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Anzahl gefundene Artikel: 108

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31.05.2019 Frankreich
Italien
Österreich
Schweiz
Faschismus
Personen
Work
Oliver Fahrni
Faschismus
Nationalismus
Volltext
Europas Rechtsnationale haben eine dicke Kriminalakte. Testosteron und Lug und Trug. Korruptheit ist ihr Markenzeichen. Betrug ihr Alltag. Dennoch werden die Ultrarechten immer wieder gewählt. Beinahe hätte der österreichische Rechtsradikale die Falle gewittert. Heinz-Christian Strache fielen die schmutzigen Fussnägel der angeblichen russischen Oligarchen-Nichte auf. Sie behauptete, eine Viertelmilliarde Euro Schwarzgeld in Österreich investieren zu wollen. Doch man lümmelte sich auf dem Sofa einer Luxusfinca auf Ibiza, und Testosteron vernebelte den Blick. Die Gockelei vor der langmähnigen Blonden übernahm wieder das Kommando. Sechs Stunden lang redete sich der Führer der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) in eine strahlende Zukunft. Wenn die Russin den Rechtsextremen zum Wahlsieg verhelfe, werde er ihr enorme Staatsaufträge, Casino-Lizenzen und Firmen zuhalten, versprach Strache. Auf Kosten österreichischer Unternehmen. Legal, illegal, scheissegal. Vorbild SVP. Unbemerkt solle die reiche Russin die grosse österreichische „Kronen-Zeitung“ kaufen, um ihn zu ¬„pushen“, schlug Strache vor. Und weil es so schön war, lästerten Strache und sein Begleiter noch eine Weile über die Sexaffären der politischen Gegner. Pech, dass dies irgendjemand mitschnitt. Das ¬Video zeigt die Ultrarechten in ihrer ganzen Pracht: prahlerisch, grossmannssüchtig und von brutalem Gemüt. Nur wenige Monate nach diesem Geheimtreffen stieg Strache in Wien zum stellvertretenden Regierungschef auf. Die Koalition von Volkspartei (ÖVP) und FPÖ ging sogleich daran, die 60-Stunden-Arbeitswoche einzuführen. (…). Oliver Fahrni.
Work online, 31.5.2019.
Personen > Fahrni Oliver. Europa. Faschismus. Work online, 2019-05-31.
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27.05.2019 Frankreich
Postautobetriebe
Syndicom

Arbeitsbedingungen
Postautolinie
Volltext
PostAuto: Der Rückzug aus Frankreich kann eine Chance für die Mitarbeitenden sein. Syndicom begrüsst den Rückzug von PostAuto aus ihrem Tochtergeschäft CarPostal in Frankreich. Das Unternehmen kann sich dadurch wieder vermehrt auf sein Kerngeschäft, den Service Public, und seine Herausforderungen im Schweizer Markt konzentrieren. PostAuto steht nach wie vor in der Pflicht, die offenen Baustellen in ihrem Geschäft in der Schweiz anzugehen und eine nachhaltige Personalpolitik für ihre Mitarbeitenden zu garantieren. Die Post konkretisiert ihre Pläne, aus dem Auslandsgeschäft in Frankreich auszusteigen. Mit dem beabsichtigten Verkauf von CarPostal France an Keolis S.A. übernimmt sie die soziale Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeitenden in Frankreich. Keolis S.A. ist eine Tochtergesellschaft der SNCF, wodurch der Betriebsübergang auf sicheren Beinen steht. Dass sich PostAuto nun von ihren Geschäften in Frankreich abwendet, bietet aber auch eine Chance für die Mitarbeitenden in der Schweiz. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass das übertriebene Gewinnstreben der PostAuto AG auch zu Lasten der Mitarbeitenden gegangen ist. Mit den abgeschlossenen Verhandlungen zur „Gratis-Arbeit“ bei PostAuto konnte unter der neuen PostAuto-Leitung eine wichtige Korrektur erreicht werden. Für die Gewerkschaft Syndicom und ihre organisierten Mitglieder geht es nun darum, die Mitwirkung der Arbeitnehmenden auszubauen und sie in den Betrieben wahrzunehmen. Denn die betriebliche Mitwirkung ist ein essentieller Bestandteil einer funktionierenden Sozialpartnerschaft. Syndicom, 27.5.2019.
Syndicom > Frankreich. Postautobetriebe. Syndicom, 2019-05-27.
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15.03.2019 Frankreich
Schweiz
Personen
Work
Jean Ziegler
Gelbwesten
Polizei
Volltext
Waffen
Schweizer Waffen gegen Gelbwesten. Mittwoch, den 20. Februar 2019. Es ist ein strahlender Vorfrühlingstag. Ein Meer von Fahnen in Blau-Weiss-Rot bedeckt den riesigen Platz der Nationen vor dem Völkerbundpalast, dem europäischen Sitz der Vereinten Nationen. Tausende von Gelbwesten sind dem Ruf von Nicolas Mollier und seinen Freunden gefolgt. Jetzt drängen sie sich vor dem verbarrikadierten Eingangstor der Uno-Festung. Appell an Uno. Sie wollen vom Uno-Menschenrechtsrat empfangen werden und den 47 Botschafterinnen und Botschaftern von dem gewalttätigen Vorgehen der französischen Polizei gegen die Demonstrantinnen und Demonstranten während der vergangenen Monate berichten. Sie verlangen, dass die Uno gegen die Menschenrechtsverletzungen einschreite. Seit dem Beginn der «Samstagsdemonstrationen» am 17. November 2018 sind in ganz Frankreich viele Hunderte von Demonstrierenden von den „Anti-Aufruhr-Einheiten“ der Gendarmerie nationale verprügelt, mit Tränengas traktiert und mit Gummigeschossen verletzt worden, manche von ihnen schwer. Die Polizisten schiessen aus drei, vier Metern Entfernung mit Gummigeschossen auf die Demonstranten. Allein seit Jahresbeginn haben 18 Gelbwesten ein Auge verloren, vieren von ihnen wurde eine Hand abgerissen. (…). Jean Ziegler.
Work online, 15.3.2019.
Personen > Ziegler Jean. Gelbwesten. Polizei. Work online, 2019-03-15.
