Gewerkschaftschronik
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10.10.1995 Schweiz
Neue Gewerkschaft
SGB

DV
SGB
Volltext
Bündnis für den Fortschritt. Die SGB-Delegiertenversammlung vom 25. September diskutierte die Umsetzung der Revision der Arbeitslosenversicherung (AVIG) und die AHV. Über die tripartiten Kommissionen wollen die Gewerkschaften eine integrationsfördernde Umsetzung der AVIG steuern. Den AHV-Forderungen soll ein breites Bündnis zum Durchbruch verhelfen. Die SGB-Delegierten beurteilten die AVIG-Revision insgesamt als positiv; es sei gelungen, die Diskussion auf die Integration der Arbeitslosen zu lenken. In den neugeschaffenen tripartiten Kommissionen wollen die Gewerkschaften dahingehend Einfluss nehmen, dass die regionalen Arbeitsvermittlungszentren für qualitativ hochstehende Programme sorgen und Alibiübungen à la Seeuferputzen usw. verhindert werden. Bei der AHV muss die eingereichte Auffang-Initiative noch vor dem Jahr 2000 zur Abstimmung kommen. Sie bleibt damit ein Pfand, das dem Volk ermöglicht, die mit der AHV-Revision beschlossene Erhöhung des Frauenrentenalters zu verwerfen, bevor sie in Kraft tritt. Um dieser Vorlage und den weiteren auf dem Tisch liegenden Vorschlägen für eine flexible Ruhestandsrente ab 62 eine Mehrheit zu sichern, hat der SGB Gespräche für ein breites Bündnis mit den Angestelltenorganisatlonen, der SPS sowie weiteren Organisationen aufgenommen. Das Bündnis soll auch eine gemeinsame Plattform für die 11. AHV-Revision sicherstellen. (…).
SGB-Pressedienst.
Neue Gewerkschaft, 10.10.1995.
Neue Gewerkschaft > SGB. DV 1995. Neue Gewerkschaft, 1995-10-10.
Ganzer Text
07.11.1995 Jona
Neue Gewerkschaft
Personen
Schwarzarbeit
Adrian Knoepfli
Schwarzarbeit
Strafanzeige
Volltext
Bezirksanwalt stellte Verfahren ein. Schärer abgeblitzt. Walter Schärer (Schärer+Co, Jona, früher Schärotex, Erlenbach) ist mit einer Strafklage gegen den „Neue-Gewerkschaft“-Mitarbeiter Adrian Knoepfli abgeblitzt. Schärer hatte wegen eines Artikels geklagt, in welchem aufgezeigt wurde, dass Schärer bei seiner Firma für Industrie- und Unterlagsböden Schwarzarbeiter beschäftigte und mit den Lohnzahlungen im Rückstand war. Der Bezirksanwalt bescheinigt Knoepfli „pflichtgemäse Sorgfalt beim Recherchieren“ und schreibt, er habe in seinem Artikel „im wesentlichen seine eingeholten Auskünfte und allenfalls deren Wertung und die gegenteilige Stellungnahme Schärers einander gegenübergestellt, sofern eine Quellenangabe nach journalistischen Gepflogenheiten überhaupt gangbar war“. Keinen Erfolg hatte Schärer auch mit einer Strafanzeige gegen unbekannte Täterschaft „im Umfeld der Paritätischen Kommission für Industrie- und Unterlagsböden“. Diese habe, so Schärer, einer Auftraggeberin mitgeteilt, dass die Paritätische Kommission beim Regierungsrat des Kantons Zürich ein Gesuch gestellt habe, dass seine Firma im Kanton Zürich keine öffentlichen Aufträge mehr erhalten solle. Dadurch sei er geschädigt worden. Schärer hatte aber den Sachverhalt, der Gegenstand der Strafverfolgung sein sollte, nicht weiter präzisiert. Bei beiden Klagen berief sich Schärer auf angeblichen unlauteren Wettbewerb.
Neue Gewerkschaft, 7.11.1995.
Personen > Knoepfli Adrian. Schwarzarbeit. Strafanzeige. Neue Gewerkschaft, 1995-11-07
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07.12.2019 Schweiz
Unia Schweiz

Klimaschutz
Klimawandel
Volltext
Delegiertenversammlung der Unia tagte in Bern. Für einen wirksamen Klimaschutz. Die Delegiertenversammlung der Unia stand heute ganz in Zeichen des Klimastreiks vom 15. Mai 2020. Die Delegierten rufen dazu auf, dass sich die Mitglieder der Unia am Arbeitsplatz und bei den öffentlichen Mobilisierungen des Aktionstages engagieren und unterstützen entsprechende Aktivitäten. Weiter beschlossen die Delegierten die Ja-Parole zum Anti-Diskriminierungsgesetz. Das Gesetz bringt konkrete Verbesserungen für den Schutz vieler LGB-Menschen; Verbesserungen, die auch am Arbeitsplatz bitter nötig sind. Die Klimakrise stand an der heutigen Delegiertenversammlung der Unia im Zentrum der Debatten. Die globale Klimaerwärmung nimmt zunehmend katastrophale Ausmasse an und sie erfordert sofortiges Handeln. Angesichts der Fakten ist es kaum möglich, die künftig drohenden Folgen der Klimaerwärmung zu überzeichnen. Und dennoch bewegt sich die Politik nur quälend langsam in Richtung einer Trendwende. Dank der Klimajugend steht der Klimanotstand nun weltweit oben auf der politischen Agenda. Die Unia steht seit ihrer Gründung für den ökosozialen Umbau der Gesellschaft ein. Wir fordern Investitionen in einen ökologisch nachhaltige Produktions- und Bauweise, die Schaffung von Arbeitsplätzen in der „Green Economy“, eine Energiewende mit dem Ziel der CO2-Neutralität und die Stärkung des Service Public insbesondere im Verkehr und Transportwesen. (…).
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 7.12.2019.
Unia Schweiz > Klimawandel. Umweltschutz. Unia Schweiz, 2019-12-07.
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07.11.1995 EU
GBH
Löhne
Personen
Verena Bücher
EU
Löhne
Volltext
„Hochlohnland Schweiz. Dass die Schweiz ein relativ hohes Lohnniveau hat, ist unbestritten. Entsprechend hoch sind ja in unserem Land auch die Lebenshaltungskosten. die Mieten. die Lebensmittel. Und bei den Sozialleistungen, der Sozialleistungsquote, finden wir den Sozialstaat Schweiz in den hinteren Rängen in Europa. Dass Lohnerhöhungen für Exportunternehmen, die mit Firmen im Ausland konkurrieren, ein Kostenfaktor sind, ist zwar richtig. Doch steigen auch im Ausland die Löhne und zwar in den letzten Jahren stärker als in der Schweiz. Die obenstehende Statistik zeigt deutlich: Die Schweizer Industrieunternehmen geraten auch hier immer mehr in Rückstand. Ihr ständig wiederholtes Paradeargument der Wettbewerbsnachteile wegen hoher Lohnkosten wird dadurch nicht glaubwürdiger.
Ein entscheidender Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit ist die Arbeitsproduktivität. Und hier zeigen alle internationalen Vergleiche, dass die schweizerischen Arbeitnehmerinnen an der Spitze sind. Wer also ständig über die zu hohen Löhne in der Schweiz spricht, sagt nur die halbe Wahrheit.
Verena Bücher.
GBI, 7.11.1995.
GBI > Loehne. EU. GBI-Zeitung, 1995-11-07.
27.09.1996 BS Kanton
Berner Tagwacht
Chemieindustrie
Ciba-Geigy

