen bestimmt eine dezidierte Meinung geäussert. Er war zwar körperlich geschwächt, geistig aber noch immer topfit. Das Treffen kam nicht mehr zustande. Am 18. Juni ist er in seinem Zuhause friedlich eingeschlafen, elf Jahre nach dem Tod seiner Frau. «Ich komme gern gut aus mit den Leuten, und ich habe es gern, wenn die Leute mich gernhaben.“Carl Miville, 26.7.1921– 6.2021Die 1930er-Jahre, der Faschismus in Deutschland, Spanien und Italien, hätten ihn stark geprägt, sagte er einmal. Im Mai 2020 zitierte ihn die «Neue Zürcher Zeitung» in einem Artikel zum 75. Jahrestag des Weltkriegsendes so: „Als Gymnasiast hatte ich eine Pistole in der Nachttischschublade. Für den Fall, dass die Nazis über die Grenze kommen“ Im Gegensatz zur herrschenden Ideologie in der SP, sagte Miville, sei er «immer ein bisschen ein Militärkopf» gewesen. Ein Haudegen freilich war Miville, Spross eines 1608 in Basel eingebürgerten Hugenotten-Geschlechts, gleichwohl nie. Sondern ein Mensch, der «immer konstruktiv und freundlich» auftrat, wie es Stadtpräsident Beat Jans (SP) kürzlich gegenüber Telebasel formulierte. Über sich selber sagte Miville: «Ich bin ein harmoniesüchtiger Typ. Ich komme gerne gut aus mit den Leuten, und ich habe es gern, wenn die Leute mich gernhaben.“ Nationalrat, Ständerat, Autor. Nach der Matur am Realgymnasium, Jus-Studium und Aktivdienst machte Miville Karriere: Grossrat 1947–48, 1953–64 und 1968–78, Nationalrat 1978–79, Ständerat 1979–91. Zudem sass er 1986 bis 1991 im Europarat. Er leitete die AHV des Kantons Basel-Stadt, war Redaktor der Basler „Arbeiter-Zeitung“ (AZ) und Mitherausgeber des Buches «3x Baseldytsch»; er schrieb Fasnachtsverse und Kolumnen für das Feuilleton sowie die Dreiland-Ausgabe der BaZ. Die“ «Tageswoche» fragte ihn vor sieben Jahren, ob er viel über den Tod nachdenke. Miville antwortete: «Nein. Aber wenn er mir in den Sinn kommt, ist er mir wurst.“. Der Wert des Lebens messe sich nicht in der Anzahl der Jahre, sondern darin, was man daraus gemacht habe. Miville sagte: «Und ich habe wahnsinnig viel gmacht,
Martin Furer, Facebook, 26.6.2021.
Personen > Miville Carl Naruf Martin Furer. Facebook. 2021-06-26.
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12.05.2021 Schweiz
Personen
Pflegepersonal
Unia Schweiz
Véronique Polito
Aktionstag
Pflegepersonal
Volltext
Internationaler Tag der Pflege.. Pflegende setzen ein starkes Zeichen für bessere Arbeitsbedingungen. Pflegende in der ganzen Schweiz fordern heute mit Strassenaktionen und „Walks of Care“ bessere Arbeitsbedingungen in ihrer Branche. Ein Jahr nach dem Applaus hat sich noch immer nichts verändert. Die Unia fordert endlich einen verstärkten Gesundheitsschutz, Investitionen ins Personal und eine solidarische, faire Pflegefinanzierung, die gute Arbeitsbedingungen und eine gute Pflege überhaupt ermöglicht. Mehr als ein Jahr dauert die Corona-Pandemie nun schon an. Spätestens seitdem ist allgemein bekannt: Die Pflegenden sind überlastet, es herrscht akuter Personalmangel, viele werden krank und steigen aus dem Beruf aus. Probleme, die bereits lange vor der Pandemie bestanden und sich nun noch zuspitzen. Vor einem Jahr hat die Bevölkerung fleissig auf den Balkonen geklatscht und dem Pflegepersonal ihre Dankbarkeit ausgedrückt. Eine schöne Geste, aber geändert hat das am Berufsalltag der Pflegenden nichts Höchste Zeit für gute Arbeitsbedinngunge. «Seit Jahren wissen wir, dass fast die Hälfte der Pflegenden wegen den schwierigen Arbeitsbedingungen und gesundheitlichen Problemen den Beruf wieder verlassen. Es ist ein Skandal, dass die Politik es immer wieder verpasst hat, konkrete Massnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu beschliessen!», so Véronique Polito, Geschäftsleitungsmitglied Unia. Die Pflegenden stehen deshalb am heutigen Internationalen Tag der Pflege erneut auf der Strasse und fordern gemeinsam mit der Unia: Einen verstärkten Gesundheitsschutz über die Krise hinaus. Investitionen ins Personal: höhere Stellenschlüssel und mehr Lohn. Eine solidarische, faire Pflegefinanzierung, die gute Arbeitsbedingungen und eine gute Pflege überhaupt ermöglicht. Die Umsetzung der Pflegeinitiative. Aktionen und“Walks of Care“ in der ganzen Schweiz. In der ganzen Schweiz finden heute Aktionen statt, mit denen die Pflegenden auf ihre Anliegen aufmerksam machen. Dies selbstverständlich unter Einhaltung der geltenden Corona-Bestimmungen. In vielen Regionen wurden diese auch im Bündnis «Gemeinsam mit dem Gesundheitspersonal» zusammen mit VPOD, SBK und Syna sowie mit dem Verein Pflegedurchbruch organisiert, mit welchen die Unia bereits am 31. Oktober letzten Jahres auf die schwierige Situation in den Pflegeberufen aufmerksam gemacht hatte.
Für Rückfragen:
Véronique Polito, Geschäftsleitungsmitglied Unia
Samuel Burri, Co-Branchenverantwortlicher Pflege Unia
Silja Kohler, Mediensprecherin Unia
Unia Schweiz, Medienmitteilung, Unia, 12.5.2021.
Unia Schweiz > Pflegepersonal. Aktionstag. Unia, 2021-05-12.