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01.02.2019 Frankreich
Personen
Work
Oliver Fahrni
Gelbwesten
Gilets jaunes
Volltext
Frankreich – das sind die Gilets jaunes: Um 45, Druck bei Lohn und Job und wenig zu verlieren. Die forcierte neoliberale Politik von Präsident Macron trifft besonders jene soziale Schicht, die heute auf den Barrikaden steht. Macron weiss das, aber er will sein Programm mit Gewalt durchsetzen. Hunderte Gelbwesten sitzen im Gefängnis, und die grossen Medien prügeln auf sie ein. Doch die Gilets jaunes sind wieder da. Wider Erwarten noch immer da, auf den Verkehrskreiseln, in den Strassen und auf Plätzen. Am 26. Januar fand der Demo-Samstag Nummer elf statt, mit Meetings und Demos in rund 30 Städten. Dabei wurde Jérôme Rodriguez, einer der bekanntesten Organisatoren, von der Polizei am Kopf verletzt. Er ist einer von 353 Schwerverletzten. Seit Beginn der Revolte Mitte November 2018 haben Frankreichs Polizisten eine 80jährige Frau getötet, mehrere Demonstranten und Passantinnen ins Koma befördert, 158 Kopfverletzungen zugefügt und 39 Medienleute ins Spital geprügelt oder geschossen. 18 Menschen haben ein Auge verloren, 4 Menschen eine Hand. Makabre Statistik, die der freie Journalist David Dufresne auf seinem Twitter-File führt, samt Bildern, Namen und den recherchierten Umständen. 3500 wurden leichter verletzt. 7000 festgenommen, 1000 bereits durch Schnellgerichte verurteilt (sagt das Innenministerium). Präsident Emmanuel Macron lässt seinen Innenminister Christophe Castaner die schärfste Repression seit dem Algerienkrieg (1954 bis 1962) organisieren. (…). Oliver Fahrni.
Work online, 1.2.2019.
Personen > Fahrni Oliver. Frankreich. Gilets jaunes. Work online, 2019-02-01.
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01.02.2019 Frankreich
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Gelbwesten
Gilets jaunes
Volltext
Links oder rechts? Sind die gelben Westen rot oder braun? Eine Frage, die umtreibt. Sind die Gilets jaunes bloss ein randalierender Haufen autoverrückter Wutbürgerinnen und -bürger? In den Fussstapfen der rechtsextremen Marine Le Pen? Oder sind sie eine soziale Bewegung gegen Macrons forcierte neoliberale Politik? Gegen seinen Sozialsadismus? Der „Präsident der Superreichen“ kann es nicht lassen, die kleinen Leute als arbeitsscheu zu beschimpfen. Sind die Gilets jaunes also ein Aufstand gegen Macrons Klassenhass? Eindeutig, schreibt Frankreich-Spezialist Oliver Fahrni im grossen Work-Dossier. Eine soziale Revolte, die sich zudem rasant politisiere: „Was mit einem Blog gegen die Dieselsteuer begann, wurde in wenigen Wochen zur Forderung nach mehr Kaufkraft, dann zur Kritik an der Ungleichheit in der Gesellschaft.“ Immer lauter fordern die Gilets jaunes inzwischen neue Volksrechte. Die Gilets jaunes sind eine soziale Revolte. Unter Druck. Sie sind um die 45, mehrheitlich Arbeiterinnen und Arbeiter, Angestellte, Kleingewerbler. Ihre ökonomische Situation hat sich in den vergangenen Jahren verschlechtert. Ihre Löhne und Jobs sind unter Druck. Umfragen zeigen: Die Gilets jaunes fühlen eher links, wählen tendenziell aber rechts. Um den verhassten Macron los zu werden, würden sie Le Pen in Kauf nehmen. Seit er ihnen mit hemmungsloser Repression kommt, sowieso. Die Gelbwesten halten auch nichts von den Sozialisten. Macron-Vorgänger und Sozialist François Hollande war schliesslich selber Sozialabbauer – und Macron sein Wirtschaftsminister. Nichts verstanden. Auch in Italien blies Matteo Renzis (…).  Marie-Josée Kuhn.
Work online, 1.2.2019.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Frankreich. Gilets jaunes. Work online, 2019-02-01.
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01.02.2019 Frankreich
Faschismus
Personen
Work
Oliver Fahrni
Gilets jaunes
Volltext
Sind die Gelbwesten rot oder braun? Frankreich streitet: Sind die Gilets jaunes eine Bewegung für mehr soziale Gerechtigkeit und Demokratie oder doch nur ein Haufen wütender Kleinbürger mit rechtsextremer Schlagseite? Es ist die falsche Frage. Eine kleine Gruppe von Neofaschisten und Ultrakatholiken, mit gelben Westen behängt, sang am vergangenen 22. Dezember vor der Sacré-Cœur in Paris ein antisemitisches Lied. Samt Faschistengruss. Das freute Innenminister Christophe Castaner, denn seit die Revolte begann, versucht er, die Gilets jaunes in die ultrarechte Ecke zu stellen. Es ist das Kalkül seines Präsidenten Emmanuel Macron, die politische Auseinandersetzung in Frankreich auf die Frage zu reduzieren: ich oder der Faschismus? So hat er die Wahlen 2017 gewonnen, so hofft er die Europawahl im Mai und die nächste Präsidentenwahl 2022 für sich zu entscheiden. Gemessen an seiner antisozialen Politik, hat er eigentlich keine Chance, seine Umfragewerte sind im Loch. Darum hat der „Präsident der Superreichen“ alles Interesse, den Konflikt mit den Gelbwesten zu befeuern. Das ¬erklärt auch seine ständigen sadistischen Ausfälle. Wie, als er vor wenigen Tagen sagte, viele Arbeitslose würden nur Mist bauen, und sie hätten verlernt, sich anzustrengen. Solche Aussagen gefallen Frankreichs Eliten. Sie verachten und fürchten die unteren Schichten. Links, rechts und grün. Am Wochenende des 26. Januar stellten in Marseille die Gewerkschaften CGT und Solidaires zusammen mit der linken Bewegung „France insoumise“ von Jean-Luc Mélenchon den Hauptharst an der Demo der Gelbwesten. (…). Oliver Fahrni.
Work online, 1.2.2019.
Personen > Fahrni Oliver. Frankreich. Gilets jaunes. Work online, 2019-02-01.1.
