Gewerkschaftschronik
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Anzahl gefundene Artikel: 138

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17.01.2019 Schweiz
Armut
WOZ

Armut
Sozialhilfe
Volltext
Sozialhilfe. Arrogant gegen die Armen. „Motivation statt Sanktion“: Was für ein fieser Titel für eine Motion, die die Sozialhilfe um bis zu dreissig Prozent kürzen und nur „Kooperationswillige“ mit ergänzenden Leistungen belohnen will. Die von der SVP eingereichten Vorstösse in den Kantonen Aargau, Bern, Basel-Landschaft und Zürich richten sich gegen die Ärmsten der Gesellschaft und suggerieren, die Betroffenen seien das Problem. Als würde man mit dem sukzessiven Abbau der Sozialhilfe die Armut gleich mit abschaffen. Als Erfinderin der Formel „Motivation statt Sanktion“ preist sich die Aargauer SVP-Grossrätin Martina Bircher. Arbeiten sei für die BezügerInnen nicht attraktiv genug. Das von der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) berechnete Existenzminimum wurde allerdings bereits nach politischen Aushandlungsprozessen nach unten korrigiert: Um ein Leben mit „minimaler sozialer Teilhabe“ zu führen, wären 1082 Franken pro Monat nötig. Die Beiträge für Einzelpersonen belaufen sich derzeit auf 986 Franken. Wer einmal Sozialhilfe bezogen hat, weiss, dass ein Leben in Abhängigkeit alles andere als attraktiv ist - ganz abgesehen vom gesellschaftlichen Stigma, das der Sozialhilfe anhaftet. Bei der Höhe des empfohlenen Existenzminimums gibt es keinen weiteren Spielraum. Dazu haben die KopräsidentInnen der SKOS, Felix Wolffers und Therese Frösch, im Januar eine neue Studie präsentiert. Minimale soziale Teilhabe fördert die Reintegration in den Arbeitsmarkt. Sie ist aber auch eine Frage der Würde. Die Sozialhilfe ist das letzte Auffangnetz, eine Nothilfe. Weitere Kürzungen hätten (…). Caroline Baur.
WOZ, 17.1.2019.
Personen > Baur Caroline. Sozialhilfe. Armut. WOZ, 2019.01-17.
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29.11.2018 Griechenland
Armut
Generalstreik
Gewerkschaften

Armut
Existenzgrundlage
Generalstreik
Volltext
Wut auf Armutsdiktat. Griechenland: Generalstreik gegen neuen Haushaltsplan der Regierung. Protest zeigt den wahren Zustand des Landes. Ein Generalstreik legte am Mittwoch das öffentliche Leben in Griechenland weitgehend lahm. Der Protest gegen den neuen Haushaltsplan der Regierung unter Alexis Tsipras zeigt, dass sich die Lage der Griechen seit dem in Brüssel mit falschem Optimismus verkündeten Ausstieg aus dem sogenannten Hilfsprogramm der EU-Kommission nicht einen Deut gebessert hat. Die Masse der elf Millionen Griechen steht auch in diesem Winter unter schwerem finanziellen Druck. Die meisten Wohnungen in den Großstädten werden unbeheizt bleiben, für Nahrung und Kleidung werden die Menschen in den kommenden Monaten noch weniger ausgeben können als in den Vorjahren. Zum Widerstand aufgerufen hatten alle Dachverbände der Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes und der Privatwirtschaft. Auch die Kommunistische Partei (KKE) sowie der kommunistische Gewerkschaftsverband PAME (Militante Arbeiterfront) forderten die Bevölkerung auf, ihren Zorn auf die Straße zu tragen. Alle öffentlichen Transporte, einschliesslich der Fährschiffe zu den Inseln, stellten ihren Betrieb für 24 Stunden ein. In Athen konzentrierte sich der Protest auf den zentralen Syntagma-Platz vor dem Parlament und den Omonia-¬Platz, wo Tausende Menschen die Anhebung des Mindesteinkommens auf 750 Euro verlangten. Der Mindestlohn war in den vergangenen Jahren im Rahmen des von Brüssel verhängten Massnahmen auf unter 600 Euro im Monat gedrückt worden. (…).
Junge Welt, 29.11.2018.
Junge Welt > Griechenland. Generalstreik. Armut. Junge Welt, 2018-11-29.
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29.11.2018 Deutschland
Arbeitslosigkeit
Junge Welt

