Gewerkschaftschronik
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Anzahl gefundene Artikel: 249

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30.11.2018 EU
Löhne
Personen
Work
Andreas Rieger
Lohndumping
Volltext
Rahmenabkommen CH–EU: Freie Bahn für Dumper. Jetzt ist die Katze aus dem Sack. Jetzt wissen wir, was die EU-Verhandler beim Rahmenabkommen von der Schweiz verlangen: Nicht nur die Verkürzung der Anmeldefrist bei Entsendungen und die Dezimierung der Kautionen, die vorsorglich hinterlegt werden müssen. Sondern auch eine Reduktion der Lohnkontrollen. Lange wollte man uns weismachen, dass es nur um eine modernere, effizientere Abwicklung von grenzüberschreitenden Aufträgen gehe. Auch FDP-Bundesrat Ignazio Cassis und Chefverhandler Roberto Balzaretti haben diesen Unsinn verbreitet. Doch: Weniger Kontrollen bringen keine Modernisierung, sondern freiere Bahn für Lohndumper. Damit macht sich die EU-Kommission zum verlängerten Arm jener Firmen aus Deutschland und anderswo, welche die Löhne drücken und tricksen wollen. Diese Firmen wollen bei Entsendungen in die Schweiz die Regeln nicht einhalten, die hier gelten. Sie wollen dabei jedoch nicht erwischt werden. Das geht am besten, wenn die Schweizer Kontrollen abgebaut werden. Die Beschissenen wären die Arbeitnehmenden. Dass die Vertreter der EU sich für solches hergeben, ist unverschämt. Dabei geht es ihnen nicht nur um die Schweiz. Der EU-Chefbeamte Joost Korte sagte es mir in Brüssel direkt ins Gesicht: „Wenn wir eure Lohnschutzmassnahmen akzeptieren, wollen andere Länder ähnliches.“ Effektiv haben die deutschen Zöllner, die Lohn- und Sozialdumping bekämpfen sollen, die Situation nicht richtig im Griff. Und die Österreicher werden des Dumpings im Burgenland nicht mehr Herr. Auch (…). Andreas Rieger.
Work online, 30.11.2018.
Personen > Rieger Andreas. EU. Lohndumping. Work online, 2018-11-30.
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20.11.2018 Schweiz
Personen
Regierung Schweiz
SGB
Paul Rechsteiner
Lohndumping
Regierung Schweiz
Volltext
Aussenminister Cassis ist ein Risiko für die Schweiz. SGB-Präsident Paul Rechsteiner: „Lohnschutz ist kein Hindernis, sondern die Voraussetzung für die Fortsetzung des bilateralen Wegs.“ Seit Tagen erleben wir jetzt wieder einen Aussenminister Cassis, der Mal um Mal zur Preisgabe des schweizerischen Lohnschutzes gegenüber der EU-Kommission auffordert. Besonders extrem in einem Interview in der „Republik“. Hier sind dem freisinnigen Bundesrat offensichtlich alle Sicherungen durchgebrannt. Erinnern wir uns: Fünf Jahre lang, seit die Verhandlungen über ein Rahmenabkommen mit der EU begannen, hat die Schweiz den Schutz der Löhne als rote Linie definiert. Mitte Juni dieses Jahres begann Aussenminister Cassis mit seinen Attacken gegen den schweizerischen Lohnschutz. Im Verbund mit Chefunterhändler Balzaretti und Wirtschaftsminister Schneider-Ammann. Und immer wieder liefen sie mit ihren Attacken auf. Der schweizerische Lohnschutz ist nicht verhandelbar. Wo sie Gelegenheit dazu haben, behaupten die freisinnigen Bundesräte und ihre politischen Adlaten nichtsdestotrotz, der Lohnschutz der EU sei mit dem schweizerischen vergleichbar. Wenn der EU-Lohnschutz tatsächlich gleich gut wäre wie derjenige der Schweiz: Weshalb wollen sie dann wesentliche Teile unseres erfolgreichen Schutzsystems herunterfahren, mit dem erklärten Zweck, den Marktzugang für EU-Firmen zu erleichtern? Auf diese einfache Frage haben die Lohnschutz-Ausverkäufer keine Antwort. Wer dennoch entgegen (…).  Paul Rechsteiner.
SGB, 20.11.2018.
Personen > Rechsteiner Paul. Lohnschutz. Ignazio Cassis. SGB, 2018-11-20.
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16.11.2018 Schweiz
Europäischer Gerichtshof
Personen
Work
Clemens Studer
Lohndumping
Volltext
Neues Urteil des EU-Gerichtshofes zeigt: SGB-Chef Rechsteiner hatte recht. Wie wichtig es ist, dass die flankierenden Massnahmen nicht Teil eines Rahmenvertrages mit der EU werden, zeigt jetzt ein Urteil. Österreich hat ein Problem mit Lohn- und Sozialdumping durch ausländische Firmen. Auf dem Bau geschäfteten im ersten Halbjahr 2018 fast 50 Prozent der sogenannten Entsendeunternehmen unsauber. Dafür gibt's auch in Österreich Bussen. Damit diese nicht einfach im Papierkorb der Lohndumper landen. konnten die Behörden bislang eine Kaution verlangen. Die funktionierte so: Der Auftraggeber konnte verpflichtet werden. einen Teil der Rechnungssumme auf ein Behördenkonto einzuzahlen. bis sichergestellt war. dass die ausländische Firma sauber geschäftet hatte. Die Regelung hat jetzt der Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) gekippt. Sie sei „unverhältnismässig“. Josef Muchitsch, Chef der Gewerkschaft Bau-Holz, sagt dazu: „Mit dieser Entscheidung wird der Anreiz für Lohn- und Sozialdumping noch weiter gestärkt.“ Gegen rote Linien. Das Urteil gegen Österreich zeigt, wie zentral es ist, dass die flankierenden Massnahmen zur Personenfreizügigkeit nicht Teil eines Rahmenabkommens mit der EU werden. Kurzer Blick zurück: Im Sommer lancierte FDP-Bundesrat Ignazio Cassis einen Angriff auf die flankierenden Massnahmen und verletzte damit die roten Linien des Gesamtbundesrates. Der pfiff Cassis zwar zurück, beauftragte aber gleichzeitig Johann Schneider-Ammann, mit den (....). Clemens Studer.
Work, 16.11.2018.
Personen > Studer Europäischer Gerichtshof. Lohnschutz. Work, 2018-11-16.
