Gewerkschaftschronik
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01.12.2020 Schweiz
Pflegepersonal
Unia Schweiz

Arbeitsbedingungen
Coronavirus
Volltext
Covid-19 in der Betagtenpflege. Pflegende fordern von Bund und Kantonen sofortige Massnahmen. An der heutigen digitalen Branchenkonferenz Pflege und Betreuung der Unia berichteten die Teilnehmenden über unhaltbare Zustände während der Corona-Pandemie in Alters- und Pflegeheimen. Sie verabschiedeten eine Resolution, in der sie Bund und Kantone auffordern, ihre Verantwortung endlich wahrzunehmen und sofortige Entlastungmassnahmen zu ergreifen. Die rund 30 Teilnehmenden der heutigen digitalen Branchenkonferenz Pflege und Betreuung waren sich einig: Sie stossen derzeit an ihre Grenzen. Bund und Kantone müssen umgehend Massnahmen ergreifen, um das Pflege- und Betreuungspersonal in der Betagtenpflege zu entlasten. Sie haben dazu eine Resolution verabschiedet. Viele Ansteckungen und Personalausfälle. Während es in der ersten Pandemiewelle vor allem an Schutzmaterial fehlte, ist derzeit der akute Personalmangel das grösste Problem. Die Personalausfälle sind so gravierend, dass in Alters- und Pflegeheimen teilweise sogar positiv getestete Pflegende eingesetzt werden. Sie gefährden damit sich selbst, die Betagten und ihre Arbeitskolleg*innen. Die Teilnehmenden der Branchenkonferenz fordern deshalb von den Kantonen: Pflegende mit einer vermuteten oder nachgewiesenen Covid-19-Infektion dürfen unter keinen Umständen zur Arbeit herangezogen werden. Sie sollen in Isolation bleiben und sich zu Hause auskurieren können. Die Kantone müssen für genügend Personal in der Betagten-Pflege und -Betreuung sorgen: Insbesondere durch heim- und kantonsübergreifende Personalpools oder durch zusätzliche Hilfe von Zivildienstleistenden und dem Militär. Überlastung vorprogrammiert. Das verbleibende Personal häuft derzeit Überstunden an und steht im Dauereinsatz. An freien Tagen trotzdem zur Arbeit zu gehen, ist nicht mehr die Ausnahme, sondern die Norm. So gravierend die aktuelle Situation ist, so wenig überraschend kommt sie. Die Pandemie zeigt, dass die Heime durch ewige Sparmassnahmen und die Ökonomisierung der Pflege bereits vorher am Limit waren. Das Personal aus Pflege und Betreuung fordert deshalb von Bund und Kantonen: ■ Das Pflege- und Betreuungspersonal muss sich nach der Pandemie von den Strapazen erholen können, ansonsten wird die bereits sehr hohe Berufsausstiegsrate dramatische Ausmasse annehmen. Die zukünftige Entlastung der Pflegenden muss jetzt geplant werden! Es braucht nach der Pandemie «Zeit» im Sinne einer Kompensation der Überstunden und einer Arbeitszeitreduktion, „Geld“ in Form einer längst überfälligen Lohnerhöhung sowie zusätzliches Personal durch die Förderung der Aus- und Weiterbildung sowie höhere Stellenschlüssel.
Für Rückfragen:
Samuel Burri, Co-Branchenverantwortlicher Pflege Unia
Silja Kohler, Mediensprecherin Unia
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 1.12.2020.
Unia Schweiz > Pflegepersonal. Arbeitsbedingungen. Unia Schweiz, 2020-12-01
29.11.2020 Schweiz
Abstimmungen Schweiz
SGB

Abstimmung
Konzernverantwortungs-Initiative
Volltext
Ablehnung Konzernverantwortungsinitiative. Hochglanzbroschüren werden nicht ausreichen. Der SGB bedauert das knappe Scheitern der Konzernverantwortungsinitiative am Ständemehr. Die GegnerInnen haben im Abstimmungskampf klar die Absichten der Initiative unterstützt und sich lediglich darauf berufen, dass deren Weg falsch sei. Nun werden die Firmen beim Wort genommen, dass sie die abgegebenen Versprechen auch einhalten. Der SGB wird darauf bestehen, dass der nun in Kraft tretende indirekte Gegenvorschlag konsequent umgesetzt, die Umsetzung kontrolliert und die hohe Zustimmung in der Bevölkerung bei der Ausgestaltung der Verordnung berücksichtigt wird. Damit alle Verstösse gegen Menschen- und elementare Arbeitsrechte sowie Umweltstandards öffentlich werden. Der SGB setzt sich weiterhin mit den europäischen und weltweit vernetzten Gewerkschaften für eine gerechte Weltwirtschaft ein. Kinderarbeit, Ausbeutung in Textilfabriken, vergiftete Flüsse beim Rohstoffabbau, Gewalt gegen Gewerkschafts-AktivistInnen müssen verhindert werden. Ziel bleibt, die für viele Arbeitnehmende ausbeuterische Weltwirtschaftsordnung zu verbessern und für gerechte Handelsbeziehungen zu sorgen. Kriegsgeschäfte-Initiative. Der SGB bedauert die Ablehnung der Kriegsgeschäfte-Initiative. Für die betroffenen Institutionen wäre ein Ausschluss von Investitionen in Kriegsmaterial ohne grosse Mehrkosten oder Renditeeinbussen umsetzbar gewesen. Nun sind die bestehenden Hebel für nachhaltigere Anlagen zu nutzten. Viele Stiftungsräte von Pensionskassen mit paritätischer Vertretung der Versicherten setzen sich für eine sozial- und umweltverträgliche Anlagepolitik ein. Dieses Engagement muss nun weitergeführt und verstärkt werden. Viele versicherte Arbeitnehmende wollen mit ihrem Alterskapital keine unethischen Anlagen unterstützen.
Auskünfte:
Urban Hodel, Co-Leiter Kommunikation SGB
SGB, Medienmitteilung, 29.11.2020.
SGB > Konzernverantwortungs-s-Initiative. Abstimmung. SGB, 202o-11-29.
Ganzer Text
26.11.2020 Schweiz
Detailhandel
Unia Schweiz

Arbeitsbedingungen
Black Friday
Detailhandel
Volltext
„Black Friday“ ist ein Höhepunkt der prekären Arbeit. nlinehandel beschert Logistiker*innen einen rabenschwarzen Freitag. Der „Black Friday“ wird erneut zu Rekord-Bestellungen im Onlinehandel führen. Leidtragende dieses von Unternehmen geförderten Konsumrausches sind die Arbeitnehmenden, die die bestellten Produkte unter riesigem Zeitdruck verpacken, transportieren und ausliefern müssen. Die Unia fordert die Einhaltung des Arbeitsgesetzes, eine klare Eingrenzung der atypischen Arbeitsformen, deutlich mehr Kontrollen und allgemein geregelte Arbeitsbedingungen mit fairen Mindestlöhnen. Die Arbeitsbedingungen in der Logistik- und Kurierbranche sind schon im Normalzustand miserabel. Lange Arbeitstage, grosser Zeitdruck, schlechte Entlöhnung und prekäre Arbeitsverträge prägen das Bild. In vielen Betrieben werden Vorschriften des Arbeitsgesetzes reihenweise nicht eingehalten, etwa wenn gearbeitete Stunden nicht erfasst oder Gesundheitsschutzbestimmungen missachtet werden. Viele Unternehmen setzen auf Arbeit auf Abruf, Temporärarbeit, auf Subunternehmerketten oder sogar Scheinselbständigkeit, um den Konkurrenzkampf um noch billigere Preise zu gewinnen. Dies führt systematisch zu unsicheren und belastenden Arbeitsbedingungen und schlechten Löhnen. Dies alles in einer boomenden Branche, welche händeringend versucht, die anfallenden Aufträge bewältigen zu können und 2020 wegen der Corona-Pandemie grosse Extraprofite einfährt und sich langfristig Marktanteile im Detailhandel sichert. „Black Friday treibt Prekarisierung voran. An Tagen wie dem „Black Friday“ steigt das Arbeitsvolumen zusätzlich. Dafür heuern Arbeitgeber kurzfristig zahlreiche Temporär-Arbeitskräfte an, die dann in denselben Logistikzentren arbeiten wie die bestehenden Arbeitnehmenden – Pandemie-Massnahmen wie Mindestabstände können oft nicht mehr eingehalten werden. Lagermitarbeitende, Logistiker*innen und Kurier*innen müssen in kürzester Zeit gewaltige Mengen an Sendungen bearbeiten und ausliefern, was zu massivem Stress, körperliche Überlastung und vielen (auch unbezahlten) Überstunden führt. Fragwürdige Strategie der Detailhändler. Die Strategie der grossen Detailhändler, mit Rabattschlachten und Aktionstagen wie dem «Black Friday» oder dem gleich darauf folgenden „Cyber Monday“ die Umsätze zu steigern, ist für die Arbeitnehmenden verheerend. Zumal die Mehrarbeit und der Preisdruck auf eine Branche überwälzt werden, wo es keine Gesamtarbeitsverträge und kaum Kontrollen der Arbeitsbedingungen gibt. Zudem fördern diese Tage einen Überkonsum und befeuern so die Klimakrise. Es braucht Verbesserungen, Verantwortung der Detailhändler und Kontrollen. Der Prekarität und Gesetzesverletzung in der Logistik- und Transportbranche muss ein Ende gesetzt werden. Dazu braucht es Mindestlöhne von mindestens 4000 Franken (x13), stabile Anstellungen und eine klare Begrenzung von temporären Arbeitsverträgen oder solchen auf Abruf. Auch klare Regeln für Plattformen, eine Einschränkung von Subunternehmerketten, die Solidarhaftung von Generalunternehmen und ein verbesserter Gesundheitsschutz sind nötig. Es braucht ein Ende des unlauteren Wettbewerbs von Dumping-Anbietern und einen starken Gesamtarbeitsvertrag, welcher Arbeitnehmende schützt und für gleich lange Spiesse im Markt sorgt. Der Onlinehandel wird seine Umsätze dieses Jahr um bis zu 50 Prozent steigern. Die grossen Akteure der Branche können sich einen guten Logistik-GAV mit fairen Löhnen leisten. Zusätzlich braucht es dieses Jahr für den ausserordentlichen Stress und Risiko am Arbeitsplatz für alle Arbeitnehmer*innen der Branche eine Corona-Prämie von mindestens 2000 Franken.
Für Rückfragen:
Roman Künzler, Verantwortlicher Logistik und Transport
Anne Rubin, Verantwortliche Detailhandel Unia
Philipp Zimmermann, Mediensprecher Unia.Kontakte zu Arbeitnehmenden aus der Logistik können auf Anfrage vermittelt werden.
Unia Schweiz, :Medienmitteilung, 26.11.2020.
Unoa Schweiz > Detailhandel. Black cFriday. Una Schweiz, 2020-11-26.
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25.11.2020 Schweiz
Gesundheitsschutz
SGB

