Gewerkschaftschronik
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Anzahl gefundene Artikel: 14775

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16.07.2019 Schweiz
Postfinance
Syndicom

Löhne
Postfinance
Volltext
Bei PostFinance werden die Lohnmassnahmen 2019 überprüft! Viele Mitglieder von PF haben uns geschrieben, dass sie mit der Lohnerhöhung 2019 nicht zufrieden sind. In unserem Lohnrechnerhaben sie ihre Lohndaten eingegeben und festgestellt, dass sie den Vorschlagswert nicht erhalten haben. Der Vorschlagswert ist nicht zwingend geschuldet, aber eine Abweichung muss begründet werden und nicht alle Begründungen sind zulässig. Dank der Intervention von Syndicom wird das jetzt genauer überprüft. Die Anwendung des Vorschlagswertes erfolgte nicht einwandfrei. Im April hat PostFinance die mit den Sozialpartnern verhandelten GAV-Lohnmassnahmen 2019 umgesetzt. Als Hilfestellung zum Festsetzen der individuellen Lohnerhöhungen haben die Vorgesetzten einen unverbindlichen Vorschlagswert für jeden Mitarbeitenden erhalten. Die Vorgesetzten waren verpflichtet, den Mitarbeitenden die Lohnmassnahme nachvollziehbar zu begründen – insbesondere dann, wenn sie keine Lohnmassnahme erhielten oder die Lohnerhöhung unter dem Vorschlagswert lag. Die Nichtgewährung des Vorschlagswerts setzt eine Begründung voraus, die über die Lage innerhalb der Funktionsstufe und der Lohnhygiene innerhalb des Teams hinaus geht. Rückmeldungen von Mitarbeitenden lassen den Schluss zu, dass dies nicht in allen Fällen geschehen ist. Syndicom und PostFinance haben deshalb beschlossen, diesen Sachverhalt zu überprüfen. (…).
Syndicom, 16.7.2019.
Syndicom > PostFinance. Loehne. Syndicom, 2019-07-16.
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11.07.2019 Schweiz
AHV
Personen
WOZ
Andreas Fagetti
AHV
Reform
Volltext
Rentenhysterie. Immer dieses Gejammer. Liest man in diesen Tagen und Wochen das rechtsbürgerliche Leitmedium NZZ, wähnt man sich in einem Endzeitthriller. Die verantwortungslosen Alten führen demnach auf Kosten der Jungen ein lustiges RentnerInnenleben und setzen deren Zukunft leichtfertig aufs Spiel. In dieser Lesart führt nur ein Weg an der Hölle vorbei: rasche Erhöhung des Rentenalters und Rentenkürzungen. Die NZZ unterlegt ihre Endzeitvision gerne mit obskuren „Studien“ der UBS, die, einem Orakel gleich, der AHV eine düstere Zukunft voraussagen Das Mantra, wir würden immer älter, erzeugt dabei den Eindruck, man könne die steigende , Lebenserwartung linear in die Zukunft projizieren. Das ist Blödsinn. Noch ist das ewige Leben nicht erfunden. Vor jeder AHV-Reform schüren die Bürgerlichen rechts der Mitte die Rentenhysterie. Das hat sich in ihre DNA eingeschrieben, seit sie nach dem Zweiten Weltkrieg die von oben nach unten umverteilende AHV akzeptieren mussten. Dieser sozialistische Mechanismus ist bis heute eine offene Wunde. Doch anders als immer wieder beschworen ist das wichtigste Sozialwerk des Landes nicht zusammengebrochen. Und das wird auf absehbare Zeit auch nicht der Fall sein. Die AHV lässt sich mit vergleichsweise moderaten Zusatzfinanzierungen und Übergangshilfen für RentnerInnen stabilisieren. Die reiche Schweiz kann sich das leisten. Es ist eine Frage des politischen Willens. Wer mit der AHV herumspielt und auf Reformverweigerung macht, setzt den sozialen (…). Andreas Fagetti.
WOZ, 11.7.2019.
Personen > Fagetti Andreas. AHV. Reform. WOZ, 2019-07-11.
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10.07.2019 Schweiz
Personen
SEV Schweiz
Vivian Bologna
Vaterschaftsurlaub
Volltext
SEV fordert Elternzeit – und eine bessere Regelung der Teilzeitarbeit. Das sagten Vertreter/innen von SGB und SGB-Gewerkschaften am Dienstag an einer Medienkonferenz. So wird die Unia, im kommenden Lohnherbst neben Mindestlöhnen von 4000 Franken (x13) in Branchen mit hohem Frauenanteil generell faire Löhne für Frauen fordern. Auch mehr Zeit und Respekt werden die Gewerkschaften verlangen. Zum Beispiel beim Verkehrspersonal, wo der SEV laut Vizepräsidentin Barbara Spalinger „18 Wochen Mutterschaftsurlaub und 10 bis 20 Tage Vaterschaftsurlaub, wie wir sie mit der SBB vereinbart haben, in allen Unternehmen des öffentlichen Verkehrs“ fordern wird. Spalinger betonte auch, dass eine Elternzeit „überfällig“ ist: „Die Schweiz ist das letzte Land Europas, das sie nicht kennt, das ist ein Armutszeugnis für Politik und Wirtschaft. Wir werden diese Diskussion aktiv mitgestalten.“ Kämpfen will Spalinger zudem für Verbesserungen für Teilzeitarbeitende: „Frauen, die nur kleine Pensen haben, sind dreifach benachteiligt: 1. Ihre Karriere wird gebremst oder verhindert, was sich auf den Lohn auswirkt. 2. Die finanzielle Absicherung im Alter ist völlig ungenügend. Und 3. liegt die grossmehrheitliche Last von Haushalt und Kinderbetreuung damit ‚natürlicherweise‘ bei der Frau. Studien haben nachgewiesen, dass Mütter, die höhere Pensen arbeiten, glücklicher sind, da sich ihre Partner mehr im Haushalt und bei der Kinderbetreuung engagieren, und da diese Frauen gleichzeitig eine höhere finanzielle Unabhängigkeit haben.“
SEV, 10.7.2019.
SEV > Vaterschaftsurlaub. SEV, 2019-07-10.