Arbeitslosigkeit
Armut
Volltext
Arm trotz Arbeit. Beschäftigtenquote der BRD bei 79 Prozent. Linke kritisiert prekäre Verhältnisse. Deutschland hat EU-weit die zweithöchste Erwerbstätigenquote nach Schweden. 79 Prozent der 20- bis 64jährigen gehen einer bezahlten Tätigkeit nach, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. 2007 waren es noch 73 Prozent. Im EU-Durchschnitt stieg die Quote binnen zehn Jahren nur um zwei Punkte auf 72 Prozent. Spitzenreiter ist Schweden mit aktuell 82 Prozent. „Vor allem die Erwerbsbeteiligung von Frauen hat in den vergangenen Jahren zugenommen“, erklärten die Statistiker. In Deutschland erhöhte sie sich von 67 auf 75 Prozent. Im EU-Durchschnitt gehen rund 78 Prozent der Männer, aber nur 66 Prozent der Frauen einer Arbeit nach. Am häufigsten berufstätig waren Frauen in Schweden (80 Prozent) und Litauen (76 Prozent). Deutschland lag mit 75 Prozent an dritter Stelle. Dabei war hierzulande fast jede zweite erwerbstätige Frau teilzeitbeschäftigt. Die Industriestaaten-Organisation OECD sieht Handlungsbedarf in Deutschland, um mehr Frauen zu einem Arbeitsplatz zu verhelfen. „Durch den Ausbau qualitativ hochwertiger Kinderbetreuung für Kleinkinder aus ungünstigeren sozioökonomischen Verhältnissen und die Ausweitung des Ganztagsangebots an Grundschulen wird das Kompetenzniveau der Bevölkerung auf lange Sicht angehoben“, heisst es im aktuellen Wirtschaftsausblick (Siehe JW vom 22. November). Gleichzeitig könnte dadurch insbesondere Müttern erleichtert werden, Familie und längere Arbeitszeiten miteinander zu vereinbaren. Die Beamten der Bundesagentur für Arbeit sind (…).
Junge Welt, 29.11.2018.
Junge Welt > Arbeitslosigkeit. Armut. Junge Welt, 2018-11-29.
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17.08.2018 Schweiz
Bundesamt für Statistik
Personen
Work
Hans Baumann
Armut
Bundesamt für Statistik
Vermögen
Volltext
Bund belegt: Reiche werden reicher, Arme zahlreicher. Die neuste Bundessteuer-Statistik zeigt es deutlich: Die Reichsten in der Schweiz werden immer reicher. Unterdessen besitzt das reichste Prozent der Steuerzahlenden fast 42 Prozent des gesamten Vermögens. Das sind über 730 Milliarden Franken und ein neuer Rekord. Die anderen 99 Prozent müssen sich in den Rest teilen. Auf der unteren Stufe der Wohlstandspyramide sieht es ganz anders aus. Die Anzahl jener, die Sozialhilfe beanspruchen müssen, und auch ihr Anteil an der Bevölkerung haben seit 2010 deutlich zugenommen. Die Sozialhilfequote stieg von 3 auf 3,3 Prozent. Grund für den nochmaligen Anstieg im Jahr 2016 waren übrigens nicht ausschliesslich die höheren Flüchtlingszahlen. Die Zahlen gingen bei Schweizerinnen und Schweizern ungefähr gleich stark nach oben. Arm trotz Job. Noch stärker zugenommen haben die Working Poor, und dies vor allem in den Jahren 2015 und 2016. Das sind jene Menschen, die trotz Erwerbsarbeit arm sind. Seit 2010 ist die Quote der Erwerbstätigen, die armutsgefährdet sind, von 3,4 auf 4,5 Prozent gestiegen. Rund 150‘000 Personen erzielen trotz Arbeit kein existenzsicherndes Einkommen. Das betrifft vor allem auch Familien, in denen rund 50’000 Kinder in Armut aufwachsen. Beschämend. Im internationalen Vergleich ist der Anteil der Sozialhilfebeziehenden und der armen Erwerbstätigen zwar nicht besonders hoch. Aber wir leben in einem Land, in dem sich in den letzten 10 Jahren die Anzahl Personen, die über 10 (…). Hans Baumann.
Work online, 17.8.2018.
Personen > Baumann Hans. Vermögen, Armut. Work online, 2018-08-17.
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26.07.2018 USA
Armut
Junge Welt

Armut
Volltext
„Bekämpft die Armut, nicht die Armen“. Die jüngst gestartete Bewegung gegen die Ungleichheit in den USA hat in Martin Luther Kings „Poor People’s Campaign“ ein berühmtes Vorbild. In den USA bringt in diesem Jahr eine neugeschaffene „Kampagne der Armen“ die Tatsache wachsender Armut in einem der reichsten Länder der Welt ins Bewusstsein. Zehntausende Menschen gingen auf die Strasse, für die US-Präsident Donald Trumps Parole „Make America Great Again“ Hohn und Drohung zugleich ist. Die Verfasser eines kürzlich von den Vereinten Nationen veröffentlichten Berichts kommen zu dem Schluss, die „Armen zu bestrafen und einzusperren“, sei „die typisch amerikanische Antwort auf Armut im 21. Jahrhundert“. Die heutige „Kampagne der Armen“ setzt fort, was die schwarze Bürgerrechtsbewegung 1968 nicht vollenden konnte, weil ihr entschlossener Anführer, der Baptistenpfarrer Martin Luther King jr., einen Tag vor Beginn der Aktionen des zivilen Ungehorsams der historischen „Poor People’s Campaign“ ermordet wurde. Als der Bürgerrechtler Martin Luther King am 4. April 1968 in Memphis (Tennessee) auf dem Balkon des „Lorraine“-Motels von einem angeblichen „Einzeltäter“, dem weissen Rassisten James Earl Ray, erschossen wurde, war er als anerkannter Sprecher der aufbegehrenden afroamerikanischen Bevölkerung auch zum scharfen Kritiker der US-Kriegführung gegen Vietnam und der um sich greifenden Armut im eigenen Land geworden. King stellte den Zusammenhang her zwischen den imperialistischen Kriegen nach (…).
Junge Welt, 26.7.2018.
Junge Welt > USA. Armut. Junge Welt, 2018-07-26.
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26.04.2018 Schweiz
Armut
Vorwärts

Armut
Lebenshaltungskosten
Volltext
Im Teufelskreis der Armut. Armut Ist In der Schweiz ein regelrechtes Tabu, es wird kaum darüber gesprochen. Dabei gelten 7,5 Prozent der Bevölkerung als arm. Das Armutsrisiko beträgt 14,7 Prozent und Ist damit höher als In den Nachbarländern. Und es werden Immer mehr Menschen arm. Die Schweiz ist eines der reichsten Länder der Welt und dennoch könnten mehr als 20 Prozent der Bevölkerung eine unerwartete grössere Ausgabe nicht verkraften. Bei der Familie von Julia ist genau dieser Fall eingetreten: Ihr Ehepartner Peter ist plötzlich verstorben und hat die Familie in den Teufelskreis der Armut geworfen. Die Kinder konnten ihre Ausbildung nicht mehr finanzieren. Julia wusste nicht mehr, wie sie ihre Miete zahlen soll. Es drohte ihr die Zwangsräumung. Julia musste bei der Hilfsorganisation Caritas anklopfen. Nun muss sie mit 2000 Franken im Monat durchkommen in einem Land, das zu den teuersten der Welt gehört. Der Index der Lebenshaltungskosten für die Schweiz beträgt 131,39 im Vergleich zu Frankreich mit 83,86. Die Rechnung stapeln sich. Julia ist pleite. Mit sechzig Jahren kann sie bald darauf hoffen, ihre Rente zu beziehen und „damit endlich dem Status als soziale Aussenseiterin zu entfliehen“, wie sie es ausdrückt. Viele Working Poors. Sophie ist 25 Jahre alt und Mutter von zwei kleinen Töchtern. Sie arbeitet Teilzeit in der Milchindustrie. Ihr Partner ist Bäcker. Zusammen kommen sie auf ein (...). Jean-Jacques Franck.
Vorwärts, 26.4.2018.
Vorwärts > Armut. Lebenshaltungskosten. Vorwärts, 2018-04-26.
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26.03.2018 Deutschland
Armut
Junge Welt