Chemieindustrie
Lohnerhöhungen
Volltext
Lohnverhandlungen nach drei Runden abgeschlossen. Basler Chemie erhöht Lohnsumme. 1,3 Prozent mehr. Die Lohnverhandlungen in der Basler chemischen Industrie sind abgeschlossen. Nach Roche erhöhen auch Ciba und Sandoz die Lohnsumme um 1,3 Prozent. Während das Personal von Roche und Sandoz sowie die Ciba-Arbeiterkommission das Ergebnis akzeptieren, lehnen es die Ciba-Angestellten ab. Die erstmals nach dem neuen Dreistufen-Modell geführten Lohnverhandlungen wurden bei Ciba und Sandoz gestern nach drei Verhandlungsrunden abgeschlossen. Das für die dem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) unterstellten Arbeitnehmer von der Sandoz-Betriebskommission und der Ciba-Arbeiterkommission erzielte Ergebnis wurde gestern Abend (nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe} der Gewerkschaftsbasis unterbreitet. An der Zustimmung wird jedoch nicht gezweifelt, wie es bei der Gewerkschaft GBI auf Anfrage hiess, Die Vertragsgewerkschaften des GAV hatten den Kommissionen, welche die Verhandlungen einzeln führten, vorerst die Forderung nach einer zweiprozentigen Lohnerhöhung empfohlen . Die Personalorganisationen von Sandoz bezeichneten die Erhöhung der Lohnsumme um 1,3 Prozent in einer Mitteilung vom Donnerstag als „zufriedenstellend und vertretbar“ im wirtschaftlichen Umfeld. Für einen Grossteil der Mitarbeiter bleibe die Kaufkraft erhalten oder es resultiere gar eine Reallohnerhöhung. (…).
Berner Tagwacht, 27.9.1996.
Berner Tagwacht > Chemische Industrie. Lohnerhoehungen. TW, 1996-09-27.
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20.12.1995 Schweiz
Berner Tagwacht
Gewerkschaften
Löhne

Lohnverhandlungen
Volltext
Wenig erfreuliche Lohnrunde für 1996. Lohnabhängige bleiben gebeutelt. Kein Grund zum Neid zwischen Beamten und Angestellten der Privatwirtschaft: Die Lohnanpassungen für 1996 bewegen sich im gleichen Rahmen. Für Beamte wie für Angestellte der Privatwirtschaft gibt es im Durchschnitt 1,5 Prozent mehr Lohn. Die Lohnrunde 1996 verlief bei den Beamten der Eidgenossenschaft und der Kantone ebenso harzig wie in der Privatwirtschaft. Einige Parallelen: Der automatische Teuerungsausgleich scheint der Vergangenheit anzugehören; generelle Lohnerhöhungen werden immer seltener; der Trend zum sogenannten Leistungslohn setzt sich durch. Die durchschnittlichen Lohnerhöhungen bewegen sich um das Mittel von 1,5 Prozent. Bei einer geschätzten Inflationsrate von etwa 1,4 Prozent für 1996 zeichnet sich wenigstens kein neuer Kaufkraftverlust ab. 0,8 Prozent für das Bundespersonal. Das Bundespersonal erhält für 1996 einen Teuerungsausgleich von 0,8 Prozent. Weitere 0,8 Prozent sind laut Bundesrat mit der Arbeitszeitverkürzung abgegolten, so dass noch 0,4 Prozent zum vollen Ausgleich der Teuerung fehlen.Ursprünglich hatte der Bundesrat in den Budgets 1996 für die 144‘000 Bediensteten der Bundesverwaltung und der Regiebetriebe SBB und PTT sowie für die knapp 50‘000 Rentenbezüger einen Teuerungsausgleich von 1,0 Prozent vorgesehen. (…).
Berner Tagwacht, 20.12.1995.
Berner Tagwacht > Lohnverhandlungen 1996. TW, 1996-12-20.
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28.02.1995 Schweiz
GBI
Maler-Gipser
Personen
Werner Rupff
Lohnerhöhung
Maler-Gipser
Volltext
Zusatzvereinbarung zum GAV. Mehr Lohn für Gipser und Maler. Die GBI, der Christliche Holz- und Bauarbeiterverband CHB und der Schweizerische Maler- und Gipsermeister-Verband (SMGV) haben sich auf eine Zusatzvereinbarung zum Rahmen-Gesamtarbeitsvertrag für das Maler- und Gipsergewerbe geeinigt. Die neue Vereinbarung tritt am 1. April für die deutsche Schweiz und das Tessin in Kraft. Sie sieht eine Erhöhung der betrieblichen Lohnsumme um 1,7 Prozent vor. Der einzelne Arbeitgeber hat die Möglichkeit, die vereinbarte Lohnerhöhung (40 Rappen pro Stunde bzw. Fr. 71.50 pro Monat) entweder generell oder individuell und leistungsabhängig zu gewähren. Alle Beschäftigten erhalten jedoch eine generelle Lohnerhöhung von mindestens 20 Rappen pro Stunde bzw. Fr. 35.75 pro Monat. Die Jahresbrutto-Sollstunden verringern sich um 8 auf 2138 Stunden, was einer Arbeitszeit von 41 Stunden pro Woche entspricht. Die übrigen GAV-Bestimmungen, welche die Arbeitsbedingungen von 14‘000 Beschäftigten in über 2‘700 Betrieben regeln, gelten unverändert bis Ende März 1996 weiter.
Werner Rupff.
GBI-Zeitung, 28.2.1995.
GBI > Maler und Gioser. Lohnerhoehung. GBI, 1995-02-28.
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09.01.1996 Schweiz
Berner Tagwacht
Bundesgericht

