Gewerkschaftschronik
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13.11.2019 Schweiz
Frauen
VPOD Schweiz

Anstellungsbedingungen
Gleichstellung
Volltext
Erfolg für Gleichstellung: Wiederaufstockung für Eltern beim Bund garantiert. Die Verhandlungsgemeinschaft Bundespersonal (VGB), der auch der VPOD angehört, beurteilt die Revision des Bundespersonalrechts differenziert. Negativ ist die Abschaffung der erstreckten Lohnfortzahlung beim Warten auf die IV, positiv das Recht für Eltern auf Wiederaufstockung nach Kinderphase. Die Revision des Bundespersonalrechts verschlechtert die Situation für Mitarbeitende, die infolge ihrer Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit oder Unfall auf einen Bescheid der IV warten. Für diese gab es bisher eine Erstreckung der Lohnfortzahlung um ein weiteres Jahr. Das soll nicht mehr möglich sein - eine unverständliche Härte gegenüber Angestellten, die ohnehin in einer schweren Situation sind. Positiv beurteilt wird hingegen die Neuerung, dass weibliche Mitarbeitende keine Bewilligung der Arbeitgeberin mehr brauchen, wenn sie bis 65 arbeiten wollen. Damit wird eine bisherige Schlechterstellung in der zweiten Säule beseitigt, womit die VGB einverstanden ist. Das präjudiziert keinesfalls eine Erhöhung des Frauenrentenalters, da so einzig jenen Mitarbeiterinnen eine Option eröffnet wird, die dies auch wollen. Ein Erfolg für die Gleichstellung ist die neue Regelung, dass für Eltern ein Anspruch auf eine Wiederaufstockung des Pensums geschaffen wird. (…).
VPOD Schweiz, 13.11.2019.
VPOD Schweiz > Gleichstellung. Anstellungsbedingungen. VPOD Schweiz, 2019-11-13.
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01.11.2019 Deutschland
Personen
Work
Christian Egg
Arbeitsbedingungen
Betriebsräte
Velokurier
Volltext
Soziologe Heiner Heiland hat die Essenskurier-Szene erforscht. „In Köln und Hamburg gibt’s jetzt Kurier-Betriebsräte“. Sie sind immer alleine unterwegs und doch gut vernetzt: Essenskuriere. Der Soziologe Heiner Heiland hat ihre Jobs in mehreren deutschen Städten untersucht.Work: Heiner Heiland, viele Essenskurierinnen und -kuriere haben eine Matur oder gar studiert. Wie erklären Sie sich das? Heiner Heiland: Viele arbeiten nicht Vollzeit. Die Kurierfahrten sind nur ein finanzielles Standbein – wenn auch ein prekäres. Sie sind eigentlich Musikerinnen oder Tänzer, verdienen dort aber noch weniger. Oder sie sind Studierende. Ist das durchgehend so? Nein, die soziale Zusammensetzung der sogenannten Rider unterscheidet sich von Stadt zu Stadt. In Berlin sind es viele aus Italien oder Spanien, und die sind meistens gut ausgebildet. Sie sind im Zuge der Eurokrise nach Deutschland gekommen, konnten aber nicht gut Deutsch. Und das ist ein Job, den sie machen können. Es scheint sich aber zu wandeln. Mehr und mehr Leute kommen etwa aus Bangladesh oder Pakistan, also den klassischen Einwanderungsländern für Niedriglohn-Jobs. In Frankfurt hatten diese Fahrerinnen und Fahrer dann auch ihre eigenen Chatgruppen, um sich auszutauschen. Hat Sie das überrascht? Ja, sehr. Auch die Gewerkschaften gingen lange davon aus, dass die Branche schwer zu organisieren sei, weil die Mitarbeitenden ja immer alleine unterwegs seien. Tatsächlich hatten aber 61 Prozent der Befragten häufig oder sehr häufig Kontakt zu (…).
Christian Egg.
Work online, 1.11.2019.
Personen > Egg Christian. Velokuriiere. Arbeitsbedingungen. Work online, 2019-11-01.
