Gewerkschaftschronik
 Textverzeichnis minimieren

Sie sind hier: Textverzeichnisse > Ort > USA
Suchen Ortsverzeichnis Kapitelverzeichnis Personenverzeichnis Stichwortverzeichnis  

       
 
   
Anzahl gefundene Artikel: 84

1 2 3 4
 DatumOrtKapitelPersonenStichworteArtikel
16.08.2019 USA
Personen
Work
Toni Morrison
Lotta Suter
Nachruf
Volltext
Das Erbe der afroamerikanischen Schriftstellerin Toni Morrison. Hassrede ist Gewalt. Toni Morrison (1931 bis 2019) wusste, wie viel Schaden Hassprediger anrichten. Es gab sie schon vor Trump, den sozialen Medien oder der SVP. Heute ist das Werk der Nobelpreisträgerin aktueller denn je. Toni Morrison hat immer an die Kraft der Sprache geglaubt, an ihre Möglichkeiten und ihre Gefahren. In ihrer Rede anlässlich der Verleihung des Literaturnobelpreises 1993 sagte sie fast schon prophetisch: „Eine Sprache der Unterdrückung stellt Gewalt nicht nur dar; sie ist Gewalt. Sie zeigt nicht nur die Grenzen des Wissens auf; sie begrenzt Wissen. Die verschleiernde Sprache des Staates und die gekünstelte Sprache gedankenloser Medien. Die stolze, aber verkalkte Sprache der akademischen Welt und die auf Gebrauchswert fixierte Sprache der Naturwissenschaften. Die zersetzende Sprache einer Justiz ohne Ethik und auch die Sprache, die eigens für die Ausgrenzung von Minderheiten gemacht ist und ihren rassistischen Plunder mit literarischem Augenzwinkern präsentiert. All diese Sprachen müssen zurückgewiesen, verändert und blossgestellt werden.“ Ein gewaltiges Programm. Toni Morrison würde das laut lachend zugestehen. Von Selbstmitleid und Panikmache will sie hingegen nichts wissen. „Ich will nichts von eurem kleinen Leben wissen, okay.“ So eröffnete Toni Morrison zuweilen ihre Schreibseminare an Universitäten. Das tönt harscher, als es ist. Die berühmte Schriftstellerin hat sich stets für das Leben anderer (…). Lotta Suter.
Work online, 16.8.2019.
Personen > Suter Lotta. Toni Morrison. Nachruf. Work online, 2019-08-16.
Ganzer Text
29.01.2019 USA
Löhne
SEV Schweiz

Mindestlöhne
Volltext
Den Durchbruch hat „Fight for 15 Dollars“ mit einer geschickten Kampagne geschafft, die lautstarken Graswurzel-Aktivismus mit umtriebiger politischer Lobbyarbeit kombiniert. Dahinter steht vor allem die Dienstleistungsgewerkschaft SEIU. „Fight for 15 Dollars“. USA: Erfolgreiche Mindestlohnkampagne. In den USA erhöhen immer mehr Staaten die Mindestlöhne. In New York erhalten Fast-Food-Mitarbeiter seit 1. Januar 15 Dollar pro Stunde. Amazon zahlt das sogar landesweit. Was ist los im Kernland des Kapitalismus? Es war ein Fall von „Du hast keine Chance, also nutze sie“. Als im November 2012 rund hundert Beschäftigte von McDonald’s, KFC und Burger King in New York eine Schicht lang streikten, stiess ihre Forderung auf ungläubiges Staunen: ein Mindestlohn von 15 Dollar pro Stunde? Keine Chance, erklärten selbst wohlmeinende Beobachter. Schliesslich war der gesetzliche Niedrigstlohn in der Stadt, die nie schläft, damals mit 7,25 Dollar nicht einmal halb so hoch. Sieben Jahre später hat die Bewegung „Fight for 15 Dollars“ ihr Ziel erreicht: Seit 1. Januar müssen die Fast-Food-Ketten der Stadt ihren Mitarbeitern mindestens 15 Dollar pro Stunde zahlen, und auch die rund 25‘000 Flughafenarbeiter profitieren von der Regelung. New York ist bei Weitem nicht der einzige Ort, an dem der Staat den sogenannten Working Poor beigesprungen ist: 19 Bundesstaaten und 21 Städte haben zu Jahresbeginn die Mindestverdienstgrenze erhöht. In Amerika herrscht nun ein bunter Flickenteppich an Regeln. Denn die Vorgabe des US-Kongresses, der den Mindestlohn 2009 auf 7,25 Dollar festgelegt und seitdem nicht erhöht hat, darf (...). 
SEV, 29.1.2019.
SEV > USA. Mindestlohn. SEV, 2019-01-29.
Ganzer Text
18.01.2019 USA
Löhne
Personen
Work
Lotta Suter
Mindestlöhne
Volltext
USA: Millionen Beschäftigte erhalten jetzt mehr Lohn. Und es geht eben doch! Good News: Fastfood-, Privatpflege- und Flughafenangestellte in New York erhalten jetzt einen Mindestlohn von 15 Dollar. Das ist doppelt so viel wie der nationale Mindestlohn. Welch turbulenter Jahresanfang für Millionen von Lohnabhängigen in den USA! Hunderttausende von Staatsangestellten in Washington DC und im ganzen Land erhalten zurzeit gar keinen Lohn. Weil Präsident Trump einen Teil der Regierungsgeschäfte stillgelegt hat, um seine mittelalterliche Mauer an der Grenze zu Mexiko zu ertrotzen. Derweil freuen sich in New York rund eine Million Beschäftigte im Fastfoodbereich, in der privaten Pflege oder am Flughafen über deutlich höhere Löhne. Denn der gesetzliche Mindestlohn ist hier soeben auf 15 Dollar pro Stunde erhöht worden. Das ist doppelt so viel wie vor fünf Jahren und fast dreimal so viel wie zu Beginn des Jahrtausends. Kaufkraft sinkt. Die Erfolgsgeschichte begann im November 2012, als in New York City ein paar Dutzend Fastfood-Angestellte auf die Strasse gingen, um existenzsichernde Löhne und das Recht auf gewerkschaftliche Organisierung einzufordern (Work berichtete). Unter dem Schlagwort „Kämpft für 15 Dollar“ breitete sich der Arbeitskampf rasch und wirksam in andere Städte und US-Bundesstaaten aus. Heute gebe es „Fight for $15“-Ableger in über 300 Städten auf sechs Kontinenten, sagen die Initianten der ersten Stunde stolz. Zu Beginn wurde die Mindestlohnbewegung mit ihrer „überrissenen“ Forderung nicht bloss von Arbeitgeberseite belächelt. Auch linke und gewerkschaftsnahe Kreise (…). Lotta Suter.
Work online, 18.1.2019.
Personen > Suter Lotta. USA. Mindestlohn. Work online, 2019-01-18.
Ganzer Text
31.08.2018 Schweiz
USA
Personen
Work
Michael Stötzel
Lotta Suter
Einbürgerung
Volltext
Lotta Suters Jahr 2017, in dem sie eine schwierige Entscheidung traf. Amerikanerin werden. Work-Autorin Lotta Suter wird US-Bürgerin. Über ihre Gründe hat sie im letzten Jahr ein Tagebuch geführt, das jetzt als Buch erscheint. Am 6.Juni 2017 kommt Lotta Suter das Stundengebet in den Sinn. Die meditative Besinnung in vielen Gesellschaften und Religionen, die den Alltag unterbrechen. Als sie daran denkt, ist knapp die Hälfte ihres „Tagebuchs einer Annäherung“ an ihre neue Heimat bereits geschrieben. Eine Heimat, die ihr gar nicht so neu ist: Mit Unterbrechungen lebt sie schon mehr als zwanzig Jahre in den USA Sie ist verheiratet mit einem Amerikaner, sie hat amerikanische Enkelinnen. Und plötzlich entscheidet sie, auch Bürgerin dieses Landes werden zu wollen. Darum drehen sich die meisten ihrer Überlegungen, ihrer Treffen und Gespräche im letzten Jahr, von denen sie berichtet. Und klar, im Mittelpunkt stehen dabei fast immer die neusten Grausamkeiten, Idiotien und Lügen des Donald Trump. Zweifel. Amerikanerin zu werden ist im Zeitalter seiner Präsidentschaft keine leichte Entscheidung. Jedenfalls nicht für eine. Lotta Suter, die nicht arm, die sehr gut gebildet, protestantisch, weiss und blond ist. Die keine Mexikanerin oder Syrerin ist und «nur» schweizerisch-amerikanische Doppelbürgerin werden will. Die sich also Zweifel leisten kann. Die Schönheit des weiten Landes und die Freundlichkeit und Zugänglichkeit so vieler ihrer Mitmenschen überwältigen sie. Sie hat Spass daran, sich an neuen kulturellen Eigenarten zu (…). Michael Stötzel.
Work 31.8.2018.
Personen > Stötzel Michael. Lotta Suter. Einbürgerung. Work, 2018.-08-31.
Ganzer Text
26.07.2018 USA
Armut
Junge Welt