Bundesgericht
Überzeit
Volltext
Bundesgericht gibt landwirtschaftlichem Arbeitnehmer recht. Gerechter Lohn für Überstunden. Keine Juristische Akrobatik. Das Bundesgericht verhilft einem spanischen Arbeitnehmer zu seinem Recht, der den korrekten Zuschlag für konstante Überzeit fordert. Ohne sein Wissen arbeitete er jahrelang fünf Wochenstunden mehr als die vorgesehene Höchstarbeitszeit. 55 statt der vorgeschriebenen 50 Stunden leistete der Gastarbeiter wöchentlich im Lager eines Gemüseunternehmens. Dass der vom Kanton erlassene Normalarbeitsvertrag für landwirtschaftliche Arbeitnehmer eine tiefere Arbeitszeit vorsah, war dem Spanier nicht bewusst. Das Vertragsdokument liess ihn vielmehr glauben, die normale Arbeitszeit betrage 55 Wochenstunden. Der Zivilklage auf Nachzahlung des 25prozentigen Zuschlags war bei der Freiburger Justiz kein durchschlagender Erfolg beschieden. Der Spanier hatte einen fünfstelligen Betrag verlangt. Gemäss der juristischen Konstruktion des Kantonsgerichts hatte der Arbeitnehmer für 855 Überstunden eine Entschädigung von 441.35 Franken zugut. Nach kantonaler Logik hätte das Unternehmen bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 50 Stunden niemals den Lohn für 55 Stunden bezahlt. Gestützt auf den „hypothetischen Parteiwillen“ wurde der Anspruch des Spaniers proportional gekürzt. Keine „Carte blanche. In ihrem einstimmigen Urteil erinnern die drei Bundesrichter die Freiburger Justiz daran, dass die Höchstarbeitszeit dem Schutz der Arbeitnehmer dient. Es gehe nicht an, den  (…).
Berner Tagwacht, 9.1.1996.
Berner Tagwacht > Ueberzeit. Bundesgericht. TW, 1996-01-09.
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05.12.2019 Schweiz
Arbeitszeit
SBB-Cargo
SEV Schweiz

Arbeitszeit
SBB-Cargo
Volltext
Gute, sozialpartnerschaftliche Lösung. Neue Arbeitszeitbestimmungen bei SBB/SBB Cargo. Für Mitarbeitende der SBB, die dem Arbeitszeitgesetz (AZG) unterstellt sind, treten per 15. Dezember 2019 und 1. Januar 2020 neue Arbeitszeitbestimmungen in Kraft. Diese hat die SBB heute kommuniziert – siehe Beilage. Der SEV ist mit der neuen Regelung der Zeitguthaben zufrieden. Die Zeitzuschläge für auswärtige Pausen wurden aufgrund der Revision des AZG bereits im Jahr 2018 im Rahmen der GAV-Verhandlungen neu geregelt und kommuniziert. Die Bestimmungen zu den Zeitguthaben und deren Übertragung am Jahresende hingegen wurden von den Sozialpartnern – SBB und Verhandlungsgemeinschaft der Gewerkschaften (VG) – erst 2019 überprüft und angepasst. Anlass dazu war die Aufforderung des Bundesamts für Verkehr (BAV) als Aufsichtsbehörde an die SBB, diese Bestimmungen zu ändern. Dies deshalb, weil es die bisher praktizierte Umwandlung von Jahresarbeitszeit in Überzeit mit nachfolgender Auszahlung unmöglich machte zu kontrollieren, ob der Artikel 4 des AZG eingehalten wird. Dieser besagt, dass die durchschnittliche tägliche Arbeitszeit innerhalb eines Jahres nicht mehr als sieben Stunden betragen darf. Zu viel gearbeitete Zeit kann in arbeitsfreien Tagen bezogen werde. (…).
SEV, 5,12,2019.
SEV > Arbeitszeit. SBB-Cargo. SEV, 2019-12-05.
Ganzer Text
04.12.2019 Schweiz
Ständerat
Travail.Suisse

Betreuungsberufe
Pflegepersonal
Volltext
Betreuende Angehörige: Der Ständerat geht einen Schritt weiter. Der Ständerat ist heute bei der Beratung des Gesetzesentwurfs zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Angehörigenbetreuung seiner Kommission gefolgt. Die Mitglieder der kleinen Kammer haben die vier im Gesetzesentwurf vorgesehenen Massnahmen einstimmig gutgeheissen. Sie haben zudem einer Korrektur bei der Berechnung der Ergänzungsleistungen zugestimmt. Jetzt muss der Nationalrat von der Stichhaltigkeit dieses neuen Elements überzeugt werden. Die Interessengemeinschaft Angehörigenbetreuung IGAB unterstützt die Neuerung vorbehaltlos. Der Entwurf des Bundesrates enthält vier Massnahmen im Hinblick auf die bessere Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Angehörigenbetreuung. Die IGAB hat sich von Anfang an für diese Vorlage eingesetzt, weil sie den betreuenden Angehörigen einige, wenn auch noch zu bescheidene Verbesserungen bringt. Der auf die anderen Familienmitglieder ausgedehnte bezahlte Kurzurlaub von drei Tagen, der bezahlte Urlaub von 14 Wochen für Eltern von schwer kranken oder verunfallten Kindern, die Modernisierung des Systems der Betreuungsgutschriften in der AHV sowie die weitere Ausrichtung der Hilflosenentschädigung und des Intensivpflegezuschlags für Kinder mit Behinderungen bei einem Spitalaufenthalt sind für die erwerbstätigen betreuenden Angehörigen dringend nötig. Die neue vom Ständerat verabschiedete Massnahme sieht eine Anpassung der Mietzinsmaxima (…).
Travail.Suisse, Medienmitteilung, 4.12.2019.
Travail.Suisse > Pflegepersonal. Staenderat. Travail.Suisse, 2019-12-04.
Ganzer Text
05.12.2019 Schweiz
SBB
SEV Schweiz