Coronavirus
Gesundheitsschutz
Volltext
Schutz der Gesundheit und Einkommen: Jetzt braucht es weitergehende Schritte, um die Arbeitnehmenden zu schützen. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist angespannt. Die Zahl der Arbeitssuchenden nimmt zu, und die niedrigsten Einkommen werden durch Kurzarbeit erheblich reduziert. Der Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz wird nach wie vor unzureichend umgesetzt und überwacht. Es braucht weitere Unter-stützungsmassnahmen, damit nicht die Arbeitnehmenden die Hauptlast der Corona-Krise tragen müssen. Die finanziellen Mittel beim Bund für den Erhalt der Arbeitsplätze und die Lohngarantie in dieser Krise sind zweifelsfrei vorhanden. Dies hat der Vorstand des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes festgehalten, der heute anstelle der Delegiertenversammlung tagte, die wegen der Corona Restriktionen verschoben wurde. Anstelle einer Delegiertenversammlung, die aufgrund der Corona-Massnahmen nicht durchgeführt werden konnte, hat heute eine ausserordentliche Sitzung des Vorstands des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds die drängendsten Probleme der Arbeitnehmenden in der aktuellen Corona-Krise beraten. Der SGB-Vorstand stellt fest, dass es grundsätzlich zur Bewältigung der Konzequenzen der zweiten Welle die Wiedereinführung der Abfederungs- und Absicherungsmassnahmen braucht, dank derer im Frühling die Schweiz besser durch die Krise gekommen ist als andere Län-der. Daher hat sich der SGB für die Wiedereinführung von Kurzarbeit für befristete Anstellungen stark gemacht, die der Bundesrat jetzt auch beantragt. Erfreulich ist auch, dass der Härtefallfonds auf den 1. Dezember vorgezogen und mit 1 Mrd. statt 400 Mio. Franken höher dotiert wird. Die Verlängerung der Krisensituation erfordert ein entschiedeneres und schnelleres Handeln. Es gibt viele Arbeitnehmende, die im Jahr 2020 durch die Kurzarbeit einige Monate schmerzhafte Einkommensverluste erfahren mussten. Für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer käme das einer Abschaffung des 13. oder sogar 12. Jahresgehaltes gleich – und einem Abgleiten in finanzielle Notlage. Diese Entwicklung ist umso problematischer, als sie die einkommensschwächsten Ange-stellten überproportional trifft: Gemäss der Sotomo-Studie für die SRG haben Haushalte, die von weniger als 4’000 Franken pro Monat leben, bisher 19 Prozent ihres Einkommens verloren. Dies erfordert wirksame und schnelle Lösungen für alle: Der SGB fordert eine 100prozentige Lohndeckung der Arbeitslosenversicherung für GeringverdienerInnen im Falle von Kurzarbeit. Die Passivität des Bundesrates ist schlicht nicht mehr tragbar, weil damit immer mehr Betroffene in die Existenznot fallen. Die Lage spitzt sich zu: momentan sind gegen 3 Prozent der Beschäftigten (Vollzeitäquivalente) in Kurzarbeit und die Quote der Stellensuchenden ist seit Krisenbeginn um rund 1.5 Prozentpunkte gestiegen (von 4 auf knapp 5.5 Prozent). Um eine weitere Verschlechterung der Situation zu ver-hindern, muss der Zugang zur Kurzarbeit für befristete Verträge reaktiviert werden. Vor allem aber muss der Trend gebremst werden, dass die Zahl der Menschen, die das Ende ihrer Ansprüche erreichen steigt, was vor allem Arbeitnehmer am Ende ihrer beruflichen Laufbahn betrifft. Zu diesem Zweck müssen die Rechte auf Tagegelder und Rahmenfristen erweitert werden. Auch sollte die Inkraftsetzung der Überbrückungsleistung vorgezogen werden: das vorgesehene Datum 1. Juli 2021 ist zu spät und hat zur Folge, dass viele Arbeitslose keine genau auf diese Situation zugeschnittene Leistung erhalten werden. Und schliesslich braucht es zur Stützung der Kaufkraft eine rasche Ausschüttung der übermässigen Krankenkassen-Reserven. Um den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz zu garantieren und die 2. Welle in den Griff zu bekommen, müssen die Ansteckungsgefahren am Arbeitsplatz reduziert werden. Die zögerliche Haltung des Bundesrates und sein Verzicht auf echte Massnahmen sind nicht nachvollziehbar. Der SGB fordert, dass alle Unternehmen verpflichtet werden, Schutzpläne zu haben. Vor allem aber müssen Beratung und Kontrolle massiv verstärkt werden. Der Bund muss von seiner Weisungsbefugnis bezüglich der Anzahl der Inspektionen Gebrauch machen und dafür sorgen, dass die ausführenden Organe die ihnen zur Verfügung stehenden Mittel mobilisieren.
Der Rückgang der Ansteckungszahlen sollte uns nicht über die Spannungen hinwegtäuschen, die in der Arbeitswelt immer noch herrschen. Wir müssen jetzt durch Einkommensgarantien und Sicherheit für Menschen, die arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht sind, die Grundlagen für einen sozialverträglichen Weg aus der Krise schaffen.
Auskünfte:
Daniel Lampart, SGB-Sekretariatsleiter, Benoît Gaillard, Co-Leiter Kommunikation SGB
SGB, Medienmitteilung, 25.11.2020.
SGB > Coronavirus. Gesundheitsschutz. SGB, 2020-11-25
20.11.2020 Schweiz
Schreinermeister-Verband
Unia Schweiz

GAV
Schreiner
Volltext
Schreinermeister schicken GAV bachab. Schreiner*innen sind bereit, zu kämpfen!. Im Frühsommer haben sich die Sozialpartner des Schreinereigewerbes auf einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) und neu ein Vorruhestandsmodell geeinigt. Jetzt brechen die Schreinermeister ihr Wort und lehnen das Paket ab. Damit provozieren sie, dass die Schreiner*innen stehen ab 2021 ohne GAV dastehen. Gemeinsam mit den Gewerkschaften Unia und Syna werden sie für ein würdevolles Leben im Alter kämpfen! Der aktuelle Gesamtarbeitsvertrag für das Schreinergewerbe ist noch bis Ende Jahr gültig; dann läuft er aus. Die Sozialpartner einigten sich deshalb bereits im Frühsommer, den Gesamtarbeitsvertrag zu erneuern und neu ein Vorruhestandsmodell (VRM) einzuführen. In der Folge haben die Schreiner*innen der Unia und der Syna Anfang Juli dem Paket zugestimmt. Nicht so die Arbeitgeber: Der Verband Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten (VSSM) steht offensichtlich nicht zu seinem Wort und lehnt das Verhandlungsergebnis ab. Nun droht für 2021 ein vertragsloser Zustand. Schreinermeister verantworten vertragslosen Zustand. Der Entscheid der Schreinermeister stürzt die Branche in die Krise – die Folgen eines vertraglosen Zustands sind verheerend: Den Arbeitnehmenden droht bei einem vertragslosen Zustand Lohn- und Sozialdumping; und ohne gleich lange Spiesse steigt der bereits hohe Druck aus dem grenznahen Ausland auf die Unternehmen massiv. Mit seinem kurzsichtigen «Nein» zum Verhandlungspaket missachtet der VSSM aber auch den klaren Willen der Branche: Bereits 2018 sprachen sich in einer Umfrage der Sozialpartner Arbeitnehmende und Arbeitgeber grossmehrheitlich für das Vorruhestandsmodell aus. Eine nachhaltige Branchenpolitik zum Wohl aller Beteiligten sieht definitiv anders aus. Die Gewerkschaften Unia und Syna werden den Affront nicht tatenlos hinnehmen; die Schreiner*innen sind bereit, für ein würdevolles Leben im Alter zu kämpfen!
Für Rückfragen:
Kaspar Bütikofer, Mitglied Sektorleitung Gewerbe Unia
Giuseppe Reo, Dossierverantwortlicher Schreiner*innen Unia
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 20.11.2020.
Unia Schweiz > Schreinergewerbe. GAV. Unia Schweiz, 2020-11-20.
Ganzer Text
19.11.2020 Schweiz
Fenaco
Löhne
Unia Schweiz

