Gewerkschaftschronik
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20.04.1991 Olten
PTT-Union

Geschichte
Jubiläum
Volltext
Jubiläumsfeier findet heute Samstag um 15 Uhr im Oltner Konzertsaal statt. Sektion Olten-Post geht ins zweite Jahrhundert. 100 Jahre ist es her, seit die Postbediensteten in Olten einen eigenen Verein gründeten. Sie legten damit den Grundstein für die heutige Sektion Olten-Post der PTT-Union, die heute Samstag, 15 Uhr, Im Oltner Konzertsaal dieses Gründungaktes feierlich gedenkt. Die Festansprache wird Nationalrat Ernst Leuenberger halten. Zu diesem Anlass hat Robert Peyer eine Festschrift verfasst, die über die wechselvollen Geschicke der Pöstler-Gewerkschaft berichtet. Schon im Jahre 1887 wurden in den grossen Städten Versammlungen des Postbediensteten-Personals abgehalten, die auf ein grosses Echo stiessen, jedoch wenig Auswirkungen zeitigten. Im Vordergrund standen die schlechten Arbeitsbedingungen, vor allem was die lange tägliche Arbeitszeit betraf. Hinzu kamen die geringen Löhne angesichts der hohen Wohnungsmieten. 13 Gründungsmitglieder. In Olten soll im Sommer 1888 in der Brauerei Trog an der Aarburgerstrasse eine erste Versammlung der Postbediensteten stattgefunden haben. Vinzens Wahl wurde als Obmann eines ersten Vereins bestimmt. Je nach Bedürfnis versammelten sich die Beteiligten. Zur entscheidenden Sitzung kam es im Mai 1891, als die Gründungsmitglieder Niklaus von Arx, Franz Kurtz, Gottlieb Bächler, Jean Gügi, Urs Peyer, Vinzens Wahl, Leo Bloch, Bernhard Lack, Theophil Moll, Emil Nünlist, Josef Schibler, Fritz Baumgartner und Robert Wagner mit dem Verein der Postbediensteten von Olten, den Grundstein für die Sektion Olten-Post legten. Der Zweckartikel der (…).
SoAZ, 20.4.1991.
PTT-Union > Sektion Olten. Geschichte. SoAZ, 1991-04-20.
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13.05.1991 Olten
Personen
PTT
PTT-Union
Josef Vonarburg
Briefträger
Posttaxen
Volltext
Aund B-Post: „Alles im Griff“. Die Kritiken seit der Einführung der A- und B-Post haben sich noch nicht gelegt. Viele negative Äusserungen beruhen auf Unwissen und absolut keiner Sachkenntnis des Postbetriebes. Insbesondere ein Leserbrief von Kantonsrat Eduard Belser von Egerkingen ist es nicht wert, dass man dazu Stellung nimmt. Die Aufregung der Bevölkerung hätte vielleicht mit mehr Information von der PTT-Generaldirektion gemildert werden können. Es scheint, dass das neue System bei den Kunden aus Wirtschaft und Verwaltungen mehr Akzeptanz findet als bei der privaten Bevölkerung. Da die PTT und viele Schweizerinnen und Schweizer zu diesem Thema schon des öftern die Klingen kreuzten, erlaube ich mir aus der Sicht der Betroffenen an der Front, einige Hinweise abzugeben. Das neue Zustellkonzept wurde nicht in den Köpfen der Personalverbände ausgeheckt, sondern bei der PTT-Generaldirektion. In Verhandlungen versuchten wir optimale Bedingungen in der Organisation wie auch am Arbeitsplatz herbeizuführen. Nach hundert Tagen kann ich feststellen, dass der Start gelungen ist, aber die Schwachstellen noch ausgemerzt werden müssen. Der Abbau von Nachtdienst, weniger extreme Frühdienste beim Zustellpersonal und - sehr wichtig - weniger Stresssituationen bei den Boten am Morgen sprechen für dieses Zweiklassen-Briefpostsystem. Aber jede Medaille hat bekanntlich zwei Seiten, auch bei der A- und B-Post. Ich stelle fest, dass eine Arbeitszeitverlagerung in den Nachmittag nicht bei allen Betroffenen beliebt ist. (…). Josef Vonarburg, Präsident PTT-Union Sektion Olten Post.
SoAZ, 13.5.1991.
Personen > Vonarburg Josef. Posttarife. Brieftraeger. SoAZ, 1991-05-13.
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19.04.1991 Olten
Personen
PTT-Union
Josef Vonarburg
Jubiläum
PTT-Union
Volltext
100. Geburtstag. Meine Sektion feiert in den nächsten Tagen den 100. Geburtstag. Ein seltenes Jubiläum. Hundert Jahre PTT-Union auch 100 Jahre PTT-Geschichte. Wieviel Durchstehvermögen, Enttäuschungen und nie erlahmender Optimismus verbraucht wurden in dieser langen Zeit, kann sich heute kaum einer vorstellen. Wenn sich unsere Vorfahren der Arbeiterbewegung nicht zusammengeschlossen hätten, stünden wir heute in einer viel schlechteren Situation. Zusammenstehen und Miteinander war das Losungswort. Und heute? Sind die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bereit, diese Voraussetzungen wie Mut und Solidarität auch heute in die Arbeiterbewegung zu investieren? Leider gibt es noch viele Lohnabhängige, die nicht begreifen wollen, dass nur mit Kampf und Geschlossenheit soziale Verbesserungen erreicht werden können. Es ist eben leichter, an der Gewerkschaft herumzunörgeln. Beim Einbringen der Ernte stehen diese „Trittbrett-fahrer“ dann meistens zuvorderst. Heute stehen wir an der Schwelle zu einer neuen PTT und auch die Gewerkschaft muss sich neu orientieren. Ein Geburtstag ist Anlass, in die Vergangenheit wie auch in die Zukunft zu blicken. Es. war ein langer, steiniger Weg, den die PTT-Bediensteten zurückgelegt haben. Vom schlecht bezahlten Landbriefträger mit langer Arbeitszeit, Siebentagewoche und unmöglichen Arbeitsbedingungen wurde das heute geltende Beamtenrecht erreicht. Der soziale Kampfverband, wie es die PTT-Union seit je war, hat Errungenschaften erzielt, die (…).
Sepp Vonarburg
SoAZ, 19.4.1991.
Personen > Vonarburg Josef. Jubiläum. Olten. SoAZ, 1991-04-19.
