Gewerkschaftschronik
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07.09.2019 SO Kanton
Gewerkschaftsbund

Veranstaltung
Volltext
Herzlich willkommen! "Wenn ein Land sich von einer Minderheit, den Eignern und Dirigenten des großen Kapitals vorschreiben lässt, welche Prioritäten es setzt, dann hat das mit Demokratie nichts zu tun." Sahra Wagenknecht, Bundestagsabgeordnete. Liebe Kollegin Lieber Kollege. Seit einigen Jahren ist das Solidaritätsfest auf dem Balmberg ein Höhepunkt in der Agenda der Gewerkschaften und der SP. Hier, wo Willi Ritschard in den frühen 60er Jahren einen Ort geschaffen hat, der für den Zusammenhalt der Arbeiterbewegung wichtig war, ist der richtige Ort für freundschaftliche Begegnungen, um sich zu vernetzen, Gedanken auszutauschen und Energie zu tanken. Am 20.0ktober 2019 finden die National- und Ständeratswahlen statt. Wi haben ambitionierte Ziele. Es gilt unsere beiden Nationalrats- und unseren Ständeratssitz zu verteidigen. Insgesamt ist ein Richtungswechsel in der nationalen Politik dringend nötig. Es zählt also jede Stimme und es braucht das Engagement von uns allen! Deshalb wollen wir gemeinsam mit unseren National- und Ständeratskandidaten und den zahlreichen Helferinnen und Helfern ein Zeichen setzen und zum Schlussspurt ansetzen. Herzhaft, geeint und entschlossen! Wie auch in den vergangenen Jahren besteht die Möglichkeit, sich auf dem Festplatz zu verpflegen und wir bieten ein Rahmenprogramm für Jung und Alt. Wir freuen uns, dich und deine Familie, Freunde, Bekannten und Verwandten begrüssen zu dürfen und gemeinsam noch einmal, vor den eidgenössischen Wahlen, ein starkes Zeichen zu setzen.
Gewerkschaftsbund Kanton Solothurn, SP Kanton Solothurn.
Gewerkschaftsbund Kanton Solothurn, 7t.9.2019.
Gewerkschaftsbund > Balmberg Solidaritaetsfest. GB SO Kanton, 2019-09-07.
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16.08.2019 Schweiz
Arbeitszeit
Personen
Work
Kathrin Ziltener
Arbeitspause
Ratgeber
Volltext
Darf ich für den Spitalbesuch früher gehen? Ich arbeite Im zweiten Lehrjahr als Hotel-Kommunikationsfachmann. Meine feste Freundin Ist schwer erkrankt und liegt seit längerer Zeit Im Spital. Ich habe meine Chefin gefragt, ob Ich einmal pro Woche ein bis zwei Stunden früher gehen könne, um sie zu besuchen. Die Chefin sagte, das gehe leider nicht. Kann Ich noch etwas machen? „Leider ist die Entscheidung zulässig. Das Schweizer Arbeitsrecht ist nicht sehr alltagsfreundlich: Selbst wenn du ein krankes Kind zu Hause hast, kannst du meist maximal drei Tage freinehmen. Wärst du mit einer Freundin verheiratet oder würdet ihr in eingetragener Partnerschaft leben, wäre die Chance grösser: Die Gerichte bejahen heute den Anspruch auf zusätzliche Freizeit für den Besuch kranker Familienangehöriger im Spital. Ich würde dir empfehlen, noch einmal mit deiner Chefin zu reden und ihr den Ernst der Lage klarzumachen. Ausserdem könntest du ihr anbieten, an dem Tag, an dem du früher gehen möchtest, auch früher mit der Arbeit zu beginnen. Ich wünsche dir und deiner Freundin in dieser anstrengenden Zeit auf jeden Fall alles Gute“
Hast auch du eine Frage an die Unla-Jugendsekretärin? Schreib an lehre unla.ch.
Kathrin Ziltener.
Work online, 16.8.2019.
Personen > Ziltener Kathrin. Arbeitspausen. Ratgeber. Work online, 2019-08-1.
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16.08.2019 BS Kanton
Personen
Unternehmerverbände
Work
Jonas Komposch
Armee-Einsätze
Streik
Volltext
Am 1. August 1919 starben fünf Menschen im Kugelhagel der Armee. Maschinengewehr-Salven gegen Streikende in Basel. Vor hundert Jahren wehrte sich die Basler Arbeiterschaft mit einem zehntägigen Generalstreik gegen Hunger und Elend. Doch Bürgerwehr und Militär antworteten mit brachialer Gewalt. Es geschah in einem Kleinbasler Arbeiterquartier am 1. August 1919. Frieda Nyffeler war gerade mit Hausarbeiten beschäftigt, als es draussen plötzlich krachte. Jugendliche hatten das Pflaster aufgerissen und kleine Strassenblockaden gebaut. Nun kamen Militärcamions herangerast, Soldaten gaben Schüsse ab - auch mit Maschinengewehren. Sofort stürmte Nyffeler hinaus, wo sie ihre Kinder vermutete. Doch kaum war sie aus der Tür getreten, glaubte Oberleutnant Mattes in ihr eine Angreiferin zu erkennen. Er schoss. Am Kopf getroffen, war die dreifache Mutter sofort tot. So steht es in den Akten des Militärgerichts, das den Todesschützen freisprach. Geiziger Färbereibaron. Anlass der Militäraktion war ein Generalstreik, in den die Lohnabhängigen sämtlicher Branchen der Stadt am 31. Juli getreten waren. Es war der erste lokale Generalstreik seit dem Landesstreik im Vorjahr. Denn noch immer mussten 20‘000 Menschen Nothilfe vom Kanton beziehen. Etliche Familien waren obdachlos. Die Arbeitslosigkeit nahm sogar zu. Ebenso die Fälle von Tuberkulose, begünstigt durch chronische Unterernährung. Von der Misere am stärksten betroffen waren die Arbeiterinnen und Arbeiter der Textilindustrie - einer Tieflohnbranche. Am schlechtesten zahlte die Färberei Clavel&Lindenmeyer, ein Schweizer Textilmulti, dessen Chef (…). Jonas Komposch.
Work online, 16.8.2019.
Personen > Komposch Jonas. Armee-Einsatz. Basel. Work online, 2019-08-16.