Armut
Volltext
„Bekämpft die Armut, nicht die Armen“. Die jüngst gestartete Bewegung gegen die Ungleichheit in den USA hat in Martin Luther Kings „Poor People’s Campaign“ ein berühmtes Vorbild. In den USA bringt in diesem Jahr eine neugeschaffene „Kampagne der Armen“ die Tatsache wachsender Armut in einem der reichsten Länder der Welt ins Bewusstsein. Zehntausende Menschen gingen auf die Strasse, für die US-Präsident Donald Trumps Parole „Make America Great Again“ Hohn und Drohung zugleich ist. Die Verfasser eines kürzlich von den Vereinten Nationen veröffentlichten Berichts kommen zu dem Schluss, die „Armen zu bestrafen und einzusperren“, sei „die typisch amerikanische Antwort auf Armut im 21. Jahrhundert“. Die heutige „Kampagne der Armen“ setzt fort, was die schwarze Bürgerrechtsbewegung 1968 nicht vollenden konnte, weil ihr entschlossener Anführer, der Baptistenpfarrer Martin Luther King jr., einen Tag vor Beginn der Aktionen des zivilen Ungehorsams der historischen „Poor People’s Campaign“ ermordet wurde. Als der Bürgerrechtler Martin Luther King am 4. April 1968 in Memphis (Tennessee) auf dem Balkon des „Lorraine“-Motels von einem angeblichen „Einzeltäter“, dem weissen Rassisten James Earl Ray, erschossen wurde, war er als anerkannter Sprecher der aufbegehrenden afroamerikanischen Bevölkerung auch zum scharfen Kritiker der US-Kriegführung gegen Vietnam und der um sich greifenden Armut im eigenen Land geworden. King stellte den Zusammenhang her zwischen den imperialistischen Kriegen nach (…).
Junge Welt, 26.7.2018.
Junge Welt > USA. Armut. Junge Welt, 2018-07-26.
Ganzer Text
23.08.2017 USA
Junge Welt
Personen
Sacco und Vanzetti
Todesstrafe
Volltext
Gefallen fürs Proletariat. Radikale Arbeiter, rote Furcht und die Kommunisten in den USA. Vor 90 Jahren wurden Sacco und Vanzetti hingerichtet. Gerhard Hanloser schrieb an dieser Stelle zuletzt am 5. Mai 2017 über das Russel-Tribunal. Er spricht heute um 20 Uhr als Gast der „Jungen Panke“ über die Anfänge der US-amerikanischen Arbeiterbewegung und den Fall Sacco und Vancetti im Garten des „About blank“, Mark¬grafendamm 24c, 10245 Berlin. Im Jahre 1927 urteilte der deutsche Anarchist Erich Mühsam: „Sieben Jahre hindurch folterten die amerikanischen Justizknechte die beiden als Raubmörder verleumdeten Anarchisten im Gefängnis, über sechs Jahre lang hing über ihren Köpfen das Damoklesschwert des rechtskräftigen Todesurteils, bis es vollstreckt wurde. Aber selbst in dem Lande, das bis jetzt von den Erschütterungen der Gesellschaftsfundamente durch die in Bewegung geratene Weltrevolution unmittelbar nur sehr wenig berührt ist, wich die traditionelle Brutalität, Gewissenlosigkeit und protzenhafte Überhebung der demokratischen Milliardärfunktionäre jahrelang immer wieder vor dem Protest der gesamten arbeitenden Menschheit zurück.“ Und er hielt fest: „Sacco und Vanzetti sind für das Proletariat gefallen.“ In der Nacht vom 22. zum 23. August 1927 wird die Hinrichtung der beiden aus Italien eingewanderten Anarchisten Ferdinando „Nicola“ Sacco und Bartolomeo Vanzetti vollstreckt. Sie bildet den tödlichen Schlussakkord in einem beispiellosen Justizskandal der USA. „Lang lebe die Anarchie“, rief der 36 Jahre alte Sacco (…). .
Junge Welt, 23.8.2017.
Junge Welt > Sacco und Vanzetti. Junge Welt, 2017-08-23.
Ganzer Text
30.06.2017 USA
Fotomuseum Winterthur
Personen
Work
Ralph Hug
Ausstellung
Fotos
Volltext
US-Fotograf Danny Lyon zeigt auch die hässlichen Seiten der Wahrheit. Immer für die Underdogs. Kaum jemand kennt den engagierten US-Fotografen Danny Lyon. Dank dem Fotomuseum in Winterthur ändert sich das jetzt . Endlich. 1962 fuhr Danny Lyon als 20jähriger mit Autostopp von New York nach Illinois. Im Gepäck dabei hatte er seine Nikon F, die damals beste Kleinbildkamera. Lyon sollte für ein Studentenmagazin die Bürgerrechtsproteste im Land fotografieren. Die schwarze Minderheit begehrte auf. Sie hatte genug von Rassismus und Diskriminierung. Lyon fotografierte Proteste bei Swimmingpools, die nach Hautfarben getrennt waren, dann auch Sitins, Demos, Protestmärsche und Wahlrechtskampagnen. Der junge Fotograf von der Ostküste stand plötzlich im Brennpunkt der Ereignisse. Gasmasken und Gewehre. Lyon fotografiert Polizeigewalt gegen Schwarze, schon lange vor der aktuellen „Black Lives Matter“-Kampagne: Behelmte Nationalgardisten, wie sie protestierende Afroamerikaner in den Würgegriff nehmen. Wie sie mit Gasmasken und Gewehren in Demos reinfahren. Er fängt die angstvollen Blicke vor aufgepflanzten Bajonetten ein. Aber auch den Mut, für Gleichheit und Freiheit aufzustehen. Anlässlich des berühmten Marsches auf Washington im August 1963 mit Martin Luther King gelang Lyon ein ikonischer Schnappschuss: Darauf zu sehen sind ernste, entschlossene Gesichter. Und dennoch (…). Ralph Hug.
Work, 30.6.2017.
Personen > Hug Ralph. Fotos. USA. Work, 2017-06-30.
Ganzer Text
29.06.2017 USA
Frauen
Personen
Work
Lotta Suter
Opposition
Rebellion
Volltext
Junge Feministinnen treiben in den Vereinigten Staaten den Anti-Trump-Protest an. Sie fordern eine andere Welt. Und zwar subito. Es waren Frauen, die einen Tag nach der Amtseinsetzung von Präsident Trump den grössten Protestmarsch der US-amerikanischen Geschichte organisierten. Rund vier Millionen Menschen, die meisten davon Frauen in selbstgestrickten, grell pinken „Pussyhats“, gingen am 21. Januar 2017 in rund 500 Städten der USA auf die Strasse. Die auffälligen rosa Wollkappen sind mittlerweile verschwunden. Doch nur, weil es für den Sommer luftigere Pussyhat- Modelle gibt. Solche aus Stroh oder im Lochmuster gehäkelt. Gründe zum Demonstrieren gibt es nämlich weiterhin: die leidige Grenzmauer zu Mexiko, das rassistische Einreiseverbot für Menschen aus sieben mehrheitlich muslimischen Staaten, gigantische Steuergeschenke an die Reichen, Repression gegen Immigrantinnen und Immigranten, ein asoziales neues Gesundheitsgesetz, Rückzug aus dem Pariser Klimaabkommen, Wiedereinführung des Abtreibungsverbots… Die Pläne der Trump- Regierung mögen im einzelnen wirr und grössenwahnsinnig sein, doch sie sind im grossen und ganzen verlässlich neoliberal. Massgeschneidert auf das eine Prozent der Superreichen. Und sie treffen Frauen und Minderheiten besonders hart. Machpolitik. Weniger privilegierte Frauen wissen aus Erfahrung, dass reaktionäre Politik unweigerlich auch Machopolitik ist. 94 Prozent aller schwarzen Frauen und 68 Prozent aller Latinas haben deshalb im (…). Lotta Suter.
Work online, 29.6.2017.
Personen > Suter Lotta. USA. Frauen. Opposition. Work, 29.6.2017.
Ganzer Text
16.06.2017 Kuba
USA
Junge Welt

