Gewerkschaftschronik
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Anzahl gefundene Artikel: 15113

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27.03.2020 Schweiz
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Coronavirus
Volltext
Frühlingserwachen Frühling in Corona-Zeiten, ein seltsamer Kontrast. Hier neues Spriessen, Aufblühen und Wachsen. Das Leben, halt. Dort Angst, Krise und Krankheit. Der Tod. Und alles, was der Frühling so macht: einen rausziehen, einen ausziehen, einen ranziehen, sollten wir derzeit besser nicht tun. Doch träumen, das ist zwar auch ansteckend, aber das können wir. Der Kirschbaum im Garten ist jetzt noch schöner als andere Jahre. Der Blütenzauber noch zauberhafter. Augen mit Frühling füllen. Augen dann schliessen. Von diesem Frühlingserwachen handelt auch unsere Frontseite. Ein Bild gegen den Virus-Koller. Ein Vexierbild, das aber auch die Corona-Krise zeigt. Man sieht den Virus nicht, man riecht ihn nicht – und doch ist er da. Und dominiert alles. Mittlerweile schlägt er bereits in 169 Ländern zu (Stand 25. März). Mit verheerenden gesundheitlichen, sozialen, ökonomischen und politischen Folgen. Work widmet der Corona-Krise deshalb die ganze Zeitung. Weil es so wichtig ist, sie zu sehen und zu verstehen. Zuerst Aufsteller. In der chinesischen 11-Millionen-Metropole Wuhan gab es am 19. März erstmals keine neuen Ansteckungen mehr. China hat die Seuche mit viel Technologie und der eigenen Geschichte bezwungen. Dann der Alarm. Hunderte von ¬Firmen pfeifen auf den Corona-Schutz. Work dokumentiert. Und Unia-Chefin Vania Alleva fordert den „technischen Stop für nichtessentielle Arbeite“. Der Corona-Ratgeber. (…).
Marie-Josée Kuhn.
Work online, 27.3.2020.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Coronavirus. Work online, 2020-03-27.
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26.03.2020 Schweiz
Personen
VPOD Schweiz
Elvira Wiegers
Coronavirus
Spitalpersonal
Volltext
Arbeitsgesetz: Bundesrat stösst Spitalpersonal vor den Kopf. Das Spitalpersonal appelliert an den Bundesrat, die Aufweichung des Gesundheitsschutzes zurückzunehmen. Über 40'000 Menschen unterzeichneten in kürzester Zeit die Petition. Doch der Bundesrat stellt sich taub. Der Entscheid des Bundesrates vom vergangenen Freitag, die wichtigsten Bestimmungen des Arbeitsgesetzes in den mit COVID-PatientInnen überlasteten Spitälern mit sofortiger Wirkung auszusetzen, hat das Spitalpersonal und die Bevölkerung mobilisiert. Der VPOD (Verband des Personals öffentlicher Dienste) hat Anfang Woche eine Online-Petition lanciert, welche den Bundesrat auffordert, seine Entscheidung rückgängig zu machen. In knapp zwei Tagen unterzeichneten schweizweit über 40’ 000 Menschen diesen Appell und setzten damit ein deutliches Zeichen für den Schutz des Spitalpersonals. Sie alle haben verstanden, dass der Schutz des Personals eine wichtige Voraussetzung ist für den Schutz von uns allen. Bei der heutigen Pressekonferenz gab Bundesrat Parmelin sogar auf konkrete Nachfragen nur ausweichende Antworten zu diesem Thema. Der Appell von 40'000 Personen zum Schutz des Spitalpersonals stiess auf taube Ohren. Der Bundesrat weigert sich, den gesetzlichen Rahmen des Arbeitsgesetzes zum Schutz des Spitalpersonals beizubehalten. (…).
Elvira Wiegers.
VPOD Schweiz, 26.3.2020.
Personen > Wiegers Elvira. Coronavirus.. Pflegepersonal. VPOD Schweiz, 2020-03-26.
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26.03.2020 Kuba
Granma
Personen
Fidel Castro
Gesundheitswesen
Volltext
Ärzte und keine Bomben. Unser Land wirft weder Bomben auf andere Völker, noch schickt es Tausende von Flugzeugen, um Städte zu bombardieren. Unser Land besitzt keine Atomwaffen, chemischen Waffen oder biologischen Waffen. Die Zehntausende von Wissenschaftlern und Ärzten in unserem Land sind mit der Idee erzogen worden, Leben zu retten. Ich denke - weil ich optimistisch bin - dass diese Welt gerettet werden kann, trotz der Fehler, die gemacht wurden, trotz der immensen und unilateralen Kräfte, die geschaffen wurden, weil ich an den Vorrang der Ideen gegenüber der Gewalt glaube. (…) Unser Land wirft weder Bomben auf andere Völker, noch sendet es Tausende von Flugzeugen aus, um Städte zu bombardieren. Unser Land besitzt keine Atomwaffen, chemischen Waffen oder biologischen Waffen. Die Zehntausende von Wissenschaftlern und Ärzten in unserem Land sind mit der Idee erzogen worden, Leben zu retten. Es wäre ein absoluter Widerspruch zu ihrer Vorstellung, einen Wissenschaftler oder einen Arzt damit zu beauftragen, Substanzen, Bakterien oder Viren herzustellen, die anderen Menschen den Tod bringen können. Es kam sogar zu Behauptungen, dass Kuba Untersuchungen zu biologischen Waffen durchführt. In unserem Land wird geforscht, um solch schwere Krankheiten wie Meningokokken-Meningitis, Hepatitis, mit Impfstoffen zu heilen, die es mit therapeutischen Formeln der Gentechnik herstellt. Oder, was von grösster Bedeutung ist, die Suche nach Impfstoffen oder therapeutischen Formeln durch die molekulare Immunologie; von denen die einen schützen und andere sogar heilen können, und auf diesen Wegen kommen wir voran. (…).
Auszüge aus der Rede des Comandante en Jefe in Buenos Aires im Mai 2003.. Fidel Castro Ruz.
Granma, 26.3.2020.
Personen > Castro Fidel. Gesundheitswesen. Granma, 2020-03-26.
