Gewerkschaftschronik
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13.12.2019 Frankreich
Gewerkschaften
Personen
Work
Oliver Fahrni
Generalstreik
Volltext
Generalstreik in Frankreich: Millionen Menschen gegen Macron. Opposition, Klimajugend, Gewerkschaften und Gelbwesten fordern die Regierung zum grossen Kräftemessen. Dabei geht es um viel mehr als um die Rentenreform. Scheiben splittern, ein Kehrichtcontainer brennt. Zündelt da der schwarze Block, oder sind es die Provokateure des Innenministeriums? Sofort beginnen die Polizisten die riesige Menschenmenge, die bunt und laut vom Pariser Boulevard Magenta Richtung Place de la République strömt, mit Reizgas und Sprenggranaten einzudecken. Es sind weit mehr als 100’000, die allein in Paris gegen die Renten¬reform von Präsident Emmanuel Macron demonstrieren. Der Demo-Ordnungsdienst der Gewerkschaften CGT, FO und Sud hat in Sachen Taktik dazugelernt. Eine fliegende Flasche genügt, und die Polizisten treten eine Gewaltorgie los. Mit Kriegsgerät, das anderswo geächtet ist. In den 18 Monaten seit Macrons Machtübernahme haben sie mehr Munition gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt als in den 70 Jahren zuvor, Mai 1968 eingeschlossen. Zuerst, um ein brutales Arbeitsgesetz zu erzwingen. Dann gegen die Eisenbahner und gegen die Schülerinnen. Woche um Woche gegen die Gelbwesten. Oder gegen den 1. Mai. Bilanz: 2 Tote, mehr als 1000 schwer verletzte Demonstrierende. Also plaziert der Demo-Ordnungsdienst diesmal rasch streikende Feuerwehrleute an die Spitze, und die ziehen die Demo aus der Kampfeszone. Furcht vor der Polizei. (…).
Oliver Fahrni.
Work online, 13.12.2019.
Personen > Fahrni Oliver. Frankreich. Gemeralstreik. Work online, 2019-12-13.
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13.12.2019 Schweiz
Personen
Regierung Schweiz
Work
Marie-Josée Kuhn
Bundesratswahlen
Volltext
Helvetisches Pathos-Theater. Das war wieder mal eine feine Machtdemonstration des Rechtsblocks von GLP über CVP bis FDP/SVP: diese Erneuerungswahl des Bundesrates ohne Erneuerung. Dafür mit umso mehr helvetischem Pathos-Theater vor der Wahl. Selbst die unsichere „geopolitische Lage“ musste herhalten gegen die grüne Sprengkandidatin Regula Rytz (bei FDP-Fraktionschef Beat Walti). Und die Wirtschaftsprognosen, die bedrohlich eindunkeln (bei SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi). Geschweige denn unsere Compatriots aus der Schweizer Sonnenstube: Nein, mit der Abwahl des Tessiners Ignazio Cassis könne man diesen armen Grenzkanton jetzt nicht brüskieren! Konkordanz sei schliesslich keine „mathematische Grösse“ (Walti again). Und deshalb zähle im Moment nur eins: Stabilität Stabilität Stabilität (alle im Chor). Denn es brauche einen Bundesrat „wie ein Fels in der Brandung“ (Walti zum dritten). Waltis & Aeschis. Keine Veränderung also, nur schnöder Machterhalt. Dies, obwohl am 20. Oktober Historisches geschah: Noch nie seit 1919 wurde eine Partei so gestärkt wie die Grünen. Ins Bundeshaus getragen von zwei bewegungspolitischen Tsunamis, dem Frauenstreik und der Klimabewegung. Beide ebenfalls historisch: Mehr als eine halbe Million Frauen (und Männer) protestierten am 14. Juni für mehr Frauenpower und weniger toxische Männlichkeit. Und fast 100’000 Menschen machten sich am 22. September für die sofortige Klimawende stark (siehe Work-Jahresrückblick. Ihnen allen und dem Klima haben die Waltis & Aeschis unter der goldenen Bundeshauskuppel nun gezeigt, wie ernst sie sie (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 13.12.2019.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Bundesrtatswahlen 2019. Work online, 2019-12-13.
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13.12.2019 Schweiz
Pensionskasse
Regierung Schweiz
SGB

Pensionskassen
Rente
Volltext
Der Bundesrat ergreift die historische Chance für die berufliche Vorsorge. Eröffnung der Vernehmlassung für die BVG-Reform. Im Sommer 2019 präsentierte der Schweizerische Gewerkschaftsbund zusammen mit dem Arbeitgeberverband und Travail.Suisse ein tragfähiges Reformmodell für die 2. Säule. Der Bundesrat übernimmt den Sozialpartner-Kompromiss und löst mit der Vernehmlassung nun den regulären Gesetzgebungsprozess aus. Zurecht packt der Bundesrat damit die Chance, die jahrelange Reform-Blockade zu lösen und die berufliche Vorsorge zu modernisieren. Er erkennt, dass die Vorlage den notwendigen Fortschritt bringt bei den skandalös tiefen PK-Renten der Frauen und das Leistungsniveau im BVG insgesamt erhält. Trotz sofortiger Senkung des Mindestumwandlungssatzes von 6.8 auf 6 Prozent. Dies gelingt dank der Einführung eines dauerhaften, solidarisch finanzierten Rentenzuschlags ins BVG, der pro Kopf an alle künftigen BVG-RentnerInnen ausbezahlt wird. Und, weil die Arbeitnehmenden gemeinsam mit den Arbeitgebern bereit sind, mehr Beiträge in die 2. Säule zu leisten. Die Stabilisierung des BVG ist wichtig, weil sich die Renten der 2. Säule seit über zehn Jahren im steten Sinkflug befinden. Durch die ausgewogene Kombination von beitrags- und leistungsseitigen Massnahmen sorgt der Kompromiss für ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. (…).
SGB, 13.12.2019.
SGB > Pensionskassen. Renten. SGB, 2019-12-13.
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13.12.2019 Schweiz
Pensionskasse
Regierung Schweiz
Travail.Suisse