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08.08.2018 Schweiz
Personen
SEV Schweiz
Giorgio Tuti
Lohndumping
Transport
Volltext
Kein Abbau der Flankierenden Massnahmen zum Schutz der Schweizer Löhne! GAV und Kontrollen gegen Dumping: Beispiel Strassentransport. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) hat am 8. August an einer Medienkonferenz klargestellt, dass er an den von Bundesrat Schneider-Ammann geplanten Verhandlungen zu den Flankierenden Massnahmen nicht teilnehmen wird. Denn Schneider-Ammann ist offenbar bereit, den Schweizer Lohnschutz nicht nur zu schwächen, sondern der EU-Kommission und dem Europäischen Gerichtshof eine Mitsprache dabei einzuräumen. Giorgio Tuti, Präsident SEV und Vizepräsident SGB, erklärte, warum der Lohnschutz zum Beispiel beim Strassentransport auf keinen Fall geschwächt werden darf. Redetext von Giorgio Tuti an der SGB-Medienkonferenz (es gilt das gesprochene Wort): Im Strassengütertransport herrscht international ein erbitterter Wettbewerb. Umso wichtiger, dass die in der Schweiz geltenden Schutzbestimmungen dort nicht aufgeweicht werden. Nur so können einheimische Transport- und Logistikunternehmen auf dem Markt bestehen, ohne ihre Mitarbeitenden auszubeuten. Ein Blick hinter die Kulissen des liberalisierten Europäischen Verkehrsmarkts enthüllt, dass es in ganz Europa bei den Sozial- und Arbeitsstandards abwärts geht. Grenzenlose Mobilität führt zu grenzenloser Ausbeutung. Die Entwicklungen in der Transportwirtschaft sind ein bitteres Beispiel dafür, welche Konsequenzen uneingeschränkter Wettbewerb und eine fehlende soziale Integration für die
SEV > Lohndumping. Strassenransport. SEV, 2018-08-08.
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01.06.2018 Schweiz
Unia Schweiz
Zalando

Lohndumping
Volltext
Skandalöse Zustände bei den Schweizer Zulieferern von Zalando. Unia reicht Petition gegen Lohndumping von Zalando in der Schweiz ein. Die Gewerkschaft Unia fordert mit einer Aktion und Petition bessere Arbeitsbedingungen bei den Zalando-Subunternehmen in der Schweiz. Denn Arbeit auf Abruf, Temporärarbeit und Gesundheitsschäden sind gang und gäbe bei den Schweizer Unternehmen, die mit der Bearbeitung der Retouren von Zalando beauftragt sind. Die Unia hat gestern eine Petition mit über 2‘000 Unterschriften an die Direktion von Zalando in Berlin abgeschickt. Die Unia prangert die miserablen Arbeitsbedingungen bei Schweizer Subunternehmen an, die mit der Bearbeitung der Retouren beauftragt sind. Da Zalando in der Schweiz keine direkte Adresse hat, organisierte gestern eine Delegation der Gewerkschaft Unia vor dem Logistikzentrum in Lahr in Deutschland eine Protestaktion. Die Gewerkschaftsdelegation hat der internationalen Direktion in Berlin eine Petition mit über 2‘000 Unterschriften abgeschickt und darin korrekte Arbeitsbedingungen und anständige Mindestlöhne für die Angestellten der Subunternehmer von Zalando gefordert. Prekäre Verträge. Die Firmen MS-Direct und Ingram Micro bedienen sich beide extrem prekärer Verträge. Weit verbreitet sind bei den Firmen die Arbeit auf Abruf, befristete Verträge, Temporärarbeit, Stundenlöhne, gesundheitliche Beeinträchtigungen und die Überwachung der Angestellten mit Hilfe neuer Technologien. (…).
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 1.6.2018.
Unia Schweiz > Zalando. Lohndumping. Unia Schweiz, 2018-06-01.
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05.05.2018 Schweiz
Gartenbau
JardinSuisse
Unia Schweiz

Lohndumping
Volltext
Neuer GAV muss endlich Verbesserungen bringen. Offener Brief der Gärtner/innen: Raus aus der Tieflohnzone! Die gewerkschaftlich aktiven Gärtner/innen haben an ihrer heutigen Berufskonferenz in Bern einen offenen Brief an JardinSuisse verabschiedet: Der neue Gesamtarbeitsvertrag (GAV) muss echte Verbesserungen statt Scheinlösungen garantierten. Dumping-Löhne müssen endlich der Vergangenheit angehören. Um ihren Standpunkt zu bekräftigen, haben die Gärtner/innen zum Abschluss ein grosses trojanisches Pferd durch die Berner Innenstadt gezogen. An ihrer heutigen Berufskonferenz haben 50 Gärtnerinnen und Gärtner aus der ganzen Deutschschweiz die Situation in ihren Betrieben sowie in der Branche intensiv debattiert. Trotz oder gerade wegen der Vielfalt in der grünen Branche sind sich die Delegierten einig: Es braucht bessere Arbeitsbedingungen – fünf Wochen Ferien, ein anständiges Modell der Frühpensionierung und ein Ende der Dumping-Löhne in der Branche. Verbesserungen statt leere Image-Kampagne. Aktuell erarbeitet JardinSuisse einen neuen Gesamtarbeitsvertrag – die Mehrheit der Arbeitnehmenden schliesst der Verband aber von den Verhandlungen aus. Deshalb warnen die Gärtner/innen: „Wir arbeiten hart und leisten qualifizierte Arbeit. Wir wollen nicht länger mit Scheinlösungen abgespiesen werden, damit JardinSuisse das angeschlagene Image der Branche aufwerten kann“, (…).
Unia Schweiz, Medienmitteilung. 5.5.2018.
Unia Schweiz > Dumpinglöhne. Gartenbau. Unia Schweiz, 2018-05-05.
