Gewerkschaftschronik
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 DatumOrtKapitelPersonenStichworteArtikel
01.07.2019 Schaffhausen
Frauen
Personen
VPOD-Magazin
Christoph Schlatter
Frauenstreik
Volltext
Schaffhausen: Ein politisches Bad im kalten Rhein und bewegende Reden. Hühnerhaut und Rosenblätter. Der Frauenstreik war nicht nur in den Zentren. Stellvertretend für viele mittlere und kleinere Orte ein Bericht aus Schaffhausen: Der vom VPOD-Magazin in die alte Heimat entsandte Redaktor wird mit Rosenblättern beworfen und bekommt Hühnerhaut. Cutis anserina, Dermatospasmus oder Piloerektion ist eine vom vegetativen Nervensystem gesteuerte Kontraktion der Haarbalgmuskeln, die ein Aufrichten der Körperhaare bewirkt. Man kennt die Erscheinung als Gänsehaut, in der Schweiz als Hühnerhaut: sie kann körperliche oder psychische Auslöser haben. Wohl vorab körperliche bei den drei Dutzend Frauen, die sich mitsamt ihren Pussyhats mutig ins nur gut I5 Grad warme Wasser des Rheins warfen. Und zwar im Mannehägli der Rhybadi, im oberen Teil der ältesten Kastenbadeanstalt der Schweiz. Die reiferen unter den Schwimmerinnen erinnern sich, dass früher Frauen hier nicht zugelassen waren; sie mussten weiter unten im deutlich kürzeren Frauenhägli im Kiel- und Abwasser der Männer schwimmen. Auch auf dem Fronwagplatz wird des zähen Ringens gedacht, das in der Schweiz jeglichem Fortschritt in der Sache der Frau voranzugehen pflegt, unter anderen von der Schaffhauser VPOD-Präsidentin Nella Marin. Ein Strassentheater illustriert die Historie mit Bildern, Trommelschlägen und Rosenblättern. Punkto Frauenrechte habe unser Land das gesamte 20. Jahrhundert hindurch das (…). Christoph Schlatter.
VPOD-Magazin, 1.7.2019.
Personen > Schlatter Christoph. Frauenstreik Schaffhausen. VPOD-Magazin, 2019-07-01.
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01.07.2019 Schweiz
Frauen
Personen
VPOD-Magazin
Annette Hug
Frauenstreik
Volltext
Streiken, um streiken zu können. In den Tagen nach dem Streik kommen die wirklich schönen Fotos auf den digitalen Pinnwänden von Freundinnen. Die ersten Eindrücke werden gefiltert, wir ziehen ein Fazit. Nicht alle dasselbe. Fast jede Zeitung versucht sich an der historischen Einordnung. Das Beste: Gleich nach dem Frauenstreik beginnt die Umsetzung in verschiedensten Gremien. Kaum eine Entscheidung, die irgendetwas mit Frauen und Männern zu tun hat, bleibt unberührt von der Wucht dieses Aufruhrs. So kann daraus Macht werden. Und während in Parlamenten, Vorständen, in Personalkommissionen und GAV-Verhandlungen die konkreten Konsequenzen aus dem Streik formuliert und hoffentlich gezogen werden, geht das Sammeln von Bildern weiter. Denn ganz verstanden, was da abgegangen ist, haben wir noch nicht, ich jedenfalls bin noch etwas in der Schwebe. Wie schon 1991 ist ätzend oft die Frage aufgetaucht, ob das, was Frauen da machen, überhaupt ein richtiger Streik sei. Die Frage ist ärgerlich, aber nicht blöd. Sie hat System, das heisst, sie verrät viel über das System, aus dem sie stammt. Das erste Mal, als mir etwas von diesem System aufging, war in den Jahren vor dem ersten Frauenstreik. An den Schulen mobilisierten wir für die Abschaffung der Schweizer Armee. In diesem „Wir“ gab es Helden, und das waren nur Männer. Sie sassen damals noch Gefängnisstrafen von zwei bis fünf Monaten ab, wenn sie den Militärdienst verweigerten und keine psychische Krankheit vorschoben. Weil Frauen (…). Anette Hug.
VPOD-Magazin, 1.7.2019.
Personen > Hug Anette. Frauenstreik. VPOD-Magazin, 2019-07-01.
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01.07.2019 Schweiz
Personen
SEV Schweiz
VPOD-Magazin
Christoph Schlatter
Jubiläum
SEV
Volltext
Der SEV, Gewerkschaft des Verkehrspersonals, wird 100 Jahre alt. Historische Weichenstellungen. Erst 100 Jahre? Die Frage ist berechtigt, denn die Eisenbahnangestellten hatten sich längst vor 191'9 zu Verbänden zusammengeschlossen. Der Landesstreik brachte die Einheit. Der VPOD gratuliert der Service-public-Schwester herzlich. „Das ist halt historisch so gewachsen.“ Diese Antwort erhält auch im VPOD häufig, wer Sinn oder Unsinn von Strukturen und Ritualen anspricht. Auch der SEV, Gewerkschaft des Verkehrspersonals, ist eine Traditionsgewerkschaft. Vorläuferorganisationen bestanden schon seit den 1870er Jahren. Erst 1919 fanden sich vier Verbände zusammen. In dieser Vorgeschichte liegt etwa auch die Erklärung dafür, dass auch noch im heutigen SEV die Unterverbände ein starkes Eigenleben besitzen. Vergiftetes Geschenk. Zwischen einem Lokführer und einem Rangierarbeiter, zwischen dem Stationsvorstand und dem Heizer bestanden in der Frühzeit der Eisenbahn gewichtige Rang- und Milieuunterschiede - allein schon darin, wie schmutzig die Hände und Hemden bei der Arbeit wurden. Daher brauchte es mehrere Anläufe und letztlich die kollektive Erfahrung des Landesstreiks, (fast) alle Bähnler in einem Verband zusammenzubringen. Denn (fast) alle hatten in jenen Novembertagen 1918 dazu beigetragen, dass die Schweiz stillstand. Die zentrale Figur für die Einigung und für den Beitritt des SEV zum SGB war Emil Düby, Als SP-Vertreter sass Düby ab 1917 in drei(…).
Christoph Schlatter.
VPOD-Magazin, 1.7.2019.
Personen > Schlatter Christoph. SEV. Jubilaeum. VPOD-Magazin, 2019-07-01.