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26.03.2020 Schweiz
Personen
SGB
Regula Bühlmann
Coronavirus
Kinderbetreuung
Volltext
Kinderbetreuung in Coronazeiten. Im Alltag betrachten wir gewisse Rahmenbedingungen als selbstverständlich: Am Morgen den Nachwuchs in die Kita oder zu den Grosseltern bringen und ins Büro gehen, die Grossmutter anfragen, ob sie einspringen kann, wenn ein Kind krank ist, die Tochter in den Schulferien mit dem Grossvater in den Zoo schicken... Und von einem Tag auf den anderen ist dies alles nicht mehr möglich. Jetzt fällt auf, welch grossen Beitrag zum Funktionieren der Gesellschaft die Grosselterngeneration unbezahlt – sowie unzählige Kita-Angestellte mit bescheidenen Löhnen und anstrengenden Arbeitsbedingungen normalerweise leisten. Die Betreuung durch die Grosseltern fällt zurzeit ganz weg – und es könnte noch länger dauern, bis Grosseltern und Enkelkinder sich einander wieder annähern dürfen, ohne dass dies für erstere ein gesundheitliches oder gar tödliches Risiko ist. Die Schulen sind ebenfalls geschlossen. Der Bundesrat hat zwar angeordnet, dass die Kantone eine schulische (bis 6. Klasse) und vorschulische Betreuung anbieten müssen für Kinder, deren Eltern sie in dieser ausserordentlichen Situation nicht selbst betreuen können. Gleichzeitig müssen jedoch auch die Betreuungsinstitutionen die nötigen Sicherheitsvorkehrungen treffen, um ihr Personal zu schützen und die Weiterverbreitung von Covid zu stoppen. Die ist jedoch gerade in der Kinderbetreuung kaum umsetzbar: Trösten auf zwei Meter Distanz ist nicht möglich, geschweige denn Wickeln. (…).  Regula Bühlmann.
SGB, 26.3.2020.
Personen > Buehlmann Regula. Coronavirus. Kinderbetreuung. SGB, 2020-03-26.
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25.03.2020 Schweiz
Pensionskasse
Personen
PK-Netz

Pensionskassen
Volltext
Auch in turbulenten Zeiten Ruhe bewahren Kommentar von Urs Eicher, Präsident PK-Netz. Wir stehen aufgrund der Corona-Epidemie gesamtgesellschaftlich vor sehr herausfordernden Zeiten. Prognosen sind schwierig, wenn plötzlich praktisch das gesamte wirtschaftliche Leben zum Erliegen kommt. Es wäre vermessen, das Grounding der Swissair mit der aktuellen Situation zu vergleichen. Dennoch kommen Erinnerungen hoch. Als die Flotte im Oktober 2001 am Boden blieb, war ich eben zum Präsidenten von kapers, der Gewerkschaft des Kabinenpersonals, ernannt worden. Es folgten turbulente Monate, in denen es bei der beruflichen Vorsorge erstmal darum ging, den Anschluss zu halten und dann für unseren Versichertenbestand eine neue gute Vorsorgelösung zu finden – selbstverständlich im Interesse der Arbeitnehmenden. Wenn ich eines in dieser Zeit gelernt habe: Ruhe bewahren, sich auf das Wesentliche konzentrieren und das Ziel auch in turbulenten Zeiten nicht aus den Augen verlieren. An langfristigen Anlagestrategien festhalten. Übersetzt auf die jetzige Situation in der 2. Säule heisst dies: Wir müssen wachsam sein und die Situation an den Finanzmärkten sicherlich gut beobachten. Allerdings sollten auf der Ebene der Vorsorgeeinrichtungen auf keinen Fall übereilte Beschlüsse gefasst werden, denn die allermeisten Kassen verfügen bereits über langfristige Anlagestrategien mit Zielwerten und Bandbreitenvorgaben. (…). Urs Eicher, Präsident PK-Netz.
PK-Netz, 25.3.2020..
Personen > Eicher Urs. Pensionskasse. PK-Netz, 2020-03-25.
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18.03.2020 Schweiz
Personen
Reinigung
VPOD Schweiz
Natascha Wey
Arbeitsbedingungen
Reinigungspersonal
Volltext
Die Reinigungsfachkräfte sind systemrelevant! Ohne die Menschen, die in der Reinigungsbranche arbeiten, würde der Service public nicht funktionieren. Denn ohne Sauberkeit in Spitälern und Heimen, können hygienische Standards nicht erfüllt werden. Die Reinigungsfachleute im öffentlichen Dienst sind mit der Corona-Krise zwei gegenläufigen Tendenzen ausgesetzt. Wo Büros, Turnhallen, Schul- oder Amtshäuser leerstehen, braucht es weniger Reinigungsarbeiten. Das Reinigungspersonal von Kantonen, Stadt und Gemeinden oder anderen öffentlichen Einrichtungen wird weniger aufgeboten, kann aber auch kein Homeoffice machen. Gleichzeitig steht das Reinigungspersonal in Spitälern und Pflegeheimen und einem verstärkten Druck. In Zeiten einer Pandemie ist Hygiene das A und O. Reinigungskräfte in Spitälern und im Gesundheitsbereich werden daher eher mit Mehrarbeit, Überstunden, höherer Arbeitsbelastung und mehr Verantwortung konfrontiert sein. Die Spitäler werden in dieser Situation mehr und verstärkt reinigen. Auch in den Spitälern wurde bei der Reinigung in der Vergangenheit eher gespart, abgebaut und die Personaldecke ausgedünnt. Die Zeche werden die jetzigen Angestellten bezahlen. Wir fordern für das Reinigungspersonal in Spitälern und Pflegeheimen. (…).
Natascha Wey.
VPOD Schweiz, 19.3.2020.
Personen > Wey Natascha. Reinigungspersonal, . Arbeitsbedingungen.
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13.03.2020 Schweiz
Personen
SGB
Daniel Lampart
Coronavirus
Sichere Löhne und Arbeitsplätze – gesunde Bevölkerung. Kommentar von SGB-Sekretariatsleiter und Chefökonom Daniel Lampart. So etwas wie die Corona-Epidemie gab es in der Schweiz lange nicht mehr. Viele Arbeitnehmende machen sich grosse Sorgen – um die Gesundheit, aber auch um ihre Löhne und Arbeitsplätze. Die Massnahmen der Behörden zur Verhinderung von Ansteckungen werden immer einschneidender. Angesichts der gesundheitlichen Gefahren für die Risikogruppen in der Bevölkerung ist das nachvollziehbar. Doch gleichzeitig stehen Bund und Kantone dadurch auch in der Pflicht, alles zu unternehmen, dass die Löhne und die Arbeitsplätze in der Schweiz gesichert sind. Wenn Löhne nicht mehr bezahlt werden, droht eine schwere Rezession. Bereits jetzt haben viele Angestellte mit tiefen Löhnen und prekären Arbeitsverträgen im Gastgewerbe, im Kultur- oder Eventbereich ihre Stelle verloren. Während besser Verdienende in Büroberufen vorderhand noch Homeoffice machen können. Um eine wirtschaftliche Krise zu verhindern, braucht es einen 3-Stufen-Plan. Die erste Stufe ist bereits ausgelöst. Dank der Kurzarbeit können die Löhne in Firmen mit Problemen weiter bezahlt werden, wobei die Wartezeiten noch stark verkürzt werden müssen. Ergänzend dazu braucht es einen Härtefall-Fonds insbesondere für Kulturschaffende, bei denen Auftritte abgesagt wurden. (…).  Daniel Lampart.