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21.08.2019 Schweiz
SBB
SEV Schweiz

Betriebsunfall
SBB
Todesfall
Volltext
Tödlicher Arbeitsunfall bei der SBB. SUST-Zwischenbericht stützt unsere Forderungen. Der Zwischenbericht der SUST zeigt, dass technische Defekte Ursache für den tödlichen Arbeitsunfall waren. Die Ergebnisse bestätigen, dass unsere Forderungen absolut gerechtfertigt sind. Der Zwischenbericht der Schweizerischen Untersuchungsstelle (SUST) hat klar gezeigt, dass technische Defekte Ursache für den tragischen Unfall des Chef Kundenbegleiters am 4. August 2019 waren und der Fehler nicht beim Verunfallten lag. Wir fordern, dass die SBB sich nun darauf fokussiert, zu gewährleisten, dass Personal und Kunden sicher sind. Die SBB unterzieht derzeit alle Türen des Wagentyps EW IV einer zusätzlichen Kontrolle. Bis Ende Woche sollen alle Wagen fertig überprüft sein, so die Aussage der SBB an der Sitzung mit dem SEV vom 14. August. Wir halten daran fest, dass Wagen, bei denen der Klemmschutz nicht funktioniert, dann aus dem Verkehr gezogen werden müssen. In einem zweiten Schritt soll, wie im Zwischenbericht der SUST beschrieben, das heutige System für die Inaktivschaltung des Einklemmschutzes durch ein zuverlässiges ersetzt werden. Zudem muss die SBB im Unterhalt zusätzliches qualifiziertes Personal einsetzen. In ihrer Medienmitteilung vom Mittwoch, 21. August, schreibt die SBB, dass sie den Abfertigungsprozess überprüft und mit den Sozialpartnern diskutiert habe. Dies stimmt so nicht: Wir haben mit der SBB zwar über den Abfertigungsprozess gesprochen, haben dabei aber Änderungen im Prozess zur Erteilung der Abfahrerlaubnis gefordert: (…).
SEV, 21.8.2019.
SEV > Betriebsunfall. Todesfall. SBB. SEV, 2019-08-21.
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16.08.2019 Schweiz
Personen
Work
Martin Jakob
Ratgeber
Volltext
Wohnungswechsel
Wohnungszüglete in Eigenregie: Was Sie beachten müssen. Machen Sie es den Freunden nicht zu schwer. Fleissige Freunde, ein gutes Fahrzeug und eine vorausschauende Planung: Wie Ihr Umzug auch ohne Zügelprofis gelingt. Eine Züglete will gut vorbereitet sein - erst recht, wenn Sie selber Regie führen. Sobald der Termin feststeht, werben Sie also Helferinnen und Helfer an, mieten den Lieferwagen und organisieren genügend Verpackungsmaterial. Vielleicht erhalten Sie Kartons gratis von Freunden, andernfalls können Sie sie im Do-it-yourself-Shop kaufen oder beim Zügelunternehmen mieten. Die Miete ist etwas teurer, hat aber Vorteile: Sie erhalten robuste, gut stapelbare Boxen, und nach Gebrauch werden Sie die Dinger wieder ohne Entsorgungsaufwand los. Erkunden Sie beizeiten auch den Fahrweg und die Auf- und Ablademöglichkeiten möglichst nah bei der Haustür, Es empfiehlt sich, den Hauswarten die Züglete anzumelden und sie allenfalls zu bitten, am Vorabend einen genügend grossen Parkplatz zu reservieren. Gut unterwegs. Wählen Sie einen Lieferwagen mit genügend grossem, gedecktem Ladevolumen. Falls Sie Tiefgaragen befahren müssen, achten Sie auf die maximale Durchfahrtshöhe! Gegen Aufpreis erhalten Sie ein Fahrzeug mit Hebebühne, die schont den Rücken. Achten Sie unbedingt auf eine ausreichende Versicherung. Eine Haftpflichtversicherung für Schäden, die bei einem Unfall Dritten zugefügt werden, muss der Vermieter selbst abschliessen. Die Vollkasko zur Versicherung von Schäden am Mietauto ist dagegen nicht zwingend. Falls sie im Mietpreis nicht enthalten ist, sollten Sie sie dazukaufen,  (…). Martin Jakob.
Work online, 16.8.2019.
Personen > Jakob Martin. Wohnungszueglete. Ratgeber. Work online, 2019-08-16.
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16.08.2019 Schweiz
Personen
SBB
Work
Ralph Hug
Betriebsunfall
SBB
Todesfall
Volltext
Einklemmschutz funktionierte nicht: Tragischer Tod von Zugführer Bruno R. Der SEV will umfassende Sicherheitskontrolle. Die Bähnlergewerkschaft SEV machte bei den SBB Druck für eine schnellere Überprüfung der Zugtüren-Sicherheit. Was war verantwortlich für den tödlichen Unfall des Zugbegleiters Bruno R. (54)?. Klar ist bis jetzt nur: Die Türe schloss und klemmte den Arm des Zugführers ein. Dieser konnte nicht mehr einsteigen und wurde vom Zug mitgeschleift. Der Einklemmschutz, der genau solche Unfälle verhindern soll, hat nicht funktioniert. Eine Untersuchung der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle läuft. SBB-Mitarbeitende, aber auch Reisende kennen den Mangel. Laut offizieller SBB-Statistik sind seit 2014 insgesamt 86 Fahrgäste und seit 2016 zehn Zugbegleiter eingeklemmt und teilweise verletzt worden. Kein Risiko. Bruno R.s tragischer Tod hat die Bähnlerinnen und Bähnler tief getroffen, Vor einer Woche stand punkt 13 Uhr im Zürcher Hauptbahnhof alles still. Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen des Verunfallten hielten eine Gedenkminute mit Trillerpfeifen und Zughörnern ab. Ein deutliches Signal für mehr Sicherheit. Gleichzeitig macht die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV Druck. Vizepräsident Manuel Avallone forderte, dass sämtliche 493 Wagen des fraglichen Zugtyps mit fast zweitausend Türen aus dem Betrieb genommen und durchgecheckt werden. Man dürfe kein Risiko eingehen. (…). Ralph Hug.
Work online, 16.8.2019.
Personen > Hug Ralph. Betriebsunfall. Todesfall. Work online, 2019-08-16.