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28.04.2021 Schweiz
Personen
Regierung Schweiz
SGB
Regula Bühlmann
Gleichstellung
Volltext
Gleichstellungsstrategie des Bundesrats. Eine mutlose Absichtserklärung samt unsäglichem Affront. Auch der Bundesrat will zwei Jahre nach dem Frauen*streik vorwärts machen mit der Gleichstellung von Frauen und Männern. Dazu hat er eine Gleichstellungsstrategie erarbeitet und veröffentlicht. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund begrüsst das Bekenntnis zur Geschlechtergleichstellung, das der Bundesrat mit der Strategie abgibt, bedauert jedoch, dass er dabei mutlos und vage bleibt – zukunftsgerichtete Ideen für mehr Gleichstellung in bezahlter und unbezahlter Arbeit fehlen. Stattdessen leistet sich der Bundesrat mit der in der Strategie verankerten Erhöhung des Frauenrentenalters einen unsäglichen Affront. Der Bundesrat legt mit der Gleichstellungsstrategie seine Ideen vor, wie er bis 2030 die Gleichstellung von Frauen und Männern weiterbringen will. Dies ist ein wichtiges Eingeständnis, dass auch zwei Jahre nach dem legendären Frauen*streik 2019 noch grosser Handlungsbedarf besteht und der Bund seinen Teil zur Lösung beitragen will. Leider beruht die Strategie auf einem engen Verständnis von Gleichstellung: Der Bundesrat fokussiert bei seinen Massnahmen weitgehend auf Schweizer Mittelstandsfrauen, die Situation von Frauen mit Migrationshintergrund oder in Tieflohnberufen sowie Personen, die sich nicht in die binäre Geschlechterordnung einordnen wollen oder können, wird höchstens am Rand angesprochen. Stattdessen listet die Strategie Ziele und Massnahmen auf, die zu einem grossen Teil schon in der Umsetzung sind: Bekämpfung der Lohndifferenz zwischen Frauen und Männern mittels Logib und Kontrollen im Beschaffungswesen, Förderung von Unternehmensprojekten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen der Bundesverwaltung usw. Der SGB begrüsst die Weiterverfolgung dieser Ziele durch den Bund und fordert die konsequente Umsetzung der Massnahmen. Positiv zu werten ist auch die angestrebte Verbesserung der Datenlage bezüglich Geschlecht in Bundesstatistiken und Erhebungen. Doch wenn der Bundesrat mit seiner Strategie die Gleichstellung bis 2030 tatsächlich vorwärtsbringen will, braucht es ehrgeizigere und verbindliche Ziele sowie innovative Massnahmen, die über das aktuelle Arbeitsprogramm des Gleichstellungsbüros hinausgehen: Neben der angestrebten besseren beruflichen Integration der Frauen braucht es Massnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Löhne im Tieflohnsektor und in prekären Arbeitsverhältnissen. Es braucht Verbesserungen in der Altersvorsorge, damit Frauen auch nach der Pensionierung finanziell eigenständig sein können – dass der Bundesrat stattdessen in der Strategie eine Erhöhung des Frauenrentenalters vorsieht, ist ein Affront ohnegleichen. Es braucht eine kohärente nationale Familienpolitik, die dafür sorgt, dass Arbeitnehmerinnen mit Familienpflichten durch zahlbare, zugängliche und qualitativ gute Betreuungsangebote entlastet werden. Und es braucht dezidierte Massnahmen gegen Sexismus und sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz: Die vom Bundesrat vorgesehene Prüfung einer «möglichen Ratifizierung» der entsprechenden ILO-Konvention 190 reicht bei weitem nicht, die Schweiz muss die Konvention ohne Wenn und Aber ratifizieren. Denn erst wenn die Gleichstellungsstrategie nicht einfach ein vages Lippenbekenntnis bleibt, sondern der Bund mit wirksamen Massnahmen verbindliche Ziele verfolgt, sind Verbesserungen bis 2030 auch tatsächlich möglich.
Auskünfte:
Regula Bühlmann, Zentralsekretärin SGB
Urban Hodel, Co-Leiter Kommunikation SGB
SGB, Medienmitteilung, 28.4.2021
SGB > Gleichstellung. Bundesrat. SGB, 2021-04-28
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28.04.2021 Schweiz
Personen
Regierung Schweiz
SGB
Regula Bühlmann
Bildungsrat
Gleichstellung
Volltext
Gleichstellungsstrategie des Bundesrats. Eine mutlose Absichtserklärung samt unsäglichem Affront. Auch der Bundesrat will zwei Jahre nach dem Frauen*streik vorwärts machen mit der Gleichstellung von Frauen und Männern. Dazu hat er eine Gleichstellungsstrategie erarbeitet und veröffentlicht. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund begrüsst das Bekenntnis zur Geschlechtergleichstellung, das der Bundesrat mit der Strategie abgibt, bedauert jedoch, dass er dabei mutlos und vage bleibt – zukunftsgerichtete Ideen für mehr Gleichstellung in bezahlter und unbezahlter Arbeit fehlen. Stattdessen leistet sich der Bundesrat mit der in der Strategie verankerten Erhöhung des Frauenrentenalters einen unsäglichen Affront. Der Bundesrat legt mit der Gleichstellungsstrategie seine Ideen vor, wie er bis 2030 die Gleichstellung von Frauen und Männern weiterbringen will. Dies ist ein wichtiges Eingeständnis, dass auch zwei Jahre nach dem legendären Frauen*streik 2019 noch grosser Handlungsbedarf besteht und der Bund seinen Teil zur Lösung beitragen will. Leider beruht die Strategie auf einem engen Verständnis von Gleichstellung: Der Bundesrat fokussiert bei seinen Massnahmen weitgehend auf Schweizer Mittelstandsfrauen, die Situation von Frauen mit Migrationshintergrund oder in Tieflohnberufen sowie Personen, die sich nicht in die binäre Geschlechterordnung einordnen wollen oder können, wird höchstens am Rand angesprochen. Stattdessen listet die Strategie Ziele und Massnahmen auf, die zu einem grossen Teil schon in der Umsetzung sind: Bekämpfung der Lohndifferenz zwischen Frauen und Männern mittels Logib und Kontrollen im Beschaffungswesen, Förderung von Unternehmensprojekten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen der Bundesverwaltung usw. Der SGB begrüsst die Weiterverfolgung dieser Ziele durch den Bund und fordert die konsequente Umsetzung der Massnahmen. Positiv zu werten ist auch die angestrebte Verbesserung der Datenlage bezüglich Geschlecht in Bundesstatistiken und Erhebungen. Doch wenn der Bundesrat mit seiner Strategie die Gleichstellung bis 2030 tatsächlich vorwärtsbringen will, braucht es ehrgeizigere und verbindliche Ziele sowie innovative Massnahmen, die über das aktuelle Arbeitsprogramm des Gleichstellungsbüros hinausgehen: Neben der angestrebten besseren beruflichen Integration der Frauen braucht es Massnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Löhne im Tieflohnsektor und in prekären Arbeitsverhältnissen. Es braucht Verbesserungen in der Altersvorsorge, damit Frauen auch nach der Pensionierung finanziell eigenständig sein können – dass der Bundesrat stattdessen in der Strategie eine Erhöhung des Frauenrentenalters vorsieht, ist ein Affront ohnegleichen. Es braucht eine kohärente nationale Familienpolitik, die dafür sorgt, dass Arbeitnehmer_innen mit Familienpflichten durch zahlbare, zugängliche und qualitativ gute Betreuungsangebote entlastet werden. Und es braucht dezidierte Massnahmen gegen Sexismus und sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz: Die vom Bundesrat vorgesehene Prüfung einer «möglichen Ratifizierung» der entsprechenden ILO-Konvention 190 reicht bei weitem nicht, die Schweiz muss die Konvention ohne Wenn und Aber ratifizieren. Denn erst wenn die Gleichstellungsstrategie nicht einfach ein vages Lippenbekenntnis bleibt, sondern der Bund mit wirksamen Massnahmen verbindliche Ziele verfolgt, sind Verbesserungen bis 2030 auch tatsächlich möglich.
Auskünfte:
Regula Bühlmann, Zentralsekretärin SG
Urban Hodel, Co-Leiter Kommunikation SGB
SGB, Medienmitteilung, vom 28.4.2021
Personen > Bühlmann Regula. Gleichstellung. SGB, 2021-04-28
23.03.2021 Bern
Personen
SP Bern Stadt
VPOD Bern Stadt
Walter Christen
Todesfall
Volltext
Walter Christen. VPOD Bern, SP Bern,. Geb. 22.4.1948, gest. 23.3.2021.