Fenaco
Lohnerhöhungen
Volltext
Die fenaco erhöht Lohnsumme um 1,0 Prozent. Die fenaco Genossenschaft erhöht ihre Gesamtlohnsumme für 2021 um 1,0 Prozent. Bei einer erwarteten Minusteuerung entspricht das einer deutlichen Reallohnerhöhung. Es profitieren insbesondere Mitarbeitende im unteren Lohnsegment. Der Vaterschaftsurlaub beträgt neu 15 Tage zum vollen Lohn. Ebenfalls gestartet wurde die Überprüfung der Lohngleichheit zwischen Frau und Mann Die fenaco Genossenschaft hat sich bei den diesjährigen Lohnverhandlungen mit ihren Sozialpartnern, den Gewerkschaften Syna und Unia, unter Mitwirkung der Personalkommission der fenaco, geeinigt. Die Gesamtlohnsumme wird 2021 um 1,0 Prozent angehoben. 0,3 Prozent fliessen in eine generelle Lohnerhöhung von CHF 50 für Mitarbeitende im unteren Lohnsegment. Davon profitiert rund ein Drittel aller Angestellten. Für individuelle Lohnerhöhungen werden 0,5 Prozent der Gesamtlohnsumme zur Verfügung gestellt. 0,2 Prozent stehen für strukturelle Anpassungen im Sinne von ausserordentlichen Lohnerhöhungen wie Beförderungen, Stellen- oder Funktionswechsel während des Jahres zur Verfügung. Die Regelung gilt für alle Mitarbeitenden, die dem GAV fenaco angeschlossen sind. Deutliche Reallohnerhöhung. Das Staatssekretariat für Wirtschaft rechnet sowohl für 2020 (-0,9 Prozent) als auch für 2021 (-0,1 Prozent) mit einer Minusteuerung. Die Erhöhung der Lohnsumme um 1,0 Prozent entspricht somit einer deutlichen Reallohnerhöhung. In den letzten zwei Jahrzehnten gab es bei der fenaco stets eine Lohnrunde, die über der Teuerung und dem nationalen Durchschnitt lag. Vaterschaftsurlaub von 15 Tagen. Neu gewährt die fenaco zudem einen Vaterschaftsurlaub von 15 Tagen zum vollen Lohn. Die fenaco geht damit 5 Tage über das gesetzliche Minimum hinaus und setzt ein Zeichen für familienfreundliche Anstellungsbedingungen. Unter Einbezug der Sozialpartner hat zudem die Überprüfung der Lohngleichheit zwischen Frau und Mann gestartet (sozialpartnerschaftliche Lohngleichheitsanalysen). In diesem Prozess werden die Löhne aller GAV-unterstellten Arbeitnehmenden überprüft. Die letzte Analyse, bei der keine Lohndiskriminierungen festgestellt wurden, geht auf das Jahr 2016 zurück.
Für Rückfragen:
Teresa Dos Santos Lima-Matteo, Branchenleiterin Lebens- und Genussmittelindustrie Unia
Berthold Büscher, Stv. Branchenleiter Lebens- und Genussmittelindustrie Unia,
Philipp Zimmermann, Mediensprecher Unia
Unia Schweiz, 19.11.2020.
Unia Schweiz > Fenaco. Lohnerhöhungen. Unia Schweiz, 2020-11-19.
Ganzer Text
18.11.2020 Schweiz
Löhne
Regierung Schweiz
SGB

Coronavirus
Löhne
Volltext
Massnahmen des Bundesrats zur Corona-Krise. Positive Stossrichtung des Bundesrats – weitere Massnahmen zur Sicherung der Einkommen dringend nötig. Der SGB begrüsst, dass der Bundesrat Kurzarbeit wieder für befristet Angestellte zulassen und den Härtefallfonds aufstocken will. Die Lage vieler Berufstätiger in der Schweiz ist besorgniserregend. Die Arbeitslosigkeit steigt – insbesondere bei den älteren Arbeitnehmenden. In Krisenbranchen wie beispielsweise der Geschäftshotellerie oder der Maschinenindustrie ist es momentan nahezu aussichtslos, wieder eine Stelle zu finden. Wer in Kurzarbeit ist, hat nur 80 Prozent des Lohns. Vor allem Geringverdienerinnen und Geringverdiener haben immer mehr Mühe, mit dem Geld über die Runden zu kommen. In zahlreichen Fällen haben sie deutlich weniger als 3’000 Franken pro Monat. Davon können sie nicht leben. Um diese Probleme zu lösen, braucht es zusätzliche Massnahmen. Der SGB fordert, dass Geringverdienerinnen und Geringverdiener in Kurzarbeit den vollen Lohnersatz erhalten. Zur Verhinderung von Aussteuerungen müssen die Massnahmen aus der ersten Welle wieder eingeführt werden. Indem damals die ALV-Taggelder und Rahmenfristen verlängert wurden, entgingen Tausende von Arbeitslosen der Aussteuerung. Zudem muss die Überbrückungsleistung für ausgesteuerte ältere Arbeitslose so rasch als möglich in Kraft gesetzt werden. Sie wird so dringend benötigt wie noch nie.
Auskünfte:
Daniel Lampart, SGB-Sekretariatsleiter
Urban Hodel, Co-Leiter Kommunikation SGB
SGB, Medienmitteilung, 18.11.2020
SGB >> Löhne. Bundesrat. SGB, 2020-11118.
Ganzer Text
16.11.2020 Kuba
Schweiz
Granma
Medicuba

Gründung
Medicuba
Volltext
MediCuba Europe und BioCubaFarma unterzeichnen neues Kooperationsabkommen. Die Erste Stellvertretende Ministerin für Aussenhandel und Auslandsinvestitionen bewertete die Ergebnisse der Zusammenarbeit mit MediCuba Europe als positiv und bekräftigte die Bereitschaft, die Beziehungen weiter zu vertiefen. Kuba und Europa stärken ihre Beziehungen im Gesundheitsbereich mit der Unterzeichnung eines Kooperationsabkommens zwischen der Unternehmensgruppe BioCubaFarma und der Nichtregierungsorganisation (NGO) MediCuba Europe, berichtete Ana Teresa González Fraga, Erste stellvertretende Ministerin für Aussenhandel und Auslandsinvestitionen, auf ihrem Twitter-Account. Die Vereinbarung, die von Dr. Franco Cavalli, Präsident der europäischen NGO, und Dr. Mayda Mauri Pérez, Vizepräsidentin der Unternehmensgruppe BioCubaFarma, unterzeichnet wurde, legt fest, dass die europäische Organisation Forschungsprojekte des kubanischen Gesundheitswesens wirtschaftlich mit Mitteln unterstützen wird, die zu den 300.000 Euro hinzukommen, die seit Anfang dieses Jahres bereits für den Kampf gegen die Pandemie bereitgestellt wurden, berichtet PL. Die Erste Stellvertretende Ministerin für Aussenhandel und Auslandsinvestitionen bewertete die Ergebnisse der Zusammenarbeit mit MediCuba Europe als positiv und bekräftigte die Bereitschaft, die Beziehungen weiter zu vertiefen.
Diese NGO setzt sich aus einem Netzwerk von Entwicklungsverbänden und NGOs aus 13 Ländern zusammen, die im Bereich der Medizin Solidarität mit Kuba ausüben.
Granma, 16.11.2020
Granmana > Medicuba. Granma, 2929-111-16.
Gnzer Text
16.11.2020 Schweiz
Schreinermeister-Verband
Unia Schweiz

Rentenalter
Schreiner
Vollgeld-Initiative
Volltext
Vorruhestandsmodell der Schreiner*innen in Gefahr. Schreinermeister spielen mit dem Feuer Im Frühsommer haben sich die Sozialpartner des Schreinereigewerbes auf einen Gesamtarbeitsvertrag mit neu einem Vorruhestandsmodell geeinigt. Während die Mitglieder der Unia dem neuen Vertrag schnell zugestimmt haben, zögern die Schreinermeister mit ihrem «Ja». Sollten die Patrons den Vertrag morgen ablehnen, droht ein für die Branche verheerender vertragsloser Zustand. Nach langen und harten Diskussionen erzielten die Sozialpartner im Frühsommer einen Durchbruch: Die Verhandlungsdelegationen der Unia und des Schreinermeisterverbandes (VSSM) einigten sich auf ein Paket. Dieses besteht aus einem neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) und der Einführung des Vorruhestandsmodell (VRM) für das Schreinergewerbe. Das neue Frührentenmodell sieht vor, dass ältere Mitarbeitende entweder fünf Jahre vor der ordentlichen Pensionierung das Pensum reduzieren können oder aber zwei Jahre früher in Rente gehen. Sie erhalten eine Überbrückungsrente von 60 Prozent. Die Frührente für Schreiner*innen ist für die Angestellten wichtig und eine Errungenschaft der Branche: Es hilft einerseits, auch ältere Mitarbeitende länger in der Branche zu halten und ermöglicht diesen anderseits, gesund und in Würde in den Ruhestand zu treten. Schreinermeister müssen dem Bekenntnis Taten folgen lassen. Nachdem die Schreiner*innen an der Berufskonferenz der Unia bereits Anfang Juli das Paket angenommen hatte, steht jetzt die Zustimmung des Verbands Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten (VSSM) aus. Diese fällen ihren Entscheid morgen, am 17. November 2020. Nun deutet alles darauf hin, als würde der VSSM einen Rückzieher machen und einem Entscheid über das Paket aus dem Weg gehen oder ablehnen. Die Unia ruft dem VSSM nochmals in Erinnerung, dass der aktuelle GAV 2018-2020 befristet ist und Ende Jahr unwiderruflich ausläuft. Ohne ein bedingungsloses «Ja» zum Paket, bestehend aus neuem GAV und VRM tritt Anfang 2021 unweigerlich der vertragslose Zustand ein. Die Unia ruft die Delegierten des Schreinermeisterverbandes auf, einen vertragslosen Zustand abzuwenden und sich zum gemeinsam verhandelten Ergebnis zu bekennen. Die Schreiner*innen sind bereit, für eine gesundes und würdevolles Leben im Alter zu kämpfen!
Für Rückfragen:
Kaspar Bütikofer, Mitglied Sektorleitung Gewerb
Giuseppe Reo, Dossierverantwortlicher Schreiner*innen
Leena Schmitter, Mediensprecherin Unia
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 16.11.2020.
Unia Schweiz > Schreinergewerbe. Rentenalter. Unia Schweiz, 2020-11-16.
Ganzer Text
12.11.2020 Schweiz
Pflegepersonal
Unia Schweiz