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01.11.2019 Schaffhausen
IWC Schaffhausen
Personen
Uhrenindustrie
Work
Christian Egg
IWC Schaffhausen
Löhne
Volltext
IWC: Uhrenarbeiterinnen und Uhrenarbeiter sind unzufrieden. „Jetzt muss etwas gehen bei den Löhnen!“ Daria Lucidi (31) und Mario Dunst (27) haben die Nase voll vom Geiz und Stress beim Luxusuhren-Label IWC. Und sie sind nicht alleine. Am Zürich Film Festival trug die Schauspielerin Cate Blanchett eine IWC-Uhr. Die „Portofino Automatic 34“ kostet zwischen 5‘300 und 19’900 Franken und gehört zu den günstigsten der Schaffhauser Traditionsmarke. Andere kosten bis zu einer Viertelmillion. Aber auch für die einfachste Portofino müsste IWC-Arbeiterin Daria Lucidi mehr als anderthalb Monatslöhne hinblättern. Gerade mal 3‘181 Franken brutto bekommt sie für ihr 70-Prozent-Pensum in der Qualitätsprüfung. Die Arbeit mache sie gern, sagt Lucidi: „Sie ist abwechslungsreich, und ich habe viele Freiheiten.“ Aber eben, der Lohn. Sie sagt: „Unsere Löhne liegen Welten entfernt von denen in anderen Industriebetrieben.“ Tom Moser * zum Beispiel. Er hat eine Vollzeitstelle, einen Lehrabschluss und mehrere Jahre Erfahrung. Trotzdem zahlt ihm IWC nur knapp 4‘500 Franken im Monat. Er sagt: „Hier in der Ostschweiz liegt der übliche Lohn bei meiner Qualifikation etwa bei 5‘500 Franken, im Kanton Zürich sogar bei über 6‘000 Franken.“ Der Uhrmacher Roger Blum* fügt hinzu: „Die Chefs sagen uns jeweils, wir könnten ja in Deutschland einkaufen gehen, dann reiche der Lohn länger.“ Und die Löhne stagnieren. Jannik Held von der Unia Zürich-Schaffhausen sagt: „Viele haben in den letzten Jahren gar keine Lohnerhöhung bekommen. Oder dann nur fünf Franken.“(…).
Christian Egg.
Work online, 1.11.2019.
Personen > Egg Christian. IWC Schaffhausen. Loehne. Work online, 2019-11-01.
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04.11.2019 Schweiz
Post
Syndicom

Schalterdienste
Sexuelle Belästigung
Volltext
Post zwingt Personal, sexistische Flyer zu verteilen – Syndicom fordert sofortigen Stopp. Das Schalterpersonal der Post ist derzeit gezwungen, anzügliche Flyer zu verteilen. Der doppeldeutige Satz „Ein Lächeln genügt, um mich anzumachen“, soll als Werbung für eine PostFinance-App dienen. Syndicom fordert einen sofortigen Stopp der Verteilaktion. Der Spruch „Ein Lächeln genügt, um mich anzumachen“ sollte eigentlich ein Relikt aus früheren Zeiten sein. Solch ein sexistischer Werbesatz hat im 21. Jahrhundert nichts zu suchen und ist im Jahr des Frauenstreiks ein Hohn für all jene, welche gegen solche Strukturen ankämpfen. Ausgerechnet das vorwiegend weibliche Schalterpersonal wird gezwungen, diesen Flyer den Kund*innen abzugeben. Entsprechend empörte Reaktionen der Betroffenen haben Syndicom bereits kurz nach Schalteröffnung erreicht. „Dass man am Post-Hauptsitz blindlings sexistische Werbung durchwinkt, ist durch nichts zu erklären,“ meint David Roth, Zentralsekretär von Syndicom. Wir fordern die Post auf, bis heute Montagmittag die Verteilung dieses Flyers einzustellen.“Syndicom betrachtet dies andernfalls als riesigen Rückschritt in einem sonst sehr konstruktiven Gleichstellungsdialog mit der Post.
Syndicom, 4.11.2019.
Syndicom > Sexuelle Belaestigung. Syndicom, 2019-11-04.