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03.03.2018 BE Kanton
GKB
Initiativen Bern

initiative
Lohndumping
Subunternehmen
Volltext
Volksinitiative für fairen Wettbewerb und zum Schutz von Gewerbe und Beschäftigten im Kanton Bern. Fairness im Wettbewerb stärken - Subunternehmerketten einschränken Subunternehmerketten bei öffentlichen Aufträgen untergraben den fairen Wettbewerb. Statt eigener Leistungen zu erbringen, geben viele Unternehmen einen gewonnenen Auftrag gegen eine finanzielle Abgeltung an andere Unternehmen weiter. Auf jeder Stufe werden Mittel abgezweigt auf Kosten der Unternehmen und ihrer Beschäftigen, die am Ende den Auftrag ausführen. Diese Auftrags-Weitergabe über mehrere Stufen ist unfair und soll eingeschränkt werden. Die Aufträge der öffentlichen Hand. Das öffentliche Beschaffungswesen ist mit einem jährlichen Auftragsvolumen von 1,5 Milliarden Franken ein wichtiger Auftraggeber für Unternehmen im Kanton Bern. Dieses Volumen sichert zahlreiche Arbeitsplätze. Die Vorbildrolle der öffentlichen Hand. Der Kanton, die Gemeinden, öffentliche Unternehmen sowie Organisationen, die zu mehr als 50 Prozent aus Mitteln der öffentlichen Hand finanziert werden, haben bei der Vergabe von Aufträgen eine Vorbildrolle einzunehmen. Fairer Wettbewerb zum Schutz des Gewerbes. Werden Aufträge über Submissionsketten weitergereicht und am Ende zum Billigtarif ausgeführt, werden einheimische Unternehmen von den öffentlichen Ausschreibungen faktisch ausgeschlossen. Sie können mit den angebotenen Preisen nicht mithalten. Keine Tieflöhne am Ende der Ketten. (…).
GKB, 3.3.2018.
GKB > Subunternehmen. Initiative. GKB, 2018-03-03.
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02.02.2018 Schweiz
Personen
Work
Zalando
Christian Egg
Lohndumping
Volltext
Zalando
Das Zalando-Subunternehmen arbeitet auch für Coop und die UBS. MS Direct: Neue Tricks und faule Ausreden. MS Direct ist berüchtigt als Subunternehmen für den Internethändler Zalando. Jetzt kommt aus: die Firma behandelt auch die Callcenter-Angestellten schlecht. Nur gerade 17 Franken Stundenlohn und exakt 80 Sekunden Zeit, um ein Zalando-Kleidungsstück zu reinigen, korrekt zusammenzufalten und wieder zu verpacken: Unter diesen Bedingungen arbeiten etwa 120 Angestellte in der Ostschweiz (Work berichtete). Ihr Arbeitgeber ist nicht der Internethändler Zalando, sondern die Schweizer Firma MS Direct. Sie betreibt auch Callcenter, etwa für Coop oder die Grossbank UBS. Nach dem Work-Artikel meldeten sich mehrere ehemalige Angestellte des Callcenters in Feldmeilen am Zürichsee. Ihre Berichte zeigen: MS Direct zahlt nicht nur miese Löhne. Die Firma versucht auch mit allerlei Tricks und Ausreden, den Angestellten Lohn vorzuenthalten. Noch 3’400 Franken Lohn. Zum Beispiel Barbara Steck*. Für die Arbeit im Callcenter bekam sie 4150 Franken brutto. Doch nach drei Jahren beschied ihr die Firma, man werde sie künftig nur noch im Stundenlohn beschäftigen. „Sie sagten mir: Entweder du unterschreibst das, oder du kannst gehen.“ Rund 22 Franken verdiente sie ab dann in der Stunde. Ferien- und Feiertagsentschädigung schon mitgerechnet. Aber anders als vorher wurde sie nicht mehr zu hundert Prozent beschäftigt. Oft sei sie schon mitten am Nachmittag heimgeschickt worden, sagt sie zu Work. „Oder ich machte Mittagspause, (…).  Christian Egg.
Work online, 2.2.2018.
Personen > Egg Christian. Zalando. Work online, 2018-02-02.
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14.12.2017 ZH Kanton
Löhne
Personen
SVP
Work
Ralph Hug
Baudirektion
Lohndumping
Volltext
SVP-Baudirektor deckt Lohnklau. Lohndumping auf Baustelle des Zürcher Unispitals. Bei den Zürcher Kantonsbehörden sieht der Kampf gegen Lohndumping so aus: Fall weitermelden, Deckel zu. Verantwortlich: SVP-Regierungsrat Markus Kägi. Tatort Technikzentrale im Unispital Zürich. Vier polnische Arbeiter werden auf dieser Baustelle um den Lohn betrogen und merken es. Sie schalten die Unia ein. Heraus kam, wie Lohndumping heute funktioniert. Die Luzerner Sanitärfirma Schmid Amrhein AG hatte sich vom Kanton einen 3-Millionen-Auftrag ergattert und Arbeiten an eine polnische Firma aus Swiebodzice mit einer Briefkasten-Zweigstelle im zürcherischen Kollbrunn weitergegeben. Diese wirbt Büezer in Polen an und schleust sie dann in die Schweiz. Doppelte Verträge. Auf den polnischen Verträgen ist ein Stundenlohn von 14,50 Euro vermerkt, auf den offiziellen Dokumenten allerdings 22 Franken. So sieht alles korrekt aus. Denn dieser Lohn entspricht dem Gesamtarbeitsvertrag Gebäudetechnik. Das Geld gab’s für die polnischen Kollegen zu Hause in Krakau bar auf die Hand – teils in Euro, teils auch in polnischen Złoty. Aber zu wenig, wie sie klagen. Unia-Expertin Christa Suter weiss: „Die Arbeitsrapporte und Lohnabrechnungen weisen viel weniger Stunden auf, als tatsächlich gearbeitet wurden.“ Die Polen schufteten während sechs Tagen mindestens 8 bis 9 Stunden auf der Baustelle. Die Abrechnungen waren jeweils in Deutsch abgefasst. Die Büezer verstanden nicht, was sie unterschrieben. Bei der behördlichen Kontrolle (…).  Ralph Hug.
Work online, 14.12.2017.
Personen > Hug Ralph. Dumpinglöhne. Baudirektion ZH Kanton. Work, 2017-12-14.