18.03.2021 Biel
ATB Madretsch
Personen
SP Madretsch
VPOD Biel
Werner Möri
Todesfall
Volltext
Werner Möri. VPOD Biel. ATB Biel-Madretsch. Geb. 19.2.1928, gest. 18.3.2021
05.03.2021 Schweiz
Kurzarbeit
Personen
SGB
Daniel Lampart
Kurzarbeit
Löhne
Volltext
Rund 2 Milliarden Franken Lohnausfall bei Personen in Kurzarbeit. Dank der Kurzarbeit konnten in der Corona-Krise sehr viele Arbeitsplätze erhalten werden. Mittelweile ist es möglich, das enorme Ausmass für 2020 abzuschätzen. Über das ganze Jahr wurden mehr als 350 Millionen Arbeitsstunden über die Kurzarbeit bezahlt. Das entspricht rund 4.5 Prozent der Arbeitsstunden, die normalerweise in der Schweiz gearbeitet werden. Wer in Kurzarbeit ist, erhält von der Arbeitslosenversicherung nur 80 Prozent des Lohnes. Erst ab Dezember gab es für sehr tiefe Löhne einen Ersatz von 100 Prozent. Der Arbeitgeber könnte den Lohnausfall von 20 Prozent übernehmen. Das Gesetz verbietet das nicht. Doch leider hat das nur eine Minderheit getan. Gemäss den verfügbaren Informationen haben rund 15 bis 20 Prozent der Firmen die Kurzarbeits-Löhne auf 100 Prozent aufgestockt. Die übrigen Arbeitnehmenden hingegen erhielten keinen Zusatz. Das geht ins Geld. Der Bund geht davon aus, dass 2020 Kurzarbeitsentschädigungen von 10'775 Millionen Franken ausgeschüttet wurden. Hätten alle Arbeitgeber auf 100 Prozent aufgestockt, so hätten die betroffenen Arbeitnehmenden ein Einkommen von rund 13'500 Millionen Franken gehabt. Weil aber nur eine Minderheit den vollen Lohn bezahlt, fehlen den Arbeitnehmenden am Schluss mehr als 2 Milliarden Franken an Einkommen. Besonders betroffen sind die GeringverdienerInnen. Sie waren häufiger in Kurzarbeit, weil die Restaurants und andere Branchen mit tieferen Löhnen geschlossen wurden. Die Gutverdiener waren hingegen im Homeoffice – insbesondere in der 2. Welle. Gemäss einer Auswertung der KOF, aber auch gemäss Informationen aus dem Gewerkschaftsalltag, wurde die Kurzarbeit ausgerechnet bei den tieferen Einkommen am wenigsten häufig aufgestockt. Obwohl sie es wohl am dringendsten gebraucht hätten. Denn wer wenig verdient, hat oft auch geringe Ersparnisse. Dieses Problem hat sich leider im laufenden Jahr nicht entschärft, da nach wie vor viele Restaurants und andere Betriebe geschlossen waren. Diese Tatsache muss in die wirtschaftspolitischen Entscheide im laufenden Jahr einbezogen werden. Eine Rückerstattung der überschüssigen Krankenkassenprämien von rund 5 Milliarden Franken könnte das Problem stark lindern – bereits wenn sie pro Kopf ausgeschüttet würde. Diese Massnahme würde auch die gesamtwirtschaftlichen Einkommenseinbussen kompensieren und die Binnenkonjunktur beleben.
SGB, 5.3.2021.
Personen > Lampart Daniel. Kurzarbeit. Löhne. SGB, 2021-03-05.
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15.02.2021 Schweiz
Personen
Unia Schweiz
Unternehmerverbände
Vania Alleva
Coronavirus
Volltext
Hobby-Epidemiologie der Arbeitgeberverbände. Für eine Strategie der Solidarität. Seit einem Jahr kämpft die Welt darum, die Zahl der Covid-Ansteckungen und Toten nicht explodieren zu lassen. Doch jetzt naht offenbar Rettung. Die Hobby-Epidemiologen von economiesuisse haben einen „Paradigmenwechse“ in „vier Phasen“ ausgeheckt. Ein klassischer Fall von Wunschdenken. Die Wirtschaftsverbände meinen, den Stein der Weisen entdeckt zu haben. Unter dem Titel „Wieder mehr Eigenverantwortung!“ veröffentlichten sie gestern Sonntag ihre Exit-Strategie aus der Covid-19-Pandemie: Bereits am 1. März seien erste Lockerungen zu beschliessen. Sobald die Risikogruppen geimpft seien, solle die Home-Office-Empfehlung gelockert und stärker auf «Selbstverantwortung» gesetzt werden. Wenn Impfstoffe für alle verfügbar seien, könnten Anlässe ohne Schutzkonzepte durchgeführt werden. Und schliesslich, wenn „Herdenimmunität“ bestehe, seien die verbliebenen Restriktionen aufzuheben. Die Viren werden sich von „mehr Eigenverantwortung“ kaum beeindrucken lassen. Der Bundesrat hoffentlich auch nicht. Er tut besser daran, die Pandemiebekämpfung auf der Basis gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse zu organisieren. Es braucht keine weitere Welle mit Tausenden von vermeidbaren Toten, um das sicherzustellen. Die Lobbyisten von Economiesuisse haben mit ihrem Schlachtr“«Nie wieder Lockdown“ im letzten Herbst schon einmal die rechtzeitige Eindämmung der „zweiten Welle“ behindert. Das darf sich nicht weiderholen. . undheitsschutz am Arbeitsplatz stärken Der „Eigenverantwortungs-Plan“ will die Unternehmen von der Pflicht befreien, für die Umsetzung der Pandemiemassnahmen am Arbeitsplatz zu sorgen. Damit würde auch der dringend nötige Schutz der besonders gefährdeten Arbeitnehmenden geschwächt und Tausende, die heute von der Arbeit freigestellt sind, unabsehbaren Gesundheitsrisiken ausgesetzt. Das ist inakzeptabel. Die Gesundheitsschutz-Massnahmen am Arbeitsplatz dürfen keinesfalls gelockert werden. Sie müssen vielmehr verstärkt, besser kontrolliert und seriöser durchgesetzt werden, so wie es die Unia seit Beginn der Pandemie von den zuständigen Behörden fordert. Konkret heisst das: 1Der Schutz der besonders gefährdeten Arbeitnehmenden muss bestehen bleiben. Die Homeoffice-Pflicht ist beizubehalten. Alle Betriebe weisen ein Schutzkonzept aus. Dazu werden das Personal und ihr gewerkschaftliche Vertretung vorgängig angehört Es braucht endlich mehr Kontrollen zur Durchsetzung des Gesundheitsschutzes. Weil die Kantone und die Suva zu wenig Ressourcen haben, müssen die Kontrollorgane der Sozialpartner mehr Aufgaben übernehmen. Soziale Spaltung verhindern. Mehr strategische Perspektiven muss der Bundesrat bieten, wenn es um die Bewältigung der sozialen Folgen der Pandemie geht. Denn sie trifft einzelne Branchen und ihre Beschäftigten sowie wenigverdienende Arbeitnehmende und prekäre Bevölkerungsgruppen übermässig hart. Wenn Regierung und Parlament nicht entschiedenere Massnahmen ergreifen, droht die Pandemie die soziale Ungleichheit massiv zu verstärken und die gesellschaftliche Solidarität zu untergraben. Es braucht eine Strategie der Solidarität. Konkret verlangen wir, dass sich der Bundesrat endlich zu den folgenden Zielen bekennt: 100% Lohnersatz bei Kurzarbeit bis zu einem Nettolohn von 5’000 Franken für alle Arbeitnehmenden und Verlängerung auf 24 Monate. . Verlängerung der ALV-Bezugsberechtigung, um eine pandemiebedingte Zunahme der Aussteuerungen zu vermeiden. Keine Nachteile beim Bezug von Sozialhilfe unabhängig vom AufenthaltsstatusPlafonierung der A-fonds-perdu-Beiträge pro Betrieb (und nicht pro Unternehmen) um Arbeitsplatzverluste zu verhindern.