Antikommunismus
Tourismus
Volltext
Für Reisefreiheit. US-Bürger besuchen jährlich zu Hunderttausenden Kuba. Nun fürchten sie neue Verbote seitens der Trump-Administration. Hunderttausende US-Amerikaner haben bereits die Lockerung des von der Administration in Washington verhängten Verbots von Privatreisen nach Kuba genutzt, um die benachbarte Insel zu besuchen. Doch mit der neuen Reisefreiheit der US-Bürger könnte es bald vorbei sein. Vor der für den heutigen Freitag angekündigten Erklärung von Präsident Donald Trump über seine künftige Kubapolitik fordern militante Antikommunisten, die Lockerungen rückgängig zu machen. Die Contras in Miamis „Little Havana“ und ihre Gefolgsleute in Kuba hoffen, den ständig zunehmenden Besucherstrom auf der Insel eindämmen zu können. Wie das kubanische Nationale Büro für Statistik (ONE) am Mittwoch mitteilte, haben allein in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres knapp 285‘000 Besucher aus den USA die Insel bereist – so viele wie im bisherigen Rekordjahr 2016 insgesamt. Den Zuwachs führt das Onlineportal Cubadebate unter anderem auf die Aufnahme regelmässiger Linienflüge durch zwölf US-Gesellschaften im August letzten Jahres sowie auf die steigende Zahl von Kreuzfahrtschiffen mit US-Gästen in Kubas Häfen zurück. Obwohl Washington seinen Bürgern noch immer touristische Reisen nach Kuba unter Androhung hoher Strafen verbietet, hatte die Administration von (…). Volker Hermsdorf.
Junge Welt, 16.6.2017.
Junge Welt > Kuba. Tourismus. Junge Welt, 2017-06-16.
Ganzer Text
15.06.2017 USA
Autoindustrie
Personen
Work
Ralph Hug
Arbeitsbedingungen
Autoindustrie
Volltext
Tesla: Zusammenbrüche am laufenden Band. In der Autofabrik herrscht nackter Frühkapitalismus. Tesla sollte die Autofabrik der Zukunft sein: grün, sauber, nachhaltig. Doch für die kalifornischen Büezer ist sie die Hölle. Denn sie arbeiten bis zum Umfallen. Was Jonathan Galescu erzählt, tönt krass: „Ich sah Leute zusammensacken. Sie lagen am Boden mit aufgeschlagenem Gesicht. Doch wir mussten weiterarbeiten.“ Galescu war Techniker in der Elektroautofabrik des eigenwilligen und skrupellosen Milliardärs Elon Musk (siehe unten). Er berichtete der britischen Zeitung „Guardian“ von höllischen Verhältnissen. Im kalifornischen Fremont arbeiten rund 6000 Büezer, darunter viele Hispanics. Hier laufen die schicken Modelle S vom Band, von denen auch Bundesrätin Doris Leuthard eines fährt. Kostenpunkt pro Stück: rund 80‘000 Franken. Das Auto der Zukunft. Doch die Arbeitsbedingungen sind von vorgestern. Paukenschlag. Bei der Einweihung im Jahr 2010 stand Tesla für grüne, saubere Jobs und den Aufbruch in eine strahlende, bessere Hightechzukunft ohne Öl, Lärm und Gestank. Jetzt steht der Name für Stress, Überstunden und krankmachende Arbeit. Der Aufstand begann im Februar. Da schrieb der Arbeiter Jose Moran in einem Blog, er sei zwar stolz, für Tesla zu arbeiten. Aber die Löhne seien zu tief, die Arbeitszeiten zu lang und die Gesundheitsrisiken zu gross: „Tesla muss mit uns reden.“ Ein Paukenschlag. Seitdem steht Strahlemann Elon Musk entzaubert im Regen. Mickrige Löhne. Tesla zahlt Stundenlöhne von 17 bis (…). Ralph Hug.
Work online, 15.6.2017.
Personen > Hug Ralph. Autoindustrie. USA. Work online, 2017-06-15.
Ganzer Text
15.06.2017 Deutschland
USA
Junge Welt
Uber