Resolution
Sicherheit
Volltext
Zugspersonal
Zugpersonal übergibt Resolution für die Rückkehr zur Doppelbegleitung. Die SBB muss im Fernverkehr wieder die Doppelbegleitung einführen, die sie Ende 2018 abgeschafft hat. Dies fordert das bei der Verkehrspersonalgewerkschaft SEV organisierte Zugpersonal in einer Resolution, die es gestern an Linus Looser, Leiter Bahnproduktion, und Reto Liechti, Leiter Kundenbegleitung und Cleaning (KBC), übergab. „Die Abschaffung des Prinzips, dass alle Fernverkehrszüge grundsätzlich von einem Zweierteam begleitet werden sollen, war ein Fehle“, erklärt ZPV-Zentralpräsident Andreas Menet. „Denn die Doppelbegleitung hat sich in den zehn Jahren ihrer Existenz bewährt. Sie war ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit von Passagieren und Personal. Und sie erlaubte es uns Kundenbegleiterinnen und Kundenbegleitern, unsere Arbeit einigermassen entspannt zu machen und den Reisenden den bestmöglichen Kundendienst zu bieten, als ‚Gesicht der SBB‘. Als Auskunftspersonen gibt es bei der Bahn ja bald nur noch uns, weil im Zuge der Automatisierung und Digitalisierung immer mehr Personal verschwindet. Ein guter Kundenservice ist für uns aber unmöglich, wenn wir alleine in einem langen Zug, womöglich gar einer Doppelkomposition, Hunderte von Reisenden betreuen müssen. Ganz zu schweigen bei Störungen oder gar bei einer Evakuation in einem Tunnel bei einem Zugbrand…“. Die Resolution verweist denn auch speziell auf die Gotthardachse mit dem längsten Bahntunnel der Welt, wo die Züge zudem oft überfüllt sind. (…).
SEV, Medienmitteilung, 5.12.2019.
SEV > Zugpersonal. Sicherheit. Resolution. SEV, 2019-12-05.
Ganzer Text
01.12.1995 Schweiz
Berner Tagwacht
Gewerkschaften
Unternehmerverbände

Lohnverhandlungen
Volltext
Patt-Situation in der Lohnrunde. Bosse ohne Musikgehör. Das Seilziehen ist hart, wie selten: Trotz guter Perspektiven der Exportwirtschaft und grosser Produktivitätsfortschritte wollen die Unternehmer die Teuerung nicht ausgleichen. Mit ihren 1-Prozent-Anpassungen schwächen sie die Kaufkraft - und sägen damit am eigenen Ast. Die Gewerkschaften haben es im August plausibel gemacht: Zwar geht es der Schweizer Wirtschaft nicht gut, aber Lohnabbau schwächt die Kaufkraft und damit die Binnenwirtschaft. Der Exportwirtschaft gehe es besser und die teilweise massiven Produktivitätsfortschritte müssten weitergegeben werden. Damit sagten sie klar Nein zum Ausspruch der Arbeitgeber, man solle die Löhne und die Preise um 30 Prozent senken. Der Verhandlungsherbst konnte also beginnen. Der Start war nicht optimal und kündigte harte Zeiten an. Knickrige Branchen. Eine negative Signalwirkung hatte im September das Scheitern der Verhandlungen im Bankwesen. Während der Personalverband der glänzend florierenden Banken eine Lohnerhöhung von 3 Prozent verlangte, beschlossen diese, ihren 1200‘00 Angestellten nur individuelle Anpassungen von 1 bis 2 Prozent zu gewähren. Der Bankpersonalverband lehnte das Angebot der Banken als „völlig ungenügend“ ab und stellte Kampfmassnahmen in Aussicht. Gescheitert sind die Lohnverhandlungen auch in der grafischen Industrie. Die Gewerkschaften lehnten das Angebot der Arbeitgeber (individuelle Lohnerhöhung um 1 Prozent oder 35 Franken monatlich) ebenso kategorisch (…).
Berner Tagwacht, 1.12.1995.
Berner Tagwacht > Lohnverhandlungen 1994. TW, 1995-12-01
Ganzer Text
03.12.2019 Berlin
Demonstrationen Bern
SEV Schweiz

Demonstrationen Bern
Mitbestimmung
Volltext
Über 100 SBB-Angestellte demonstrieren am Hauptsitz. Die laufenden, für den Betrieb schädlichen Reorganisationen bei der SBB müssen gestoppt werden. Das ist die Hauptforderung des SBB-Personals. Gut hundert von ihnen, Mitglieder der Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV, haben am Montagnachmittag der Leitung des Unternehmens symbolisch einen Bremsschuh überreicht. Auf einem Transparent wurden sie deutlich: „Macht endlich eure Arbeit – und lasst uns die unsere machen!“. Zur Umsetzung dieser Forderung verlangen sie, dass sie vom Unternehmen gehört und ernst genommen werden und ausreichend Personal eingestellt wird, um Sicherheit und Qualität der Leistungen zu einem tragbaren Preis zu garantieren. Die Leitung der SBB muss das Vertrauen des Personals zurückgewinnen. Dessen Vertrauen in die Führung ist seit 2014 kontinuierlich am Sinken, und auch die soeben veröffentlichten Zahlen bestätigen es: Der Wert ist nochmals um einen Punkt auf 46 gesunken (2014: 52 Punkte). «Das SBB-Personal steht hinter seinem Unternehmen und will von der Führung ernst genommen werden», stellt Barbara Spalinger, Vizepräsidentin des SEV, fest. Gut hundert Personen sind deshalb an den SBB-Hauptsitz gekommen, um der Führung einen Bremsschuh zu übergeben. „Dies ist ein starkes Zeichen gegen die Reorganisationen, die sich eine auf die andere folgen. Das Personal verlangt deshalb heute einen Unterbruch der Reorganisationen, denn diese schaden der Qualität des Betriebs“, ergänzt Spalinger.(…).  SEV, 3.12.2019.
SEV > Demonstration. Mitbestmmung. SEV, 2019-12-03.
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03.12.2019 Schweiz
Travail.Suisse