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01.07.2019 Schweiz
ILO
Personen
VPOD-Magazin
Christoph Schlatter
ILO
Kündigungsschutz
Volltext
Schwarze Liste rauf und runter. Die Normenkommission der ILO pflegt die 25 Länder, die am gröbsten gegen ILO-Kernarbeitsnormen verstossen, auf einer schwarzen Liste zu führen. Es war keine geringe Sensation, als kurz vor Beginn der 108. ILO-Konferenz die Schweiz auf dieser Liste auftauchte, wo man sonst Länder wie Weissrussland oder Sierra Leone findet. Ausgerechnet der Gastgeberstaat der ILO. Und ausgerechnet zum 100-lahr-Iubiläurn. Der Grund ist altbekannt: Die Schweiz hat seit Jahren die von ihr ratifizierte ILO-Konvention 98 nicht umgesetzt, die Arbeitnehmende vor gewerkschaftsfeindlicher Kündigung schützen soll, also etwa gewählte Personaldelegierte oder Vertreterinnen in Pensionskassen davor, dass man sie mit blosser Kündigungsdrohung „gefügig“ macht. Wenn man Organisierte einfach so rausschmeissen kann, lässt sich die Entstehung und/oder die Wirksamkeit von Gewerkschaften schon im Ansatz untergraben. Die Aufforderung der ILO, die Maximalstrafe für missbräuchliche antigewerkschaftliche Kündigung von heute 6 auf wenigstens 12 Monatslöhne heraufzusetzen und in extremen Fällen - analog zum Gleichstellungsgesetz - die Wiedereinstellung vorzusehen, blieb seit Jahren unberücksichtigt, trotz mehrfachen Nachhakens der Gewerkschaften. Der Paukenschlag hatte nun aber Wirkung: Bundesrat Guy Parmelin schlug in der lange hängigen Frage eine Mediation zwischen den Sozialpartnern vor. Aus Sicht von SGB-Zentralsekretär Luca Cirigliano ist der Vorgang ein gutes Beispiel (…).  Christoph Schlatter.
VPOD-Magazin, 1.7.2019.
Personen > Schlatter Christoph. ILO. Kuendigungsschutz. VPOD-Magazin, 2019-07-01.
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01.07.2019 Schweiz
Pensionskasse
VPOD-Magazin
Stefan Giger
Natascha Wey
Pensionskassen
Reform
Volltext
Die Sozialpartner präsentieren eine Reform der zweiten Säule, die Teilzeiterinnen und kleinen Einkommen nützt. Ein Stück AHV im BVG. Erste Ernte des Frauenstreiks? Die Sozialpartner haben einen Vorschlag für die zweite Säule vorgelegt, der sich zumal au Teilzeitarbeitende und überhaupt auf geringe Einkommen positiv auswirkt. Ewiggestrig bleibt der Gewerbeverband: Er ist dagegen. Nach dem Scheitern des Projektes „Altersvorsorge 2020“, welches die erste und die zweite Säule gleichzeitig reformieren sollte, trennte der Bundesrat die beiden Geschäfte. Bei der AHV hält er an einer - wenn auch für Übergangsgenerationen kompensierten - Erhöhung des Frauenrentenalters fest. Mit der Reform des Pensionskassengesetzes BVG beauftragte er die Sozialpartner. Anfangs Juli haben der SGB, Travail.Suisse und der Schweizerische Arbeitgeberverband ihren Kompromiss vorgestellt und dem Bundesrat übergeben. Abseits steht der Gewerbeverband. Mängel erkannt. Das Pensionskassengesetz (Gesetz über die Berufliche Vorsorge, BVG) hat verschiedene Mängel. Der sogenannte Umwandlungssatz ist der Faktor, mit welchem aus dem Sparkapital die Altersrente berechnet wird. Der gesetzliche Umwandlungssatz von 6,8 Prozent entspricht nicht mehr der heutigen Lebenserwartung. Die meisten Pensionskassen haben - bei viel höheren Sparbeiträgen, daher BVG-konform - längst viel tiefere Sätze in ihren Reglementen stehen (5 Prozent und weniger). Der gesetzliche (…). Natascha Wey, Stefan Giger.
VPOD-Magazin, 1.7.2019.
Personen > Wey Natascha. Pensionskassen. Reform. VPOD-Magazin, 2019-07-01.
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01.07.2019 Schaffhausen
Frauen
Personen
VPOD-Magazin
Christoph Schlatter
Frauenstreik
Volltext
Kleine Anfrage betr. Munotglöggli. Über der schönen Stadt Schaffhausen ganz zusserscht usse und änne am Rhy thront der Munot, die gewaltige Rundbastion. Seiner Bestimmung als Wehranlage gemäss hat man ihn nur einmal, 1799 in der sogenannten Franzosenzeit, gebraucht. Das danach stark ramponierte Bauwerk verkam zum Steinbruch. Dann aber trat ein weitsichtiger Zeichenlehrer auf den Plan, der Schaffhausen sein Wahrzeichen und dem Volkslied ein Sujet rettete. Der Turm ist bewohnt. Seit 1589 läutet der Munotwächter jeden Abend um 21 Uhr das Munotglöcklein. 5 Minuten lang. Von Hand. Dann werden die Stadttore geschlossen, und in den Wirtschaften wird der Zapfhahn zugedreht. Ganz so streng geht es heute natürlich auch in Schaffhausen nicht mehr zu. Aber das abendliche Läuten gehört immer noch zu den Pflichten des Munotwächters. Daneben kümmert er sich um das Damwildrudel, das im Munotgraben lebt und dessen Platzhirsch traditionell den Namen des Stadtpräsidenten trägt: Auf Felix folgten Max, Marcel, Thomas. Seit 2015 herrscht Peter. Das Munotamt ist seit 2017 in Frauenhand. Am Frauenstreiktag flatterte drum auf der Zinne nicht die städtische Fahne mit dem Schafbock, sondern eine lilane. Frech: Auch das abendliche Läuten blieb aus am 14. Juni 2019. Damit hat sich die Munotwächterin den Zorn und eine parlamentarische Anfrage von Frau Kobler, SVP, zugezogen: „Ist der Stadtrat nicht auch der Meinung, dass das Munotglöggli nicht für politische Zwecke missbraucht werden soll? Welche Fahnen dürfen auf (…). Christoph Schlatter.
VPOD-Magazin, 1.7.2019.