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06.03.1991 Olten
PTT
PTT-Union

Briefträger
Posttaxen
Volltext
PTT-Union tauschte erste Erfahrungen mit der A- und B-Post aus. Weniger Stress für die Briefträger. Weniger Stress am Morgen, ein besserer Tagesrhythmus, späterer Arbeitsbeginn am Morgen und weniger arbeitsreiche Samstage: Recht positiv haben die betroffenen Briefträger in einem ersten Erfahrungsaustausch an der Generalversammlung der PTT-Union in Brugg die vor kurzem eingeführte Unterscheidung zwischen A- und B-Briefpost beurteilt. Von einigen Poststellen allerdings kamen auch Klagen über uneinheitliche Anweisungen. Die Kritik an der Unterscheidung zwischen A- und B-Post ist seit du Einführung am 1. Februar nicht verstummt. „Wir Briefträger sind wieder einmal zu Buhmännern der Nation gestempelt worden", meinte der Präsident der Sektion Aargau der PTT-Union, Eugen Gautschi, an der Generalversammlung In Brugg. Seiner Meinung nach hätte die „von einigen Medien entfachte Kritik“ vermieden werden können, wenn das „Zweiklassensystem" zusammen mit der Einmalzustellung eingeführt worden wäre. Dass nicht alles auf Anhieb nach Wunsch laufen würde, sei abzusehen gewesen. Alles in allem habe die Unterscheidung von A- und B-Post den Stress am Arbeitsplatz aber vermindert, betonte Gautschi, der Arbeitsrhythmus sei wesentlich verbessert worden. Bereits vier Wochen nach Einführung des Zweiklassensystems hat es sich laut Roland Christen, Vizepräsident der Union, gezeigt, dass in Aarau Nachtdienste reduziert werden konnten, was einer Forderung der PTT-Union entspreche. (…).
SoAZ, 6.3.1991.
PTT-Union > Posttarife. Brieftraeger. SoAZ, 1991-03-06.
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25.02.1991 Olten
PTT-Union

GV
Jubiläum
Volltext
Bericht von der Generalversammlung der Sektion Olten-Post der PTT-Union. Vor 100 Jahren wurde Grundstein gelegt. Kürzlich fand in Olten die hundertste Generalversammlung der Sektion Olten-Post der PTT-Union statt. Nachfolgend berichtet Robert Peyer für die „Solothurner AZ" über den Anlass. „Ein paar mutige Kollegen legten vor 100 Jahren in der damals sehr schweren Zeit den Grundstein für die heute so grosse und aktive Sektion. Dies ist ein Meilenstein in der Geschichte der Gewerkschaft. Ehrend wurde dieser Männer gedacht. Wichtige Geschäfte waren die Ersatzwahl in den Vorstand und die Ehrungen langjähriger Mitglieder. Zur 100. Generalversammlung konnte der Präsident, Kollege Josef Vonarburg, eine grosse Anzahl von Mitgliedern begrüssen. Einen speziellen Gruss richtete er an die Delegationen der Nachbarsektionen und die zahlreichen Pensionierten. Nach der Genehmigung des Protokolls waltete der Mutationsführer seines Amtes. Auch dieses Jahr hatten ihm die verschiedenen Mutationen viel Arbeit gebracht, 550 Mitglieder zählt heute die Sektion Olten. Bei den Mitteilungen erwähnte der Vorsitzende, dass zur Lösung verschiedener Probleme, Besprechungen mit den Kreispostdirektionen Basel und Aarau stattgefunden hatten. Sie betrafen auch die immer noch herrschende Personalmisere. Für die Weiterbildung der Mitglieder werden wieder verschiedene Kurse angeboten. Dass das Parlament die Reallohnerhöhung bereits auf 1. Juli 1991 bewilligt hat und nicht wie vom Bundesrat verlangt auf 1992, hat die Anwesenden sehr gefreut. In seinem sehr ausführlichen Jahresbericht weist der Präsident einleitend auf die (…).
SoAZ, 25.2.1991.
PTT-Union > Jubiläum. GV. Olten. SoAZ, 1991-02-25.
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24.10.1991 Schweiz
PTT-Union

Fusion
Kongress
Teuerungsausgleich
Volltext
100 Jahre PTT-Union: Jubiläumskongress in Basel abgeschlossen. Voller Teuerungsausgleich verlangt. Der volle Teuerungsausgleich, ein Nein zu Personalkürzungen und die Beibehaltung der A- und B-Post: Diese Forderungen standen im Mittelpunkt des Kongresses der PTT-Union, die in diesem Jahr ihr 100jähriges Bestehen feiert. Erneut zu reden gab auch die Regionalisierung der Löhne. Am dritten und letzten Kongresstag befassten sich die Delegierten am Mittwoch in Basel vor allem mit Fragen der Gewerkschaftsstruktur. Im Zentrum des dreitägigen Kongresses stand nebst anderem aber die Forderung nach dem vollen Teuerungsausgleich. „Den Anstieg der Lebenshaltungskosten haben nicht wir verursacht“, heisst es in einer von den Delegierten am Dienstag verabschiedeten Resolution. Daher hätten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Anspruch auf den Ausgleich, dessen Verweigerung Diebstahl am Einkommen sei. Die Teuerungszulage dürfe zudem nicht als Vorwand zum Abbau der sozialen Gerechtigkeit benutzt werden. Im Hinblick auf eine Liberalisierung des Marktes, wie sie das neue Fernmeldegesetz vorsieht, fordert die PTT-Union zudem genügend Personal. Dieses sei nötig, um weiterhin die nötige Qualitätsarbeit zu gewährleisten. Gegen Personaleinsparungen wandte sich auch der Generalsekretär der PTT-Union, SP-Nationalrat Georges Eggenberger: Trotz Defiziten bestehe kein Anlass zu Ueberreaktionen. Nötig sei aber die Abgeltung gemeinwirtschaftlicher Leistungen bei Postautodienst und Zeitungszustellung. Unterstützung erhielt am Kongress sodann die A- und B-Post: Wenn das System (…).
Berner Tagwacht, 24.10.1991.
PTT-Union > Kongress. Teuerungsausgleich. TW, 1991-10-24.