Pensionskassen
Rente
Volltext
Bundesrat und Sozialpartner wollen mit pragmatischer BVG-Reform die Renten sichern. Der Bundesrat schickt den Sozialpartnerkompromiss für die Reform der beruflichen Vorsorge unverändert in die Vernehmlassung und unterstützt damit den ausgehandelten Kompromiss. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, unterstützt den Vorschlag als involvierter Sozialpartner. Er bringt stabile Renten und eine bessere Versicherung von Teilzeitangestellten und Arbeitnehmenden mit tieferen Löhnen. Der Bundesrat hat heute die ausgearbeitete Vorlage der Sozialpartner für die Reform der beruflichen Vorsorge in die Vernehmlassung geschickt. Er stellt sich damit hinter den Vorschlag der Sozialpartner, den sie nach dem Nein zur Altersvorsorge 2020 im Auftrag des Bundesrates erarbeitet haben. Die zweite Säule wird traditionell paritätisch von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite geführt, mit Unterstützung des Vorschlags anerkennt der Bundesrat diese Verantwortung. Der Kompromiss sieht vor, dass der Umwandlungssatz von 6.8% auf 6% gesenkt wird. Diese Massnahme alleine würde zu einer deutlichen Senkung der Renten um rund 12 Prozent führen. Um das Rentenniveau wie angestrebt zu stabilisieren, werden deshalb einerseits die Sparanstrengungen vergrössert und andererseits wird für eine Übergangsgeneration von mindestens 15 Jahrgängen ein Rentenzuschlag eingeführt. (…).
Travail.Suisse, 13.12.2019.
Travail.Suisse > Pensionskassen. Renten. Travail.Suisse, 2019-12-13.
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13.12.2019 Ecublens
Symetis SA
Unia VD Kanton

Streik
Symetis SA
Volltext
Vierter Streiktag bei Boston Scientific in Ecublens (VD): Streik nach Massenentlassung: Beschäftigte von Boston Scientific fordern Respekt und Verhandlungen. Die Beschäftigten des Medizinaltechnik-Unternehmens Boston Scientific in Ecublens (VD) streiken seit vier Tagen. Heute machten sie mit einer Protestaktion vor dem Firmensitz auf ihre Anliegen aufmerksam. Sie wehren sich gegen den Abbau von 125 Stellen und fordern ein ordentliches Konsultationsverfahren. Der US-Konzern Boston Scientific will in Ecublens (VD) 125 Stellen streichen und diese nach Irland auslagern. Die Direktion weigert sich jedoch, im Rahmen des gesetzlich vorgeschriebenen Konsultationsverfahren Verhandlungen mit der mandatierten Vertretung des Personals einzuleiten. Über 60 Arbeitnehmer/innen beauftragten an einer Personalversammlung kurz nach Bekanntwerden der Auslagerungspläne die Gewerkschaft Unia mit der Vertretung ihrer Interessen. Streik seit Dienstag. Da trotz der Massenentlassung das übliche Vorgehen im Konsultationsverfahren nicht respektiert wurde, traten mehr als 50 Beschäftigte am Dienstag in den Streik. Sie verlangen, dass innert einer angemessenen Frist unter Einbezug einer Delegation der Unia Verhandlungen über den Erhalt der Arbeitsplätze geführt werden. Repression statt Gespräche. (…).
Unia VD Kanton, Medienmitteilung, 13.12.2019.
Unia VD Kanton > Symetis SA. Streik. Unia VD Kanton, 2019-12-13.
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30.05.2000 Schweiz
Löhne
Neue Gewerkschaft
Personen
Sandra Manca
Mindestlöhne
Volltext
WissenschaftlerInnen sprechen sich für den Kampf gegen Tieflöhne aus. Die Wirtschaft kann Mindestlöhne verkraften. Die Forderung „Arbeit muss sich lohnen - kein Lohn unter 3‘000 Franken!“ vom Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) bekommt Unterstützung von wissenschaftlicher Seite. Im Auftrag des SGB hat eine ExpertInnenkommission Möglichkeiten zur Einführung der Mindestlöhne sowie ihre allfälligen Folgen untersucht. Die Expertlnnen kommen zum Schluss: Mindestlöhne wären - bei genügend langer Übergangszeit - für die Schweizer Wirtschaft verkraftbar. Die einen erzielen an der Börse riesige steuerfreie Gewinne. Die anderen schaffen es nicht, mit ihrem Lohn ihre Familie durchzubringen und werden an die Fürsorge verwiesen. Wie kann es möglich werden, dass auch die Ärmsten in der Schweiz einen Erwerbslohn beziehen, der ihnen ein menschenwürdiges Dasein garantiert? Die Antwort vom Schweizerischen Gewerkschaftsbund lautet „Arbeit muss sich lohnen - kein Lohn unter 3‘000 Franken“. Unter diesem Slogan hat der SGB am1I. Mai, dem Tag der Arbeit, eine Kampagne zur Einführung der Mindestlöhne gestartet. Jetzt untermauern WissenschaftlerInnen - darunter Rechtsprofessor Pascal Mahon aus Neuenburg, Ar-beitsrechtsprofessor Thomas Geiser aus St. Gallen und Stefan Spycher vom Berner Büro für arbeits- und sozialpolitische Studie BASS - die Forderung der Gewerkschafterlnnen. Im Auftrag des SGB untersuchten die ExpertInnen, wie sich die Einführung von Mindestlöhnen (2‘500, 3‘000 oder 3‘350 Franken brutto) auf die Branchen, die ArbeitnehmerInnen und die gesamte Wirtschaft (…).  Sandra Manca.
Neue Gewerkschaft, 30.5.2000.
Personen > Manca Sandra. Tiefstloehne. Neue Gewerkschaft, 2000-05-30.
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12.11.1993 BE Kanton
Berner Tagwacht
Lehrkräfte