SGB, 13.3.2020.
Personen > Lampart Daniel. Coronavirus. SGB, 2020-03-13.
Gaanzer Text
13.03.2020 Schweiz
Lehrkräfte
Personen
VPOD Schweiz
Christine Flitner
Coronavirus
Lehrkräfte
Volltext
Coronavirus: Schulschliessungen – Es braucht zwingend Massnahmen für erwerbstätigen Eltern und Betreuungspersonen. Die vorgesehenen Schulschliessungen, die zur Eindämmung der Pandemie nötig sind, stellen ein massives Problem für erwerbstätige Eltern dar. Der Gesundheitsschutz des Betreuungspersonals soll trotz Ausnahmesituation oberste Priorität haben. Kinder unter 14 dürfen nicht lange Stunden allein gelassen werden, auch älteren Kinder darf das nicht über einen längeren Zeitraum hinweg zugemutet werden, die Grosseltern kommen als Betreuungspersonen nicht in Frage und kurzfristige selbstorganisierte Betreuungsgruppen arbeiten dem Zweck der Massnahme entgegen. Es braucht daher klare Bestimmungen für Arbeitnehmende, welche jetzt notgedrungen Betreuungspflichten erfüllen müssen. • Der VPOD fordert, dass erwerbstätigen Eltern bei jeglicher Abwesenheit zur Betreuung von Kindern bis 14 Jahren (je nach Situation bis 16 Jahren) in der Folge von behördlich getroffenen Massnahmen (Schulschliessungen, Kitaschliessungen) der Lohn fortgezahlt werden muss, so lange die Massnahme anhält. Der VPOD unterstützt die vom SGB geforderte Massnahme einer Lohnfortzahlung von Eltern mit Betreuungsaufgaben über die Erwerbsersatzordnung EO. Der Bundesrat muss diese Massnahmen rasch konkretisieren. (…).
Christine Flittner.
VPOD Schweiz, 13.3.2020.
Personen > Flittner Christine. . Coronavirus. Lehrkraefte. VPOD Schweiz, 2020-03-13.
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13.03.2020 Schweiz
Personen
Vorwärts
Franziska Genitsch-Hofer
Aenni Goldschmidt-Michel
Nachruf
In Gedenken an Aenni. In der Nacht vom 23. zum 24. Januar schlief Anne Goldschmidt-Michel im stolzen Alter von 99 Jahren friedlich ein. Sie war Gründungsmitglied der PdA, erhielt den Nationalpreis der DDR und setzte sich nach ihrer Rückkehr in die Schweiz für die Frauen* und den Frieden ein. Aenni wurde am 8. November 1920 in Bolligen als viertes Kind von Anna Grossenbacher und Adolf Michel geboren. Sie wuchs in Bern auf und besuchte dort die Schulen. Neben der Schule nahm sie Tanzunterricht. Später wurde sie zur professionellen Ausbildung als Tänzerin und Pädagogin für tänzerische Gymnastik angenommen. Nach der Ausbildung wurde sie fre-schaffend, wobei sie einerseits pädagogisch tätig war, um den Lebensunterhalt zu bestreiten, andererseits jedoch als Tänzerin im Genre des modernen Kammertanzes auftrat. Dem Ruf der Jungen DDR gefolgt. Seit 1938 betätigte sie sich politisch in den Reihen der revolutionären Arbeiterbewegung der Schweiz. 1938 war sie an der Gründung einer Berner Sektion der Sozialistischen Jugend der Schweiz beteiligt. Anfang 1940 trat sie der illegalen Kommunistischen Partei bei. 1944 wurde die Partei der Arbeit der Schweiz (PdA) gegründet, der sie bis zu ihrem Tode angehörte. In der Partei lernte Aenni dann auch den Musikkritiker und Musikwissenschaftler Harry Goldschmidt 4 kennen. Es wurde bald, 1947, geheiratet. Das Klima für Antifaschisten und Sowjetfreunde, insbesondere wenn sie noch dazu in der PdA waren, wurde zusehends rauer, das politische Klima frostig und der Kalte Krieg begann. Harry hatte es immer schwerer, bezahlte Aufträge zu bekommen, (…). Franziska Genitsch-Hofer.
Vorwärts, 13.3.2020.
Vorwärts > Goldschmidt-Michel Aenni. Nachruf Franziska Genitsch-Hofer. Vorwaerts, 2020-03-13.
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13.03.2020 Schweiz
Personen
Work
Clemens Studer
Coronavirus
Volltext
Der Virus hat die Welt im Griff: Wie ein Virus aus Zentralchina die Weltwirtschaft auf Talfahrt schickt und Millionen von Jobs bedroht. Und warum. 7. Januar: Nach einer Welle von Lungenentzündungen mit unbekannter Ursache in der zentralchinesischen Provinz Hubei identifizieren die chinesischen Gesundheitsbehörden ein neuartiges Coronavirus als Verursacher. Sie riegeln die Gegend um die 11-Millionen-Metropole Wuhan rigoros ab. Das Verwaltungsgebiet Wuhan ist eine Industriemetropole und erwirtschaftete 2014 ein Bruttoinlandprodukt von über 230 Milliarden Dollar. Als eigenes Land gehörte Wuhan damit zu den 50 grössten Volkswirtschaften der Welt. Millionen Schiffscontainer gehen von hier in die ganze Welt. Trotz rabiatem Eingreifen der Behörden verbreitet sich das Virus auch ausserhalb der Region und greift auf andere asiatische Länder über. Es bekommt den Namen „2019-nCoV“. Die Produktion in Wuhan kommt praktisch zum Stillstand. Und auch in anderen Gegenden kommt es zu Produktionseinschränkungen und gar Stillständen. 23. Januar: Der eingesetzte Notfallausschuss der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kommt zum Schluss: „Dies ist eine Notlage in China, aber noch keine globale Notlage. Es kann aber durchaus noch dazu werden.“ Die Weltgesundheitsorganisation sollte recht bekommen. Im Lauf des Februars kommt das Virus definitiv und auf immer breiterer Front in Europa an. 6 Seiten extra zum Corona-Virus. (…).  Clemens Studer.