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08.11.1991 Olten
Personen
PTT-Union
Josef Vonarburg
Nationalratswahlen
Volltext
Enttäuscht. Die Wahlen vom 20. Oktober haben einige Überraschungen gebracht. Die grossen bürgerlichen Parteien FDP und CVP mussten erhebliche Verluste in Kauf nehmen, während bei den linken Parteien leichte Fortschritte bis Stagnation festzustellen waren. Zwei Ereignisse geben mir als Gewerkschafter sehr zu denken: die Gewinne der Parteien, die rechtsaussen angesiedelt sind, und der nochmalige Rückgang der Stimmbeteiligung. In Anbetracht der wirtschaftlichen Baisse und des Verlustes vieler Arbeitsplätze sowie der Vielzahl von Arbeitslosen hatte ich zumindest erwartet, dass Gewerkschaften und Linksparteien Zuwachs erhalten. Nun, die Arbeitnehmerschaft hat anders entschieden und sucht zum Teil ihre Unterstützung für die nächsten vier Jahre bei radikalen Rechtsgruppierungen. Wieso diese Unzufriedenheit mit den Bundesratsparteien? Die Überfremdung und das Auto scheinen vielen Schweizerinnen und Schweizern die wichtigsten Sachen zu sein. Sozialpolitik, sprich Mietzinse, Krankenversicherung, AHV und die Umwelt, wie dies alle Linksparteien in ihrem Programm manifestierten, konnten die Wähler nicht mobilisieren. Ich bin masslos enttäuscht, dass sich gewerkschaftliches und sozialdemokratisches Gedankengut nicht durchzusetzen vermochte. Das Ziel wurde also verfehlt. Es muss über die Bücher gegangen werden. Auch in den Reihen der SP und der Gewerkschaften müssen Analysen angestellt werden, und den Gründen nach der politischen Abstinenz vieler Lohnempfänger (…). Josef Vonarburg.
PTT-Union, Sektion Olten-Post.
SoAZ, 8.11.1991.
Personen > Vonarburg Josef. Nationalratswahlen. SoAZ, 1991-11-08.
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16.11.1990 Steffisburg
Gewerkschaftsbund

Pensionierte
Veranstaltung
Volltext
Gewerkschaftsbund Thun. Rentnermachmittag. Der Gewerkschaftsbund Thun hat alle Rentnerinnen und Rentner von Steffisburg zu einem Rentnernachmittag eingeladen. Zuerst zeigte Paul Hurni, alt Gemeindepräsident, allen Anwesenden den alten Steffisburger Film. Während und nach dem Film konnte Paul Hurni noch weitere interessante Erläuterungen zum Film und zu Steffisburg um das Jahr 1960 geben. Damals war es noch selbstverständlich, dass die Bauern mit Ross und Wagen ihre Arbeit verrichteten. Noch vor· 30 Jahren gab es in Steffisburg viel altes Handwerksgewerbe, welches heute leider ausgestorben ist. So gab es noch eine Seilerei, eine Drechslerei, eine Schmiede, eine Tuchfabrik. eine Mühle und vieles mehr. Nach diesem interessanten Film und den aufschlussreichen Ausführungen stellte die Sozialdemokratische Partei ihre Gewerkschaftskandidaten für die Gemeindewahlen 1990 vor.
Berner Tagwacht, 16.11.1990.
Gewerkschaftsbund > Steffisburg. Pensionierte. TW, 1990-11-16.
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16.11.1990 BE Kanton
Demonstrationen Bern
PTT-Union

Demonstrationen Bern
Lohnverhandlungen
Volltext
PTT-Union und VSPB. Weiterhin kampfbereit. Die Berner Sektionen der PTT'-Union und des VSPB bleiben kampfbereit. Die übers Wochenende in Bern tagenden Berner Sektionen der PTT-Union und des Verbandes Schweizerischer Postbeamter (VSPB) nahmen den Entscheid des Föderativverbandes, auf die Demonstrationen vom 22.-24. November 1990 zu verzichten, kritisch und ohne Begeisterung zur Kenntnis. Sie beurteilen zwar den Antrag der nationalrätlichen Kommission, das Besoldungspaket auf den 1. Juli 1991 in Kraft treten zu lassen, positiv. Die Sektionen der PTT-Union und des VSPB sind jedoch nicht bereit, Anträge, die das Besoldungspaket verschlechtern zu akzeptieren. Die Sektionsversammlungen beschlossen deshalb. Protestaktionen, wie sie für den 24. November vorgesehen waren, zu einem späteren Zeitpunkt - sofern notwendig - durchzuführen. Zudem unterstützen die Sektionen Anträge für weitere Kampfaktionen, sofern solche an der Delegiertenversammlung des Föderativverbandes vom 20. November 1990 beschlossen werden. Das Besoldungspaket 1991 enthält eine 3-prozentige Reallohnerhöhung mit einer Minimalgarantie von 1800 Franken. Diese muss unbedingt auf den 1. Juli 1991 in Kraft gesetzt werden und muss allen Bediensteten zugute kommen. Der Antrag Allenspach (FDP). welcher die Reallohnerhöhung nur leistungs- sowie arbeitsmarktbezogen ausrichten will und damit ganze Berufskategorien und Regionen ausschliesst, könnten wir nicht kampflos hinnehmen.
Berner Tagwacht, 16.11.1990.
PTT-Union > Demonstration. Lohnverhandlungen. TW, 1990-11-16.
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09.11.1990 Olten
Personen
PTT-Union
Josef Vonarburg
Leistungslohn
Volltext
Leistungslohn beim Bundespersonal. Mit Genugtuung vernahm ich die Botschaft der nationalrätlichen Kommission über das Besoldungspaket 1991 des Bundespersonals. Der Entscheid die Lohnrunde nicht erst auf den 1. Januar 1992 in Kraft zu setzen, ist überlegt, und bringt etwas Ruhe in die Reihen des öffentlichen Personals. Allerdings hat die Botschaft an das eidgenössische Parlament einen groben Schönheitsfehler. Der Antrag „Allenspach", einen leistungsbezogenen Lohn einzuführen, ist unrealistisch und führt auf brüchiges Glatteis.ie Bundesbetriebe sind keine Produktionsstätten, in denen die Arbeit auf Grund der Aufträge und Bilanzen gemessen werden kann, sondern sie erbringen eine Dienstleistungsgüte. Der Posthalter kann sich seine Kundschaft nicht aussuchen, der Schalterbeamte/in muss auch dann präsent sein, wenn der Andrang nicht allzugross ist. Oder ist der schnelle Zustellbeamte besser gegenüber demjenigen, der die Arbeit etwas ruhiger angeht und vielleicht den Zustellgang etwas persönlicher absolviert. Der Expressbote kann nicht heimgeschickt werden, wenn gerade kein Telegramm oder Eilbrief vorliegt. Das Rangierpersonal kann sich die Menge der Rangierbewegungen nicht aussuchen, und das Zugspersonal muss seinen Dienst sorgfältig ausüben, egal ob die Züge überfüllt sind oder nicht. Leistungsbemessungen bei Monopolberufen in den Bundesbetrieben sind gelinde ausgedrückt, unmoralisch, da die Gewichtung der Wertungspunkte weit auseinander liegen können. (…).