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09.07.2019 Schweiz
Personen
VPOD Schweiz
Katharina Prelicz-Huber
Programm
Volltext
VPOD Schweiz
VPOD-Forderungen zum Frauen*streik vorgelegt. Der Frauen*streik vor knapp einem Monat hat gezeigt: die Frauen* auf der Strasse sind schon viel weiter als die Politik. Nun muss es darum gehen, Massnahmen zur Gleichstellung umzusetzen, auf politischer und auf gewerkschaftlicher Ebene. Heute findet in Bern die SGB-Medienkonferenz statt, an der die Gewerkschaften darlegen, wie die Umsetzung in den Lohn- und GAV-Verhandlungen aussehen soll. VPOD-Präsidentin Katharina Prelicz-Huber stellt die Forderungen des VPOD vor: Löhne/Lohngleichheit. In allen öffentlichen und subventionierten Betrieben verlangen wir regelmässige Lohnüberprüfungen unter Einbezug des VPOD. Dabei muss für gleiche Funktionen bei gleichen Voraussetzungen eine Toleranzschwelle 0 gelten. Und um eine zentrale Problematik bei der Lohnungleichheit zu beheben, fordern wir eine generelle Aufwertung und eine deutlich höhere Lohneinreihung der als klassische Frauenberufe taxierten Tätigkeiten. Dazu zählen sämtliche Berufe, wo sogenannt weibliche Eigenschaften gefragt sind wie Betreuung von Kindern, Kranken, Betagten oder Hilfsbedürftigen. Arbeitszeit/Vereinbarkeit. Vereinbarkeit braucht planbare Arbeitszeiten mit verlässlichen Zeiten und fixen Freitagen,auch bei Teilzeit und Schichtarbeit. Für die Pflege von kranken Kindern oder Angehörigenbraucht es für Notfälle mindestens 3 bezahlte Freitage pro Fall und die Möglichkeit, die Arbeitszeit vorübergehend zu reduzieren, mit einer Rückkehrgarantie auf (…). Katharina Prelicz-Huber.
VPOD Schweiz, 9.7.2019.
Personen > Prelicz-Huber. Katharina. Programm. VPOD Schweiz, 2019-07-09.
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05.07.2019 Schweiz
Elektroindustrie
Unia Schweiz

Elektroindustrie
GAV
Volltext
http://www.textverzeichnisse.ch/Textverzeichnisse/tabid/183/ctl/EditArticle/mid/728Einigung der Sozialpartner. Neuer GAV für die Elektrobranche. Im gemeinsamen Interesse für die Elektrobranche haben sich die Sozialpartner auf einen neuen Gesamtarbeitsvertrag geeinigt. Er soll am 1. Januar 2020 in Kraft treten. Die Mitglieder der Gewerkschaften haben den Vertrag bereits genehmigt. Die Delegierten der Arbeitgeberseite entscheiden im September 2019 über seine Ratifizierung. Seit 2018 führten Vertreter der Arbeitgeber und der Gewerkschaften Verhandlungen für die Erneuerung des Gesamtarbeitsvertrags (GAV) des schweizerischen Elektro- und Telekommunikations-Installationsgewerbes. Dabei wurden die aktuellen Herausforderungen der Elektrobranche berücksichtigt, namentlich die zunehmende Abwanderung junger qualifizierter und erfahrener Berufsleute. Zur Bewältigung dieser Herausforderungen einigten sich die Sozialpartner auf eine Flexibilisierung der Arbeitsorganisation, die Anhebung der Löhne, eine Verbesserung des Schutzes der Lernenden sowie auf eine Erweiterung des Weiterbildungsangebots. Die Mitglieder der Gewerkschaften Unia und Syna haben der Vereinbarung bereits zugestimmt. Die Delegierten von EIT.swiss entscheiden am 12. September 2019 über die Ratifizierung des neuen GAV. Im gemeinsamen Interesse für die Zukunft der Branche. Der neue GAV bringt sowohl für Arbeitgebende als auch Arbeitnehmende Verbesserungen. Die Arbeitgeberseite profitiert unter anderem von der Einführung eines Karenztages (…).
Unia Schweiz, Medienmitteilung, EIT.swiss, Unia und Syna, 5.7.2019
Unia Schweiz > Elektrobranche. GAV. Unia Schweiz, 2019-07-05.
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05.07.2019 Schweiz
Elektroindustrie
Unia Schweiz

Elektroindustrie
GAV
Volltext
http://www.textverzeichnisse.ch/Textverzeichnisse/tabid/183/ctl/EditArticle/mid/728Einigung der Sozialpartner. Neuer GAV für die Elektrobranche. Im gemeinsamen Interesse für die Elektrobranche haben sich die Sozialpartner auf einen neuen Gesamtarbeitsvertrag geeinigt. Er soll am 1. Januar 2020 in Kraft treten. Die Mitglieder der Gewerkschaften haben den Vertrag bereits genehmigt. Die Delegierten der Arbeitgeberseite entscheiden im September 2019 über seine Ratifizierung. Seit 2018 führten Vertreter der Arbeitgeber und der Gewerkschaften Verhandlungen für die Erneuerung des Gesamtarbeitsvertrags (GAV) des schweizerischen Elektro- und Telekommunikations-Installationsgewerbes. Dabei wurden die aktuellen Herausforderungen der Elektrobranche berücksichtigt, namentlich die zunehmende Abwanderung junger qualifizierter und erfahrener Berufsleute. Zur Bewältigung dieser Herausforderungen einigten sich die Sozialpartner auf eine Flexibilisierung der Arbeitsorganisation, die Anhebung der Löhne, eine Verbesserung des Schutzes der Lernenden sowie auf eine Erweiterung des Weiterbildungsangebots. Die Mitglieder der Gewerkschaften Unia und Syna haben der Vereinbarung bereits zugestimmt. Die Delegierten von EIT.swiss entscheiden am 12. September 2019 über die Ratifizierung des neuen GAV. Im gemeinsamen Interesse für die Zukunft der Branche. Der neue GAV bringt sowohl für Arbeitgebende als auch Arbeitnehmende Verbesserungen. Die Arbeitgeberseite profitiert unter anderem von der Einführung eines Karenztages (…).
Unia Schweiz, Medienmitteilung, EIT.swiss, Unia und Syna, 5.7.2019
Unia Schweiz > Elektrobranche. GAV. Unia Schweiz, 2019-07-05.