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01.02.2019 Frankreich
Faschismus
Personen
Work
Oliver Fahrni
Gilets jaunes
Sozialpolitik
Volltext
Macron untergräbt Frankreichs Sozialsystem. „Irrer Stutz für Leute ohne Bedeutung“. Die Gewalt der Gilets jaunes ist ein Echo auf die Gewalt, die von Präsident Macrons Zerstörung der französischen Gesellschaft ausgeht. Am 5. Oktober sprang ein 51jähriger Angestellter aus der 6. Etage eines Büroturms der französischen Bahnen SNCF in Lyon. Wenige Tage später tat es ihm eine Eisenbahnerin in Nîmes gleich. Am 16. Oktober warf sich ein 35jähriger SNCF-Arbeiter frühmorgens vor den ersten TGV Marseille-Paris. Wenige Wochen später stellte sich ein Zugführer in Charleville-Mézières vor einen ausfahrenden Zug. Seit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron seine Eisenbahnreform durchgezogen hat, gegen den Protest von Hunderttausenden, erschüttert eine Selbstmordwelle die SNCF. Das Management versucht, das Ausmass zu kaschieren, und verweigert auch den Gewerkschaften genauere Informationen. 2018 sollen sich mehr als 60 Kolleginnen und Kollegen während des Dienstes umgebracht haben, schätzt ein Arbeitsmediziner der Gewerkschaft Sud-Rail. Suizide sind ein heikles Thema. Aber wenn Zugführer, die in vielen Fällen selbst schockierende Erlebnisse mit Lebensmüden vor ihren Loks hatten, sich unter die eigenen Maschinen werfen, dann sind das mehr als Einzelschicksale. Es ist ein Zeichen für das Mass der Gewalt, das diesen Berufsleuten von der Politik durch die Demontage der sozialen Sicherheit angetan wird. Sehr konkrete Gewalt in Form unmenschlichen Stresses und zerstörter Berufsperspektiven. (…).
Oliver Fahrni.
Work online, 1.2.2.2019.
Personen > Fahrni Oliver. Frankreich. Gilets jaunes. Work online, 2019-02-01.2.
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14.12.2018 Frankreich
Personen
Work
Oliver Fahrni
Rebellion
Volltext
Gelb-Westen: Fünf Wochen, die Frankreich erschüttern. Macrons Sozial-Sadismus. Aus dem Rüpel-Protest der Gelb-Westen wächst jetzt eine Bewegung, die mit dem Neo-liberalismus und alten Formen der Politik bricht. Wohin das treibt, weiss niemand. Marseille am ersten Advent. In meiner Strasse brennen die Barrikaden. Kollegen der Gewerkschaft Sud erzählen, wie sie von Zivilpolizisten mit Stahlruten durch die Stadt gejagt wurden. Eine 81jährige Frau, die gerade ihre Fensterläden schliessen wollte, ist von einer Polizeigranate getötet worden. Die französische Anti-Aufstands-Truppe CRS („Robocops“) hat an jenem Tag mehr Munition verschossen als im ganzen Jahr 2017. Präsident Emmanuel Macron wollte damit die Bewegung der Gelben Westen ersticken oder zumindest spalten. Resultat: verwüstete Boulevards in Paris, Bordeaux, Toulouse, Nantes, Lyon…, brennende Banken, Plünderungen. Innenminister Christophe Castaner hat „3500 professionelle Zerstörer“ erspäht. Skeptisch kommentierte ein Polizist: „Wir wissen von 250 Leuten im schwarzen Block. Und von 200 Rechtsextremisten. Wer sollen die anderen 3000 sein?“ Die spontane Wut gegen Macron hat Reiche und Regierende kalt erwischt. Revoltierendes Volk ist nicht nett. Inzwischen haben mehr als 700’000 Menschen landesweit an Demonstrationen teilgenommen. 80 Prozent der Bevölkerung stimmten ihnen zu. Für den 8. Dezember bot Macrons Innenminister Castaner deshalb 89’000 Mann auf. Eine Armee. Rund 4000 Gelbwesten wurden bisher verletzt, (…). Oliver Fahrni.
Work online, 14.12.2018.
Personen > Fahrni Oliver. Frankreich. Volksaufstand. Work online, 2018-12-14.
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06.12.2018 Frankreich
Syndicom
Uber

Arbeitsgesetz
Uber
Volltext
Frankreich unterstellt die Uberisierten dem Arbeitsgesetz. Frankreichs höchstes Gericht hat einen Entscheid gefällt, der für alle scheinselbständigen Plattform-Arbeitenden wegweisend sein wird: Der Kassationshof in Paris qualifizierte einen Foodkurier als ganz normalen Lohnabhängigen. Dieser hatte als Velokurier für die Plattform Take Eat Easy Essen ausgeliefert. Syndicom ist hoch erfreut über diese Nachricht und erwartet von den Schweizer Behörden, endlich in diese Richtung aktiv zu werden. Der Gerichtshof in Paris interpretierte das Verhältnis zwischen den Kurieren und den Plattformen eindeutig als Arbeitsverhältnis, da die Kuriere in ihrer Arbeitsgestaltung nicht frei seien. Die Richter begründen den Entscheid mit dem Einsatz der Geolokalisation in Echtzeit und den Sanktionsmöglichkeiten, die das Unternehmen gegenüber dem Kurier habe. Damit seien die relevanten Kriterien, die ein Arbeitsverhältnis im Sinne des französischen Arbeitsrechts definieren, erfüllt. Bund muss aktiv werden. In der Konsequenz gelten diese Foodkuriere nun als Angestellte und deren bisherige Auftraggeber als Arbeitgeber. Sie müssen also Sozialversicherungen für ihre Angestellten abrechnen und deren Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz schützen. Alle diese Betreiber – egal ob sie Uber, Take Eat Easy oder Deliveroo heissen – sind keine reinen Technologie-Firmen, sondern Arbeitgeber, die eine soziale Verantwortung zu tragen haben. Nach dem Markteintritt von UberEats in die Schweiz letzten Monat ist es bloss eine Frage der Zeit, (...).
Syndicom, 6.12.2018.
Syndicom > Frankreich. Uber. Arbeitsgesetz. Syndicom, 2018-12-06.