Für Rückfragen:
Vania Alleva, Präsidentin Unia
Leena Schmitter, Mediensprecherin Unia
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 15.2.2021.
Personen > Alleva Vania. Unternehmerverbände. Coronavirus. s, Unia, 2021.02-15.
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20.11.2020 Wallis Kanton
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Coronavirus
Volltext
Wer will, kann. Die Walliser Zeitung „Le Nouvelliste“ hat derzeit etwa doppelt so viele Todesanzeigen wie gewöhnlich. Jeden Tag. Statt einer oder anderthalb Seiten deren drei bis vier. Längst nicht in allen Trauerschreiben steht der Grund für dieses ungebremste Sterben. Doch es hat einen Namen: Corona. Das Wallis ist immer noch trauriger Weltmeister bei den Corona-Infektionen. Der Südkanton liegt, pro 100’000 Bewohnerinnen und Bewohner berechnet, sogar noch vor den USA. Auch bei den Toten. Am 27. Oktober erreichte der Kanton den Peak: dramatische 888 neue Infektionen an einem Tag! Die Regierung zog die Notbremse und verordnete schärfere Schutzmassnahmen. Inzwischen ist die Covid-Kurve massiv abgesunken. Und zeigt: Wer will, kann Corona in den Griff bekommen. Doch die Üsserschwiiz kann das offenbar nicht. Zu früh frohlokt. Noch im Mai frohlockte Gesundheitsminister Alain Berset: „Wir können jetzt Corona!“ Zu früh frohlockt: In der zweiten Welle können wir Corona schlechter als (fast) alle Länder ringsum. Wir sind inzwischen wirklich ein Sonderfall. Ein Corona-Sonderfall! Unsere Nachbarn greifen durch, obwohl sie weit weniger vom Virus heimgesucht sind als die Schweiz. Allen voran Österreich. Dort hat Bundeskanzler Sebastian Kurz kurz¬entschlossen wieder Lockdown angeordnet. Weil die Intensivbetten schon zur Hälfte ausgelastet seien. In 13 Schweizer Kantonen sind sie dies schon längst. Aber zu über 80 Prozent! 60 Ökonominnen und Ökonomen raten dem zerstrittenen Bundesrat jetzt, endlich durchzugreifen. Mit einer Kombination von hartem Lockdown und korrekter Entschädigung für alle Betroffenen. Weil sich das gesundheitlich und ökonomisch am besten bewähre. Selbst der rechtsnationalistische Kanzler Kurz hat offenbar begriffen, dass man eine Pandemie nicht mit marktgläubiger Ideologie bekämpfen kann. Immerhin einen Lichtblick gibt es. Immerhin erreicht uns jetzt Hoffnungsvolles von der Impfstoff-Front. Nach Biontech/Pfizer vermeldet auch die US-Firma Moderna, die ihr Vakzin auch bei der Lonza in Visp produzieren will, einen über¬raschend schnellen Durchbruch: Ihre Impfstoffe schützten zuver¬lässig, seien verträglich, und die Produktion könne anlaufen. Noch sind das Informationen von Firmen, die eine Goldgrube wittern. Doch faszinierend ist das schon, „as plötzlich möglich ist, wenn’s wirklich brennt, wie unsere Technologie-Politik-Rubrik „Rosa Zukunft» freudig zu berichten weiss.
Work, 20.11.2020.
Personen > Kuhn Marie-Josee. Coronavirus. Wallis. Work, 2020-11-20.
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17.11.2020 Kuba
Geschichte
Granma
Personen
Eusebio Leal
Gedenkfeier
Vollgeld-Initiative
Havanna gedenkt Eusebio Leal
Der Präsident der Republik, Miguel Díaz-Canel, nahm gestern an der Gala zum 501. Jahrestag der Villa de San Cristóbal del La Habana teil, die im Martí-Theater stattfand und bei der die Regierung der Hauptstadt und das Büro des Stadthistorikers Eusebio Leal von Herzen würdigten
Laut dem Twitter-Bericht der Präsidentschaft prägten Schöpfungen des Pianisten und Komponisten José María Vitier, begleitet von der hervorragenden Interpretationskraft von Niurka González auf der Flöte, des Geigers Javier Cantillo und der Sopranistin Bárbara Llanes den Abend. Anschliessend wurde der Dokumentarfilm Leal insuperablemente fiel (Leal: unübertrefflich treu) von Omelio Borroto präsentiert, der das Zeugnis enger Mitarbeiter und Eusebios selbst einfän.
Granma, 17.11.2020.
Granma > Geschichte. Gedenkfeier. Granma, 2020-11-17
15.10.2020 Schweiz
Personen
WOZ
Yves Wegelin
Coronavirus
Volltext
Ein politisches Versagen. Die Pandemie sei „unter Kontrolle“, wiederholte Gesundheitsminister Alain Berset Anfang Woche – dabei weiss das ganze Land, dass das nicht stimmt. Die Fallzahlen explodieren, die Spitaleinlieferungen steigen, in vielen Kantonen ist das Contact Tracing bereits heillos überlastet. Und was unternahm der Bundesrat, der die Kompetenzen im Sommer den Kantonen übergeben hatte, letzte Woche dagegen? Er färbte die Schilder seiner Warnkampagne von blau auf orange um. Natürlich sind nicht alle Probleme dem Bundesrat und den kantonalen Regierungen anzulasten. Es gibt kein Zauberkraut gegen dieses Virus, jede Massnahme ist zudem ein Eingriff in das Leben der Menschen und muss verhältnismässig sein. Und dennoch: Erstens hätten die Behörden nun sieben Monate Zeit gehabt, um ein funktionierendes Contact Tracing mit genügend Personal aufzubauen. Der Winter steht erst vor der Tür, und bereits müssen in einigen Kantonen positiv Getestete selber den Menschen hinterhertelefonieren, mit denen sie in den Tagen zuvor Kontakt hatten. Diese Überlastung hätte zweitens mit einer Maskenpflicht etwa in Geschäften entschärft werden können, die viele Kantonsregierungen noch immer nicht einführen wollen. Was so schlimm sein soll, beim Einkaufen ein Stück Stoff vor dem Gesicht zu tragen, bleibt ihr Geheimnis. Der Berner Gesundheitsdirektor Pierre-Alain Schnegg (SVP) wartete trotz Mahnungen von EpidemiologInnen, bis die tägliche Fallzahl bei fast hundert lag, um eine Maskenpflicht in öffentlichen Innenräumen einzuführen. Und nun, da die Fallzahlen durch die Decke gehen, bettelt er beim Bund um Hilfe für sein überlastetes Contact Tracing. Wenn Kantonsregierungen derart versagen, versagt auch der Föderalismus. Drittens hat der Bundesrat trotz dringlicher Warnungen von EpidemiologInnen aus der eigenen Taskforce die Auflagen für Clubs und vor allem für grosse Veranstaltungen nach dem Lockdown im Eiltempo wieder gelockert – auch dann noch, als die Fallzahlen bereits wieder stiegen. Natürlich stehen hier viele