Gewerkschaftschronik
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15.04.2021 Schweiz
DPD
Unia Schweiz

Arbeitsbedingungen
DPD
Volltext
Wegen Missständen bei Paketdienst: 100 Persönlichkeiten fordern: Respekt für DPD-Kurierinnen. Die Arbeitsbedingungen der Paketzusteller*innen von DPD sind miserabel. Das hat der Unia-Report «Das System DPD» im Februar aufgezeigt. Jetzt wenden sich 100 Schweizer Persönlichkeiten an den CEO von DPD Schweiz und fordern Respekt für die Kurier*innen. Die Unia verlangt von DPD sofortige Verhandlungen. Die Missstände bei DPD sind massiv: überlange Arbeitstage, unbezahlte Überstunden, riesiger Stress. Gesetzliche Bestimmungen werden reihenweise nicht eingehalten. Obwohl Hunderte Fahrer*innen von DPD Verhandlungen gefordert haben, weigert sich das Unternehmen, mit den Arbeitnehmenden und der Gewerkschaft Unia an einen Tisch zu sitzen. Stattdessen schiebt DPD die Verantwortung auf die Dutzenden Subunternehmen, die im «System DPD» die direkten Arbeitgeber der Fahrer*innen sind. Ein breiter gesellschaftlicher Aufruf. Jetzt schalten sich rund 100 Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport ein. Sie unterstützen das nationale Komitee der DPD-Fahrer*innen und Logistiker*innen und richten einen offenen Brief an DPD-CEO Tilmann Schultze. Sie fordern, dass der Paketdienst die Gesetze einhält und DPD mit den Kurier*innen und ihrer Gewerkschaft über faire Arbeitsbedingungen verhandelt. Ihre Botschaft ist deutlich: „Gerne nutzen wir die Dienste von DPD, um Pakete nach Hause geliefert zu bekommen. Doch wir wollen, dass die Kurier*innen für ihre Arbeit korrekt entlöhnt und fair behandelt werden.“. Kein Profit mit Dumping. Die Einhaltung der Gesetze, Verhandlungen mit der Gewerkschaft und ein Ende der Repression gegen die Arbeitnehmenden seien «das absolute Minimum, das die Paket-Lieferanten und Logistikerinnen zurecht erwarten», sagt Unia-Präsidentin Vania Alleva, die den offenen Brief initiiert hat. DPD, ein Tochterunternehmen der französischen Post, dürfe nicht mit unlauteren Dumpingmethoden Profite einfahren, bekräftigt Pierre-Yves Maillard, Präsident des Schweizerischen Gewerkschafsbundes und Nationalrat, der Ende März im Parlament eine Interpellation zu den Missständen bei DPD eingebracht hat. Gregor, ein Paketkurier vom Komitee „Respect@DPD“, fügt hinzu: „Momentan können wir uns als Gewerkschafterinnen bei DPD nicht zu erkennen geben, wenn wir unseren Job behalten wollen. Zuerst zahlen sie während Corona hunderttausende von Überstunden nicht – und jetzt will die DPD-Geschäftsleitung nicht einmal mit uns reden? Wir sind dankbar für die öffentliche Unterstützung, und werden uns weiterhin für unsere Rechte einsetzen» Verhandlungen jetzt!. Die Gewerkschaft Unia ist erfreut über den grossen gesellschaftlichen Rückhalt, den die Anliegen der Paketzusteller*innen haben. Sie verlangt von DPD unverzügliche Gespräche darüber, wie die Gesetzesverletzungen beendet werden können. Zudem müssen die Löhne für die in der Vergangenheit geleistete Gratisarbeit den Fahrer*innen nachbezahlt werden.
Für Rückfragen:
Roman Künzler, Verantwortlicher Logistik und Transport Unia
Philipp Zimmermann, Mediensprecher Unia
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 15.4.2021
Unia Schweiz > DPD. Arbeitsbedingungen. Unia, 2021-04-15
26.03.2021 Schweiz
Unia Schweiz

Aktionstag
Pflegepersonal
Volltext
Am 12. Mai ist internationaler Tag der Pflege. Pflegende am Limit: Am 31. Oktober 2020 trafen sich Pflegende auf dem Bundesplatz zu einer grossen gemeinsamen Protest-Aktion. Die Probleme sind spätestens seit der Pandemie allen bekannt: Es herrscht akuter Personalmangel, ihr seid überlastet, werdet krank und viele steigen aus dem Beruf aus. Eure Löhne entsprechen nicht der hohen Verantwortung und Leistung, die ihr täglich erbringt. Macht mit beim Tag der Pflege! Zeigen wir Politik und Arbeitgebern, dass es höchste Zeit ist für gute Arbeitsbedingungen. Auch in Pflegeheimen! Sicherheit, Respekt, Solidarität! Die Pflegenden erwarten jetzt Einen verstärkten Gesundheitsschutz über die Krise hinaus. Investitionen ins Personal: mehr bezahlte Weiterbildungen auf allen Stufen, höhere Stellenschlüssel und mehr Lohn. Eine solidarische, faire Pflegefinanzierung, die gute Arbeitsbedingungen und damit eine gute Pflege überhaupt ermöglicht. Ein klares Ja zur Pflegeinitiative! Mach mit bei der Pflege-Aktion in deiner Region In verschiedenen Regionen der Schweiz organisiert die Unia gemeinsam mit anderen Gewerkschaften und Verbänden Pflege-Aktionen. Natürlich werden wir ein Schutzkonzept einhalten, deshalb können nur angemeldete Personen mitmachen.
Unia Schweiz, 26.3.2021.
Unia Schweiz > Pflegepersonal. Aktionstag. Unia. 2021-03-26.
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23.03.2021 Schweiz
Enics Schweiz AG
Unia Schweiz

Enics Schweiz AG
Entmachtung
Volltext
Medienmitteilung der Gewerkschaften Unia und Syna, von Angestellte Schweiz, des Kaufmännischen Verbands sowie der Personalkommission der Enics Schweiz AG. Entlassungen in der Elektro-Industrie. Enics Schweiz verlagert Produktion ins Ausland. Enics Schweiz AG hat heute bekannt gegeben, dass sie ihren Aargauer Standort aufgeben und die Produktion ins Ausland verlagern will. Bis zu 125 Mitarbeitende verlieren ihre Stelle. Die Arbeitnehmenden-Organisation des Gesamtarbeitsvertrags der Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (GAV MEM) haben von der Absicht der Enics Schweiz AG mit Sitz in Turgi (AG) Kenntnis genommen, die Produktion ins Ausland zu verlagern. Mit der Schliessung des Aargauer Produktionsstandortes bis 2022 verlieren bis zu 125 qualifizierte Arbeitnehmende mit langjähriger Betriebszugehörigkeit ihre Stelle. Darüber hinaus würden 9 Ausbildungsplätze wegfallen. Das kommt auch einer weiteren Schwächung des Industriestandorts Aargau gleich. Echtes Konsultationsverfahren nötig. Im Konsultationsverfahren, welches in den nächsten Tagen beginnt, wird sich die Personalkommission (PeKo) mit der Unterstützung der Arbeitnehmenden-Organisation dafür einsetzen, die Schliessung des Werks zu verhindern und die Arbeitsplätze zu retten. Gerade in der aktuellen Pandemie-Situation ist es entscheidend, dass das Konsultationsverfahren lang genug angesetzt wird, um eine echte Mitsprache der Betroffenen sicherzustellen (mindestens bis zum 31. Mai 2021). Die Gewerkschaften, die Angestelltenverbände und die Personalkommission appellieren auch an die kantonalen Behörden, sich entschieden für die bedrohten Arbeitsplätze und den Industriestandort Aargau einzusetzen.
Für Rückfragen:
Unia: Matteo Pronzini, Mitglied Sektorleitung Industrie
Syna: Nico Fröhli, Zentralsekretär
Angestellte Schweiz: Wera Wollenmann, Sozialpartnerschaft
Kaufmännischer Verband Schweiz: Kommunikation
PeKo: personalvertretung.turgi@enics.com
Unia Schweiz, Medienmitteilungen 23.3.2021.
Unia Schweiz > Enics Schweiz AG. Entlassungen. . Unia, 2021-03-23.
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22.03.2021 Schweiz
Gerüstbau
Unia Schweiz

Arbeitsbedingungen
Gerüstbauer
Volltext
Gerüstbauer gemeinsam für gute Arbeitsbedingungen. Gerüstbau: Neu mit Weiterbildungsprämie. Die Sozialpartner der Gerüstbaubranche führen eine Weiterbildungsprämie von 400 Franken ein. Sie fördern mit ihrer innovativen Vereinbarung die Berufsbildung und anerkennen die Anstrengungen des Personals während der Pandemie. Nach mehreren Verhandlungsrunden trafen die Sozialpartner eine Vereinbarung bezüglich der Lohnbedingungen im Gerüstbausektor für das Jahr 2021. Angesichts des aussergewöhnlichen, durch die Covid-19-Krise geprägten Jahres 2020 und der grossen Ungewissheit für 2021 strebten sie nach einer innovativen Branchenlösung. Weiterbildung im Fokus. Die Angestellten im Gerüstbau werden ausserdem mit einem festgelegten Katalog zur Weiterbildung ermutigt. Diese Weiterbildung wird von der paritätischen Berufskommission (PBK) bis zu einem Höchstbetrag von 500 Franken pro Person finanziert. Mit einer Abschlussbescheinigung erhalten die Gerüstbauer vom Arbeitgeber eine Prämie im Wert von 400 Franken in Form einer Geldleistung, als Ferien oder kombiniert. Der Einsatz der Angestellten wird belohnt. Diese innovative Lösung fördert die Weiterbildung in der Branche und stärkt die Unternehmen durch kompetenteres Personals. Zudem soll diese finanzielle Beteiligung das Personal unterstützen und die Angestellten für die Anstrengungen während der Covid-19-Krise belohnen.
Unia Schweiz, 22.3.2021.
Unia Schweiz > Gerüstbau. Arbeitsbedingungen. Unia. 2021-03-22.
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09.03.2021 Schweiz
Jugend
Unia Schweiz