Work online, 13.3.2020.
Personen > Studer Clemens. Coronavirus. Work omline, 2020-03-13.
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12.03.2020 Schweiz
Personen
WOZ
Daniel Stern
Coronavirus
Volltext
Das Virus und die Wirtschaft. So gesehen kann man dem Coronavirus fast dankbar sein: Nichts trägt mehr zur Absenkung der Treibhausgase bei als die Epidemie. Fluggesellschaften streichen reihenweise Verbindungen, China hat die energieintensive Produktion stark zurückgefahren, weltweit sinkt der Konsum. Die Internationale Energieagentur geht davon aus, dass der Erdölverbrauch dieses Jahr erstmals seit 2009 rückläufig sein wird. Der Verfall des Ölpreises ist ein klarer Beleg. Am Montag kam es gar zu einem eigentlichen Preisschock. Nicht nur, weil die Nachfrage sinkt, sondern auch, weil sich die Angebotsseite – speziell die Exportstaaten Russland und Saudi-Arabien – nicht auf Förderbeschränkungen einigen konnte. Dass das nun wieder zu mehr Verbrauch führt, ist nicht absehbar, solange sich das Virus weiter ausbreitet. Besonders gut fürs Klima: Die sowieso schon hoch verschuldete US-Frackingindustrie droht wegen der tiefen Preise zu kollabieren. Die Förderung eines Fasses Öl kostet derzeit mehr, als man damit einnehmen kann. Die Aktienkurse der Frackingunternehmen sanken entsprechend am Montag um bis die Hälfte. Viele ihrer Obligationen sind noch einen Bruchteil des Ausgabepreises wert. Das werden auch diejenigen Banken schwer zu spüren bekommen, die in den letzten Jahren den Frackingunternehmen besonders stark mit Krediten aushalfen, etwa die Credit Suisse. Nun werden viele Ölpumpen gestoppt. Die Frackingindustrie ist für den Ausstoss riesiger Mengen an besonders klimaschädigendem Methan in die  (…).Daniel Stern.
WOZ, 12.3.2020.
Personen > Stern David. Coronavirus. WOZ, 2020-03-12.
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10.03.2020 Schweiz
Personen
SEV Schweiz
VPT
Markus Fischer
Digitalisierung
Kurs
Volltext
VPT-Branchentagung Bahn&Touristik. Digitalisierung: Personal braucht Unterstützung. Von allen grossen und vielen kleineren Bahnen kamen am 3. März 70 Milizgewerkschafter/innen nach Olten an die jährliche Tagung der Branche Bahn und Touristik, des SEV-Unterverbands VPT (Personal privater Transportunternehmen). Hauptthema war die Digitalisierung, doch zur Sprache kamen auch die SEV-Mobilisierungen im 2020 – z.B. für die Fahrvergünstigungen des Personals (FVP) – die Mitgliederwerbung und die SEV-Jugendkommission. „70 Teilnehmende, das ist phänomenal!“, beglückwünschte VPT-Zentralpräsident Gilbert D’Alessandro die Kolleg/innen des Branchenvorstands, welche die Tagung organisierten. Der Branchenvorstand wurde für die Jahre 2021–24 neu gewählt: Ein Thema, das sich von selber einlud, war das Coronavirus. „Wer hätte vor zwei Wochen gedacht, dass deswegen viele Veranstaltungen abgesagt werden müssen“, sagte Mitorganisator Laurent Juillerat. „Viele von euch leben mit einem besonderen Ansteckungsrisiko: Zug- und Schalterpersonal, Mitarbeitende der Bahnrestauration usw. Betroffen sind aber letztlich alle, und die Folgen der Epidemie sind nicht absehbar.“ SEV-Vizepräsident Christian Fankhauser gestand: „Wie die Politiker leide auch ich unter dem Verbot, beim Begrüssen die Hand zu geben, das ist für uns ungewohnt…“ (…).
Markus Fischer.
SEV-Zeitung, 10.3.2020.
Personen > Fischer Markus. Digitalisierung. VPT. SEV-Zeitung, 2020-03-10.
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05.03.2020 Deutschland
Frauentag
Personen
Christoph Schlatter
8. März
Gründung
Volltext
Alles Gute für Mutti oder: Wie der 8. März in Berlin zu einem Feiertag wurde. Seit vergangenem Jahr ist der 8. März in Berlin als einzigem Bundesland ein regulärer arbeitsfreier Feiertag. Das Datum war allerdings bestritten. In Baden-Württemberg und im Saarland gibt es 12 gesetzliche Feiertage (zu den handelsüblichen kommen Dreikönigstag, Fronleichnam und Allerheiligen). In den meisten (nämlich den katholischen) Gemeinden Bayerns sind es sogar 13, weil auch an Mariä Himmelfahrt frei ist. Noch einen drauf setzt Augsburg, das alljährlich am 8. August des Westfälischen Friedens gedenkt. Der evangelische Norden Deutschlands liegt punkto Feiertage zurück; immerhin gibt es dort seit einiger Zeit den sogenannten Reformationstag am 31. Oktober. Thüringen begeht zusätzlich den Weltkindertag, Sachsen kennt einen Extra-Buss- und Bettag. Und Berlin? Auf schlappe 9 Feiertage brachte man es in der Bundeshauptstadt bis und mit 2018. „Nicht herbeigesehnt“. Der Wille, das zu ändern, bestand länger schon, auch wenn der Regierende Bürgermeister, Michael Müller (SPD), angab, die Debatte über einen zusätzlichen Feiertag „nicht herbeigesehnt“ zu haben. Wirtschaftsverbände stellten sich sofort gegen das Vorhaben; die Industrie- und Handelskammer sprach von einem „ökonomischen Eigentor“ und berechnete die Einbusse im jährlichen Bruttoinlandprodukt Berlins mit 0,3 Prozent. Auch über das Datum und den zu feiernden Anlass entstand Streit. Die evangelische Kirche plädierte für den Reformationstag, der in den umliegenden Bundesländern begangen wird und der sogar in der DDR bis zur Einführung(…).  Christoph Schlatter.