Arbeitsplätze auf dem Spiel. Doch statt weiter zu lockern, hätte der Bund die Möglichkeit, mehr Geld in die Hand zu nehmen, um die entsprechenden Branchen zu stützen und vor allem die Löhne zu garantieren. Finanzieren könnte das die Schweiz problemlos: Der Bund rechnet dieses Jahr mit einem Defizit von zwanzig Milliarden Franken. Damit wird die international rekordtiefe Schuld der Schweiz von – laut Internationalem Währungsfonds (IWF) – 40,5 Prozent um nicht einmal 3 Prozentpunkte steigen. Peanuts. Das Steuerparadies Schweiz könnte auch endlich Konzerne und Vermögende angemessen besteuern – etwa durch eine Coronasteuer auf Gewinne, wie sie der Direktor der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich, Jan-Egbert Sturm, vorgeschlagen hat. Dass der Bundesrat so stark gelockert hat, liegt vor allem am Lobbying der Wirtschaftsverbände und an den bürgerlichen Parteien, die mehr Schulden und vor allem höhere Steuern um jeden Preis verhindern wollen. Auch die Stabübergabe an die Kantone dient dazu, die Ausgaben tief zu halten. Denn deren Mittel sind begrenzt. Unter anderem erschwert es ihnen der kantonale Steuerwettbewerb, die Steuern zu erhöhen. Um höhere Schulden und mehr Umverteilung zu verhindern, nehmen Wirtschaftsverbände und Bürgerliche lieber etwas mehr Tote in Kauf. Dieser «schwedische Weg» ist jedoch auch ökonomisch dumm. Wie die Taskforce des Bundes oder der IWF in Studien aufgezeigt haben, bringen staatliche Massnahmen gegen die Ausbreitung der Pandemie nicht nur wirtschaftliche Kosten mit sich – im Gegenteil: Sie sind die Voraussetzung, dass das wirtschaftliche Leben weitergeht. Die aktuelle Ausbreitung der Pandemie wird die ökonomische und damit auch soziale Krise weiter verschlimmern. Auch weil nun schärfere Massnahmen nötig sein werden. Was sich seit dem Sommer hier abspielt, ist ein politisches Versagen. Am Erscheinungstag dieser WOZ hat Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga die Kantone zum Krisengipfel geladen. Bundesrat und Kantone müssen endlich handeln.
ves Wegelin.
WOZ, 15.10.2020.
Personen > Wegelin Yves. Coronavirus. WOZ, 2020-09-15.
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08.10.2020 Kuba
Granma
Personen
Ernesto Guevara
Biografien
Volltext
Hier, lebendig, wie wir ihn haben möchten. „Der wahre Revolutionär wird von großen Gefühlen der Liebe geleitet“. So drückt er es selbst aus und hinterlässt uns kein anderes Credo als das, den Weg der gerechten Sache zu verfolgen. Welch gewaltige Macht bewegt Menschen wie Che? Welch erhabene Seele ist zur Hingabe an den Nächsten fähig, auch wenn dies bedeutet, das eigene Leben zu geben? „Der wahre Revolutionär wird von großen Gefühlen der Liebe geleitet.“ So drückt er es selbst aus und hinterlässt uns kein anders Credo als das, den Weg der gerechten Sache zu verfolgen. Es sind dies also Zeiten, diese Liebe zu leben, sie in Fakten umzuwandeln, in ein Beispiel, in Kampf ... nicht in Losungen, auch nicht in ein kaltes in Bronze geformtes Bildnis, sondern in den einfachen Menschen, der heute zu so vielen wird, die ohne zu fragen losgehen um zu retten und bereits Helden sind, ohne es zu wissen. Es gibt Menschen, die über die Schranken der Zeit hinausgehen, die Grenzen ignorieren, um sich der Welt hinzugeben, die sogar ihren Feinden den Schlaf rauben, jenen, die versuchten, ihm in La Higuera das Leben zu nehmen, ohne zu wissen, dass sie ihn uns auf ewig lebendig übergeben haben. Denn wie der Dichter sagte (...) es blieb Che kein anderer Weg/ als der wiederaufzuerstehen/ und zur Linken der Menschen zu bleiben/ und von ihnen zu fordern, ihre Schritte zu beschleunigen/ von Jahrhundert zu Jahrhundert / Amen.
Granma, 8.10.2020.
Personen > Guevara Ernesto. Biografie. Granma, 2020-10-08
09.07.2020 Schweiz
Löhne
Personen
Vivian Bologna
Lohnsystem
Volltext
Barbara Spalinger:
„Die zweite Jahreshälfte dürfte angespannt werden“
Nach der Sommerpause warten bei der SBB einige gröbere Herausforderungen für den SEV. SEV-Vizepräsidentin Barbara Spalinger, die für die Belange der SBB zuständig ist, greift hier die brisanten Themen auf: das neue Lohnsystem, die Zukunft von SBB Cargo und den Prozess der Konsultation der Gewerkschaften bei Reorganisationen. (…).

Vivian Bologna.
SEV-Zeitung, 9.7.2020.
Personen > Bologna Vivian. Lohnsystem. Interview. SEV-Zeitung, 2020-07-09
Ganzer Text
07.07.2020 Schweiz
Personen
SEV-Zeitung
Swiss Airline
Markus Fischer
Kurzarbeit
Swiss Airlines
Volltext
Swiss erhält Kredite, doch der Notstand bleibt. Nach dem Ja der Lufthansa-Aktionäre am 25. Juni zur Rettung der Airline durch den deutschen Staat steht den Hilfskrediten mit Bundesgarantie für die Lufthansa-Töchter Swiss und Edelweiss nichts mehr im Weg. Der SEV hat sich mit seinem Luftfahrtbereich SEV-GATA stark für die Bundeshilfe für die Luftfahrt eingesetzt, wo durch die Pandemie Tausende von Arbeitsplätzen bedroht sind. Ein Scheitern der Lufthansa-Rettung hätte die von National- und Ständerat bereits Anfang Juni genehmigte Bundesgarantie für Bankkredite von 1,275 Milliarden Franken für die Lufthansa-Töchter Swiss und Edelweiss in Frage gestellt. Nun können die Verträge zeitnah unterzeichnet und die erste Kredittranche ausgerichtet werden. Damit werden Swiss und Edelweiss wieder solvent, können die Löhne längerfristig garantieren und hoffentlich auch ihre Schulden bei den Kund/innen wegen der annullierten Flüge begleichen. Ausnahmezustand dauert an. Wegen der Corona-Pandemie musste die Swiss ab Mitte März den Grossteil ihrer Flugzeuge stilllegen. Das erste Quartal 2020 schloss sie mit einem Verlust von 84,1 Mio. Franken ab – gegenüber 48,3 Mio. Gewinn im ersten Quartal 2019. Im Juni konnte sie wieder etwa ein Fünftel des ursprünglich geplanten Angebots fliegen, und der am 29. Juni vorgestellte Flugplan bis 24. Oktober sieht eine sukzessive Steigerung des Angebots auf rund 40% des ursprünglichen Flugprogramms vor. Doch die Pandemie schränkt den Luftverkehr weiterhin ein: Jeder neue Krankheitsausbruch (…). 