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05.07.2019 Schweiz
Suva
Uber
Unia Schweiz

Anstellungsbedingungen
Uber
Volltext
Suva stuft Uber-Fahrer/innen erneut als unselbständig ein. Bestätigt: Uber ist ein normaler Arbeitgeber und muss Fahrer/innen anstellen. Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt Suva hat Uber-Fahrer/innen erneut als Unselbständigerwerbende und somit als Angestellte des US-Konzerns eingestuft. Der Entscheid bestätigt, was die Gewerkschaft Unia schon lange fordert: Uber muss seine Fahrer/innen ordentlich anstellen und alle seine Arbeitgeberpflichten wahrnehmen. Laut einem Bericht von SRF.ch bestätigt die Suva in ihrer Verfügung, dass Uber-Fahrer/innen als Unselbständigerwerbende und Uber als ihr Arbeitgeber anzusehen sind. Dafür führt die Suva eine Vielzahl von hinlänglich bekannten Kriterien an: Uber legt die Preise fest, betreibt das Inkasso, gibt Weisungen zum einzuschlagenden Weg und zum Verhalten der Fahrer/innen aus und gibt ein Bewertungssystem vor. Die Suva spricht von einem klaren „arbeitsorganisatorischen Abhängigkeitsverhältnis“ der Fahrer/innen zu Uber. Fahrer/innen sind Angestellte von Uber. Die Suva steht mit ihrer Einschätzung nicht allein. Kürzlich entschied das Lausanner Arbeitsgericht, dass ein Fahrer als Angestellter von Uber einzustufen sei. Auch das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), die Arbeitsbehörde des Kantons Genf und zahlreiche Rechtsgutachten kommen zum Schluss, dass die Fahrer/innen als Unselbständige, ergo Angestellte, für Uber arbeiten. Die Einstufung als Angestellte macht einen Unterschied. (…).
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 5.7.2019
Unia Schweiz > Uber. Anstellungsverhältnisse. Unia Schweiz 2019-07-05.
Ganz > er Text
04.07.2019 Schweiz
Pensionskasse
Personen
Regierung Schweiz
WOZ
Andreas Fagetti
Pensionskassen
Reform
Volltext
Der Tabubruch. Die überraschende Einigung zwischen den Sozialpartnern kratzt am Primat der individuellen Vorsorge. Anders als in der AHV gilt in der Pensionskasse nicht das Umlage-, sondern das Kapitaldeckungsverfahren. Solidarische Elemente sind in diesem System nicht vorgesehen. Das könnte sich jetzt ändern, sollte Bundesrat Alain Berset aus dem Reformvorschlag, den die Sozialpartner am Dienstag präsentierten, eine Vorlage bauen. Der Arbeitgeberverband, der Schweizerische Gewerkschaftsbund und Travail Suisse haben sich auf Folgendes geeinigt: eine sofortige Senkung des Umwandlungssatzes von 6,8 auf 6 Prozent ab Inkrafttreten der Reform; die daraus resultierenden erheblichen Rentensenkungen sollen im Wesentlichen durch 0,5 Prozent Lohnabzug gegenfinanziert werden. Damit würde ein Umlageelement in der Pensionskasse installiert. Das heisst: Die sehr gut Verdienenden finanzierten die Pensionskassenrenten der schlechter Verdienenden teilweise mit. Nicht genug damit: Weil die Übergangsgeneration, die demnächst in Pension geht, durch die sofortige Senkung des Umwandlungssatzes nicht mehr zusätzlich Alterskapital ansparen und die Rentensenkung aus eigener Kraft kompensieren kann, erhielte sie in den fünfzehn Jahren ab Inkrafttreten der Reform in Fünf Jahresschritten zusätzlich monatlich 200, dann 150 und schliesslich 100 Franken - und zwar bedingungslos und lebenslang . Für Gutverdienende würde dies die Sicherung der Rentenhöhe, für tiefere und sehr tiefe Einkommen sogar eine spürbare Verbesserung bedeuten. (…). WOZ, 4.7.2019.
Personen > Fagetti Andreas. Pensioskasse. Reform. WOZ, 2019-07-04.
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04.07.2019 Schweiz
Abstimmung
WOZ

E-Voting
Volltext
E-Voting. Nun braucht es ein Moratorium. Die Überraschung war einigermassen gross. Vor einer Woche verkündete der Bundesrat, dass die reguläre Einführung des E-Votings bis auf Weiteres verschoben werde. Zu gross war offenbar der Widerstand der Parteien. Das musste auch Bundeskanzler und Digitalisierungsturbo Walter Thurnherr eingestehen. Die Stimmung habe sich in den letzten drei Jahren gedreht, erklärt er gegenüber dem „Tages-Anzeiger“. Und weil die Parteien die vorgeschlagene Gesetzesänderung grossmehrheitlich ablehnen, ergebe es wenig Sinn, diese ins Parlament zubringen. Tatsächlich haben sich im letzten Jahr die Ereignisse rund ums elektronische Abstimmen überschlagen. Ausgerechnet jetzt, da der Bundesrat Nägel mit Köpfen machen wollte - fast zwanzig Jahre nach dem Projektstart. Erst kündigte im Herbst 2018 der Kanton Genf an, das eigene System nicht mehr weiterentwickeln zu wollen, um es dann vor zwei Wochen per sofort einzustampfen. Gleichzeitig ist die einzige verbliebene, von der spanischen Firma. Scytl und der Post entwickelte Alternative höchst umstritten. SicherheitsexpertInnen deckten im Frühling gravierende Lücken auf, worauf die Post die Notbremse zog und das System für die Abstimmungen im Mai aus dem Verkehr zog. Es ist erfreulich, dass das Projekt nun zum Stillstand kommt. Ohne den Widerstand der Zivilbevölkerung und die minutiösen Enthüllungen von Sicherheitslücken wäre das kaum möglich gewesen. Obwohl Probleme und Risiken schon seit Jahren bekannt sind, liess sich die Bundeskanzlei nicht vom Kurs abbringen und peitschte das Projekt trotz des offiziellen Mottos „Sicherheit vor Tempo“ (…). Florian Wüstholz. WOZ, 4.7.2019.
WOZ > E-Voting. Moratorium. WOZ, 2019-07-04.