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07.12.2017 China
Apple
Personen
Vorwärts
Tarek Idri
Apple
Arbeitsbedingungen
Lohndumping
Volltext
Zwangsarbeit für Apple. In chinesischen Apple-Zulieferbetrieben werden die Rechte der ArbeiterInnen massiv verletzt. Studierende von Fachhochschulen werden unter dem Vorwand von „Praktika“ als Billig-Arbeitskräfte missbraucht. Der Apple-Konzern, das „wertvollste“ Unternehmen der Welt, lässt seine elektronischen Geräte grösstenteils in Taiwan und China herstellen. Seit 2010 hat der Konzern begonnen, seine Fabriken in Gegenden mit tieferen Arbeitskosten zu versetzen. Foxconn, das grösste Subunternehmen von Apple, verlegte beispielsweise seine Hauptproduktionsstätte von Shenzhen in die weniger entwickelte Stadt Zhengzhou. Manchmal werden die Fabriken auch in ärmere asiatische Länder wie Vietnam oder Malaysia ausgelagert. Dieser Wechsel hat sich in den letzten Jahren verstärkt, da sich die Arbeitsbedingungen im küstennahen China verbessert haben. Das Herstellungszentrum für die Apple Watch, die Apple-Uhr, befand sich in einer Stadt an der Küste bei Shanghai. 2016 wurde die Produktion in die Binnenstadt Chongqing verlegt. Die Arbeitsrechte sind im Innern Chinas schlechter im Vergleich zu den Küstenregionen, entsprechend sind die Löhne tiefer und die ArbeiterInnen weniger gut geschützt. “Nichts gelernt”. Ein Bericht der Studierendenorganisation Sacom aus Hongkong deckte vor Kurzem auf, wie Quanta Computer, der exklusiv die Apple Watch herstellt, studentische PraktikantInnen ausbeutet - mit 12-Stundentagen und SchülerInnen ab 16 Jahren. Die StudentInnen berichten, dass sie ohne (…). Tarek Idri.
Vorwärts, 7.12.2017.
Personen > Idri Tarek, China. Apple. Dumpinglöhne. Vorwärts, 2017-12-07.
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01.12.2017 Stettfurt TG
Personen
Work
Ralph Hug
Lohndumping
Prozess
Volltext
Bezirksgericht Frauenfeld bestätigt: Multimillionär Baha ist ein Lohndumper. Schlossherr Christian Baha ist vor Gericht abgeblitzt: ein Sieg für die Unia. Work und die Unia dürfen den Wiener Multimillionär Christian Baha als Lohndumper und Finanzspekulanten bezeichnen. Das Bezirksgericht Frauenfeld hat seine Klage wegen Persönlichkeitsverletzung abgelehnt. Der Fall geht auf den Streit um das Schloss Sonnenberg in Stettfurt TG zurück, das Baha besitzt und renoviert (Work berichtete). Dort hatte er polnische Arbeiter zu Tieflöhnen beschäftigt. Er zahlte ihnen Bruttolöhne von 2940 bis 2970 Franken und zog für Kost und Logis in einem 17,4 Quadratmeter grossen Container noch je 180 Franken ab. Aus internen Mails geht hervor, dass Baha den Arbeitern keinesfalls mehr zahlen wollte. Als die Unia das Lohndumping bekannt machte, reagierte Baha mit Klagen und superprovisorischen Verfügungen. Auch gegen Work. Das Gericht kam jetzt zum Schluss, dass die Bauarbeiter auf dem Schloss zwar nicht dem Landesmantelvertrag unterstünden. Dennoch seien die Gehälter „weit weg vom ortsüblichen Lohn“. Das Gericht sah auch eine Fotomontage der Unia mit Christian Baha als Sonnenkönig auf einem Thron als nicht ehrverletzend an, da es sich um eine satirische Darstellung handle. Das Urteil des Bezirksgerichtes ist noch nicht rechtskräftig. Mit Foto.
Ralph Hug.
Work, 1.12.2017.
Personen > Hug Ralph. Lohndumping. Prozess. Work 2017-12-01.
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01.12.2017 Arbon
Personen
Work
Zalando
Vania Alleva
Lohndumping
Volltext
Zalando
Zalando-Löhne: „Einfach unanständig“ sagt Unia-Chefin Vania Alleva. „Wenn ich im Schuhgeschäft ein Paar Schuhe anprobiere, und sie passen mir nicht, stelle ich sie einfach ins Regal zurück. Wer bei Zalando Schuhe online bestellt, und sie passen nicht, kann sie zurückschicken. Das ist zwar nicht ganz so einfach, aber immerhin ebenfalls gratis. Gratis? Nicht ganz. Arbeiterinnen müssen die Retouren nämlich sorgfältig kontrollieren, reinigen und neu verpacken. Für Zalando erledigt das die Firma MS Direct AG, neuerdings in der ehemaligen Saurer-Halle in Arbon TG. Über 100 MS-Direct-Angestellte bewältigen dort, in der sogenannten Textilstrasse, seit Oktober die Rücksendungen. Es sind vor allem Frauen. Der grosse Haken. Über die neuen Arbeitsplätze freuen sich die lokalen Behörden. Die Arbeit stelle eine Chance für viele dar, die sonst auf der Sozialhilfe sitzenbleiben würden, meint etwa die Abteilung Soziales bei der Stadt Arbon. Das tönt ja nett, hat aber einen Haken - sogar einen ziemlich grossen. Damit das Zalando-Geschäftsmodell trotz der vielen Retouren rentiert und damit auch MS Direct sich eine schöne Scheibe Profit vom Onlinehandel abschneiden kann, muss jemand untendurch. Das sind nicht die Onlinekundinnen und -kunden. Würden sie nämlich fürs Retournieren zahlen müssen, gingen sie vermutlich wieder ins Schuhgeschäft. Untendurch müssen die Arbeiterinnen von MS Direct. Und zwar zünftig: Sie arbeiten zwar nicht ganz gratis, aber mehr als ein Hungerlohn sind diese 16 Franken 50 bis 17 Franken die Stunde auch nicht. Judith Müller, die stellvertretende Leiterin des Amtes für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Thurgau, hält diesen Lohn zwar für „üblich“. (…).
Vania Alleva.
Work, 1.12.2017.
Personen > Alleva Vania. Zalando. Dumpinglöhne. Work, 2017-12-01.
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30.11.2017 Arbon
Personen
Work
Zalando
Daniel Lampart
Lohndumping
Volltext
Zalando
Zalando und Amazon: Hohe Umsätze, skandalös tiefe Löhne. Viele Leute denken bei der Digitalisierung an eine Zukunft mit Robotern und neuen, „intelligenten“ Computern. Wer weiss, vielleicht werden diese tatsächlich kommen. Die grossen Veränderungen geschehen heute aber über das Internet. Das Internet beschleunigt vor allem die Internationalisierung der Wirtschaft. Besonders eindrücklich ist das beim Onlinehandel. In wenigen Jahren haben sich Zalando und Amazon als Nummer zwei und drei hinter Digitec/Galaxus im Schweizer Onlinehandel etabliert. Zalando machte 2016 in der Schweiz einen Umsatz von schätzungsweise 534 Millionen Franken. Im laufenden Jahr dürfte der Online- Kleider- und -Schuhhändler in der Schweiz sogar den Kleiderkonzern H&M einholen und einen Marktanteil von rund 5 Prozent erreichen. Dabei beschäftigen Zalando und Amazon kaum Personal in der Schweiz. Die Schweiz wird aus Vertriebszentralen in den umliegenden Ländern beliefert. Einzig bei den Retouren gibt es neuerdings Stellen. So hat Zalando vor wenigen Tagen bekanntgegeben, dass in Arbon 100 Stellen mit einem skandalös tiefen Einstiegslohn von 16 Franken 50 pro Stunde geschaffen werden. Die Arbeitsbedingungen in den ausländischen Verteilzentralen entsprechen erst recht nicht den Schweizer Standards. Gemäss Presseberichten soll Zalando im süddeutschen Logistikzentrum in Lahr einen Einstiegslohn von 12.67 Euro pro Stunde zahlen. Bei Amazon liegt der minimale (…). Daniel Lampart.