Lehrkräfte
Löhne
Volltext
Wer zahlt künftig den LehrerInnen den Lohn? Neuordnung bei der Finanzierung der Löhne für Lehrerinnen und Lehrer im Kanton Bern: Der Staat übernimmt die Lohnkosten für die Mittel- und Berufsschulen ganz. Dafür belastet er die Gemeinden bei den Volksschulen stärker. Der Grosse Rat stimmte dem Dekret zur Besoldung der Lehrerinnen und Lehrer mit 110 zu 13 Stimmen zu. Beim Verteilschlüssel unter den Gemeinden folgte das Parlament nicht dem Antrag der Regierung. Diese hatte vorgeschlagen, zu 52 Prozent auf die ausgeglichene absolute Steuer-kraft, zu 40 Prozent auf die Anzahl Schülerinnen und Schüler und neu zu acht Prozent auf die Klassenzahl in der jeweiligen Gemeinde abzustellen. Der heute geltende Verteiler lautet 55 Prozent Steuerkraft und 45 Prozent Schülerzahlen. Die Ratsmehrheit zog den Antrag der SVP mit 84 zu 74 Stimmen demjenigen der Regierung vor. SVP-Grossrat Rudolf Zesiger hatte zum Schutz der finanzschwachen Landgemeinden den Teiler 55 (Steuerkraft), 37 (Schülerzahl), 8 (Klassenzahl) vorgeschlagen. Die Gemeinden werden künftig 67 Prozent der Löhne {vorher 57 Prozent) der Volksschullehrer bezahlen, der Kanton noch 33 Prozent (vorher 43 Prozent). (…).
Berner Tagwacht, 12.11.1993.
Berner Tagwacht > Lehrkraefte. Loehne. TW, 1993-11-12.
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12.12.2019 Schweiz
SGB
Ständerat

Überbrückungsrente
Volltext
Ältere Arbeitnehmende: Ständerat nimmt Probleme nicht ernst genug. Enttscheid zur Überbrückungsleistung. Der Ständerat spricht sich zwar im Grundsatz für die vom Bundesrat und den Sozialpartnern präsentierte Überbrückungsleistung aus, streicht diese aber stark zusammen. Für die Betroffenen ist das frustrierend, der neugewählte Nationalrat ist entsprechend gefordert. Die Probleme der älteren Arbeitnehmenden haben zugenommen. Dies stellen nicht nur die SGB-Gewerkschaften in ihrer täglichen Arbeit, sondern auch die OECD und sogar das Seco fest. Die Diskriminierung äussert sich einerseits in einer Zunahme prekärer Arbeitsverhältnisse und andererseits in steigender Arbeitslosigkeit für die über 55-Jährigen. Entsprechend nimmt auch ihre Zahl der Ausgesteuerten und Sozialhilfeabhängigen stetig zu, weshalb der SGB seit Jahren eine bessere soziale Absicherung für die ältere Generation der Arbeitnehmenden fordert. Betroffene, die trotz unzähliger Bewerbungen keine Stelle gefunden haben, sind entmutigt, was das Problem nur noch vergrössert. Wenn am Ende die Aussteuerung kommt, geht es auch finanziell bergab. Irgendwann führt kein Weg an der Sozialhilfe und damit später an den Ergänzungsleistungen vorbei. Mit der Überbrückungsleistung würde diesen Leuten in der Not geholfen. Denn die ÜL verhindert nicht nur das unwürdige Abrutschen nach einer erfüllten Berufskarriere auf das tiefe Niveau der Sozialhilfe für einige wenige Jahre, sondern sie stellt auch sicher, dass während dieser Jahre nicht der Boden für andauernde Altersarmut danach gelegt wird. (…).
SGB, 12.12.2019.
SGB > Ueberbrueckungsrente. Staenderat. SGB, 2019-12-12.
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26.11.1993 Neuenburg
Demonstration
VPOD

Demonstration
Lohnkürzungen
Volltext
Neuenburger Staatspersonal . Löhne werden um 2,5 Prozent gekürzt. Die Löhne der Neuenburger Staatsangestellten werden um 2,5 Prozent gesenkt. Dies hat das Kantonsparlament Mitte November beschlossen. Auch eine vom VPOD organisierte Kundgebung, an der 1000 Personen teilgenommen haben, konnte die Lohnkürzung nicht verhindern. Beim StaatspersonaI werden 15 Mio. Franken eingespart. Die 2,5prozentige Lohnkürzung gilt für 1994 und 1995; ausserdem bleibt der Teuerungsausgleich bei Jahreseinkommen von 70‘ 000 Franke plafoniert. Wegen diesen Massnahmen ging ein Teil der Beamtinnen und Beamten auf die Strasse.
Der öffentliche Dienst,26.11.1993.
Öffentlicher Dienst, Der > Demonstration. VPOD Neuenburg. OeD, 1993-11-26.
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26.11.1993 Biel
Demonstrationen Biel
VPOD Biel

Demonstrationen Biel
Sparmassnahmen
Volltext
Städtische Angestellte gingen auf die Strasse. Angestellte der Stadt Biel gingen letzte Woche auf die Strasse, um gegen Personalabbau sowie Lohn- und Rentenabbau durch Kürzung des Teuerungsausgleichs und der Streichung von Bildungsurlaub zu demonstrieren. Zur Kundgebung aufgerufen hatte die Bieler Sektion des VPOD. Gefordert wurde die Weiterfhrung der Wahl auf Amtsdauer und das Ende des Abbaus von Dienstleistungen.  Mit Foto.
Der öffentliche Dienst, 26.11.1993.
Öffentlicher Dienst, Der > Demonstration Biel. VPOD Biel. OeD, 1993-11-26.
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12.12.2019 Schweiz
Ständerat
Travail.Suisse