Behinderte
Volltext
Heute ist der Internationale Tag der Menschen mit Behinderungen! Der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung ist ein von der UNO ausgerufener Gedenk- und Aktionstag. Er möchte die Öffentlichkeit für die Probleme von Menschen mit Behinderungen sensibilisieren und den Einsatz für ihre Würde und Rechte fördern. Für Travail.Suisse, dem unabhängigen Dachverband der Arbeitnehmenden, ist der Zugang zu Bildung und Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderungen ein wichtiges Anliegen. Die Digitalisierung öffnet dabei Türen, die genutzt werden sollen. Die Digitalisierung kann die Situation der Menschen mit Behinderungen verbessern. Morgen diskutiert der Ständerat ein Postulat, das den Zugang für Menschen mit Behinderungen zu modernen Hilfsmitteln sicherstellen soll. Travail.Suisse unterstützt dieses Postulat. Es sind aber auch andere Akteure aufgefordert, ihren Beitrag zur besseren Integration von Menschen mit Behinderungen in die Bildung, in den Arbeitsmarkt und letztlich in die Gesellschaft zu leisten. Gemeint sind alle - die Sozialpartner, die Lehrkräfte von Führungsausbildungen, die Anbieter von Lehrlingstests und die Weiterbildungsanbieter. (…).,
Travail.Suisse, 3.12.2019.
Travail.Suisse > Behinderte. Travail.Suisse, 2019-12-03.
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01.11.2019 Schweiz
Initiativen Schweiz
Mieter- und Mieterinnen-Verband
Personen
Andrea Bauer
Initiativen Schweiz
Volltext
Wohnungsmieten
Geld, aber keine Argumente. Jetzt steht also fest: Die Initiative „Mehr bezahlbare Wohnungen“ kommt am 9. Februar 2020 zur Abstimmung. Eine breite Allianz aus Verbänden, Parteien, Gewerkschaften und Einzelpersonen wird sich im Abstimmungskampf für mehr bezahlbaren Wohnraum einsetzen. Dieses Anliegen passt nicht allen. Eine Branche stört diese Initiative ganz gewaltig: die Immobilienbranche. Denn mehr gemeinnütziger Wohnungsbau bedeutet mehr günstige Wohnungen zur Kostenmiete und weniger Wohnraum für Renditeabschöpfung. Das will die Immobilienlobby unbedingt verhindern. Für sie ist das Vermieten von Wohnungen ein einträgliches Geschäft. Sie hat ein Interesse an möglichst hohen Mieten, denn sie bedeuten hohe Renditen. Die Gegner der Initiative haben sich denn auch bereits für den Abstimmungskampf gerüstet. Und es ist zu erwarten, dass sie sich ihre Kampagne einiges kosten lassen. Zur Gegnerschaft der Initiative gehören finanziell schlagkräftige Akteure wie der Hauseigentümerverband oder Economiesuisse. Vor den Sommerferien hat sich ein weiterer Verband in der Öffentlichkeit zu Wort gemeldet, der das Kampagnenbudget nochmals um einiges erhöhen dürfte: der Verband Immobilien Schweiz VIS. Er vertritt gemäss eigenen Angaben die „institutionellen Investoren und privaten professionellen grossen Immobilienunternehmen, die Immobilien als Investitions- oder Kapitalanlage halten“. Der VIS versammelt also alles, was in der Schweiz mit Immobilien Geld (…). Andrea Bauer.
M+W, 1.11.2019.
Personen > Bauer Andrea. Wohnungsmieten. Intiative. Mieterverband, 2019-11-01.
Ganzer Text
01.11.2019 Schweiz
Mieter- und Mieterinnen-Verband
Personen
Andrea Bauer
Nationalratswahlen
Volltext
Wir sind stark wie nie zuvor. Der Mieterverband hat im Parlament zugelegt. Die Anliegen der Mieterinnen und Mieter dürften es jedoch weiterhin nicht einfach haben. Am 20. Oktober hat in der Schweizer Politik eine historische Verschiebung stattgefunden. Das Parlament wurde grüner, weiblicher, linker und offener gegenüber gesellschaftspolitischen Fragen. Die Rechte dagegen stürzte regelrecht ab: FDP und SVP verloren zusammen sechzehn Sitze. Ihre Mehrheit der letzten Legislatur ist damit Geschichte. Nicht zuletzt für die Anliegen der Mieterinnen und Mieter in diesem Land ist das gut so. Denn die rechte Mehrheit scherte sich während der letzten vier Jahre einen Deut um sie. Im Gegenteil: Sie vertrat einzig die Interessen der Immobilienwirtschaft und der Hauseigentümerlobby, machte Steuergeschenke an Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer, lehnte die Transparenz bei der Vormiete ab und unterstützte zuletzt den Grossangriff auf das Mietrecht. Bei letzterem ist zum Glück noch nichts entschieden. Die Gesetzesentwürfe sind in Arbeit und werden voraussichtlich nächstes Jahr dem neu zusammengesetzten Parlament vorgelegt. Ob dieses mieterfreundlicher ist als das alte, wird sich spätestens dann zeigen. MV-Leute mit Spitzenresultaten . Auf einige Mitglieder des neuen Parlaments können die Mieterinnen und Mieter indes garantiert zählen. So wurden sämtliche MV-Vorstandsmitglieder, welche erneut für den Nationalrat kandidierten, mit sehr guten Resultaten wiedergewählt. (…i.  Andrea Bauer.
Mieten+Wohnen. 1.11.2019.
Mieterverband > Nationalratswahlen 2019. M+W, 2019-11-01.
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29.11.2019 Schweiz
Personen
Vorwärts
Sabine Hunziker
Feminismus
Sprache
Volltext
Feministische Schreibweise ist Kosmetik . Sprache spiegelt gesellschaftliche Machtverhältnisse und Unterdrückungsformen wider: Dazu geh6ren Sexismus und die erzwungene Binarität der Geschlechter. Spätestens seit dem Frauen*strelk wird mit unterschiedlichen Schreibiweisen experimentiert. Kann eine Feminisierung der Sprache zur Emanzipation der Frauen* beitragen? Kürzlich wurde auf der Infoplattform „Barrikade“ die Übersetzung des Textes „Befreit die Feminisierung die Frauen?“ von Maria Desmers heiss diskutiert. Desmers hinterfragt, ob die Herrschaft des Maskulinums in der Sprache in einem derart direkten Verhältnis mit der „Männerherrschaft“ im realen Leben steht. Könnte ein Kräfteausgleich des Geschlechterverhältnisses in der Sprache zu einem Kräfteausgleich in existierenden Geschlechterverhältnissen führen? Fakt ist, dass auf der symbolischen Ebene die Herrschaft dieser Welt auf der Seite der „Männlichkeit“ steht. Die Zweiteilung der Menschen in herkömmliche Geschlechter trägt dazu bei, diese symbolische Herrschaft effektiver zu machen. Historischer Schritt? Die Ausbeutungssituation ist auf unakzeptable Art und Weise von GeschlechterrolIen geprägt, doch kann man heute nicht behaupten, dass „Männer“ die „Fraue“ ausbeuten - so meint Desmers. Vielmehr beuten Chefs Männer und Frauen aus. Dieser Umstand wird in keinerlei Weise berücksichtigt. Vielmehr findet die Feminisierung der Sprache mit Hilfe der Durchsetzung der sogenannten (…).  Sabine Hunziker . .
Vorwärts, 29-11-2019.
Personen > Hunziker Sabine. Sprache. Vorwaerts, 2019-11-20.
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02.12.2019 JU Kanton
Autobusbetrieb
Syndicom