Work online, 30.11.2017.
Personen > Lampart Daniel. Zalando. Lohndumping. Work, 2017-11-30.
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30.11.2017 Stettfurt TG
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Lohndumping
Prozess
Volltext
Sagen, was ist. Multimillionär Christian Baha (48) aus Wien mit Wohnsitz im steuergünstigen Monaco mag keine negativen Schlagzeilen. Ein Wort zu viel – und schon hat man einen Prozess am Hals. Der Österreicher, der den Muskel- und Landsmann Arnold Schwarzenegger seinen Freund nennt und selbst schon als Amateurschauspieler in Blockbustern wie „Transformers 3“ auftrat, kann Wahrheit nicht ertragen. Als Work im Mai 2016 über polnische Arbeiter und Tieflöhne auf der Baustelle von Schloss Sonnenberg in Stettfurt TG berichtete, war der Schlossherr not amused und erwirkte sofort ein superprovisorisches Verbot. Er liess der Unia verbieten, seine Tieflöhne als das zu bezeichnen, was sie sind: Lohndumping. Jetzt ist Baha vor Gericht abgeblitzt. Ein schöner Erfolg für die Unia. Zwar ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. Erstinstanzlich dürfen wir den feinen Herrn aber offiziell „Lohndumper“ nennen und „Finanzspekulant“. Lohndumper deshalb, weil die von Baha bezahlten Löhne „weit weg vom ortsüblichen Lohn“ seien. Und Finanzspekulant drum, weil der Mann sein Geld schliesslich mit risikobehafteten Gewinnen gemacht habe. Das ist Musik! Und weil’s so gut tut, grad nochmals erstinstanzlich: Lohndumper, Lohndumper, Lohndumper!. Wohltat. Es gibt sie also doch: Gerechtigkeit. Nicht immer können die Grossen mit den Millionen ihre Kritikerinnen und Kritiker mit Klagen mundtot machen. Auch so eine Wohltat: Wir dürfen die Führerin des rechtsextremen Front national „Faschistin“ nennen. Das hat ein Pariser Gericht (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 30.11.2017.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Lohndumping. Prozess. Work online, 2017-11-30.
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30.11.2017 St. Gallen
Personen
Work
Zalando
Christian Egg
Arbeitsbedingungen
Lohndumping
Volltext
Zalando
Zalando Schweiz: Eine Ex-Arbeiterin packt aus. 16 Franken 50 pro Stunde. Teuflischer Druck, klamme Finger und unanständige Löhne: So musste Maria B.* in St. Gallen Zalando-Retouren bearbeiten. Die Zalando-Pakete kommen aus Deutschland. Doch der Onlineriese beschäftigt auch Arbeiterinnen in der Schweiz. In St. Gallen liess er die Firma MS Direct jene Kleider reinigen und sortieren, die die Schweizer Kundschaft zurückschickt. Maria B. arbeitete ein Jahr dort und erinnert sich: Es war eine Lagerhalle mit Betonboden, wir mussten die ganze Zeit stehen. Und wir froren. Im Winter gab es Durchzug, weil die Tore für die Lastwagen immer offen stehen mussten. Wir hatten zwar vier Heizlüfter, aber in Betrieb waren immer nur zwei. Wir arbeiteten alle mit Winterschuhen und Handschuhen. Einmal reklamierten wir wegen der Kälte bei den Chefs, wir sagten, wir würden die ganze Zeit frieren, aber das interessierte die nicht. Mit einem Kleiderroller mussten wir alle Artikel reinigen, um Haare und Staub zu entfernen. Dann die Kleider korrekt zusammenfalten und in Säcke verpacken. 45 Kleidungsstücke pro Stunde war die Vorgabe. Das macht 80 Sekunden pro Stück. Das Computersystem misst laufend, wer wie schnell ist. Alle zwei Stunden kam die Schichtleiterin zu mir und sagte: ‚Dein Durchschnitt ist unter 45 pro Stunde, du musst mehr Gas geben!‘ Wenn ich auf die Toilette musste, fiel mein Schnitt noch tiefer. Da fing ich an, während der Arbeit weniger zu trinken, damit ich nicht mehr so oft aufs WC muss. Manchmal gab es eine (…). Christian Egg.
Work online, 30.11.2017.
Personen > Êgg Christian. Zalando. Dumpinglöhne. Work online, 2017-11-30.
Ganzer Text
29.11.2017 Schweiz
Löhne
Unia Schweiz

Lohndumping
Prozess
Volltext
Die Unia setzt vehement gegen Lohndumping ein. Notwendiges Zeichen: Unia darf Lohndumping beim Namen nennen! Die Unia setzte sich aktiv gegen Tiefstlöhne auf dem Schloss Sonnenberg in Stettfurt ein und kritisierte die Dumpinglöhne. Hauptverantwortlicher der Lohndrückerei ist der österreichische Multimillionär Christian Baha. Die Unia habe dies zu Recht angeprangert, entschied das Bezirksgericht Frauenfeld am 29. November. Nach einem erfolglosen Baustellenbesuch beim Umbau des Schlosses Sonnenberg in Stettfurt (TG) hatte die Unia den Schlossbesitzer Baha in einem Flyer angeprangert. Er hatte 33 Bauarbeiter krass unter den gesamtarbeitsvertraglichen Mindestansätzen und den orts- und branchenüblichen Löhnen angestellt. Das Gericht hat nun entschieden: Die Unia darf Baha als „Lohndumper“ und „Finanzspekulant“ bezeichnen und auch weiterhin eine Fotocollage verwenden, die ihn mit angebrannter Krone auf einem Thron sitzend vor Sonnenberg zeigt. Gemeinsam für gute Arbeitsbedingungen
Unia Schweiz, 29.11.2017.