Josef Vonarburg.
SoAZ, 9.11.1990.
Personen > Vonarburg Josef. Leistungslohn. SoAZ, 1990-11-09.
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01.10.1990 TI Kanton
Föderativverband

Bundespersonal
Streik
Volltext
Tessiner Aufruf zu 15-Minuten-Streik aller Bundesbeamten. Zürcher Pöstler sind zu Kampfmassnahmen bereit. Die Zürcher PTT-Beamten wollen geeignete Kampfmassnahmen einleiten, falls der Bundesrat nicht auf die Reallohnerhöhungsverschiebung zurückzukommen. Die Tessiner Sektion des Föderativverbands der Bundesbeamten hat zu einem nationalen 15-Minuten-Streik aufgerufen. Die Zürcher Pöstler bleiben hart in ihren Lohnforderungen. „Wenn der Bundesrat nicht bereit ist, auf seinen Entscheid zurückzukommen, die Reallohnerhöhung vom 1. Juli 1991 auf den 1. Januar 1992 zu verschieben, wird die Sektion Zürich Post der PTT-Union geeignete Kampfmassnahmen einleiten, um den berechtigten Forderungen Nachdruck zu verschaffen", betonen die Zürcher Pöstler in einer Resolution vom Freitagabend An der ausserordentlichen Generalversammlung der Sektion Zürich Post führte Präsident Fritz Gurtner aus, der Bundesrat begehe mit der Verschiebung Vertragsbruch und gefährde die Sozialpartnerschaft. Bei den Banken sagen sie Ja, bei uns Nein", meinte Gurtner in Anspielung auf die vierte Hypothekarzinsrunde. In der Resolution wird der Gesamtverband aufgefordert. Kampfmassnahmen und Aktionen zu diskutieren und einer Präsidentenkonferenz vorzulegen. Die Zürcher Pöstler seien bereit mitzumachen. Folgen einer Dienstleistungseinbusse der Post habe der Bundesrat zu verantworten. Streikaufruf im Tessin. (…).
SoAZ, 1.10.1990.
Föderativverband > Lohnverhandlungen. SoAZ, 1990-11-01.
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12.09.1990 Olten
Personen
Psychiatrische Klinik
PTT-Union
Josef Vonarburg
Lohnverhandlungen
PTT
Volltext
Die PTT-Union ist empört über verschobene Besoldungsmassnahmen. „Verstoss gegen Treu und Glauben“. Die Pöstler sind sauer: Der Bundesrat will die im Mai verabscbiedeten Besoldungsmassnahmen verschieben. Die PTT-Union Olten warnt vor einer noch prekäreren Personalsituation. Die „AZ" dokumentiert das Communiqué im Wortlaut: „Die Platzunion Olten hat von der beabsichtigten Verschiebung der Besoldungsmassnahmen 1991 für das Bundespersonal Kenntnis genommen. Dieser Entscheid ist für die Geschäftsleitung, wie für die ganze Mitgliedschaft unverständlich. Wir betrachten das Vorgehen des Bundesrates als Verstoss gegen Treu und Glauben, denn am 2. Mai 90 wurde eine Botschaft an die eidgenössischen Räte verabschiedet. In dieser wird eine generelle Lohnerhöhung von 3 Prozent verlangt. Diese Vorlage basierte auf' einer Verständigungslösung zwischen dem Bundesrat und den Personalverbänden. Vielen Schweizerinnen und Schweizer ist ja schon lange bekannt, dass die PTT wie auch die SBB-Betriebe unter einer prekären Personalsituation leiden. Das Dienstleistungsangebot diese Regiebetriebe kann nur noch dank grosser Ueberzeitleistungen. Verzicht auf Ruhetage, Verschiebung der Ferien usw. einigermassen aufrecht gehalten werden. Dies sind Gründe die viele Bundesbedienstete veranlassen dem Bund zu kündigen und in die Privatwirtschaft abwandern. Dass dies nicht nur in den grossen Städten und deren Agglomerationen der Fall ist, sollte endlich auch im Bundeshaus bekannt sein. Auch in sogenannten ländlichen Gegenden, in unserem Fall der Raum Olten-Aarau wird die (…).
SoAZ, 12.9.1990.
PTT-Union > Besoldungsmassnahmen. SoAZ, 1990-09-12.
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22.06.1990 Schweiz
Personen
PTT
PTT-Union
Josef Vonarburg
Posttaxen
Volltext
Tarifmassnahmen der PTT. Die angekündigten Tarifmassnahmen der PTT haben in breiten Bevölkerungskreisen zu unterschiedlichen Reaktionen geführt. Die Einführung des Zweiklassensystems bei der Briefpost und die neuen Zeitungstaxen und Telefongebühren werden nicht nur von den PTT-Kunden diskutiert, sondern beschäftigt auch die Personalverbände seit einiger Zeit. Dass unser Arbeitgeber in die roten Zahlen kommt, ist für jeden Postbediensteten sicher keine erfreuliche Feststellung. Deshalb sind die beabsichtigten Gebührenerhöhungen in unseren Reihen nie umstritten gewesen. Es ist auch beim PTT-Personal so, dass es auch lieber bei einem Arbeitgeber arbeitet, der mit Gewinnen abschliesst, statt tagtäglich Vorhaltungen hören zu müssen über Betriebsdefizite für die es gar nichts vermag. Was das Personal von diesem System A- und B-Briefpost erwartet, sind Verbesserungen in betrieblicher Hinsicht. Die Generaldirektion PTT hat bisher immer betont, dass mit den Neuerungen bei der Briefpost eine Verlagerung der extremen Nachdienste in den Tagdienst beabsichtigt werde. Dagegen scheint die Samstagarbeit vor allem bei den Zustellbeamten keine Verbesserung zu bringen. Die PTT-Union, Sektion Olten-Post, vertritt die Meinung, dass Zeitungen und Todesanzeigen am Samstag zugestellt werden sollen, doch für die A-Post der Montag vorzusehen wäre. Zum Samstagsservice der PTT beabsichtigt die Generaldirektion eine Meinungsumfrage zu machen. Ich hoffe, dass die befragten Personen ihre (…).
Sepp Vonarburg PTT-Union Sektion Olten-Post
SoAZ, 28.6.1990.
Personen > Vonarburg Josef. Post-Tarife. SoAZ, 1990-06-28.