Coronavirus
Gesundheitsschutz
Volltext
Pflegepersonal muss dringend geschützt werden. Die Bewohner*innen und das Personal in Alters- und Pflegeheimen sind massiv von der zweiten Corona-Welle betroffen. Die Meldungen von Ansteckungen häufen sich. Pflegende setzen sich täglich der Gefahr einer Ansteckung aus, gleichzeitig steigen die Arbeitsbelastung und die Personalknappheit. Die Unia fordert die Behörden auf, den Schutz des Personals in den Heimen zu priorisieren und Überlastungen zu verhindern. Die zweite Covid-19-Welle trifft die Alters- und Pflegeheime in der Schweiz mit voller Wucht. Nach und nach wird nun das Ausmass sichtbar – so sind im Kanton Neuenburg 14 von 54 Institutionen betroffen, der Kanton Waadt verzeichnete letzte Woche bereits beinahe 350 infizierte Bewohner*innen, das Tessin mehrere Hundert und im Kanton Bern waren knapp 600 Angestellte aus Alters- und Pflegeheimen in Quarantäne oder nach bestätigter Covid-19-Infektion in Isolation. Gleichzeitig wenden sich besorgte Mitglieder an die Unia, die von eklatantem Personalmangel in einzelnen Institutionen und Arbeitsaufgeboten auch bei Covid-19-Verdacht berichten. Während der Fokus von Behörden und Politik auf den Kapazitäten der Intensivstationen und der Situation in den Spitälern liegt, scheinen Alters- und Pflegeheime erneut vergessen zu gehen. Neben den Bewohner*innen müssen insbesondere auch die Pflegenden besser geschützt werden! Die Gewerkschaft Unia als mitgliederstärkste Gewerkschaft in der privaten Langzeitpflege fordert in einem heute publizierten Positionspapier von den zuständigen kantonalen Behörden sofortige Massnahmen. Keine Arbeitsaufgebote bei positivem Testergebnis oder bei Verdacht auf Covid-19. Pflegende, die in Quarantäne sollten und trotzdem zur Arbeit aufgeboten werden, stehen vor einem Gewissenskonflikt – sie wollen niemanden anstecken. Daher ist die verordnete Quarantäne zu respektieren. Die Unia wehrt sich gegen global ausgestellte Bewilligungen für Alters- und Pflegeheime, die ein Arbeitsaufgebot trotz Quarantänepflicht erlauben. Beschäftigte mit Symptomen, die auf einen Test oder ein Testergebnis warten oder sich aufgrund einer nachgewiesenen Covid-19-Infektion in Isolation befinden, dürfen in keinem Fall zur Arbeit herangezogen werden. Insbesondere stellen sich für die Pflegenden auch Haftungsfragen. Bereits während der ersten Welle wurden vereinzelt Covid-19-Patient*innen von den Spitälern in Heime verlegt. Die Gewerkschaft Unia fordert, auf solche Verlegungen zu verzichten: Denn die Heime sind sowohl von der Personalstruktur als auch von der Infrastruktur her nicht für die palliative Pflege terminaler Covid-19-Patient*innen ausgelegt. So eine Verlegung ist umso fahrlässiger, als dass die Bewohner*innen der Heime zur Hochrisikogruppe gehören. Ferner fordert die Unia Behörden und Arbeitgeber auf, eine Überlastung des Personals mit allen Mitteln zu verhindern: Die minimalen Bestimmungen des Arbeitsgesetzes sind jederzeit einzuhalten und dürfen auch zukünftig nicht weiter gelockert werden. Um einen noch massiveren Personalmangel aufzuhalten und bestehende Ausfälle zu kompensieren, müssen die kantonalen Behörden Verantwortung übernehmen und eine überbetriebliche Koordination der Personalressourcen, beispielsweise über Personalpools, gewährleisten.
Für Rückfragen: Samuel Burri, Co-Branchenverantwortlicher Pflege Unia (Deutsch)
Yolande Peisl-Gaillet, Co-Branchenverantwortlicher Pflege Unia (Französisch)
Enrico Borelli, Co-Branchenverantwortlicher Pflege Unia (Italienisch)
Silja Kohler, Mediensprecherin Unia (Deutsch)
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 12.11.2020.
Unia Schweiz > Pflegepersonal. Gesundheitsschutz. Unia 2020-11-12.
Ganzer Text
06.11.2020 Schweiz
AHV
SGB

AHV
Pressekonferenz
Volltext
Einladung zur Rentenmedienkonferenz des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds. Die Altersvorsorge steht am Scheideweg. Sehr geehrte Medienschaffende. Die Frauenrentenlücke beträgt einen Drittel. Trotzdem plant das Parlament eine Reform der AHV, ohne diese Rentenrealität zu berücksichtigen. Frauen sollen markant weniger Rente erhalten. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund präsentiert die konkreten Auswirkungen von AHV 21 auf die Rentenhöhe der Frauen mit neuen Berechnungen der Rentenverluste. Zudem erhalten Sie die neusten Zahlen und Analysen zur aktuellen Rentensituation, insbesondere der Frauen, sowie zu den dramatisch sinkenden Renten aus der 2. Säule. Der SGB bietet Beispiele für die prekären Altersrenten in Branchen mit hohem Frauenanteil. Daraus leitet der SGB grossen Handlungsbedarf und dringende Forderungen ab. Die Pressekonferenz findet statt am: Dienstag, 10. November 2020, um 10.00 Uhr im Hotel Bern und online. Es nehmen teil: Pierre-Yves Maillard, Präsident SGB, Gabriela Medici, Zentralsekretärin SGB, stv. Sekretariatsleiterin a. i. , Aldo Ferrari, Vizepräsident Gewerkschaft Unia, Sandrine Nicolic-Fuss, Präsidentin Kapers Cabin Crew Union Hinweise zur Teilnahme: Für eine Teilnahme vor Ort im Hotel Bern, Zeughausgasse 9, 3011 Bern stehen ausreichend Plätze zur Verfügung gemäss Schutzkonzept. Das Tragen einer Hygienemaske ist obligatorisch. (Schutzkonzept als PDF). Zusätzlich ist eine Teilnahme auch online per Zoom-Videokonferenz möglich: Auskünfte: Urban Hodel, Co-Leiter Kommunikation SGB, Benoît Gaillard, Co-Leiter Kommunikation SGB
SGB, 6.11.2020.
SGB > AHV. Pressekonferenz. SGB, 2020-11-06
Ganzer Text
05.11.2020 Schweiz
Löhne
Unia Schweiz

Kurzarbeit
Lohnerhöhungen
Volltext
Kanton Waadt bekämpft sozialen Notstand. Kurzarbeit: Es braucht vollen Lohnausgleich. Die Regierung des Kanton Waadt will für den November die Kurzarbeitsentschädigung um 10% auf neu 90% aufstocken. Der Entscheid wurde notwendig, weil der Bund die Mängel bei der Kurzarbeitsentschädigung vor sich herschiebt. Wegen der zweiten Covid-Welle wird die Zahl der Menschen, welche auf Kurzarbeitsentschädigung angewiesen sind, wieder ansteigen. Hunderttausende werden erneut nur 80% ihres üblichen Lohnes erhalten – weil sich der Bund bisher weigert, den Lohnausfall in dieser Ausnahmesituation vollständig auszugleichen. Tieflohnbezüger*innen überdurchschnittlich betroffen. Rund die Hälfte von ihnen arbeitet in Tieflohnbranchen, die Lohneinbusse wegen Kurzarbeit wiegt schwer. Wer z.B. im Gastgewerbe oder in der Coiffeurbranche arbeitet, verdient im Durchschnitt rund 4'100 Franken im Monat (Vollzeitstelle). Wenn 20% wegfallen, bleibt noch ein Lohn von 3'300 Franken; viele haben Mühe, damit sich und ihre Familien durchzubringen. Unia begrüsst deshalb den heutigen Entscheid der Regierung des Kanton Waadt, die Kurzarbeitsentschädigung für den November um 10% auf neu 90% des üblichen Lohnes aufzustocken sowie einen Fonds für Härtefälle in der Höhe von 50 Millionen Franken bereitzustellen. Das verbessert die teilweise äusserst prekäre Lage der Betroffenen. Bundesrat muss endlich handeln
Die Unia hat dem Bundesrat bereits im August eine Petition übergeben, die den 100%-igen Lohnersatz für Löhne bis netto 5000 Franken forderte. Der Beschluss der Waadtländer Regierung zeigt nun, dass Bundesrat und Parlament die offensichtlichen Mängel der heutigen Kurzarbeitslösung zu lange vor sich hergeschoben haben. Es besteht dringender Handlungsbedarf, und die Untätigkeit des Bundes darf nicht einzelne Kantone in eine Lückenbüsserrolle zwingen. Das Engagement einzelner Kantone ist zwar zu begrüssen, gefordert ist aber in erster Linie der Bund. Denn die Pandemie trifft Arbeitnehmende in allen Kantonen hart. Es braucht jetzt dringender denn je eine Bundeslösung, welche eine soziale Notlage insbesondere für wenig Verdienende vermeidet. Die Sicherung ihrer Kaufkraft ist auch die beste Massnahme, um einen weiteren Einbruch der Konjunktur zu vermeiden. Ein solidarischer Weg aus der Krise ist nötig und möglich. Die Kurzarbeitsentschädigung muss für Löhne bis 5'000 Franken netto auf 100% aufgestockt werden. Das ist sozial gerecht und wirtschaftlich sinnvoll. Jetzt ist der Bundesrat in der Pflicht, diesen Weg zu gehen.
Für Rückfragen: Vania Alleva, Präsidentin Unia, Serge Gnos, Leiter Kommunikation & Kampagnen Unia
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 5.11.2020.
Unia Schweiz > Kurzarbeit. Löhne. Unia Schweiz, 2020-11-05
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04.11.2020 Schweiz
Gesundheitsschutz
SGB