Personen > Schlatter Christoph. Frauenstreik. Munot. VPOD-Magazin, 2019-07-01.
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04.07.1990 Europa
EWR
Helvetische Typographia
Personen
Arnold Isler
EWR
Frauen
Volltext
Europäischer Zusammenschluss. Für Frauen ein Gewinn. Margrit Meier, Frauen- und Wirtschaftssekretärin beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB), machte es am diesjährigen Frauenaktionstag an der Universität Bern deutlich: Schweizerinnen können durch einen Beitritt der Schweiz zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) viel gewinnen. In den siebziger Jahren hätten die Frauen eine Einrichtung der Europäischen Gemeinschaft (EG) entdeckt, die ihnen in der Folge viel geholfen habe: den EG-Gerichtshof in Luxemburg. Da in den EG-Verträgen der Grundsatz „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ verankert sei, hätten die Frauen begonnen, die Richter mit Lohngleichheitsprozessen zu beschäftigen. Folge davon: Der EG-Gerichtshof in Luxemburg sei zu einem Pionier der Gleichberechtigung in Lohnfragen geworden. Auch in anderen Bereichen sei die EG-Rechtssprechung bedeutend frauenfreundlicher als die schweizerische, betonte Fachfrau Margrit Meier, die vor ihrer Wahl zur SGB-Sekretärin au1 den 1. Mai dieses Jahres im Eidgenössischen Departement für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) im Integrationsbüro sich intensiv mit Europafragen befasste. In den EG-Richtlinien seien zum Beispiel festgeschrieben: die gesetzliche Gleichstellung von Mann und Frau in der sozialen Sicherheit (AHV, Pensionskassen, Krankenversicherung) ; ein Kündigungsschutz für Frauen, die wegen Lohngleichheit klagen; ein Diskriminierungsverbot für Frauen im Arbeitsleben, so beim Zugang zur Beschäftigung, bei Ausbildung und Aufstieg, (…). Arnold Isler.
Helvetische Typographia, 4.7.1990.
Personen > Isler Arnold. EWR. Frauen. HT, 1990-07-04.
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15.08.1990 Schweiz
GDP
Helvetische Typographia

Informatik
Volltext
Weiterbildung
Ganzheitliches Lernen. Informatik ganzheitlich lernen mit Suggestopädie. Dass Computer lernen auch Spass machen kann, haben Kolleginnen an einem eigens für Frauen organisierten Kurs Ende Mai in Bern-Wabern erfahren. Der von der GDP-Frauenkommission empfohlene Kurs „Informatik ganzheitlich lernen mit Suggestopädie“ war denn auch ausgebucht, so dass weitere interessierte Kolleginnen auf eine Wiederholung des Kurses vertröstet werden mussten. Mit den folgenden Berichten möchten zwei begeisterte Teilnehmerinnen zum weiteren Kursbesuch anregen und die GDP-Verantwortlichen auffordern, diese Kursreihe fortzusetzen (z.B. „Word 5.0 Textverarbeitung“). Auch unsern Kollegen wollen wir ganzheitliches Lernen ohne Konkurrenz- und Leistungszwang wärmstens empfehlen. Was hat das Backen einer Omelette mit dem Computer zu tun? Ohne Pfanne und Rezept keine Omelette - ohne CPU und Programm kein Output! Dieser Informatikkurs mit Suggestopädie führt auf spielerische Weise in die Computerwelt ein. Mit Kreuzworträtsel, Memory, Anfassen des Computer-Innenlebens, Spass, Musik und Entspannung kann man/frau auf vergnügliche Weise lernen. In zweieinhalb Tagen kann eine Schwellenangst überwunden werden. In angenehmer, entspannter Atmosphäre, wird vermittelt, dass Informatik keine Hexerei und für jedermann/!jedefrau zugänglich ist. Dieser Kurs richtet sich an (…). Maya Fritz, Elfy Schneider.
Helvetische Typographia, 15.8.1990.
Typographia Schweiz > Informatik. Weiterbildungskurs. HT, 1990-08-15.
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16.07.2019 Schweiz
Postfinance
Syndicom

Löhne
Postfinance
Volltext
Bei PostFinance werden die Lohnmassnahmen 2019 überprüft! Viele Mitglieder von PF haben uns geschrieben, dass sie mit der Lohnerhöhung 2019 nicht zufrieden sind. In unserem Lohnrechnerhaben sie ihre Lohndaten eingegeben und festgestellt, dass sie den Vorschlagswert nicht erhalten haben. Der Vorschlagswert ist nicht zwingend geschuldet, aber eine Abweichung muss begründet werden und nicht alle Begründungen sind zulässig. Dank der Intervention von Syndicom wird das jetzt genauer überprüft. Die Anwendung des Vorschlagswertes erfolgte nicht einwandfrei. Im April hat PostFinance die mit den Sozialpartnern verhandelten GAV-Lohnmassnahmen 2019 umgesetzt. Als Hilfestellung zum Festsetzen der individuellen Lohnerhöhungen haben die Vorgesetzten einen unverbindlichen Vorschlagswert für jeden Mitarbeitenden erhalten. Die Vorgesetzten waren verpflichtet, den Mitarbeitenden die Lohnmassnahme nachvollziehbar zu begründen – insbesondere dann, wenn sie keine Lohnmassnahme erhielten oder die Lohnerhöhung unter dem Vorschlagswert lag. Die Nichtgewährung des Vorschlagswerts setzt eine Begründung voraus, die über die Lage innerhalb der Funktionsstufe und der Lohnhygiene innerhalb des Teams hinaus geht. Rückmeldungen von Mitarbeitenden lassen den Schluss zu, dass dies nicht in allen Fällen geschehen ist. Syndicom und PostFinance haben deshalb beschlossen, diesen Sachverhalt zu überprüfen. (…).
Syndicom, 16.7.2019.
Syndicom > PostFinance. Loehne. Syndicom, 2019-07-16.