Armut
HartzIV
Volltext
http://www.textverzeichnisse.ch/Textverzeichnisse/tabid/183/ctl/EditArticle/mid/728/ItemId/63050/Default.aspxJeder zehnte Haushalt bezieht ALG II. Seit 2007 mehr als 18 Millionen Menschen betroffen. In den vergangenen zehn Jahren haben insgesamt 18,2 Millionen Menschen Hartz-IV-Leistungen bezogen. Es waren 9,33 Millionen Männer und 8,97 Millionen Frauen, wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervorgeht. Unter 15 Jahre alt waren 5,47 Millionen Personen. Gezählt wurden die Menschen, die zwischen Januar 2007 und November 2017 mindestens kurzfristig einmal ALG II bekommen haben. Dabei haben auch viele in einer Übergangszeit vorübergehend Grundsicherung bezogen, etwa weil sie keine Ansprüche aus der Arbeitslosenversicherung hatten. Im Februar 2018 bezogen laut Bundesagentur für Arbeit 5,95 Millionen Menschen Hartz IV. Davon waren 4,26 Millionen erwerbsfähig. Rund zwei Drittel davon waren nicht erwerbslos, sondern hatten etwa Minijobs oder befanden sich in einer Massnahme zur Rückkehr in den Betrieb. Unterm Strich bezog demnach fast jeder zehnte Haushalt in Deutschland Hartz IV. Im Schnitt machen die Leistungen der Grundsicherung dabei 954 Euro für eine sogenannte Bedarfsgemeinschaft aus. Für Alleinstehende Hartz-IV-Bezieher gilt der Regelsatz von 416 Euro pro Monat. Die seit Jahren hohe Zahl der Betroffenen zeigt nach Ansicht der Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann (Die Linke) die "Verarmung breiter Bevölkerungsteile". Verschiedene Bundesregierungen hätten im Kampf dagegen versagt, sagte Zimmermann, die die (…).
Junge Welt, 26.3.2018.
Junge Welt > Armut. Hartz-IV. Junge Welt, 2018-03-26.
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23.02.2018 Deutschland
Armut
Junge Welt

Armut
Verpflegung
Volltext
http://www.textverzeichnisse.ch/Portals/7/Junge%20Welt/Armut.%20Tafeln.%20Junge%20Welt,%202018-02-23.pdfLebensmittel nur für Deutsche. Neue „Kunden“ der Essener Tafel müssen Personalausweis vorlegen. Die Essener Tafel nimmt vorerst nur noch Bedürftige mit deutschem Pass neu in ihre Kartei auf. Grund sei, dass der Anteil der Migranten zuletzt auf drei Viertel gestiegen sei, sagte am Donnerstag der Vereinsvorsitzende Jörg Sartor. Auf der Internetseite des Vereins heisst es dazu: „Da aufgrund der Flüchtlingszunahme in den letzten Jahren der Anteil ausländischer Mitbürger bei unseren Kunden auf 75 Prozent angestiegen ist, sehen wir uns gezwungen, um eine vernünftige Integration zu gewährleisten, zurzeit nur Kunden mit deutschem Personalausweis aufzunehmen.“ Der Vorsitzende Sartor sagte der „WAZ“ (Onlineausgabe) am Donnerstag: „Wir wollen, dass auch die deutsche Oma weiter zu uns kommt.“ In den vergangenen zwei Jahren hätten sich gerade ältere Tafel-Nutzerinnen sowie alleinerziehende Mütter von den vielen fremdsprachigen jungen Männern in der Warteschlange abgeschreckt gefühlt, bei denen er teilweise auch „mangelnden Respekt gegenüber Frauen“ beobachtet habe. „Wenn wir morgens die Tür aufgeschlossen haben, gab es Geschubse und Gedrängel ohne Rücksicht auf die Oma in der Schlange“, sagte Sartor den Journalisten. Die Hilfsorganisation bewahrt Lebensmittel vor der Vernichtung und verteilt sie an Bedürftige. Umgesetzt wird die im Dezember beschlossene Beschränkung auf Deutsche bereits seit Mitte Januar, wie Sartor der „WAZ“ sagte – „so lange, bis die Waage wieder ausgeglichen ist“. Er habe mit Unruhe gerechnet. Aber: (…).
Junge Welt, 23.2.2018.
Junge Welt > Armut. Tafeln. Junge Welt, 2018-02-23
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21.02.2018 Deutschland
Armut
Junge Welt

Armut
Verpflegung
Volltext
In der Armutsindustrie. Tafeln, Möbelbörsen, Ein-Euro-Jobs: In Magdeburg managen gemeinnützige Firmen das Leben der finanziell Abgehängten. Betroffene bleiben unter sich. „Haben die schon auf?“, fragt Gisela F. (Name geändert) zwei entgegenkommende Männer. Der eine trägt einen vollen Rucksack, der andere schiebt einen Buggy mit einer gefüllten Plastiktüte vor sich her. Sie nicken. Der grosse Ansturm sei heute zum Glück schon vorbei, meint einer und betont: „Ist aber noch was da.“ F. zieht ihren blauen Reisekoffer durch das geöffnete Tor über den Hof hinter dem Gründerzeitgebäude. Zielstrebig steuert die 60jährige die Essensausgabe an. Frauen und Männer mit Koffern, Rucksäcken, Tüten oder Kinderwagen laufen an ihr vorbei, Migranten und Deutsche, viele Ältere, wenige Junge. Man kennt und grüsst sich. „Hier sind alle gleich“, sagt F. Gleich arm? Die Tafel hier im Magdeburger Stadtteil Buckau sei schon okay, weicht sie der Frage aus. Im Ausgaberaum stehen Kisten mit Brot, Nudeln, Fertiggerichten, Gemüse. Ein-Euro-Jobberinnen sortieren die Lebensmittel in Kartons. Geschenkt gibt es sie nicht. „Jeder der kommt, erhält den Inhalt einer Kiste für zwei Euro“, erklärt F. Sie friert vieles ein. „Das ist ja immer schon am Verfallsdatum, man kann das nicht lange aufheben.“ Sie winkt zwei syrischen Männern zu. Der eine trägt einen Blumenstrauss. Es sei der letzte gewesen, bedauert er. „Bring ihn deiner Frau“, ruft F. „Die liegt noch im Krankenhaus“, meint er leiser. Streit gebe es hier nie, beteuert F. „Wer sich danebenbenimmt, fliegt (…).
Junge Welt, 21.2.2018.
Junge Welt > Armut. Tafeln. Junge Welt, 2018-02-21.
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12.02.2018 Deutschland
Armut
Neues Deutschland