Coronavirus
Gesundheitsschutz
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Es braucht mehr, um Existenznöte zu verhindern. SGB-Kommentar zu den wirtschaftlichen Massnahmen des Bundesrats und fehlenden Unterstützungen. Der SGB begrüsst die vorgezogene Inkraftsetzung des Härtefallfonds. Angesichts der sich zuspitzenden Lage braucht es aber weitere Massnahmen zur Verhinderung von Arbeitslosigkeit und Existenznöten. Prioritär ist die Ausweitung der Kurzarbeit auf befristete Anstellungen und die Aufstockung der Kurzarbeitsentschädigung von GeringverdienerInnen.
Die zweite Corona-Welle hat die Schweiz in einer bereits angespannten Situation getroffen. Zwar hat sich die Beschäftigungssituation über den Sommer etwas verbessert. Doch sind nach wie vor viele Berufstätige in Kurzarbeit oder arbeitslos. Mit den Schliessungen in einigen Kantonen und der Verhaltensänderung der Bevölkerung hat sich die Lage bereits wieder zugespitzt. Die Anmeldungen für Kurzarbeit und die Zahl der Stellensuchenden steigen erneut. In der ersten Welle haben die „Lohngarantien“ über Kurzarbeit und EO zusammen mit den übrigen Massnahmen in der Schweiz schlimmere Entwicklungen wie in den USA verhindert. Das muss auch in der zweiten Welle so sein. Bund und Kantone müssen bereit sein, alles zu tun, um Arbeitsplätze und Löhne zu erhalten. Die Krise trifft Menschen mit tieferen Einkommen besonders stark. Ohne entsprechende Gegenmassnahmen drohen kurz- und mittelfristig grosse soziale Probleme.
Der SGB fordert, dass die bestehenden sozialen Massnahmen konsequent weitergeführt werden. Die Kantone müssen bis Anfang Dezember ihre Härtefallfonds vorbereiten. Zudem braucht es eine Aufstockung der Kurzarbeitsentschädigung für GeringverdienerInnen sowie Kurzarbeit auch für befristete Verträge, insbesondere auch im Hinblick auf mögliche Schliessungen in der Wintersaison.
Der SGB setzt sich dafür ein, dass alle Firmen wirksame Schutzkonzepte gegen die Ausbreitung des Virus haben. Seitens der Behörden muss nun aber rascher gehandelt werden. Die Kantone müssen mehr Kontrollen und Beratungen in den Firmen machen. Und der Bund muss dafür entsprechende Checklisten zur Verfügung stellen.
SGB, Medienmitteilung. SGB, 4.11.2929.
SGB > Coronavirus. Schutzkonzept. SGB, 20201104.
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31.10.2020 Schweiz
Migranten
Unia Schweiz

Einbürgerung
Migranten
Pass
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Keine Doppelbestrafung von Menschen ohne Schweizer Pass! An der heutigen Unia-Migrationskonferenz in Bern fordern die Delegierten höhere Löhne, stabile Aufenthaltsbedingungen für Arbeitnehmende ohne Schweizer Pass und eine solidarische Asylpolitik. Arbeitnehmende ohne Schweizer Pass leben teilweise unter prekären Bedingungen: Sie arbeiten vornehmlich in essentiellen Berufen, in denen die Löhne tief und die Arbeitsbedingungen unsicher sind (z.B. Pflege und Verkauf). Und sie sind in Branchen angestellt, die aktuell von (Teil-)Schliessungen betroffen sind (z.B. Gastronomie). Ihre Arbeits- und Lebensbedingungen sind also schon zu normalen Zeiten schwierig. In Zeiten wie diesen aber, die von Betriebsschliessungen und Kündigungen geprägt sind, sind Migrant*innen einer doppelten Gefahr ausgesetzt: Der Gefahr des Jobverlustes und des Verlusts der Aufenthaltsbewilligung. Das ist intolerabel! Aufenthaltssicherheit für Migrant*innen. In einer Resolution fordern die Delegierten der Unia-Migrationskonferenz das Ende dieser skandalösen Doppelbestrafung von Arbeitnehmenden ohne Schweizer Pass. Der Sozialhilfebezug während und infolge der Corona-Krise darf von den Behörden nicht als mangelnde Integration interpretiert werden und es braucht einen Zugang zu den Sozialversicherungen, ohne Sanktionen im Ausländerrecht befürchten zu müssen. Mit Nachdruck fordern die Delegierten auch anständige Löhne: Keine Löhne unter 4000 Franken! Denn niemand soll mit der Angst leben müssen, Sozialhilfe beziehen zu müssen – und dies auch noch mit dem Verlust der Rechte bezahlen. Die europäische Migrationspolitik versagt. Unter dem Deckmantel eines europäischen „Migrationspaktes“ wird Abschottung und Abschreckung propagiert. Für die Delegierten der Unia-Migrationskonferenz ist klar: Die Schweiz hat eine Verantwortung! Sie fordern die sofortige Aufnahme von Geflüchteten aus den Lagern der griechischen Inseln und dem Festland – unabhängig ihres Alters oder ihrer Verbindungen zur Schweiz. Der Bundesrat muss sich für sichere Fluchtwege und gegen die illegalen Push-Backs an den EU-Aussengrenzen einsetzen. Ausserdem braucht es menschenwürdige Asylverfahren sowie die reale Anerkennung von frauenspezifischen Fluchtgründen. Die Migrationskonferenz nominierte Vania Alleva als Präsidentin der Unia und unterstützt den Antrag der Unia-Frauenkommission für die Nomination von vier Frauen in die GL: Vania Alleva, Véronique Polito, Renate Schoch (alle bisher) und Bruna Campanello (neu) für die Spitze der grössten Gewerkschaft der Schweiz.
Für Rückfragen:
Hilmi Gashi, Leiter Bereich Interessengruppen
Leena Schmitter, Mediensprecherin Unia
Unia Schweiz , Medienmitteilung, 31.10.2020.
Unia Schweiz > Migranten. Einbürgerungen. Unia Schweiz, 2020-10-31.
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30.10.2020 Schweiz
Temporärarbeit
Unia Schweiz

GAV
Temporärarbeit
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Der GAV Personalverleih bietet Temporärarbeitenden Schutz und eine Perspektive. Gesamtarbeitsvertrag für Personalverleih wird für drei Jahre erneuert. Die Sozialpartner haben die Erneuerung des Gesamtarbeitsvertrags Personalverleih für drei Jahre vereinbart. Die erzielten Erfolge des GAV im Bereich der Arbeitsbedingungen, der Sozialversicherungen und der Entlöhnung können somit beibehalten werden. Hinzu kommen Lohnerhöhungen und ab 2023 Mindestlöhne in allen derzeit ausgeschlossenen Sektoren. Als erster Gesamtarbeitsvertrag (GAV) in der Temporärbranche stellt der 2012 eingeführte GAV Personalverleih eine historische Errungenschaft dar. Mit der Erneuerung des GAV werden für Temporärarbeitende weiterhin faire Arbeits- und Betriebsbedingungen gewährleistet. In den Jahren 2022 und 2023 werden die Mindestlöhne zweimal hintereinander erhöht, und zwar um 2 x 40 Franken für ungelernte und 2 x 25 Franken für gelernte Arbeitnehmende. Im Tessin wird der Mindestlohn für ungelernte Arbeitnehmende in zwei Schritten um insgesamt 220 Franken pro Monat angehoben - am 1. Dezember 2021 und am 1. Dezember 2022. Mit diesen schrittweisen Erhöhungen wird der Mindestlohn im Tessin dem auf kantonaler Ebene festgelegten Mindestlohn entsprechen. Keine Ausnahmen mehr bei den Mindestlöhnen. Ab 2023 gelten die Mindestlöhne des GAV PV für alle Branchen und Unternehmen, sofern diese nicht einem allgemeinverbindlich erklärten GAV oder einem in Anhang 1 des GAV PV aufgeführten GAV unterstehen. Damit wird der Schutz der Temporärarbeitenden erheblich gestärkt und die Rechtssicherheit erhöht. Die Sozialpartner haben sich ebenfalls darauf geeinigt, den Beitritt von Branchen- oder Unternehmens-GAV in den Anhang 1 zu fördern, damit die für Festangestellte geltenden Lohn- und Arbeitszeitbestimmungen auch für Temporärarbeitende gelten (Gleichbehandlungsprinzip). Antrag auf Allgemeinverbindlicherklärung (AVE)
Die Sozialpartner beantragen beim Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) die Allgemeinverbindlicherklärung des neuen GAV ab 1. Januar 2021 für drei Jahre.
Unia Schweiz, 30.10.2020.
Unia Schweiz > Temporärarbeit. GAV. Unia Schweiz, 2020-10-30.
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27.10.2020 Schweiz
Implenia
Unia Schweiz

Entlassungen
Implenia
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Weltweiter Stellenabbau beim Baukonzern. Keine Entlassungen bei Implenia! Die Unia fordert den Baukonzern Implenia auf, auf Entlassungen zu verzichten. Die Firma muss die Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeitenden über die kurzfristigen Renditeziele der Aktionäre stellen. Die grösste Baufirma der Schweiz Implenia hat heute einen massiven Abbau bekannt gegeben. Der grösste Teil soll durch den Verkauf von ganzen Einheiten insbesondere in Skandinavien, Österreich und Rumänien realisiert werden. Die Gewerkschaft Unia erwartet, dass Implenia bei diesen Verkäufen alles daran setzt, die Arbeitsplätze zu erhalten. Alternativen sind möglich. In der Schweiz kündigt Implenia den Abbau von 250 Arbeitsplätzen bis 2023 an. Hier fordert die Unia einen Verzicht auf Entlassungen. Der Abbau ist durch natürliche Fluktuation zu erreichen. Zudem muss sich Implenia engagieren, Alternativen zu suchen für die Bauarbeiter, deren Stellen abgebaut werden. Angesichts des sich verschärfenden Fachkräftemangels sollte dies auch möglich sein. Sowohl im Tiefbau wie auch im Hochbau sieht die Baukonjunktur in der Schweiz mittelfristig gut aus. Sollte es trotzdem zu Entlassungen kommen, dann verlangt die Unia, dass Implenia die Betroffenen mit einem vorbildlichen Sozialplan unterstützt. Eine Baufirma soll bauen, nicht Dividenden maximieren Implenia ist eine Firma mit stolzer Tradition. Bereits in der Vergangenheit hat sich das Unternehmen erfolgreich gegen die Übernahme durch Hedge-Fonds gewehrt, die kurzfristige Renditeziele über die langfristigen Interessen der Baufirma stellten. Die Gewerkschaft Unia erwartet, dass Implenia auch zukünftig ein solides Unternehmen bleibt und ihre Verantwortung gegenüber den Mitarbeitenden über kurzfristige Renditeziele der Aktionäre stellt. Für Rückfragen
Nico Lutz, Leiter Sektor Bau Unia
Chris Kelley, Co-Leiter Sektor Bau Unia
Katja Signer Hofer, Mediensprecherin Unia
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 27.10.2020.
Unia Schweiz > Implenia. Unia Schweiz, 2020-10-27.
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27.10.2020 Schweiz
Bauwirtschaft
Gesundheitsschutz
Unia Schweiz