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16.08.2019 Le Lieu
Dubois Dépraz SA
Personen
Unia Schweiz
Work
Ralph Hug
Dubois Dépraz SA
Entlassung
Gewerkschaftsrechte
Volltext
Neuer Fall einer antigewerkschaftlichen Kündigung. Ist Unia-Mann Mickael Béday das letzte Opfer der Brutalo-Chefs? Eine Schande: Die Schweiz stand wegen antigewerkschaftlicher Kündigungen auf der schwarzen Liste der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Das jüngste Opfer ist ein Uhrmacher aus dem Jura. Mickael Béday (28) wollte eine Betriebskommission auf die Beine stellen. Und in der Uhrenfirma Dubois Dépraz SA im Vallée de Joux dafür sorgen, dass der Gesamtarbeitsvertrag auch bei Überstunden korrekt angewendet wird. Aber das missfiel der Direktion. Am 24. Juni entliess sie den Gewerkschafter aus fadenscheinigen Gründen. Für Pierre-Yves Maillard, Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds (SGB), ein klarer Fall von antigewerkschaftlicher Kündigung: „Niemand darf entlassen werden, bloss weil er seine Rechte als Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer wahrnimmt“, kritisierte er Anfang Juli an einer Solidaritätskundgebung. Rund hundert Protestierende verlangten die Wiedereinstellung von Mickael Béday. Die Unia hat inzwischen eine Petition lanciert. Wende in Sicht. Der Fall Béday ist der jüngste in einer langen Geschichte. Denn die Schweiz schützt Arbeitnehmende nur höchst ungenügend vor missbräuchlicher Kündigung. Das ist der Grund, weshalb sie die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) im Mai auf eine schwarze Liste gesetzt hat. Mit dem fehlenden Schutz verstösst die Schweiz gegen die ILO-Konvention Nr. 98, die sie selber unterschrieben (…). Ralph Hug.
Work online, 16.8.2019.
Personen > Hug Ralph. Dubois Dépraz SA. Entlassung. Work online, 2019-08-16.
16.08.2019 Schweiz
Personen
Steuern
Work
Clemens Studer
Steuerhinterziehung
Unternehmenssteuer
Volltext
Endlich faire Konzernsteuern. Was die Banken dank dem Bankgeheimnis auf individueller Ebene machten, macht die Schweiz auf institutioneller, Beide Geschäftsmodelle liegen im Sterben. Die Eidgenössische Steuerverwaltung darf den französischen Kolleginnen und Kollegen Namen und zusätzliche Informationen zu rund 40‘000 UBS-Konten liefern. Auf diesen Konten liegen grösstenteils wohl unversteuerte Vermögen von 11 Milliarden Franken. Die Anfrage ging im Mai 2016 ein und wurde von der UBS bis vor Bundesgericht bekämpft. Ohne Erfolg. Am 26. Juli 2019 genehmigte das Bundesgericht nun die Datenlieferung. Den Ausschlag gegeben hat ein SVP-Bundesrichter. Weil Spekulanten und Banker damit nicht rechneten, wurde bereits vor dem Votum des letzten Bundesrichters gefeiert, und der UBS-Aktienkurs legte zu, um dann nach dem Votum des SVP-Richters wieder zu tauchen. Nebenwirkung des Urteils: Die SVP zeigt, was sie von der Gewaltenteilung hält, und droht ihrem Parteikollegen mit der Abwahl. Rückzugsgefechte. Die Anfrage der Franzosen wird nicht die letzte sogenannte Gruppenabfrage bleiben. Einige Länder haben schon solche eingereicht, unterdessen auch Italien, wie dieser Tage bekannt wurde. In Paris wurde die UBS wegen Schwarzgeldgeschäften zu einer Milliardenbusse verurteilt. (…).
Clemens Studer.
Work online, 16.8.2019.
Personen > Studer Clemens, Unternehmenssteuer. Work online, 2019-08-16.
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20.08.2019 Schweiz
Ständerat
Travail.Suisse

Meinungsumfrage
Stress
Volltext
Alarmierende Signale zum Stress in der Arbeitswelt. Stress und psychosoziale Risiken im Arbeitsmarkt nehmen zu. Die heute publizierte Schweizerische Gesundheitsbefragung 2017 des Bundesamtes für Statistik zeigt, dass Stress und psychosoziale Risiken in der Arbeitswelt immer mehr zur Belastung werden. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, fordert ein besseres Monitoring, einen stärkeren Gesundheitsschutz für die Arbeitnehmenden und insbesondere einen Verzicht auf die weitere Ausdehnung der täglichen und wöchentlichen Höchstarbeitszeit, wie es der Ständerat vorschlägt. Die Schweizerische Gesundheitsbefragung 2017 zeigt eine deutliche Zunahme von Stress und psychosozialen Risiken in der Arbeitswelt. Im Jahr 2017 litten 21% der Erwerbstätigen sehr oft unter Stress – fünf Jahre zuvor waren es noch 18%. Ein hohes Stresslevel im Arbeitsprozess verschlechtert den Gesundheitszustand generell und erhöht das Burn-out-Risiko. So vermeldete der Krankenversicherer Swica seit 2012 eine starke Zunahme der Krankheitsfälle insgesamt und der psychischen Erkrankungen im Speziellen. „Der zunehmende Stress in der Arbeitswelt wird mehr und mehr zu einem Gesundheitsrisiko für die Arbeitnehmenden und produziert hohe volkswirtschaftliche Folgekosten“, sagt Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik bei Travail.Suisse. Ein dichteres Monitoring zur Entwicklung von Stress und psychosozialen Risiken in der Arbeitswelt scheint unabdingbar. Doch stattdessen gibt es politische Vorstösse für eine Revision des Arbeitsgesetzes. Damit sollen nicht nur die täglichen und (…).
Travail.Suisse, 20.8.2019.
Travail.Suisse > Stress. Meinungsumfrage. Travail.Suisse, 2019-08-20.