Autobusbetriebe
Privatisierungen
Volltext
Mögliche Rekurse gefährden die geplanten Ersparnisse. Die Staatskanzlei des Kantons Jura hat bekannt gegeben, dass vier Unternehmen für die 38 ausgeschriebenen Buslinien im Jura eine Offerte eingereicht haben. Syndicom bedauert, dass die Staatskanzlei nicht bekannt gibt, um welche Unternehmen es sich handelt. Aus Sicht der Arbeitnehmenden ist es entscheidend, ob sich internationale, gewinnorientierte Firmen ohne sozialpartnerschaftliche Tradition um die 38 Buslinien bewerben. Syndicom zeigt sich erfreut, dass mit 4 Unternehmen vergleichsweise wenige Offerten eingegangen sind. Denn mit der Anzahl der Interessenten steigen die potentiellen Kosten der Ausschreibung. Die Erfahrungen der Vergangenheit haben gezeigt, dass mit Einsprachen der unterlegenen Unternehmen zu rechnen ist. Die Kosten in Millionenhöhe müsste die Allgemeinheit tragen. Die jurassische Regierung muss mit sozialer Verantwortung entscheiden. Die jurassische Regierung hat es verpasst, bei den Ausschreibungen die Chauffeure zu schützen. Jetzt muss sie bei der Wahl des Unternehmens ihr Wort halten. Die Chauffeure und Syndicom fordern deshalb, dass nur Unternehmen berücksichtigt werden dürfen, die nachweislich ihre soziale Verantwortung gegenüber dem Personal ernst nehmen. Zudem müssen sie bereit sein, das Personal mit den Fahrzeugen zu übernehmen und einen Gesamtarbeitsvertrag zu verhandeln. Letzte Woche hatten rund 150 Chauffeure vor dem jurassischen Parlament diesen Forderungen mit einer Demonstration Nachdruck verliehen. Syndicom, 2.12.2019.
Syndicom > Autobusbetriebe JU Kanton. Privatisierung. Syndicom, 2019-12-‚20.
Ganzer Text
29.11.2019 Schweiz
Personen
Vorwärts
Sabine Hunziker
Feminismus
Sprache
Volltext
Antifeminismus mittet Ideologien ein. Antifeminismus wie auch Anti-Gender-Rhetoriken spielen eine wichtige Rolle bei der Normalisierung rechter Ideologien. Menschenfeindliche Denkweisen werden Mainstream, ohne dass deren rechte Setzung erkannt wird. An einer Veranstaltung in Bern stellte Franziska Schutzbach Ihre Arbeit dazu vor. Zwar ging es bei der Veranstaltung vom 14. November 2019 im Frauenraum in Bern um die Lage der Gender Studies in Europa, doch durch die Referentin und Geschlechterforscherin Franziska Schutzbach gab es eine aktuelle Einschätzung zur feministschen Bewegung und deren Gegnern aus dem rechten Lager. Schutzbach meinte, dass in den vergangenen Jahren - trotz allen Erfolgen bezüglich Frauenbewegung - Kritik gegenüber der Gender-Theorie, Gleichberechtigung und Feminismus stark zugenommen habe. Dieser Trend steht in einem Zusammenhang mit der globalen Erstarkung von rechtspolitischen Kräften, geht aber auch einher mit der Emanzipation der Frauen. Ausgehend von ihrem 2018 publizierten Buch „Die Rhetorik der Rechten. Rechtspopulistische Diskursstrategien im Überblick“ beschäftigte sich Schutzbach mit der Rolle von Antifeminismus und Anti-Gender-Rhetorik, die wichtig ist bei der Normalisierung rechter Ideologien. Hier stellen rechte Aktivistinnen und Aktivisten' grundlegende Rechte für alle in Frage, respektive lehnen sie vehement ab. Durch die Vielzahl der Aussagen beispielsweise in den Medien (…). Sabine Hunziker.
Vorwärts, 29.11.2019.
Personen > Hunziker Sabine. Sprache. Feminismus. Vorwaerts, 2019-11-29.
Ganzer Text
29.11.2019 Frankreich
Gewerkschaften
Vorwärts