Coronavirus
Unia Schweiz
Volltext
Keine verlorene Covid-19-Generation!Jugendliche leiden besonders unter der Corona-Pandemie. Die Jugendkommission der Unia fordert weitere Massnahmen zum Schutz der Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Die Jugendarbeitslosigkeit muss verringert und die Zukunft der Lernenden, Studierenden und Arbeitnehmenden sichergestellt werden. Es darf keine verlorene Covid-19-Generation geben!Die Entwicklung der Lebensumstände und Arbeitsrealität der Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Schweiz sind besorgniserregend. Die Zukunftsaussichten für junge Lernende und Arbeitnehmende wie auch für Studierende sind in der Corona-Krise ungewiss. Viele fühlen sich wegen mangelnden Sicherheitsvorkehrungen an den Berufsschulen, schulischen Lücken und Einsamkeit im Homeoffice und Homeschooling allein gelassen. Mitspracherecht für Lernende. In den vergangenen Monaten gab es viele Diskussionen darüber, wie der Berufsschulunterricht und die Abschlussprüfungen für die diesjährigen Lehrabgänger*innen organisiert werden sollen. Viele Berufsschüler*innen möchten die Entscheide, die ihre Sicherheit und Zukunft betreffen, mitgestalten. Die Jugendkommission der Unia fordert mehr Demokratie an den Berufsschulen, damit die Bedürfnisse, Wünsche und Anliegen der Jugendlichen gehört werden. Denn nur wenn Lösungen das Ergebnis eines partizipativen Prozesses sind und auf die Betroffenen zugeschnitten sind, werden sie auch von allen mitgetragen. Jugendarbeitslosigkeit verringern, Lehrstellen sichern. Die Jugendarbeitslosenquote ist immer noch hoch. In vielen Branchen ist es fraglich, ob im kommenden Sommer genügend Lehrstellen angeboten werden. Zudem werden 70'000 Jugendliche ihre Berufslehre abschliessen. Deshalb braucht es im Hinblick auf den Sommer 2021 finanzielle Unterstützung vom Bund, damit Betriebe den Lernenden, Lehrabgänger*innen und jungen Arbeitnehmer*innen eine Perspektive bieten können. Psychologische Unterstützung intensivieren. Erschwerend kommt hinzu, dass Jugendliche und junge Erwachsene, die sich einsam fühlen, zu oft keine psychologische Unterstützung bekommen. Dies obwohl psychische Probleme im jungen Alter schwerwiegende Folgen haben können.Deshalb braucht es auch dringend eine Intensivierung des psychologischen Angebots für Jugendliche und junge Erwachsene in allen Kantonen. Die Unia-Jugendkommission fordert deshalb, dass die Kantone die Angebote der Jugendsozialarbeit dringend ausbauen und niederschwellige psychologische und soziale Begleitung anbieten.
Unia Schweiz, 9.3.2021.
Unia Schweiz > Coronavirus. Jugend. Unia Schweiz, 2021-03-09.
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08.03.2021 Schweiz
Frauen
Frauentag
Unia Schweiz

8. März
Unia Schweiz
Volltext
Internationaler Frauenkampftag. Bürgerlicher Pandemiepolitik den Riegel schieben: Feminismus notwendiger denn je! Die Corona-Krise trifft Frauen besonders hart. Während sie weiterhin den Grossteil der unbezahlten Arbeit zu Hause erledigen, sind sie gleichzeitig an vorderster Front in den essentiellen Berufen tätig. Anerkennung? Fehlanzeige! Mehr denn je ist es an der Zeit, die essentiellen Frauenberufe aufzuwerten und dem bürgerlichen Angriff auf die Frauenrechte den Riegel zu schieben. 8. März: Internationaler Frauentag – doch von Wertschätzung der Frauen weit gefehlt. Bürgerliche Parlamentarier*innen betreiben Pandemiepolitik auf Kosten der Frauen: mit den Bestrebungen nach liberalisierten Ladenöffnungszeiten und höherem Frauenrentenalter. Damit greifen sie die heute schon prekären Arbeits- und Lebensrealitäten der Frauen frontal an. Sie sagen Nein zu 100% Kurzarbeitsentschädigung und treten damit gegen jene, die schon in regulären Zeiten tiefe Löhne haben und schauen müssen, wie sie über die Runde kommen – insbesondere Frauen und Migrant*innen. Feministisch aktiv – trotz Pandemie. Trotz Pandemie sind die Unia-Frauen auch dieses Jahr aktivistisch unterwegs – coronakonform, versteht sich: In Neuenburg wird gemeinsam mit dem Frauenstreikkollektiv ein Gleichstellungsschaufenster eingeweiht, in Luzern für Frauenrechte demonstriert und in der ganzen Schweiz gegen noch mehr Sonntagsarbeit mobilisiert. Ausserdem sammelt die Unia für die Initiative AHVx13. Denn eine 13. AHV-Rente kommt zwar allen, aber insbesondere Frauen zugute. Darüber hinaus haben die Gewerkschaften eine feministische Online-Kurswoche organisiert. 14. Juni: Der Countdown läuft!. 30 Jahre nach dem ersten Frauenstreik – zwei Jahre nach dem fulminanten Frauenstreik von 2019 wird die Unia auch dieses Jahr am 14. Juni wieder auf der Strasse sein. Denn gerade das letzte Jahr hat klar gemacht, dass ohne Feminismus nichts geht! Im Januar haben rund 500 Feminist*innen, darunter auch Unia-Vertreterinnen, an einem online-Treffen einen Frauenstreik- und aktionstag beschlossen. Schliesslich gilt es, die Angriffe auf Frauenrechte abzuwehren und Ungleichheiten zu beenden!
Für Rückfragen:
Aude Spang, nationale Gleichstellungssekretärin Unia
Leena Schmitter, Mediensprecherin Uni
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 8.3.2021.
Unia Schweiz > Frauentag 2021. Unia Schweiz, 2021.03-08
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04.03.2021 Schweiz
Detailhandel
Frauen
Unia Schweiz

Detailhandel
Sonntagsarbeit
Volltext
Ständerat berät Liberalisierung der Sonntagsverkäufe. Affront gegenüber Frauen: Bürgerliche Politik gegen Verkäufer*innen. Die Wirtschaftskommission des Ständerates greift den Arbeitnehmerschutz frontal an und schlägt via Covid-Gesetz neu 12 Verkaufsdonntage pro Jahr vor. Die Unia erwartet, dass der Ständerat heute diesen inakzeptablen Antrag ablehnt: Es braucht eine Aufwertung der Arbeit im Verkauf statt weitere Liberalisierungen auf Kosten der Angestellten. Bis zu 24 Sonntage sollen Verkäufer*innen bis Ende 2022 zusätzlich arbeiten. Das ist inakzeptabel – gerade in der «Frauenbranche» Detailhandel. Bereits jetzt wird von den Verkäufer*innen ein Maximum an Flexibilität erwartet: Fast alle stehen schon sechs Tage pro Woche zur Verfügung und arbeiten am Samstag – sie leisten an einem Tag Spät- und am nächsten Frühdienst. Seit der Covid-Krise sind unendliche Überstunden an der Tagesordnung. Das alles bei Tiefstlöhnen. Und jetzt sollen sie das ganze Wochenende im Laden stehen und Familien- und Sozialleben ganz opfern? Es reicht! Frauen und Familien leiden besonders. Von noch mehr Sonntagsarbeit sind vor allem Frauen betroffen, die Vereinbarkeit zwischen Berufs- und Privatleben leidet. Frauen sind es, die den Verkauf massgeblich am Leben erhalten – sie sind es aber auch, die zu Hause Kinder betreuen. Applaus bekamen sie zwar, real honoriert werden sie aber nicht: Statt Respekt und Solidarität gegenüber dem Personal zu zeigen, will das bürgerliche Lager seine liberale Agenda durchzusetzen. Sie schlagen sich damit auf die Seite der Krisengewinner. Absurder Antrag jenseits wirtschaftlicher Realitäten im Verkauf. Der Antrag Noser ist wirtschaftspolitisch absurd. Noser erzählt die Mär einer serbelnden Branche, doch das Gegenteil ist wahr: Die Umsätze sind 2020 rekordverdächtig hoch, profitiert haben v.A. Grossverteiler. Also jene, die jetzt die treibende Kraft hinter der Liberalisierung der Sonntagsverkäufe sind. Denn sie wissen es: Längere Ladenöffnungszeiten bringen kaum zusätzlichen Umsatz, sondern mehr Kosten. Die kleinen Läden können da nicht mithalten. Nicht nur die Angestellten, sondern auch die kleinen Läden haben das Nachsehen. Sie wären mit Mietzinserlassen besser bedient als mit unfairen Wettbewerbs-Rahmenbedingungen. Mehr Zeit und Lohn statt mehr Sonntagsarbeit. Statt einer Liberalisierung der Arbeitszeiten im Verkauf braucht es dringend bessere Arbeitsbedingungen für die Verkäufer*innen. Einer Arbeit, die – wie letztes Jahr besonders sichtbar wurde – essentiell für die Sicherung der Grundversorgung ist. Das muss sich zeigen in höheren Löhnen, die zum Leben reichen und Arbeitszeiten, die ein Sozialleben ermöglichen und nicht krank machen Für Rückfragen:
Véronique Polito, Geschäftsleitung Unia unf Leena Schmitter, Mediensprecherin Unia
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 4.3.2021
Unia Schweiz > Detailhandel. Sonntagsarbeit. Unia, 2021-03-04.
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04.03.2021 Schweiz
Detailhandel
Frauen
Sonntagsarbeit
Unia Schweiz

Detailhandel
Sonntagsarbeit
Ständerat
Volltext
Ständerat gegen mehr Sonntagsverkäufe. Etappensieg des Verkaufspersonals! Gemäss Ständerat dürfen die Kantone dieses und nächstes Jahr die Läden nicht 12 Sonntage öffnen. Das ist ein grosser Erfolg fürs Verkaufspersonal – und richtig und wichtig: Nun liegt es am Nationalrat, den entsprechenden Antrag ebenfalls abzulehnen. Jede Ausdehnung der Ladenöffnungszeiten erfordert eine Erhöhung oder Flexibilisierung der Arbeitszeiten der Angestellten. Diese hat der Ständerat heute abgelehnt. Er sagt Nein zu einer Erhöhung der Sonntagsarbeit im Verkauf von heute max. 4 auf 12 Tage! Das ist ein grosser Erfolg fürs Verkaufspersonal. Erst heute Morgen hat die Unia gemeinsam mit Verkäufer*innen vor dem Parlament gefordert: „Stopp noch mehr Sonntagsarbeit für Verkäufer*innen!“ Der Einsatz hat sich gelohnt. Am nächsten Montag befindet der Nationalrat über die Sache. Die Unia fordert ihn auf, der kleinen Kammer zu folgen und das Geschäft abzulehnen. Nur so kann Stress, Druck und einseitiger Flexibilisierung der Arbeitszeiten der Riegel geschoben werden! Für Rückfragen: Véronique Polito, Geschäftsleitung Unia ind Leena Schmitter, Mediensprecherin Unia
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 4.3.2021.
Unia Schweiz > Detailhandel. Sonntagsarbeit. Unia,. 2021-03-04. 1
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02.03.2021 Frankreich
Schweiz
DPD
Unia Schweiz