Markus Fischer.
SEV-Zeitung, 7.7.2020.
Personen > Fischer Markus. Swiss. Kurzarbeit. SEV-Zeitung, 2020-07-07.
Gamzer Text
07.07.2020 Schweiz
Öffentlicher Verkehr
Personen
Regierung Schweiz
SEV-Zeitung
Markus Fischer
Öffentlicher Verkehr
Vernehmlassung
Volltext
Nach 2½ Monaten Verbot des touristischen Verkehrs steht der Bund auch hier finanziell in der Pflicht.
Bundesrat sieht 800 Mio. für den öV vor. Der Bundesrat will die grossen finanziellen Verluste, welche die Unternehmen des öV und des Schienengüterverkehrs in der Corona-Krise durch den Einbruch der Nachfrage erlitten haben, mit 800 Mio. Franken abfedern. Eine Vorlage mit den nötigen Gesetzesanpassungen hat der Bundesrat am 1.Juli in die Vernehmlassung geschickt (bis 22. Juli). Kantone, Gemeinden und die Unternehmen selber müssen ihrerseits zur Finanzierung der Verluste beitragen. „Die Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus haben den öffentlichen Verkehr und den Schienengüterverkehr stark getroffen“, schreibt der Bundesrat . Aufgrund der Empfehlung des Bundesrats, möglichst zu Hause zu bleiben, sank die Nachfrage im öV um bis zu 80 Prozent und normalisiert sich nur langsam. Da viele Betriebe schliessen mussten, verzeichneten die Bahnen auch im Güterverkehr einen starken Rückgang. Die Folge sind hohe Ertragsausfälle. Da die Unternehmen im bestellten öffentlichen Verkehr (öV) und bei der Eisenbahninfrastruktur keine Gewinne einplanen dürfen, können sie nur einen Teil der Einnahmenausfälle kompensieren – über die Auflösung von Reserven oder Minderausgaben während der Pandemie. Damit die Transportketten nicht unterbrochen werden und die Unternehmen ihre (…).

Markus Fischer.
SEV-Zeitung, 7.7.2020.
Personen > Fischer Markus. Oeffentlicher Verkehr. SEV-Zeitung, 2020-07-07.
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07.07.2020 Schweiz
Personen
SEV-Zeitung
Peter Moor
Berufsbildung
Lokomotivführer
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Höhere Berufsbildung. Fachausweis bringt Mehrwert im Führerstand. Die Vorgeschichte war lang, aber letztlich erfolgreich: Ende letztes Jahr wurden die ersten eidgenössischen Fachausweise für Lokomotivführerinnen und Lokomotivführer vergeben. Sie bieten den Zugang zu weiterführenden Schulen und öffnen auch Türen im eigenen Unternehmen. Soeben ist die Ausschreibung für die Berufsprüfung 2021 erfolgt. „Unterdessen sollte es sich unter den Kolleginnen und Kollegen herumgesprochen haben, dass es diese Zusatzausbildung gibt, weshalb wir mit mehr Anmeldungen rechnen als bei den ersten beiden Ausschreibungen“ erklärt Felix Traber, Präsident der Prüfungskommission. Der SBB-Lokführer aus Zizers GR arbeitet zu 60 Prozent bei Cargo, zu 40 Prozent beim Personenverkehr. Er hat das Projekt geleitet, das schliesslich zur eidgenössisch anerkannten Berufsprüfung geführt hat. „Es brauchte mehrere Anläufe, bis wir eine Lösung gefunden haben, die dem Bund, den Bahnunternehmen und den rbeitnehmerorganisationen gepasst hat“, fasst er die Vorgeschichte zusammen. Ein Aufwand, der sich lohnt. Wer die Prüfung absolvieren will, muss allerdings bereit sein, während rund einem Jahr einen beträchtlichen zusätzlichen Aufwand zu leisten. Hanny Weissmüller, Lokführerin aus St.Maurice und Mitglied des LPV-Zentralvorstands, vertritt die Gewerkschaften im Trägerverein der Prüfungsorganisation. Sie betont, dass das neben Beruf und Familie nicht ganz einfach ist: „Mit Schichtarbeit und den periodischen (…).
Peter Moor.
SEV-Zeitung, 7.7.2020.
Personen > Moor Peter. Lokfuehrer. Berufsbildung. SEV-Zeitung, 2020-07-07.
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06.07.2020 Schweiz
Löhne
Personen
SGB
Daniel Lampart
Löhne
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Krisenmassnahmen: Wirtschaft stabilisieren und Kaufkraft stärken. SGB-Verteilungsbericht 2020. Die Schweiz ist in einer schweren Rezession. Besonders betroffen sind die Gering-verdienerinnen und Geringverdiener, deren Einkommen bereits seit vielen Jahren stagnieren, wie dies der neue Verteilungsbericht des SGB belegt. Nun braucht es Massnahmen zur Stärkung der Kaufkraft, damit sich die inländische Konjunktur stabilisiert und um eine soziale Katastrophe zu vermeiden. Dazu gehört die umgehende Senkung der Krankenkassenprämien aus den angehäuften übermässigen Milliardenreserven der Krankenkassen. Diese dringliche Massnahme kann bereits im COVID-19-Gesetz umgesetzt werden. Die Corona-Krise trifft vor allem Personen mit tiefen und mittleren Einkommen, weil Kurzarbeit in den Branchen mit den niedrigsten Löhnen am stärksten verbreitet ist. Das führt zu kaum verkraftbaren Einkommenseinbussen für Arbeitnehmende mit bereits tiefen Löhnen. Mit den drohenden Entlassungen kann eine Abwärtsspirale beim Konsum in Gang kommen. Wer die Stelle verliert, hat weniger Einkommen. Das schlägt negativ auf den Konsum durch, was weitere Entlassungen nach sich ziehen kann. Eine solche Abwärtsspirale muss verhindert werden. Es gibt bereits jetzt Anzeichen dafür, dass dem privaten Konsum wieder die Luft ausgeht, dies nach einem kurzen Aufschwung bei der Wiedereröffnung der Geschäfte im Mai, besonders bei den langlebigen Konsumgütern. Daniel Lampart, SGB-Chefökonom und Autor des (…).
SGB, Medienmitteilung, 6.7.2020.
SGB > Loehne. Verteilungsbericht 2020. SGB, 2020-07-06.
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03.07.2020 ZH Kanton
Gewerkschaftsbund ZH Kanton
Löhne
Personen
Markus Bischoff
Initiative
Mindestlohn
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Nicht nur der eigenen Bubble dienen. Volksinitiativen für einen gesetzlichen Mindestlohn in Zürich, Winterthur und Kloten. Am letzten Donnerstag habe ich zum ersten Mal Unterschriften für unsere „Ein Lohn zum Leben“ Initiativen gesammelt. Das Echo war überraschend positiv. Viele störten sich an den tiefen Löhnen gewisser Branchen. Fast alle fanden, dass es für alle Beschäftigten einen anständigen Lohn zum Leben braucht. Niemand empfand den Minimallohn von 23 Franken pro Arbeitsstunde als zu hoch.