Streik
Volltext
Frankreichs Gewerkschaften mobilisieren. In Frankreich will Präsident Macron eine Rentenreform im grossen Stil durchführen mi dem Ziel, die Renten zu kürzen und das Rentenalter zu erhöhen. Am 5. Dezember kommt es zur ersten landesweiten Mobilisierung gegen das neoliberale Vorhaben der Macron-Regierung. Weitere werden wohl folgen. Es zeichnet sich ab: der 5.Dezember könnte in Frankreich wieder zu einem grossen sozialen Protesttag werden. Die führende bürgerliche Tageszeitung „Le Monde“ schrieb am 18. November, das Sozialklima sei „nach wie vor hoch entflamrnbar“. Manche dächten sogar schon an eine Neuauflage der Bewegung gegen die Rentenreform unter Alain Juppé im November/Dezember 1995, die damals in wesentlichen Teilen aufgegeben werden musste. Breiter Widerstand angekündigt. Am stärksten spürbar dürfte zunächst der landesweite Streik der EisenbahnerIinnen und anderen Verkehrsbetriebe ab dem 5. Dezember sein. Dazu aufgerufen haben die drei stärksten Gewerkschaften in der Branche, die CGT, die UNSA und die SUD-Rail, hinzu kommen die EisenbahnerIinnen CFDT hat sich dem Aufruf nicht angeschlossen. Der Streik ist laut Ankündigung der Gewerkschaften ab dem 5. Dezember. „in Perioden von 24 Stunden wiederholbar“, und zwar für unbegrenzte Zeit. Die Beschäftigten sollen täglich in Vollversammlungen über die Fortsetzung entscheiden. Hinzu kommen die Streiks des Pariser Nahverkehrs (RATP) einschliesslich Metro und Vorortlinien sowie von Nahverkehrsunternehmen in (…).
Vorwärts, 29.11.2019.
Vorwärts > Frankreich. Streik. Vorwaerts, 2019-11-29.
Ganzer Text
29.11.2019 Schweiz
Vorwärts

Verdingkinder
Volltext
„Die hei hie de gar nüt z wünsche“. Uell Schärrer, aktives Parteimitglied der PdA Biel/POP Bienne und Gewerkschafter, erzählt „Müschterli“ aus seiner Zeit als Verdingbub vom Kindsalter bis zur Rekrutenschule. Über Ignoranz, Arroganz, Diskriminierung und Gewalt von Gesellschaft, Behörden und Wirtschaft des 20. Jahrhunderts. Im Frühsommer 1954 an einem Sonntag, wurden wir fünf Geschwister vom Frühstückstisch geholt. Kaum Zeit für einen Abschied, ab in drei verschiedene Autos und weg in verschiedene Richtungen. Das Mittagessen bekamen wir in verschiedenen Heimen, wo wir hingebracht wurden. Wir drei Jüngsten hatten das Glück, im selben Heim anzukommen. Die Devise von damals: Sobald die Kinder arbeiten können, müssen sie auf einen Bauernhof! Der steile Schulweg aus Kies brachte mich immer wieder zum Stolpern mit der Folge, dass ich ständig offene Knie hatte. Auch die Hosen litten natürlich und mussten genäht werden. Das war nur das kleinere Übel, nebst dem Schmerz am Knie folgte noch der durch die Schläge, die ich erhielt, weil ja die Hose auf Kniehöhe kaputt war. Irgendwann hatte ich nur noch geflickte Hosen an und die „Plätze“ hatten die verschiedensten Farben. Wenn ich fragte, warum ich bunte Hosen tragen müsse, hiess es: „DU bisch ja nume e Heimeier u die hei hie de gar nüt ds wünsche.“ Kein Stock, keine Haue. Der Lehrer der 3. und 4. Klasse war ein Grobian sondergleichen. Er hatte die schlechte Angewohnheit, während der Stunde durch die Klasse zu gehen, da er das Gefühl hatte, irgendwen bestrafen zu müssen. (…).
Vorwärts, 29.11.2019.
Vorwärts > Verdingkinder. Vorwaerts, 2019-11-29.
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08.09.1999 Schweiz
Wirtschaft
WOZ

Konjunktur
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Welche Konjunkturrezepte? Anfang Woche teilte das Bundesamt für Statistik mit, dass das reale Bruttoinlandprodukt (die wichtigste volkswirtschaftliche Grösse) 1994 statt wie erwartet um 2,1 Prozent bloss um 1,2 Prozent gewachsen ist. Zum Vergleich: Das durchschnittliche Wachstum in den europäischen OECD-Ländern betrug 2,4 Prozent. Wenn die Arbeitgeberseite sich mit ihrer Politik der Reallohnsenkungen durchsetzen kann und die Nationalbank nicht von ihrer zu restriktiven Geld- und Währungspolitik abrückt, droht der sowieso schwächliche Konjunkturaufschwung zu kollabieren. Lagen die Voraussagen für 1995 Anfang Jahr noch bei über zwei Prozent, so rechnet beispielsweise die Konjunkturforschung Basel AG inzwischen nur noch mit einem Wachstum von 0,9 Prozent. Ursachen sind insbesondere der stark aufgewertete Franken und die sinkende Kaufkraft im Inland. Nach einer Berechnung von Serge Gaillard vom Schweizerischen Gewerkschaftsbund sanken die Reallöhne in der Schweiz in den letzten vier Jahren um durchschnittlich zwei Prozent. Was für Rezepte werden in dieser Situation angeboten? Am spektakulärsten wirkte der Vorschlag von ABB-Manager Edwin Somm, gleichzeitig oberster Boss der Maschinenindustriellen. Er propagierte Mitte August gegenüber dem „Blick“ eine Senkung der Lebenshaltungskosten, gefolgt von entsprechenden Lohnsenkungen. Und zwar um nicht weniger als dreissig Prozent, „idealerweise innerhalb zweier Jahre“. Geschehen soll das durch den Wegfall von (…).
WOZ, 8.9.1999.
WOZ > Konjunkturforschung. WOZ, 1999-09-08.
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05.09.1995 Schweiz
Berner Tagwacht
Vermögen