Arbeitsbedingungen
DPD
Volltext
Eskalierender Konflikt bei DPD. Gewerkschaften fordern in Paris Gerechtigkeit für DPD-Chauffeur*innen. Heute Morgen hat die Unia gemeinsam mit den französischen Gewerkschaften CGT und SUD vor dem Hauptsitz von DPD Europa und der Muttergesellschaft GeoPost protestiert. Sie fordern, dass die Ausbeutung der DPD-Fahrer*innen gestoppt wird und die Gewerkschaftsrechte der Beschäftigten respektiert werden. Nachdem die Unia letzte Woche haarsträubende Missstände bei den Arbeitsbedingungen der DPD-Fahrer*innen in der Schweiz bekannt gemacht hat, folgt heute der Protest bei den Verantwortlichen in Paris. GeoPost ist die Muttergesellschaft der nationalen DPD-Ableger und gehört ihrerseits der französischen Le Groupe La Poste, in letzter Instanz also dem französischen Staat. Unterstützung von französischen Gewerkschaften. Die Unia und die französischen Gewerkschaften CGT und SUD übergaben den Verantwortlichen heute den umfangreichen Report zum «System DPD», in dem die grassierenden Missstände in der Schweiz dargelegt werden. Sie verwiesen auf die Tatsache, dass eine Firma, welche der französischen Post (und in letzter Instanz den französischen Steuerzahler*innen) gehört, die Arbeitsbedingungen im Schweizer Postmarkt prekarisiert und den sozialen Frieden gefährdet. Die französischen Besitzer von DPD (Schweiz) AG müssen ihre Verantwortung übernehmen und die unverantwortliche Verweigerungshaltung des lokalen Managements beenden. Gewerkschaftsrechte respektieren. Die Unia, CGT und SUD fordern gemeinsam, dass das internationale Abkommen der Gewerkschaften mit GeoPost umgesetzt wird, welches die Gewerkschaftsrechte der Beschäftigten garantiert und Verhandlungen mit repräsentativen Gewerkschaften vorsieht. DPD (Schweiz) AG verweigert bisher solche Verhandlungen mit der Unia, obwohl diese von vielen Fahrer*innen und Depot-Angestellten mandatiert wurde. Die Unia fordert von DPD die unverzügliche Aufnahme von Verhandlungen diese Woche. Aktionen der Chauffeur*innen gehen weiter. Die Unia hat letzte Woche gemeinsam mit Fahrer*innen mehrere Protestversammlungen bei den DPD-Depots durchgeführt. Die Unterstützung von Fahrer*innen und Depot-Angestellten ist riesig. Sie wollen dafür kämpfen, dass endlich jede gearbeitete Minute bezahlt, der physische und psychische Stress bei der Arbeit reduziert und der Gesundheit- und Pandemieschutz eingehalten wird. Falschangaben von DPD. DPD wischt bisher die Beschwerden mit unhaltbaren Argumenten vom Tisch. Die Firma behauptet, dass Lieferdaten im Betriebssystem «Predict» nicht einzelnen Chauffeuren zugeordnet werden, so dass die Arbeitszeit damit nicht festgestellt werden könne. Das ist nachweislich falsch. Die Fahrer*innen müssen jetzt sofort Zugang zu ihren Daten erhalten. Die während der Corona-Pandemie und zuvor geleistete unbezahlte Arbeit muss jetzt bezahlt werden! DPD behauptet weiter, dass es für die Branche einen geltenden Gesamtarbeitsvertrag gebe, obwohl dieser seit Anfang 2021 nicht mehr in Kraft ist. Fahrer*innen befürchten weiteren““Bschiss“ bei der Arbeitszeit. Aus mehreren DPD-Depots berichten Mitglieder der Unia, dass sie unter Druck Dokumente unterschreiben sollen, welche bezeugen, dass in der Vergangenheit keine Überstunden geleistet wurden. Die Unia geht diesen Berichten nach. Statt endlich den Dialog zu suchen und eine Wiedergutmachung für die Gratisarbeit der Chauffeur*innen anzustreben, stecken DPD und die Subunternehmen weiterhin den Kopf in den Sand. So ist bisher nicht bekannt, dass Überstunden nachbezahlt oder illegale Lohnabzüge (Sanktionen) zurückbezahlt wurden. Report: „Das System DPD“ und Unterlagen zur Medienkonferenz zum „System DPD“ vom 23.2.2021
Für Rückfragen: Roman Künzler, Verantwortlicher Logistik und Transport Unia ubd Philipp Zimmermann, Mediensprecher Unia
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 1.3.2021.
Unia Schweiz > DPD. Arbeitsbedingungen. Unia Schweiz, 2021-03-01.
Ganzer Text
25.02.2021 Schweiz
Armut
Unia Schweiz

Armut
Coronavirus
Löhne
Volltext
Die Covid-Pandemie trifft die sozial Schwächeren hart. Vor dem Coronavirus sind nicht alle gleich. Mehrere Studien belegen jetzt auch für die Schweiz: Die soziale Lage der Menschen spielt eine grosse Rolle. Die Pandemie trifft nämlich die wenig Verdienenden ungleich härter als die Wohlhabenden – sowohl gesundheitlich als auch wirtschaftlich. Die Pandemie trifft Menschen mit tiefen Löhnen und prekären Arbeitsverhältnissen überdurchschnittlich hart. Tausende von Anfragen und Unterstützungsgesuchen von Mitgliedern in Notlage sind für die Unia bereits seit einem Jahr ein deutlicher Beleg dafür. Sozialmedizinische Studien des Basler und des Genfer Unispitals – letztere in Zusammenarbeit mit Forscher*innen der Universität Genf und der ETH Lausanne – liefern jetzt auch den wissenschaftlichen Beweis. Erhöhtes Infektionsrisiko in ärmeren Quartieren. Sowohl in Genf als auch in Basel lag die Infektionsrate in Quartieren mit niedrigen Einkommen und beengten Wohnverhältnissen höher als in bessergestellten Wohngegenden. Die Genfer Studie zeigt auch, dass die Ansteckungscluster in benachteiligten Quartieren länger virulent blieben. Die Basler Studie weist zudem nach, dass wenig Verdiendende oft nicht im Homeoffice arbeiten können und dadurch einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Die Unia fordert seit Ausbruch der Pandemie die strikte Umsetzung und Kontrolle von Schutzkonzepten am Arbeitsplatz. Hier besteht nach wie vor grosser Handlungsbedarf. Die Behörden müssen nun endlich die Ressourcen ausbauen und die Kontrollorgane der Sozialpartner mit einbeziehen. Angesichts der neuen Erkenntnisse fordert die Unia zudem: Personen in Isolation oder Quarantäne müssen über ein eigenes Zimmer verfügen; wenn nötig von den Behörden zur Verfügung gestellt. Die Impfstrategie muss sozio-ökonomische Faktoren einbeziehen; für die Bevölkerung in exponierten Wohnlagen braucht es rasch Impfangebote. Sozial Schwächere stehen am Abgrund. Unabhängig vom Infektionsrisiko trifft die Pandemie die Menschen umso härter, je weniger sie verdienen. Das belegt eine diese Woche publizierte Studie der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich. Besonders hart ist die Situation für Personen aus Haushalten mit einem Einkommen unter 4’000 Franken: Sie haben im Durchschnitt einen Fünftel ihres Einkommens eingebüsst. Nicht weniger als 27% der Menschen in dieser Einkommenskategorie mussten Kurzarbeitsgeld beziehen; 8% wurden gar arbeitslos, was im Schnitt zu einer Halbierung ihrer Einkommen führte. Auch ihre Ersparnisse sind deutlich gesunken und jede/r Neunte musste sich verschulden, um überleben zu können. Demgegenüber konnten die einkommensstärksten Haushalte mehr Geld ansparen. Kein Wunder, sind auch die psychischen Belastungen ungleich verteilt: Je ärmer, desto schlechter der subjektive Gemütszustand seit Ausbruch der Pandemie. Nur eine Strategie der Solidarität kann verhindern, dass aus der Gesundheitskrise eine akute soziale Krise wird. Politische Entscheide müssen sich stärker auf sozio-ökonomische Expertisen abstützen. Die Unia fordert: 100% Lohnersatz bei Kurzarbeit bis zu einem Nettolohn von 5'000 Fr. Sozialhilfebezug darf unabhängig vom Aufenthaltsstatus keinesfalls zu Nachteilen führen. Rückverteilung der zunehmenden sozialen Ungleichheit, z.B. mit einer Solidaritätsabgabe auf Kapitalgewinne.
Für Rückfragen:
Vania Alleva, Präsidentin Unia
Christine Michel, Fachsekretärin Gesundheitsschutz Unia
Leena Schmitter, Mediensprecherin Unia
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 25.2.2021.
Unia Schweiz > Armut. Coronavirus. Unai, 2021-02-25.
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24.02.2021 Schweiz
Arbeitszeit
Detailhandel
Unia Schweiz

Arbeitszeitverlängerung
Sonntagsarbeit
Volltext
Erhöhung Sonntagsarbeit von max. vier auf zwölf Tage. Bürgerlichen Kahlschlag auf die Arbeitszeiten im Verkauf stoppen!. Die Bürgerlichen kennen auch während einer Krise kein Pardon. Mit ihrer Pandemiepolitik treten sie jene, die schon zu normalen Zeiten unter ausufernden Arbeitszeiten und Stress leiden. Mit dem Antrag Noser im Covid-19-Gesetz für mehr Sonntagsarbeit demaskieren sie sich selbst: Sie sind auf einem Frontalangriff gegen den Schutz der Arbeitnehmenden. Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrates muss den Vorschlag nach mehr Sonntagsarbeit jetzt deutlich ablehnen, sonst droht ein gefährlicher Präzedenzfall. Der bürgerliche Kahlschlag gegen den Schutz der Arbeitnehmenden macht auch während der globalen Pandemie nicht halt: Auf Kosten der Arbeitnehmenden machen sie Pandemiepolitik gegen jene, die schon in regulären Zeiten tiefe Löhne und ausufernde Arbeitszeiten haben. Besonders sichtbar wird das beim Thema Sonntagsarbeit: In mehreren Kantonen laufen Bestrebungen, um die Verkäufer*innen noch mehr arbeiten zu lassen. „Einige 22Tage mehr schaden doch niemandem», so der Tenor. Spätestens jetzt aber demaskieren sich 2ie Bürgerlichen selbst: Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerates stimmte dem Antrag Noser zum Covid-19-Gesetz zu, der eine Erhöhung der jährlichen Sonntagsarbeit von vier auf zwölf Tage verlangt. Begründet wird dies mit der Pandemie. Sind in der Krise also alle ungleich? Frauen besonders betroffen. Noch mehr Sonntagsarbeit führt zu noch mehr Stress, schadet der Gesundheit und macht der Vereinbarkeit zwischen Berufs- und Privatleben einen dicken Strich durch die Rechnung. Gerade Frauen sind also vom Antrag Noser betroffen. Eine 24-Stunden-Gesellschaft im Verkauf schadet sowohl den Angestellten als auch kleinen Läden: Von noch mehr offenen Sonntagen profitieren höchstens die grossen Player – die kleinen Läden haben das Nachsehen. Brandgefährlichen Präzedenzfall jetzt abwenden. Die Unia verlangt von der Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrates in aller Klarheit, den Antrag abzulehnen. Dessen Annahme ist brandgefährlich: Er schafft einen Präzedenzfall und ist ein weiteres Rädchen in der Salamitaktik der Bürgerlichen, die weit über die Krise hinaus fatale Folgen für die Angestellten haben wird. Denn es geht um weitaus mehr, als eine befristete, pandemiebedingte Liberalisierung: Es ist ein Frontalangriff gegen den Schutz der Arbeitnehmenden, der jetzt abgewendet werden muss!
Für Rückfragen:
Véronique Polito, Geschäftsleitung Unia
Anne Rubin, Mitglied Sektorleiterin Tertiär
Leena Schmitter, Mediensprecherin Unia
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 24.2.2021.
Unia Schweiz > Sonntagsarbeit. Arbeitszeit. Unia, 2021-02-24.
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22.02.2021 Schweiz
Coop
Unia Schweiz