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27.10.1994 Schweiz
PTT-Union
Streik

Fusion
Kongress
Streik
Volltext
Kongress der PTT-Union: Vorwärts zur Einheitsgewerkschaft. PTT-Union droht mit Bummelstreik. Die PTT-Union will mit den übrigen Personalverbänden von Post und Telecom „eine Einheitsgewerkschaft“ aufbauen. In einer Resolution droht die Gewerkschaft zudem für 1995 mit einem Bummelstreik. Die 30'000 Mitglieder starke Gewerkschaft stellt den PTT-Chefs ein Ultimatum: „Wenn innert sechs Monaten, von heute an gerechnet, keine Änderung in der Anwendung des Systems und bei einigen Normen eingetreten ist, wird die PTT-Union die Aufgabe übernehmen, das Personal zu einem Bummelstreik zu motivieren.“ Die Drohung mit dem Bummelstreik „Dienst nach Vorschrift“ wird damit begründet, dass die Erhöhung des Arbeitsrhythmus im Zustelldienst „die Grenze dessen überschreitet, was man anständige Arbeitsleistung nennen kann“. Die PTT-Union beklagt, die Personalpolitik der PTT laufe auf einen „überdimensionierten Personalabbau“ hinaus. Heftig protestiert sie gegen den bis 1997 geplanten Abbau von 8'000 Stellen, was 12 Prozent des gesamten Bestands entspreche. Wenn die PTT die eigenen Personalbestände in derart übertriebener Art reduzierten, würden sie die Bedürfnisse sowohl der Bevölkerung wie auch der Wirtschaft nicht mehr befriedigen können. Offenkundig gehe es da um ein Zurückweichen vor kommender privater Konkurrenz. Engere Zusammenarbeit. Ausserdem stimmten die 320 Delegierten der PTT-Union am Mittwoch grossmehrheitlich einen Vorstoss an, der eine engere Zusammenarbeit mit den übrigen Personalverbänden der PTT (Verband Schweizerischer • Postbeamter, Schweizerischer Posthalterverband, (...). 
Berner Tagwacht, 27.10.1994.
PTT-Union > Kongress. Bummelstreik. TW, 1994-10-27.
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18.01.2019 Schweiz
Personen
Rhätische Bahn
Tunnelbau
Work
Ralph Hug
Lohnnachzahlung
Rhätische Bahn
Volltext
Geprellte Albulatunnel-Bauer können aufatmen. Bauherrin Rhätische Bahn schiesst Geld vor. Jetzthaben die Tunnelbauer am Albula ihren Dezemberlohn doch noch erhalten. Dank dem Druck der Unia. Der Dezember 2017 war für die Tunnelbauer am Albula ein schwarzer Monat. Wenigstens für jene zwei Dutzend, die beim italienischen Baukonzern Condotte angestellt waren. Sie erhielten keinen Lohn. Condotte war finanziell ins Schlingern geraten. Der CEO stand wegen Verdachts auf mafiöse Praktiken unter Hausarrest (die Work-Recherche gibt's hier: rebrand.ly/condotte). Seither ist der Konzern unter staatlicher Zwangsverwaltung. Wegen der Tausende von Arbeitsplätzen kann es sich die Regierung in Rom nicht leisten, das Unternehmen pleitegehen zu lassen. Tauziehen. Ein Jahr später gibt es für die Tunnelbauer Grund zur Freude: Sie erhalten endlich den fehlenden Dezemberlohn. Dazwischen gab es ein monatelanges Tauziehen. Anke Gähme, Leiterin der Unia Ostschweiz-Graubünden, erzählt: „Niemand wollte für die unbezahlten Löhne aufkommen. Deshalb mussten wir ordentlich Druck machen“. Und das ging so: Condotte ist in einem Konsortium mit Walo und der österreichischen Porr am Bau des zweiten Albulatunnels der Rhätischen Bahn (RhB) beteiligt. Allerdings wollte das Konsortium nicht für den Schaden aufkommen. Trotz Solidarhaftung. Immerhin übernahmen die beiden Partner der Arbeitsgemeinschaft die Condotte-Leute. Es sind nämlich Spezialisten aus dem Veltlin, aber auch Fachkräfte aus Deutschland und Österreich, auf die nicht verzichtet werden kann. Ihr Job war gerettet. Mit Hilfe der (…). Ralph Hug.
Work, 18.1.2019.
Personen > Hug Ralph. Albula. Lohnnachzahlung. Work, 18.1.2019.
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18.01.2019 Schweiz
Baumeisterverband
Personen
Work
Ralph Hug
Landesmantelvertrag
Volltext
Das alles bringt der neue Landesmantelvertrag den Bauleuten: Mehr Lohn, mehr Kündigungsschutz und Rente mit 60 gesichert. Der entschlossene Protest der Bauleute hat sich gelohnt: Die Baumeister mussten ihre wahnwitzigen Forderungen fallenlassen. Anfang 2018 sah es böse aus. Die Baumeister waren drauf und dran, die wichtigste soziale Errungenschaft der Branche zu kippen: die Rente mit 60. Hätten die Bauleute sich nicht gewehrt, hätten sie plötzlich bis 62 oder noch länger arbeiten müssen. Oder sie hätten sich mit einer mickrigen Übergangsrente bis zum ordentlichen Pensionsalter schleppen müssen. Mehr im Portemonnaie. Doch dann machten Proteste. Demos und Streiks den Baumeistern Beine. Insgesamt gingen über 30‘000 Bauleute auf die Strasse. Jetzt ist die Frührente für alle gesichert. Mit einem leicht erhöhten Lohnabzug für die Bauarbeiter, der aber erst ab April fällig ist. Voraussichtlich dann wird der Bundesrat die geänderten Bestimmungen für allgemeinverbindlich erklären. Seit dem Januar bereits in Kraft ist der neue Landesmantelvertrag (LMV). Er gilt bis 2022. Und zwar mit höheren Löhnen für alle. Die Bauleute erhalten 80 Franken mehr Lohn und 2020 kommen nochmals 80 Franken mehr dazu. Unia-Bauchef Nico Lutz sagt: „Im Schnitt haben alle je 64 Franken und nächstes Jahr 66 Franken mehr im Portemonnaie.“ Dies ergibt sich, wenn man die Lohnerhöhung den Sanierungsbeitrag der Arbeitnehmenden an die Frühpensionierung sowie eine geringere Suva-Prämie gegeneinander aufrechnet. Bezogen auf die Teuerung, die 0,9 Prozent beträgt, resultiert Somit eine moderate Reallohnerhöhung. (…). Ralph Hug.
Work, 18.1.2019.
Personen > Hug Ralph. Landesmantelvertrag Bau. Work, 2019-01-18.