Arbeitsplatzkontrolle
Coronavirus
Volltext
Covid-Schutzmassnahmen in der Arbeitswelt. Wirksame Kontrollen retten Leben und schützen Arbeitsplätze, Seit dem Frühjahr fordert die Unia strengere und flächendeckende Kontrollen, um die Covid-19-Schutzkonzepte in Branchen und Betrieben durchzusetzen. Dies ist heute wichtiger denn je. Sonst steigt das Risiko eines zweiten Lockdowns. Der Zentralvorstand der Gewerkschaft Unia fordert Politik und Behörden zum raschen Handeln auf. Zumindest vorderhand lässt sich das Coronavirus nur eindämmen, indem grundlegende Schutzmassnahmen befolgt werden (Händewaschen und Desinfektion, Hygiene in Gemeinschaftsräumen, Einhaltung eines Sicherheitsabstandes, Tragen einer Maske). Dies gilt im Privatleben genauso wie in der Arbeitswelt. Die mit Hilfe der Gewerkschaften entwickelten Schutzkonzepte in Branchen und Betrieben haben ihre Wirksamkeit unter Beweis gestellt – da wo sie wirklich umgesetzt werden. Ungenügende Umsetzung der Schutzkonzepte. Genau da aber liegt das Problem. Seit dem Abflauen der ersten Corona-Welle im Sommer werden die Schutzkonzepte in immer mehr Betrieben und auf Baustellen nur noch ungenügend umgesetzt. Denn alles kostet Zeit, Mühe und Geld: die tägliche Reinigung der Toiletten, das Arbeiten unter Einhaltung der Sicherheitsabstände, die Organisation von Pausen in Schichten, die Neuorganisation der Teams, die Dosierung der Kundenströme, das Homeoffice für Risikogruppen. Wenn die Betriebe heute die wirksamen Covid-Schutzmassnahmen verschleppen, steigt morgen das Risiko, dass nur ein „Lockdown“ ein Kollaps des Gesundheitswesens zu verhindern mag. Schutzkonzepte anwenden und weiterentwickeln. Der Zentralvorstand der Gewerkschaft Unia hat sich an seiner heutigen Sitzung intensiv mit der aktuellen Situation auseinandergesetzt und fordert: Damit Ansteckungen am Arbeitsplätz die zweite Covid-Welle nicht noch zusätzlich antreiben, müssen die Behörden jetzt dringendst handeln. Die spezifischen Schutzkonzepte und Checklisten für Branchen und Betrieben müssen sofort wieder angewendet werden. Dabei gilt es, auch neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu berücksichtigen, so dass etwa die Ansteckung über Aerosole minimiert werden kann. Und wo eine generelle Maskenpflicht Sinn macht, brauchen die Arbeitnehmenden zusätzliche Pausen, um die Masken zu wechseln und übermässigen Stress zu vermeiden. Die Behörden müssen mehr kontrollieren. Vor allem aber müssen die Suva und die kantonalen Arbeitsinspektorate die Schutzmassnahmen entschieden durchsetzen, d.h. kontrollieren und Verstösse ahnden. Dafür braucht es jetzt sofort zusätzliches Personal. Die Gewerkschaften haben wiederholt vorgeschlagen, dass die Kontrollvereine der Sozialpartner die Behörden in dieser Aufgabe unterstützen können. In einzelnen Kantonen hat die Zusammenarbeit in der Vergangenheit gut funktioniert. Wenn Kantone und Suva die Kontrollen alleine ausführen wollen und auf Unterstützung verzichten, dann müssen sie jetzt nach Auffassung des Unia-Zentralvorstandes den Tatbeweis antreten und rasch die notwendigen zusätzlichen Ressourcen aufbauen. Risikogruppen schützen. In dieser besonderen Situation tragen die Arbeitgeber gegenüber ihren Angestellten auch eine besondere Fürsorgepflicht. Insbesondere Beschäftigte aus Risikogruppen, zu denen nach neuern Erkenntnissen auch Schwangere gehören, haben Anspruch auf besonderen Schutz. Falls dieser nicht gewährt werden kann und falls auch kein Homeoffice möglich ist, sollen sie bei voller Lohnfortzahlung freigestellt werden, bis die aktuelle Ansteckungswelle wieder abgeflaut ist. Weitere Informationen: Nico Lutz, Mitglied der Geschäftsleitung, Christine Michel, Fachsekretärin Gesundheitsschutz, Serge Gnos, Leiter Kommunikation
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 27.10.2020.
Unia Schweiz > Arbeitsplatzkontrolle. Unia Schweiz, 2020-10-27.
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20.10.2020 Schweiz
Coop
Löhne
Unia Schweiz

Coop
Mindestlöhne
Volltext
Die Unia will, dass die Löhne bei Coop für alle steigen. Mindestlöhne bei Coop steigen um 100 Franken. Coop-Angestellte erhalten ab Januar deutlich me. r Lohn. Die Mindest- und Referenzlöhne steigen um 100 Franken, das heisst: Der Einstiegslohn bei Coop steigt auf 4’000 Franken x13. Löhne bis 4’700 Franken werden bei einem Vollzeitpensum um 40 Franken erhöht. Darüber hinaus werden individuelle Lohnerhöhungen gewährt. Die Unia freut sich, gemeinsam mit den anderen Sozialpartnern bei Coop diese deutlichen Lohnerhöhungrn erreicht zu haben. Insbesondere begrüsst sie die generellen Lohnerhöhungen. In den konstruktiven Lohnverhandlungen konnte die Unia gemeinsam mit den anderen Sozialpartnern eine Erhöhung der Coop-Lohnsumme um 1% per 1. Januar 2021 erreichen. Weil die Mindestlöhne erhöht und die Niedriglöhne generell angehoben werden konnten, präsentiert sich diese Lohnsummenerhöhung sozial und nachhaltig. Erhöhung der Mindestlöhne. Am 1. Januar 2021 werden alle Mindest- und Referenzlöhne bei Coop in der ganzen Schweiz um 100 Franken erhöht. Die neuen Löhne präsentieren sich wie folgt: a) Angelernte/Betriebsmitarbeitende: 4'000 Fr. Bruttomonatslohn. b) zweijährige Grundbildung: 4’100 Fr. Bruttomonatslohn. c) dreijährige Grundbildung: 4'200 Fr. Bruttomonatslohn. d) vierjährige Grundbildung: 4'300 Fr. Bruttomonatslohn Generelle Erhöhung der Niedriglöhne. Am 1. Januar 2021 werden Löhne bis 4'700 Franken generell um 40 Franken erhöht (Berechnungsgrundlage für ein 100%-Pensum). Auch Hilfskräfte im Stundenlohn profitieren uneingeschränkt von dieser Erhöhung. Mitarbeitende mit Löhnen über 4’700 Franken erhalten individuelle Lohnerhöhungen nach den von Coop festgelegten Kriterien. Ein erster Schritt zu mehr Anerkennung. Mitarbeitende von über 150 Coop-Filialen haben ihren Anteil zu diesem erfolgreichen Ergebnis beigetragen. Sie haben an einer breiten Postkartenaktion der Unia mitgemacht und eine angemessene Anpassung der Löhne gefordert. Die Mitarbeitenden stehen dieses Jahr wegen Covid-19 unter starkem Druck. Sie leisten für die gesamte Bevölkerung essentielle Arbeit. Sie haben die Lohnerhöhungen verdient.Auch wenn das Lohnergebnis unter den Forderungen der Beschäftigten liegt, begrüsst die Unia insbesondere die generelle Lohnerhöhung. Sie fordert Coop nachdrücklich dazu auf, auch in Zukunft auf generelle Lohnerhöhungen für alle zu setzen – nur so kann wirkliche Lohntransparenz garantiert werden. Die Fachgruppe Coop der Unia hat die Lohnvereinbarung mit einer Mehrheit von 2/3 der Stimmen und einer Enthaltung am verabschiedet.
Unia Schweiz, 20.10.2020.
Unia Schweiz > Coop- Mindestlöhne. Unia Schweiz, 2020-10-20
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15.10.2020 Schweiz
Personen
WOZ
Yves Wegelin
Coronavirus
Volltext
Ein politisches Versagen. Die Pandemie sei „unter Kontrolle“, wiederholte Gesundheitsminister Alain Berset Anfang Woche – dabei weiss das ganze Land, dass das nicht stimmt. Die Fallzahlen explodieren, die Spitaleinlieferungen steigen, in vielen Kantonen ist das Contact Tracing bereits heillos überlastet. Und was unternahm der Bundesrat, der die Kompetenzen im Sommer den Kantonen übergeben hatte, letzte Woche dagegen? Er färbte die Schilder seiner Warnkampagne von blau auf orange um. Natürlich sind nicht alle Probleme dem Bundesrat und den kantonalen Regierungen anzulasten. Es gibt kein Zauberkraut gegen dieses Virus, jede Massnahme ist zudem ein Eingriff in das Leben der Menschen und muss verhältnismässig sein. Und dennoch: Erstens hätten die Behörden nun sieben Monate Zeit gehabt, um ein funktionierendes Contact Tracing mit genügend Personal aufzubauen. Der Winter steht erst vor der Tür, und bereits müssen in einigen Kantonen positiv Getestete selber den Menschen hinterhertelefonieren, mit denen sie in den Tagen zuvor Kontakt hatten. Diese Überlastung hätte zweitens mit einer Maskenpflicht etwa in Geschäften entschärft werden können, die viele Kantonsregierungen noch immer nicht einführen wollen. Was so schlimm sein soll, beim Einkaufen ein Stück Stoff vor dem Gesicht zu tragen, bleibt ihr Geheimnis. Der Berner Gesundheitsdirektor Pierre-Alain Schnegg (SVP) wartete trotz Mahnungen von EpidemiologInnen, bis die tägliche Fallzahl bei fast hundert lag, um eine Maskenpflicht in öffentlichen Innenräumen einzuführen. Und nun, da die Fallzahlen durch die Decke gehen, bettelt er beim Bund um Hilfe für sein überlastetes Contact Tracing. Wenn Kantonsregierungen derart versagen, versagt auch der Föderalismus. Drittens hat der Bundesrat trotz dringlicher Warnungen von EpidemiologInnen aus der eigenen Taskforce die Auflagen für Clubs und vor allem für grosse Veranstaltungen nach dem Lockdown im Eiltempo wieder gelockert – auch dann noch, als die Fallzahlen bereits wieder stiegen. Natürlich stehen hier viele Arbeitsplätze auf dem Spiel. Doch statt weiter zu lockern, hätte der Bund die Möglichkeit, mehr Geld in die Hand zu nehmen, um die entsprechenden Branchen zu stützen und vor allem die Löhne zu garantieren. Finanzieren könnte das die Schweiz problemlos: Der Bund rechnet dieses Jahr mit einem Defizit von zwanzig Milliarden Franken. Damit wird die international rekordtiefe Schuld der Schweiz von – laut Internationalem Währungsfonds (IWF) – 40,5 Prozent um nicht einmal 3 Prozentpunkte steigen. Peanuts. Das Steuerparadies Schweiz könnte auch endlich Konzerne und Vermögende angemessen besteuern – etwa durch eine Coronasteuer auf Gewinne, wie sie der Direktor der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich, Jan-Egbert Sturm, vorgeschlagen hat. Dass der Bundesrat so stark gelockert hat, liegt vor allem am Lobbying der Wirtschaftsverbände und an den bürgerlichen Parteien, die mehr Schulden und vor allem höhere Steuern um jeden Preis verhindern wollen. Auch die Stabübergabe an die Kantone dient dazu, die Ausgaben tief zu halten. Denn deren Mittel sind begrenzt. Unter anderem erschwert es ihnen der kantonale Steuerwettbewerb, die Steuern zu erhöhen. Um höhere Schulden und mehr Umverteilung zu verhindern, nehmen Wirtschaftsverbände und Bürgerliche lieber etwas mehr Tote in Kauf. Dieser «schwedische Weg» ist jedoch auch ökonomisch dumm. Wie die Taskforce des Bundes oder der IWF in Studien aufgezeigt haben, bringen staatliche Massnahmen gegen die Ausbreitung der Pandemie nicht nur wirtschaftliche Kosten mit sich – im Gegenteil: Sie sind die Voraussetzung, dass das wirtschaftliche Leben weitergeht. Die aktuelle Ausbreitung der Pandemie wird die ökonomische und damit auch soziale Krise weiter verschlimmern. Auch weil nun schärfere Massnahmen nötig sein werden. Was sich seit dem Sommer hier abspielt, ist ein politisches Versagen. Am Erscheinungstag dieser WOZ hat Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga die Kantone zum Krisengipfel geladen. Bundesrat und Kantone müssen endlich handeln.
ves Wegelin.
WOZ, 15.10.2020.
Personen > Wegelin Yves. Coronavirus. WOZ, 2020-09-15.
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12.10.2020 Schweiz
Ruag
Unia Schweiz