Direktion
Uber
Volltext
Testosteron-Manager des Tages: Uber-Chefs. Onlineplattformen, wie der Fahrdienstvermittler Uber, dienen als Kapitalsammelstelle. Übernahmen sind das Ziel. Investoren bewerten den Konzern mit 70 Milliarden US-Dollar. Die Wachstumsstrategie von Uber-Boss Travis Kalanick gilt als besonders rücksichtslos, im Betrieb herrsche ein aggressives Klima. Eine ehemalige Mitarbeiterin hatte im Januar berichtet, sie sei sexuell belästigt worden. Ihre Beschwerde blieb folgenlos. Der Beschuldigte, ihr damaliger Vorgesetzter, sei ein „Leistungsträger“. Diskriminierungen wegen der Hautfarbe und Mobbing im Unternehmen seien keine Einzelfälle. Der frühere Justizminister Eric Holder sollte die Vorgänge untersuchen. 20 Mitarbeiter wurden bisher entlassen, 31 wurden in „Schulungen“ geschickt, sieben erhielten „eine letzte Warnung“. Am Dienstag war dann Betriebsversammlung in San Francisco. Thema: Verbesserung der Unternehmenskultur. Verwaltungsratsmitglied Arianna Huffington plädierte für mehr Frauen in dem Gremium: „Es gibt viele Zahlen, die zeigen, wenn es eine Frau im Vorstand gibt, ist es sehr viel wahrscheinlicher, dass auch noch eine zweite Frau einzieht“, sagte sie. Uber-Direktor David Bonderman reagierte mit einer Salve purem Testosterons: „Tatsächlich zeigt es, dass dann sehr viel mehr Gerede wahrscheinlicher ist.“ Sagte er, als sei so ein Stammtischspruch das Normalste auf der Welt. Kurz danach leistete er per E-Mail bei den Mitarbeitern Abbitte und nannte seine Äusserungen „nachlässig, unangemessen und (...). Simon Zeise.
Junge Welt, 15.6.2017.
Junge Welt > Uber. Direktion. Junge Welt, 2017-06-15.
Ganzer Text
02.05.2017 Griechenland
Kuba
Türkei
USA
1. Mai
Granma

1. Mai
Volltext
Erster Mai in der Welt. Der internationale Tag der Arbeiter war in verschiedenen Teilen der Welt von Protesten gekennzeichnet. In Istanbul verhaftete die Polizei am 1. Mai Dutzende von Demonstranten, die auf dem berühmten Taksim-Platz versuchten, dem Aktionsverbot zum Tag der Arbeiter zu trotzen. Der Platz wurde wie schon in den letzten beiden Jahren blockiert. In Griechenland riefen die Gewerkschaften des Handels am 1.Mai zu einem nationalen 24-Stunden-Streik auf, während sich das Land auf mehr Sparmassnahmen gefasst macht, die von internationalen Kreditgebern auferlegt werden. In den USA stehen die Einwanderer im Mittelpunkt des 1. Mai. Es wird erwartet, dass sich zehntausende Menschen in New York und Los Angeles versammeln, um gegen den Anstieg der von Präsident Donald Trump geförderten Deportationen zu protestieren. Die Organisatoren haben in einigen Städten zu Immigranten-Streiks aufgerufen, um zu zeigen, was ein Tag ohne diese wichtigen Arbeitskräfte wäre. In der indonesischen Hauptstadt versammelten sich etwa 40‘000 Arbeiter in den Strassen anlässlich des 1. Mai. Sie marschierte zum Präsidentenpalast und riefen Losungen wie: „Es leben die Arbeiter! Sie protestierten gegen die niedrigen Löhne, unzureichende Gesundheitssicherheit und Bedingungen der Vertragsarbeit sowie gegen verschiedene Regierungsmassnahmen. Südkoreanische Arbeiter versammelten sich in Seoul und sangen zusammen für bessere Arbeitsbedingungen. In Spanien fanden in 73 Städten Maidemonstrationen (...). 
Granma, 2.5.2017.
Granma > 1. Mai 2017. Rückblick. Granma, 2017-05-02.
Ganzer Text
20.04.2017 USA
Junge Welt
Tesla