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18.01.2019 Schweiz
Löhne
Personen
Work
Clemens Studer
Lebenshaltungskosten
Volltext
Stagnierende Löhne, höhere Prämien, höhere Krankenkassenabzüge. Immer mehr haben immer weniger Geld im Portemonnaie. Die Lohnabhängigen haben weniger Geld im Sack und bekommen kleinere Renten. Die Ursachen: geizige Arbeitgeber, explodierende Krankenkassenprämien und taumelnde Pensionskassen. Die Löhne stagnieren, die Lebenskosten steigen. Das ist die Realität für die meisten Lohnabhängigen in der Schweiz. Die Folge: Immer mehr Menschen bleibt immer weniger Geld zum Leben. Oder, wie es Unia-Chefin und SGB-Co-Vizepräsidentin Vania Alleva formuliert: „Trotz einem soliden Wirtschaftswachstum hat die Schweiz den Pfad des sozialen Ausgleichs verlassen, die Einkommens- und Vermögensschere geht immer weiter auf.“ Der Schweizerische Gewerkschaftsbund hat die entsprechenden Daten ausgewertet. SGB-Chefökonom Daniel Lampart: „Obwohl die Schweizer Wirtschaft in den letzten zwei Jahren kräftig gewachsen ist, stagnierten die Reallöhne.“ Besonders betroffen sind langjährige Arbeitnehmende, die zwanzig oder mehr Jahre im gleichen Betrieb arbeiten. Ihre Löhne sind seit 2010 kaum noch gestiegen - ganz im Gegensatz zu ihren Krankenkassenprämien und den Lohnabzügen für die Pensionskasse. Im Schnitt 9 Prozent weniger Rente. Überhaupt diese Pensionskassen: Trotz immer höheren Beiträgen fallen die Renten immer kleiner aus. SGB-Co-Vizepräsident und SEV-Chef Giorgio Tuti sagt: „Angehende Rentnerinnen und Rentner müssen besorgt feststellen, dass die Finanzkrise nicht nur bei Privathaushalten in Italien und Spanien zu sinkenden Einkommen geführt hat, sondern (….). Clemens Studer.
Work, 18.1.2019.
Personen > Studer Clemens. Lebenshaltungskosten. Work, 2019-01-18.
Ganzer Text
18.01.2019 Schweiz
Personen
Work
Ralph Hug
Rosa Luxemburg
Ermordung
Volltext
Der rechtsextreme Offizier Waldemar Pabst liess Luxemburg töten. Mörder-Chef lebte straflos in der Schweiz. Ein vergessener Skandal: Die Schweiz deckte jahrelang den Mörder von Rosa Luxemburg. Sie warfen die Leiche in den Berliner Landwehrkanal. Zwei Schergen der Garde-Kavallerie-Schützen-Division brachten die Sozialistin Rosa Luxemburg am 15. Januar 1919 brutal um. Der wahre Mörder war aber Waldemar Pabst, der Chef dieses Elite-Freikorps. Pabst hatte die Tötung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht veranlasst. Und zwar unter Billigung des damaligen Wehrministers Gustav Noske (SPD), genannt „Bluthund“. Nie wurde Pabst dafür zur Rechenschaft gezogen. Waldemar Pabst (1880-1970) gilt als Schlüsselfigur der deutschen Gegenrevolution. Er war Offizier, Waffenhändler und Strippenzieher im Rechtsextremismus. Vergeblich putschte er 1923 gegen die Weimarer Republik. Nach Hitlers Machtergreifung baute er seinen Einfluss aus. Für Hitler organisierte er den Import verbotener Rüstungsgüter. Unter anderem aus der Schweiz mit einer Tarnfirma namens Sfindex in Sarnen OW. Besonders scharf war Pabst auf hochpräzise Werkzeugmaschinen. Auch in der von Deutschen gegründeten Waffenfabrik Solothurn war er aktiv. Mächtig. Die Historikerin Doris Kachulle sagt: „Pabst war eine wichtige Scharnierfigur zwischen der deutschen und der Schweizer Kriegswirtschaft.“ Dass er unbehelligt blieb, hatte politische und wirtschaftliche Gründe. Pabst war mit der Schweizer Wirtschaftselite verbandelt. Er hatte auch beste Kontakte zu Schweizer Rechten, allen voran zu Eugen (…). Ralph Hug.
Work online, 18.1.2019.
Personen > Hug Ralph. Rosa Luxemburg. Ermordung. Work online, 2019-01-18.
Ganzer Text
18.01.2019 Schweiz
Personen
Work
Patricia D Incau
Rosa Luxemburg
Biografien
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Zum 100. Todestag der Revolutionärin Rosa Luxemburg. Ein Leben im Sturm. Rosa Luxemburg war eine Jahrhundertfrau. Mit Leidenschaft stritt sie für die Arbeiterbewegung. Und bezahlte dafür mit dem Leben. Aufgewachsen ist sie in Warschau. Berlin sollte ihr Schicksal werden. Aber die Weltbühne betritt Rosa Luxemburg in Zürich. Am 6. August 1893 beginnt dort der dritte Kongress der sozialistischen Internatio¬nale. Luxemburg, Exil-Polin und Studentin in der Schweiz, will als Delegierte teilnehmen. Die polnischen Genossen sind dagegen, wegen politischer Differenzen. Unbeeindruckt davon steigt die 1,46 Meter kleine Luxemburg auf einen Stuhl und stellt zum ersten Mal ihr rhetorisches Talent unter Beweis, mit dem sie später Tausende für sich und die sozialistische Bewegung gewinnen wird. Junge Marxistin. Rosa Luxemburg begreift schon als Kind, dass die Teilung in Arm und Reich kein Naturgesetz ist. Als Schülerin schreibt sie: „Für die¬jenigen fordere ich Strafe, die heute satt sind, die in Wollust leben, die nicht wissen, die nicht fühlen, unter welchen Qualen Millionen ihr Brot verdienen.“ Ihre Überzeugung wächst durch die Theorie: Jung schon studiert sie Marx und Engels, die kapitalistische Produktionsweise, ihre historische Entwicklung und den Zusammenhang mit Krieg, Kolonialismus und globaler Ausbeutung. Mit der „Akkumulation des Kapitals“ schreibt Luxemburg später ihr theoretisches Hauptwerk. Ihre revolutionäre Praxis wird die Agitation. Am 16. Mai 1898 zieht Luxemburg von Zürich nach Berlin. Dort wird sie (...). Patricia D'Incau. (...).
Work online, 18.1.2018.