Armut
HartzIV
Volltext
Armut kommt elfmal vor, Reichtum gar nicht. Die Koalitionsvereinbarung hält die soziale Spaltung der Gesellschaft nicht auf, meint Christoph Butterwegge. Herr Butterwegge, Sie beklagen seit Jahren eine zunehmende soziale Spaltung in Deutschland. Müssen Sie angesichts des Koalitionsvertrages zwischen Union und SPD bei Ihrer Kritik bleiben oder ändert sich etwas zum Besseren? Durchzogen und beherrscht wird das Dokument von der Standortlogik, die alle Politikfelder der Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland unterordnet. Der neoliberale Wettbewerbswahn schlägt sich in einem technokratischen Vertragsentwurf nieder, in dem die Schlüsselbegriffe digital und Digitalisierung nicht weniger als 298-mal stehen. Ausgeblendet wird hingegen die sich vertiefende Kluft zwischen Arm und Reich, das Kardinalproblem der Bundesrepublik. Der Begriff „Armut“ kommt nur elfmal vor, Reichtum überhaupt nicht. Umverteilung von Oben nach Unten, die nötig wäre, um die soziale Spaltung zu stoppen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken, kann in dieser Regierungskonstellation nicht stattfinden, weil die Union mit dem Merkel-Dogma „Keine Steuererhöhung, für niemanden!“ jegliche Mehrbelastung für Spitzenverdiener, Firmenerben und Grossunternehmen ablehnt. Immerhin soll der Solidaritätszuschlag reduziert werden. Anstatt die Finanzstärksten in der Gesellschaft in die Pflicht zu nehmen und sie die Kosten für seit Jahrzehnten wachsende soziale Probleme tragen zu lassen, machen CDU, CSU und SPD (...).
Neues Deutschland, 12.2.2018.
Neues Deutschland > Armut. Hartz-IV. Neues Deutschland, 2018-02-12.
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30.01.2018 Deutschland
Junge Welt
Löhne

Armut
Mindestlöhne
Volltext
Lohnbetrug boomt Böckler-Studie: Verdienstuntergrenze wirkt gegen Erwerbsarmut. Dennoch wurden 2016 rund 2,7 Millionen. Beschäftigte um ihre Ansprüche gebracht. Immer noch werden hierzulande massenhaft Menschen um den Mindestlohn geprellt. Im Jahr 2016 erhielten rund 2,7 Millionen Beschäftigte weniger Geld, als ihnen nach dem Gesetz zugestanden hätte. So lautet ein Ergebnis einer am Montag vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) in der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung vorgelegten Untersuchung. Insgesamt fällt die Bilanz der Forscher drei Jahr nach Einführung der gesetzlichen Lohnuntergrenze aber »sehr positiv« aus. Im Niedriglohnsektor gebe es »seit längerem« wieder deutliche Einkommenssteigerungen, während die Erwerbsarmut zurückgegangen sei. Noch grössere Fortschritte liessen sich laut WSI-Arbeitsmarktexperte Toralf Pusch allerdings durch „bessere Kontrollen“ und insbesondere dann erzielen, wenn sich auch alle Unternehmer an die Gesetzesvorgaben halten würden. Nach Puschs Kalkulation wurden 2016 von sämtlichen Anspruchsberechtigten 9,8 Prozent mit weniger als dem damals geltenden Stundenmindestsatz von 8,50 Euro abgespeist. Allerdings zeige die ermittelte Zahl von 2,7 Millionen Betroffenen „eher die untere Grenze“ der Zuwiderhandlungen an. Dass sich das Problem in der Zwischenzeit erledigt haben könnte, sei „sehr unwahrscheinlich“, konstatiert der Autor. So habe die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Zolls bei ihren Prüfungen im ersten Halbjahr 2017 in neun (…).
Junge Welt, 30.1.2018.
Junge Welt > Löhne. Mindestlöhne. Junge Welt, 2018-01-30.
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30.01.2018 Deutschland
Armut
Junge Welt

Arbeitslosigkeit
Armut
Volltext
In der Armutsfalle. Nordrhein-Westfalens Regierung hat kein Konzept für die von sozialen Missständen gebeutelten Regionen des Landes. In Nordrhein-Westfalen entwickelt sich vor allem das Ruhrgebiet immer schnelleren Schrittes zur Armutsregion Nummer eins. Die Deindustrialisierung der letzten Jahrzehnte ging einher mit Erwerbslosigkeit und prekären Arbeitsverhältnissen. Forderungen nach einem Investitionsprogramm, wie sie die Linkspartei erhoben hatte, wurden sowohl seitens der früheren „rot-grünen“ Regierung unter Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) als auch der amtierenden Landesregierung von CDU und FDP unter Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) geflissentlich ignoriert. Während die Chefin der Arbeitsagentur NRW, Christiane Schönefeld, Anfang Januar eine angeblich „sinkende Arbeitslosigkeit, steigende Beschäftigung und hohe Nachfrage nach Arbeitskräften+ ausgemacht haben will und bei der Vorstellung der Arbeitsmarktzahlen für 2017 von einem „erfreuliche(n) Ende eines guten Jahres am Arbeitsmarkt in NRW“ spricht, dürfte diese Wahrnehmung bei den finanziell Deklassierten wie Hohn klingen. „Denn mit den nicht registrierten 254‘704 Personen werden ca. 40 Prozent der arbeitslosen Menschen inzwischen in der offiziellen Statistik schlichtweg verschwiegen. Würden also die tatsächlichen Zahlen mit 917‘127 arbeitslosen Menschen zugrunde gelegt, würde das Loblied auf das angebliche deutsche Beschäftigungswunder eher zu einer monatlichen Bankrotterklärung“, kritisierte (...).
Junge Welt, 30.1.2018
Junge Welt > Armut. Arbeitslosigkeit. Junge Welt, 2018-01-30.
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15.01.2018 Deutschland
Armut
Junge Welt