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30.11.2018 Frankreich
Personen
Wohnungsbau
Work
Oliver Fahrni
Reportagen
Volltext
Wohnungsbau
Einstürze und Aufstände: Frankreich brennt. „Das ist kein Unglück, das ist Politik“. Das haben die Regierenden nicht kommen sehen: Seit mitten in Marseille acht Menschen unter den Haustrümmern sterben mussten, macht sich grosser Zorn breit in der Hafenstadt. Die Reportage. An jenem Morgen weckten ihn seltsame Geräusche. Abdel¬ghani Mouzid sah offene Schränke und frische Risse in der Wand. Die Zimmertür klemmte. Er nahm sein Handy und filmte. Dann eilte er aus seiner Wohnung in der Rue d’Aubagne 65 in Marseille, um beim Verwalter Alarm zu schlagen. Im Korridor lagen Gipsbrocken. Als er gerade unten in die Rue de Rome einbog, sackten die Häuser 65 und 63 krachend in sich zusammen. Die oberen Etagen der Nummer 67 fielen etwas später. Ouloume, Mouzids komorische Nachbarin, hatte weniger Glück. Am Morgen brachte sie ihren kleinen Sohn zur Schule. Abends wartete El Amine vergeblich auf seine Mutter. Acht Menschen starben beim Häusereinsturz. Acht Tode, die man leicht hätte verhindern können. Der Zustand der Häuser war bekannt. Benoît Gilles, der Chefredaktor des lokalen Internetmediums „Marsactu“, hatte die Gefahr im Februar 2016 ausführlich beschrieben. Haus Nummer 65 wurde kürzlich notgeräumt, aber auf Betreiben der Wohnungsbesitzer am 18. Oktober wieder für sicher erklärt. Gaudin hinter Gitter! In Trümmern liegt nun auch die Herrschaft von Bürgermeister Jean-Claude Gaudin, 79. Seit bald einem Vierteljahrhundert regiert der „faule König“ (ein Lokalblatt) Marseille. Am Morgen des 5. November konnte er noch hoffen, das Desaster würde als schlimmer Unfall schnell (…). Oliver Fahrni.
Work online, 30.11.2018.
Personen > Fahrni Oliver. Frankreich. Wohnungsbau. Work online, 2018-11-30.
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30.11.2018 Frankreich
Demonstration
Personen
Work
Oliver Fahrni
Demonstration
Volltext
Eine Revolte kaschiert eine andere. Meuterei der Gelbwesten. Zehntausende Französinnen und Franzosen blockieren immer wieder Strassen, Kreuzungen und Raffinerien. Das steckt hinter dem Protest gegen die Dieselsteuer. Zuvorderst prügelte auf den Champs-Elysées ein offenbar gut organisierter und ausgerüsteter Trupp in gelben Warnwesten. Sie zündeten Elektroscooter an, rissen Steine aus dem Pflaster, errichteten brennende Barrikaden. Am Abend des 24. November gab es Dutzende Verletzte, und die Pariser Renommiermeile sah mitgenommen aus. Die Identifikation der auffälligsten Täterinnen und Täter fiel leicht. Sie brüllten Slogans gegen die Regierung: „Macron démission“, Macron soll abtreten, aber auch gegen Ausländer, Schwule und Feministinnen, gegen ¬Medienleute und Muslime. Und sie schleppten Monarchistenfahnen und die Banner katholischer Fundamentalisten mit. Eindeutig Rechtsradikale aller Couleur. Ihre politischen Sprachrohre wie etwa Marine Le Pen feierten im TV und auf den sozialen Medien den „Aufstand des Volkes“. Geheimdienst schlägt Alarm. Der französische Inlandgeheimdienst schlug Alarm, Innenminister Christophe Castaner bemühte einen Vergleich mit dem Ende der Weimarer Republik. Tenor: Dumpfe Kleinbürger marschieren für Rechtsaussen. Seit dem 17. November blockieren Zehntausende von Französinnen und Franzosen immer wieder Strassen, Kreuzungen und Raffinerien. Ihr Erkennungszeichen sind die fluoreszierenden gelben Westen, die im Supermarkt für 5 Euro zu haben sind. Was den Gewerkschaften gegen das Arbeitsgesetz, die Abschaffung des Eisenbahner(…). Oliver Fahrni.
Work online, 30.11.2018.
Personen > Fahrni Oliver. Frankreich. Demonstration. Work online, 2018-11-30.1.
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15.06.2018 Frankreich
Junge Welt
SNCF

Privatisierung
SNCF
Volltext
Endstation. „Reform“ der Bahn in Frankreich. Nach einem fast drei Monate währenden Arbeitskampf um die Eisenbahngesellschaft SNCF darf festgestellt werden, dass der französische Präsident Emmanuel Macron für Menschen, die im Interesse der Allgemeinheit arbeiten, nicht viel übrig hat. Macron ist von Natur und von Hause aus ein Banker, ein Mann der Zahlen zusammenrechnet. Der staatliche Schienenbetrieb Frankreichs hat in den vergangenen Jahrzehnten eine Schuldenlast von fast 55 Milliarden Euro angehäuft. Für Macron ein Argument, gegen das gesellschaftliche Sinnfragen keine Chance haben. Für einen Staatsbetrieb, der keinen Profit, sondern Miese macht, gibt es nach Macron, dem Adepten des grossen Geldes, nur eine Lösung: Privatisieren, die „Cheminots“ (Eisenbahner) aus der warmen Beamtenstube in die kalte Welt der Bosse treiben, wo Gehälter gekürzt werden und Kündigung droht. Der Präsident hat in diesem neuerlichen Kampf um die Rechte der Lohnabhängigen, wie schon bei der Verschärfung des Arbeitsrechts im vergangenen Jahr, keinen Zentimeter preisgegeben. Die absolute Mehrheit seiner Leute in der Nationalversammlung und die Rechtsausleger im Senat haben in den vergangenen beiden Tagen abgenickt, was der Chef wollte: Die Eisenbahner werden ihren Status der Unkündbarkeit verlieren, das vorhandene Schienennetz wird privater Konkurrenz geöffnet, die SNCF wird in eine Aktiengesellschaft, in ein privatrechtliches Unternehmen umgewandelt. Endstation. Eine Katastrophe (…). Hansgeorg Hermann.
Junge Welt, 15.6.2018.
Junge Welt > Frankreich. SNCF. Privatisierung. Junge Welt, 2018-06-15.