Ganzer Text
20.08.2019 Schweiz
Ständerat
Unia Schweiz

Gesundheitsschutz
Meinungsumfrage
Stress
Volltext
Beunruhigende Zunahme von Stress und psychosozialen Belastungen am Arbeitsplatz. Stress bei der Arbeit, schmerzhafte und ermüdende Körperhaltungen, Angst um den Arbeitsplatz sowie emotionale Beanspruchungen nehmen zu. Diese Befunde der Unia bestätigt auch das Bundesam für Statistik BfS heute. Die Unia verlangt einen funktionierenden Gesundheitsschutz gerade in „typischen Frauenbranchen“ und wehrt sich gegen die laufenden Angriffe auf den Gesundheitsschutz im Arbeitsgesetz. Der Anteil der Arbeitnehmenden, die unter Stress leiden, ist erneut gestiegen. Dies teilte das BfS heute mit. Ausserdem sind die Arbeitnehmenden vermehrt psychosozialen Belastungen am Arbeitsplatz ausgesetzt. Die häufigste körperliche Arbeitsbelastung in der Schweiz ist das Ausführen stets gleicher Hand- oder Armbewegungen wie sie oft in Industriebetrieben (z.B. in der Uhrenindustrie) oder im Dienstleistungssektor (z.B. Arbeit an der Kasse) vorkommen. Gerade dieses Risiko hat bei den Frauen zugenommen. Befunde der Unia bestätigt. Die Analyse der schweizerischen Gesundheitsbefragung stützt Ergebnisse von Unia-Umfragen, die zu einem ähnlichen Schluss kamen. Schon 2016 hat die Unia eine Online-Befragung bei büronahen, unternehmensbezogenen Dienstleistungsberufen durchgeführt und dringenden Handlungsbedarf verortet, denn arbeitsbedingter Stress kommt gerade in büronahen Dienstleistungsberufen sehr häufig vor und hat oft negative Auswirkungen auf die physische und psychische Gesundheit der Beschäftigten (…).
Unia Schweiz, 20.8.2019.
Unia Schweiz > Stress. Meinungsumfrage. Staenderat. Unia Schweiz, 2019-08-20.
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20.08.2019 Schweiz
Arbeitszeit
Personen
SGB
Ständerat
Yvonne Zimmermann
Meinungsumfrage
Stress
Volltext
Stress am Arbeitsplatz nimmt zu: Kommen Ständeräte endlich zur Vernunft? Geplante Arbeitsgesetz-Revision würde Stress erhöhen und ist zu stoppen - Konsequenzen aus der Gesundheitsbefragung 2017 ziehen. Der Stress am Arbeitsplatz hat zugenommen. Dies zeigt die Schweizer Gesundheitsbefragung 2017, die heute vom Bundesamt für Statistik veröffentlicht wurde. Statt dagegen Massnahmen zu ergreifen, wollen bürgerliche Politiker die Situation mit einer Revision des Arbeitsgesetzes verschlimmern. Sie wollen u.a., dass viele Arbeitnehmenden länger und neu auch an Sonntagen arbeiten müssen. Der Ständerat, der die Gesetzesrevision in der Herbstsession beraten wird, muss nun endlich zur Vernunft kommen und die Vorlage beerdigen. Die Gesundheitsbefragung 2017 spricht eine klare Sprache: 2017 litten 21 Prozent der vom Bundesamt für Statistik befragten Erwerbstätigen an ihrem Arbeitsplatz sehr oft unter Stress. 2012 waren es 18 Prozent gewesen. Die Hälfte von ihnen fühlt sich bei der Arbeit emotional erschöpft und sind damit einem höheren Risiko ausgesetzt, ein Burn-Out zu erleiden. Statt, wie es Arbeitsmediziner und Gewerkschaften verlangen, stressbedingte Krankheiten als Berufskrankheiten anzuerkennen und die wöchentlichen Arbeitszeiten zu reduzieren, wollen die Mehrheiten in den Wirtschaftskommissionen der Eidg. Räte die Lage auf Vorschlag von Ständerat Konrad Graber und der früheren Ständerätin Karin Keller-Sutter noch verschärfen. So sollen die wöchentliche Höchstarbeitszeit auf 67,5 Stunden und die maximale tägliche Überzeitarbeit erhöht und sogar das Sonntagsarbeitsverbot (…). Thomas Zimmermann.
SGB, 20.8.2019.
Personen > Zimmermann Thomas. Stress. Meinungsumfrage. SGB, 2019-08-20.
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20.08.2019 Schweiz
Frauen
Personen
Regierung Schweiz
Work
Patricia D Incau
Regierung Schweiz
Rentenalter
Volltext
Bundesrätliche AHV-Pläne machen Frauen hässig. Höheres Rentenalter? Ohne uns! Der Bundesrat will die Frauen ein Jahr länger arbeiten lassen. Die machen klar: Nicht mit uns! Da kam er schon wieder auf, der Geist des Frauenstreiks: Als SP-Bundesrat und AHV-Minister Alain Berset am 1.August in Yverdon-les-Bains zu seiner Rede ansetzte, kam es im Publikum zum stillen Protest. Der Grund: Im Juli hatte der Bundesrat seine neuesten AHV-Pläne präsentiert. Und die Frauen damit so richtig hässig gemacht. Denn im Zentrum der Reform steht ·die Erhöhung des Frauenrentenalters. Statt heute bis 64 sollen Frauen künftig bis 65 arbeiten - und damit einen Grossteil der AHV-Sanierung schultern (siehe Kasten). Eine „Ohrfeige für alle Frauen“, finden das die Mitglieder des Basler Streikkomitees. „Eine Frechheit!“ sagen die Zürcherinnen. Und für die Westschweizerinnen ist klar: „On se moque de nous!“, sinngemäss: Wir werden verarscht. Denn: Nicht einmal drei Wochen lagen zwischen dem mächtigen Frauenstreik vom 14.Juni und der bundesrätlichen Pressekonferenz. Alter Wein in neuen Schläuchen. Der Plan des Bundesrates ist da nicht nur ein riesiger Affront. Sondern auch: alter Wein in neuen Schläuchen. Denn schon zweimal haben Regierung und Parlament in den letzten Jahren versucht, das Frauenrentenalter zu erhöhen. Zweimal sagte das Volk Nein. Zuletzt 2017, bei der Abstimmung um die Altersvorsorge 2020. (…).
Patricia D’Incau.
Work online, 16.8.2019.
Personen > D’Incau Patricia. Rentenalter. Regierung Schweiz. Work online, 2019-08-16.