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03.07.2019 Schweiz
AHV
Regierung Schweiz
Travail.Suisse

Regierung Schweiz
Rentenalter
Volltext
AHV: Bundesratsvorschlag ist weder fair noch mehrheitsfähig. Der Bundesrat hat heute vorgeschlagen, das Rentenalter der Frauen auf 65 Jahre zu erhöhen. Er sieht für eine Übergangsgeneration zwar Kompensationsmassnahmen vor, diese sind aber bei weitem nicht ausreichend. Eine Sanierung der Altersvorsorge auf dem Buckel der Frauen ist weder fair noch mehrheitsfähig und im Nachgang zum Frauenstreik schlicht unverständlich. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, lehnt deshalb den Vorschlag des Bundesrates ab. Tiefere Renten und tiefere Löhne für Frauen, aber eine Rentenaltererhöhung auf 65 - diese Rechnung geht nicht auf. Frauen haben bereits ein um 37% tieferes Rentenniveau als Männer, um knapp 20% tiefere Löhne, wobei 8% nicht durch objektive Faktoren erklärt werden können (Lohndiskriminierung). Nun will der Bundesrat das Rentenalter der Frauen dem der Männer anpassen. „Diese Rechnung geht nicht auf. Es braucht dringend ernsthafte gleichstellungs- und familienpolitische Massnahmen, welche die Lage der Frauen derjenigen der Männer auf dem Arbeitsmarkt gleichstellt“, sagt Adrian Wüthrich, Präsident von Travail.Suisse und Nationalrat. „Ausserdem hat der Bundesrat vorgeschlagen, die Übergangsgeneration auf neun Jahre zu beschränken. Das wäre sogar dann zu kurz, wenn griffige gleichstellungs- und familienpolitische Massnahmen ergriffen würden, was weder bei der Lohngleichheit, noch bei anderen familienpolitischen Massnahmen wie etwa dem Vaterschaftsurlaub der Fall ist“. (…). Travail.Suisse, 3.7.2019
Travail.Suisse > Regierung Schweiz. Rentenalter. Travail.Suisse, 2019-07-03.
Ganzer Text
03.07.2019 Schweiz
Personen
Regierung Schweiz
SGB
Gabriela Medici
Regierung Schweiz
Rentenalter
Volltext
Bundesrat gefährdet AHV-Reform ohne Not – SGB lehnt höheres Frauenrentenalter ab. Eckwerte des Bundesrats zur AHV-Reform 21. Vor nicht einmal zwei Monaten hat die Stimmbevölkerung mit der Annahme des AHV-Steuerpakets gezeigt, dass ihr die AHV viel wert ist. Die finanzielle Stabilität der AHV in den nächsten Jahren ist dadurch gewährleistet. Vor nicht einmal einem Monat haben die Frauen in diesem Land mit dem Frauenstreik - der grössten politischen Demonstration der neueren Geschichte - dann ein klares Signal gesendet: es braucht nun echte Fortschritte bei der Gleichstellung und nicht eine falsche Gleichmacherei beim Rentenalter. Mit den heute beschlossenen Eckwerten zur AHV-Reform 21 verschliesst sich der Bundesrat vor diesen Realitäten. Anstatt sich der realen Problematik der ungenügenden Renten anzunehmen, setzt er weiterhin auf eine Erhöhung des Frauenrentenalters. Beides ist aus Sicht des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes inakzeptabel und gefährdet die Arbeit an der Reform ohne Not. Die Delegierten des SGB haben es an der letzten Delegiertenversammlung Ende Mai wiederholt und sich klar gegen die Erhöhung des Frauenrentenalters ausgesprochen. Die im Gegenzug für die Erhöhung des Rentenalters der Frauen vorgeschlagenen Kompensationsmassnahmen stellen keinen Ausgleich dar für die realen Probleme der Frauen. Nicht nur beträgt die Kompensation bloss einen Drittel dessen was die Frauen durch die Erhöhung des Frauenrentenalters an die Reform (…). Gabriela Medici.
SGB, 3.7.2019.
Personen > Medici Gabriela. Rentenalter. Regierung Schweiz. SGB, 2019-07-03.
Ganzer Text
03.07.2019 Schweiz
SGB
Travail.Suisse

Pensionskassen
Regierung Schweiz
Travail.Suisse
Volltext
Reform BVG – Ergebnis der Sozialpartnerverhandlungen. Sozialpartnerkompromiss in der beruflichen Vorsorge bringt Modernisierung und gewährleistet Leistungsniveau. Die drei nationalen Dachorganisationen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber unterbreiten Bundesrat Berset heute ihren Vorschlag zur Modernisierung der beruflichen Vorsorge (BVG). Trotz Senkung des Mindestumwandlungssatzes wird das heutige Leistungsniveau insgesamt gehalten. Dank beitrags- und leistungsseitiger Massnahmen erhalten Versicherte mit tieferen Löhnen und Teilzeitbeschäftigte - insbesondere Frauen – künftig sogar mehr Rente. Möglich macht dies ein Mix aus nur noch zwei Altersgutschriften, einem tieferen Koordinationsabzug und einem solidarisch finanzierten Rentenzuschlag, der zugleich auch das bisherige Leistungsniveau der Übergangsgeneration gewährleistet. Vor über einem Jahr erteilte der damalige Bundespräsident Alain Berset den nationalen Dachverbänden der Sozialpartner den Auftrag, eine Lösung für die drängendsten Probleme der zweiten Säule zu erarbeiten. Nach intensiven Verhandlungen unterbreiten der Schweizerische Arbeitgeberverband, Travail.Suisse und der Schweizerische Gewerkschaftsbund Bundesrat Berset heute ihren Vorschlag zur Reform der beruflichen Vorsorge (BVG). Der Sozialpartnerkompromiss umfasst folgende Massnahmen: Der zur Berechnung der Rente verwendete Mindestumwandlungssatz wird im Zeitpunkt des Inkrafttretens der (…).SGB, Travail Suisse, Schweizerischer Arbeitgeberverband.
SGB, 3.7.2019.
SGB > Pensionskassen. Reform. SGB, 2019-07-03.