Unia Schweiz > Lohndumping. Prozess. Unia Schweiz, 2017-11-29.
Ganzer Text
15.05.2017 Schweiz
Avenir-Suisse
Unia Schweiz

Lohndumping
Personenfreizügigkeit
Volltext
Weltfremder Bericht von Avenir Suisse zu den Flankierenden Massnahmen. Flankierende Massnahmen stärken statt schwächen. Die Frontalattacke von Avenir Suisse auf die Flankierenden Massnahmen (FlaM) ist ein direkter Angriff auf ein zentrales Instrument zum Schutz der Lohn- und Arbeitsbedingungen in der Schweiz. Den FlaM ist es zu verdanken, dass die Personenfreizügigkeit und damit die bilateralen Beziehungen zur EU breit akzeptiert sind. Damit dies so bleibt und die in der Schweiz geltenden Arbeitsbedingungen auch in Zukunft geschützt bleiben, dürfen die FlaM nicht ab-, sondern müssen vielmehr ausgebaut werden. Auf Druck der Gewerkschaften wurden 2004 die Flankierenden Massnahmen zur Personenfreizügigkeit eingeführt. Diese war ein wichtiger migrationspolitischer Fortschritt, der dem unwürdigen Saisonnierstatut ein Ende setzte. Die Personenfreizügigkeit wird aber nur akzeptiert, wenn gleichzeitig die in der Schweiz geltenden Lohn- und Arbeitsbedingungen vor Dumping geschützt sind. Wenn das die neoliberale Denkfabrik Avenir Suisse nicht einsehen will, ist das weltfremd und schädlich. Arbeitnehmende unter Druck. Wenn Avenir Suisse die erleichterte Allgemeinverbindlichkeit von GAV und damit das Instrumentarium der Mindestlöhne angreift, öffnet sie dem Lohndumping Tür und Tor. Hierzulande geht es beispielsweise der Bauwirtschaft sehr gut, doch in vielen europäischen Ländern geht die Bautätigkeit zurück. Entsprechend steigt das Risiko, dass skrupellose Unternehmer Arbeitnehmende zu (…).
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 15.5.2017.
Unia Schweiz > Avenir.Suisse. Flankierende Massnahmen. Unia Schweiz, 2017-05-15.
Ganzer Text
12.05.2017 Schweiz
Löhne
Personen
SGB
Daniel Lampart
Arbeitsplatzkontrolle
Lohndumping
Volltext
Lohndruck verhindern – Lücken schliessen! Flankierende Massnahmen. Mit den Flankierenden Massnahmen verfügt die Schweiz grundsätzlich über ein mächtiges Werkzeug um Lohndruck zu bekämpfen. Doch der heute veröffentlichte Seco-Bericht zum Vollzug der Flankierenden Massnahmen im Jahr 2016 zeigt, dass der Handlungsbedarf gross ist. Trotz Missbräuchen: viele Firmen bleiben ungestraft. Im vergangenen Jahr wurden in der Schweiz mehr als 40'000 Kontrollen durchgeführt. Dabei haben die Kontrolleure bei mehr als 8000 Firmen zu tiefe Löhne festgestellt! In Branchen mit gesetzlich verbindlichen Mindestlöhnen in allgemeinverbindlichen Gesamt- oder Normalarbeitsverträgen werden diese Firmen gebüsst. Doch rund die Hälfte der Branchenlöhne ist nicht durch solche Mindestlöhne geschützt. Im Dumpingfall erhalten diese Firmen von den Kantonen zwar eine Aufforderung, die Löhne anzuheben. Doch die Mehrheit von ihnen (59 Prozent) foutiert sich darum. Im Gesetz ist vorgesehen, dass Bund und Kantone in solchen Fällen verbindliche Mindestlöhne einführen. Doch abgesehen von nationalen Mindestlöhnen in der Hauswirtschaftsbranche ist in der ganzen Deutschschweiz bisher noch nichts geschehen. Der Kanton Zürich beispielsweise hat sich geweigert, schützende Mindestlöhne im Detailhandel und in der Maschinenindustrie einzuführen, obwohl der Dumpingnachweis klar erbracht war. Lohndumping konsequent bekämpfen. Um Lohndumping zu verhindern, braucht es mehr verbindliche Mindestlöhne. Hier sind (…). Daniel Lampart.
SGB, 11.5.2017.
Personen > Lampart Daniel. Arbeitsplatzkontrolle. Lohndumping. SGB, 2017-05-12.
Ganzer Text
11.05.2017 Schweiz
Löhne
Unia Schweiz

Lohndumping
Seco
Volltext
SECO-Bericht zu den flankierenden Massnahmen macht deutlich: Schwieriges Umfeld erfordert zusätzliche Instrumente. Die flankierenden Massnahmen sind eine wichtige Errungenschaft zum Schutz der Lohn- und Arbeitsbedingungen in der Schweiz. Aufgrund des veränderten wirtschaftlichen Umfelds ist der Druck auf die Löhne gestiegen. Entsprechend müssen die flankierenden Massnahmen angepasst und verbessert werden. Es braucht mehr Mindestlöhne, bessere Instrumente gegen Lohndumping, eine Beschränkung der Subunternehmerketten und einen Ausbau der Kontrollen, so Nico Lutz (GL Unia), am heutigen Point de Presse zum SECO-Bericht zur Umsetzung der flankierenden Massnahmen zur Personenfreizügigkeit. Die Einführung der Personenfreizügigkeit 2004 war migrationspolitisch ein wichtiger Fortschritt, denn sie hat dem unwürdigen Saisonnierstatut ein Ende gesetzt. Für die Gewerkschaft Unia ist aber auch klar: In der Schweiz müssen Schweizer Löhne gelten. Sonst ist die Personenfreizügigkeit in Frage gestellt. Mehr Druck auf den Löhnen. In den vergangenen Jahren ist der Druck auf den Arbeitsmarkt gestiegen. Während in der Schweiz die Bauwirtschaft boomt, ging die Bautätigkeit in vielen europäischen Ländern zurück. Das Risiko, dass skrupellose Unternehmer Arbeitnehmende zu Dumpinglöhnen in der Schweiz arbeiten lassen, hat zugenommen. Es sind oft Subunternehmer, die mit Arbeitnehmenden, die weniger als 90 Tage in der Schweiz arbeiten, die Preise unterbieten und Lohndumping betreiben. Die prekärste Form der Entsendungen – die Meldepflichtigen, die weniger als 90 Tage in der Schweiz arbeiten – hat sich entsprechend seit (…).