Armut
HartzIV
Volltext
Widerstand gegen Willkür. Jobcenter mussten 2017 erneut Hunderttausende rechtswidrige Hartz-IV-Bescheide revidieren. Zahl der Sanktionen steigt wieder. Hartz IV ist ein Dschungel unklarer Regeln. Kaum verständliche Gesetze eröffnen Sachbearbeitern in Jobcentern weite Ermessensspielräume. Auf der anderen Seite stehen existenzielle Grundbedürfnisse von Betroffenen zur Debatte. Die Folgen: Auch im vergangenen Jahr war die Gegenwehr groß. Jobcenter und Gerichte mussten erneut Tausende fehlerhafte Bescheide aufheben. Das geht aus einer am Freitag veröffentlichten neuen Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor, über die zuerst „Bild“ berichtete. Demnach gingen 2017 rund 640‘000 neue Widersprüche bei den juristischen Abteilungen der Jobcenter ein, etwa 1,4 Prozent weniger als 2016. In gut 226‘000 Fällen gingen sie zugunsten der Betroffenen aus. 184‘000 Eingaben waren im Dezember noch unbearbeitet. 112‘000 abgelehnte Widerspruchsführer zogen weiter vor ein Sozialgericht. Damit schrumpfte die Zahl der neuen Klagen um knapp drei Prozent gegenüber 2016. Insgesamt waren 46‘400 Kläger erfolgreich. Etwa 40 Prozent der ihnen vorgelegten Bescheide erklärten die Gerichte insgesamt für rechtswidrig. Es trifft die Schwächsten. Etwa ein Drittel der Kläger und 43 Prozent der Widerspruchsführer wehrten sich dagegen, dass Jobcenter ihnen Vermögen angerechnet und aus diesen oder anderen Gründen Leistungen eingestellt oder zurückgefordert hatten. Zweithäufigster Grund für juristische Gegenwehr waren die Ausgaben für (…).
Junge Welt, 15.1.2018.
Junge Welt > Armut. Hartz-IV. Junge Welt, 2018-01-15.
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11.01.2018 Deutschland
Armut
Junge Welt

Armut
Volltext
Wohnungsmieten
Wohnen macht arm. Caritas-Umfrage: Angst um bezahlbare Mieten wächst. Zahl der Obdachlosen auch. Warnung vor „gesellschaftlichem Konfliktpotential.“ Wo Mangel den Konkurrenzkampf auf die Spitze treibt, lässt sich gut Kasse machen. Zum Beispiel auf dem Wohnungsmarkt. Die Kosten schnellen seit einigen Jahren in die Höhe. Etwa drei von vier Menschen in Deutschland sorgen sich darum, morgen noch ihre Miete zahlen zu können. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage der Caritas hervor, die der Verband am Mittwoch zum Start ihrer diesjährigen Kampagne unter dem Motto „Jeder Mensch braucht ein Zuhause“ vorstellte. „Das Problem hat die Mitte der Gesellschaft erreicht“, konstatierte Caritas-Präsident Peter Neher. Danach halten es 83 Prozent der befragten unter 30jährigen, 80 Prozent der über 50jährigen und etwa zwei Drittel der mittleren Altersgruppen für äusserst oder sehr wichtig, das Menschenrecht auf eine Wohnung durchzusetzen. Besonders Geringverdiener und Erwerbslose brachten ihre Sorge zum Ausdruck, keine angemessen grosse und bezahlbare Bleibe zu finden. In Deutschland fehlten etwa eine Million Wohnungen, so die Caritas. Vorhandene würden luxussaniert und stark verteuert. „Menschen müssen ihr langjähriges Zuhause verlassen und am Ende sitzen sie vielleicht auf der Straße“, kritisierte der Verband. Laut Neher würden Arme zusehends in bestimmte Stadtteile verdrängt. Das berge „gesellschaftliches Konfliktpotential“, warnte er. Mit der Kampagne will die Caritas zeigen, wo Wohnungsmangel herrsche und wie er (…).
Junge Welt, 11.1.2018.
Junge Welt > Armut. Wohnungsmieten. Junge Welt, 2018-01-11.
Ganzer Text
03.01.2018 Lateinamerika
Armut
Granma

Armut
Volltext
Armut in Lateinamerika und der Karibik: neuer Rückschritt? Vier von zehn Haushalten in Lateinamerika und der Karibik sind wirtschaftlich verwundbar und 30,7% der Einwohner der Region lebt unter Bedingungen des Elends. Vier von zehn Haushalten in Lateinamerika und der Karibik sind wirtschaftlich verwundbar und 30,7% der Einwohner der Region lebt unter Bedingungen des Elends, wird von internationalen Organismen eingeschätzt. In den letzten Jahren gab es „wesentliche Fortschritte“, aber die Häufigkeit der natürlichen und jener vom Menschen geschaffenen Probleme „drohen, Millionen Menschen wieder in Armut abgleiten zu lassen, wenn die Anstrengungen zur Abschwächung und Konfrontation dieser Risiken nicht beschleunigt werden“, geht aus einem Bericht der Weltbank hervor. Nach Einschätzung des Organismus stellen die Naturkatastrophen, das Verbrechen, die Gewalt und die Epidemien eine beträchtliche Herausforderung für die verletzliche Bevölkerung dar, insbesondere im gegenwärtigen Kontext des geringen Wirtschaftswachstums und der gewachsenen öffentlichen Defizite. Trotz der grossen Fortschritte hinsichtlich des Wohlstands während der letzten Jahre „befinden sich viele Menschen in Lateinamerika und der Karibik kurz davor, bei der nächsten Katastrophe wieder in Armut zurückzufallen“, sagte der Vizepräsident der Weltbank für die Region, Jorge Familiar. Nach Meinung des Experten „müssen sich die Länder besser vorbereiten und ihre Widerstandsfähigkeit gegen Katastrophen stärken, damit sie nicht von einem (…).
Granma, 3.1.2018
Granma > Lateinamerika. Armut. Granma, 2018-01-03.
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28.12.2017 Deutschland
Armut
Junge Welt