Der Gewerkschaftsbund des Kantons Zürich (GBKZ) hat diese Initiativen in Zürich, Winterthur und Kloten entwickelt und für die Lancierung auch Travail.Suisse, die rot-grünen Parteien und die Hilfswerke HEKS, Caritas und SAH mit ins Boot geholt. Die Initiativen sollen nicht einfach das Leben für die rot-grüne Klientel verbessern, sondern auf ein brennendes soziales Problem hinweisen. Politik darf nicht nur der eigenen Bubble dienen. Tiefstlöhne sind die Realität derjenigen, die keine Stimme und keine Lobby haben.
Leider können wir auf dem Initiativweg keinen gewerkschaftlichen, sondern nur einen sozialen Mindestlohn erkämpfen. Das Bundesgericht hat sehr enge Grenzen für die Zulässigkeit von allgemeinen Mindestlöhnen gesetzt. Damit darf nur verhindert werden, dass jemand trotz Arbeit in die Armut rutscht. Wer arbeitet, soll zumindest so viel Lohn erhalten wie jemand der Rente und Ergänzungsleistungen bezieht. In der Stadt Zürich sind dies 23 Franken pro Stunde oder bei einer Vollzeitstelle etwa 4'000 Franken pro Monat. …).
Markus Bischoff (Präsident Gewerkschaftsbund des Kantons Zürich)
GBKZ, 3.7.2020.
Personen > Bischoff Markus. Mindestlohn. Initiative. GBKZ, 2020-07-03.
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02.07.2020 Schweiz
Personen
VPOD Schweiz
Kurt Altenburger
Tanja Lantz
Coronavirus
Masken
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Schweizweite Maskenpflicht - eine konsequente Massnahme. Wir begrüssen den Entscheid, die Maskenpflicht für den öffentlichen Nahverkehr einzuführen. Nur so sind Menschen auf dem Arbeitsweg und auch Mitarbeitende der Verkehrsbetriebe konsequent geschützt. Das Fahrpersonal kann allerdings nicht zuständig sein für die Durchsetzung der Maskenpflicht. Das Fahrpersonal wird die betreffenden Fahrgäste darauf hinweisen, dass eine Maskenpflicht besteht. Die soziale Kontrolle wird ebenfalls einen Beitrag dazu leisten. Die Verkehrsbetriebe können Sicherheitsdienste einsetzen für die Durchsetzung der behördlichen Auflage. Die Systemführerschaft der Branche wird heute den Unternehmungen der öV-Branche entsprechende Empfehlungen abgeben. Wirtschaftlich sieht es für die öV-Branche trotzdem düster aus. Während mehrerer Wochen fehlten 80 bis 90 Prozent der Einnahmen, was in der Rechnung 2020 zu hohen Defiziten führen wird. Weil die Transportunternehmen von Gesetzes wegen bei den bestellten Leistungen keine Gewinne anstreben dürfen, werden sie kaum in der Lage sein, die Einnahmenausfälle nachträglich zu kompensieren. (…).
Kurt Altenburger, Tanja Lantz.
VPOD Schweiz, 2.7.2020.
Personen > Coronavirus. Masken. VPOD Schweiz, 2020-07-02.
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01.07.2020 Schweiz
Personen
SEV-Zeitung
Giorgio Tuti
Coronavirus
Masken
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Maskenpflicht: Für das Personal ein Entscheid in die richtige Richtung, aber mit Einschränkungen. Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV) begrüsst die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr. „Das ist der beste Schutz für das Zugpersonal, das seinerseits ununterbrochen eine Maske trägt. Es beruht auf der Devise: ‘Schütze dich, um andere zu schützen’. Der SEV hält es jedoch für problematisch, dass die Durchsetzung der Maskenpflicht auch bei den Kundenbegleiter/innen liegen soll. Diese haben keine polizeilichen Aufgaben. Wir fordern das Personal auf, Konfliktsituationen zu meiden und zählen auf die Vernunft der Fahrgäste. Dies im Interesse aller“, betont Giorgio Tuti, Präsident des SEV. Das freiwillige Tragen der Masken hat nur sehr begrenzt funktioniert. „Für das Zugpersonal, das selbst eine Maske trägt, ist die Maskenpflicht eine gute Nachricht. Das Zugpersonal ist so besser vor dem Coronavirus geschützt. Dies steht im Einklang zum Gesundheitsschutz des Personals, für den wir uns seit Beginn der Krise eingesetzt haben", so Giorgio Tuti, Präsident des SEV. Die Maskenpflicht wirft aber auch Fragen nach der Kontrolle und Sanktionierung bei Nichteinhaltung auf. „Die Überwachung der Einhaltung der Vorschriften birgt ein hohes Konfliktpotential. Das Zugpersonal wird in der Deeskalation geschult. Es hat jedoch keine polizeilichen Aufgaben. Wir appellieren deshalb an die Vernunft der öV-Benutzer“, stellt Tuti klar. (…).
SEV-Zeitung, Medienmitteilung, 1.7.2020.
Personen > Tuti Giorgio. Maskenplicht. SEV-Zeitung, 2020-07-01.
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30.06.2020 Kuba
Granma
Personen
Fidel Castro
Biografien
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Fidels Worte. Beginnend mit den Worten an die Intellektuellen, die Fidel am 30. Juni 1961 in der Nationalbibliothek überbrachte, gingen die Dinge in eine andere Richtung, oder vielmehr wurden ideologische Positionen definiert, die in verschiedenen Umgebungen von Intellektuellen und Künstlern gärten Das Jahr 1961 brachte einen gewaltsamen Wendepunkt im kubanischen Kulturleben. Beginnend mit den Worten an die Intellektuellen, die Fidel am 30. Juni 1961 in der Nationalbibliothek überbrachte, gingen die Dinge in eine andere Richtung, oder vielmehr wurden ideologische Positionen definiert, die in verschiedenen Umgebungen von Intellektuellen und Künstlern gärten. Einerseits war es dringend notwendig, Zweifel auszuräumen, Ressentiments zu vermeiden und Geister zu verscheuchen, die in den Kreisen der Schöpfer aufgetaucht waren, zum anderen mussten Plattformen definiert, Berührungspunkte gefunden und klare Wege beschritten werden, die das Einfügen von Kunst und Literatur in den Prozess der sozialen Transformation erleichtern würden. Ich hatte das Privileg, das Ereignis mitzuerleben. Er war gerade 21 Jahre alt geworden und konnte mir nicht vorstellen, dass ich einer der jüngere Teilnehmer des Treffens zwischen der Führung der Revolution und einer grossen Gruppe von Schöpfern sein würde, die meisten von ihnen Schriftsteller. Zu dieser Zeit arbeitete ich mit Argeliers León zusammen, einem herausragenden Komponisten, Ethnologen und Intellektuellen, der Vertrauen in mich gesetzt hatte, um  (…).
Granma, 30.6.2020.
Personen > Castro Fidel. Fidels. Worte. Granma, 2020-06-30.