Personen > D’Incau Patricia. Rosa Luxemburg. Work online, 2019-01-18.
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18.01.2019 Schweiz
Personen
Work
Jean Ziegler
Gold
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Blutgold. Nahe bei der ostkongolesischen Stadt Kisangani brennen im Urwald Feuer am Ufer eines kleinen Flusses. Goldsucher bauen Staudämme und leiten das trübe Wasser kilometerweit um. Aus dem trockengelegten Flussbett holen sie Sand und Geröll, das sie durch Siebe schütteln. Die in den Sieben hängen bleibenden schweren ¬Brocken enthalten Gold. Sie werden auf einem Quecksilberbett ausgebreitet. Langsam löst sich das Gold vom Stein und verschmilzt mit dem Quecksilber. Aus dem Amalgam, das auf einem Rost über dem Feuer erhitzt wird, fällt Tropfen um Tropfen das Gold in Bakelitschüsseln. Viele Hundert Kilometer weiter im Norden, nahe der südsudanesischen Grenze, in Beni, sah ich eine andere Goldgewinnung. Hier werden Goldadern in hartem Fels abgebaut. Milizionäre behandeln die Arbeiter wie ihre Gefangenen und zwingen sie, ihnen das Gold zu lächerlichen Preisen abzutreten. Mutige Missionare oder Uno-Experten, die sich hin und wieder noch in dieser vom Krieg heimgesuchten Weltgegend sehen lassen, kämpfen gegen die Vermarktung dieses Blutgoldes. Sie wollen verhindern, dass sich die mörderischen Milizen weiter damit finanzieren. „Selbstkontrolle“. Die Schweiz beherbergt die Mehrzahl der grössten Raffinerien der Welt. Zwei Drittel des Goldhandels fliessen jährlich durch unser Land. Gemäss den Zollbehörden beliefen sich diese Goldlieferungen letztes Jahr auf 15 Milliarden Franken. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erliess 2017 einen Codex zur Kontrolle des Goldhandels. Dieser Codex schafft eine (…). Jean Ziegler.
Work online, 18.1.2019.
Personen > Ziegler Jean. Gold. Work online, 2019-01-18.
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18.01.2019 Schweiz
SGB
Sozialversicherungen

AHV-Renten
Krankenkassen-Prämien
Pensionskassen
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Etwas mehr AHV und wichtige Weichenstellungen. Sozialversicherungen 2019. Im neuen Jahr bekommen AHV-BezügerInnen endlich etwas mehr Rente. Doch die steigenden Gesundheitskosten vermag das nicht auszugleichen. Es braucht dringend deutlich höhere AHV-Renten. Grundlage dafür könnte die Zusatzfinanzierung sein, über gemeinsam mit der Steuerreform im Mai abgestimmt wird. Zum ersten Mal seit vier Jahren werden die AHV-Renten wieder einmal erhöht. Allerdings nur minim: um zehn auf 1185 Franken steigt die Minimalrente, während die Maximalrente um 20 auf 2370 Franken erhöht wird. Auch die Ergänzungsleistungen und die Hilflosenentschädigung werden leicht nach oben korrigiert. Auf der Beitragsseite steigt der AHV-Mindestbeitrag um vier auf 482 Franken, derjenige der freiwilligen AHV/IV um acht auf 922 Franken. Sinkende Renten. Keine grossen Änderungen gibt es dieses Jahr in der obligatorischen beruflichen Vorsorge. Insbesondere der Mindestzinssatz blieb nun schon im vierten Jahr auf dem rekordtiefen 1 Prozent. Die BVG-Kommission hatte ihn gar auf 0,75 Prozent senken wollen. Auch wenn der Bundesrat diesem Vorschlag nicht Folge leistete, werden die Altersguthaben weiterhin unterdurchschnittlich verzinst, was empfindliche Renteneinbussen zur Folge hat. Leicht angehoben werden der BVG-Koordinationsabzug (24'885 Franken) und die Eintrittsschwelle (21'330 Franken) ebenso wie der maximale Steuerabzug in der Säule 3a (6826 Franken). Massiv gesenkt wird hingegen der BVG-Beitrag für Arbeitslose, nämlich von 1,5 auf 0,25 Prozent. Dies weil der Deckungsgrad hoch und die (…).
SGB, 18.1.2019.
SGB > Sozialversicherungen. SGB, 2019-01-18.
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18.01.2019 Schweiz
Personen
Work
David Gallusser
Arbeitsmarkt
Löhne
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Je mächtiger die Firmen, desto tiefer die Löhne. Sinkt die Arbeitslosigkeit, steigen in der Regel die Löhne. Denn Gewerkschaften, aber auch einzelne Arbeitnehmende haben einen grösseren Spielraum, gute Löhne auszuhandeln, wenn das Angebot an Beschäftigten knapp wird und die Nachfrage der Unternehmen steigt. Umgekehrt sieht es aus, wenn die Arbeitslosigkeit zunimmt. Der Druck auf die Arbeitnehmenden wird grösser, und die Firmen können ihre Lohnvorstellungen eher durchsetzen. Vollbeschäftigung ist deshalb nicht nur im Interesse der Arbeitslosen, sondern der Arbeitnehmenden insgesamt. Dagegen ist Arbeitslosigkeit für Firmen ein willkommenes Mittel, die Lohnkosten tief und Profite hoch zu halten. Folge der Krise. Der Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Lohnwachstum spielt heute nicht mehr gleich stark wie noch vor der Finanzkrise. In den reichen OECD-Ländern (dazu gehört auch die Schweiz), den meisten EU-Ländern, den USA und Japan lag die durchschnittliche Arbeitslosigkeit 2017 bei 5,9 Prozent. Vor der Krise 2006 bei 6,3 Prozent. Trotzdem wuchsen die (nominellen) Löhne 2006 mit 4,8 Prozent stärker als 2017 mit 3 Prozent. Eine wichtige Ursache für diese Entwicklung ist eine Machtverschiebung weg von den Arbeitnehmenden hin zu den Firmen und Kapitalbesitzenden. Arbeitnehmende haben heute weniger Spielraum, bei tiefer Arbeitslosigkeit höhere Löhne auszuhandeln, als noch vor der Krise. Mehr GAV. (…).
David Gallusser.
Work online, 18.1.2019.
Personen > Gallusser David. Arbeitsmarkt. Loehne. Work online, 2019-01-18.