Coop
GAV
Volltext
Hoch hinaus mit dem neuen Coop-Gesamtarbeitsvertrag! Heute beginnen die Verhandlungen zur Erneuerung des Gesamtarbeitsvertrages (GAV) bei Coop. Die Unia erwartet, dass der gute Umsatz des Detailhandelsriesen auch den Angestellten zugutekommt und sich im GAV wiederspiegelt. Gemäss einer Unia-Umfrage wünschen sich die Coop-Mitarbeitenden Verbesserungen bei den Löhnen, beim Gesundheitsschutz, bei der Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben sowie bei den Weiterbildungen. Über 2'000 Coop-Mitarbeitende haben zwischen November 2020 und Januar 2021 an der Unia-Umfrage zur Verbesserungen des GAV teilgenommen. Wenig überraschend wünschen sich die Angestellten höhere Löhne, einen besseren Gesundheitsschutz und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie weniger Stress. Aufbauend auf diesen Rückmeldungen haben die Delegierten der Unia Coop-Konferenz folgenden Forderungskatalog aufgestellt:
• Erhöhung der Mindestlöhne und die Berücksichtigung des Dienstalters sowie der Verantwortlichkeiten bei der Lohneinstufung
• Besserer Gesundheitsschutz, insbesondere Massnahmen zur Stressreduktion
• Bessere Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben: Längerer Mutterschafts- und Vaterschaftsurlaub sowie des Child Care, mehr garantierte freie Tage/Abende, Vermeidung zu langer oder zu kurzer Tage
• Erweiterung des betrieblichen Geltungsbereiches des GAV
• Einen niederschwelligen Zugang zu Weiterbildungen, unabhängig von Geschlecht, Alter, Qualifikation oder Pensum
• Verbesserung des Mitspracherechts der Mitarbeitenden
Der Coop-Konzern konnte seinen Gewinn 2020 auf eine gute halbe Milliarde Franken steigern. Das war nur möglich dank des unermüdlichen Einsatzes der Mitarbeitenden in den Supermärkten, den Fachmärkten, in der Logistik, im Online-Handel und in der Produktion. Das Coop-Personal verdient - in der Corona-Pandemie erst recht - einen besseren GAV. Dafür setzt sich die Unia gemeinsam mit ihren Mitgliedern ein. Der GAV Coop gilt für rund 38'000 Angestellte und wird im ersten Halbjahr 2021 neu verhandelt. Die Änderungen werden am 1. Januar 2022 in Kraft treten. Der GAV regelt die Arbeitsbedingungen und Löhne der Angestellten im Verkauf, in der Produktion und in der Logistik.
Unia Schwiz, 22.2.2021..
Unia Schweiz > Coop. GAV. Unia Schweiz, 2021-02-22
19.02.2021 Schweiz
DPD
Unia Schweiz

Arbeitsbedingungen
DPD
Medienkonferenz
Volltext
Missstände bei Paketlieferdienst. Schlechte Arbeitsbedingungen: DPD-Fahrer*innen fordern Verhandlungen. Medienkonferenz: Dienstag, 23. Februar 2021, 10.00 Uhr, Hotel Kreuz (Saal Bovet), Zeughausgasse 41, 3011 Bern (Platzzahl beschränkt, Anmeldung siehe unten), Oder per Stream: Link. Sehr geehrte Medienschaffende, beim Paketlieferdienst DPD gibt es Probleme: Viele Fahrer*innen, die – über Subunternehmen angestellt – für DPD Pakete ausliefern, klagen über Missstände. Die Vorwürfe betreffen verbreitete Unregelmässigkeiten bei Löhnen, Spesen, Arbeitszeiten, Nachtarbeit, Überwachung, Gesundheitsschutz und Fahrzeugsicherheit sowie die Verletzung von Gewerkschaftsrechten. DPD muss mit Fahrer*innen und Gewerkschaft verhandeln. Nun haben sich Fahrer*innen und Depot-Angestellte (diese sind direkt bei DPD angestellt) bei der Unia organisiert und verlangen von DPD Verhandlungen, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Das Unternehmen blockt bisher ab und verschärft die Repression. Deshalb wird die Gewerkschaft Unia an einer Medienkonferenz die Forderungen der Fahrer*innen öffentlich vorstellen. Das „System DPD“ kurz erklärt: Der Verdacht liegt nahe, dass die erwähnten Missstände keine Einzelfälle sind, sondern mit dem „System DPD“ zu tun haben: Die Fahrer*innen treten im DPD-Look und mit DPD-Autos auf, ihr Arbeitsvolumen und der Arbeitstakt wird von DPD vorgegeben, doch angestellt werden sie über zahlreiche Subunternehmen. An der Medienkonferenz wird dieses System beleuchtet und aufgezeigt, wie es schlechte Arbeitsbedingungen fördert. Wir laden Sie herzlich ein, die Medienkonferenz zu verfolgen und über das Thema zu berichten. Die Platzzahl im Saal ist beschränkt. Für die Teilnahme vor Ort ist eine Anmeldung erforderlich (an philipp.zimmermann@unia.ch).
Für Rückfragen:
Philipp Zimmermann, Mediensprecher der Gewerkschaft Unia
Unia Schweiz, Medieneinladung, 19.2.2021.
Unia Schweiz > DPD. Arbeitsbedingungen. Unia, 2021-02-19.
Ganzer Text
19.02.2021 Schweiz
Frauen
Unia Schweiz

DV
Gleichstellung
Volltext
Unia-Delegiertenversammlung Sektor Gewerbe. DV für Frauenmehrheit in Unia-GL: Bruna Campanello nominiert. An ihrer heutigen Delegiertenversammlung haben die Unia-Mitglieder aus dem Sektor Gewerbe Bruna Campanello, Co-Leiterin des Sektors, für die Unia-Geschäftsleitung nominiert. Die Delegierten verabschiedeten weiter zwei Resolutionen: Sie fordern ein Vorruhestandsmodell im Deutschschweizer und Tessiner Schreinergewerbe sowie das Ende des vertragslosen Zustands. Ausserdem fordern sie saubere und sichere Baustellen, schliesslich hat die Corona-Krise die bereits bestehenden Gesundheits- und Sicherheitsprobleme auf den Baustellen verschärft. Die Unia-Delegiertenversammlung Sektor Gewerbe besteht aus Unia-Mitgliedern aus der ganzen Schweiz, die in Gewerbeberufen tätig sind. Versammlung fand wegen der geltenden Schutzmassnahmen dezentral statt. Schreiner*innen kämpfen für ihren GAV. Letzten Sommer hatte sich die Unia mit dem Verband Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten (VSSM) auf einen neuen GAV und die Einführung eines Vorruhestandsmodells geeinigt. Später krebste der VSSM zurück und liess das Verhandlungspaket platzen: Trotz vorgängiger Einigung der Sozialpartner auf das Paket, liess der VSSM einzeln über GAV und Vorruhestandsmodell abstimmen und provozierte bewusst eine Ablehnung. Dieser Wortbruch stürzt die Branche in einen vertragslosen Zustand; Lohndumping ist nun Tür und Tor geöffnet. Für die Delegierten ist klar: Die Arbeitgeber müssen zu ihrem Wort stehen. Die Schreiner*innen in der Deutschschweiz und im Tessin haben einen GAV mit Vorruhestandsmodell verdient – so wie es die Welschen Schreiner*innen seit über fünfzehn Jahren kennen. Es ist höchste Zeit, dass Schreiner*innen in Würde und bei guter Gesundheit in Pension gehen können. Die Delegierten verlangen, dass der VSSM seinen Entscheid überdenkt. Sichere und saubere Baustellen jetzt!. Laut einer Unia-Umfrage unter Gewerbe-Angestellten aus der ganzen Schweiz sind für 84 Prozent der Befragten die Sauberkeits- und Hygienesituation auf den Baustellen problematisch. Zu den Problemen gehören: Ungeheizte Toiletten und Pausenräume, schwere Lasten, die über mehrere Stockwerke ohne Hilfsmittel getragen werden müssen, Fehlplanung und schlechte Organisation. Durch die Pandemie hat sich die Situation weiter verschlechtert. Diese Zustände fördern Stress, Arbeitsunfälle und bergen Infektionsrisiken und haben schwerwiegende gesundheitliche Folgen. Gemäss Arbeitsgesetz ist klar, dass die Arbeitgeber für die Einhaltung von Gesundheits-, Sicherheits- und Organisationsstandards verantwortlich sind. Die Delegierten fordern, dass die Unternehmen endlich ihre gesetzliche Pflicht erfüllen und die kantonalen Arbeitsinspektorate mehr Kontrollen durchführen. Bruna Campanello als Kandidatin für Unia-Geschäftsleitung nominiert. Der bisherige Vertreter in der Unia-Geschäftsleitung, Co-Sektorleiter Aldo Ferrari, hat auf den Unia-Kongress hin seinen Rücktritt eingereicht. Die Delegiertenversammlung des Gewerbesektors schlägt Bruna Campanello als seine Nachfolgerin in der GL vor. Campanello arbeitet seit fast 20 Jahren bei der Unia. Die 45-jährige Zürcherin ist seit vielen Jahren für den Sektor Gewerbe tätig und ist seit 2018 dessen Co-Leiterin. Sie absolvierte eine kaufmännische Lehre und bildete sich später im Bereich Betriebswirtschaft weiter. Zum ersten Mal in der Geschichte der Unia stellen sich neben Präsidentin Vania Alleva drei Frauen für die Unia-Leitung zur Verfügung. Bei sieben Mitgliedern in der Geschäftsleitung würden die Frauen damit erstmals in der Geschichte der Unia die Mehrheit stellen. Die Wahl der Unia-Geschäftsleitung erfolgt am Unia-Kongress im Juni 2021. Aldo Ferrari möchte sich bis zu seiner Pensionierung auf die Co-Leitung des Sektors Gewerbe sowie auf die Bereiche Vertragspolitik, GAV-Vollzug und Berufliche Vorsorge konzentrieren.
Für Rückfragen:
Bruna Campanello, Co-Leiterin Sektor Gewerbe
Aldo Ferrari, Vizepräsident Unia, Co-Leiter Sektor Gewerbe
Leena Schmitter, Mediensprecherin Unia
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 19.2.2021
Unia Schweiz > Frauen. Gleichstellung. Unia, 2021-02-19.
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15.02.2021 Schweiz
Personen
Unia Schweiz
Unternehmerverbände
Vania Alleva
Coronavirus
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Hobby-Epidemiologie der Arbeitgeberverbände. Für eine Strategie der Solidarität. Seit einem Jahr kämpft die Welt darum, die Zahl der Covid-Ansteckungen und Toten nicht explodieren zu lassen. Doch jetzt naht offenbar Rettung. Die Hobby-Epidemiologen von economiesuisse haben einen „Paradigmenwechse“ in „vier Phasen“ ausgeheckt. Ein klassischer Fall von Wunschdenken. Die Wirtschaftsverbände meinen, den Stein der Weisen entdeckt zu haben. Unter dem Titel „Wieder mehr Eigenverantwortung!“ veröffentlichten sie gestern Sonntag ihre Exit-Strategie aus der Covid-19-Pandemie: Bereits am 1. März seien erste Lockerungen zu beschliessen. Sobald die Risikogruppen geimpft seien, solle die Home-Office-Empfehlung gelockert und stärker auf «Selbstverantwortung» gesetzt werden. Wenn Impfstoffe für alle verfügbar seien, könnten Anlässe ohne Schutzkonzepte durchgeführt werden. Und schliesslich, wenn „Herdenimmunität“ bestehe, seien die verbliebenen Restriktionen aufzuheben. Die Viren werden sich von „mehr Eigenverantwortung“ kaum beeindrucken lassen. Der Bundesrat hoffentlich auch nicht. Er tut besser daran, die Pandemiebekämpfung auf der Basis gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse zu organisieren. Es braucht keine weitere Welle mit Tausenden von vermeidbaren Toten, um das sicherzustellen. Die Lobbyisten von Economiesuisse haben mit ihrem Schlachtr“«Nie wieder Lockdown“ im letzten Herbst schon einmal die rechtzeitige Eindämmung der „zweiten Welle“ behindert. Das darf sich nicht weiderholen. . undheitsschutz am Arbeitsplatz stärken Der „Eigenverantwortungs-Plan“ will die Unternehmen von der Pflicht befreien, für die Umsetzung der Pandemiemassnahmen am Arbeitsplatz zu sorgen. Damit würde auch der dringend nötige Schutz der besonders gefährdeten Arbeitnehmenden geschwächt und Tausende, die heute von der Arbeit freigestellt sind, unabsehbaren Gesundheitsrisiken ausgesetzt. Das ist inakzeptabel. Die Gesundheitsschutz-Massnahmen am Arbeitsplatz dürfen keinesfalls gelockert werden. Sie müssen vielmehr verstärkt, besser kontrolliert und seriöser durchgesetzt werden, so wie es die Unia seit Beginn der Pandemie von den zuständigen Behörden fordert. Konkret heisst das: 1Der Schutz der besonders gefährdeten Arbeitnehmenden muss bestehen bleiben. Die Homeoffice-Pflicht ist beizubehalten. Alle Betriebe weisen ein Schutzkonzept aus. Dazu werden das Personal und ihr gewerkschaftliche Vertretung vorgängig angehört Es braucht endlich mehr Kontrollen zur Durchsetzung des Gesundheitsschutzes. Weil die Kantone und die Suva zu wenig Ressourcen haben, müssen die Kontrollorgane der Sozialpartner mehr Aufgaben übernehmen. Soziale Spaltung verhindern. Mehr strategische Perspektiven muss der Bundesrat bieten, wenn es um die Bewältigung der sozialen Folgen der Pandemie geht. Denn sie trifft einzelne Branchen und ihre Beschäftigten sowie wenigverdienende Arbeitnehmende und prekäre Bevölkerungsgruppen übermässig hart. Wenn Regierung und Parlament nicht entschiedenere Massnahmen ergreifen, droht die Pandemie die soziale Ungleichheit massiv zu verstärken und die gesellschaftliche Solidarität zu untergraben. Es braucht eine Strategie der Solidarität. Konkret verlangen wir, dass sich der Bundesrat endlich zu den folgenden Zielen bekennt: 100% Lohnersatz bei Kurzarbeit bis zu einem Nettolohn von 5’000 Franken für alle Arbeitnehmenden und Verlängerung auf 24 Monate. . Verlängerung der ALV-Bezugsberechtigung, um eine pandemiebedingte Zunahme der Aussteuerungen zu vermeiden. Keine Nachteile beim Bezug von Sozialhilfe unabhängig vom AufenthaltsstatusPlafonierung der A-fonds-perdu-Beiträge pro Betrieb (und nicht pro Unternehmen) um Arbeitsplatzverluste zu verhindern.
Für Rückfragen:
Vania Alleva, Präsidentin Unia
Leena Schmitter, Mediensprecherin Unia
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 15.2.2021.
Personen > Alleva Vania. Unternehmerverbände. Coronavirus. s, Unia, 2021.02-15.
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12.02.2021 EU
Schweiz
Unia Schweiz