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26.06.2020 Schweiz
Personen
Work
Katrin Bärtschi
Arbeit
Briefträgerin
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Die Briefträgerin & die Briefmenge. Die meisten Wörter unserer Sprache habe eine uralte Geschichte. Andere werden aufgrund neuer Gegebenheiten erst erfunden. Bei der Post zum Beispiel „Gangfolgesortierung“. Oder „Briefmengenrückgang“. Dieser ist mit der Coronakrise sprunghaft angestiegen. Betrug er in der Zeit davor durchschnittlich vier bis fünf Prozent pro Jahr, ist die Anzahl der verschickten Postsendungen in den vergangenen Monaten um fünfzehn Prozent gesunken. Um diesen Arbeitswegfall zu kompensieren und um die Kolleginnen und Kollegen von der Paketpost zu entlasten, stellen die Briefträgerinnen und Briefträger nun auch kleine Pakete zu. Letzte Meile. Als weitere Massnahme zur Arbeitsbeschaffung und Geschäftserweiterung wird seit längerem schon „die letzte Meile“ ausgebaut. „Meile“? Wieso „Meile“? – Weil es sich um einen aus dem Englischen abgeleiteten Logistikbegriff handelt, erfährt die Briefträgerin bei Wikipedia. Gemeint ist „der Teil des Transports zur Haustür des Kunden“ (und wohl auch der „Kundin“…). Manche altgedienten Kolleginnen und Kollegen schnödeten zu Beginn, als es hiess, die Post habe neue Dienstleistungen ausgeheckt. Die Briefträgerin aber hatte nie ein Problem damit, dass sie nun auch Brot liefert oder Gemüse, dass sie Kaffeekapseln abholt oder Altkleider. In manchen Zustellregionen liest das Zustellpersonal seit einiger Zeit die Stromzähler ab. Daran stört die Briefträgerin einzig der Gedanke, dass die bisherigen Ableser und Ableserinnen deshalb wohl ihre Arbeit verloren. (…).
Katrin Bärtschi.
Work, 26.6.2020.
Personen > Baertschi Katrin. Brieftraegerin. Arbeit. Work online, 2020-06-26.
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26.06.2020 Schweiz
Personen
Temporärarbeit
Work
Christian Egg
Entlassungen
Temporärarbeit
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Temporärbüros: Keine andere Branche schasst Mitarbeitende so eiskalt. Sozialamt einfach! Chauffeur Adil Nejem* gehört zur Corona-Risikogruppe. Er hat Anrecht, zu Hause zu bleiben und auf seinen Durchschnittslohn. Doch das Temporärbüro bezahlt nicht. Und er ist kein Einzelfall. Das Büro ist klein, höchstens acht Quadratmeter. Vier Leute arbeiten darin. Mehrmals pro Tag müssen Lastwagenchauffeure des Coop-Verteilzen¬trums im aargauischen Schafisheim dort vorbei. Dann wird es richtig eng. Chauffeur Adil Nejem sagt: „Manchmal sind wir vier Fahrer gleichzeitig, also acht Leute total. Dann stehen wir Schulter an Schulter.“ Auch Ende März war es so, auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie. Nejem erinnert sich: „Auf der Post musste ich einen Mindestabstand von zwei Metern einhalten, bei den Behörden konnte man nur noch anrufen, ihre Schalter waren geschlossen. Aber bei uns gab es nicht einmal Schutz¬masken.“
Für Nejem eine unhaltbare Situation. Denn nach zwei Herzinfarkten gehört der 57jährige zur Corona-Risikogruppe. Er schildert seinem Arzt die ¬Zustände. Der weist ihn an, zu Hause zu bleiben, und stellt ihm ein Arztzeugnis aus. Doch damit fangen die Probleme erst an. (…).
Christian Egg.
Work online, 26.6.2020.
Personen > Egg Christian. Temporaerarbeit. Entlassungen. Work online, 2020-06-26.
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26.06.2020 Schweiz
Arbeitslosigkeit
Armut
Personen
Work
Hans Baumann
Arbeitslosigkeit
Armut
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Arbeitslosigkeit und Armut in der „reichen Schweiz“. Arbeitslosigkeit und Armut sind Stichworte, die jetzt in der Coronakrise allgegenwärtig sind, auch in der Schweiz. Arbeitnehmende, die auf Kurzarbeit gesetzt oder entlassen werden, kommen wegen der Einkommenskürzung an oder sogar unter das Existenzminimum. Das gleiche gilt für eine grosse Zahl von Selbständigen, die in den letzten Monaten Verdienstausfälle in Kauf nehmen mussten. Über die Hälfte der Haushalte verfügen über weniger als 50’000 Franken Vermögen, ein Viertel der Bevölkerung besitzt gar nichts oder hat gar Schulden. Eine längere Periode mit Verdienstausfällen können die meisten nicht ohne Hilfe durchstehen, sie haben kaum Reserven.
Konstant hoch. Wie die Grafik zeigt, ist Arbeitslosigkeit und Armut kein neues Phänomen. Bereits in den letzten 10 Jahren, die nach der Finanzkrise eigentlich Jahre der Hochkonjunktur waren, ist die Erwerbslosigkeit konstant hoch geblieben. Noch 2018 war die Erwerbslosenquote mit 4,7 praktisch gleich hoch wie 2009; erst im letzten Jahr ging sie etwas zurück. Sehr ähnlich sieht es bei der Armutsquote der Erwerbstätigen aus, die seit 2010 etwa gleich blieb. Als arm gelten Erwerbstätige, die in einem Haushalt leben, der über weniger als die Hälfte des mittleren Einkommens verfügt, 2018 entsprach das bei einem Einpersonenhaushalt 2080, bei einem Vierpersonenhaushalt 4370 Franken. Kein Wunder, dass auch jener Teil der Bevölkerung, der auf Sozialhilfe angewiesen ist, in den letzten 10 Jahren nicht kleiner, sondern sogar grösser geworden ist. (…). 
Work online, 26.6.2020.
Personen > Baumann Hans. Arbeitslosigkeit. Work online, 2020-06-26.
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26.06.2020 Schweiz
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Arbeitslosigkeit
Coronavirus
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Corona ist nicht schuld. Masken runter, Büros und Beizen auf – ist das Gröbste jetzt überstanden? Bestimmt nicht ökonomisch. Denn nach der Coronakrise fängt die Wirtschaftskrise erst richtig an. In der Schweiz ist die Zahl der Erwerbslosen trotz Kurzarbeit im Vergleich zum Vorjahr um fast 54 Prozent gestiegen. Das ist massiv. Und sie trifft vor allem die Über-55jährigen. SGB-Chefökonom Daniel Lampart hat’s untersucht und ist erschrocken. Doch das ist erst der Beginn: Sämtliche Daten sagen eine grosse Konkurs- und Entlassungswelle für den frühen Herbst voraus. Auch in der Schweiz. Denn die Coronakrise kaschiert eine tiefere Krise des Finanzkapitalismus, die seit 2008 regelmässig zu neuen und immer schärferen Ausbrüchen führt. Das zeigt Work-Autor Oliver Fahrni in seinem Erklärstück. Corona verstärkt den Wahnsinn nur.
Schweinesystem. von Überstanden ist auch das Virus. Gerade noch plante Portugal, mit dem Lockruf „Quasi-Corona-freies-Ferienland“ den Tourismus wieder anzukurbeln. Doch jetzt breitet sich Covid-19 aus wie der Wind. In den Armenvierteln rund um die Hauptstadt Lissabon, dort, wo vor allem schwarze Einwanderer aus den Ex-Kolonien hausen. Kein fliessendes Wasser, kein Geld für Desinfek¬tionsmittel, Wellblechhütten. Jetzt ist auch Lissabon zum Hotspot geworden. (…).
Marie-Josée Kuhn.
Work online, 26.6.2020.
http://www.textverzeichnisse.ch/Portals/7/Kuhn%20Marie-Jos%C3%A9e/Kuhn%20Marie-Jos%C3%A9e.%20Coronavirus.%20Wirtschaft.%20Work%20online,%202020-06-26.pdf
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