Ruag
Stellenausbau
Volltext
Erneuter Stellenabbau bei Ruag. Ruag International hat heute den Abbau von rund 150 Stellen bis Ende 2021 angekündigt. Mit grossem Bedauern nehmen die Sozialpartner diesen Entscheid zur Kenntnis. Dieser massive Abbau betrifft stark die Support-Einheiten. Es könnten bis zu einem Drittel der Arbeitsstellen wegfallen. Dieser zweite Abbau seit Februar 2020 trifft den Wirtschaftsstandort Schweiz hart. Dies ist eine direkte Folge des Entscheides des Bundesrates, die Ruag aufzuteilen und zu privatisieren. Die Sozialpartner verlangen vom Bundesrat und den Arbeitgebern, dass diese die soziale Verantwortung übernehmen und einen Stellenabbau verhindern. Mit der heutigen Information an die Sozialpartner wurde das Konsultationsverfahren, das bis 2. November 2020 dauert, eröffnet. Wir fordern, dass die Arbeitgeber die Sozialpartner offen und transparent über das laufende Verfahren informieren werden. Die Sozialpartner sind in einem engen Austausch mit der internen Arbeitnehmervertretung. Sie setzen sich gemeinsam ein, um den geplanten Stellenabbau zu verhindern.
Für Rückfragen:
Matteo Pronzini, Unia
Virginie Jaquet, Angestellte Schweiz
Michaël Horvath, Kaufmännischer Verband
Elias Toledo, Personalverband des Bundes
Johann Tscherrig, Syna
Albert Fritschi, Vereinigung der Kader des Bundes
Fritz Bütikofer, Transfair
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 12.10.2020.
Unia Schweiz >Ruag. Stellenabbau. Unia Schweiz, 2020-10-12
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08.10.2020 Schweiz
Fenaco
Löhne
Unia Schweiz

Fenaco
Lohngleichheit
Volltext
Fenaco startet sozialpartnerschaftliche Lohngleichheits-Analysen. Die fenaco Genossenschaft und die Gewerkschaften Unia und Syna haben eine paritätische Kommission gegründet, um im Rahmen des revidierten Gleichstellungsgesetzes sozialpartnerschaftliche Lohngleichheitsanalysen durchzuführen.
Das revidierte Gleichstellungsgesetz ist am 1. Juli 2020 in Kraft getreten und verpflichtet Unternehmen mit über 100 Mitarbeitenden, alle vier Jahre Lohngleichheitsanalysen durchzuführen und die Löhne von Frauen und Männern zu überprüfen. Paritätische Kommission. Die Lohngleichheit zwischen Frau und Mann ist für die Fenaco und die Gewerkschaften seit jeher ein wichtiges Anliegen. Die fenaco und die Gewerkschaften Unia und Syna haben gemeinsam beschlossen, die Überprüfung im sozialpartnerschaftlichen Rahmen vorzunehmen. Sie haben eine paritätische Kommission gebildet, welche die Löhne der 4500 Angestellten, die dem Gesamtarbeitsvertrag Fenaco unterstellt sind, überprüfen wird. Aktuell wertet die Kommission die Daten aus. Die Ergebnisse werden im 2. Quartal 2021 kommuniziert. Gutes Zeugnis. Bereits im Jahr 2016 wurde der Lohngleichheitsdialog im Stammhaus der Fenaco gemeinsam mit den Gewerkschaften Unia und Syna durchgeführt. Der Schlussbericht stellte derFenaco ein gutes Zeugnis aus. Er hat ergeben, dass keine Lohndiskriminierung zwischen Frau und Mann vorhanden war. Für Rückfragen:
Teresa dos Santos Lima-Matteo, Branchenleiterin Lebensmittelindustrie Unia
Philipp Zimmermann, Mediensprecher Unia
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 8.10.2020.
Unia Schweiz > Fenaco. Lohngleichheit. Unia Schweiz, 2020-10-08
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08.10.2020 Schweiz
Referendum
SGB
SVP

Medien-Mitteilung
SVP
Überbrückungsrente
Nach dem gescheiterten Referendum: Überbrückungsleistung muss rasch in Kraft treten. Mit seinem Angriff auf die Überbrückungsleistung ist ein SVP-nahes Komitee gescheitert. Das ist eine gute Nachricht, denn diese neue Leistung wird dringend benötigt. Nachdem das Parlament sie im Schnellzugtempo beschlossen hat, muss sie nun auf Anfang 2021 in Kraft treten. Für ältere Menschen, die jetzt im schwierigen Kontext der Corona-Krise arbeitslos werden, muss damit wenigstens ein rechtlicher Anspruch gesichert werden. Das Referendum gegen die Überbrückungsleistung ist offiziell gescheitert. Damit wird klar, dass dieser Angriff eines SVP-nahen Komitees weder vor noch nach dem Scheitern der Kündigungsinintiative den geringsten Rückhalt in der Bevölkerung hatte. Mit der Überbrückungsleistung hatte das Parlament beschlossen, Menschen, die ihr ganzes Leben lang gearbeitet haben und kurz vor der Pensionierung ihre Stelle verlieren, eine Alternative zur Sozialhilfe anzubieten. Das ursprüngliche Modell dazu wurde von den Sozialpartnern zusammen mit dem Bundesrat erarbeitet. Mit der Coronakrise ist nun noch deutlicher geworden, dass Arbeitnehmende über 50 Jahren oft von Entlassungen aus wirtschaftlichen Gründen betroffen sind: So hat gemäss den neusten, heute publizierten Seco-Daten die Zahl der arbeitslosen „Ü60“ im Vergleich zum Vorjahr um 41% zugenommen, bei den über 55-Jährigen sind es sogar 45%! Entsprechend dringend ist die neue Überbrückungsleistung für die betroffenen Leute. Und sie brauchen sie jetzt! Der Bundesrat muss darum alles dafür tun, dass die «ÜL» auf den 1. Januar 2021 in Kraft gesetzt werden kann. Das Gesetz wurde im Schnellzugtempo von Regierung, Verwaltung und Parlament erarbeitet und darf jetzt nicht monatelang liegen bleiben. Auch wenn die Umsetzung mit einer seriösen Verordnung noch etwas Zeit braucht, kann und soll der reine Rechtsanspruch für Überbrückungsleistungen problemlos auf den 1.1.2021 festgeschrieben werden. So erhalten die Betroffenen eine wichtiges Stück Sicherheit in sonst unsicheren Zeiten.
Auskünfte:
Reto Wyss, Zentralsekretär SGB
Benoît Gaillard, Co-Leiter Kommunikation SGB
SGB, Medienmitteilung, 8.10.2020 vom 08.10.2020
SGB > SVP. Überbrückungsrente. SGB, 2020-10-08
03.10.2020 Schweiz
Frauen
Unia Schweiz