Flankiierende Massnahmen
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FlaM sind „unverhältnismässig“? So nicht.
Vania Alleva hat EU-Botschafter Petros Mavromichalis einen Brief überreicht. Heute überreichte Vania Alleva dem EU-Botschafter in Bern, Petros Mavromichalis, einen Brief und führte ein Gespräch mit ihm. Der Grund: In einem Interview machte er unrichtige Aussagen über die Flankierenden Massnahmen (FlaM). In einem Interview im SonntagsBlick vom vergangenen 7. Februar bezeichnete der Botschafter der Europäischen Union in Bern, Petros Mavromichalis, die Flankierenden Massnahmen als „unverhältnismässig“ und mit den Bilateralen Verträgen „unvereinbar“. Gleiche Pflichten für Schweizer Unternehmen. Damit stellt er die positiven Erfahrungen in Frage, die die Schweiz und die EU seit 2002 mit diesem Vertragswerk gemacht haben. Er behauptete auch, dass nur die Unternehmen aus der EU eine Kaution hinterlegen müssten, um in der Schweiz zu arbeiten. Das ist nicht wahr, denn für Schweizer Unternehmen gelten die gleichen Verpflichtungen, die sich aus den allgemeinverbindlichen Gesamtarbeitsverträgen (GAV) ergeben. Brief an den EU-Botschafter. Das liess Vania Alleva nicht auf sich sitzen. Sie überreichte dem Botschafter persönlich einen Brief und führte ein Gespräch mit ihm. Von den Lohnschutzmassnahmen profitieren alle. Anstatt sie zu kritisieren, solle Petros Mavromichalis sein Augenmerk auf die intensive Lobbyarbeit der baden-württembergischen Arbeitgeberorganisationen richten. Diese machen sich seit Jahren bei der Europäischen Kommission für die Zerschlagung des Lohnschutzes in der Schweiz stark. Attraktiver Schweizer Markt. Jedes Jahr leisten entsandte Arbeitnehmende oder Selbständigerwerbende aus dem EU-Raum in der Schweiz mehr als 2,5 Millionen Arbeitstage. Bezogen auf die Wohnbevölkerung steht dies in keinem Verhältnis zu jedem anderen EU-Land. Das beweist: Der Schweizer Markt ist weiterhin attraktiv und nicht überreguliert. Gewerkschaftsbünde besorgt. Anstatt nur auf einzelne Kreise zu hören, die ihre Partikulärinteressen verfolgen, täte die EU gut daran, auf die Arbeitnehmenden und ihre Gewerkschaften zu hören. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und der Europäische Gewerkschaftsbund (EGB) zeigen sich besorgt über die Angriffe auf den Lohnschutz in der Schweiz. Rahmenabkommen: Der Lohnschutz ist nicht verhandelbar. Es ist höchste Zeit, dass die EU endlich den Standpunkt der Arbeitnehmenden berücksichtigt. Sie wehren sich ohne Diskriminierung für das Gemeinwohl, gute Arbeitsbedingungen und Schweizer Löhne in der Schweiz. Der Lohnschutz muss auch in Zukunft autonom bleiben und ist nicht verhandelbar.
Unia Schweiz, 12.2.2021.
Unia Schweiz > EU. Rahmenabkommen. Unia Schweiz, 2021-02-12
FlaM sind „unverhältnismässig“? So nicht.
Vania Alleva hat EU-Botschafter Petros Mavromichalis einen Brief überreicht. Heute überreichte Vania Alleva dem EU-Botschafter in Bern, Petros Mavromichalis, einen Brief und führte ein Gespräch mit ihm. Der Grund: In einem Interview machte er unrichtige Aussagen über die Flankierenden Massnahmen (FlaM). In einem Interview im SonntagsBlick vom vergangenen 7. Februar bezeichnete der Botschafter der Europäischen Union in Bern, Petros Mavromichalis, die Flankierenden Massnahmen als „unverhältnismässig“ und mit den Bilateralen Verträgen „unvereinbar“. Gleiche Pflichten für Schweizer Unternehmen. Damit stellt er die positiven Erfahrungen in Frage, die die Schweiz und die EU seit 2002 mit diesem Vertragswerk gemacht haben. Er behauptete auch, dass nur die Unternehmen aus der EU eine Kaution hinterlegen müssten, um in der Schweiz zu arbeiten. Das ist nicht wahr, denn für Schweizer Unternehmen gelten die gleichen Verpflichtungen, die sich aus den allgemeinverbindlichen Gesamtarbeitsverträgen (GAV) ergeben. Brief an den EU-Botschafter. Das liess Vania Alleva nicht auf sich sitzen. Sie überreichte dem Botschafter persönlich einen Brief und führte ein Gespräch mit ihm. Von den Lohnschutzmassnahmen profitieren alle. Anstatt sie zu kritisieren, solle Petros Mavromichalis sein Augenmerk auf die intensive Lobbyarbeit der baden-württembergischen Arbeitgeberorganisationen richten. Diese machen sich seit Jahren bei der Europäischen Kommission für die Zerschlagung des Lohnschutzes in der Schweiz stark. Attraktiver Schweizer Markt. Jedes Jahr leisten entsandte Arbeitnehmende oder Selbständigerwerbende aus dem EU-Raum in der Schweiz mehr als 2,5 Millionen Arbeitstage. Bezogen auf die Wohnbevölkerung steht dies in keinem Verhältnis zu jedem anderen EU-Land. Das beweist: Der Schweizer Markt ist weiterhin attraktiv und nicht überreguliert. Gewerkschaftsbünde besorgt. Anstatt nur auf einzelne Kreise zu hören, die ihre Partikulärinteressen verfolgen, täte die EU gut daran, auf die Arbeitnehmenden und ihre Gewerkschaften zu hören. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und der Europäische Gewerkschaftsbund (EGB) zeigen sich besorgt über die Angriffe auf den Lohnschutz in der Schweiz. Rahmenabkommen: Der Lohnschutz ist nicht verhandelbar. Es ist höchste Zeit, dass die EU endlich den Standpunkt der Arbeitnehmenden berücksichtigt. Sie wehren sich ohne Diskriminierung für das Gemeinwohl, gute Arbeitsbedingungen und Schweizer Löhne in der Schweiz. Der Lohnschutz muss auch in Zukunft autonom bleiben und ist nicht verhandelbar.
Unia Schweiz, 12.2.2021.
Unia Schweiz > EU. Rahmenabkommen. Unia Schweiz, 2021-02-12
05.02.2021 Schweiz
Bauwirtschaft
Unia Schweiz