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 11.5.2017
Unia Schweiz > Löhne. Flankierende Massnahmen. Unia Schweiz, 2017-05-11.
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09.05.2017 Schweiz
Personen
SGB
Luca Cirigliano
Beschaffungswesen
Lohndumping
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Herkunftsortsprinzip bedeutet Dumping. Gefährlicher Kurswechsel des Bundesrats im öffentlichen Beschaffungswesen. Der Bundesrat will das öffentliche Beschaffungswesen revidieren. Viel Problemgespür zeigt er dabei nicht. Sein Vorschlag, auf das Leistungsortsprinzip zu verzichten, würde zu massiv mehr unlauterem Wettbewerb und Dumping führen. In der Totalrevision des Bundesgesetzes über das öffentliche Beschaffungswesen (BöB) schlägt der Bundesrat einige quere Neuerungen vor. Die gefährlichste: er will das Leistungsortsprinzip durch das Herkunftsortsprinzip ersetzen. Wer ortsübliche Löhne schützen will, setzt auf das Leistungsortsprinzip. Was bedeutet das? Bei diesen beiden Ortsprinzipien geht es darum, welche Arbeitsbedingungen ein Unternehmen einzuhalten hat, wenn es sich um einen öffentlichen Auftrag bewirbt. Beim Herkunftsortsprinzip gelten für den Offerierenden die Bedingungen an seinem Sitz- oder Niederlassungsort. Das Leistungsortsprinzip verlangt die Beachtung der Arbeitsbedingungen, die am Ort der Arbeitsausführung gelten. Beispiel: eine Firma aus dem Tessin, die in Zürich für den Bau einer grossen Halle offeriert, hat beim Leistungsortsprinzip die Löhne von Zürich zu respektieren, beim Herkunftsortsprinzip kann sie mit den Tessiner Löhnen offerieren. Beim Herkunftsortsprinzip sind also Anbieter aus Kantonen mit guten Arbeitsbedingungen im Vergleich zu Anbietern aus "Niedriglohn-Kantonen" schlechter gestellt. Um mithalten zu können, müssten sie eine Verschlechterung der eigenen Arbeitsbedingungen (…). Luca Cirigliano.
SGB, 9.5.2017.
Personen > Cirigliano Luca, Beschaffungswesen. SGB, 2017-05-09.
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31.03.2017 BE Kanton
GKB
Initiativen Bern
Personen
Work
Ralph Hug
Initiative
Lohndumping
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Neue Initiative gegen Lohndumping im Kanton Bern: Stoppt die Lohndrücker! Jetzt hat auch Bern genug vom Lohndumping. Der kantonale Gewerkschaftsbund will eine Volksinitiative starten. Die Stimmung war eindeutig: „Es reicht!“ Mitte März beschloss der Berner Gewerkschaftsbund (GKB), eine kantonale Initiative gegen Lohndumping zu lancieren. Denn die Lohndrückerei grassiert auch im Kanton Bern. Zwei Beispiele: Auf der Grossbaustelle Postparc beim Berner Hauptbahnhof speiste eine Tessiner Firma italienische Arbeiter mit Tieflöhnen von 8 Euro ab. Der Generalunternehmer Steiner AG wusste davon, unternahm aber nichts. Und die Frutiger AG aus Thun wusch ihre Hände in Unschuld, als im Juli 2015 ein Lohnskandal aufflog. Polnische Gipser hatten lediglich 1‘200 bis 1‘600 Franken erhalten. Der korrekte Lohn wäre 4‘800 Franken gewesen. Öffentliche Aufträge. In beiden Fällen waren undurchsichtige Subunternehmerketten am Werk. Bei solchen sind am Schluss der Kette immer Büezer mit Tieflöhnen die Leidtragenden, während alle anderen abkassieren. Für Corrado Pardini sind primär die Generalunternehmen verantwortlich. Der Unia-Industriechef und GKB-Präsident will jetzt solche Ketten brechen. Zumindest bei öffentlichen Aufträgen. Der Entwurf zur kantonalen Initiative sieht vor, dass der Kanton, die Gemeinden und die öffentlichen Unternehmen Arbeiten nur an Firmen vergeben, welche die Gesamtarbeitsverträge einhalten. Und die Weitergabe an Subunternehmen soll nur noch in begründeten Ausnahmefällen möglich sein. Sklavenähnliche Zustände. Fachleute unterstützen den geplanten Vorstoss. So fordert Stefan Hirt, Chefinspektor (…). Ralph Hug.
Work, 31.3.2017.
Personen > Hug Ralph. Lohndumping. Initiative BE Kanton. Work, 2017-04-03.
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01.03.2017 ZH Kanton
Gewerkschaftsbund ZH Kanton
Löhne

Arbeitsplatzkontrolle
Lohndumping
Volltext
AWA verschweigt Zunahme von systematischem Lohndumping. Die Ergebnisse der vom kantonalen Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) durchgeführten Kontrollen belegen die Zunahme von systematischen, missbräuchlichen Unterbietungen der ortsüblichen Löhne im Detailhandel und im Maschinenbau. Der Gewerkschaftsbund des Kantons Zürich (GBKZ) kritisiert, dass die Erkenntnisse über das Ausmass von Lohndumping nicht an die Öffentlichkeit gelangen sollen. Bei den Kontrollen im Jahr 2014 wurden Lohnunterbietungen bei zehn Prozent der kontrollierten Detailhändler und bei 12,1 Prozent der kontrollierten Maschinenbauer festgestellt. Nachdem diese Zahlen Anfang letzten Jahres vom kantonalen Gewerkschaftsbund veröffentlicht wurden, drohte das AWA mit einer Strafanzeige. „Nun haben sich die festgestellten Fälle von Lohndumping in den beiden Branchen mehr als verdoppelt und wieder versteckt sich die Volkswirtschaftsdirektion hinter dem Amtsgeheimnis“, erläutert GBKZ-Präsident Markus Bischoff. AL-Kantonsrat Bischoff plant deshalb eine Interpellation einzureichen: „Wenn das AWA darauf beharrt, die Kontrollergebnisse als vertraulich zu behandeln, muss eben die Volkswirtschaftsdirektorin Aufschluss über die Geheimniskrämerei in ihrer Verwaltung geben.“
GBKZ, 1.3.2017.
Gewerkschaftsbund ZH Kanton > Lohndumping. AWA. GBKZ, 2017-03-01.