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09.05.1990 Deutschland
Schweiz
GDP
Helvetische Typographia
IG Medien

IG Medien
Vertragsverhandlungen
Volltext
Tarifauseinandersetzung in der BRD. Kaum begonnen, wurden die Verhandlungen über Lohn, Gehalt und Arbeitszeitverkürzung auf 35 Stunden in der Druckindustrie Deutschland ohne eine wirkliche Eintretensdebatte zum Scheitern gebracht. Auf inhaltliche Verhandlungen haben sich die Vertreter des Bundesverbandes Druck nicht eingelassen. Im Gegenteil: Sie liessen die Verhandlungen über Fort- und Weiterbildung sowie die übrigen Forderungen scheitern. Dies ist für die Kolleginnen und Kollegen der Industriegewerkschaft Medien eine ungeheuerliche Provokation, denn in diesen Tarifbereichen ist aufgrund der glänzenden Wirtschaftslage eine dringende Anpassung überfällig. Dieser Angriff der Druckunternehmer auf die berechtigten Forderungen passt in die allgemeine politische Landschaft und die Industriegewerkschaft Medien sieht in diesem Verhalten eine gezielt geplante Verschärfung des Tarifkonflikts. Die Verhandlungskommission kam nach der 4. Verhandlungsrunde am 3. Mai .1990 zu der Einschätzung, dass der Bundesverband Druck einen scharfen Angriff auf die Beschäftigten in der Druckindustrie vorbereitet. Die Kolleginnen und Kollegen der Industriegewerkschaft Medien sind nun nicht mehr an die Friedenspflicht gebunden. Mit einem Streik in der Druckindustrie muss also nun gerechnet werden. Die Gewerkschaft Druck und Papier der Schweiz wird deshalb alles tun, was in ihren Kräften steht, um eventuelle Auslagerungsversuche der deutschen Unternehmer in Betriebe in der Schweiz zu (…).
Helvetische Typographia, 9.5.1990.
Helvetische Typographia > Deutschland. IG Medien. Vertragsverhandlungen. HT, 1990-05-09.
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09.05.1990 Schweiz
GDP
Helvetische Typographia
Löhne

Lohnklage
Urabstimmung
Volltext
Die Gewerkschaft Druck und Papier. darf den GAV Buchbinder-Kartonage nicht unterzeichnen! Anlässlich der Urabstimmung vom 9. März 1990 habt Ihr dem Verhandlungsergebnis zur Erneuerung des Gesamtarbeitsvertrages in der Buchbinderbranche bei einer Stimmbeteiligung von 40 Prozent und einem Ja-Stimmen-Anteil von 70,4 Prozent die Zustimmung erteilt. Wie aus dem damals beigelegten Abstimmungsmaterial ersichtlich war, hat Euch die GDP-Frauenkommission im Gegensatz zum Zentralkomitee GDP die Nein-Parole zum Verhandlungsergebnis empfohlen. Dies vor allem darum, weil bei den Mindestlohnansätzen für ungelernte Arbeitnehmerinnen der in der Bundesverfassung verankerte Gleichstellungsartikel nicht erfüllt ist. Da die Frauenkommission befürchtet, dass der GAV Buchbinder nach der Urabstimmung sofort in Kraft gesetzt würde, hat sie durch richterlichen Beschluss die Urabstimmung als nichtig erklären lassen. Dieses Vorgehen hat zur Folge, dass es der Gewerkschaft Druck und Papier unter Androhung von Rechtsfolgen bis auf weiteres verboten ist, den GAV Buchbinder rechtsgültig zu unterzeichnen. Mit dieser durch die GDP-Frauenkommission veranlassten Verfügung soll erreicht werden, dass die Gewerkschaft Druck und Papier gezwungen wird, mit dem Unternehmerverband VBS neue Verhandlungen über die Lohngleichstellung der ungelernten Arbeitnehmerinnen zu führen. (…).
Gewerkschaft Druck und Papier.
Helvetische Typographia, 9.5.1990.
Helvetische Typographia > Lohnklage. Urabstimmung. HT, 1990-05-09.
Ganzer Text
09.05.1990 Schweiz
Helvetische Typographia
Personen
SGB
Beat Kappeler
Löhne
Teuerung
Volltext
„Lohn-Preis-Spirale“: Wie bitte? Wo bitte? Alte Gewohnheiten sterben nicht so rasch. Die Bankgesellschaft spricht in ihrem neuesten Konjunkturbericht von der Lohn-Preis-Spirale, die noch bis Mai nach oben gehen dürfte, Dabei hat die gegenwärtige Inflationsperiode mit aller Deutlichkeit gezeigt, dass wir in einer ausgesprochenen Preislohn-Spirale stecken: Zu Beginn letzten Jahres begannen die Zinsen zu steigen, weil das Geld ins Ausland gezogen wurde und der Franken fiel. Dann stiegen die Importpreise. Hernach erhöhten die Banken die Hypothekarzinsen. Sodann zogen die Vermieter mit den Mieten nach. Schliesslich begannen auch die Güter und Dienstleistungen aufzuschlagen und im September/Oktober, als die Löhne verhandelt wurden, war die Inflation auf 3,5 Prozent angelangt. Als die Lohnrunde fast fertig war, aber immer noch die alten Löhne bezahlt wurden, schnellte die Teuerung im November-Index auf über 5 Prozent hoch. Diese Inflation hat nachträglich sogar die etwa zwei Prozent Reallohnerhöhungen aufgefressen. Und da kommen uns die Konjunkturexperten einer Grossbank mit einer „Lohn-Preis-Spirale“! Die ETH belegte übrigens in einer kürzlichen Untersuchung, dass die Löhne in der Schweiz viel schwächer anstiegen als in den meisten Konkurrentenländern. Vielleicht nehmen auch die Banken zur Kenntnis, dass unsere jetzt viel höhere Inflation, als sie Frankreich oder Deutschland kennen, durch Mechanismen des Finanzplatzes und der Geldpolitik in Gang gesetzt worden ist.(...). Beat KappeIer.
Helvetische Typographia, 9.5.1990.
Personen > Kappeler Beat. Teuerung. HT, 1990-05-09.