Überbrückungsrente
Volltext
Ständerat kürzt Überbrückungsleistung. Der Ständerat befürwortete heute die Einführung der Überbrückungsleistung. Allerdings kürzt er die Leistungen bezüglich Dauer und Höhe stark. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, fordert den Nationalrat auf, die Kürzungen zurückzunehmen und die Vorlage des Bundesrates zu unterstützen. Der Ständerat hat heute entschieden, der Einführung einer Überbrückungsleistung im Grundsatz zuzustimmen. Er hat die Vorlage des Bundesrats und seiner eigenen Kommission allerdings stark gekürzt: Die Überbrückungsleistung soll nur solange an ausgesteuerte Personen ausgerichtet werden, bis diese mit 62 (Frauen) oder 63 Jahren (Männer) frühpensioniert werden können. Dies führt zu deutlichen Rentenkürzungen während des gesamten Rentenalters. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Altersrenten durch Ergänzungsleistungen ergänzt werden müssen steigt dadurch deutlich. Die ständerätliche Kommission (SGK-S) befürwortete in der Mehrheit eine Überbrückungsleistung ab 60 Jahren ohne frühzeitige Pensionierung. Diese würde das Alterskapital von ausgesteuerten Personen nach einem langen Arbeitsleben ernsthaft sichern und Altersarmut verhindern. Travail.Suisse befürwortet diese Ausgestaltung der Überbrückungsleistung auch weiterhin. (…).
Travail.Suisse, 12.12.2019.
Travail.Suisse > Ueberbrueckungsrente. Staenderat. Travail.Suisse, 2019-12-12.
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11.12.2019 Schweiz
Ständerat
Travail.Suisse

Erwerbsersatz
Ständerat
Volltext
Erwerbsersatz: Gleiche Leistungen für selbständige Frauen und Männer. Der Ständerat wird morgen über die Motion Maury Pasquier entscheiden. Diese fordert die Beseitigung der Diskriminierung der Frauen im Gesetz über die Erwerbsersatzordnung. Travail.Suisse unterstützt das Bestreben, einer der letzten im Gesetz vorhandenen Diskriminierungen zu beseitigen. Die selbständig erwerbenden Frauen sollen wie die Männer Anspruch auf Betriebszulagen haben. Selbständig erwerbende Frauen erhalten - wie alle anderen erwerbstätigen Frauen - nach der Geburt eines Kindes eine Mutterschaftsentschädigung. Allerdings besteht noch eine Diskriminierung zwischen den Bezügerinnen und Bezügern von Entschädigungen nach dem Erwerbsersatzgesetz EOG, dessen Ziel ein angemessener Lohnersatz bei Militärdienst oder Mutterschaft ist. Während Militärdienst leistende Männer den ganzen Lohnausfall kompensiert erhalten und namentlich auch Anspruch auf eine Betriebszulage haben, wenn sie selbständig erwerbend sind, erhalten die selbständig erwerbenden Frauen nur die Mutterschaftstaggelder und keine Betriebszulagen. Letztere dienen dazu, die Kosten, die auch während des Militärdienstes oder dem Mutterschaftsurlaub für den laufenden Betrieb anfallen, zu entschädigen. Es ist nicht mehr als gerecht, wenn die selbständigen Frauen ebenfalls Betriebszulagen erhalten. (…).
Travail,Suisse, 11.12.2019
Travail.Suisse > Erwerbsersatz, Trravail.Suisse, 2019-12-11
Ganzer Text
11.12.2019 Schweiz
Travail.Suisse

Volltext
Whistleblowing
Travail.Suisse lehnt den Gesetzesentwurf zum Whistleblowing ab. Am kommenden Montag, 16. Dezember 2019 wird der Ständerat über den Gesetzesentwurf zum Whistleblowing entscheiden. Dieser Gesetzestext schützt die Arbeitnehmenden, die einen Missstand am Arbeitsplatz melden, nicht und verfehlt damit sein eigentliches Ziel. Angesichts der vielen Gefahren für mögliche Hinweisgeberinnen und -geber – insbesondere jene der missbräuchlichen Kündigung – hat er auf die Gesellschaft, die Wirtschaft und den einzelnen eher eine abschreckende Wirkung. Der Bundesrat hat dem Parlament einen neuen Vorschlag für die Teilrevision des Obligationenrechts im Hinblick auf den besseren Schutz von Whistleblowern am Arbeitsplatz unterbreitet. 2015 hatte das Parlament verlangt, dass der ursprüngliche Revisionsentwurf vereinfacht wird. Der vorliegende Entwurf ist allerdings immer noch zu kompliziert. Zudem sieht er keinen ausreichenden Schutz für Arbeitnehmende vor, die einen Missstand melden. Diese riskieren nach wie vor die missbräuchliche Kündigung. Auch vor Mobbing wären die Arbeitnehmenden nicht genügend geschützt. Kommt hinzu, dass die „Kaskadenlösung*, wonach der oder die Betroffene nur unter sehr strengen Bedingungen an die Öffentlichkeit gelangen könnte, es kaum mehr zulässt, bei einer Gewerkschaft Erkundigungen einzuholen. Gerade diese Unterstützung wäre aber zentral, um die verschiedenen einzuhaltenden Bedingungen und gewisse unpräzise Rechtsbegriffe zu verstehen. (…).
Travail.Suisse, 11.12.2019.
Travail.Suisse > Whistleblowing. Travail.Suisse, 2019-12-11.
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10.12.2019 FR Kanton
Unia Freiburg