VPOD-Magazin, 1.3.2020.
Personen > Schlatter Christoph. 8. März. Deutschland. VPOD-Magazin, 2020-03-01
Ganzer Tag
05.03.2020 Schweiz
Nationalrat
Personen
SGB
Reto Wyss
AHV-Renten
Arbeitslosigkeit
Volltext
SGK-S nimmt Probleme der älteren Arbeitnehmenden nicht ernst genug. Differenzbereinigung zur Überbrückungsleistung. Die Sozialkommission des Ständerats will das ausgewogene Kompromissmodell des Nationalrats zu den Überbrückungsleistungen (ÜL) drastisch kürzen. Nur gut halb so viele Betroffene sollen eine – tiefere – ÜL erhalten können. Dies ist so nicht akzeptabel. Die Probleme der älteren Arbeitnehmenden auf dem Arbeitsmarkt nehmen seit Jahren zu – und die soziale Absicherung in der Zeit zwischen Stellenverlust und Pensionsalter ist klar ungenügend. Diese Fakten sind breit anerkannt, wie gerade der gestrige, sehr klare Entscheid des Nationalrats zur Überbrückungsleistung zeigte. Das von der Grossen Kammer befürwortete Modell ist sehr ausgewogen, indem es einerseits mit strengen Anspruchsvoraussetzungen spezifisch auf die prekärsten Fälle zugeschnitten ist und andererseits harte Schwelleneffekte vermeidet – dies bei sehr überschaubaren Nettokosten, die nicht einmal 10% des Überschusses 2019 des Bundes entsprechen. Die Sozialkommission des Ständerats zerpflückt nun den im Nationalrat gefundenen Kompromiss, indem sie die verschärften Anspruchsvoraussetzungen bestätigt, gleichzeitig aber an den harten Altersgrenzen für den Bezug von ÜL sowie an einem viel zu tiefen Plafond festhält. So sollen Personen, die vor dem 60. Altersjahr ausgesteuert werden – und sei es nur ein Monat – null Anspruch auf ÜL haben, selbst wenn sie ein sehr tiefes Einkommen haben und jahrzehntelang Sozialversicherungsbeiträge bezahlten. (…).  Reto Wyss.
SGB, Medienmitteilung, 5.3.2020.
Personen > Wyss Reto. AHV. Arbeitslosigkeit. SGB, 2020-03-05.
Ganzer Text
05.03.2020 Schweiz
AHV
Personen
WOZ
Yves Wegelin
AHVx13 Initiative
Volltext
Umsetzen, was die Verfassung längst vorsieht. Der Gewerkschaftsbund lanciert eine Initiative für eine 13. AHV-Rente. In Zeiten der Minuszinsen ein überfälliger Ausbau der ersten Säule. Der Gewerkschaftsbund (SGB) geht bei der Altersvorsorge in die Offensive: Am Erscheinungstag dieser WOZ lanciert er seine Initiative für eine 13. AHV-Rente. „Unser Ziel ist es, die Renteneinbussen der letzten Jahre zu kompensieren und zusätzlich die Renten insgesamt zu erhöhen“, sagt SGB-Chef Pierre-Yves Maillard. Es sei Zeit, dass die Verfassung endlich eingehalten werde. Tatsächlich sieht die Verfassung seit Jahrzehnten vor, dass die AHV den „Existenzbedarf angemessen“ deckt. Und trotzdem ist die reiche Schweiz noch immer weit davon entfernt. Die Maximalrente beträgt bescheidene 2‘370 Franken; die Hälfte der Leute, die 2017 in Rente gingen, erhielten weniger als 1‘777 Franken. Selbst zusammen mit der Rente aus der zweiten Säule reicht das Geld vielen nicht zum Leben: Fast jedeR zehnte RentnerIn ist auf Ergänzungsleistungen angewiesen. Davon betroffen sind vor allem Frauen, von denen ein Drittel nicht einmal eine Pensionskasse hat. Und die Situation verschlechtert sich zunehmend. Erstens hinken die AHV-Renten der Entwicklung der Löhne hinterher. Zweitens fressen die steigenden Krankenkassenprämien und Mieten einen immer grösseren . Teil der Renten weg. (…).
Yves Wegelin.
WOZ, 5.3.2020.
Personen > Wegelin Yves. AHVx13. Initiative Schweiz. WOZ, 2020-03-05.
01.03.2020 Schweiz
Frauen
Frauentag
Personen
Christine Flitner
8. März
Volltext
Am 8. März ist internationaler Frauentag. Mehr Wertschätzung? Mehr Geld! Der 8. März gibt auch dieses Jahr wieder Gelegenheit, den weiblichen Beitrag zur bezahlten und zur unbezahlten Arbeit zu thematisieren. Auch wenn dann Sonntag ist: Wertschätzung darf sich nicht in schönen Sonntagsreden erschöpfen. Der 8. März fällt in diesem Jahr auf einen Sonntag. Es liegt also nahe, die viele Sonntagsarbeit in den Vordergrund zu rücken, die jahrein, jahraus von Frauen geleistet wird. Im Gesundheitsbereich, in Spitälern und Pflegeheimen, ist der Sonntag für das Personal ein Arbeitstag wie jeder andere, und nicht zuletzt im Langzeitbereich arbeiten viele Frauen unter anstrengenden und teilweise prekären Bedingungen. Frauenwelt Pflegeheim. Der Gesundheitsbereich steht seit vielen Jahren unter Druck, und die Arbeitsbedingungen verschlechtern sich. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Beschäftigte in Gesundheitsberufen einem erhöhten Burn-out-Risiko ausgesetzt sind. zur emotionalen Belastung durch die Arbeit kommen wachsender Kostendruck, Personalabbau. neue Technologien und das Anwachsen des administrativen Aufwands, Alles Dinge, welche die Arbeit erschweren, Das hat auch die VPOD- Umfrage zur Arbeitszufriedenheit der Mitglieder gezeigt: Über 70 Prozent der Angestellten im Gesundheitsbereich haben angegeben, dass sie nicht genügend Zeit für den eigentlichen Inhalt ihrer Arbeit haben, Und ebenso viele berichten, dass die psychische Belastung in den letzten Jahren zugenommen hat Nicht nur die Spitäler, auch die Pflege und Betreuung im Alter stehen unter grossem . Druck. (…).  Christine Fiitner.
VPOD-Magazin, 1.3.2020.