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04.04.2018 Frankreich
Personen
SEV Schweiz
SNCF
Yves Sancey
Privatisierung
SNCF
Volltext
Mobilisierung der französischen Eisenbahner/innen mit europäischer Unterstützung. SNCF-Personal wehrt sich gegen Macrons Politik. "Ich überbringe euch die Grüsse der Gewerkschaften der Europäischen Transportarbeiter-Föderation", rief Giorgio Tuti, Präsident der ETF-Sektion Eisenbahn, am 22. März in Paris 70000 Eisenbahner/innen zu. "Wir alle unterstützen euch. Seid ihr privilegiert? Nein, die Privilegierten sind unter jenen zu suchen, die die neoliberale Politik machen, welche den Service public zerstört. Unter jenen, die stets von Liberalisierung, Wettbewerb und Privatisierung reden. Ihr verteidigt eure Arbeitsbedingungen. Ihr seid nicht allein! Wir sind bei euch. Dieser Kampf ist ein europäischer Kampf. Er beginnt heute, in Paris. Es ist der Kampf aller Eisenbahnerinnen und Eisenbahner in Europa." An der Kundgebung nahmen zahlreiche Bahngewerkschafter/innen aus andern Ländern teil, vor allem aus Belgien, Deutschland, Luxemburg, England und der Schweiz. Der Aufruf der französischen Gewerkschaften zur gemeinsamen Mobilisierung war ein Erfolg. Rund 35% der SNCF-Angestellten streikten und legten viele Züge lahm. In ganz Frankreich demonstrierten laut der Gewerkschaft CGT über 500'000 Menschen gegen die Angriffe der Regierung auf den Service public. Pflegerinnen, Lehrer und Kindergärtnerinnen Seite an Seite mit den Eisenbahnern. Die Bahngewerkschaften kündigten an, ab dem 3. April an zwei von fünf Tagen zu streiken, wenn nötig bis im Juni. Sie fordern eine Entschuldung der SNCF ohne (…). Yves Sancey, Markus Fischer.
SEV, 4.4.2018.
SEV > Frankreich. SNCF. Privatisierung. SEV, 2018-04-04.
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29.03.2018 Frankreich
Gewerkschaften
Personen
Work
Oliver Fahrni
Demonstration
Gewerkschaften
Volltext
Massendemos und Streiks in Frankreich. Aufstand gegen Macron. Hunderttausende gehen gegen Präsident Macron auf die Strasse. Und die Eisenbahner streiken. Für viele ist es der "Aufstand der letzten Chance". Über Frankreich hängt das soziale Ressentiment seines Präsidenten wie ein giftiger Nebel. Wann immer er oder einer seiner Minister das Wort ergreift, hört Frankreich, wer schuld hat, am Zustand des Landes: Die Armen. Die Arbeitslosen. Die ¬Beamten. Die Gewerkschaften. Die Flüchtlinge. Die Alten. Die Faulen. Die Eisenbahner und ihre Privilegien. Die Liste ist nicht abschliessend. Die Firma Frankreich. Die Macronisten sehen Frankreich als Firma. Seit zehn Monaten sind sie daran, die "Macron Company" für die Besitzenden profitabler zu machen. Macrons erste Baustelle war das Arbeitsrecht. Er schleifte im vergangenen Jahr den Kündigungsschutz und die 35-Stunden-Woche, stutzte die Rechte der Gewerkschaften und öffnete prekären Jobs Tür und Tor. Der Widerstand gegen die "Reform" brach zusammen, weil der grosse ¬sozialdemokratische Gewerkschaftsbund CFDT und die Dachorganisation Force ¬Ouvrière (FO) aus der Gewerkschaftsfront ausscherten. Das war Macrons Methode geschuldet. Er liess die Gewerkschaften einzeln zu "Konsultationen" empfangen. Jede bekam nur Bruchstücke des neuen Gesetzes zu sehen. Der Präsident verordnete es per Dekret. Hier war schon alles (…). Oliver Fahrni.
Work online, 29.3.2018.
Personen > Fahrni Oliver. Frankreich. Demonstration. Work online, 2018-03-29.
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29.03.2018 Frankreich
Personen
Regierung
Work
Oliver Fahrni
Politik
Präsident
Volltext
Der französische Präsident pflegt die soziale Verachtung. "Leute, die nichts sind". Macron beleidigt Arme und Arbeitslose als "Tagediebe". Unter der glatten Pariser Politur ist er brutal einfach gestrickt. Kürzlich gab es eine Szene mit französischen Rentnern. Präsident Macron (41) federt aus dem Dienstwagen und beginnt mit dem Händetätscheln, um für seinen Rentenabbau zu werben: "Sie müssen Opfer bringen." Küsschen. Da sagt eine Frau: "Sie fressen uns auf, Herr Präsident. Ich habe 44 Jahre lang gearbeitet, und jetzt habe ich weniger als 800 Euro zum Leben." Macron sofort: "Das stimmt nicht!" Er sagt nicht: "Wie kann das sein?" Er weiss nichts über die Verhältnisse dieser Frau, aber er weiss es besser. Schliesslich hat er ja Eliteschulen absolviert. Schliesslich ist er reich. Schliesslich ist er Präsident. Glatt poliert. Manchmal geht es mit Macron einfach durch. Seit seine Umfragewerte sinken, immer häufiger. Da werden aus Arbeitslosen "Tagediebe", aus Armen " Leute, die nichts sind", und wer einen Widerspruch wagt, hört sich "Analphabet" geschimpft. Und wehrt sich jemand gegen Entlassungen, will der nur "foutre le bordel", eine derbe Formulierung für "den Laden aufmischen". Natürlich hat man ihn danach nur falsch verstanden. Er pflege halt ein "komplexes Denken", sagt er. Tatsächlich aber ist sein Weltbild, unter einer glatten Pariser Politur, brutal einfach gestrickt. Er allein weiss, was für Frankreich gut ist. Sträuben sich (…). Oliver Fahrni.
Work online, 29.3.2018.
Personen > Fahrni Oliver. Frankreich. Präsident. Work online, 2018-03-29.
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23.03.2018 Frankreich
Gewerkschaften
Junge Welt

Privatisierung
Streik
Im Zeichen des Zorns. In Frankreich demonstrieren 200'000 Menschen gegen Zerstörung und Privatisierung der öffentlichen Dienste. Mehr als 200'000 Menschen haben am Donnerstag in allen grossen französischen Städten gegen die "Reformen" des neoliberalen Staatschefs Emmanuel Macron demonstriert. Macron und sein rechtskonservativer Ministerpräsident Édouard Philippe wollen in den nächsten vier Jahren mehr als 120'000 Stellen im öffentlichen Dienst streichen. Die mit 50 Milliarden Euro verschuldete staatliche Eisenbahngesellschaft SNCF soll in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden, die "Cheminots" (Eisenbahner) sollen ihren Beamtenstatus verlieren, der sie bisher vor Entlassung aus "wirtschaftlichen Gründen" schützte. Die Gewerkschaften kämpfen zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder als "vereinigte Bewegung" gegen die Regierung. Geschlossen zeigten sich nach ihrer bösen Wahlniederlage im Mai und Juni des vergangenen Jahres auch die verschiedenen Lager der politischen Linken. Kommunisten, die "Neue Antikapitalistische Partei" (NPA), Kader der Bewegung "La France insoumise" (Unbeugsames Frankreich) mit Jean-Luc Mélenchon und die Führung des von politischer Bedeutungslosigkeit bedrohten Parti Socialiste (PS) marschierten am Nachmittag gemeinsam in dem langen Pariser Demonstrationszug. Macron hatte vor einigen Tagen erklärt, er sehe "bisher keinen Zorn im Volk". Der Wortführer des NPA, Olivier Besancenot, erwiderte vor Kameras: "Nun, er wird ihn ab heute erleben!" An den von teilweise (…).