Vermögen
Volkseinkommen
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Volkseinkommen steigt, Sparquote sinkt. Einseitiger Aufschwung. Das Volkseinkommen der Schweiz ist im letzten Jahr dank der guten Konjunktur um 2,1 Prozent auf 313 Mrd. Fr. gestiegen. Während die Einkommen der Unternehmen deutlich um 9,5 Prozent zunahmen, verdienten die Arbeitnehmer nur 1,2 Prozent mehr. Die Sparquote nahm von 11,5 auf 10,3 Prozent ab. Das Volkseinkommen pro Kopf nahm um 1,3 Prozent auf 44 466 Fr. zu. Diese Zahlen gab das Bundesamt für Statistik (BFS) gestern bekannt. Das Volkseinkommen umfasst die Summe aller aus dem In- und Ausland bezogenen Erwerbs- und Vermögenseinkommen wie Löhne, Gehälter, Zinsen oder Gewinne. Die Einkommen der Arbeitnehmerschaft blieben hinter der allgemeinen Entwicklung zurück. Bereits 1993 hatte der Zuwachs nur 1 Prozent betragen. Der Anteil der Arbeitnehmereinkommen am Volkseinkommen hat sich damit erneut verkleinert. Einen starken Sprung um 9,5 Prozent machten dagegen die Einkommen der Unternehmen. Eine absolute Zahl über die Unternehmenseinkommen wird nicht veröffentlicht, wie das BFS auf Anfrage sagte. Die Situation in den einzelnen Branchen und Betrieben war 1994 sehr unterschiedlich. Die Geschäftseinkommen der Selbständigen erhöhten sich im letzten Jahr um 2,8 Prozent. Während die Einkommen in der Industrie um 4,3 Prozent wuchsen und im Dienstleistungssektor um 4,4 Prozent stiegen, musste die Landwirtschaft erneut Einbussen hinnehmen: Im ersten Sektor betrug der Rückgang (…).
Berner Tagwacht, 5.9.1995.
Berner Tagwacht > Einkommen. Vermoegen. TW, 1995-09-05.
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18.07.1997 Schweiz
Berner Tagwacht
Löhne

Bundespersonal
Leistungslohn
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Prämien für 13 Prozent. Bundesbeamte. Seit dem 1. Januar 1996 gilt in der allgemeinen Bundesverwaltung das Prinzip „mehr Lohn für mehr Leistung“. 5‘773 Bundesangestellte oder 13 Prozent des Personals konnten im letzten Jahr zusammen Prämien im Gesamtwert von drei Millionen Franken einstecken. Das Eidgenössische Personalamt (EPA) beurteilt die ersten Erfahrungen mit den verschiedenen Leistungslohnelementen positiv. Die anfänglichen Befürchtungen der Mitarbeitenden seien einer recht grossen Akzeptanz gewichen, teilte das EPA gestern mit. Personalverantwortliche stellten eine Verbesserung des Führungsverhaltens fest. Das Kader sei mehrheitlich positiv eingestellt. Bei den nichtausgezeichneten Personen zeige sich aber eine gewisse Demotivierung. Für 1996 war ein Promille der Lohnsumme oder 3,98 Millionen Franken für die Auszeichnungen der Tüchtigsten vorgesehen. Davon wurden drei Millionen für Bar- und Spontanprämien ausgegeben. Für das laufende Jahr wurde der Lohnsummenanteil auf zwei Promille verdoppelt. Es sind weitere Erhöhungen bis maximal fünf Promille vorgesehen. Die Chefs dürfen höchstens 15 Prozent des Personals mit Prämien beglücken. Sechs Prozent erhielten 1996 Spontanprämien in Form von Gutscheinen oder Geschenke bis maximal 200 Franken. Vor allem Frauen und Mitarbeitende der unteren Klassen sind damit ausgezeichnet worden. Barprämien im Durchschnittswert von 892 Franken gingen an 7 Prozent des Personals.
Berner Tagwacht, 18.7.1997.
Berner Tagwacht > Leistungslohn. TW, 1997-07-18.
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25.03.1992 Schweiz
Solothurner AZ

Lohnverhandlungen
Preise
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Dieses Jahr kaum realer Zuwachs. Löhne 1991 leicht gestiegen. Der erwerbstätige Schweizer kam 1991 auf einen Reallohnanstieg von 0,9 Prozent, dies bei einer gesamthaften Zunahme der Nominallöhne um 6,9 Prozent. Für die Männer betrug der Nominallohnzuwachs 6,7 Prozent, für die Frauen 7,4 Prozent. In der Baubranche betrug die Zunahme 7,8 Prozent, in der verarbeitenden Produktion 6,9 Prozent und im Dienstleistungsgewerbe 6,7 Prozent. Die Löhne des gelernten Personals erhöhten sich um 6,9 Prozent, die Löhne des ungelernten und angelernten Personals um 6,8 Prozent, wie das Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit (Biga) gestern mitteilte. Nach Tätigkeitsbereichen entwickelten sich die Löhne weniger gleichmässig; im Verkauf betrug die Zunahme 8,1 Prozent, in den Bereichen Büro und Technik 6,6 Prozent und für das Betriebspersonal 7,1 Prozent. Im Laufe der letzten Jahre ist die Wachstumsrate der Nominallöhne deutlich angestiegen. Sie entwickelte sich von 2,3 Prozent im Jahre 1987 auf 3,2 Prozent im Jahre 1988, 4 Prozent im Jahre 1989, 5,1 Prozent im Jahre 1990 und erreichte 1991 den Wert von 6,9 Prozent. In den sechs Jahren von 1986 bis 1991 erhöhten sich die Löhne um 27 Prozent, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 4,2 Prozent entspricht. (…)..
SoAZ, 25.3.1992.
SoAZ > Lohnverhandlungen 1992. SoAZ, 1992-03-25.
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