Entlassungen
Tesla
Volltext
US-Gigant Tesla lenkt ein. Konzernchef Elon Musk gibt Jobgarantie bei deutschem Autozulieferer Grohmann. Tesla-Chef Elon Musk gibt im Streit mit der IG Metall eine Jobgarantie für die Mitarbeiter des vom US-Unternehmen übernommenen deutschen Autozulieferers Grohmann. Die Firma spiele eine wichtige Rolle für die Zukunft des Elektroautoherstellers. Sowohl die Belegschaft als auch die Produktion am Grohmann-Sitz Prüm in Rheinland-Pfalz sollen ausgebaut werden, schrieb Musk in einem Brief an die Mitarbeiter, wie die Nachrichtenagentur dpa erfahren haben will. „Aus all diesen Gründen möchte ich unmissverständlich jedermann bei Tesla-Grohmann versichern, dass wir nicht auf absehbare Zeit, und ganz sicher nicht in den nächsten fünf Jahren einen Personalabbau durchführen oder betriebsbedingte Kündigungen aussprechen werden“, versprach Musk. „Auch nach diesen fünf Jahren erwarten wir weiteres Wachstum bei Tesla-Grohmann und keinen Personalabbau.“ Die Firma baut mit automatisierter Steuerung für die Fahrzeugproduktion. Für Tesla sind die Anlagen unter anderem bei der Fertigung des Elektro-Pkw „Model 3“ wichtig, die im Sommer anlaufen soll. Die IG Metall fordert einen Tarifvertrag und hatte zuletzt mit Streik gedroht. Tesla erklärte dazu, man spreche direkt mit den Mitarbeitern (ein Hinweis darauf, was man von Gewerkschaften hält?) und sei bereit für einen Arbeitskampf. Grohmann soll unter dem Dach von Tesla nur noch die eigene Produktion beliefern. Verträge mit anderen Herstellern wie Daimler laufen aus. (…).
Junge Welt, 20.4.2017.
Junge Welt > USA. Tesla. Entlassungen. Junge Welt, 2017-04-20.
Ganzer Text
07.04.2017 Schweiz
USA
Frauen

Demonstration
Pussyhat
Volltext
Protest in Rosa. Der Wahlsieg von Donald Trump in den USA erzeugte eine Welle der Empörung und brachte weltweit lautstarken Protest hervor. Nun demonstrierten auch In Zürich am Women's March 10‘000 Menschen In Pussy Hats. Weltweit mit rosa Wollmützen gegen Sexismus und Diskriminierung. In Zürich protestierten am 18. März über 10‘000 Menschen, vor allem Frauen, und zogen in einem bunten Zug vom Helvetiaplatz durch die Innenstadt zur Stadthausanlage beim Bürkliplatz. Bunt? Nein und Ja: Pink, Rosa und Violett waren die Farben des Protestzugs. Trotz des Regenwetters hatten sich sehr viele Menschen an diesem Frühlingsnachmittag versammelt: Frauen, Männer und Kinder, Hunde und sogar Stofftiere trugen selbstgestrickte Pussy Hats in den oben genannten Farben. Pussy Hats sind Mützen mit abgebundenen oder abgenähten Ecken, die Katzenohren darstellen sollen. Seit der Weltuntergangsstimmung bei der Wahl von Donald Trump in den USA riefen AktivistInnen dazu auf, Mützen für den „Woman's March“, den Frauenmarsch, am 21. Januar in Washington zu stricken. „Pussy Hat“ spielt auf eine der vielen sexistischen Äusserungen des Wahlsiegers Trump an. Frei übersetzt hat er gesagt: „Wenn du ein Star bist, lassen sie dich machen. Pack sie an der Pussy. Du kannst alles machen.“ Pussy ist ein abwertender Begriff für die Vagina, bezeichnet aber auch eine weibliche Katze. Trump selber wurde zum Symbol für den weltweiten Rechtsrutsch - einer Entwicklung, die leider nicht nur in den USA voranschreitet. (…). Sabine Hunziker.
Vorwärts, 7.4.2017.
Vorwärts > USA. Wahlen. Frauen. Vorwärts, 2017-04-07.
Ganzer Text
18.02.2017 USA
Medien
Neues Deutschland

Medien
Pressefreiheit
Volltext
Trump beschimpft Medien als „Feinde“ des Volkes. US-Präsident attackiert „New York Times“ und mehrere TV-Sender via Twitter. US-Präsident Donald Trump hat seine Medienschelte auf Twitter erneut bekräftigt. „Fake-News-Medien“ seien „nicht mein Feind, sie sind der Feind des amerikanischen Volkes“, schrieb Trump am Freitag in dem Kurzbotschaftendienst. Der US-Präsident führte aus, dass er damit die Zeitung „New York Times“ sowie die Fernsehsender CNN, NBC-News, ABC und CBS meine. In einem ersten Tweet hatte Trump seinen Vorwurf gegen die „New York Times“, CNN, NBC „und viele mehr“ gerichtet und seine Botschaft mit dem Wort „KRANK!“ beendet. Der US-Präsident löschte diesen Eintrag aber schnell und stellte die endgültige Fassung online. Etwa eine Stunde später wies Trump via Twitter Kritik an seiner Pressekonferenz vom Donnerstag zurück und verwies dabei auf Rückendeckung durch den erfolgreichen konservativen US-Moderator Rush Limbaugh. „Eine der effektivsten Pressekonferenzen, die ich je gesehen habe!“ sagt Rush Limbaugh. Viele stimmen dem zu. Trotzdem nennen es viele FAKE MEDIEN anders! Unehrlich!, echauffierte sich der Präsident. Trump hatte am Donnerstag bei einer turbulenten Pressekonferenz im Weissen Haus die Medien scharf angegriffen. Er warf ihnen vor, Falschmeldungen über die Beziehungen seiner Regierung zu Russland zu verbreiten. Der Grad der „Unehrlichkeit“ in den Medien sei „ausser Kontrolle“, sagte der Rechtspopulist. Er warf einem Grossteil der Medien vor, in einem Tonfall des „Hasses“ über ihn zu berichten.
Neues Deutschland, 18.2.2017.
Neues Deutschland > USA. Medien. Neues Deutschland, 2017-02-18.
Ganzer Text
06.02.2017 Kuba
USA
Junge Welt
Wirtschaft