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12.09.1990 Schweiz
GDP
Helvetische Typographia
Personen
Erika Trepp
GDP
Lohnklage
Volltext
Zur „Frauenklage“ gegen die GDP. Klappt es nun doch noch? Die meisten Leute, mit denen wir darüber diskutieren, freuen sich, dass wir mit unserer Klage einen Weg gefunden haben, das Gericht, stellvertretend für den Staat, zu einer Stellungnahme zu zwingen. Verwirrt jedoch, genau genommen sogar undurchschaubar, war das bisherige Verhalten der Verantwortlichen innerhalb der GDP. Wurde uns „vorne durch“ bestätigt, wir hätten mit unserer Klage inhaltlich mehr als recht, schürten unsere Funktionäre hintenherum den Widerstand gegen uns Frauen und erzählen, uns gehe es nicht um die Sache, sondern darum, uns zu profilieren und die Gewerkschaft zu zerstören. Wir blieben ruhig und unsere Geduld schien zu fruchten: Im Sommer beschloss das Zentralkomitee, den GDP-Anwalt zu beauftragen, die Klageantwort beim Gericht auf ein Minimum zu beschränken und auf keinen Fall zum Schaden der betroffenen Frauen zu argumentieren. Doch was dann wirklich passierte, war genau das Gegenteil. Der GDP-Anwalt reichte eine Klageantwort ein, die reaktionärer nicht sein konnte. Es würde zu weit führen, hier all die abstrusen Argumentationen aufzuführen. Eine Kostprobe sei immerhin stellvertretend für alle wiedergegeben: Der GDP-Anwalt bestreitet, dass es überhaupt nötig sei, gleiche Löhne im Gesamtarbeitsvertrag zu verankern. In der Schweiz herrsche nämlich zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften das Prinzip von Treu und Glauben. Die GDP habe also keinen Grund, anzunehmen, dass sich die Arbeitgeberseite (…). Erika Trepp.
Helvetische Typographia, 12.9.1990.
Personen > Trepp Erika. GDP. Lohnklage. HT, 1990-09-12.
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25.03.1994 Schweiz
Öffentlicher Dienst, Der
VPOD Schweiz

Frauenkonferenz
Resolutionen
Volltext
Griffige Quotenregelung verlangt. An der Konferenz wurden - teilweise nach intensiven Debatten - mehrere Anträge und Resolutionen genehmigt. So verlangen die VPOD-Frauen, dass für den Verbandstag 1995 eine umfassende Bilanz über die „prioritären Forderungen zur Chancengleichheit“ gemacht wird. Eine Analyse der Hindernisse soll aufzeigen, warum diese zentrale Forderung in den Sektionen nur schlecht umgesetzt wurde. Mit einer Enthaltung genehmigten die Delegierten auch einen Antrag, der eine griffige Quotenregelung in Geschäftsleitung, Verbandsvorstand und bei den Sektionen - unter Berücksichtigung der jeweiligen speziellen Umstände - fordert. Seit 1988 sind die Frauen mindestens gemäss ihrem Mitgliederanteil in den Gremien vertreten. Neu soll die Quote so definiert werden, dass höchstens noch 60 Prozent dem gleichen Geschlecht angehören dürfen. Wie der geschäftsleitende Sekretär Walter Renschler in seinem Begrüssungsreferat ausführte, dürfte diese Forderung mit der stetigen Zunahme der weiblichen Mitglieder bald eine männerfreundliche Regelung werden. Ein weiterer Antrag verlangte, dass der VPOD einen speziellen Fonds für aktive Mitglieder mit Elternpflichten einrichtet. Wer einen Babysitter bezahlen muss, um an einer Sitzung des Verbandes teilnehmen zu können, würde einen Beitrag aus diesem Solidaritätsfonds erhalten. Grossdemo geplant. (…).
Der öffentliche Dienst, 25.3.1994.
Oeffentlicher Dienst, Der > VPOD-Frauenkonferenz. Resolutionen. OeD, 1994-03-25.
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25.03.1994 Schweiz
Oeffentlicher Dienst, Der
Personen
SGB
Serge Gaillard
Arbeitslosigkeit
Statistik
Volltext
BIGA-Chef Nordmann: Schindluderei mit Arbeitslosenstatistik. Die Arbeitslosenzahlen des Bundesamtes für Industrie. Gewerbe und Arbeit (BIGA) für den Monat Februar weisen im Vergleich zum Vormonat einen Rückgang um 785 Personen aus - bei insgesamt 187‘382 eingeschriebenen Arbeitslosen. Grund genug für BIGA-Direktor Jean-Luc Nordmann, von einer Trendwende auf dem Arbeitsmarkt zu sprechen. Das ist schlicht Schindluderei! Mit seiner „Trendwende“ hat sich Nordmann nun allerdings völlig vergaloppiert. Tatsache ist erstens, dass die Arbeitslosenzahlen im Winter auch bei unveränderter Wirtschaftslage höher sind als im Sommer. Aus saisonalen Gründen gehen deshalb die Arbeitslosenzahlen im Frühling leicht zurück. Dieser Effekt wird sich in den nächsten zwei Monaten noch verstärken. Allein aus saisonalen Gründen ist bis zum Juli ein Rückgang der Arbeitslosenzahlen um rund 15‘000 Personen zu erwarten. Zweitens ist daran zu erinnern, dass der hohe Anteil an Langzeitarbeitslosen zunehmend ausgesteuert wird und aus der Statistik rausfällt. Wie bedeutend dieses Phänomen ist, kann beim BIGA vorerst nicht in Erfahrung gebracht werden. Die Konjunkturforschungsstelle der ETH (KOF) schätzte im Herbst die Zahl der Aussteuerungen auf drei bis viertausend monatlich. In der zweiten Jahreshälfte 1993 betrugen die monatlichen „Abgänge“ aus der (registrierten) Arbeitslosigkeit durchschnittlich mehr als 18‘000 Personen. (…). Serge Gaillard, SGB-Sekretär, verantwortlich für Wirtschaftspolitik.
Der öffentliche Dienst, 25.3.1994.
Personen > Gaillard Serge. Arbeitslosigkeit. Statistik. OeD, 1994-03-25.
Ganzer Text
25.03.1994 Schweiz
Frauen
Oeffentlicher Dienst, Der
Personen
Doris Schüepp
Frauenförderung
Volltext
VPOD Schweiz
Frauenförderung AGB. Handeln statt Jammern ist auch beim Thema „Modernisierung und Reform der Gewerkschaften“ gefragt., Dass dabei unspektakuläre Taten wirkungsvoller sind als grosse Worte, zeigt ein aargauisches Beispiel. Seit Januar dieses Jahres ist der VPOD zusammen mit der Gewerkschaft VHTL und dem Aargauischen Gewerkschaftsbund (AGB) am gemeinsamen Projekt „gewerkschaftliche Frauenberatungsstelle“ beteiligt. Schon nach kurzer Zeit erwies sich das Angebot als Marktlücke. Die Gewerkschaftssekretärinnen sind während der Beratungszeit voll in Anspruch genommen, im Hintergrund liefern Kollegen Unterstützungsarbeit. Neben dieser optimalen Arbeitsteilung zwischen weiblichen und männlichen Gewerkschaftsprofis ist auch die gewerkschaftsübergreifende Zusammenarbeit ein Lichtblick. Freude herrscht nicht nur am gemeinsamen Projekt, sondern auch an den gemeinsamen, freundlichen Räumlichkeiten, welche sich AGB, VPOD, VHTL und Lithographenbund neu in Aarau teilen. Nicht nur, dass sich die Zusammenlegung der Infrastruktur aus finanzieller Sicht längerfristig lohnt. Es bedeutet auch ein Heraus aus der Isolation für die Gewerkschaftssekretäre, welche in ihren bisherigen Sektionssekretariaten oft auf sich alleine gestellt waren. Aber selbst bei Schritten wie gemeinsame Projekte und Infrastrukturen gilt es, Widerstände zu überwinden. (…). Doris Schüepp.