Baugewerbe
Homeoffice
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Geteilte Schweiz. In der neuen“Kolumne zum Donnerstag“ vom „baublatt“ äussert sich Nico Lutz, Sektorleiter Bau der Unia, zum zweiten Lockdown. Er kritisiert, dass einige Unternehmen beim Gesundheitsschutz sparen. Auch fehlt der Schweiz ein gutes System, um Kontrollen durchzuführen. Aktuell ist die Schweiz im zweiten Lockdown. So zumindest die offizielle Darstellung. Für einen Teil der Beschäftigten stimmt das auch. Sie haben ihr Büro im Wohnzimmer und absolvieren täglich eine Überdosis an virtuellen Besprechungen. Die Ohren glühen von der Dauerbeschallung durch den Kopfhörer – der Rest der Familie muss ja nicht an allen geschäftlichen Diskussionen teilhaben. Homeoffice geht nicht in allen Berufen. Für einen anderen Teil der Beschäftigten sieht der Arbeitsalltag ganz anders aus. Sie kennen weder Lockdown noch Homeoffice. „Schützen Sie sich!“ heisst es auf den Baustellen, in Industriebetrieben, in der Pflege oder im Detailhandel. Das führt allerdings für alle zu zusätzlichem Aufwand – ohne dass gleichzeitig die zu erreichenden Ziele reduziert werden. „Schützen Sie sich!“ bedeutet also mehr Belastung und Stress. „Bleiben Sie zu Hause“ geht nicht. Der Metallarbeiter kann seine Drehbank schlecht im Badezimmer installieren, die Verkäuferin nicht von zu Hause aus Regale auffüllen. Betagten-Pflege per Skype funktioniert nicht, ebenso wenig wie Betonieren im Homeoffice. Einige Unternehmen scheuen den Mehraufwand. Wir haben im Moment eine geteilte Schweiz. Für zahlreiche Beschäftigte geht die Arbeit vor Ort uneingeschränkt weiter. Zwar engagieren sich viele Unternehmen, die Schutzmassnahmen umzusetzen. Doch einige scheuen den Mehraufwand und die Kosten; nicht überall wird mit der gleichen Konsequenz auf die Gesundheit der Beschäftigen Rücksicht genommen. Das Problem: unterbesetzte Arbeitsinspektorate. Und hier fängt das Problem an: Die Schweiz hat kein taugliches System, um die Einhaltung von Schutzmassnahmen im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz wirksam zu kontrollieren. Für die Kontrolle verantwortlich sind die Kantone. Die Arbeitsinspektorate sind aber schon im Normallfall unterbesetzt. Wie sollen diese nun auch noch die Einhaltung der Schutzmassnahmen für über eine Million Arbeitnehmende kontrollieren? Richtig war der Entscheid, die Suva beizuziehen. Doch auch die Suva hat nur beschränkte Kapazitäten; zudem läuft die Zusammenarbeit zum Teil harzig. Kompetenzgerangel verhindert wirksames Handeln. Und etwas Naheliegendes funktioniert leider nur in wenigen Kantonen: Die Sozialpartner haben paritätisch getragene Kontrollvereine, die seit Jahren die Arbeitsbedingungen auf den Baustellen überwachen. Warum können sie nicht für den Vollzug der Schutzmassnahmen beigezogen werden? In letzter Zeit hatten sie weniger zu tun, weil sie insbesondere die entsandten Arbeitnehmenden kontrollieren, die aufgrund der Covid-19-Krise seltener in die Schweiz kommen. Zum Teil waren die Kontrolleur*innen sogar in Kurzarbeit – und gleichzeitig fehlen Kontrollkapazitäten. Kompetenzgerangel verhindert hier wirksames Handeln. Eine bessere und flächendeckende Umsetzung der Schutzmassnahmen wäre das mindeste, was wir für jene tun können, die Tag für Tag weiter draussen arbeiten,– wenn wir schon eine geteilte Schweiz haben.
Unia Schweiz, 5.2.2021.
Unia Schweiz > > Homeoffice. Bauwirtschaft. Unia Schweiz, 2021-02-05.
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02.02.2021 Schweiz
Unia Schweiz

Mitgliederbewegung
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Unia mit über 180'000 Mitgliedern. Trotz Pandemie ist der Anteil an Frauen wie auch die Zahl der Unia-Mitglieder aus der Gesundheitsbrache gewachsen. Die Gewerkschaft Unia zählte per Ende 2020 182'716 Mitglieder. Positiv zu vermerken ist, dass die Gewerkschaft im zukunftsträchtigen Dienstleistungssektor ihre Mitgliederstärke fast halten (-0,6%) und ihren Frauenanteil steigern konnte (+0,6%). Insgesamt verlor die Gewerkschaft im Vergleich zum Vorjahr rund 2,9% ihrer Mitgliedschaft. Ende 2020 waren 182'716 Mitglieder in der Unia organisiert, was einem Minus von rund 2,9 entspricht. Positiv zu verzeichnen sind der unverändert hohe Anteil an Mitgliedern im erwerbsfähigen Alter (90%), der wachsende Anteil organisierter Frauen (von 25,6% auf neu 26,3%) aber auch die deutliche Zunahme der Mitgliedschaft in den im letzten Jahr stark geforderten Gesundheitsberufen (+6,3%). Auswirkungen der Corona-Pandemie. Aber auch in weiteren von der Pandemie stark geforderten Branchen wie der Reinigung (+4%), dem Gastgewerbe (+1,7%) oder auch der Hauswirtschaft (+2,2%) konnte die Unia weiter an Mitgliedern gewinnen. Dienstleitungssektor. Heute ist der Dienstleistungssektor mit rund 55‘000 eingeschriebenen Mitgliedern der deutlich grösste Bereich der interprofessionellen Gewerkschaft. Traditionelle Gewerkschaftsbereiche Bau und Industrie. Der Rückgang in den traditionellen Organisationsbereichen wie dem Bau oder der Industrie führt Unia auf den anhaltenden Strukturwandel (die Beschäftigenzahlen sind seit Jahren rückläufig), die zunehmende Prekarisierung aber insbesondere auch die wirtschaftlichen Effekte der andauernden Pandemie zurück
Unia Schweiz, 2.2.2021.
Unia Schweiz > Mitgliederbewegung 2020. Unia Schweiz, 2021-02-02.
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25.01.2021 Schweiz
Gastgewerbe
Gesundheitswesen
Unia Schweiz

Coronavirus
Petition
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Unia-Delegiertenversammlung des Sektors Tertiär. „Wir zahlen den Preis der Krise nicht!“ . An ihrer heutigen online-Versammlung haben die Delegierten des Sektors Tertiär der Gewerkschaft Unia eine Resolution zur Unterstützung der Angestellten in der Corona-Krise verabschiedet. Als Arbeiter*innen, die seit gut einem Jahr speziell herausgefordert sind, verdienen sie mehr denn je sichere Arbeitsbedingungen sowie einen Lohn und eine Kurzarbeitsentschädigung, die zum Leben reichen. Zudem wurde der „Prix Engagement“ an Unia-Mitglieder verliehen, die sich durch ihr mutiges Handeln ausgezeichnet haben. 2020 war ein intensives und anstrengendes Jahr – gerade für die Angestellten im Dienstleistungssektor. Verkäufer*innen, Pflegepersonal, Logistiker*innen, Mitarbeitende in der Sicherheitsbranche und Kurier*innen arbeiten seit gut einem Jahr pausenlos an vorderster Front. Dies teilweise unter prekären gesundheitlichen Arbeitsbedingungen; oft ist ihr Alltag geprägt von überlangen Arbeitstagen und Stress. Um die gesundheitlichen Folgen einer noch nie dagewesenen Krise einzudämmen, waren viele Angestellte dazu gezwungen, ihre Arbeit einzustellen. Besonders von diesen Unsicherheiten betroffen waren – und sind bis heute – die Angestellten im Hotellerie- und Gastgewerbe. Sie haben Mühe, ihre Rechnungen zu bezahlen und ihre Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. Und durch die Lohneinbussen zahlen die Angestellten einen (zu) hohen Preis für die Krise!
Angestellte sind Rückgrat der Wirtschaft. Einstimmig verabschiedeten die Delegierten eine Resolution zur Abfederung dieser Missstände. Die Arbeiter*innen sind das Rückgrat der Wirtschaft – dies gilt es auch entsprechend zu honorieren – gerade während einer Pandemie.
Die Delegierten fordern: 100% Kurzarbeitsentschädigung für Löhne bis 5'000 Franken, Entlassungsstopp bei staatlich unterstützten Unternehmen, Zusätzliche Schutzmassnahmen und mehr Arbeitsplatzkontrollen, um den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz sicherzustellen. Ein garantiertes Schul- und Kinderbetreuungsangebot für alle, welche die Grundversorgung sicherstellen, Verzicht auf jegliche Deregulierungen der Arbeitszeiten, keine Verlängerung der Ladenöffnungszeiten „Prix Engagement“: Gemeinsam für bessere Arbeitsbedingungen. Mit dem „Prix Engagement“ zeichnet die Unia besonders aktive Mitglieder im Sektor Tertiär für ihren beharrlichen Einsatz aus. Für den zu vierten Mal vergebenen Preis trafen heuer so viele Nominationen wie noch nie ein. Der Preis geht dieses Jahr an eine Verkäuferin und Pflegerin, die während der Corona-Pandemie unermüdlich im Einsatz waren, sowie an zwei Kollektive, die sich erfolgreich gegen die geplante Massenentlassung in ihrem Betrieb wehrten. Amandine Barut Jutzeler arbeitet in einem Pflegeheim, ist Mitglied der Personalkommission und setzt sich – gewerkschaftlich und medial – für die Rechte der Pflegenden ein. In einem offenen Brief, der in der Tageszeitung «Le Temps» publiziert wurde, sprach sie über die – medial allzu oft vergessenen – Arbeitsbedingungen in Pflegeheimen während der Corona-Pandemie. Sie kämpft weiter an vorderster Front für die Arbeitsbedingungen in der Langzeitpflege. Clotilde Pinto ist in und ausserhalb der Unia eine bekannte Coop-Mitarbeiter*in und seit Jahren unermüdliche Kämpferin für die Rechte der Verkäufer*innen – über die Kantonsgrenzen hinaus! Läuft irgendwo in der Schweiz ein Referendum gegen die Verlängerung der Ladenöffnungszeiten, zögert sie nicht und steigt in den nächsten Zug, um mit ihren Kolleg*innen Unterschriften zu sammeln. Sie steht immer an vorderster Front, wenn es um die Verteidigung Rechte der Verkäufer*innen geht und steht hin, wenn sie Ungerechtigkeiten sieht. Mitten in der Corona-Krise plante das US-amerikanische Unternehmen Weight Watchers (WW) mit Sitz in Nyon, den grössten Teil der Angestellten im Aussendienst (110 von 170 Angestellten) zu entlassen und die Löhne zu kürzen. Dies führte zu einer Reihe von (online-)Versammlungen, die einen grossen Teil der Belegschaft mobilisierte und eine Welle des gewerkschaftlichen Engagements auslöste: Gemeinsam mit der Unia erreichten die Angestellten, dass ein echtes Konsultationsverfahren durchgeführt wurde und schliesslich ein Sozialplan stand, in dem auf einen Teil der Entlassungen verzichtet wurde. Der Preis geht stellvertretend für die aktiven WW-Mitarbeiterinnen an Virginie Duheme und Stéphanie Bianchi von der Weight Watchers-Personalkommission. XPO Logistics, einer der grössten Logistikkonzerne der Welt, plante in Genf 32 Arbeitnehmende auf die Strasse zu stellen – mitten in der ersten Corona-Welle. Getragen von den Delegierten organisierten die Angestellten während zwei Wochen einen aufsehenerregenden Streik. Damit retteten sie drei Jobs und erkämpften für die anderen einen Sozialplan. Der Preis geht stellvertretend für alle Aktiven an die gewählten Belegschaftsvertreter Clevince C., Marco L. und Amilcar G.