Boykott
Volltext
Sozialismus oder Trump. US-Regierung stellt Vereinbarungen mit Kuba in Frage. Mögliche Abkehr vom Annäherungskurs Barack Obamas. Washington droht mit einer neuen Eiszeit in den Beziehungen zu Kuba. Die Regierung Donald Trumps werde den unter Barack Obama eingeleitete Annäherungskurs „komplett überprüfen“, kündigte der neue Sprecher des Weissen Hauses, Sean Spicer, am Freitag vor der Presse in der US-Hauptstadt an. Diese erste offizielle Erklärung zur künftigen Politik der USA gegenüber der Inselrepublik erfolgte symbolträchtig am 55. Jahrestag der Verhängung der bis heute geltenden Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade durch US-Präsident John F. Kennedy am 3. Februar 1962. Formal begründete Spicer den Kurswechsel Washingtons mit der „Haltung Havannas zu den Menschenrechten“. Donald Trump fühle sich einer Politik verpflichtet, welche die Menschenrechte aller Bürger in der ganzen Welt garantiere. Die Entscheidung zur Kuba-Politik sei Teil dieser Verpflichtung, sagte der Regierungssprecher. Bereits vor seiner Wahl zum US-Präsidenten hatte Trump damit gedroht, die unter Obama abgeschlossenen Vereinbarungen mit der sozialistischen Insel zurückzunehmen. Aussenminister Rex Tillerson hatte im Januar zudem angekündigt, die Streichung Kubas von der US-„Terrorliste“ zu überprüfen. Beobachter kommentierten, dass die Trump-Administration offenbar die Verträge mit Havanna „nachbessern“ wolle, dabei allerdings ignoriere, dass die ausgehandelten Kompromisse das Ergebnis von monatelangen Verhandlungen erfahrener Diplomaten waren. (…). Volker Hermsdorf.
Junge Welt, 6.2.2017.
Junge Welt > Kuba. Wirtschaft. Boykott. Junge Welt, 2017-02-06.
Ganzer Text
03.02.2017 USA
Frauen
Personen
Work
Ralph Hug
Marie-Josée Kuhn
Demonstration
Präsident
Volltext
Die Pussy-Muschis schlagen zurück. Trump & Co.: Jetzt gehen die Frauen auf die Strasse. Ob in Polen oder in den USA: wo rechtskonservative Männerregierungen das Steuer übernehmen, attackieren sie die Rechte der Frauen. Zum Beispiel das Recht auf Abtreibung. Doch sie sollten die Frauen besser nicht unterschätzen. Washington, 21. Januar, Frauenmarsch. Auf der Bühne stiefelt Schauspielerin Ashley Judd mit ihren Cowgirlboots hin und her. Sie heizt den Frauen ein – mit dem Rap der 19jährigen Nina Donovan aus Tennessee. Hart, schnell, schrill: „Ich bin eine böse Frau (nasty woman)! Eine laute, vulgäre Frau – und stolz darauf (nasty, vulgar and proud)! Und ich sage euch: Unsere Pussies sind nicht zum Grapschen da. Unsere Muschis sind zu unserem Vergnügen da. Und um neue Generationen böser, vulgärer, stolzer, christlicher, muslimischer, buddhistischer und Sikh-Frauen zu zeugen, neue Generationen böser Frauen. Wenn du also eine böse Frau bist oder eine liebst, die es ist, dann ruf jetzt: Hell, yes!“ Hell, yes! Zum Teufel mit Trump. „Dump the Trump“: Versenkt ihn! Eine halbe Million Frauen (und Männer) protestierten alleine in Washington gegen den Grapscher-Präsidenten der USA. Die grössten Kundgebungen seit Vietnam. Girlpower gegen Trumptower. Junge Frauen, ältere Frauen, ganz alte Frauen, Mütter mit Töchtern. Bürgerrechtsaktivistinnen, Feministinnen, Anti-Globalisierungs-Aktivistinnen, ehemalige Anti-Vietnam-Aktivistinnen, Mütterberatungsaktivistinnen, Umweltaktivistinnen, (…). Mit Fotos. Marie-Josée Kuhn, Mitarbeit und Recherche: Ralph Hug.
Work, 3.2.2017.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Frauen. Donald Trump. Work. 2017-02-03.
Ganzer Text
25.01.2017 USA
Junge Welt
TTIP

Freihandelsabkommen
TTIP
Volltext
Trump lässt Gegner jubeln. US-Präsident unterzeichnet Ausstieg aus pazifischem Freihandelsabkommen. Freude bei Anti-TPP-Bewegung. Medien sehen China als Sieger. Aufregung in Regierungspalästen und in den Chefetagen von Lobbyorganisationen: Der neue US-Präsident Donald Trump hat mit einer seiner ersten Anordnungen die Unterschrift der Vereinigten Staaten unter den transpazifischen Freihandelsvertrag TPP zurückgezogen. Schon vorher hatte er angekündigt, das 1994 mit Mexiko und Kanada geschlossene nordamerikanische Abkommen NAFTA neu verhandeln zu wollen. Mit seiner „Executive order“ – die formell nicht nötig gewesen wäre, weil der US-Kongress den Vertrag noch gar nicht ratifiziert hatte – wirbelte Trump die bisherige Machtbalance der kapitalistischen Welt durcheinander. Chiles Regierung strich als Konsequenz aus Trumps Entscheidung das Abkommen von ihrer Agenda. Man werde TPP nun nicht mehr dem Parlament zur Ratifizierung vorlegen, kündigte Aussenhandelsminister Heraldo Muñoz an. Carlos Figueroa von der Kampagne „Chile besser ohne TPP“ begrüsste diese Entscheidung. „Chiles Regierung war vollkommen leichtsinnig und verantwortungslos, den Vertrag ohne Konsultation der Bevölkerung zu verhandeln“, sagte er dem Fernsehsender Telesur. Australiens Premierminister Malcolm Turnbull will dagegen die Hoffnung auf das Abkommen noch nicht aufgeben. Er hoffe darauf, dass sich die Haltung der US-Administration noch ändere, sagte er in Canberra. Immerhin unterstütze (…). André Scheer.
Junge Welt, 25.1.2017.
Junge Welt > TTIP. USA. Junge Welt, 2017-01-25.
Ganzer Text
22.01.2017 USA
Faschismus
Neues Deutschland