Der öffentliche Dienst, 25.3.1994.
Personen > Schüepp Doris. Frauenförderung. AGB. OeD, 1994-03-25.
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12.04.1988 Schweiz
Berner Tagwacht
Frauen

Frauengewerkschaft
Gründung
Volltext
Am Samstag, 16. April 1988 soll sie gegründet werden: Eine unabhängige und aktive Frauengewerkschaft. „Wir Frauen schliessen uns zusammen, wir setzen uns gemeinsam ein für echte Gleichberechtigung in der Gesellschaft und in der Arbeitswelt. Wir gründen eine Frauengewerkschaft.“ Wir, das sind bis jetzt zwanzig Frauen, aktive Gewerkschafterinnen und politisch Interessierte, die an einer Tagung im Herbst 1987 einmal mehr Bilanz gezogen haben. Die Frauen haben genug. Genug von der Männer-Mehrheit in allen Branchen, auf allen Ebenen der Gewerkschaftshierarchie, die sämtliche Forderungen und Versuche von Frauen abblocken. Genug von der mythischen Grösse „Arbeitsplatz“, die allen Inhalten für eine menschlichere Schweiz gegenübergestellt wird. Genug davon, dass der Frauenanteil im Schweizerischen Gewerkschaftsbund nur 15 Prozent beträgt. „Die Auseinandersetzungen um das Friedensabkommen haben gezeigt, dass längst fällige Neuorientierungen im SGB höchstens ins Programm kommen, aber nicht umgesetzt werden: Die Zusammenarbeit mit Bürgerinitiativen, Grünen und sozialen Volksbewegungen kann nicht stattfinden.“ Die Frauen wollen deshalb spontane und frechere Aktionsformen als dies .bisher der Fall war und so ihre immer und immer wieder diskutierten Utopien durchsetzen. Jedefrau ist angesprochen. Erste öffentliche Versammlung soll am Samstag, 16. April um 14 Uhr im Volkshaus Hotel Bern sein. Und dort, so hofft Christine Dolder, eine der zwanzig Initiantinnen, viele Frauen mit den gleichen Anliegen (…).
Berner Tagwacht, 12.4.1988.
Berner Tagwacht > Frauengewerkschaft. Gruendung. TW, 1988-04-12.
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25.03.1994 Schweiz
Frauen
Oeffentlicher Dienst, Der
VPOD Schweiz

Frauen
Gleichstellung
Verbandskonferenz
Volltext
VPOD-Frauenkonferenz. Gleichstellungsgesetz: zwiespältige Bilanz. Unzufrieden mit dem Resultat der Beratungen des Nationalrates zum Gleichstellungsgesetz sind die zweihundert Delegierten und Gäste der Verbandskonferenz Frauen des VPOD, die am vergangenen Freitag und Samstag im Luzerner Casino stattfand. Die Arbeitgebervertreter und die Rechtsbürgerlichen haben sich in zu vielen Punkten durchsetzen können und damit dem Gleichstellungsgesetz wichtige Zähne gezogen. Die VPOD-Frauenkonferenz zeigt sich befriedigt darüber, dass der Nationalrat am zweiten Beratungstag zumindest dem Verbandsklagerecht zugestimmt hat. Die Möglichkeit zur Verbandsklage für Gewerkschaften und Frauenorganisationen ohne schriftliche Zustimmung von Betroffenen ist ein äusserst wichtiges Instrument, um gegen Diskriminierung zumindest dort vorgehen zu können, wo sie sich voraussichtlich auf mehrere Arbeitsverhältnisse auswirken würde. „Unsere Freude über diesen Entscheid wird jedoch wesentlich getrübt durch die übrigen Entscheide, mit denen der Nationalrat die Kompromissvorlage des Bundesrates verwässert hat“, heisst es jedoch weiter in der Resolution der VPOD-Frauen. Ein umfassendes Diskriminierungsverbot, das war das Herzstück des Gleichstellungsgesetzes. Aus diesem Herzstück hat der Nationalrat einen entscheidenden Teil herausgebrochen. Der Zugang zur Erwerbsarbeit - Stellenausschreibung, Anstellung und Aufgabenzustellung - fällt nicht mehr darunter. (…).
Der öffentliche Dienst, 25.3.1994.
Oeffentlicher Dienst, Der > Verbandskonferenz Frauen. Gleichstellung. OeD, 1994-03-25.
Ganzer Text
19.10.1994 Schweiz
GDP
Helvetische Typographia
Personen
Udo Göckler
Frauenkonferenz
GDP
Resolution
Volltext
GDP-Frauenkonferenz, 1.10.1994. Resolution. Die Teilnehmerinnen kritisieren heftig die verschiedenen Versuche wirtschaftlicher und politischer Kreise, die gewerkschaftlichen Errungenschaften zu entwerten und zu zerschlagen. Sie fordern insbesondere, dass rasch ein akzeptabler GAV zwischen dem Schweizerischen Verband Grafischer Unternehmen (SVGU) und den Gewerkschaften abgeschlossen wird. Die vom SVGU gemachten Vorschläge bedeuten eine unannehmbare Verschlechterung des Vertrages. Die Konferenzteilnehmerinnen stellen sich auch gegen die vom SVGU beabsichtigte Herabsetzung der Mindestlöhne. Eine solche Massnahme würde die Schwächsten treffen. nämlich diejenigen, deren Löhne den Mindestansatz nicht überschreiten: Frauen, die Teilzeit arbeiten, Arbeitslosem Hilfspersonal. Ausserdem darf eine Flexibilisierung nur einhergehen mit einer Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit. Ausserdem erwarten sie von Arbeitgebern und Gewerkschaften klare Zeichen, dass diese bereit sind, Diskriminierungen zu bekämpfen, unter denen Frauen oft leiden: ungleiche Löhne. sexuelle Belästigung usw. Die GDP-Frauenkonferenz weist nochmals mit Nachdruck auf die Gefahren bin, die von einer landesweiten Politik der Deregulierung ausgehen. Sollte diese in die Tat umgesetzt werden, würde das zu einer Zunahme der Armut in der Schweiz beitragen, was zu sozialen Unruhen führen könnte. (…).