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20.08.2019 Schweiz
Gesundheitsschutz
Unia Schweiz

Meinungsumfrage
Stress
Volltext
Schweizerischen Gesundheitsbefragung: Arbeit und Gesundheit. Beunruhigende Zunahme von Stress und psychosozialen Belastungen am Arbeitsplatz. Stress bei der Arbeit, schmerzhafte und ermüdende Körperhaltungen, Angst um den Arbeitsplatz sowie emotionale Beanspruchungen nehmen zu. Diese Befunde der Unia bestätigt auch das BfS heute. Die Unia verlangt einen funktionierenden Gesundheitsschutz gerade in „typischen Frauenbranchen“ und wehrt sich gegen die laufenden Angriffe auf den Gesundheitsschutz im Arbeitsgesetz. Der Anteil der Arbeitnehmenden, die unter Stress leiden, ist erneut gestiegen (von 18% im Jahr 2012 auf 21% im Jahr 2017). Dies teilte das BfS heute mit. Ausserdem sind die Arbeitnehmenden vermehrt psychosozialen Belastungen am Arbeitsplatz ausgesetzt. Dazu zählen z.B. hoher Zeitdruck, geringer Gestaltungsspielraum, Diskriminierung, Stress sowie Angst um den Verlust des Arbeitsplatzes. Gleichzeitig bleiben die physischen Belastungen in der Arbeitswelt anhaltend hoch. Die häufigste körperliche Arbeitsbelastung in der Schweiz ist das Ausführen stets gleicher Hand- oder Armbewegungen wie sie oft in Industriebetrieben (z.B. in der Uhrenindustrie) oder im Dienstleistungssektor (z.B. Arbeit an der Kasse) vorkommen. Gerade dieses Risiko hat bei den Frauen zugenommen. Besonders beunruhigend ist der hohe Anteil der sehr oft gestressten Personen, die sich emotional erschöpft fühlen (49%). Diese Personen sind unmittelbar Burnout gefährdet. Alarmierend ist auch, dass junge Erwerbstätige speziell betroffen sind und dass die Zunahme im Gesundheits- und Sozialwesen besonders stark ist. (…).
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 20.8.2019.
Unia Schweiz > Stress. Meinungsumfrage. Unia Schweiz, 2019-08-20.
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16.08.2019 Reconvilier
Personen
Swissmetal
Work
Ralph Hug
Besitzverhältnisse
Swissmetal
Volltext
Legendäre Buntmetallfirma in Reconvilier im Berner Jura bleibt bestehen. 160 Jobs bei Swissmetal gerettt. Monatelang mussten die Büezer von Swissmetal zittern. Jetzt ist endlich klar: Sie können ihre Jobs behalten. Eine neue Trägerschaft namens Swissmetallindustries SA hat den Betrieb übernommen. Dahinter steht der Unternehmer Andre Rezzonico mit seiner Firma Lemco Precision SA. Rezzonico fertigt in Monthey und Vionnaz VS Präzisionsdrehteile und ist ein Hauptkunde von Swissmetal. Er hat die Buntmetallfirma mit Standorten in Reconvilier im Berner Jura und in Dornach SO zusammen mit einem pensionierten Banker gekauft. Besitzer war bis anhin der chinesische Baoshida-Konzern. Der neue Verwaltungsratspräsident Xingjun Shang entpuppte sich jedoch als Betrüger: Er verpfändete vor drei Jahren die Gebäulichkeiten in Reconvilier illegal und trieb das Unternehmen damit in die Verschuldung. Der Chinese wurde im Mai zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Der Fortbestand von Swissmetal hing plötzlich von einer kreditgebenden Bank in China ab. Diese hat nun in eine Nachfolgelösung mit Investor Rezzonico eingewilligt. Offene Fragen. gegenüber den beiden Betriebskommissionen hat Andre Rezzonico versichert, er wolle alle Arbeitsplätze erhalten. Auch will er den Gesamtarbeitsvertrag der Maschinenindustrie respektieren, so dass es für die Mitarbeitenden zu keinen Verschlechterungen kommt. Manuel Wyss, Industrieverantwortlicher bei der Unia, sagt: „Damit sind unsere beiden (…). Ralph Hug.
Work online, 16.8.2019.
Personen > Hug Ralph. Swissmetal. Eigentumsverhaeltnisse. Work online, 2019-08-16.
Ganzer Text
16.08.2019 Schweiz
Personen
Work
Oliver Fahrni
Kolonialismus
Sklavenhandel
Volltext
Hehlerei fürs Imperium. Heidiland & die Kolonien. Die Schweiz hatte nie Kolonien. Woher kommt dann unser Wohlstand? Von den Kolonien. Wie jetzt? Die Schweizer Sklavenschiffe „Pays de Vaud“, „Ville de Lausanne“ und „Helvétie“ operierten von Marseille aus. Sie gehörten einer Waadtländer Firma und schafften die Sklaven aus der portugiesischen Kolonie Moçambique über den Atlantik. Auf dem Rückweg nahmen die Schiffe die Produkte der Kolonie, etwa Kaffee und Textilien, mit. Dieses Dreieck der Sklavenwirtschaft zwischen Europa, Afrika und Amerika hat dem europäischen Kapitalismus zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert einen mächtigen Schub verliehen und die ökonomischen Grundlagen der Industrialisierung geschaffen. Die wiederum Europas Aufstieg zur Weltmacht einleitete. Auch das Basler Handelshaus Burckhardt verdiente mit eigenen Schiffen gut an der Sklaverei. Aber Sklavenhandel war mühsam, und manchmal starb bei den erbärmlichen Bedingungen im Bauch der Kähne die halbe menschliche Fracht. Also verlegte man sich auf die Finanzierung der Sklaverei und diverse Dienstleistungen. Rund 20 Schweizer Banken versorgten Sklavenhändler in den französischen Städten Nantes und Le Havre, in Holland und Grossbritannien mit Kapital. Praktisch war, dass die Banken gleichzeitig auf den Antillen und bis ins ferne Indonesien an Sklaverei-Plantagen beteiligt waren. Ebenfalls verlegte man sich auf den Handel mit manchen Produkten wie Textilien aus (…). Oliver Fahrni.
Work online, 16.8.2019.
Personen > Fahrni Oliver. Kolonialismus. Sklavenhandel. Work online, 2019-08-16.