Ganzer Text
02.07.2019 Schweiz
Pensionskasse
SGB

Pensionskassen
Reform
Volltext
Sozialpartnerkompromiss in der beruflichen Vorsorge bringt Modernisierung und gewährleistet Leistungsniveau. Reform BVG – Ergebnis der Sozialpartnerverhandlungen. Die drei nationalen Dachorganisationen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber unterbreiten Bundesrat Berset heute ihren Vorschlag zur Modernisierung der beruflichen Vorsorge (BVG). Trotz Senkung des Mindestumwandlungssatzes wird das heutige Leistungsniveau insgesamt gehalten. Dank beitrags- und leistungsseitiger Massnahmen erhalten Versicherte mit tieferen Löhnen und Teilzeitbeschäftigte - insbesondere Frauen – künftig sogar mehr Rente. Möglich macht dies ein Mix aus nur noch zwei Altersgutschriften, einem tieferen Koordinationsabzug und einem solidarisch finanzierten Rentenzuschlag, der zugleich auch das bisherige Leistungsniveau der Übergangsgeneration gewährleistet. Vor über einem Jahr erteilte der damalige Bundespräsident Alain Berset den nationalen Dachverbänden der Sozialpartner den Auftrag, eine Lösung für die drängendsten Probleme der zweiten Säule zu erarbeiten. Nach intensiven Verhandlungen unterbreiten der Schweizerische Arbeitgeberverband, Travail.Suisse und der Schweizerische Gewerkschaftsbund Bundesrat Berset heute ihren Vorschlag zur Reform der beruflichen Vorsorge (BVG). Der Sozialpartnerkompromiss umfasst folgende Massnahmen: (…).

SGB, 2.7.2019.
SGB > Pensionskassen. Reform. SGB, 2019-07-02.
Ganzer Text
02.07.2019 Schweiz
Post
Syndicom

Betriebsschliessungen
Poststellen
Volltext
Erneut kein Entscheid auf Bundesebene zur Erhaltung der Poststellen. In ihrer heutigen Sitzung sollte die Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Ständerats (KFV-S) gemeinsam mit dem Bundesrat eine Entscheidung bezüglich des Poststellennetzes treffen. Diese blieb erneut aus. Damit lässt das Parlament die Bevölkerung weiter im Unklaren, ob die Anliegen überhaupt ernst genommen werden. Damit das Parlament seine Verantwortung endlich wahrnimmt, hat syndicom deshalb gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern die nationale Petition www.meinepoststelle.ch lanciert. Der ausbleibende Entscheid der Kommission ist sinnbildlich für das Versäumnis der Politik in den letzten Jahren. Knapp die Hälfte der Poststellen wurde seit 2010 bereits geschlossen. Dies, obschon die Bevölkerung in vielen Gemeinden klarmachte, dass sie Poststellen gegenüber Agenturen deutlich bevorzugt. Die Abbaupläne der Post bis 2020 sind bekannt. Schiebt das Parlament und der Bundesrat die Entscheidung noch weiter hinaus, dann geht dies auf Kosten des Angebots und der Mitarbeitenden. Eine solche Strategie ist einem starken Service public nicht würdig und wird daher von der Gewerkschaft Syndicom bekämpft. Syndicom fordert daher das Parlament auf, seine Verantwortung gegenüber der Bevölkerung und dem von ihr geforderten Service public wahrzunehmen.
Syndicom, Medienmitteilungen Post, 2.7.2019.
Syndicom > Poststellen. Betriebsschliessungen. Syndicom, 2019-07-02.
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01.07.2019 Schweiz
Löhne
SGB

Flankiierende Massnahmen
Lohnschutz
Volltext
Schlüsselrolle der eigenständigen Flankierenden Massnahmen. SGB-Kommentar zum Observatoriumsbericht. Die Internationalisierung der Gesellschaft und der Wirtschaft haben in den meisten Ländern zu einer höheren Einwanderung geführt – unabhängig von der Personenfreizügigkeit. Dazu kommt, dass Stelleninserate seit den 2000er-Jahren fast weltweit sichtbar sind, während ein Arbeitgeber vor dem Jahr 2000 in einer ausländischen Zeitung inserieren musste, um Stellensuchende ausserhalb der Schweiz anzusprechen. Die Personenfreizügigkeit in Verbindung mit den Flankierenden Massnahmen hat die Dumpingproblematik bei Anstellung von AusländerInnen in der Schweiz entschärft. KurzaufenthalterInnen beispielsweise verdienen heute bei gleicher Arbeit weitgehend denselben Lohn wie SchweizerInnen und niedergelassene AusländerInnen. Im alten Kontingentssystem waren sie hingegen deutlich schlechter gestellt, was Gefahren für das ganze Lohngefüge mit sich brachte. Gleichzeitig hat die Personenfreizügigkeit den Marktzugang für zwei potenziell prekäre Arbeitsformen erleichtert, nämlich für Dienstleistungen von ausländischen Firmen (Entsendungen, Selbständige) und Temporärarbeit (Verleih von KurzaufenthalterInnen u.a.). Die ausländischen Firmen haben Arbeitsverträge mit deutlich tieferen Löhnen, was ein erhebliches Dumpingrisiko birgt. Mittlerweile haben sie in gewissen Regionen bereits einen Marktanteil von 10 Prozent und mehr; In einzelnen Branchen sogar von gegen 30 Prozent (Holz-, Metallbau u.a.). (…). SGB, 1.7.2019.
SGB > Lohnschutz. Flankierende Massnahmen. SGB, 2019-07-01.
Ganzer Text
01.07.2019 Schweiz
Travail.Suisse

Flankiierende Massnahmen
Lohnschutz
Volltext
Personenfreizügigkeit: Positives Fazit nur dank den flankierenden Massnahmen. Das Seco hat im heute publizierten Observatoriumsbericht ein positives Bild von der Personenfreizügigkeit gezeichnet. Für Travail.Suisse, den unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, ist klar, dass diese positiven Effekte nur dank den flankierenden Massnahmen erreicht werden. Eine Aufgabe der eigenständigen Massnahmen zum Schutz der Löhne und Arbeitsbedingungen würde den gesamten bilateralen Weg mit der EU in Frage stellen. Im Observatoriumsbericht wird ein positives Bild der Personenfreizügigkeit gezeichnet. Die Zuwanderung ist in erster Linie in den Arbeitsmarkt erfolgt und hat eine positive Wirtschaftsentwicklung gebracht. Die Integration von gut ausgebildeten und jüngeren Arbeitnehmenden hilft ausserdem die Finanzlage der Sozialversicherungen zu stabilisieren. Von zentraler Wichtigkeit für Travail.Suisse sind die flankierenden Massnahmen. Nur dank diesen kann dafür gesorgt werden, dass in der Schweiz tatsächlich Schweizer Löhne bezahlt werden, resp. Unterbietungen der Löhne und Arbeitsbedingungen entdeckt und sanktioniert werden können. „Der eigenständige Schutz der Löhne und Arbeitsbedingungen darf nicht im Ringen um ein institutionelles Rahmenabkommen mit der EU geschwächt werden“, sagt Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik bei Travail.Suisse. Personenfreizügigkeit muss der Bevölkerung nützen. (…).
Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik
Travail.Suisse, 1.7.2019.
Travail.Suisse > Lohnschutz. Flankierende Massnahmen. Travail.Suisse, 2019-07-01.
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01.07.2019 Schweiz
Mieter- und Mieterinnen-Verband
Personen
Ralph Hug
Mietzinse
Volltext
Wucher
Herr Parmelin, bitte ins Kino! Leilani Farha propagiert das Wohnen als Menschenrecht. Hört Bundesrat Parmelin ihre Botschaft? Sie war mit ihrem Team schon in Chile, Indien, Serbien und Kosovo auf Recherche. Der Uno lieferte sie Berichte über Obdachlosigkeit und die Folgen von Finanz-Akteuren auf dem Wohnungsmarkt ab. Rechtsanwältin Leilani Farha aus Kanada ist eine Expertin für Wohnfragen. Vor allem in ihrer Funktion als Sonderberichterstatterin der Weltorganisation für das Recht auf Wohnen. Vorher war dieses Amt kaum bekannt. Seit sie es 2014 antrat, hat sich das geändert. Weil Farha eine Botschaft und einen Willen hat, diese auch umzusetzen. Diese Botschaft lautet: Wohnen ist ein Menschenrecht, und ein Menschenrecht muss geschützt sein. Sonst ist es kein Recht. Jetzt hat Farha ein Projekt mit dem programmatischen Namen „The Shift“ gestartet. Das heisst so viel wie „Verschiebung“, aber auch „Wechsel“. Gemeint ist ein Wechsel der Perspektive. Denn in den vergangenen Jahren hat ein gefährlicher Prozess eingesetzt: Auf den Wohnungsmärkten tummeln sich immer mehr Finanz-Akteure. Für sie sind Wohnungen nur eine Anlage, die Gewinn abwirft. Und weil alle irgendwo wohnen müssen, sind das todsichere Anlagen. Man muss nur den Zugriff auf die Märkte haben. Mietende mutieren dann bald zu Zitronen, die man durch Mieterhöhungen auspressen kann. Die Miete wird auf diese Weise zu einem lukrativen Rohstoff wie Öl oder Gold. Fachleute nennen diesen Prozess „Finanzialisierung“. (…). Ralph Hug. Mieten+Wohnen, 1.7.2019.
Mieterinnenverband > Mietzins. Wucher. M+W, 2019-07-01.
Ganzer Text
01.07.2019 Schweiz
Pensionskasse
VPOD-Magazin
Stefan Giger
Natascha Wey
Pensionskassen
Reform
Volltext
Die Sozialpartner präsentieren eine Reform der zweiten Säule, die Teilzeiterinnen und kleinen Einkommen nützt. Ein Stück AHV im BVG. Erste Ernte des Frauenstreiks? Die Sozialpartner haben einen Vorschlag für die zweite Säule vorgelegt, der sich zumal au Teilzeitarbeitende und überhaupt auf geringe Einkommen positiv auswirkt. Ewiggestrig bleibt der Gewerbeverband: Er ist dagegen. Nach dem Scheitern des Projektes „Altersvorsorge 2020“, welches die erste und die zweite Säule gleichzeitig reformieren sollte, trennte der Bundesrat die beiden Geschäfte. Bei der AHV hält er an einer - wenn auch für Übergangsgenerationen kompensierten - Erhöhung des Frauenrentenalters fest. Mit der Reform des Pensionskassengesetzes BVG beauftragte er die Sozialpartner. Anfangs Juli haben der SGB, Travail.Suisse und der Schweizerische Arbeitgeberverband ihren Kompromiss vorgestellt und dem Bundesrat übergeben. Abseits steht der Gewerbeverband. Mängel erkannt. Das Pensionskassengesetz (Gesetz über die Berufliche Vorsorge, BVG) hat verschiedene Mängel. Der sogenannte Umwandlungssatz ist der Faktor, mit welchem aus dem Sparkapital die Altersrente berechnet wird. Der gesetzliche Umwandlungssatz von 6,8 Prozent entspricht nicht mehr der heutigen Lebenserwartung. Die meisten Pensionskassen haben - bei viel höheren Sparbeiträgen, daher BVG-konform - längst viel tiefere Sätze in ihren Reglementen stehen (5 Prozent und weniger). Der gesetzliche (…). Natascha Wey, Stefan Giger.
VPOD-Magazin, 1.7.2019.
Personen > Wey Natascha. Pensionskassen. Reform. VPOD-Magazin, 2019-07-01.
Ganzer Text
01.07.2019 Schweiz
ILO
Personen
VPOD-Magazin
Christoph Schlatter
ILO
Kündigungsschutz
Volltext
Schwarze Liste rauf und runter. Die Normenkommission der ILO pflegt die 25 Länder, die am gröbsten gegen ILO-Kernarbeitsnormen verstossen, auf einer schwarzen Liste zu führen. Es war keine geringe Sensation, als kurz vor Beginn der 108. ILO-Konferenz die Schweiz auf dieser Liste auftauchte, wo man sonst Länder wie Weissrussland oder Sierra Leone findet. Ausgerechnet der Gastgeberstaat der ILO. Und ausgerechnet zum 100-lahr-Iubiläurn. Der Grund ist altbekannt: Die Schweiz hat seit Jahren die von ihr ratifizierte ILO-Konvention 98 nicht umgesetzt, die Arbeitnehmende vor gewerkschaftsfeindlicher Kündigung schützen soll, also etwa gewählte Personaldelegierte oder Vertreterinnen in Pensionskassen davor, dass man sie mit blosser Kündigungsdrohung „gefügig“ macht. Wenn man Organisierte einfach so rausschmeissen kann, lässt sich die Entstehung und/oder die Wirksamkeit von Gewerkschaften schon im Ansatz untergraben. Die Aufforderung der ILO, die Maximalstrafe für missbräuchliche antigewerkschaftliche Kündigung von heute 6 auf wenigstens 12 Monatslöhne heraufzusetzen und in extremen Fällen - analog zum Gleichstellungsgesetz - die Wiedereinstellung vorzusehen, blieb seit Jahren unberücksichtigt, trotz mehrfachen Nachhakens der Gewerkschaften. Der Paukenschlag hatte nun aber Wirkung: Bundesrat Guy Parmelin schlug in der lange hängigen Frage eine Mediation zwischen den Sozialpartnern vor. Aus Sicht von SGB-Zentralsekretär Luca Cirigliano ist der Vorgang ein gutes Beispiel (…).  Christoph Schlatter.