Junge Welt, 23.3.2018.
Junge Welt > Frankreich. Gewerkschaften. Streik. Junge Welt, 2018-03-23.
Ganzer Text
15.03.2018 Frankreich
Gewerkschaften
Vorwärts

Gewerkschaften
Streik
Volltext
Streikwelle in Frankreich? Georg Polikeit. Der französische Staatspräsident Macron hat Ende Februar die Refonn der staatlichen Eisenbahngesellschaft SNCF angekündigt. Die Gewerkschaften laufen Stunn. Steht Frankreich vor einer neuen Protestwelle mit umfassenden Streiks der EisenbahnerInnen? Der angeblich "weder rechts noch link"» verortete, aber in der Praxis eindeutig neoliberalen Rezepten folgende Staatschef Macron, will nach der im vergangenen Jahr durchgezogenen Reform des Arbeitsrechts nun mit der Reform der staatlichen Eisenbahngesellschaft SN CF einen weiteren, grossen Schritt beim "Umbau Frankreichs" im Sinne der von ihm anvisierten neoliberalen "Modernisierung" tun. Dass das französische Eisenbahnwesen reformbedürftig ist, wird auch von Gewerkschaften und Linksparteien nicht bestritten. Sie kritisieren seit Jahren, dass zu wenig Geld für die Reparatur und Modernisierung des maroden Schienennetzes und Wagenparks aufgewendet wird. Aber die SNCF-Reform der Regierung geht in die entgegengesetzte Richtung. Angeblich sind die französischen Staatseisenbahnen im Vergleich zu anderen EU -Staaten kostenmässig erheblich teurer, was zu einer immer hö¬heren Verschuldung führe. Deshalb wird mit dem neuen "Eisenbahnpakt" vor allem eine "Steigerung der Produktivität" des Unternehmens durch noch stärkere Konzentration auf wirklich gewinnbringende Aktivitäten angestrebt, bei gleichzeitigen Sparmassnahmen in anderen Bereichen. Die Regierung folgt damit im Wesentlichen einem Bericht, (…).
Vorwärts, 15.3.2018.
Vorwärts > Frankeich. Gewerkschaften. Streik. Vorwärts, 2018-03-15.
Ganzer Text
15.02.2018 Frankreich
Gewerkschaften
Vorwärts

Arbeitsrecht
Gewerkschaften
Volltext
Macrons Angriff auf die Arbeitenden. Der französische Präsident Emmanuel Macron setzte seine neoliberale Arbeitsrechtsreform aus einer Position der Stärke durch. Der schwache Protest dagegen konnte sie nicht verhindern. Nun Ist es zu einer EntlassungsweIle gekommen. Tausende verloren den Job. Es war ein schwieriger Start ins neue Jahr für den französischen Arbeitsmarkt. Am 9. Januar kündigte die Groupe PSA, der zweitgrösste Autobauer in Europa, an, 2‘200 Stellen in ganz Frankreich zu streichen. Kurze Zeit später erklärte das Detailhandelsunternehmen Carrefour, 2‘400 Jobs zu vernichten, während das Modeunternehmen 200 Stellen abbaute. Diese Kahlschläge waren eine Erinnerung daran, dass Präsident Emmanuel Macron gerade eben die umfassendste Arbeitsrechtsreform seit einer Generation durchgesetzt hatte. Nachdem die Proteste, die von den Gewerkschaften organisiert worden waren, im letzten Herbst verstummt waren, haben die Arbeitgeberlnnen begonnen, die neuen Regeln auszunutzen: PSA setzte mehr als die Hälfte des Stellenabbaus mit einer Massnahme durch, die gesetzliche Einschränkungen bei Kündigungen lockert. Auch Pimkie ging diesen Weg. Auf kleinerem Niveau hat die Tageszeitung „Le Figaro“ vor, 40 Stellen zu streichen durch das neue Prozedere. Besonders der Kahlschlag bei der Pariser Groupe PSA sticht hervor, die Autos unter den Marken Peugeot und Citroen produziert und erst vor einem Jahr die Marke Opel von General Motors für 2,2 Milliarden Euro gekauft hatte. 2017 erzielte das Unternehmen (…).
Vorwärts, 15.2.2018.
Vorwärts > Frankreich. Arbeitsrecht. Gewerkschaften. Vorwärts, 2018-02-15.
Ganzer Text
07.12.2017 Frankreich
Gewerkschaften
Vorwärts

Aktionstag
Gewerkschaften
Volltext
Kein Nachlassen. Erneut hat ein landesweiter Gewerkschaftsaktionstag In Frankreich stattgefunden. Hunderttausende Menschen haben die Arbeit niedergelegt und sind gegen die Arbeitsrechtsreform der Macron-Regierung auf die Strasse gegangen. In den bürgerlichen Medien wurde er beflissen klein geschrieben und von einem „Misserfolg“ geredet. Weil der vierte landesweite gewerkschaftliche Aktionstag in Frankreich seit am Amtsantritt von Staatspräsident Macron am 16. November nicht die gleichen hohen Teilnehmerinnenzahlen erreicht hat wie auf dem Höhepunkt der sozialen Bewegungen in den Jahren 2015 und 2016. Aber ganz übergehen konnte man die Aktionen doch nicht. Gewerkschaftsfront ausgeweitet. Immerhin konnte die Front der beteiligten Gewerkschaften darauf verweisen, dass in 172 grösseren und kleineren Städten Frankreichs an diesem Tag wieder mehrere hunderttausend Menschen die Arbeit niedergelegt haben und auf die Strasse gegangen waren, um den Widerstand gegen die von Macron und seiner Regierung durchgepaukte „Arbeitsrechtsreforrn“ und generell gegen die von ihnen betriebene neoliberale Politik erneut zu bekunden. Dabei hatte sich die Front der beteiligten Gewerkschaften ausgeweitet. Ursprünglich von den links orientierten Gewerkschaften CGT und Solidaires initiiert, hatten sich dem Aufruf zu gemeinsamen Aktionen nicht nur wie bisher StudentInnen - und Jugendverbände sowie die FSU-Gewerkschaft der Beschäftigten des Bildungswesens angeschlossen. Erstmals seit dem (…).