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16.08.2019 Schweiz
Personen
Work
Jean Ziegler
Hunger
Volltext
Hunger. Dienstag, 23. Juni, im Konferenzsaal XI des Genfer Völkerbundpalasts: ein Tag der Niederlage für die Vereinten Nationen. Die höchsten Verantwortlichen all jener Spezialorganisationen, die mit dem weltweiten Kampf gegen den Hunger betraut sind, mussten sich vor den Botschafterinnen und Botschaftern und Vertretern der internationalen Zivilgesellschaft rechtfertigen. Denn die Zahl der Hungernden steigt. Und dies auf einem Planeten, der vor Reichtum überquillt. Im holzgetäfelten, klimatisierten Konferenzsaal stellten die Direktorinnen und Direktoren der FAO (der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation), der WHO (der Weltgesundheitsorganisation), der Unicef (des Kinderhilfswerks), des WFP (des Welternährungsprogramms) und der FIDA (der Internationalen Föderation für die Entwicklung der Landwirtschaft) ihren kiloschweren Jahresbericht vor. Sein Titel: „Die Lage der Ernährungssicherheit auf der Welt“. 820 Millionen Opfer. In der Uno-Entwicklungsagenda 2030 heisst es in Artikel 1: „Den Hunger beseitigen“. Aber heute leiden immer noch 820 Millionen Menschen an permanenter, schwerster Unterernährung. Im subsaharischen Afrika, das grossartige, uralte Bauernkulturen und Millionen Hektaren fruchtbaren Bodens besitzt, leidet über ein Fünftel der Bevölkerung an todbringenden Mangelkrankheiten oder Unterernährung. Mangelernährung bedeutet, dass den Menschen Vitamine und mineralische Nährstoffe fehlen. Unterernährte nehmen zu wenig Kalorien zu sich. Hunger ist (…). Jean Ziegler.
Work online, 16.8.2019.
Personen > Ziegler Jean. Hunger. Work online, 2019-08-16.
Ganzer Text
16.08.2019 USA
Personen
Work
Toni Morrison
Lotta Suter
Nachruf
Volltext
Das Erbe der afroamerikanischen Schriftstellerin Toni Morrison. Hassrede ist Gewalt. Toni Morrison (1931 bis 2019) wusste, wie viel Schaden Hassprediger anrichten. Es gab sie schon vor Trump, den sozialen Medien oder der SVP. Heute ist das Werk der Nobelpreisträgerin aktueller denn je. Toni Morrison hat immer an die Kraft der Sprache geglaubt, an ihre Möglichkeiten und ihre Gefahren. In ihrer Rede anlässlich der Verleihung des Literaturnobelpreises 1993 sagte sie fast schon prophetisch: „Eine Sprache der Unterdrückung stellt Gewalt nicht nur dar; sie ist Gewalt. Sie zeigt nicht nur die Grenzen des Wissens auf; sie begrenzt Wissen. Die verschleiernde Sprache des Staates und die gekünstelte Sprache gedankenloser Medien. Die stolze, aber verkalkte Sprache der akademischen Welt und die auf Gebrauchswert fixierte Sprache der Naturwissenschaften. Die zersetzende Sprache einer Justiz ohne Ethik und auch die Sprache, die eigens für die Ausgrenzung von Minderheiten gemacht ist und ihren rassistischen Plunder mit literarischem Augenzwinkern präsentiert. All diese Sprachen müssen zurückgewiesen, verändert und blossgestellt werden.“ Ein gewaltiges Programm. Toni Morrison würde das laut lachend zugestehen. Von Selbstmitleid und Panikmache will sie hingegen nichts wissen. „Ich will nichts von eurem kleinen Leben wissen, okay.“ So eröffnete Toni Morrison zuweilen ihre Schreibseminare an Universitäten. Das tönt harscher, als es ist. Die berühmte Schriftstellerin hat sich stets für das Leben anderer (…). Lotta Suter.
Work online, 16.8.2019.
Personen > Suter Lotta. Toni Morrison. Nachruf. Work online, 2019-08-16.
Ganzer Text
16.08.2019 Zürich
Personen
Work
Jonas Komposch
Blockade
Klimawandel
Umweltschutz
Volltext
Gewalt und Quälerei: Nach der Bankenblockade vom 8. Juli erheben Klima-Aktivistinnen schwere Vorwürfe gegen die Zürcher Polizei. „Man will uns einschüchtern“. Aus Protest gegen die klimaschädigenden Investitionen der Credit Suisse blockierten Primarlehrerin Bea Keller * (26) und Geographiestudentin Monique Schumacher (25) den Eingang der Grossbank am Zürcher Paradeplatz. Was dann passierte, hätten die beiden Aktivistinnen nie für möglich gehalten. Bea Keller, wie blockiert man eigentlich eine Bank? Keller: Mit Stahlkette, Veloschlössern und einer Handvoll motivierter Leute! Natürlich braucht es auch eine seriöse Vorbereitung, bei der mögliche Szenarien durchgespielt werden. Am Montag um fünf Uhr in der Früh sind wir dann losgezogen. Am Paradeplatz erwartete uns bereits ein Sicherheitsverantwortlicher der Credit Suisse. Die Bank wusste bereits Bescheid? Keller: Ja, wir haben die Aktion ja im voraus öffentlich angekündigt. Trotzdem war der Sicherheitsmann völlig überfordert und aggressiv. Reden konnte man nicht mit dem. Erst als wir ihm erklärten, dass wir die Aktion auch für ihn und seine Kinder machten, hat er sich ein wenig beruhigt. Dennoch hat die Credit Suisse sofort die Polizei gerufen? Schumacher: Ja, und zwar diskussionslos. Nicht weniger als 150 Beamte wurden herangekarrt. Das war eine einzige Machtdemonstration der Polizei, ein Einschüchterungsversuch! Die wussten ja, dass viele von uns eine solche Aktion zum ersten Mal machten. Aber gemäss der NZZ war ein „Dunstkreis (…). Jonas Komposch.