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12.01.2017 Schweiz
Crossrail AG
SEV Schweiz

Crossrail AG
Lohndumping
Volltext
BAV weist Klage der Gewerkschaft des Verkehrspersonals ab. Der SEV akzeptiert die Haltung des BAV im Fall Crossrail nicht. Das Bundesamt für Verkehr hat heute die Klage der SEV abgewiesen. Der SEV forderte seit 2014, dass dem Bahnunternehmen Crossrail der Netzzugang entzogen wird, da Crossrail Löhne zahlt, die weit unter dem branchenüblichen Niveau liegen. Das BAV kommt in seiner Begründung hingegen zum Schluss, Crossrail zahle branchenübliche Löhne. Der SEV stellt sich klar gegen die Definition der Branche, wie sie das BAV vornimmt. Er wird den Entscheid des BAV analysieren und einen Weiterzug ans Bundesverwaltungsgericht prüfen. „Die Definition der Branche, die das BAV macht, stützt sich ausschliesslich auf eine wirtschaftliche Sichtweise“, kritisiert Barbara Spalinger, Vizepräsidentin des SEV und Leiterin des Rechtsdienstes. Der SEV war bereits im Mai 2015 in dieser Sache ans Bundesverwaltungsgericht gelangt. Damals hatte das BAV auf eine Eingabe des SEV entschieden, dass der Güterverkehr nicht eine einzige Branche bilde, sondern zwischen Inlandgüterverkehr und grenzüberschreitendem Güterverkehr zu unterscheiden sei. Beim grenzüberschreitenden Verkehr seien auch die Löhne ausländischer Unternehmen beizuziehen, um den branchenüblichen Lohn festzulegen. Auf den Rekurs des SEV hin entschied das Bundesverwaltungsgericht Ende 2015, das Bundesamt für Verkehr müsse die Branchenüblichkeit für Lokführer im Güterverkehr definieren. (…).
SEV aktuell, Medienmitteilung, 12.1.2017.
SEV > Crossrail. Dumpinglöhne. SEV, 2017-01-12.
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09.12.2016 Schweiz
Post
Syndicom

Lohndumping
Volltext
Bundesrat unsensibel – droht Lohndumping? Strategische Ziele zur Post 2017 - 2020 veröffentlicht. Auch wenn Syndicom mit den Zielvorgaben des Bundesrats für die Post immer noch weitgehend einverstanden ist, werfen einige Änderungen doch sehr grosses Unverständnis hervor. Zudem scheinen Anspruch und Realität in vielen Bereichen auseinanderzuklaffen. Die strategischen Ziele sind grundsätzlich in Ordnung und wir sind froh, dass der Bundesrat darauf pocht, dass die Post „eine fortschrittliche und sozialverantwortliche Arbeitgeberin“ sein soll und dass sie eine „zeitgemässe berufliche Grundausbildung“ anzubieten hat. Droht Lohndumping? Die schönen Worte und die Realität drohen jedoch mehr und mehr auseinanderzuklaffen. Die Post umgeht den GAV zunehmend, indem sie versucht, postalische Dienstleistungen an Subunternehmen in Niedriglohnsegmenten auszulagern. Und gerade in diesem Bereich wurde ein wichtiges Teilziel gestrichen: Das Ziel 4.5 der strategischen Ziele 2013 - 2016 hielt fest, dass die Post „für die Einhaltung branchenüblicher Arbeitsbedingungen durch ihre Subunternehmen sorgt.“ Das zu streichen, ist absolut unverantwortlich, insbesondere bei einem bundeseigenen Betrieb. Der Bundesrat hintertreibt damit die flankierenden Massnahmen und die Bemühungen gegen Dumping im Niedriglohnbereich. Anspruch und Realität. Auch der Anspruch, wonach die Post dem Wandel mit „neuen innovativen Produkten“ begegnen soll, wird bislang nicht erfüllt. Die Post macht das Gegenteil, sie baut im Bereich der Grundversorgung nicht aus, sondern ab. Und auch die Vorgabe des Bundesrats, dass die Post ihre Angebote jederzeit auch noch physisch (…).
Syndicom, 9.12.2016
Syndicom > Post. Lohndumping. Syndicom, 2016-12-09.
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17.11.2016 Stettfurt TG
Unia Ostschweiz-Graubünden

Lohndumping
Submissionswesen
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Miese Löhne auf Sonnenberg. Multimillionär Christian Baha speist Bauhandwerker auf Schloss Sonnenberg mit Nettolöhnen von nicht mal 2500 Franken ab. Jetzt gibt es keine Zweifel mehr: Der schwerreiche Christian Baha zahlt seinen Arbeitern in Stettfurt TG Tiefstlöhne. Multimillionär Baha mag keine Kritik. Wer es dennoch wagt, muss mit Klagen rechnen. Bereits mit vier Anzeigen hat Baha die Unia eingedeckt. Und auch ¨Work. Superprovisorisch liess er über seine Schloss & Gut Sonnenberg AG der Gewerkschaft und ihrer Zeitung verbieten, Tieflöhne als das zu bezeichnen, was sie wirklich sind. Doch jetzt legt die Unia Beweise auf den Tisch. Vier Lohnabrechnungen der Monate Juni, Juli, August und September lassen keine Zweifel mehr offen. Die Bauhandwerker, die auf Schloss Sonnenberg mit Renovationsarbeiten beschäftigt sind, werden mit Tiefstlöhnen abgespeist. 13 Franken Stundenlohn. Laut der Abrechnung beträgt der Bruttolohn 2970 Franken. Üblich sind für einen ungelernten Bauarbeiter Löhne zwischen 4500 und 4800 Franken, für Gelernte 5300 Franken. Dazu wird den Arbeitern 80 Franken für die Unterkunft in Containern und 100 Franken für die Verpflegung abgezogen. Nach allen Abzügen resultiert ein ausbezahlter Lohn von gerade mal 2495 Franken – und das für eine 50-Stunden-Woche. Umgerechnet ergibt das einen Stundenlohn von 13 Franken. Überstunden würden nicht bezahlt, sie seien im Salär enthalten, heisst es im Arbeitsvertrag. In Bahas Diensten gilt zudem der Maulkorb. Der Arbeitnehmer ist „zur strengsten Geheimhaltung aller Geschäfts- und Betriebsgeheimnisse und sonstigen Umstände» verpflichtet. (…). Ralph Hug.
Work online, 17.11.2016.
Personen > Hug Ralph. Dumpinglöhne. Submissionswesen. Work, 2016-11-17.
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