Für Rückfragen:
Mauro Moretto, Co-Leiter Sektor Tertiär Unia
Leena Schmitter, Mediensprecherin Unia

Unia Schweiz, Medienmitteilung, 25.1.2021.
Unia Schweiz > Coronavirus, Tertiärsektor. Unia Schweiz, 2021-01-25.
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19.01.2021 Schweiz
Pflegeheime
Unia Schweiz

Coronavirus
Pflegeheime
Volltext
Alters- und Pflegeheime vor grosser Gefahr. Besserer Schutz für Personal und Bewohner*innen längst überfällig. Die grosse Mehrzahl aller Corona-Todesfälle ereignet sich in Alters- und Pflegeheimen. Die neue Mutation des Corona-Virus stellt diese nun vor noch grössere Gefahren. Statt die Heime allein zu lassen, sind Bund und Kantone gefordert, griffigere Schutz-massnahmen zu beschliessen: Es braucht regelmässige, flächendeckende Covid-19-Tests in Heimen und infizierte Pflegende müssen sich auch tatsächlich in Isolation begeben können. Dazu braucht es dringend Zusatzpersonal, um die Bewohner*innen in Würde pflegen und schützen zu können. Seit Beginn der Corona-Pandemie sind schweizweit mehr als 4000 Bewohner*innen von Pflegeheimen am Virus verstorben. Das Personal in den Heimen steht seit Monaten massiv unter Druck. Der Mehraufwand in der Pflege, durch Erkrankungen, verschärftem Personalmangel und die Begleitung von sterbenden Pflegebedürftigen, führt zu einer enormen Belastung der Pflegenden. Flächendeckende Test in Heimen längst überfällig. Politik und Gesundheitsbehörden haben zu lange weggeschaut und die Verantwortung an die Institutionen delegiert, die mit manchmal besseren, manchmal schlechteren Schutzkonzepten versucht haben, das Virus aus den Heimen zu halten. Die Mutationen des Virus stellen die Heime vor neue Herausforderungen. Erste Fälle zeigen, mit welch erschreckender Geschwindigkeit sich das neue Virus in den Heimen ausbreiten kann. Die Gewerkschaft Unia fordert von Bund und Kantonen sofortige, griffige Massnahmen. Dazu gehören regelmässig durchgeführte, flächendeckende Corona-Tests von Bewohner*innen und Pflegenden. Positive Testresultate müssen dann insbesondere auch beim Personal zu einer konsequenten Isolation der Betroffenen führen. Heime nicht allein lassen. Das flächendeckende Testen von Mitarbeitenden und Pflegebedürftigen ist personell aufwändig und die Umsetzung einer konsequenten Isolation von erkrankten Pflegenden wird die Personalknappheit noch weiter verschärfen. Bundesrat und Kantone sind daher gefordert, die Heime entsprechend zu unterstützen: Sie müssen einerseits die Kosten für die Tests tragen, andererseits zusätzliches Personal für die Durchführung der Tests und die Pflege bereitstellen – sei dies durch den Aufbau von Personalpools, Zivilschutz- oder Zivildienstleistende oder allenfalls Armeeangehörige. Stellenabbau verhindern. Heime und deren Mitarbeitende müssen aber nicht nur vor Infektionen sondern auch vor den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie geschützt werden. Nebst den zusätzlichen Kosten für die Pandemiebekämpfung führt die aktuelle Situation in vielen Heimen aufgrund weniger Eintritten und Todesfällen zu einer tieferen Auslastung der Betten. Die Finanzierung der Heime und die Stellenschlüssel sind abhängig von der Bettenbelegung. Es besteht die Gefahr, dass diese Kosten und Einbussen auf das Personal überwälzt und Stellen abgebaut werden. Bund und Kantone müssen sofort aktiv werden, die Heime gegebenenfalls finanziell unterstützen und drohende Stellenstreichungen verhindern. Denn die Heime brauchen auch über die Pandemie hinaus genügend, wenn nicht sogar zusätzliches Personal, um eine gute und würdige Pflege zu gewährleisten. Für Rückfragen: Samuel Burri, Co-Branchenverantwortlicher Pflege Unia, Silja Kohler, Mediensprecherin Unia.
Unia Schweiz, Medienmitteilung, Unia Schweiz, 2021-01-19
Unia Schweiz > Altersheime. Coronavirus. Unia Schweiz, 2021-01-19.
Ganzer Text
17.01.2021 Schweiz
Altersheim
Unia Schweiz

Altersheime
Coronavirus
Volltext
Alters- und Pflegeheime vor grosser Gefahr
Besserer Schutz für Personal und Bewohner*innen längst überfällig. Die grosse Mehrzahl aller Corona-Todesfälle ereignet sich in Alters- und Pflegeheimen. Die neue Mutation des Corona-Virus stellt diese nun vor noch grössere Gefahren. Statt die Heime allein zu lassen, sind Bund und Kantone gefordert, griffigere Schutz-massnahmen zu beschliessen: Es braucht regelmässige, flächendeckende Covid-19-Tests in Heimen und infizierte Pflegende müssen sich auch tatsächlich in Isolation begeben können. Dazu braucht es dringend Zusatzpersonal, um die Bewohner*innen in Würde pflegen und schützen zu können. Seit Beginn der Corona-Pandemie sind schweizweit mehr als 4000 Bewohner*innen von Pflegeheimen am Virus verstorben. Das Personal in den Heimen steht seit Monaten massiv unter Druck. Der Mehraufwand in der Pflege, durch Erkrankungen, verschärftem Personalmangel und die Begleitung von sterbenden Pflegebedürftigen, führt zu einer enormen Belastung der Pflegenden. Flächendeckende Test in Heimen längst überfällig. Politik und Gesundheitsbehörden haben zu lange weggeschaut und die Verantwortung an die Institutionen delegiert, die mit manchmal besseren, manchmal schlechteren Schutzkonzepten versucht haben, das Virus aus den Heimen zu halten. Die Mutationen des Virus stellen die Heime vor neue Herausforderungen. Erste Fälle zeigen, mit welch erschreckender Geschwindigkeit sich das neue Virus in den Heimen ausbreiten kann. Die Gewerkschaft Unia fordert von Bund und Kantonen sofortige, griffige Massnahmen. Dazu gehören regelmässig durchgeführte, flächendeckende Corona-Tests von Bewohner*innen und Pflegenden. Positive Testresultate müssen dann insbesondere auch beim Personal zu einer konsequenten Isolation der Betroffenen führen. Heime nicht allein lassen
Das flächendeckende Testen von Mitarbeitenden und Pflegebedürftigen ist personell aufwändig und die Umsetzung einer konsequenten Isolation von erkrankten Pflegenden wird die Personalknappheit noch weiter verschärfen. Bundesrat und Kantone sind daher gefordert, die Heime entsprechend zu unterstützen: Sie müssen einerseits die Kosten für die Tests tragen, andererseits zusätzliches Personal für die Durchführung der Tests und die Pflege bereitstellen – sei dies durch den Aufbau von Personalpools, Zivilschutz- oder Zivildienstleistende oder allenfalls Armeeangehörige. Stellenabbau verhindern. Heime und deren Mitarbeitende müssen aber nicht nur vor Infektionen sondern auch vor den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie geschützt werden. Nebst den zusätzlichen Kosten für die Pandemiebekämpfung führt die aktuelle Situation in vielen Heimen aufgrund weniger Eintritten und Todesfällen zu einer tieferen Auslastung der Betten. Die Finanzierung der Heime und die Stellenschlüssel sind abhängig von der Bettenbelegung. Es besteht die Gefahr, dass diese Kosten und Einbussen auf das Personal überwälzt und Stellen abgebaut werden. Bund und Kantone müssen sofort aktiv werden, die Heime gegebenenfalls finanziell unterstützen und drohende Stellenstreichungen verhindern. Denn die Heime brauchen auch über die Pandemie hinaus genügend, wenn nicht sogar zusätzliches Personal, um eine gute und würdige Pflege zu gewährleisten. Für Rückfragen: Samuel Burri, Co-Branchenverantwortlicher Pflege Unia, Silja Kohler, Mediensprecherin Unia. Unia Schweiz,
Medienmitteilung. Unia Schweiz, 2021-01-17.
Unia Schweiz > Altersheime. Coronavirus. Unia Schweiz,, 2021-01-17
Ganzer Text
11.01.2021 Schweiz
Unia Schweiz

Coronavirus
Querdenker
Volltext
Gefährliche „Querdenker-Aktion“ bringt Arbeitnehmende in die Bredouille. Affront gegen den gesunden Menschenverstand. Eine unbekannte Zahl von Gewerbetreibende stellt sich unter dem Motto „Wir machen auf“ gegen die Massnahmen zur Pandemiebekämpfung. Sie öffnen trotz Verbots ihre Restaurants und folgten damit einem anonymen Aufruf aus deutschen „Querdenker“-Kreisen. Die Unia verurteilt diese Aktion aufs schärfste. Angesichts von jetzt schon über 8'000 Corona-Toten in der Schweiz ist sie ein Affront gegen die Menschlichkeit und den gesunden Menschenverstand. Unia wird Rechte der Angestellte verteidigen. Darüber hinaus bringen die beteiligten Unternehmen ihre Angestellten in eine unhaltbare Situation. Falls sie der Arbeitsaufforderung der Arbeitgeber trotz behördlichem Verbot Folge leisten, machen sie sich nämlich strafbar. Die Mitarbeitenden begehen dann eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbusse bis zu 10'000 Franken geahndet wird. Der Arbeitgeber kann seine Mitarbeitenden nicht zu einer strafbaren und/oder rechtswidrigen Handlung zwingen. Sie können sich daher weigern, zur Arbeit zu gehen bei weiterhin vollem Anrecht auf Gehalt bzw. Kurzarbeitsentschädigung. Allerdings werden in einem solchem Fall viele Arbeitnehmende Repressalien des Arbeitgebers befürchten. Die Unia fordert betroffene Arbeitnehmende darum auf, sich in einem solchem Fall bei ihr zu melden. Die Gewerkschaft wird ihre Rechte wahrnehmen und die fehlbaren Firmen den zuständigen kantonalen Behörden zur Anzeige bringen, welche für die Schliessung der Betriebe gemäss Covid-19-Verordnung zuständig sind. Konfuse Covid-19-Strategie der Regierung ist mitverantwortlich. Dass die verantwortungslose Aktion trotz grassierender Pandemie bei gewissen Arbeitgebern auf Anklang stösst, ist zwar nicht entschuldbar, angesichts der konfusen Corona-Strategie des Bundesrates aber doch keine Überraschung. Schuld daran sind zwei krasse Fehler: Erstens scheint die Regierung die Empfehlungen ihrer eigenen wissenschaftlichen Taskforce nicht ernst zu nehmen, welche seit langem wirksamere Massnahmen zur Senkung der Fallzahlen fordert. Der Bundesrat – und mit ihm die Kantonsregierungen – schaut monatelang passiv zu, wie das erklärte Ziel der Fallzahlen-Senkung wieder und wieder verpasst wird und täglich um die hundert Menschen an Covid-19 sterben. Aber statt entsprechend zu reagieren und die Massnahmen zu verschärfen, sorgen sich die Behörden lieber darum, welche Skilifte vielleicht doch noch geöffnet werden könnten. Solidarität statt finanzpolitische Panikmache. Ebenso grossen Schaden richten die finanzpolitische Panikmache von Bundesrat Maurer und die ideologische Blindheit einiger Arbeitgeberverbände an. Jetzt rächt sich, dass die Schweiz entgegen dem ersten Anschein den notleidenden Betrieben und Arbeitnehmenden eben doch nicht genügend unter die Arme greift. Das unwürdige Geknausere mit Covid-19-Nothilfen muss endlich ein Ende haben. Wer unter der Covid-19-Krise materiell leidet, hat volle Solidarität verdient. Die Unia fordert darum endlich die unbürokratische Auszahlung von À-fonds-perdu-Beiträgen zum Schutz der Arbeitsplätze in den Bereichen, die wegen Lockdowns schliessen mussten oder durch Teil-Lockdown stark eingeschränkt sind; 100 Prozent Kurzarbeitsentschädigung für alle Löhne bis netto 5'000 Franken. Die Schweiz hat das Geld für diese Solidarität – Regierung und Parlament müssen die Mittel jetzt sofort sprechen. Weitere Informationen: Vania Alleva, Präsidentin Unia, Serge Gnos, Leiter Kommunikation Unia Inia Schweiz, Medienmitteilung, 11.1.2021. Unia Schweiz > Querdenker. Coronavirus. Unia Schweiz, 2021-01-11.
Ganzer Text
17.12.2020 Schweiz
MEM-Industrie
Unia Schweiz