Frauenberufe
Medien-Mitteilung
Volltext
Frauenberufe aufwerten – jetzt erst recht!
„Frauenarbeit ist essenziell.“ Unter diesem Motto haben 130 Delegierte am 2. und 3. Oktober an der 10. Unia Frauenkonferenz in Luzern teilgenommen. Sie bekräftigten ihre Forderung nach mehr Lohn und flächendeckenden Gesamtarbeitsverträgen in den essenziellen Branchen und sprachen sich gegen eine Erhöhung des Frauenrentenalters aus. Sie nominierten zu Händen des Unia-Kongresses einstimmig Vania Alleva als Unia-Präsidentin sowie Véronique Polito, Renate Schoch und neu Bruna Campanello für die Geschäftsleitung der grössten Gewerkschaft der Schweiz. 130 Frauen sind gestern und heute in Luzern zur zehnten Frauenkonferenz der Unia unter dem Motto „Die Frauen und ihre Arbeit sind essenziell" zusammengekommen. Effektiv arbeiten in den essenziellen Berufen (z.B. Pflege und Verkauf) mehrheitlich Frauen, davon ein Grossteil Migrantinnen. Obwohl gerade die Pandemie gezeigt hat, wie wichtig ihre Arbeit ist, sind ihre Löhne immer noch tief und die Arbeitsbedingungen sehr prekär. Dazu kommt die skandalöse Lohndiskriminierung. Doch Frauen haben – im wahrsten Sinne des Wortes – mehr verdient! Mit einem Aktionstag am 31. Oktober werden die Unia-Frauen speziell für die essenziellen Branchen mehr Lohn, mehr Personal und mehr Zeit sowie allgemeinverbindliche und flächendeckende GAV fordern. Applaus ist gut, handeln ist besser! Nein zu Frauenrentenalter 65. Der tiefe Lohn in so genannten Frauenberufen schlägt sich auch in tiefen Renten nieder. Es braucht dringend eine Verbesserung bei der AHV – und sicher keine Erhöhung des Frauenrentenalters. In einer Resolution sagen die Unia-Frauen deutlich Nein zur inakzeptablen Erhöhung der Frauenrentenalters, wie es die Bürgerlichen im Rahmen der Reformvorlage «AHV 21» planen, und rufen die Initiative der Gewerkschaften für eine 13. AHV-Rente in Erinnerung. Historisch: Nomination von vier Frauen für Präsidium und GL der Unia. Starke Frauenstrukturen und eine Gewerkschaftspolitik, welche die Anliegen von Frauen ins Zentrum stellt, sind die zentralen Forderungen der Unia-Frauenkonferenz. Der Erfolg gibt ihr Recht: Waren im Jahr 2004 18% der Unia-Mitglieder Frauen, sind es heute schon 26% – Tendenz steigend. Diese Entwicklung wiederspiegelt sich auch in der Geschäftsleitung: Zum ersten Mal in der Geschichte der Unia stellen sich neben Präsidentin Vania Alleva drei Frauen für die Unia-Leitung zur Verfügung. Die Delegierten nominierten einstimmig Unia-Präsidentin Vania Alleva für weitere vier Jahre an die Spitze der Unia. Auch den bisherigen GL-Mitgliedern Véronique Polito und Renate Schoch sowie neu Bruna Campanello (Co-Leiterin Sektor Gewerbe) sprechen sie das Vertrauen für die nächsten vier Jahre aus. Bei sieben Mitgliedern in der Geschäftsleitung würden die Frauen damit erstmals in der Geschichte der Unia die Mehrheit stellen. Die Wahl findet im Juni 2021 am Unia-Kongress in Biel statt. Präsidium der Unia-Frauen neu besetzt. Ursula Mattmann-Alberto präsidierte die Unia-Frauen seit 2005. In den letzten 15 Jahren hat die gelernte Pflegefachkraft die Unia-Frauenstrukturen massgeblich geprägt und die Organisation mit ihrer pointierten Haltung für die Rechte der Arbeitnehmerinnen vorwärtsgebracht. Die Unia dankt Mattmann-Alberto für ihr jahrelanges Engagement für die Gewerkschaft – und begrüsst Eleonora Failla, die in ihre Fusstapfen tritt. Failla ist Erwachsenenbildnerin und Politologin und seit Jahren engagiertes Mitglied der Unia.
Für Rückfragen:
Aude Spang, Gleichstellungssekretärin Unia
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 3.10.2020
Unia Schweiz > Frauenberufe. Unia Schweiz, 2020-10-03
27.09.2020 Schweiz
Abstimmungen Schweiz
SVP
Unia Schweiz

Abstimmung
Kündigungsinitiative
Volltext
Deutliches NEIN zur Kündigungsinitiative der SVP.
Angriff auf Lohnschutz und Arbeitnehmendenrechte abgewehrt. Das deutliche NEIN zur Kündigungsinitiative der SVP ist ein Sieg der Arbeitnehmenden. Es ist ein JA zum Lohnschutz und ein JA zu gleichen Rechten für alle Arbeitnehmenden in der Schweiz. Nun muss dem Schutz der Löhne und Arbeitsbedingungen auch im Hinblick auf das Rahmenabkommen mit der EU höchste Priorität eingeräumt werden. Die Kündigungsinitiative war ein Angriff auf alle Arbeitnehmenden und ihre Rechte. Sie wollte die Personenfreizügigkeit durch ein diskriminierendes Kontingentsystem ersetzen und so die Rechte aller Arbeitnehmenden in der Schweiz schwächen. Zudem wollte die Initiative mit den Flankierenden Massnahmen (FlaM) einen tragenden Pfeiler des Schweizer Lohnschutzes aushebeln. FlaM stärken statt schwächen – jetzt auch beim Rahmenabkommen mit der EU! Das erfreuliche Abstimmungsresultat bestärkt die Unia in ihrer klaren Haltung. Die FlaM und damit der Lohnschutz müssen gestärkt und nicht geschwächt werden. Die Unia fordert mehr Lohnkontrollen, schärfere Sanktionen bei Dumping sowie Berufs- und Branchenregister, welche offenlegen, ob die Löhne und Arbeitsbedingungen der Firmen bei Kontrollen korrekt waren. Es braucht zudem kantonale Mindestlöhne sowie mehr allgemein verbindlich erklärte Gesamtarbeitsverträge. Auch der Schutz für Arbeitnehmende und gewerkschaftliche Vertrauensleute, die sich gegen Lohndumping wehren, muss verstärkt werden. Der Schutz der Löhne und Arbeitsbedingungen hat auch im Hinblick auf die Verhandlungen über ein Rahmenabkommen mit der EU Priorität. Der bisher vorliegende Vertragstext würde die FlaM aufweichen und den Schweizer Lohnschutz schleifen. Er ist deshalb nicht akzeptabel. Die FlaM stehen nicht zur Disposition. Ein Rahmenabkommen, das Arbeitnehmendenrechte und Lohnschutz schwächt, wird die Unia entschlossen bekämpfen. Es wird ebenso scheitern wie heute die infame Initiative der SVP. Mindestlohn von 23 Franken im Kanton Genf. Einen Erfolg feiern die Arbeitnehmenden heute auch im Kanton Genf. Die gewerkschaftliche Volksinitiative für einen kantonalen Mindestlohn von 23 Franken pro Stunde wurde von der Genfer Bevölkerung angenommen. Es ist ein klares Zeichen gegen Tieflöhne.
Für Rückfragen:
Vania Alleva, Präsidentin Unia
Serge Gnos, Leiter Kommunikation + Kampagnen Unia
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 27.9.2020.
Unia Schweiz > SVP. Kündigungs-Initiative. Unia Schweiz, 2020-09-27.
Volltext
27.09.2020 Schweiz
Löhne
SVP
Unia Schweiz

Lohnschutz
Medien-Mitteilung
SVP
Volltext
Deutliches NEIN zur Kündigungsinitiative der SVP.
Angriff auf Lohnschutz und Arbeitnehmendenrechte abgewehrt
Das deutliche NEIN zur Kündigungsinitiative der SVP ist ein Sieg der Arbeitnehmenden. Es ist ein JA zum Lohnschutz und ein JA zu gleichen Rechten für alle Arbeitnehmenden in der Schweiz. Nun muss dem Schutz der Löhne und Arbeitsbedingungen auch im Hinblick auf das Rahmenabkommen mit der EU höchste Priorität eingeräumt werden. Die Kündigungsinitiative war ein Angriff auf alle Arbeitnehmenden und ihre Rechte. Sie wollte die Personenfreizügigkeit durch ein diskriminierendes Kontingentsystem ersetzen und so die Rechte aller Arbeitnehmenden in der Schweiz schwächen. Zudem wollte die Initiative mit den Flankierenden Massnahmen (FlaM) einen tragenden Pfeiler des Schweizer Lohnschutzes aushebeln. FlaM stärken statt schwächen – jetzt auch beim Rahmenabkommen mit der EU! Das erfreuliche Abstimmungsresultat bestärkt die Unia in ihrer klaren Haltung. Die FlaM und damit der Lohnschutz müssen gestärkt und nicht geschwächt werden. Die Unia fordert mehr Lohnkontrollen, schärfere Sanktionen bei Dumping sowie Berufs- und Branchenregister, welche offenlegen, ob die Löhne und Arbeitsbedingungen der Firmen bei Kontrollen korrekt waren. Es braucht zudem kantonale Mindestlöhne sowie mehr allgemein verbindlich erklärte Gesamtarbeitsverträge. Auch der Schutz für Arbeitnehmende und gewerkschaftliche Vertrauensleute, die sich gegen Lohndumping wehren, muss verstärkt werden. Der Schutz der Löhne und Arbeitsbedingungen hat auch im Hinblick auf die Verhandlungen über ein Rahmenabkommen mit der EU Priorität. Der bisher vorliegende Vertragstext würde die FlaM aufweichen und den Schweizer Lohnschutz schleifen. Er ist deshalb nicht akzeptabel. Die FlaM stehen nicht zur Disposition. Ein Rahmenabkommen, das Arbeitnehmendenrechte und Lohnschutz schwächt, wird die Unia entschlossen bekämpfen. Es wird ebenso scheitern wie heute die infame Initiative der SVP. Mindestlohn von 23 Franken im Kanton Genf.Einen Erfolg feiern die Arbeitnehmenden heute auch im Kanton Genf. Die gewerkschaftliche Volksinitiative für einen kantonalen Mindestlohn von 23 Franken pro Stunde wurde von der Genfer Bevölkerung angenommen. Es ist ein klares Zeichen gegen Tieflöhne.
Für Rückfragen:
Vania Alleva, Präsidentin Unia
Serge Gnos, Leiter Kommunikation + Kampagnen Unia Unia Schweiz, Medienmitteilung, 27.9.2020.
Ubia Schweiz > SVP. Lohnschutz. Unia Schweiz, 2020-09-27
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