Ladenöffnungszeiten
Verbot
Volltext
Ladenöffnungszeiten: Sieg der Unia in Freiburg. Keine verlängerten Ladeneröffnungen vor den Feiertagen! Das Oberamt des Saanebezirks hat eine Beschwerde der Unia gutgeheissen und die Verlängerung der Samstags-Ladenöffnungszeiten bis 17 Uhr in der Stadt Freiburg am 14. und 21. Dezember annulliert. Auch Verkäufer/innen haben das Recht, die Weihnachtszeit zu geniessen! Die Unia hatte gegen den Entscheid der Stadt Freiburg, die Öffnungszeiten am 14. und 21. Dezember zu verlängern, Beschwerde eingereicht. Die Gewerkschaft begrüsst die Entscheidung des Oberamts, eine Verlängerung der Ladenöffnungszeiten an den beiden Samstagen von 16 Uhr auf 17 Uhr abzulehnen. Wichtig: Selbst wenn der Entscheid noch angefochten wird, hat ein Rekurs keine aufschiebende Wirkung und die Läden müssen um 16 Uhr schliessen. Gleich lange Spiesse. Der Entscheid stützt sich insbesondere auf einen kantonalen Gesetzesartikel, der die Gleichbehandlung der Unternehmen im ganzen Kanton garantiert. Mit dieser Bestimmung soll ein „Öffnungszeiten-Tourismus“ vermieden werden, der drohen würde, wenn die Gemeinden die Ladenöffnungszeiten nach Gutdünken verlängern könnten. Volkswille respektiert. (…).
Unia Freiburg, 10.12.2019.
Unia Freiburg > Ladenoeffnungszeiten FR Kanton. Unia Freiburg, 2019-12—10.
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11.12.2019 Schweiz
BLS
SEV Schweiz

BLS
Lohnerhöhungen
Volltext
BLS: Sozialpartner einigen sich auf generelle Lohnerhöhung. Die diesjährigen Lohnverhandlungen der Sozialpartner (Gewerkschaft SEV, Personalverbände transfair und VSLF sowie BLS) sind erfolgreich verlaufen. Die Parteien einigen sich auf eine generelle Lohnerhöhung um 0,5% und eine Einmalzahlung. Insgesamt erhalten BLS-Mitarbeitende, die einem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) unterstellt sind, bei einem Beschäftigungsgrad von 100% im kommenden Jahr maximal 1‘100 Franken mehr Lohn. Diese Summe ergibt sich aus der generellen Lohnerhöhung von 0,5% sowie einer einmaligen Differenzzahlung. Die Einmalzahlung passt sich für Teilzeitangestellte je nach Beschäftigungsgrad an. Darüber hinaus gewährt die BLS systembedingte Lohnanpassungen im Umfang von insgesamt 1,1%. Die Anpassungen erfolgen per 1. April 2020 und gelten für alle Mitarbeitenden, die zu diesem Zeitpunkt bei der BLS beschäftigt sind.„Zufriedenstellendes Ergebnis“. Die BLS stimmte einer generellen Lohnerhöhung um 0,5% zu. Im Gegenzug verzichten die Gewerkschaften und Verbände mit dem vorliegenden Gesamtpaket auf die geforderte generelle Erhöhung um 2%. «Wir haben trotz herausfordernden Verhandlungen ein für beide Seiten zufriedenstellendes Ergebnis erzielt», sagt Michael Buletti, SEV-Gewerkschaftssekretär und Leiter der Verhandlungsdelegation der Gewerkschaften und Verbände. Wichtig ist ihm nach Jahren ohne generelle Lohnanpassung, dass die BLS hier einen Schritt gemacht hat. Wertschätzung der Mitarbeitenden. (…).
SEV, 11.12.2019.
SEV > BLS. Lohnerhoehungen. SEV, 2019-12-11
Ganzer Text
10.12.2019 Ecublens
Streik
Symetis SA
Unia VD Kanton

Entlassungen
Streik
Symetis SA
Volltext
Streik der Angestellten bei Symetis. Das Personal von Symetis in Ecublens (VD) hat gestern an einer Versammlung beschlossen, in den Streik zu treten, um gegen den angekündigten Abbau von 125 Stellen zu protestieren. Die Unia ist mit der Interessenvertretung der Arbeitnehmenden beauftragt worden, sie wird jedoch von der Firmenleitung nicht als Ansprechpartnerin akzeptiert. Das Unternehmen weigert sich, das gesetzlich vorgeschriebene Konsultationsverfahren einzuleiten. Symetis ist eine Tochterfirma des Medizinaltechnik-Konzerns Boston Scientific. Am 20. November gab die Symetis-Direktion ihre Pläne zur Auslagerung der Geschäftstätigkeit von Ecublens nach Irland bekannt. Die Direktion weigert sich jedoch, das gesetzlich geforderte Konsultationsverfahren einzuleiten. Verstoss gegen gesetzliche Bestimmungen. Über 60 Arbeitnehmer/innen beauftragten an einer Personalversammlung kurz nach Bekanntwerden der Auslagerungspläne die Unia mit der Vertretung ihrer Interessen. Die Direktion anerkennt die Gewerkschaft jedoch nicht als Gesprächspartnerin. Indem sie den Arbeitnehmer/innen das Recht auf eine Vertretung verweigert, verstösst sie klar gegen die gesetzlichen Bestimmungen. (…).
Unia VD Kanton, 10.12.2019.
Unia VD Kanton > Symetis SA. Sreik. Unia VD, 2018-12-10.
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09.12.2019 Schweiz
Syndicom