Vorwärts, 7.12.2017.
Vorwärts > Frankreich. Gewerkschaftern. Aktionstag. Vorwärts, 2017-12-07.
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15.11.2017 Frankreich
Medien
Syndicom

Pressefreiheit
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Inakzeptabler Angriff auf die Pressefreiheit in Frankreich. Die Gewerkschaft Syndicom und der Berufsverband impressum sowie die französische Gewerkschaft SNJ-CGT kritisieren die Polizeibehörden von Briançon (F) scharf. Diese hatten am letzten Wochenende die Korrespondentin der Westschweizer Tageszeitung „Le Temps“ angehalten und vernommen. Dieser Vorfall zeigt: sogar in Frankreich werden die Rechte der JournalistInnen verletzt. Die Medienfreiheit ist ein Grundrecht, das nicht nur die Journalistinnen und Journalisten betrifft. Es handelt sich um ein Fundament jeder Demokratie, das bei allen Bürgerinnen und Bürgern verankert sein muss. Ebenso bei den Behörden, welche von den gewählten Regierungen eingesetzt sind. Leider werden die Rechte der Medienschaffenden aber auch Mitten in Europa mit Füssen getreten. Eine Journalistin der Westschweizer Tageszeitung „Le Temps“ hat diese einschneidende Erfahrung mit den französischen Polizeibehörden bei einem beruflichen Einsatz letztes Wochenende gemacht. Auf einer Reportage über die neuen Fluchtrouten der MigrantInnen, wurde die Journalistin Caroline Christinaz von der Gendarmerie von Briançon (südlich von Genf) während zwei Stunden festgehalten und einer Einvernahme unterzogen. Dass sie als Journalistin im Einsatz war, liessen die Behörden unbeachtet. Sie behandelten sie anlässlich des massiven Polizeiaufgebots zur Ausschaffung der MigrantInnen aus dieser Region sogar wie eine Verdächtige. Während der Einvernahme versuchten die Polizei- und Untersuchungsbehörden, (---).
Syndicom, 15.11.2017.
Syndicom > Frankreich. Pressefreiheit. Syndicom, 2017-11-15.
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12.09.2017 Frankreich
Junge Welt

Arbeitsrecht
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Frankreich sagt: „Non!“ Die Arroganz des Präsidenten Macron verschärft den Widerstand gegen geplantes Arbeitsgesetz. In Paris und rund 180 anderen Städte Frankreichs werden am heutigen Dienstag voraussichtlich Hunderttausen¬de Menschen gegen die von der Regierung unter Staatschef Emmanuel Macron und seinem Ministerpräsidenten Édouard Philippe geplante Änderung des Arbeitsrechts auf die Strasse gehen. Bereits Macrons Vorgänger François Hollande hatte den „Code du Travail“ im vergangenen Sommer per Verfassungsdekret am Parlament vorbei im Sinne der französischen Bosse umgeschrieben. Macron, der als Hollandes Wirtschaftsminister bereits massgeblich an der ersten Gesetzesnovelle beteiligt war, erklärte am vergangenen Wochenende während seines Besuchs in Athen, er sei „absolut entschlossen“ und werde gegenüber „den Faulpelzen, Zynikern und Extremen nicht klein beigeben“. Die Arroganz des Absolventen der Eliteschule ENA und früheren Rothschild-Bankers Macron wird ihm bei der Durchsetzung seiner hochgesteckten wirtschaftsliberalen politischen Ziele vermutlich nicht hilfreich sein. Jean-Luc Mélenchon, linker Oppositionsführer in der Nationalversammlung und Wortführer der Bewegung „La France insou¬mise“ forderte die vom Staatschef Geschmähten auf, am Dienstag „auf die Strassen zu gehen“ und es dem Mann im Élysée-Palast zu zeigen. Es ist nicht das erste Mal, dass Macron seine vermeintliche intellektuelle Überlegenheit zur Schau stellt. Die von Arbeitsplatzverlust bedrohten Lohnabhängigen (…).. Junge Welt, 12.9.2017.
Junge Welt > Frankreich. Arbeitsrecht. Junge Welt, 2017.09.12.
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11.09.2017 Frankreich
Neues Deutschland

Leiharbeit
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Leiharbeit in Frankreich: Mehr Lohn gegen weniger Sicherheit. 3,5 Prozent der französischen Erwerbstätigen sind Leiharbeiter. Wegen einer „Prekaritäts-Entschädigung“ werden sie besser bezahlt als die Stammbelegschaft. Arbeitsverhältnisse, bei denen Lohnabhängige durch den jeweiligen Arbeitgeber gewerbsmässig an Fremdfirmen „verliehen“ werden, heissen im Französischen travail temporaire (Zeitarbeit) oder travail intérimaire (vorläufige Arbeit). Seit ihrer Einführung in Frankreich im Jahr 1972, versprechen sowohl die Sozialistische Partei als auch die Kommunisten, das Verbot der Leiharbeit. 1982 kam es, nachdem einige Monate zuvor eine Linksregierung unter François Mitterrand und Pierre Mauroy ins Amt gekommen war, zu einer Reform der Leiharbeit. Ihre Abschaffung unterblieb jedoch. Der gesetzliche Rahmen ist seitdem im Wesentlichen derselbe. Bei den Arbeits- und die Vergütungsbedingungen gilt das Prinzip der generellen Gleichbehandlung mit den Stammbeschäftigten. Die Regel ist dabei wesentlich strenger als in Deutschland, wo etwa das Equal-Pay-Prinzip durch entgegen lautende Tarifverträge unterlaufen werden kann und - je nach Firmen- oder Flächentarif - erst nach neun oder 16 Monaten greift. Eine solche Abdingbarkeit besteht in Frankreich nicht. Das gilt auch für die Höchstüberlassungsdauer. In Deutschland beträgt diese 18 Monate, kann aber ebenfalls durch einen Tarifvertrag ausgehebelt werden. In Frankreich nicht. Hier darf die Überlassungsdauer achtzehn Monate betragen. Bei einem (…).