Udo Goeckler.
Helvetische Typographia, 19.10.1994.
Personen > Goeckler Udo. GDP-Frauenkonferenz. Resolution. HT, 1994-10-19.
Ganzer Text.
25.03.1993 Schweiz
AHV
VHTL-Zeitung
Pietro Cavadini
AHV-Revision
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10. AHV-Revision im Nationalrat. Rentenalter 64 für Frauen gefährdet die 10. AHV-Revision. Am Vormittag hatte die Bundesversammlung nach viel Ächzen und nur auf Druck Tausender von Frauen aus dem Volk mit Ruth Dreifuss endlich eine Frau In den Bundesrat gewählt. Am Nachmittag präsentierte der Nationalrat den Frauen dafür bereits die Rechnung: Er setzte Ihnen das Rentenalter um zwei Jahre hinauf. Es braucht offenbar noch einmal Druck von unten, um dem Parlament solche Bubenstückchen auszutreiben. Falls der Ständerat die Heraufsetzung· des Rentenalters auf 64 nicht wieder rückgängig macht, werden die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger zur 10. AHV- Revision das letzte Wort haben: Das Referendum ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Die Befürworter eines höheren Rentenalters für Frauen gefährden mit ihrer Haltung eine Revision, die alte gewerkschaftliche Forderungen endlich erfüllt. So verlangen die Gewerkschaftsfrauen seit mehr als einem Jahrzehnt, die AHV müsse die verheirateten Frauen wie selbständige Menschen behandeln und deren unbezahlte, aber für die Gesellschaft lebenswichtige Arbeit anerkennen. Mit der Individualisierung der Renten, dem berühmten Splitting, sowie der Einführung von Erziehungs- und Betreuungsgutschriften ist ein erster Schritt zur Erfüllung dieser Forderung gemacht worden. Noch viel älter ist die Forderung der Gewerkschaftsbewegung, die ungenügenden Renten für Frauen, die ohnehin schon durch die ungleichen Löhne und die geringeren Chancen (…). Pietro Cavadini.
VHTL-Zeitung, 25.3.1993.
Personen > Cavadini Pietro. AHV-Revision. VHTL-Zeitung, 1993-03-25.
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25.03.1993 Schweiz
Personen
VHTL-Zeitung
Emil Haber
Peter Werner Küng
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Nachruf
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Emil Haber hat uns verlassen. Völlig unerwartet hat uns die Nachricht vom Tode unseres Kollegen Emil Haber erreicht. ; Er ist am 3. März in seinem, 77. Altersjahr verstorben. Emil Haber ist am 31. Dezember 1978 altershalber vom Amt als Zentralkassier unserer Gewerkschaft zurückgetreten. 1943 war er als Geschäftsstellenleiter der Büchergilde Gutenberg in Bern der VHTL beigetreten. Im Jahre 1958 wurde er als vollamtlicher Sekretär auf unser Sekretariat in Bern berufen, wo er das Handelspersonal betreute. 1963 zog der in Bern tätige Basler nach Zürich, um seine gewerkschaftliche Laufbahn auf dem Zentralsekretariat fortzusetzen. Der Kongress 1966 wählte ihn schliesslich als Nachfolger von Werner Schneiter zum Zentralkassier. In seine 12jährige Amtszeit fiel als „Hauptwerk“ die Schaffung der Stiftung Hilfskasse VHTL, die den weitreichenden Ausbau der bis heute geschätzten Verbandsleistungen ermöglichte: den damals bahnbrechenden beruflichen und ausserberuflichen Verkehrsrechtsschutz und die Hilfe bei Lohnausfällen infolge Konkurs des Arbeitgebers beispielsweise. Über die Grenzen der VHTL hinaus wirkte Emil Haber in verschiedenen Gremien, vor allem in genossenschaftlichen und gemeinnützigen Unternehmungen, auch nach seiner Pensionierung 'bis zu seinem Hinschied aktiv mit. (…).
Peter W. Küng Zentralpräsident VHTL.
VHTL-Zeitung, 25.3.1993.
Personen > Haber Emil. Nachruf Peter W. Kueng. VHTL-Zeitung, 1993-03-25.
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25.03.1993 Schweiz
Personen
VHTL-Zeitung
Ewald Ackermann
Vertragsverhandlungen
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Wenig Fortschritte, viel Stagnation. In den Vertragsverhandlungen 1992 waren gewerkschaftliche Erfolge eher selten. Die Abschlusse widerspiegeln deutlich die schlechte Wirtschaftslage. Salopp könnte man sie wie folgt zusammenfassen: Rückschrltt bel den Löhnen, Fortschritte bel den Ferien, Stagnation In allen übrigen Bereichen. Seit einigen Jahren führt der SG B bei den ihm angeschlossenen Verbänden eine Umfrage über die im Vorjahr abgeschlossenen Gesamtarbeitsverträge (GAV) durch. Die , Resultate dieser Umfrage lassen keine genaue Wertung zu. Sie zeigen aber Trends auf. In diesem eingeschränkten Sinn mag gelten: Neue GAVs: wenig durchbrechende Fortschritte. Der Abschluss deutlich besserer GAVs war 1992 selten. Als für die Gewerkschaften positiven Gegentrend kann man den Chemie-GAV bezeichnen und für die immateriellen Forderungen auch die neuen Verträge im Metallgewerbe und in der Glasindustrie. In ersterem wurden 5,5 Prozent mehr Lohn und ein zusätzlicher Ferientag für die 20- bis 6Ojährigen erreicht. Neu finden jährliche Lohnverhandlungen auf Ebene der Vertragspartner - und nicht wie von Arbeitgeberseite zuerst postuliert auf Betriebsebene - statt, wobei im Falle der Nichteinigung die Friedenspflicht erlischt. Eliminiert wurde damit der im alten GAV festgeschriebene automatische Ausgleich der Teuerung. Im Metallgewerbe und in der Glasindustrie konnten SMUV beziehungsweise GBI die Ferien je nach Alterskategorie um zwei bis fünf Tage verlängern. Die insgesamt jedoch (…). Ewald Ackermann.