Antifaschismus
Demonstration
Medien
Volltext
Trump attackiert auch als Präsident weiter die Medien. Sprecher Sean Spicer will Presse Berichterstattung über Amtseinführung „zur Rechenschaft“ ziehen. US-Präsident Donald Trump und sein Pressesprecher haben die Medien in einem beispiellosen Angriff für ihre Berichterstattung über die Amtseinführung kritisiert. Trump bezichtigte die Medien am Samstag der „Lüge“ angesichts der Zahl der Zuschauer bei der Amtseinführung, sein Sprecher Sean Spicer sagte, die Presse werde „zur Rechenschaft gezogen“. An Massenprotesten gegen Trump in zahlreichen US-Städten beteiligten sich den Organisatoren zufolge über zwei Millionen Menschen. Trump besuchte am Samstag den Auslandsgeheimdienst CIA, sprach den Diensten sein Vertrauen aus und ging dann zur Medienschelte über. Er habe am Freitag am Kapitol eine Rede gehalten und sich umgesehen und das habe wie „eine Million, anderthalb Millionen Menschen“ ausgesehen. Die Medien hätten aber einen Bereich gezeigt, „wo praktisch niemand stand“ und behauptet, er habe keine Menschen angezogen. In einem Pressebeitrag sei die Zahl der Anwesenden bei der Amtseinführung mit 250‘000 angegeben worden. „Das ist eine Lüge“, sagte Trump. Von den Stufen des Kapitols bis zum Washington Monument hätten Menschen gestanden. Trump sprach bei der CIA in einem andächtigen Raum vor einer Wand, an der die Namen von Geheimdienstmitarbeitern stehen, die im Einsatz ums Leben kamen. Auch Spicer sprach bei seiner ersten Presseunterrichtung im Weissen Haus von einer „absichtlich falschen Berichterstattung“ der Medien. (…). Neues Deutschland, 22.1.2017.
Neues Deutschland > USA. Faschismus. Demonstrationen. Neues Deutschland, 2017-01-22.
Ganzer Text
13.01.2017 Kuba
USA
Emigranten
Granma

Emigration
Volltext
Erklärung der Revolutionären Regierung zur Migration. Kuba und die Vereinigten Staaten unterzeichnen ein Abkommen, das eine geregelte, sichere und geordnete Migration garantieren soll. Mit dieser Vereinbarung werden die Politik der „trockenen Füsse - nassen Füsse“ und das Programm zur vorläufigen Zulassung für kubanische Gesundheitsfachkräfte (Parole) beseitigt. Ein wichtiger Schritt zum Fortschritt bei den bilateralen Beziehungen fand an diesem 12. Januar mit der Unterzeichnung eines Abkommens zwischen den Regierungen Kubas und der Vereinigten Staaten statt, das am selben Tag in Kraft getreten ist und eine geregelte, sichere und geordnete Migration garantieren soll. Mit diesem Abkommen wird die allgemein unter dem Namen „trockene Füsse - nasse Füsse“ bekannte Politik und das Programm zur vorläufigen Zulassung für kubanische Gesundheitsfachkräfte (Parole) beseitigt, das Washington in Drittländern angewendet hat. Seit einigen Jahren war die Regierung Kubas ständig daran interessiert, ein neues Migrationsabkommen mit den Vereinigten Staaten zu beschliessen, um die schwerwiegenden Probleme zu lösen, die weiterhin, trotz der Existenz von bilateralen Abkommen in diesem Bereich, die Migrationsbeziehungen beeinträchtigten. Zum ersten Mal formalisierte Kuba diesen Vorschlag im Jahr 2002; er wurde aber vom damaligen Präsidenten George W. Bush zurückgewiesen. Es legte 2009 einen neuen Vorschlag für ein Migrationsabkommen vor, welcher 2010 aktualisiert und am 30. November 2015 erneut präsentiert wurde. (…).
Granma13.1.2017.
Granma > Emigration. USA. Granma, 2017-01-13.
Ganzer Text
13.01.2017 Kuba
USA
Emigranten
Granma

Emigration
Volltext
Gemeinsame Erklärung der Regierungen Kubas und der Vereinigten Staaten. Die Republik Kuba und die Vereinigten Staaten von Amerika haben eine Übereinkunft erzielt, einen wichtigen Schritt in der Normalisierung der Migrationsbeziehungen zu tun, um eine regulierte, sichere und geordnete Einwanderung zu garantieren. Motiviert vom Interesse, die bilateralen Beziehungen zu normalisieren auf der Basis der Beachtung der geheiligten Vorsätze und Prinzipien der Charta der Vereinten Nationen einschliesslich derer, die mit der souveränen Gleichheit der Staaten, der Lösung der internationalen Kontroversen mit friedlichen Mitteln, dem Respekt vor der territorialen Integrität und der politischen Unabhängigkeit der Staaten, dem Respekt vor der Gleichstellung der Rechte und der Selbstbestimmung der Völker, der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten der Staaten und der Förderung und Stimulierung des Respekts vor den Menschenrechten und den fundamentalen Freiheiten aller in Beziehung stehen, Ermutigt durch die Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen am 20. Juli 2015 auf der Basis des gegenseitigen Respekts und des politischen Willens, die bilateralen Beziehungen zu stärken und ein neues Verständnis zu verschiedenen Themen von gemeinsamem Interesse zu etablieren. Bewusst der Notwendigkeit, die geregelte Migration zu erleichtern, die beiden Ländern nützt und die irreguläre Einwanderung unattraktiv zu machen, Verpflichtet der Verhütung irregulärer Migration durch Verhinderung der riskanten Ausreisen (…).
Granma, 13.1.2017.
Granma > Emigration. USA. Granma, 2017-01-13-1.
Ganzer Text
13.01.2017 Kuba
USA
Granma
Migration