Sexuelle Belästigung
Volltext
Bundesrat muss Bestrebungen gegen Gewalt und Belästigung in der Arbeitswelt unterstützen. Gewalt und Belästigung in der Arbeitswelt sind auch 2019 noch schwerwiegende Probleme. Nationale Gesetzgebungen vermögen oftmals nicht den nötigen Schutz oder die Prävention zu bieten, welcher es bedarf. Die Gewerkschaft Syndicom fordert daher – heute, am Tag der Menschenrechte — vom Bundesrat die Ratifizierung der ILO-Konvention 190 gegen Gewalt und Belästigung in der Arbeitswelt. Die ILO-Konvention 190 ist die erste Übereinkunft, welche das Problem der Gewalt und Belästigung in der Arbeitswelt auch international zu regeln versucht. Die ILO-Konvention 190 gegen Gewalt und Belästigung in der Arbeitswelt umfasst alle Arbeitnehmenden, unabhängig von ihrem Anstellungsverhältnis. Da die erfahrene Gewalt und Belästigung mehrheitlich Frauen betrifft, enthält die Konvention zudem eine geschlechtsspezifische Komponente. Um Sicherheit, Respekt und Gesundheit am Arbeitsplatz sicherzustellen, bedarf es zudem einer umfassenden Absicherung. Die Konvention beinhaltet deshalb neben Massnahmen gegen Gewalt am Arbeitsplatz auch Massnahmen gegen häusliche Gewalt. Mit der Ratifizierung der Konvention akzeptiert der Bundesrat das Recht auf eine Arbeitswelt ohne Gewalt und Belästigung von jedem Menschen. Ausserdem erklärt sich der Bundesrat bereit, gemeinsam mit den Gewerkschaften Massnahmen gegen Gewalt und Belästigungen auszuarbeiten, um Gesetzeslücken zu schliessen. (…).
Syndicom, 9.12.2019.
Syndicom > Sexuelle Belaestigung. ILO. Syndicom,2019-12-09.
Ganzer Text
09.12.2019 Schweiz
SBB
SEV Schweiz

Direktion
SBB
Volltext
Vincent Ducrot an der SBB-Spitze. Für den SEV geht diese Wahl. Die Ernennung des derzeitigen Direktors der Freiburgischen Verkehrsbetriebe (TPF), Vincent Ducrot als Leiter der SBB ist nach Ansicht der Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV) ein Schritt in die richtige Richtung. „Mit der Wahl eines Eisenbahners als CEO sendet der Verwaltungsrat ein positives Signal an die Mitarbeitenden“, sagt SEV-Präsident Giorgio Tuti. „Der SEV kennt Herrn Ducrot seit Jahren, da ein GAV den SEV und die TPF verbindet. Die Beziehungen sind von gegenseitigem Respekt geprägt. Das geht schon auf die Zeit zurück, als Vincent Ducrot bei der SBB tätig war.“ Mit der Wahl des Eisenbahners Vincent Ducrot als CEO sendet der SBB-Verwaltungsrat ein positives Signal an die Mitarbeitenden. „Herr Ducrot wird jedoch keine leichte Aufgabe haben, da es bei der SBB derzeit viele Probleme gib“, sagt Barbara Spalinger, Vizepräsidentin des SEV und zuständig für SBB-Angelegenheiten. „Für die Mitarbeitenden ist vor allem wichtig, dass sich die SBB wieder auf die Qualität und Sicherheit ihrer Dienstleistungen konzentriert und diese zu einem erschwinglichen Preis anbietet.“Für Giorgio Tuti sind die Beziehungen zwischen dem SEV und Vincent Ducrot von gegenseitigem Respekt geprägt: „Das haben wir in der Sozialpartnerschaft gesehen, die uns mit den Freiburgischen Verkehrsbetrieben verbindet. (…).
SEV, Medienmitteilung, 9.12.2019.
SEV > SBB. Direktion. SEV, 2019-12-09.
Ganzer Text
09.12.2019 EU
Abstimmungen Schweiz
Travail.Suisse

Abstimmung
Flankiierende Massnahmen
Personenfreizügigkeit
Volltext
Kündigungsinitiative: Weg frei für den Abstimmungskampf. Der Ständerat hat heute die Ablehnung der SVP-Kündigungsinitiative zur Personenfreizügigkeit beschlossen. Damit ist die parlamentarische Beratung abgeschlossen und der Weg für den Abstimmungskampf frei. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, lehnt diese abschottende Initiative entschieden ab. Die Probleme der Arbeitnehmenden auf dem Arbeitsmarkt müssen mit binnenpolitischen Massnahmen angegangen werden und nicht mit einer Eskalation mit unseren direkten Nachbarn und wichtigsten Handelspartnern. Die Begrenzungsinitiative ist der Frontalangriff der SVP auf die Personenfreizügigkeit und damit auf die bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union. Die absehbare Kündigung der bilateralen Verträge wäre nicht nur mit beträchtlichen wirtschaftlichen Kosten verbunden, sondern würde auch den Schutz der Löhne und Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmenden in Frage stellen. Travail.Suisse hat sich immer für die bilateralen Verträge und für ausgebaute flankierende Massnahmen (FlaM) für einen effektiven Schutz von Löhnen und Arbeitsbedingungen ausgesprochen. Dank den FlaM ist der Schweizer Arbeitsmarkt transparenter und es kann weitestgehend verhindert werden, dass es zu Lohn- und Sozialdumping kommt. Die FlaM gehören zur Personenfreizügigkeit und würden bei einer Kündigung der Personenfreizügigkeit ebenfalls wegfallen. (…).
Travail.Suisse, 9.12.2019.
Travail.Suisse > Kuendigungs-Initiative. Abstimmung. Travail.Suisse, 2019-12-09.
Ganzer Text
09.12.2019 Schweiz
Gewerkschaftsbund ZH Kanton
Luftfahrt
Personen
Tiziana Quaglia
Löhne
Luftfahrt
Volltext
Trotz Arbeit arm, in der reichen Schweiz. Gewerkschaftliche Gedanken in der P.S. Vor etwas mehr als sieben Jahren habe ich eine Stelle bekommen, die in den Köpfen der Bevölkerung noch immer als absoluter Traumjob gilt: Ich wurde Flight Attendant, formerly known as Stewardess! Meine damalige WG-Kollegin hoffte, dass sich unser WG Budget nun massiv erhöhen würde. Bei der Swiss würde schliesslich gut verdient! Ich musste sie leider enttäuschen, denn ein Lohn von 3‘400 Franken war noch weniger, als ich als ungelernte Gastronomie Mitarbeiterin verdient hatte. Weil ich aber an der Infoveranstaltung erfahren hatte, dass man noch zusätzlich Spesen erhält und ausserdem Beteiligung am Umsatz des Bordverkaufs, machte ich mir keine grossen Sorgen. Ich war ein knappes Budget gewöhnt. Dann ging es los, ich reiste in fremde Städte, erlebte tolle Dinge – und war ständig pleite. Obwohl ich den Gürtel enger schnallte, auf Kino, Ausgang mit Freunden oder Fairtrade- und Bio-Einkäufe verzichtete und trotz Prämienverbilligung für die Krankenkasse, blieb Ende Monat kaum etwas im Portemonnaie. Die Spesen, die als Lohnbestandteil verkauft wurden, reichten zwar, um wenigstens während der Aufenthalte im Ausland so etwas wie ein Sozialleben zu haben, aber auch nicht für mehr. Während sich der Alltag mit dem tiefen Lohn einigermassen bestreiten liess, war jede ungeplante Ausgabe ein Horror. Als ich einmal das Auto eines Freundes falsch tankte, sass ich eine Stunde heulend in ebendiesem, da mir klar war, dass ich die Reparatur selbst mit Ratenzahlung kaum würde stemmen können. (…). Tiziana Quaglia.
GBKZ, 9.12.2019.
Personen > Quaglia Tiziana. Loehne. Luftfahrt. GBKZ, 2019-12-09.
Ganzer Text
09.12.2019 Schweiz
Nationalrat
Travail.Suisse