VPOD-Magazin, 1.7.2019.
Personen > Schlatter Christoph. ILO. Kuendigungsschutz. VPOD-Magazin, 2019-07-01.
Ganzer Text
01.07.2019 Schweiz
Personen
SEV Schweiz
VPOD-Magazin
Christoph Schlatter
Jubiläum
SEV
Volltext
Der SEV, Gewerkschaft des Verkehrspersonals, wird 100 Jahre alt. Historische Weichenstellungen. Erst 100 Jahre? Die Frage ist berechtigt, denn die Eisenbahnangestellten hatten sich längst vor 191'9 zu Verbänden zusammengeschlossen. Der Landesstreik brachte die Einheit. Der VPOD gratuliert der Service-public-Schwester herzlich. „Das ist halt historisch so gewachsen.“ Diese Antwort erhält auch im VPOD häufig, wer Sinn oder Unsinn von Strukturen und Ritualen anspricht. Auch der SEV, Gewerkschaft des Verkehrspersonals, ist eine Traditionsgewerkschaft. Vorläuferorganisationen bestanden schon seit den 1870er Jahren. Erst 1919 fanden sich vier Verbände zusammen. In dieser Vorgeschichte liegt etwa auch die Erklärung dafür, dass auch noch im heutigen SEV die Unterverbände ein starkes Eigenleben besitzen. Vergiftetes Geschenk. Zwischen einem Lokführer und einem Rangierarbeiter, zwischen dem Stationsvorstand und dem Heizer bestanden in der Frühzeit der Eisenbahn gewichtige Rang- und Milieuunterschiede - allein schon darin, wie schmutzig die Hände und Hemden bei der Arbeit wurden. Daher brauchte es mehrere Anläufe und letztlich die kollektive Erfahrung des Landesstreiks, (fast) alle Bähnler in einem Verband zusammenzubringen. Denn (fast) alle hatten in jenen Novembertagen 1918 dazu beigetragen, dass die Schweiz stillstand. Die zentrale Figur für die Einigung und für den Beitritt des SEV zum SGB war Emil Düby, Als SP-Vertreter sass Düby ab 1917 in drei(…).
Christoph Schlatter.
VPOD-Magazin, 1.7.2019.
Personen > Schlatter Christoph. SEV. Jubilaeum. VPOD-Magazin, 2019-07-01.
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01.07.2019 Schweiz
Frauen
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VPOD-Magazin
Annette Hug
Frauenstreik
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Streiken, um streiken zu können. In den Tagen nach dem Streik kommen die wirklich schönen Fotos auf den digitalen Pinnwänden von Freundinnen. Die ersten Eindrücke werden gefiltert, wir ziehen ein Fazit. Nicht alle dasselbe. Fast jede Zeitung versucht sich an der historischen Einordnung. Das Beste: Gleich nach dem Frauenstreik beginnt die Umsetzung in verschiedensten Gremien. Kaum eine Entscheidung, die irgendetwas mit Frauen und Männern zu tun hat, bleibt unberührt von der Wucht dieses Aufruhrs. So kann daraus Macht werden. Und während in Parlamenten, Vorständen, in Personalkommissionen und GAV-Verhandlungen die konkreten Konsequenzen aus dem Streik formuliert und hoffentlich gezogen werden, geht das Sammeln von Bildern weiter. Denn ganz verstanden, was da abgegangen ist, haben wir noch nicht, ich jedenfalls bin noch etwas in der Schwebe. Wie schon 1991 ist ätzend oft die Frage aufgetaucht, ob das, was Frauen da machen, überhaupt ein richtiger Streik sei. Die Frage ist ärgerlich, aber nicht blöd. Sie hat System, das heisst, sie verrät viel über das System, aus dem sie stammt. Das erste Mal, als mir etwas von diesem System aufging, war in den Jahren vor dem ersten Frauenstreik. An den Schulen mobilisierten wir für die Abschaffung der Schweizer Armee. In diesem „Wir“ gab es Helden, und das waren nur Männer. Sie sassen damals noch Gefängnisstrafen von zwei bis fünf Monaten ab, wenn sie den Militärdienst verweigerten und keine psychische Krankheit vorschoben. Weil Frauen (…). Anette Hug.
VPOD-Magazin, 1.7.2019.
Personen > Hug Anette. Frauenstreik. VPOD-Magazin, 2019-07-01.
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28.06.2019 Schweiz
Frauenstreik
Personen
Work
Sandra Künzi
Frauenstreik
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Für ä grächti Gschicht. 14. 6. Wir haben Geschichte geschrieben. Also nicht so ein mickriges Leserbriefli, sondern einen fetten Eintrag fürs Geschichtsbuch: der grosse zweite Schweizer Frauenstreik 2019. Dammi Siech, wie guet war das denn? Ich hab mindestens fünfmal grännet und öppe gleich viel Bier getrunken, was chli blöd war wegen de WC, aber egal. Sogar Schagge hatte Tränen in den Augen: „Als SP-Badran weinen musste!“ Dann schrie -Tamara „Wir wollen kein Stück vom verschimmelten Kuchen, sondern die ¬ganze verdammte Bäckerei“, und wir rissen uns kollektiv die verweinten Oberteile vom Leib. Ich weiss nid, warum das nicht in den Medien kam. Ich meine 70’000 fröhliche blutte Frauen ist doch nicht nichts, oder? Gut, vielleicht waren es nicht ganz alle, aber ömmel genug, um Spass zu haben. Obwohl es ja nicht um Spass ging, sondern um richtige, ernste Probleme. Sonst brauchte es ja nicht zwei Frauenstreiks, oder? Wenn wir was gelernt haben in den letzten Jahren: Das mit Freiwillig chasch vergässe! 16. 6. Frauenlauf Bern mit 12‘500 Läuferinnen (also nicht wegen dem Streik). 19. 6. Der Ständerat legt es bizzli Frauenquoten für Börsenunternehmen fest (vermutlich wegen dem Streik). 20. 6. Und grad nomal Ständerätli: Es isch plötzlich für zwei herzige Wochen Vaterschaftsurlaub (wegen dem Streik). 21. 6. Hey CVP, du alte Socke, du anerkennst die Ehe für alle. 22. 6. Das Kunstmuseum ¬Basel kündigt zwei Mitarbeiterinnen, weil sie am Frauenstreiktag um 15.24 Uhr ihre Arbeit niederlegten. (…). Sandra Künzi.