Personen > Flittner Christine. Frauentag. VPOD-Magszin, 2020-03-01.
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28.02.2020 Steinhausen ZG
CIA
Crypta AG
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Crypta AG
Überwachung
Volltext
Die Vergangenheit lebt immer noch. „Ausgerechnet ich habe für den CIA gearbeitet!“ Das sagt Franziska Flury  (61), ehemalige Programmiererin bei der Dechiffriermaschinenfabrik Crypto AG in Steinhausen ZG. „Es war ein super Job, es herrschte ein offener Umgang“, erinnert sich die Gewerkschafterin, die damals auch als Kandidatin der Revolutionären Marxistischen Liga (RML) für den Zuger Regierungsrat kandidierte. Flury kann die Crypto-Affäre, die nun dank einem CIA-Papier definitiv aufgeflogen ist, immer noch nicht ganz fassen. Und sie ist nicht allein: Work hat mit einem Dutzend Gewerkschaftsmitgliedern und ehemaligen Crypto-Mitarbeitenden geredet – und alle sind sie schockiert bis verärgert. Was? Ihre ehemalige Arbeitgeberin eine Spionage-Bude! Wie? Seit 1970 war sie im Besitz der CIA und des westdeutschen Geheimdienstes BND! Und, hä? Beide Geheimdienste hatten die Crypto AG benutzt, um über 100 Länder auszuspionieren. Und plötzlich werden aus Ahnungen von früher Gewissheiten von heute (siehe „Jetzt reden die ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeite““). Cryptoleaks: ein wahnwitziges Stück Schweizer Geschichte!. VIlliger & Co. Spätestens seit 1977 wussten auch die Schweizer Behörden über die Vorgänge in der Crypto AG Bescheid. Die Dechiffriermaschinen hatten ein geheimes Hintertürchen, damit CIA & BND mithören konnten. Crypto-Geräte waren 1970 auch beim blutigen Militärputsch in Chile im Einsatz. Als die CIA die demokratisch gewählte Regierung von Sozialist Salvador Allende wegputschen liess und dem faschistischen General Augusto Pinochet auf den Thron half.(…).  Marie-Josée Kuhn.
Work online, 28.2.2020.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Crypto AG. Work online, 2020-02-28.
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28.02.2020 Steinhausen ZG
CIA
Crypta AG
Personen
Work
Clemens Studer
Crypta AG
Geschichte
Überwachung
Volltext
Das müssen Sie wissen. Die Zuger Crypto AG verkaufte während Jahrzehnten an über hundert Staaten Chiffriergeräte mit einer Hintertür. US-Geheimdienste und der Bundesnachrichtendienst (BND) horchten mit. Und besassen die Firma gar – über eine Briefkastenfirma.1952 Der schwedische Ingenieur Boris Hagelin wandert nach vielen Jahren in den USA nach Zug ein und gründet dort die Crypto AG. Er wählt die Schweiz, weil sie neutral ist und – im Vergleich zum ebenfalls neutralen Schweden – eine weniger regulierte Ausfuhrpraxis hat. 1958 Seit Beginn mischen US-Dienste bei der Crypto mit. Erst die NSA über ihren Kryptologen William Friedman. Sechs Jahre nach der Gründung übernimmt die CIA.1970 Boris Hagelin, der Sohn des Firmengründers, stirbt bei einem nie wirklich aufgeklärten Auto¬unfall in der US-Hauptstadt Washington. Ehe¬malige Crypto-Mitarbeiter sind überzeugt, dass der Autounfall eigentlich ein Mord war. Denn ¬Hagelin junior soll gegen den Verkauf an die CIA gewesen sein und vor allem: er wollte nach der Übernahme der Geschäftsleitung keine manipulierten Geräte mehr verka“fen. Das erzählt auch Peter Frutiger, der bis 1977 Chef der Crypto-Entwicklungsabteilung war. Frutiger: „Das war kein Unfall, das war ein Attentat.“ 1970 CIA und BND übernehmen die Crypto AG über eine Liechtensteiner Tarnfirma. Lustig: Diese intransparenten Besitzverhältnisse begründeten Firmenverantwortliche bis 2018 gerne immer damit, man wolle „nicht erpressbar sein“. 1977 Entwicklungsleiter Frutiger verlässt die Crypto. Zuvor dokumentiert er die Manipulationen. Sie sind seine Lebensversicherung. Und: (…).  Clemens Studer.
Work online, 28.2.2020.
Personen > Studer Clemens. Crypto AG. Geschichte. Work online, 2020-02-28.
Ganzer Text
28.02.2020 Steinhausen ZG
CIA
Crypta AG
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Crypta AG
Überwachung
Volltext
Jetzt reden die ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In der Dechiffriermaschinenfabrik Crypto AG in Steinhausen ZG arbeiteten auch Mitglieder der Industriegewerkschaft SMUV und später der Unia., Work hat mit einem Dutzend von ihnen gesprochen. „Haarsträubend“, „sehr unangenehm“, „erschütternd“: die ehemaligen Mitarbeitenden der Dechiffriermaschinenherstellerin Crypto AG sind wütend. Alle. Auf „die Oberen“, die uns „nach Strich und Faden belogen“ haben. Aber einige auch auf die Medien, die „ihre“ ehemalige Arbeitgeberin jetzt „durch den Dreck ¬ziehen“. Zwar tauchten in der Vergangenheit immer wieder Artikel auf, wonach in der Crypto AG etwas lusch sei. Dass dort Geheimdienste mitmischen würden. Aber erst jetzt sind auch die letzten Details klar. Dank einem Dokument des US-¬Geheimdienstes CIA, das verschiedenen Medien zugespielt wurde. Die Dechiffriermaschinenfabrik Crypto AG gehörte seit dem 4. Juni 1970 den Geheimdiensten der USA und Deutschlands, der CIA und dem BND. Sie benutzten die Firma, um jahrelang ¬Länder wie Iran, den Irak, Ägypten oder Libyen auszuspionieren (siehe ¬„Und die Schweiz war mittendrinn“). „Dass das jetzt hat auffliegen müssen“, sagt Rosemarie Jenny * (66), das mache ihr schon zu schaffen. Neun Jahre lang arbeitete sie im Hausdienst der Crypto. Sie staubte auch die Dechiffriermaschinen im Morseraum ab. Der war im 4. Stock – und nur einem inneren Kreis zugänglich. Die Kryptologen und Techniker hatten alle einen Spezial-Badge. Jenny: „Da ging ich immer nur rein, wenn sie mich riefen. Dann sprachen sie plötzlich englisch. Ich hörte nicht hin, ich sah  (…).  Marie-Josée Kuhn.