Armut
Kapitalismus
Volltext
Eine Welt, zwei Teile. BRD: Aufschwung und Altersarmut. Einheimische Kapitaleigner und Manager sind zukunftsfroh. Vermutlich haben sie allen Grund dazu. Laut einer Umfrage des „unternehmensnahen“ Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) startet die nationale Ökonomie mit viel Schwung ins neue Jahr. Ihre Verbände blickten noch zuversichtlicher in die Zukunft als vor einem Jahr, zitierte die Nachrichtenagentur „dpa“ am Mittwoch IW-Direktor Michael Hüther. Schön für sie, schlecht für eine Menge anderer Leute. Denn nein, es wird nichts durchsickern von den Früchten unternehmerischer Hoffnungen. Zwar behaupten bürgerliche Ökonomen immer wieder gern, es existiere ein Effekt namens „Trickle down“, wonach Reichtum durch die gesellschaftlichen Klassen und Schichten sich quasi automatisch von oben nach unten verteilt. Doch gibt es für die Segnungen dieses imaginierten Automatismus keine Zeugen unterhalb der Millionen-Euro-Besitzstandswahrer. Für das Gegenteil indes eine Menge. Beispiel: Sabine Zimmermann, Bundestagsabgeordnete der Partei Die Linke, hat Daten des EU-Statistikamtes Eurostat ausgewertet. Demnach sind immer mehr ältere Menschen in der Bundesrepublik von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht. Wie die Parlamentarierin in einem Beitrag für die in Oldenburg erscheinende „Nordwest Zeitung“ (Mittwochausgabe) auflistet, seien im Jahr 2006 4,5 Millionen Menschen ab 55 Jahren davon betroffen gewesen. Bis 2016 sei die Zahl um mehr als eine Million Personen auf 5,6 Millionen angestiegen. (…).
Junge Welt, 28.12.2017.
Junge Welt > Armut. Kapitalismus. Junge Welt, 2017-12-28.
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09.11.2017 Deutschland
Armut
Junge Welt

Armut
HartzIV
Volltext
Soziale Ausgrenzung. In Deutschland gilt ein Fünftel der Bevölkerung als von Armut bedroht. Knapp 20 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Das entspricht etwa 16 Millionen Menschen, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Die Daten für das Jahr 2016 stammen aus der Erhebung „Leben in Europa (EU-SILC)“. EU-weit liegt der Schnitt der Zahl der Betroffenen bei 23,5 Prozent. Exakt beträgt der Anteil in der Bundesrepublik 19,7 Prozent der Bevölkerung. In allen Altersgruppen ist das Risiko für Frauen höher als für Männer, am grössten ist der Abstand zwischen den Geschlechtern in der Altersgruppe ab 65 Jahre. Eine Person gilt als von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht, wenn mindestens eine der folgenden drei Lebenssituationen zutrifft: Ihr Einkommen liegt unter der Armutsgefährdungsgrenze, ihr Haushalt ist von erheblicher materieller Entbehrung betroffen oder sie lebt in einem Haushalt mit sehr geringer Erwerbsbeteiligung. Im EU-Durchschnitt waren demnach 17,3 Prozent der Bevölkerung von Armut bedroht und 7,5 Prozent von erheblicher materieller Entbehrung betroffen. 10,4 Prozent lebten in einem Haushalt mit sehr niedriger Erwerbsbeteiligung. Arme Menschen hätten oft grosse Schwierigkeiten, „am normalen gesellschaftlichen Leben teilzunehmen“, erklärte das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut der Hans-Böckler-Stiftung. (…).
Junge Welt, 9.11.2017.
Junge Welt > Armut. HartzIV. Junge Welt, 2017-11-09.
Ganzer Text
19.10.2017 Deutschland
Armut
Junge Welt

Armut
Teilzeitarbeit
Volltext
Ansichtssache Armut. Teilzeitarbeit und niedrige Löhne als Ursache für steigende Zahl der Nebenjobs. Unternehmernahe Ökonomen sehen das anders. Nebenerwerbstätigkeit sei „kein Indiz für Armut“, schreibt Holger Schäfer vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) auf dessen Internetseite. Der Grund für die „Richtigstellung“ der unternehmernahen Einrichtung: In der vergangenen Woche war durch eine Antwort der Bundesagentur für Arbeit (BA) auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag bekanntgeworden, dass mittlerweile 3,2 Millionen Lohnabhängige zusätzlich zu ihrem Hauptjob einer Nebentätigkeit nachgehen. Das sind rund eine Million „Multijobber“ mehr als noch vor zehn Jahren. Ein Grund zur Aufregung sei das aber nicht, schliesslich seien Nebenjobber „sogar oft sozial besser gestellt als andere Beschäftigte“, so Schäfer. Wie das IW „vorrechnet“, kann die Kombination aus einer sozialversicherungspflichtigen Stelle und einer abgabenfreien Nebentätigkeit – dies betrifft etwa 2,6 Millionen Personen – finanziell sinnvoller sein als eine Lohnerhöhung. So müsse ein „alleinstehender Durchschnittsverdiener mit 3‘500 Euro brutto“ für eine Gehaltssteigerung von 300 Euro im Hauptjob 153 Euro Steuern und Abgaben zahlen. „Der Nebenjob kann also deutlich lukrativer sein, selbst wenn dort nur geringe Stundenlöhne erzielt werden“, so das IW. Dass die Mehrfachbeschäftigung so stark zugenommen hat, habe „vor allem mit der verbesserten Arbeitsmarktlage zu tun“ und weniger mit niedrigen Löhnen. Zudem zeigten Befragungsdaten aus dem Sozio-ökonomischen (…).
Junge Welt, 19.10.2017.
Junge Welt > Armut. Teilzeitarbeit. Junge Welt, 2017-10-19.
Ganzer Text
18.09.2017 Deutschland
Armut
Junge Welt