Migranten
Volltext
Erklärung des Präsidenten der Vereinigten Staaten Barack Obama zur Migrationspolitik gegenüber Kuba. Mit sofortiger Wirkung werden alle kubanischen Bürger, die versuchen, illegal in die Vereinigten Staaten einzureisen und nicht unter humanitäre Hilfe fallen, abgeschoben. Heute haben die Vereinigten Staaten wichtige Schritte zur Normalisierung der Beziehungen mit Kuba und zur Erlangung einer grösseren Konsistenz bei unserer Einwanderungspolitik getan. Das Ministerium für Innere Sicherheit hebt die sogenannte Politik der „nassen Füsse - trockenen Füsse“ auf, die vor über zwanzig Jahren in Kraft trat und die für eine andere Epoche konzipiert wurde. Mit sofortiger Wirkung werden die kubanischen Bürger, die versuchen, illegal die Vereinigten Staaten zu betreten und nicht unter humanitäre Hilfe fallen, entsprechend der Gesetzgebung der Vereinigten Staaten und den Prioritäten der Anwendung und Erfüllung des Gesetzes, abgeschoben. Mit diesem Schritt behandeln wir die kubanischen Migranten auf die gleiche Weise wie die Migranten anderer Länder. Die kubanische Regierung hat zugesagt, die Rückkehr der kubanischen Bürger mit Abschiebebescheid und die auf dem Meer aufgebrachten Migranten aufzunehmen. Heute setzt das Ministerium für Innere Sicherheit auch dem Parole Programm für Kubanische Medizinische Fachkräfte ein Ende. Die Vereinigten Staaten und Kuba arbeiten zusammen daran, Krankheiten zu bekämpfen, die die Gesundheit und das Leben unseres Volkes gefährden. (…). Barack Obama.
Granma, 13.1.2017.
Granma > Emigration. USA. Granma, 2017-01-13-2.
Ganzer Text
17.11.2016 USA
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Faschismus
Präsident
Volltext
Die Trump-Granate. Editorial von Marie-Josée Kuhn, Chefredaktorin Work. Einer hat’s vorausgesagt: Michael Moore. Trump werde siegen, sagte der linke US-Filmemacher einen Tag vor der Wahl. Denn der milliardenschwere Baulöwe aus New York sei „der menschliche Molotowcocktail“, auf den so viele Globalisierungsverlierer gewartet hätten. „Die menschliche Handgranate, die sie legal ins System schmeissen können, das ihnen ihr Leben geraubt hat.“ Erst verlieren sie den Job, dann das Haus – und nach der Scheidung ziehen auch noch Frau und Kinder aus. Gleichzeitig sieht der kleine weisse Mann, wie die „Davos-Klasse“ wächst (Globalisierungskritikerin Naomi Klein). Er sieht, wie die Banken- und IT-Milliardäre schamlos abzocken. Und niemand bremst sie, auch Hillary Clinton nicht. Die Wut steigt. Fast alles ist verloren, doch das Wahlrecht ist noch da. Am 8. November werfen die kleinen, wütenden weissen Männer ihre Trump-Granate dem Establishment mitten ins Gesicht. Und helfen so einem Präsidenten zum Sieg, der selber zum Establishment gehört. Fatale Fehler. Die Zahlen sprechen für sich: Bei den untersten Einkommen legten die Republikaner im Vergleich zu 2012 um 10 Prozent zu. In den kriselnden Industriestaaten des mittleren Westens sogar um 17 bis 20 Prozent. Der Rostgürtel ist traditionell zwar Demokraten- Land, doch Hillary Clinton geht unter. All die verlorenen Jobs interessieren sie nicht. Ganz anders ihren Links-Konkurrenten Bernie Sanders. Der alte Kempe hatte in den Vorwahlen (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 17.11.2016.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Donald Trump. Work, 2016-11-17.
Ganzer Text
17.11.2016 USA
Faschismus
Personen
Work
Oliver Fahrni
Reaktion
Volltext
Wahlen
Trump ist überall. Der radikale Rechtsrutsch findet nicht nur in den Vereinigten Staaten statt. Trump hat die Wahl weniger gewonnen, als Clinton sie verloren hat. Weil sie sich nicht für materielle Fakten interessiere. Das kann auch den Sozialdemokraten in Europa zum Verhängnis werden. Stephen Bannon (63) ist ein Mann von brutalem Gemüt. Er propagiert die Überlegenheit der weissen Rasse. Der Kopf hinter Donald Trumps Wahlkampagne hetzt gegen Gewerkschaften, Demokraten, Migrantinnen, Muslime, gegen Juden, Wissenschafterinnen. Er verachtet alles und jeden. Sogar die Republikaner. Manche nennen den Internet- Tycoon, der sein Handwerk bei den Gaunern der Bank Goldman Sachs gelernt hat, einen Neokonservativen. Doch Bannons Plan ist die rechte Revolution. Um seinen Medienkonzern „Breitbart“ hat er ein Netzwerk versammelt, mit den Nationalisten der „Tea Party“ und Rassisten, mit Islamhassern, Verschwörungstheoretikerinnen und „libertären“ Kapitalisten. Sie nennen sich „alt-right“, die alternative Rechte. Programm: null Steuern und null Vorschriften für Reiche und Unternehmen. Bewährtes Mittel zum Zweck: die Spannungen zwischen den Arbeitenden schüren, zwischen Migranten und „Einheimischen“. Rasse statt Klasse. Nun hat Bannon für diese neue Rechte sogar einen Präsidenten gebastelt, aus dem Bau- und Casinolöwen und TV-Sternchen Donald Trump. Der kalifornische Schriftsteller Héctor Tobar notierte: „Unser erster neofaschistischer Präsident“. Ein Epochenbruch. Der Ku-Klux-Klan jubelte. Natürlich soll Bannon Trumps Chefberater werden, der Mann, der im Hintergrund alle Fäden zieht. (…). Oliver Fahrni.
Work online, 17.11.2016.
Personen > Fahrni Oliver. Donald Trump. Faschismus. Work, 2016-11-17.
Ganzer Text
20.05.2016 USA
Löhne
Personen
Work
Christian Egg
Hotellerie
Lohndumping
Volltext
US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump unter Druck: Fünf-Stern-Hotel zahlt Null-Stern-Löhne. Die Hotelangestellten des politisierenden Rüpels Donald Trump fordern anständige Löhne. Und sind damit auf gutem Weg. Nur gerade 9 Dollar und 11 Cent verdient Miguel Funes pro Stunde. Er arbeitet im protzigen Trump International Hotel in der US-Glitzermetropole Las Vegas, macht dort Zimmerservice. Das Hotel: fünf Sterne, 64 Stockwerke, die Fassade beschichtet mit 24 Karat Gold. Mitbesitzer: Der US-Multimilliardär Donald Trump, Präsidentschaftskandidat der Republikaner. Trump klemmt. Miguel Funes arbeitet auch im Hotel Mandalay Bay ganz in der Nähe. Dort bekommt er für die gleiche Arbeit anderthalbmal so viel Lohn. Zudem zahlt ihm der Arbeitgeber die Krankenkasse und die Altersvorsorge. Der Grund: Die Angestellten im Mandalay Bay sind gewerkschaftlich organisiert, die Gewerkschaft hat für sie bessere Arbeitsbedingungen ausgehandelt. Das ist unterdessen in fast allen grossen Hotels der Stadt der Fall. Aber nicht im Trump International Hotel. Rabiat. Damit nicht genug: Das Hotel geht rabiat gegen Gewerkschafter vor, berichtet Nevadas grösste Gewerkschaft, die Culinary Workers Union. Wer sich offen engagiere, werde nach Hause geschickt. Flugblätter würden beschlagnahmt, die Angestellten dürften nicht untereinander sprechen. (…). Christian Egg.
Work, 20.5.2016.
Work > Las Vegas. Dumpinglöhne. Donald Trump. Work, 2016-05-20.
Ganzer Text
1 2 3 4


  
Copyright 2007 by Beat Schaffer   Nutzungsbedingungen  Powered by dsis.ch    anmelden