Work online, 28.2.2020.
http://www.textverzeichnisse.ch/Portals/7/Kuhn%20Marie-Jos%C3%A9e/Kuhn%20Marie-Jos%C3%A9e.%20Crypto%20AG.%20Arbeitsbedingungen.%20Work%20online,%202020-02-28.pdf
28.02.2020 Schweiz
Personen
Work
Katrin Bärtschi
Briefträgerin
Falschmeldungen
Volltext
Die Briefträgerin & die Gerüche. Zu Beginn ihrer Karriere bei der Post erhielt die Briefträgerin von ihrem damaligen Teamboss einen „Götti“ zugeteilt, der sich ihrer vielen Fragen annehmen sollte. Der Götti führte die Briefträgerin in die Schönheiten, Tücken und Geheimnisse des Berufes ein. Abgesehen von seiner ausgeprägten Leistungsorientierung war er ein tipptopper Lehrmeister. Von ihm lernte die Briefträgerin viel. Auch wie es früher gewesen war und wie es vermutlich herauskommen würde mit der Brieftragerei. Es gibt auch den Gestank, der aus den Waschküchen wabert. Waschmittel und Weichspüler. Magenknurren. Gegen Mittag, als sie zusammen den Häusern entlang fuhren, sprach er aus, was die Briefträgerin halb unbewusst selber wahrnahm: „Das ist die schwierigste Tageszeit für das Zustellpersonal. Weil dann aus allen Fenstern Essensgerüche strömen.“ In der Tat: Die Mägen der Gelben steigern ihr Knurren, wenn es von überall her nach Rösti, Eintopf, Gemüsecurry, Ge¬bratenem und Gesottenem duftet, nach italienischen Kräutermischungen oder Kreuzkümmel. Doch Wohlgeruch ist nicht das einzige, was der Briefträgerin unterwegs in die Nase sticht. Es gibt auch den Gestank, der aus den Waschküchen wabert. Waschmittel und Weichspüler. „Frischer Frühling“, „Blumenwiese“ – an solches denkt die Briefträgerin nur, weil sie die Werbung kennt. Ihre Geruchsnerven lösen ganz andere Assoziationen aus. (…).
Katrin Bärtschi.
Work online, 28.2.2020.
Personen > Baertschi Katrin. Falschmeldungen. Work online, 2020-02-28
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28.02.2020 Österreich
Personen
Streik
Work
Andreas Rieger
Pflegepersonal
Streik
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Pflegerinnen in Österreich: Streik für 35-Stunden-Woche. Die österreichischen Gewerkschaften überraschen derzeit gleich mehrfach: Sie streiken im privaten Gesundheits- und Sozialbereich, und zwar für die Einführung der 35-Stunden-Woche. Und die Tausende von Streikenden sind mehrheitlich junge Pflegerinnen. Wie kommt das? Die Probleme in den österreichischen Pflege- und Sozialinstitutionen sind ähnlich wie jene in der Schweiz: Der Arbeitsdruck steigt, und die Löhne in der Pflege sind schlecht. Viele Berufsleute steigen deshalb vorzeitig aus. Zwei von drei Pflegenden können sich nämlich nicht vorstellen, bis zur Pensionierung in ihrem Beruf zu bleiben. Viele senken ihr Pensum, obwohl das Einkommen dann ebenfalls sinkt: 70 Prozent arbeiten Teilzeit. Und die Zahl der krankheitsbedingten Absenzen ist hoch. Die Folge: Es können nicht mehr alle Stellen besetzt werden. Der Druck steigt zusätzlich – ein Teufelskreis. Da raus führt nur die 35-Stunden-Woche. Davon waren die Vertrauensleute der beiden Gewerkschaften GPA-djp und Vida überzeugt. Als die Erneuerung des Kollektivvertrags für den privaten Pflege-, Gesundheits- und Sozialbereich anstand, stellten sie deshalb nur diese einzige Forderung: Die Arbeitszeit für eine Vollzeitstelle, die heute bei 38 Stunden liegt, soll um drei Stunden verkürzt werden. Und dies ohne Lohnverlust. Für Teilzeitarbeitende, die ihre bisherige Stundenzahl behalten würden, brächte dies eine Lohnerhöhung von 8,6 Prozent. Seit Wochen verhandeln die Sozialpartner n (…).  Andreas Rieger.
Work online, 28.2.2020.
Personen > Rieger Andreas. Österreich. Pflegepersonal. Streik. Work online, 2020-02-28.
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28.02.2020 Schweiz
CIA
Personen
WOZ
Andreas Fagetti
Crypta AG
Überwachung
Volltext
Schotten dicht. Auch wenn sich die Bürgerlichen weigern: Nur eine PUK kann in den Cryptoleaks echte Aufklärung bringen. Jürg Bühler und Markus Seiler gehören als Geheimdienstverantwortliche freigestellt. Wenn das Büro des Nationalrates am Montag die Öffentlichkeit informiert, wird es kaum eine Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) zu den Geschäften der CIA-Firma Crypto AG ankündigen. Das erstaunt nicht: Hochrangige Politiker von CVP und FDP – Bundesräte, führende Geheimdienstleute, Stadtpräsidenten und Parlamentarier – waren über die Spionagetätigkeit des US-Auslandsgeheimdiensts spätestens seit den frühen neunziger Jahren höchstwahrscheinlich im Bild. Sie haben mit der Duldung und der bewussten Nichtaufklärung dieser umfassenden Spionagetätigkeit der CIA (und in früheren Jahren des BND) die Schweiz beschädigt. Nicht bloss hinsichtlich der sogenannten guten Dienste in der globalen Staatenwelt, sondern auch hinsichtlich der Wirtschaft. Die Neutralität war – wie das Bankgeheimnis – Teil des eidgenössischen Geschäftsmodells. Jetzt ist sie bloss noch ein Treppenwitz der Geschichte. Als das ZDF, die „Washington Post“ und die“Rundschau“ auf der Basis eines geleakten CIA-Berichts die Affäre Mitte Februar publik machten und Beweise für die Mitwisserschaft zumindest eines Bundesrats, nämlich Kaspar Villiger, sowie der Geheimdienstbehörden lieferten, schien die fünfte Parlamentarische Untersuchungskommission in der Geschichte des Bundes (…).  Andreas Fagetti.
WOZ, 27.2.2020.