Work online, 16.8.2019.
http://www.textverzeichnisse.ch/Portals/7/Komposch%20Jonas/Komposch%20Jonas.%20Klimawandel.%20Bankenblockade.%20Work%20online,%202019-08-16.pdf
16.08.2019 Schweiz
Personen
Work
Christian Egg
Berufsschule
Sexuelle Belästigung
Volltext
Belästigung: Berufsschulen drücken sich. Wie fülle ich eine Steuererklärung aus? Welche Rechte habe ich als Mieterin oder Mieter? Wie verhalte ich mich ökologisch? Solche Dinge und noch viel mehr lernen Stiftinnen und Stifte an der Berufsschule im allgemeinbildenden Unterricht. Zum Thema sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz lernen die meisten: nichts. Das zeigt eine Umfrage von Work bei verschiedenen Deutschschweizer Kantonen. Unverbindlich. Der Kanton Zürich schreibt, es gebe „keine verbindlichen Vorgaben“, ob die Berufsschulen die Lernenden zu diesem Thema informieren müssten. Im Kanton Bern mussten die Schulen zwar ein Konzept erstellen, wie sie sexuelle Belästigung zu thematisieren gedenken. Eine verbindliche Weisung gibt es hier aber auch nicht: „Die Schulen sind frei, wie sie das Thema behandeln wollen.“ Und an der Berufsschule Basel-Stadt ist ein Programm zum Thema erst in Planung. Der Kanton St. Gallen gibt an, sexuelle Belästigung werde im allgemeinbildenden Unterricht behandelt. Doch auch hier: keine verbindliche Vorgabe an die Schulen. Unia-Jugendsekretärin Kathrin Ziltener hat während und nach der Umfrage mit vielen Stiftinnen und Stiften gesprochen. Sexuelle Belästigung als Thema in der Berufsschule? Fast überall Fehlanzeige, sagt sie. Das muss sich jetzt ändern. Ziltener fordert: „Alle Berufsschulen müssen den Lernenden aufzeigen, welche Formen von Belästigung es gibt und wie sie sich dagegen wehren können.“ (…).  Christian Egg.
Work online, 16.8.2019.
Personen > Egg Christian. Sexuelle Belaestigung. Berufsschulen. Work online, 2019-08-16.
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16.08.2019 Schweiz
Personen
Work
Anne-Sophie Zbinden
Kolonialismus
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Gegen das Vergessen. Manche Fotos sind brutal konkret. Das von Napalm verletzte, nackte, schreiende Mädchen: die Verkörperung des grausamen Vietnamkrieges. Der kleine Junge im roten T-Shirt, der tot am Strand liegt: das unerträgliche Symbol für das Versagen Europas in der Flüchtlingskrise. Weisse Männer, die in herrischen Posen über halbnackten schwarzen Frauen stehen: verstörende Sinnbilder kolonialistischer Ausbeutung und der sexuellen Gewalt des weissen Mannes. Diese Bilder zeigen uns, dass der Reichtum Europas auf Ausbeutung beruht. Besonders die Sklavenwirtschaft hat den europäischen Kapitalismus angetrieben, wie Work-Autor Oliver Fahrni schreibt. Auch die Schweiz war daran beteiligt. So besass etwa der Staat Bern Aktien der britischen „South Sea Company“, die Sklaven verkaufte. 1723 war der mächtigste Staat der Alten Eidgenossenschaft der mit Abstand grösste Aktionär dieser Gesellschaft, noch vor der „Bank of England“ und König George I. Später profitierte der Schweizer Finanzplatz vom internationalen Ruf, der aus Geschäftsbeziehungen im kolonialen Kontext entstanden war. Darauf ist auch der Boom von Schweizer Banken in der weltweiten Vermögensverwaltung nach dem Zweiten Weltkrieg zurückzuführen. Die Sklavenwirtschaft hat den europäischen Kapitalismus angetrieben. Hinschauen. Und das düstere Erbe des Kolonialismus lebt weiter in den Orbáns oder Trumps dieser Welt. In Rassismus und Sexismus. In der Islamfeindlichkeit, welche die Glarners dieser Schweiz(…). Anne-Sophie Zbinden.
Work online, 16.8.2019.
Personen > Zbinden Anne-Sophie. Kolonialismus. Work online, 2019-08-16.
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16.08.2019 Schweiz
Personen
Work
Christian Egg
Entschädigungen
Hitzewelle
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Baustopp bei Hitze: Zwei Beispiele, die funktionieren. Im Kanton Waadt war die Bauwirtschaft gut auf die Hitzewellen dieses Sommers vorbereitet: Firmen konnten die Arbeit um 13 Uhr einstellen, bevor die Temperatur unerträglich wurde. Für die finanziellen Einbussen sprang ein Schlechtwetterfonds ein, in den die Sozialpartner und der Kanton einzahlen. Das Pilotprojekt startete vor zwei Jahren und war ursprünglich für den Winter gedacht: Zusammen mit Meteo Schweiz haben die Unia und der kantonale Baumeisterverband genaue Kriterien festgelegt. Sobald Meteo Schweiz das Schlechtwetter bestätigt, wird die Arbeit auf allen Baustellen in der betroffenen Region eingestellt, und der Fonds kommt für die Lohnausfälle auf. Diesen Sommer beschlossen die Sozialpartner erstmals, den Fonds auch bei Hitze zu aktivieren. Schliesst die Baustelle wegen Hitze, bezahlt ein Fonds den vollen Lohn. Im Gegensatz zur Schlechtwetterentschädigung der Arbeitslosenkasse zahlt der Waadtländer Fonds die vollen Löhne der Arbeiter, und zwar ohne Karenztage. Für Unia-Mann François Clément entscheidend: „So entstehen den Arbeitgebern keine Kosten. Deshalb machen sie mit.“ Er fordert: Eine solche Lösung sollte für die ganze Schweiz gelten. Ein anderes Modell hat Österreich: Wenn die Temperatur 32,5 Grad übersteigt, können Firmen den Arbeitern freigeben. (…).  Christian Egg.
Work online, 16.8.2019.
Personen > Egg Christian. Hitzewelle. Entschaedigung. Work online, 2019-08-16.