Armut
Volltext
Weicheifinder des Tages: FAS. Armut? Eine Neidfrage. Soziale Ungleichheit? Reine Einbildung. Soziale Gerechtigkeit? Eine gefährliche Illusion. Die Parolen werden ranziger, wenn die Spaltung der Gesellschaft grösser wird. Aber Klassengesellschaft muss schliesslich Klassengesellschaft bleiben. Besagt eine Statistik, dass in der Bundesrepublik von hundert Akademikerkindern 74 ein Hochschulstudium aufnehmen, bei Nichtakademikerkindern 21, dann fragt sich Rainer Hank in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS): „Was läuft hier schief?“, und fängt an zu phantasieren. Seit den 60er Jahren gebe es „eine sich beschleunigende Bildungsbeteiligung aus allen sozialen Schichten“. Das Gegenteil ist richtig: In den 60er und 70er Jahren gab es selbst an bundesdeutschen Hochschulen etwas mehr Arbeiterkinder als zuvor, ab den 1980ern ging deren Anteil wieder zurück, seit 1990 nimmt die Benachteiligung stetig zu. Insbesondere SPD und Grüne haben in den Ländern, in denen sie regieren, analog zum Sozialsystem auch das Bildungswesen demoliert. Die Bundesrepublik, wird regelmässig bescheinigt, ist das Industrieland, in dem die soziale Herkunft am meisten über den Bildungs- bzw. Unbildungsweg entscheidet. Von den etwa 50‘000 Jugendlichen, die Jahr für Jahr ohne Abschluss die Schulen verlassen, redet kaum jemand. Gestützt auf den Bildungsökonomen Ludger Wößmann vom Münchner Ifo-Institut, hat Hank nun die Ursache für die Zustände gefunden: Es ist die Furcht in den unteren Kreisen, „ein höherer Bildungsabschluss könnte zu einer (…).
Junge Welt, 18.9.2017.
Junge Welt > Armut. Junge Welt, 2017-09-18.
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16.09.2017 Deutschland
Armut
Junge Welt

Armut
Kinder
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Regierung hält Kinder in Armut. Laut Familienreport leben immer mehr Minderjährige am Existenzminimum. Hälfte der Einelternfamilien betroffen. Die CDU feiert einen Export¬rekord nach dem anderen in einem Land, „in dem wir gut und gerne leben“. Mit ihr gemeinsam beschwört die SPD Arbeitsplätze und Chancengleichheit für alle. Für einen wachsenden Teil der Gesellschaft dürfte das wie Hohn klingen. Denn mit der Wirtschaft boomen Niedriglohn, prekäre Arbeitsbedingungen – und die Kinderarmut. Davon ist inzwischen ein Fünftel der in Deutschland lebenden unter 18jährigen betroffen. Das sind 2,8 Millionen Kinder. Das geht aus dem Familienreport 2017 hervor, den Bundesfamilienministerin Katarina Barley (SPD) am Freitag in Berlin vorstellte. Vorab hatte die „Süddeutsche Zeitung“ darüber berichtet. Barleys nüchternes Resümee gegenüber dieser: „Die Chancen von Kindern sind in unserem Land immer noch zu ungleich verteilt.“ Der Staat erreiche zu viele von ihnen mit seinen Angeboten nicht. Welche Angebote sie meint, sagte sie nicht. Eltern, die mit Hartz IV aufstocken, können zum Beispiel einen geringen Zuschuss für Schulessen, Sportverein oder – nur bei Versetzungsgefahr – Nachhilfe beantragen. Sowohl die Eltern als auch schon 15jährige Jugendliche können allerdings zugleich bis auf null sanktioniert werden, wenn sie amtliche Anweisungen nicht befolgen. Ein Armutsrisiko sind hierzulande vor allem Kinder. Nach wie vor sind Alleinerziehende besonders stark betroffen. Von denen mit einem Kind leben 46 Prozent unter der (…).
Junge Welt, 16.9.2017.
Junge Welt > Armut. Kinder. Junge Welt, 2017-09-16.
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30.08.2017 China
Armut
Granma

Armut
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Chinas Plan die Armut bis 2020 auszurotten. China plant bis 2020 die Armut im Land vollständig auszurotten und den Traum „ einer gemässigt wohlhabenden Gesellschaft“ zu erreichen. Dass dies möglich ist, dafür bürgt, dass das asiatische Riesenland, auf die Heldentat zurückblicken kann, in weniger als 40 Jahren fast 700 Millionen Menschen der Armut entrissen zu haben, eine Leistung , der sich kein Land der Welt rühmen kann. Damit würde China zum ersten Land, das das von der UNO gesetzte Entwicklungsziel des Jahrtausends erreicht hätte, in dem gefordert wird, die arme Bevölkerung um die Hälfte zu reduzieren. Um diese Sehnsucht zu erfüllen, die impliziert, die Lebensbedingungen von fast 50 Millionen Menschen zu verbessern (das ist mehr als die gesamte Bevölkerung Spaniens oder Südafrikas) optimiert China seine Strategien und deswegen nimmt die Ausrottung der Armut eine der ersten Stellen seiner Politik ein. Die Reduzierung der Armut stellt einen der stichhaltigsten Beweise für den Fortschritt Chinas als Weltmacht dar, aber sie ist auch eine seiner grössten Herausforderungen. Peking ist sich bewusst, dass der Aufbau einer „gemässigt wohlhabenden Gesellschaft und die Verjüngung des Landes“ Ziele, die 2012 beim XVIII. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas (PCCH) aufgestellt wurden, nicht Wirklichkeit werden können, wenn Millionen von Bürgern in Not leben. Der Direktor der Abteilung für Internationale Entwicklung der Stiftung zur Linderung der Armut, Wu Peng, ist der Auffassung, dass das Ziel diesen Ballast bis (…).
Granma, 30.8.2017.
Granma > China. Armut. Granma, 2017-08-30.
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28.07.2017 Deutschland
Armut
DGB

Armut
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Armut. DGB-Faktencheck: Armut in Deutschland. Das Ausmaß der Armut stagniert in Deutschland seit Jahren auf hohem Niveau. Fast 13 Millionen Menschen sind von Armut bedroht. Was das bedeutet, zeigt der DGB-Faktencheck. Fakt oder Fake? Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) bezeichnet die Aussagen, • dass Millionen Menschen in Deutschland in Armut verharren und dass viele Menschen von ihrer Arbeit nicht leben können als Zerrbilder, die nicht der Wirklichkeit entsprechen. Der DGB-Faktencheck: Die Zahlen des 5. Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung (2017) zeigen: 1. Das Ausmass der Armut stagniert in Deutschland seit Jahren auf hohem Niveau. Die Armutsrisikoquote lag 2015 bei 15,7 Prozent. Somit ist jede und jeder Sechste arm oder von Armut bedroht. In absoluten Zahlen sind das fast 13 Millionen Menschen. Die Bundesregierung stellt in ihrem Armutsbericht (S. 386) fest: „Menschen aber, die einmal unter die Armutsrisikoschwelle geraten, tun sich vergleichsweise schwer, diesen Zustand zu überwinden.“ Mit anderen Worten: Millionen Menschen verharren in Deutschland in Armut. Eigene Darstellung nach Daten des 5. ARB, Tabelle C.II.1.3, S. 541, Statistisches Bundesamt, Sozialberichterstattung, Armutsgefährdungs-quote (Jahre 2006-2009) und der BA-Statistik, Arbeitslosigkeit im Zeitverlauf, Entwicklung der Arbeitslosenquote, Juni 2017. Von den abhängig Beschäftigten sind 7,6 Prozent arm oder armutsgefährdet. Besonders häufig von Armut betroffen sind prekär Beschäftigte (…).
DGB, 28.7.2017.
DGB > Armut. DGB, Faktencheck. 2017-07-28.
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14.07.2017 Deutschland
Armut
Junge Welt