Personen > Fagetti Andreas. Crypto AG. WOZ, 2020-02-28.
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21.02.2020 Schweiz
Arbeitslosigkeit
Personen
SGB
Reto Wyss
Arbeitslosenversicherung
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Sozialer Fortschritt für ältere Ausgesteuerte. Erfreulicher Entscheid zu den Überbrückungsleistungen. Die Nationalratskommission korrigiert die ständerätlichen Fehlentscheide bei der Überbrückungsleistung. Sie stellt sich damit klar gegen drastische Kürzungen am Bundesratsmodell. Die Probleme der älteren Arbeitnehmenden haben stark zugenommen. Dies stellen nicht nur die SGB-Gewerkschaften in ihrer täglichen Arbeit, sondern auch die OECD und das Seco fest. Die Zahl der Ausgesteuerten und Sozialhilfeabhängigen „Ü55" nimmt stetig zu, weshalb der SGB seit Jahren eine bessere soziale Absicherung für ältere Arbeitnehmende fordert. Genau das ist auch das Ziel der vom Bundesrat und den Sozialpartnern vorgeschlagenen Überbrückungsleistung. Ende letzten Jahres hat der Ständerat die präsentierte Vorlage allerdings bis zur Unkenntlichkeit zusammengestrichen. Dies hat die Sozialkommission des Nationalrats nun mit der Annahme eines umfassenden Antragspakets weitgehend korrigiert und dabei auch wesentliche Neuerungen beschlossen: Überbrückungsleistungen sollen so nicht nur jene erhalten, die nach dem 60. Geburtstag ausgesteuert werden, sondern alle 60-jährigen Ausgesteuerten (unabhängig vom Zeitpunkt der Aussteuerung). Damit wird ein harter Schwelleneffekt geglättet, und gleichzeitig wird durch die Einführung einer Mindestversicherungsdauer von 5 Jahren nach dem Alter 50 garantiert, dass die ÜL eine spezifische Leistung für ältere Ausgesteuerte bleibt. (…).  Reto Wyss.
SGB, 21.2.2020.
Personen > Wyss Reto. Arbeitslosenversicherung. Leistungen. SGB, 2020-02-21.
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20.02.2020 Biel
Schweiz
AHV
Personen
Ueli Schärrer
AHV
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Ein Nein zu antastbaren Renten. Das Rentensystem unserer Eidgenossenschaft muss nicht neu erfunden werden. Elie Idee war, dass die Arbeitenden die Renten der Rentnerinnen und Rentner finanzieren. Einfach und gerecht. Hauptgedanke der AHV: Wer viel verdient, bezahlt, mehr, aber beim Bezug wird „gedeckelt“. Seit 1948 gibt es AHV-Renten, und erst einmal in all den Jahren mussten die Beiträge erhöht werden. Bis 2017 schrieb die AHV immer Gewinne, wurde aber über Jahrzehnte immer wieder schlechtgeredet. Die AHV ist ein Dom im Fleisch des Kapitalismus, weil mit diesem (Volks)-Vermögen nicht spekuliert werden kann. Das sieht bei den Pensionskassen ganz anders aus. Hier wird munter spekuliert und „abgesahnt“. ittlerweile ist die 1000-Milliarden-Grenze der ersparten Beiträge überschritten. Und jedes Jahr gehen den Pensionskassen mehrere Milliarden Franken verloren. Im Geschäftsbereich der PKs tummeln sich die Finanzhaie und bereichern sich. Banken, Versicherungen, Vorsorgestiftungen und die Nationalbank erleichtern die Beitragszahler jährlich um mehrere Milliarden Franken. Nebenbei liegen für die Bosse noch gute Boni drin. Auf Banken und Versicherungen liegen sogenannte namenlose Rentenvermögen herum. Diese werden mittlerweile mit über 500 Milliarden Franken beziffert. Fazit: Wenn alle Pensionskassenvermögen und alle Freizügigkeitskonten bei einer staatlichen Kasse wären, könnten wir noch jahrelang mit den heutigen Renten leben. (…).
Ueli Schärrer.
Bieler Tagblatt, 20.2.2020
Personen > Schaerrer Ueli. AHV. Bieler Tagblatt, 2020-02-20.
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19.02.2020 Schweiz
BLS
Personen
Schifffahrt
SEV Schweiz
Markus Fischer
BLS
Schifffahrt
Volltext
Der Ausbau der Winterschifffahrt ist eine gute Nachricht für das Personal und den Tourismus. BLS lagert Schifffahrt in Tochter-AG aus. Den GAV verteidigen. Zum neuen Geschäftsmodell für die BLS-Schifffahrt, welches der Verwaltungsrat genehmigt hat, gehört die Auslagerung in ein Tochterunternehmen. Der SEV wird auf keinen Fall zulassen, dass die Anstellungs- und Arbeitsbedingungen des BLS-Schiffspersonals verschlechtert werden. Mit der geplanten BLS-Tochter will der SEV einen GAV aushandeln, der zum bisherigen GAV mindestens gleichwertig ist. Der SEV begrüsst, dass die BLS mit dem neuen Geschäftsmodell keine Stellen abbauen will. “Dass die BLS das Schifffahrtsangebot auf dem Thuner- und Brienzersee im Winter ausbauen und zu diesem Zweck mittelfristig zusätzliche Stellen schaffen will, ist eine gute Nachricht für das Schiffspersonal und für den Tourismu“, sagt SEV-Gewerkschaftssekretär Michael Buletti. „Wir hoffen, dass die dafür nötigen zwei neuen Schiffe mit wenig Tiefgang beschafft werden können, mit Unterstützung des Kantons.“ GAV einhalten und einen neuen aushandeln. Zur geplanten Auslagerung der Schifffahrt in eine Tochterfirma und zur Aussage der BLS in ihrer Medienmitteilung, sie prüfe „die Ausarbeitung von Anstellungsbedingungen, die vom Gesamtarbeitsvertrag der BLS unabhängig sind“, hält Michael Buletti klar fest: „Die Anstellungs- und Arbeitsbedingungen des Schiffspersonals dürfen nicht schlechter werden. Für die betroffenen Mitarbeitenden gelten die Bestimmungen des GAV BLS weiterhin – auch noch während eines Jahres nach ihrer Übernahme durch die “(…).  Markus Fischer.
SEV-Zeitung, 19.2.2020.
Personen > Fischer Markus. BLS. Schifffahrt. SEV-Zeitung, 2020-02-19.
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