Neues Deutschland, 11.9.2017.
Neues Deutschland > Frankreich. Leiharbeit. Neues Deutschland, 2017-09-11.
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21.07.2017 Frankreich
Gewerkschaften
Neues Deutschland

Streik
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Gewerkschaft ruft zum Streik gegen Macrons Reform. Catherine Perret von der CGT über den Widerstand gegen die Arbeitsrechtsreform in Frankreich. Frau Perret, glauben Sie an ein Gelingen der Arbeitsrechtsreform? Wir von der CGT sind da eher pessimistisch. Jede der fünf grossen Gewerkschaften hatte sechs jeweils einstündige Konsultationen über das Arbeitsrecht. Das ist sehr wenig und nie kamen alle Gewerkschaften und die Unternehmerverbände zu gemeinsamen Runden zusammen, in denen man wirklich über die grundsätzlichen Fragen der Arbeitsrechtsreform hätte reden und die Positionen gegenüberstellen können. Das fordern übrigens alle Gewerkschaften. Und dabei haben wir das Gesetz auf unserer Seite, das seit 2008 vorschreibt, dass es vor jeder Änderung des Arbeitsrechts echte Verhandlungen und Übereinkommen der Sozialpartner geben muss. Was ist Ihre Meinung zum Inhalt der geplanten Arbeitsrechtsreform? Da sind wir unzufrieden, dass die Regierung bisher keine Texte mit konkret vorgesehenen Massnahmen vorgelegt hat. Was wir zu hören bekommen, sind immer nur äusserst vage Absichten, die sich auch oft noch von einer Sitzung zur anderen ändern, so dass immer noch nicht zu erkennen ist, wie das neue Arbeitsrecht aussehen soll. Aber die grobe Richtung können sie doch sicher abschätzen? Alles geht in Richtung der von den Unternehmern geforderten Deregulierung. Alle in der Vergangenheit erkämpften Garantien für die Arbeiter sollen abgeschafft werden. Die Reform folgt (…).
Neues Deutschland, 21.7.2017.
Neues Deutschland > Frankreich. Gewerkschaften. Streik. Neues Deutschland, 2017-07-21.
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29.06.2017 Frankreich
Personen
Regierung
Work
Oliver Fahrni
Rebellion
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Die Welt tanzt. Editorial von Oliver Fahrni. Eigentlich möchten wir jetzt gar nicht in die Sommerpause. Viel zu aufregend, was da gerade geschieht: Überall nehmen die Leute ihr Schicksal wieder in die eigenen Hände. Notfalls laut. Höchste Zeit, finden sie, das Wort zu ergreifen. In Frankreich rufen sie: „Dégagez!“. Haut ab! Haut ab, ihr, die unsere Jobs vernichtet, damit ein paar Aktionäre mehr Gewinn einstreichen. Weg mit euch, ihr, die unsere Zukunft und unsere Lebenschancen verfresst. Macht den Abgang, ihr, die das Klima aufheizt und uns in unermessliche Katastrophen führt. In den Orkus mit euch, die an allen Ecken der Welt Kriege für ein paar Fässer Öl anzettelt. Raus, ihr Mauerbauer, Mietspekulanten, Fremdenhetzer, Hungermacher, Flüchtlingsmörder, Sachzwangprediger, Sparneurotiker, Finsternishändler. Lasst euer Geschwafel vom Ende der Politik stecken: Wir machen gerade Politik. Neue Politik. Politiker und Wirtschaftsführer mimen Normalität. Tatsächlich aber sprachen sie dieses Jahr am WEF in Davos nicht mehr von der „drohenden Rebellion“, sondern vom „laufenden Aufstand“. Sie sehen, dass sich viele Bürgerinnen und Bürger von den alten Parteien nicht mehr vertreten fühlen. Die noch immer mottende Krise von 2008 wirkt nach. Sie war der krachende Konkurs der neoliberalen Politik. Doch es kam keine andere. Im Gegenteil: Die Besitzenden, die Banker und Aktionäre setzten einen noch verschärften Neoliberalismus durch. Der soll notfalls autoritär durchgesetzt werden, per Ausnahmezustand und mit einer neuen Einheitspartei, (…). Oliver Fahrni.
Work online, 29.6.2017.
Personen > Fahrni Oliver. Frankreich. Regierung. Work, online, 2017-06-29.
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29.06.2017 England
Frankreich
Portugal
Spanien
Personen
Work
Ralph Hug
Opposition
Rebellion
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Die Revolution von unten rollt. Grossbritannien, Frankreich, Spanien, Portugal und den USA. Ein Gespenst geht um: die Linke. Lange totgesagt, ist sie wieder da, bewegt die Massen und bringt die Verhältnisse zum Tanzen. Eine andere Welt scheint möglich, diesmal konkret. Sie hat schon begonnen. Wer sind die Akteure? Was wollen sie, und wie weit sind sie? Work wirft Schlaglichter auf die leisen Revolutionen von unten in Grossbritannien, Frankreich, Spanien, Portugal und den USA. In Athen ist die Linke an der Macht. Das Bündnis Syriza regiert seit zweieinhalb Jahren. Doch Premier Alexis Tsipras steckt im Würgegriff der EU. Er muss auf Geheiss der Euro-Finanzelite Renten kürzen und Häfen verkaufen. Was nützt es also, wenn die Linke die Macht übernimmt, dann aber ohnmächtig bleibt? Der Fall zeigt, dass es mit Wahlerfolgen nicht getan ist. Die alten Machtnetze sind noch da. Aber in Demokratien sind Erfolge an der Urne die Voraussetzung für einen grundlegenden Politikwechsel. Und dafür stehen die Chancen so gut wie lange nicht. Alte Kämpen, junge Aktivisten. Sieben Millionen gaben im April bei den französischen Präsidentschaftswahlen dem Linkssozialisten Mélenchon ihre Stimme. Sie wollen nicht Macron, sondern ein anderes, sozialeres Frankreich. 350‘000 vor allem Junge sind in den letzten zwei Jahren der englischen Labour Party beigetreten. Sie haben genug von der Politik der Konservativen im Dienst der Upperclass. Ihnen leuchtet der Slogan „For the many, not the few“ von Parteichef Jeremy (…). Ralph Hug.
Work online, 29.6.2017.
Personen > Hug Ralph. Frankreich. Rebellion. Work online, 2017-06-29.
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