Armut
Medikamente
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Schmerzen oder Hunger. Millionen Menschen müssen sich entscheiden, ob sie Medikamente oder Lebensmittel kaufen. Nationale Armutskonferenz fordert Gegenmassnahmen. Arme Menschen sterben früher als reiche. Auf diesen Umstand verwies die Nationale Armutskonferenz (NAK) am Donnerstag in Berlin. Männer mit einem sehr niedrigen Einkommen scheiden elf Jahre früher aus dem Leben als Männer aus der Schicht der oberen 25 Prozent. Bei Frauen beträgt die Differenz acht Jahre, zitierte NAK-Direktorin Barbara Eschen aus einer Studie des Robert-Koch-Instituts. „Armut verursacht Stress und die damit assoziierten Erkrankungen“, erklärte Gerhard Trabert, Leiter der Arbeitsgruppe Armut und Gesundheit der NAK. Psychosoziale Erkrankungen, besonders Depressionen, bis zum Suizid träten in den Vordergrund. Im Nachgang des G-20-Gipfels in Hamburg sei in der Öffentlichkeit viel über Gewalt diskutiert worden, sagte Trabert. Armut sei „strukturelle Gewalt“, und darüber werde noch zu wenig gesprochen. Die gesellschaftlichen Verhältnisse machten Menschen krank, und sie stürben früher. Eine Studie der Uni Heidelberg sei zu dem Ergebnis gekommen, dass an Krebs erkrankte Patienten am meisten Angst vor dem sozialen Abstieg hätten. Die Suizidrate unter Erwerbslosen läge mehr als 20 Prozent über der von Beschäftigten. „Erschwerend kommt zudem hinzu, dass es immer noch eine Unkultur der Diffamierung und Schuldzuweisung gegenüber sozial benachteiligten Menschen gibt.“ Die Politik habe sich „meilenweit (…).
Junge Welt, 14.7.2017.
Junge Welt > Armut. Medikamente. Junge Welt, 20§17.07-14.
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12.07.2017 Deutschland
DGB

Armut
Pensionierte
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„Arbeitende Rentner sind Folge einer verfehlten Politik". Immer mehr Menschen arbeiten bis ins hohe Alter. Rente mit 65? Davon können viele nur träumen: Im letzten Jahr hat jeder neunte 65- bis 74-Jährige in Deutschland gearbeitet. „Prekäre Beschäftigung und Brüche im Erwerbsleben machen es heute vielen Menschen unmöglich, auskömmliche Anwartschaften aus der gesetzlichen Rentenversicherung aufzubauen", kritisiert DGB-Vorstand Annelie Buntenbach. Immer mehr Ältere haben einen Job. Innerhalb von zehn Jahren hat sich der Anteil der Menschen, die auch im Alter einer bezahlten Tätigkeit nachgehen, mehr als verdoppelt. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts ist jeder neunte 65- bis 74-Jährige in Deutschland erwerbstätig; das entspricht 942.000 Menschen. Für gut ein Drittel (37 Prozent) von ihnen sind diese Einkünfte die Hauptquelle, aus der sie ihren Lebensunterhalt bestreiten. Gute Löhne gegen Armut im Alter. „Einmal mehr wird deutlich, wie wichtig gute Löhne und die Stärkung der gesetzlichen Rentenversicherung sind, um Armut im Alter vorzubeugen", kommentiert DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach die aktuellen Zahlen. Prekäre Beschäftigung und Brüche im Erwerbsleben machen es heute vielen Menschen unmöglich, auskömmliche Anwartschaften aus der gesetzlichen Rentenversicherung aufzubauen. Gesetzliche Rentenversicherung muss gestärkt werden. (…).
DGB, 12.7.2017.
DGB > Pensionierte. Armut. DGB, 2017-07-12.
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11.07.2017 Deutschland
Armut
Neues Deutschland

Armut
HartzIV
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Hartz-IV-Bezieher sind immer länger arbeitslos. Linkspolitikerin Zimmermann beklagt zunehmende Perspektivlosigkeit für Betroffene: Konsequenz des arbeitsmarktpolitischen Stillstands. Hartz-IV-Empfänger in der Bundesrepublik sind immer länger arbeitslos. Wie die „Passauer Neue Presse“ berichtet, lag die Dauer der Arbeitslosigkeit in der Gruppe der Arbeitsfähigen, die im vergangenen Jahr auf entsprechende staatliche Leistungen angewiesen waren, im Schnitt bei 629 Tagen - 74 Tage oder 13,3 Prozent mehr als im Jahr 2011. Das geht demnach aus der Antwort der Bundesagentur für Arbeit auf eine Anfrage von Linksfraktionsvize Sabine Zimmermann hervor. „Die Perspektivlosigkeit für Hartz-IV-Beziehende hat in den letzten Jahren zugenommen“, erklärte Zimmermann. Dass die Erwerbslosigkeit im Hartz-IV-System steige, sei ein „blamables Ergebnis für die Bundesregierung und leider logische Konsequenz des arbeitsmarktpolitischen Stillstands“. Seit 2010 seien die Leistungen zur Eingliederung in Arbeit drastisch gekürzt worden, kritisierte Zimmermann. Die Bundesregierung überlasse damit Millionen Menschen ihrem Schicksal. Agenturen/ND.
Neues Deutschland, 11.7.2017.
Neues Deutschland > HartzIV. Armut. Neues Deutschland, 2017-07-11.
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