Kinderzulagen
Volltext
Nein zur Kürzung der Kinderrente. Die Weiterentwicklung der Invalidenversicherung hat zu Differenzen zwischen National- und Ständerat geführt. Der Nationalrat wird morgen darüber entscheiden, ob er an der Kürzung der Kinderrente festhält. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, fordert die Nationalrätinnen und Nationalräte auf, auf die Kürzung zu verzichten. Neue Studien zeigen deutlich, dass eine Kürzung vor allem jene Kinder treffen würde, die bereits heute in finanzschwachen Familien aufwachsen. Im Rahmen der Weiterentwicklung der Invalidenversicherung bestehen Differenzen zwischen National- und Ständerat. Der Nationalrat hat insbesondere der Kürzung der Kinderrente von 40% auf 30% der IV-Rente zugestimmt. Der Ständerat lehnt sie hingegen ab. Dem Ständerat lagen allerdings zusätzliche Informationen als Entscheidungsgrundlage vor. Sie zeigen, dass eine Kürzung der Kinderrente vor allem jene Kinder treffen würde, die bereits heute in wirtschaftlich schlechter gestellten Haushalten aufwachsen. Die neuen Studien verdeutlichen aber auch, dass Familien mit Kinderrenten und Ergänzungsleistungen weniger Einkommen zur Verfügung haben, als vergleichbare Familien ohne Kinderrenten und Ergänzungsleistungen. Dadurch besteht bereits heute kein Problem hinsichtlich der monetären Erwerbsanreize. „Der Entscheid des Nationalrats basierte auf unvollständigen Informationen, nun kann er ihn dank neuer Erkenntnisse korrigieren“, sagt Thomas Bauer, Leiter Sozialpolitik Travail.Suisse. (…).
Travail.Suisse, 9.12.2019.
Travail.Suisse > Kinderzulagen. Travail.Siuisse, 2019-12-09.
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19.08.1996 Schweiz
Bekleidungsindustrie
Berner Tagwacht

Bekleidungsindustrie
Lohnkürzungen
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Inakzeptable Lohnkürzungsforderungen. Bekleidungs-GAV gekündigt. „Schnellschuss“. Der Arbeitgeberverband der Bekleidungsindustrie hat den Gesamtarbeitsvertrag auf Ende 1996 gekündigt. Grund für die Kündigung ist nach Gewerkschaftsangaben die Weigerung der Arbeitnehmerseite, auf Lohnkürzungsforderungen der Tessiner Arbeitgeber einzutreten. Wie die am GAV beteiligten Gewerkschaften Ende Woche mitteilten, hatten die Arbeitnehmervertreter in der .paritätischen Kommission eine Vertragsverschlechterung für die Betriebe im Tessin nicht hinnehmen wollen. Die Tessiner Arbeitgeber verlangten laut Cornmuniqué einen generellen Verzicht auf die Hälfte des 13. Monatslohns, die Streichung von drei Tagen Ferien, Lohnanpassungen ab 1997 sowie bis zu 55 unbezahlte Arbeitsstunden im zweiten Halbjahr 1996. Die massiven strukturellen Probleme könnten nicht mit einer Vertragskündigung gelöst werden, schreiben die Gewerkschaften. Dieser „Schnellschuss“ führe nur zu einer Verunsicherung der Arbeitnehmer. Die Verhandlungen zwischen den Arbeitgebern und den Gewerkschaften in der paritätischen Kommission sollen Ende August beginnen. Nach Gewerkschaftsangaben untersteht nur ein Teil der rund 10'000 Beschäftigten in der Schweiz dem Gesamtarbeitsvertrag, der seit 1946 immer wieder erneuert wurde. Voll unterstellt sind jedoch die rund 3‘000 Arbeitsplätze im Tessin. Für die Gewerkschaften zeigt das Einschwenken von Swissfashion auf die Tessiner Linie, dass Abbau angesagt sei. (…).
Berner Tagwacht, 19.8.1996.
Berner Tagwacht > Bekleidungsinudstrie. Lohnkuerzung. TW, 1996-08-19.
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10.10.1995 Schweiz
AHV
Neue Gewerkschaft
Personen
Ursula Hafner
Rentenalter
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Bis 67 sollen sie der Wirtschaft zur Verfügung stehen, obwohl viele schon mit 50 keine Stelle mehr finden. Arbeitgeber-Boss gibt in Sachen AHV den Tarif bekannt. Arbeitgeber-Direktor Peter Hasler droht mit dem AHV-Alter 67. „Die Erhöhung des Rentenalters kann nicht der Weg zur finanziellen Sicherung unserer Sozialwerke sein“, entgegnet SP-Nationalrätin Ursula Hafner, die das gewerkschaftliche Referendum gegen die Erhöhung des Frauenrentenalters unterstützt hat, der neuesten Offensive des Arbeitgeber-Bosses. AHV erst mit 67? So will es Arbeitgeber-Direktor Peter Hasler. Es genügt ihm offenbar nicht, dass heute 200‘000 Menschen in der Schweiz arbeitslos sind: Er will noch mehr Erwerbslose. Je höher die Arbeitslosigkeit, um so leichter lassen sich Arbeitnehmerinnen einschüchtern, umso mehr Druck können die Arbeitgeber aufsetzen. Nicht genug, dass immer weniger Leute mehr produzieren und so die Gewinne der Unternehmen steigern. Sie sollen auch noch nachts und am Sonntag arbeiten, und auch im Alter nicht so früh zur Ruhe kommen, wie sie es sich wünschen. Bis sie 67 sind, sollen sie der Wirtschaft zur Verfügung stehen - obwohl schon viele über 50 gar keinen Arbeitsplatz mehr finden. Wohlhabende Leute, die eine komfortable Zweite und der Dritte Säule haben, mag das nicht allzu sehr erschrecken: Sie können sich trotzdem ein früheres Rentenalter leisten und eine Rentenkürzung in Kauf nehmen. Anders die Arbeitnehmerinnen, die über kein dickes Polster verfügen. (…).  Ursula Hafner.
Neue Gewerkschaft, 10.10.1995.
Personen > Hafner Ursula. Rentenalter. AHV. Neue Gewerkschaft, 1995-10-10.
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10.10.1995 Schweiz
Neue Gewerkschaft
SGB