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16.08.2019 Schweiz
Personen
Work
Christian Egg
Gesundheitsschutz
Hitzewelle
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Hitzewellen nehmen zu: Die Arbeiter kommen ans Limit. „Man denkt nur noch: Schatten, trinken, heim“. Auf der Baustelle und im Gartenbau ist Hitze nicht nur lästig, sondern gefährlich. Die Unia fordert die Firmen zum Handeln auf. Der Gärtner Simon Steinmann sagt es deutlich: „Bei Temperaturen gegen 35 Grad kann man keine Leistung mehr erbringen.“ Der Kreislauf mache nicht mehr mit, der Kopf schmerze, in Gedanken sei man nicht mehr bei der Arbeit, so das 45jährige Unia-Mitglied: „Wenn du drei, vier Stunden an der prallen Sonne gearbeitet hast, denkst du irgendwann nur noch: Wo gibt’s Schatten, wo kann ich was trinken, wann kann ich heim?“ 43 Grad Körpertemperatur. Gleich zwei Hitzewellen überrollten diesen Sommer die Schweiz: In der letzten Juniwoche und gegen Ende Juli. Zweimal sieben Tage lang kletterten die Temperaturen jeweils über 30 Grad. An zahlreichen Orten gab es neue Temperaturrekorde. Und vor allem: Solche Hitzewellen ¬nehmen zu. François Clément von der Unia sagt es so: „Der Klimawandel schafft neue Arbeitsbedingungen.“ Für Bauarbeiter, Gärtner oder Dachdecker, die im Freien arbeiten, ist das lebensgefährlich. Das zeigte sich Ende Juli im Kanton Freiburg dramatisch. Ein 40jähriger portugiesischer Gartenbauer brach bei der Arbeit in brütender Hitze zusammen. Kurz darauf starb er im Spital. Unia-Mann Clément hat mit der Familie des Opfers gesprochen: „Er starb an den Folgen eines Hitzschlags. Als er im Spital ankam, hatte er eine Körpertemperatur von 43 Grad.“(…). Christian Egg.
Work online, 16.8.2019.
Personen > Egg Christian. Hitzewelle. Gesundheitsschutz. Work online, 2019-08-16.
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16.08.2019 Schweiz
SBB
SEV Schweiz

Betriebsunfälle
Todesfall
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Tödlicher Arbeitsunfall bei der SBB. SBB lenkt von den eigentlichen Problemen ab. In einem Interview mit Tele M1 wirft Linus Looser den Zugbegleitern vor, sich nicht korrekt an den Abfertigungsprozess zu halten. Diese Aussage der SBB-Führung ist ein Schlag ins Gesicht aller Zugbegleiter/innen. In einem Interview mit Tele M1 kritisiert Linus Looser, Leiter Bahnproduktion SBB, dass sich Mitarbeitende nicht immer an den vereinbarten Abfertigungsprozess halten. Dieser Vorwurf der SBB-Führung, der eine Mitschuld am Unfall suggeriert, ist respektlos und ein Schlag ins Gesicht aller Zugbegleiter/innen. Zudem lenkt die SBB mit dieser Aussage vom eigentlichen Problem ab. Dass der Klemmschutz nicht funktioniert hat, ist ganz klar ein technisches Problem, das seine Ursache auch im Unterhalt hat. Wir müssen davon ausgehen, dass das Personal im Unterhalt am Anschlag läuft. Wegen des Personalmangels und der Sparwut des Managements haben die Mitarbeitenden im Unterhalt immer weniger Zeit zur Verfügung, ihre Arbeit zu erledigen. Dazu hat auch die Reorganisation „Neue Berufsbilder ZBS“ beigetragen.
SEV, 16.8.2019.
SEV > Betriebsunfall. SBB. SEV, 2019-08-16.
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23.12.1988 Neuenburg
Berner Tagwacht
Favag SA

Entlassungen
Favag SA
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Favag: Weniger Entlassungen. Von den Entlassungen bei der Ascom-Tochter Favag SA, Neuenburg, werden nach Mitteilung des Schweizerischen Metall- und Uhrenarbeitnehmerverbandes (SMUV) nicht - wie am 26. Februar angekündigt 200, sondern lediglich 120 Mitarbeiter betroffen sein. Wie der SMUV am Donnerstag im Anschluss an eine Verhandlungsrunde zwischen Firmenleitung und Arbeitnehmervertretern berichtete, werde den Entlassenen die vollen Leistungen des im Juni vergangenen Jahres ausgehandelten Sozialplans zugestanden. Gleichzeitig sei die Anwendung des Sozialplanes auf „sämtliche Massnahmen“ vorgesehen, die „möglicherweise bis Ende laufenden Jahres beschlossen werden könnten“, schreibt der SMUV weiter. Mit dieser Verabredung gehe eine „Periode gravierender Unsicherheit“ für die Belegschaft zu Ende. Dazu hätten entschiedenes Vorgehen seitens der Arbeitnehmervertreter und der grosse Verantwortungssinn der gesamten Belegschaft beigetragen, schlussfolgert der Verband. Die Ascom-Leitung habe sich gegenüber der Personalkommission sowie Vertretern der vertragsunterzeichnenden Arbeitnehmerverbände ferner dazu verpflichtet, im Neuenburger Küstengebiet eine „bedeutsame industrietechnische Produktion“ aufrechtzuerhalten, die - so der SMUV – „nach Möglichkeit von Dauer“ sein sollte.
Berner Tagwacht, 23.12.1988.
Berner Tagwacht > Favag SA. Entlassungen. TW, 1988-12-23.
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15.08.2019 Schweiz
Travail.Suisse

Vaterschaftsurlaub
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Die Zeit für einen Vaterschaftsurlaub ist überfällig! Heute hat die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Nationalrats (WBK-N) über die Volksinitiative für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub und ihren Gegenentwurf beraten. Sie lehnt die Initiative ab, hält aber – wie bereits die Sozialkommission des Ständerats (SGK-S) – am Gegenentwurf für 10 Tage Vaterschaftsurlaub fest. Dass die WBK-N das Bedürfnis der Familien nach einem Vaterschaftsurlaub endlich anerkennt, wertet der Verein «Vaterschaftsurlaub jetzt!» als positives Zeichen für die Zukunft. Die Schweiz hat als einziges Land in Europa noch immer keinen Vaterschaftsurlaub – weder einen bezahlten noch das Recht auf einen unbezahlten. Heute hat die WBK-N entschieden, die Vaterschaftsurlaubs-Initiative abzulehnen, die 20 Tage flexibel innert dem ersten Lebensjahr des Kindes beziehbaren Vaterschaftsurlaub fordert. Die Kommission hält hingegen am Gegenentwurf für 10 Tage Vaterschaftsurlaub fest und anerkennt damit grundsätzlich die Notwendigkeit eines Vaterschaftsurlaubs. Der Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ bedauert den Entscheid gegen die Vaterschaftsurlaubs-Initiative. (…).
Travail.Suisse, 15.8.2019.
Travail.Suisse > Vaterschaftsurlaub. Travail.Suisse, 2019-08-15.
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