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18.01.2019 Schweiz
Arbeitszeit
Personen
Work
Mirjam Brunner
Gesundheitsschutz
Nachtarbeit
Ratgeber
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Schwierigkeiten mit Nachtarbeit: Soll ich zum Arzt? In unserem Betrieb laufen die Maschinen Tag und Nacht, und wir arbeiten Schicht. Deshalb arbeite ich regelmässig in der Nacht. In letzter Zeit bereitet mir die Nachtarbeit immer mehr Mühe. Ich schlafe schlecht und habe Verdauungsprobleme. Zudem habe ich das Gefühl, an den andern vorbeizuleben: Wenn sie Feierabend haben, gehe ich zur Arbeit, und wenn sie aufstehen gehe ich schlafen. Soll ich mich von einer Fachperson beraten lassen? Mirjam Brunner: Ja, eine medizinische Untersuchung und Beratung ergibt in Ihrem Fall Sinn. Es gibt zahlreiche Studien zu den körperlichen und sozialen Belastungen bei Nachtarbeit. Regelmässige Nachtarbeit ist mit Risiken verbunden, da der Mensch aus biologischen Gründen auf Aktivität am Tag und Ruhe in der Nacht programmiert ist. Eine Umstellung dieses Rhythmus ist nur begrenzt möglich. Was Sie erleben, ist unter Nachtarbeitenden weit verbreitet. Deshalb sieht das Arbeitsgesetz eine regelmässige Untersuchung des Gesundheitszustandes von Nachtarbeitenden bei einem spezialisierten Arzt vor. Dazu gehört auch, dass der Einfluss auf die Wohn- und Familiensituation, auf die Freizeit und die Ernährung besprochen wird. Weiter können Sie sich von dieser Fachperson beraten lassen, wie die mit der Arbeit verbundenen Probleme vermindert werden können. Ihre Firma muss die Möglichkeit einer solchen Untersuchung und Beratung in regelmässigen Abständen anbieten, und der Arzttermin muss während der Arbeitszeit (...). Mirjam Brunner vom Service Arbeitszeit beantwortet Fragen zu Arbeitszeit und Arbeitszeiterfassung.
Work online, 18.1.2019.
Personen > Brunner Mirjam. Nachtarbeit. Gesundheitsschutz. Ratgeber. Work online, 2019-01-18.
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18.01.2019 Bern
Personen
Work
Sandra Künzi
Frauenstreik
Kolumne
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Künzi streikt! Für gleich lange Würste! Es ist doch so: Er füdlet ume, und sie dehei am Füdle putze. Er am Grümpelturnier (untrainiert, aber topmotiviert) und sie dehei am Grümpelsortieren. Er verletzt sich (untrainiert, ich sags ja!), sie verpflegt ihn. Sie pflegt auch noch seine Eltern und ihre eigenen und die Meersäuli. Er schnarcht düre, sie steht drü Mal pro Nacht auf. Er beim Frühschoppen, sie am Schoppenkochen. Er hat Biss, sie Haare auf den Zähnen. Er hat Haare an den Beinen (kein Problem), sie auch (ein Problem). Er weiss, was er will, sie weiss auch, was er will, sonst wärs ja mega ego. Und das wär so un¬sympathisch. Sie hat eine Idee, er keine, am Schluss ists seine. Läck Trick! Er gibt Guzzi, sie bached Güezi. Honigschläck. Ja klar: De Maa ¬muess schaffe (und luegt vielleicht am Samstag Nami zu de Goofe), d Frau schaffed au (und luegt immer auch noch zum Nachwuchs ausser vielleicht am Samstag Nami). Er hat seinen Dreizehnten, sie -Arbeit auf Abruf. Er ist Chef, sie ist Gehilfin. Die Chefs nehmen nicht so gern Frauen wegen ¬diesen Schwangerschaften und kranken ¬Kindern. Ja sicher, für d Manne ists auch kein Honigschläck. E Büezer wird au oft schlächt zahlt, aber hey: E Frau no schlächter! Und i de obere Liga? De Xherdan (Sturm) 7 200’000 Franken, d Ramona (Sturm) 108’000. He, du kennst Ramona Bachmann nicht? Wurstneid. Was soll man dazu sagen? Also ich als Metzgerstochter bin für gleich lange Würste. Wieso für ihn den Schüblig und für sie ds Cipollata? Das kann man jetzt mira Wurstneid nennen, und da hätten die einten vielleicht nicht Freud ¬(ausser Freud), weil weniger Fleisch wäre (...). Sandra Künzi.
Work online, 18.1.2019.
Personen > Künzi Sandra. Frauenstreik. Kolumne. Work online, 2019-01-18.
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18.01.2019 Schweiz
Personen
Work
Katrin Bärtschi
Briefträger
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Die Briefträgerin und die Betreibungen. Post vom Betreibungsamt ist unangenehme Post. Die Briefträgerin stellt lieber Liebesbriefe zu und am allerliebsten die von Kinderhand adressierten Briefe mit farbigen, unförmigen, verkehrt gemalten Buchstaben. Betreibungsurkunden werden offen zugestellt. Am Anfang ihrer Postlaufbahn fragte die Briefträgerin an vorgesetzter Stelle, ob dies unter dem Gesichtspunkt des Datenschutzes überhaupt zulässig sei. Das sei es wohl, vermutete die vorgesetzte Stelle. Zweck der offenen Zustellung sei es, den Empfängerinnen und Empfängern die Bedeutung der Sendung klarzumachen, und vielleicht auch, sie zu blamieren. Wobei Briefträgerinnen und Briefträger eine gewisse Diskretion einhalten sollten. Trotzdem verkünden einige bereits an der Gegensprechanlage: „Die Post. Ich habe eine Betreibungsurkunde für Sie!“ Betreibungsurkunden dürfen seit einiger Zeit nur noch an Familienmitglieder (ab zwölf Jahren) und an Konkubinatspartnerinnen und -partner ausgehändigt werden. Nicht aber an andere Mitbewohnerinnen. Also fragte die Briefträgerin wieder die vorgesetzte Stelle an: „Muss ich im Zweifelsfall fragen, ob Empfänger und Adressatin miteinander ins Bett gehen?“ Der vorgesetzten Stelle ist dieser Punkt auch unangenehm. Sie frage jeweils, ob es sich um den Partner, die Partnerin handle. Für manche ist der Erhalt von Betreibungsurkunden anscheinend nicht unangenehm. Sie nehmen das Papier entgegen, als erhielten sie eine erfreuliche Nachricht. Gar mit der Pose des (…).
Katrin Bärtschi ist Briefträgerin in Bern, Gewerkschafterin – und neu: auch Work-Kolumnistin.
Work online, 18.1.2019.
Personen > Bärtschi Katrin. Briefträgerin. Work online, 2019-01-18.
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