Berufsbildung
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Weiterbildung
MEM-Passerelle 4.0: Lancierung Bildungsangebote zur Neu-Qualifizierung. Die Sozialpartner der Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie haben am 11. Dezember 2020 die“e“ MEM-Passerelle 4.0 AG“ gegründet. Ihr Ziel ist es, erwachsenengerechte Qualifizierungsangebote zu entwickeln, um die Arbeitsmarktfähigkeit von berufstätigen Personen in einem sich stark verändernden Arbeitsmarkt zu erhalten. Die Gründungsversammlung wählte Prof. Dr. Stefan Wolter, Professor an der Universität Bern und Direktor Schweizerische Koordinationsstelle für Bildungsforschung, zum Verwaltungsratspräsidenten. Seit Mitte Oktober 2020 läuft am Berufsbildungszentrum IDM Thun ein erster Pilotlehrgang. Die Sozialpartner der Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) haben im Gesamtarbeitsvertrag (GAV) die Absicht verankert, gemeinsam neue Angebote für die Re- und Neuqualifikation von berufstätigen Erwachsenen aufzubauen (vgl. Art. 50 Abs.1 GAV MEM). Auf dieser Grundlage haben die Sozialpartner (Swissmem/ASM, Angestellte Schweiz, Unia, Syna, Kaufmännischer Verband und SKO) am 11. Dezember 2020 die «MEM-Passerelle 4.0 AG» gegründet. Ziel dieser Organisation ist es, den Unternehmen der MEM-Industrie die notwendigen Fachkräfte zu erhalten und den Arbeitnehmenden ihre Anschlussfähigkeit sowie Berufsfeldwechsel zu ermöglichen. Die Aufgabe der „MEM-Passerelle 4.0 AG“ ist es, Beratungsangebote für berufstätige Erwachsene aufzubauen. Diese sollen die individuelle Eignung abklären und die Möglichkeiten für die berufliche Weiterentwicklung aufzeigen. Insbesondere werden erwachsenengerechte, modularisierte und berufsbegleitende Bildungsangebote für eine verkürzte und auf den bestehenden Kompetenzen aufbauende Neuqualifizierung entwickelt. Die «MEM-Passerelle 4.0 AG» sucht dafür die Zusammenarbeit mit den zuständigen staatlichen Instanzen sowie mit Kooperations- und Umsetzungspartnern aus allen Bereichen des Bildungssystems.
Bereits Mitte Oktober 2020 ist am Berufsbildungszentrum IDM Thun ein erster Pilotlehrgang in den Fachbereichen Fertigung, Montage/Inbetriebnahme und Instandhaltung gestartet worden. Im Februar 2021 beginnen weitere Ausbildungsmodule, bei denen auch ein Neueinstieg möglich ist. Die Module werden durch Fachpersonen aus der Praxis geleitet. Ab Herbst 2021 sind zusätzliche Pilotlehrgänge in weiteren Regionen geplant. An der Gründungsversammlung der «MEM-Passerelle 4.0 AG» vom 11. Dezember 2020 wurde Prof. Dr. Stefan Wolter, Professor an der Universität Bern und Direktor Schweizerische Koordinationsstelle für Bildungsforschung SKBF, zum Verwaltungsratspräsidenten gewählt. Der übrige Verwaltungsrat ist aus Vertretern der Gewerkschaften, der Angestelltenverbände sowie von Swissmem bzw. deren Mitgliedfirmen zusammengesetzt. Er besteht aus Bernhard Gisler (Schindler Aufzüge AG), Hans Hess (Swissmem/ASM), Claudia Komminoth (PB Swiss Tools), Karin Oberlin (Angestellte Schweiz), Johann Tscherrig (Syna) und Manuel Wyss (Unia). Weitere Informationen: Pilotlehrgang: www.mem-passerelle.ch/angebote,MEM-Passerelle AG: www.mem-passerelle.ch. Für Rückfragen:
Manuel Wyss, Stv. Sektorleiter Industrie Unia, Philipp Zimmermann, Mediensprecher Unia. Unia Schweiz, Medienmitteilung, 17.12.2020.
Unia Schweiz > MEM-Industrie. Berufsbildung. Unia Schweiz, 2020-12-17.
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14.12.2020 Schweiz
Detailhandel
Unia Schweiz

Ladenöffnungszeiten
Petitionen
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Unia-Petition im Detailhande. Verkäufer*innen verdienen Respekt – mehr denn je! Tausende Angestellte im Detailhandel unterstützen die Forderung der Unia nach einem angemessenen Weihnachtsgeld und einem frühen Ladenschluss am 24. Dezember. Auch einige Detailhändler ziehen mit: Anders als in den vergangenen Jahren werden viele Geschäfte zwischen 16 und 17 Uhr schliessen. Nun müssen sie ihren Angestellten auch eine angemessene Prämie ausrichten – und alle Läden müssen früher schliessen. Die Forderung des Verkaufspersonals, am Abend des 24. Dezembers früher Feierabend zu machen, ist bei einem Grossteil der Arbeitgeber angekommen. Viele Lebensmittelgeschäfte schliessen in der Deutschschweiz an diesem Abend zwischen 16 und 17 Uhr. Die Unia-Petition, die am 25. November lanciert wurde, zeigt also bereits erste Erfolge. Angestellte im Non-Food-Bereich nicht aussen vor lassen Die Weihnachtszeit, die jedes Jahr sehr stressig ist, ist in diesem Jahr durch die Covid-Massnahmen noch herausfordernder für die Angestellten. Darüber hinaus haben einige Kantone und Gemeinden in der Romandie die Ladenöffnungszeiten verlängert – ohne eine Konsultation bei den Sozialpartnern und dem Personal durchzuführen. Die Verkäufer*innen sind erschöpft und haben sich einen freien Abend am 24. Dezember redlich verdient. Die Unia verlangt, dass andere Detailhändler, insbesondere in der französischsprachigen Schweiz und im Non-Food-Bereich, jetzt ebenfalls handeln. Ein wohlverdienter Bonus. Die Verkäufer*innen waren in den letzten Monaten äusserst exponiert – in einer Branche, in der die Löhne grundsätzlich tief, die Arbeitszeiten stark flexibilisiert und die Arbeit der Angestellten zu wenig anerkannt sind. Aufgrund von Kurzarbeit haben in den letzten Monaten viele Angestellte erhebliche Lohneinbussen erlitten. Ein Teil der Arbeitgeber hat mit der Auszahlung einer Prämie oder Gutscheinen zwar gehandelt. Das reicht aber nicht aus. Denn nicht alle Mitarbeitenden profitieren davon. Für die Unia ist klar: Alle Verkäufer*innen haben für ihre wichtige Arbeit ein angemessenes Weihnachtsgeld verdient. Der Gesamtbetrag der Prämie sollte etwa 2'000 Franken für das ganze Jahr betragen. Detailhandel aufwerten!. Für die Unia ist die Durchsetzung ihrer beiden Forderungen ein unverzichtbarer Schritt. Schliesslich braucht es auch längerfristig eine Lohnerhöhung und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Detailhandel – durch flächendeckende Gesamtarbeitsverträge (GAV). Nur mittels GAV können Regeln festgelegt werden, die dem Verkaufspersonal mehr Schutz bieten und ihre Arbeits- und Lohnbedingungen verbessern.
Für Rückfragen:
Anne Rubin, Mitglied Sektorleitung Tertiär
Leena Schmitter, Mediensprecherin Unia

Unia Schweiz, Medienmitteilung, 14.12.2020.
Unia Schweiz > Detailhandel. Ladenöffnungszeiten. Unia Schweiz, 2020-12-14.
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11.12.2020 Schweiz
Baumeisterverband
Unia Schweiz

Lohnerhöhungen
Poliere
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Ohne Poliere geht auf dem Bau nichts: Sie planen, motivieren, leiten an.

Baumeister lassen Poliere schon wieder leer ausgehen
Die Lohnverhandlungen für die Baupoliere sind gescheitert. Der Baumeisterverband hat sämtliche Kompromissvorschläge abgelehnt. Diese erneute Nullrunde ist ein Affront für die Poliere und sie verschlimmert den Fachkräftemangel auf den Baustellen.
Ohne Poliere geht nichts auf der Baustelle. Sie planen, motivieren und leiten die Bauarbeiter tagtäglich an. Und während der Coronakrise haben sie Ausserordentliches geleistet, um wo möglich die Baustellen weiterzuführen.
Lohn und Work-Life-Balance im Fokus
Im Zentrum der diesjährigen Verhandlungen standen Verbesserungen bei den Löhnen und im Bereich Work-Life-Balance. Die Arbeitnehmerverbände, also die Gewerkschaften Unia und Syna sowie Baukader Schweiz, forderten für die Poliere neben einer Lohnerhöhung ein Recht auf Teilzeitarbeit sowie eine bezahlte Znüni-Pause.
Keine Lohnerhöhung seit 2013
Seit 2013 haben die Poliere keine generelle Lohnerhöhung mehr erhalten. Wenn es nach dem Baumeisterverband geht, sollen sie auch dieses Jahr leer ausgehen. Die Baumeister lehnten sämtliche Forderungen und Kompromissvorschläge ohne zu verhandeln ab. Sieht so Wertschätzung aus?
Eigentor der Baumeister
Die Haltung der Baumeister ist auch ein Eigentor. Denn gerade bei den Polieren gibt es einen akuten, spürbaren Personalmangel: Bereits heute fehlen Hunderte Baupoliere. In Zukunft wird sich die Situation noch verschärfen, weil viele Poliere ins Pensionsalter kommen. Zudem fehlt es in der Branche an Nachwuchs.
Die Unia unterstützt die Poliere
Die Arbeitnehmerverbände fordern verantwortungsvolle Firmen auf, die Löhne auf Betriebsebene zu erhöhen. Auch sollen sie Mitarbeitenden, die Teilzeit arbeiten möchten, dies zu ermöglichen. Gemeinsam mit den Polieren wird sich die Unia weiter für die Umsetzung dieser Forderungen einsetzen.
Unia Schweiz, 11.12.2020.
Unia Schweiz > Poliere. Baumeisterverband. Unia, 2020-12-11
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