DV
SGB
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Bündnis für den Fortschritt. Die SGB-Delegiertenversammlung vom 25. September diskutierte die Umsetzung der Revision der Arbeitslosenversicherung (AVIG) und die AHV. Über die tripartiten Kommissionen wollen die Gewerkschaften eine integrationsfördernde Umsetzung der AVIG steuern. Den AHV-Forderungen soll ein breites Bündnis zum Durchbruch verhelfen. Die SGB-Delegierten beurteilten die AVIG-Revision insgesamt als positiv; es sei gelungen, die Diskussion auf die Integration der Arbeitslosen zu lenken. In den neugeschaffenen tripartiten Kommissionen wollen die Gewerkschaften dahingehend Einfluss nehmen, dass die regionalen Arbeitsvermittlungszentren für qualitativ hochstehende Programme sorgen und Alibiübungen à la Seeuferputzen usw. verhindert werden. Bei der AHV muss die eingereichte Auffang-Initiative noch vor dem Jahr 2000 zur Abstimmung kommen. Sie bleibt damit ein Pfand, das dem Volk ermöglicht, die mit der AHV-Revision beschlossene Erhöhung des Frauenrentenalters zu verwerfen, bevor sie in Kraft tritt. Um dieser Vorlage und den weiteren auf dem Tisch liegenden Vorschlägen für eine flexible Ruhestandsrente ab 62 eine Mehrheit zu sichern, hat der SGB Gespräche für ein breites Bündnis mit den Angestelltenorganisatlonen, der SPS sowie weiteren Organisationen aufgenommen. Das Bündnis soll auch eine gemeinsame Plattform für die 11. AHV-Revision sicherstellen. (…).
SGB-Pressedienst.
Neue Gewerkschaft, 10.10.1995.
Neue Gewerkschaft > SGB. DV 1995. Neue Gewerkschaft, 1995-10-10.
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07.11.1995 Jona
Neue Gewerkschaft
Personen
Schwarzarbeit
Adrian Knoepfli
Schwarzarbeit
Strafanzeige
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Bezirksanwalt stellte Verfahren ein. Schärer abgeblitzt. Walter Schärer (Schärer+Co, Jona, früher Schärotex, Erlenbach) ist mit einer Strafklage gegen den „Neue-Gewerkschaft“-Mitarbeiter Adrian Knoepfli abgeblitzt. Schärer hatte wegen eines Artikels geklagt, in welchem aufgezeigt wurde, dass Schärer bei seiner Firma für Industrie- und Unterlagsböden Schwarzarbeiter beschäftigte und mit den Lohnzahlungen im Rückstand war. Der Bezirksanwalt bescheinigt Knoepfli „pflichtgemäse Sorgfalt beim Recherchieren“ und schreibt, er habe in seinem Artikel „im wesentlichen seine eingeholten Auskünfte und allenfalls deren Wertung und die gegenteilige Stellungnahme Schärers einander gegenübergestellt, sofern eine Quellenangabe nach journalistischen Gepflogenheiten überhaupt gangbar war“. Keinen Erfolg hatte Schärer auch mit einer Strafanzeige gegen unbekannte Täterschaft „im Umfeld der Paritätischen Kommission für Industrie- und Unterlagsböden“. Diese habe, so Schärer, einer Auftraggeberin mitgeteilt, dass die Paritätische Kommission beim Regierungsrat des Kantons Zürich ein Gesuch gestellt habe, dass seine Firma im Kanton Zürich keine öffentlichen Aufträge mehr erhalten solle. Dadurch sei er geschädigt worden. Schärer hatte aber den Sachverhalt, der Gegenstand der Strafverfolgung sein sollte, nicht weiter präzisiert. Bei beiden Klagen berief sich Schärer auf angeblichen unlauteren Wettbewerb.
Neue Gewerkschaft, 7.11.1995.
Personen > Knoepfli Adrian. Schwarzarbeit. Strafanzeige. Neue Gewerkschaft, 1995-11-07
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