VHTL-Zeitung, 25.3.1993.
Personen > Ackermann Ewald. Vertragsverhandlungen. VHTL-Zeitung, 1993-03-25.
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04.02.1993 Zofingen
Neue Gewerkschaft
Personen
Trilacolor
Christine Valentin
Trilacolor AG
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Warnstreik
Die Mitarbeiterinnen der Produktion standen zweieinhalb Stunden in bitterer Kälte vor den Betriebstoren. Warnstreik: Bei der Trilacolor geht es hart auf hart. Während zweieinhalb Stunden standen letzte Woche bei der Trilacolor in Zofingen die Maschinen still. Denn die Firma weigert sich mit fadenscheinigen Begründungen, den seit 47 Jahren existierenden Kollektivarbeitsvertrag (KAV) zu erneuern. Das lassen sich die Arbeitnehmerinnen und ihre Gewerkschaft GBI nicht bieten. Ein ungewohntes Bild bot sich letzte Woche vor den Betriebstoren der Farben- und Lackfabrik Trilacolor in Zofingen. Die in der Produktion beschäftigten ArbeitnehmerInnen weigerten sich praktisch vollzählig, bei Schichtbeginn ihre Arbeit aufzunehmen. Bei bitterer Kälte streikten sie während zweieinhalb Stunden und zeigten damit, dass sie nicht gewillt sind, kampflos eine Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen hinzunehmen. Unterstützt wurden sie bei ihrem Warnstreik von ihrer Gewerkschaft GBI, von Kollegen des ebenfalls in Zofingen ansässigen chemischen Betriebs Siegfried AG und dem Aargauischen Gewerkschaftsbund. Fadenscheinige Begründungen. Grund für den Warnstreik war die Weigerung der Trilacolor den seit 1946 bestehenden KAV mit der Gewerkschaft GBI (früher GTCP) zu erneuern. Die Firma, welche massiv verschuldet ist und seit drei Monaten 20 Prozent Kurzarbeit eingeführt hat, begründet ihre sture Haltung damit, dass sie durch den KAV gegenüber der Konkurrenz benachteiligt sei. (…). Christine Valentin.
Neue Gewerkschaft, 4.2.1993.
Personen > Valentin Christine. Trilacolor AG. Warnstreik. Neue Gewerkschaft, 1993-02-04.
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03.10.1990 Schweiz
Personen
SGB
Walter Renschler
Mitgliederwerbung
SGB
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Ein Vorschlag zur Begrünung von Gewerkschaftswüsten. Auch die SGB-Gewerkschaften wollen Gewerkschaftswüsten begrünen. Trotz langiährigen, im Zusammenhang mit praktischen Feldversuchen jeweils wieder aufflackernden Diskussionen sind bis heute keine langfristigen, überlebensfähigen Oasen entstanden. Im Zusammenhang mit der Gründung von „efa“ hat nun SGB-Vizepräsident Walter Renschler reagiert: Er schlägt unter anderem die Entwicklung eines gewerkschaftlichen Vorhofes vor: Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) und seine angeschlossenen Gewerkschaften haben gemeinsam ein neues Instrument zu schaffen, das den Weg zur Gewerkschaft für Unorganisierte erleichtert, die bisher den Zugang nicht fanden, weil sie sich hilflos fühlten, weil sie schlecht verdienen und der Gewerkschaftsbeitrag zur finanziellen Hemmschwelle wird, oder weil sie in Branchen und Gegenden arbeiten, wo die gewerkschaftliche Präsenz schwach oder überhaupt nicht vorhanden ist. Ihnen muss neben dem bestehenden Produkt SGB, mit seinen Branchenvarianten ein neues zusätzliches „Produkt“ angeboten werden, das auf ihre Situation und Bedürfnisse ausgerichtet ist: - lockere organisatorische Einbindung, - einerseits individuelle Hilfeleistung und andererseits Förderung des Bewusstseins für die kollektive Interessenwahrung und - bescheidener Beitrag. (…).
Walter Renschler, Vizepräsident des SGB.
Die Gewerkschaft, 3.10.1990.
Personen > Renschler Walter. Mitgliederwerbung. Die Gewerkschaft, 1990-10-03.
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12.09.1995 Schweiz
Neue Gewerkschaft
Personen
André Kaufmann
Baukader
GAV
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GAV für Poliere. Positive Teilresultate, gewichtige Differenz. Die Verhandlungen über den Gesamtarbeitsvertrag für die Poliere scheinen auf gutem Weg. An diesem GAV, der bisher zwischen dem Baukaderverband, der Schweizerischen Kader-Organisation und dem Baumeisterverband (SBV) ausgehandelt wurde, sind nach langwierigen Auseinandersetzungen neu auch die Gewerkschaften mit einem Parallel-Vertrag beteiligt. Eines der gewerkschaftlichen Ziele ist, dass der GAV für die Poliere in wesentlichen Punkten dem Landesmantelvertrag für das Bauhauptgewerbe angeglichen wird, scheint es doch unsinnig, dass auf der Baustelle bei den allgemeinen Arbeitsbedingungen zweierlei Recht herrscht. Diese Angleichung erhält einiges Gewicht, wenn man in Rechnung stellt, dass der bisher von den Kaderverbänden „betreute“ Vertrag erhebliche Lücken sowie schlechtere. Regelungen gegenüber dem LMV aufweist. In den laufenden Verhandlungen konnte in dieser Hinsicht bereits in einigen Punkten eine grundsätzliche Übereinstimmung der Positionen erzielt werden. So sollen die Poliere in den Vollzugs-. Bildungs- und Altersfonds einbezogen werden. Das bedeutet unter anderem. dass auch die Poliere in den Genuss von namhaften Beiträgen an die Weiterbildung kommen und an der - erst am Horizont aufscheinenden - Lösung für einen flexiblen Altersrücktritt beteiligt sein werden. Nicht unwesentlich (…).
Andre Kaufmann, Verena Bücher.
Neue Gewerkschaft, 12.9.1995.
Personen > Kaufmann Andre. Poliere. GAV. Neue Gewerkschaft, 1995-09-12.
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