Work online, 28.6.2019.
Personen > Kuenzi Sandra. Frauenstreik. Work online, 2019-06-28.
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28.06.2019 Schweiz
Frauen
Personen
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Patricia D Incau
Frauenstreik
Programm
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Nach dem Streik ist vor dem Frauentag: „Wir machen weiter!" Am 14. Juni haben sie Geschichte geschrieben. Jetzt wollen die Frauen dafür sorgen, dass ihre Forderungen tatsächlich umgesetzt werden. Hunderttausendfach war es am 14.Juni zu hören: Schluss mit Sexismus, Gewalt und Diskriminierung! Schluss damit, dass Frauen noch immer rund 20 Prozent weniger verdienen als Männer, rund 37 Prozent weniger Rente haben und nach wie vor den Grossteil der unbezahlten Care-Arbeit erledigen. Jetzt liegen die Forderungen auf dem Tisch. Doch die Streikorganisatorinnen wissen: Damit sie auch tatsächlich erfüllt werden, muss Frau dranbleiben. Und das ist jetzt beschlossene Sache. Mehr Druck machen. Unia-Frau Corinne Schärer sagt: „Wir machen weiter!“ Sie ist Mitglied der nationalen Streikkoordination. Diese .hat am 24.Juni entschieden, ihre Arbeit fortzuführen. Vertreten darin sind Frauen aus den regionalen und kantonalen Streikgruppen sowie den Gewerkschaften. Sie haben in den vergangenen Monaten eng zusammengearbeitet und sich ausgetauscht. Schärer sagt: „Diese breite Vernetzung war zentral für die überwältigende Mobilisierung am 14.Juni.“ Das soll nun unbedingt beibehalten werden, denn: „Das ist, was Druck macht aufs Parlament.“ Das sieht auch Lirija Sejdi von der Berner Streikkoordination so. Sie sagt: „Wenn wir jetzt aufhören, sind unsere Forderungen nach einem halben Jahr schon wieder verpufft“ Selbst wenn es im Bundeshaus gerade Vorstösse zu Streikthemen hagelt. (…). Patricia D’Incau.
Work online, 28.6.2019.
Personen > D’Incau Patricia. Frauenstreik. Programm. Work online, 2019-06-28.
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28.06.2019 Schweiz
Personen
Unia Schweiz
Work
Vania Alleva
Lohnverhandlungen
Unia Schweiz
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Nach dem Frauenstreik: Gewerkschaften machen vorwärts. Für Lohngleichheit • Gegen Tieflöhne • Gegen Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz. Im Herbst stehen die Lohnverhandlungen an. Die Unia hat beschlossen, diese ganz im Zeichen der Frauenl6hne zu führen. Und nicht nur das. Die grosse Wucht des Frauenstreiks habe allen progressiven Kräften Energie gegeben. Für die überfälligen Veränderungen in Arbeitswelt und Gesellschaft weiterzukämpfen. Das sagt Unia-Chefin und SGB-Vizepräsidentin Vania Alleva. Und erklärt konkret. wie: Frauenlöhne. Die Unia hat beschlossen. die kommenden Lohnverhandlungen ganz im Zeichen der Frauenlöhne zu führen. Es braucht eine substantielle Lohnerhöhung für Frauen und eine Aufwertung der sogenannten Frauenberufe. Denn heute arbeiten mehr als doppelt so viele Frauen in der Schweiz zu einem Tieflohn als Männer. Rund 53 Prozent der Frauen verdienen netto weniger als 4‘000 Franken im Monat. 70 Prozent weniger als 5‘000 Franken. Gleichzeitig fordern wir griffige Sanktionen gegen jene Unternehmen, die sich nicht an die Lohngleichheit halten. Tieflohnbranchen. In den letzten Jahren haben besonders die Löhne von Frauen stagniert, die in Tieflohnbranchen arbeiten. Und dort arbeiten sehr viele Frauen. Im Detailhandel etwa, der grössten Branche des Privatsektors, war die Lohnentwicklung sehr viel schwächer als in den übrigen Wirtschaftszweigen. Gleichzeitig stieg die Arbeitsproduktivität ständig. mit der (…). Unia Schweiz.
Work online, 28.6.2019.
Personen > Alleva Vania. Lohnverhandlungen 2019. Work, 2019-06-28.
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28.06.2019 Schweiz
Personen
Work
Clemens Studer
Vaterschaftsurlaub
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Der Frauenstreik zeigt politisch schon Wirkung. Vaterschaftsurläubchen und ein Strauss Vorstösse. Wie sehr der Frauenstreik auch im Bundeshaus wirken wird, zeigt sich bald. Bisher war's nur ein Bitzeli. Aber innerhalb und ausserhalb des Parlaments läuft vieles. 600‘000 Frauen (und ein paar Männer) auf der Strasse für Gleichberechtigung. Nach Jahrzehnten gleichstellungspolitischer Trippelschrittchen der bürgerlichen Mehrheit ein klares Signal. Und eines, das schon in den ersten Tagen nach diesem historischen 14. Juni Wirkung zeigte. Zumindest ein wenig. Der Ständerat konnte sich am Dienstag nach dem Frauenstreik doch noch zu einer Zielvorgabe für Verwaltungsräte und Geschäftsleitungen grosser börsenkotierter Unternehmen durchringen. Die superweiche Formulierung im Aktiengesetz schreibt vor: jedes Geschlecht soll in Verwaltungsräten zu mindestens 30 Prozent vertreten sein und in Geschäftsleitungen zu 20 Prozent. Sanktionen bei Verstössen gibt es keine. Tags darauf lehnte der Ständerat dann zwar die zurückhaltende Initiative für vier Wochen Vaterschaftsurlaub ab, stimmte aber - was lange nicht sicher war - immerhin für einen Gegenvorschlag mit 2 Wochen. Die SP verlangt 50 Wochen, und ein Komitee denkt über eine Initiative für 38 Wochen nach. Nächster Dauerbrenner. Schon in der Herbstsession - es ist die letzte dieser Legislatur - haben die Räte mehrere Gelegenheiten, zu zeigen, dass sie die Botschaft des 14.Juni tatsächlich verstanden haben. Dann stehen gleich  (…). Clemens Studer.
Work online, 28.6.2019.
Personen > Studer Clemens. Vaterschaftsurlaub. Wok online, 2019-06-28.
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