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05.11.2019 Schweiz
SBB
SEV Schweiz

Volltext
Zugbegleitung
„Auf dem Zug immer zu zweit“. Die Doppelbegleitung muss wieder eingeführt werden. Dies fordert das bei der Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV organisierte Zugpersonal in einer Resolution, die es heute Dienstag, 5. November an einer nationalen Tagung in Bellinzona verabschiedet hat. Insbesondere das Zugpersonal, das auf der Gotthardachse arbeitet, verlangt von der SBB-Führung, dass sie ihre Strategie der Zugbegleitung anpasst. Um Sicherheit, Beratung und Service von hoher Qualität bieten zu können, müssen die Mängel behoben werden, die der SEV mehrfach angeprangert hat. 2018 hat die SBB nach rund 10 Jahren Doppelbegleitung entschieden, im Fernverkehr den zweiten Zugbegleiter zu streichen. Gemäss der SBB steht die Reorganisation der Zugbegleitung im Zusammenhang mit der Digitalisierung und geänderten Kundenbedürfnissen. Diese Strategie ist absurd, kurzsichtig und in komplettem Widerspruch zur Realität: Wie kann man auf die Idee kommen, das Personal auf den Zügen zu reduzieren, wenn die Zahl der Reisenden laufend zunimmt? Heute sind täglich 1,3 Millionen Passagiere auf dem SBB-Netz unterwegs. Die Gewerkschaft SEV hat sich immer gegen die Streichung des zweiten Zugbegleiters gewehrt, insbesondere wegen der Sicherheit sowohl der Reisenden als auch des Personals. Die Forderung nach Doppelbegleitung wurde seinerzeit mit der Sicherheit, dem Bedürfnis nach guter Kundenberatung und dem Schutz vor Aggressionen begründet. (…).
SEV Schweiz, 5.11.2019.
SEV Schweiz > Zugpersonal. Sicherheit. Petition. SEV Schweiz, 2019-11-05.
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26.10.1990 Schweiz
GBH Schweiz
Löhne
Personen
SGB
Beat Kappeler
Lohnverhandlungen
Volltext
Alles spricht für mehr Lohn. Die Verhandlungen sind angelaufen, Inflation und Konjunkturaussichten werden zu Argumenten hüben und drüben umgegossen. Die Gewerkschaften stellen fest, dass der Teuerungsausgleich das absolute Minimum in den wenigen gefährdeten Firmen oder Bereichen ist, und dass die wachsende Volkswirtschaft sowie die sehr gute Gewinnlage Reallohnforderungen rechtfertigen. Die Inflation drehte Ende des letzten Jahres voll auf und ist seither um die fünf Prozent herum geschwankt, bevor sie Ende Sommer auf 6 Prozent zunahm. In diesem Bereich dürfte sie bis Ende Jahr verharren und die Tarifaufschläge des nächsten Jahres - Krankenkassen, SBB, PTT, SRG - werden die Teuerungsrate noch lange oben halten. In der Mai-Erhebung der Mieten 1991 werden sodann die deutlichen Spuren der anlaufenden vierten Hypothekarzinsrunde zu sehen sein. Der Teuerungsausgleich ist daher nur ein Zwischenspurt im Kampf um die Kaufkrafterhaltung. Keinesfalls könnte er verantwortlich gemacht werden für das Weiterlaufen der Inflation nächstes Jahr - dieses ist schon fest vorprogrammiert. Irak hat bisher Konjunktur nicht ruiniert. Die Aggression Iraks gegen Kuwait hat die Ölpreise ansteigen lassen und weitere Inflationsimpulse ausgelöst. Aber es ist unzulässig, die Golfkrise, solange sie nur Krise ist, als wirtschaftliches Argument für härtere Zeiten ins Feld zu führen. (…). Beat Kappeler.
Bau+Holz, 26.10.1990.
Personen > Kappeler Beat. Lohnverhandlungen1991. Bau+Holz, 1990-10-26.
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01.11.2019 Schweiz
Funke, Der
Pharmaindustrie

Monopole
Pharmaindustrie
Volltext
Pharmaindustrie: Von Konkurrenz zu Monopolen. Zwei Megakonzerne, Novartis und Roche, sind für 40% der Schweizer Exporte verantwortlich. Wie konnten in Basel zwei Konzerne mit derartiger Marktmacht entstehen? Ihre Geschichte ist ein besonders perverses Beispiel dafür, dass Profite im Kapitalismus über menschlichen Bedürfnissen stehen. Die Chemie in Basel war bereits zum Ende des 19. Jahrhunderts ein starker Industriezweig der Schweizer Wirtschaft. Neben geographischen Standortvorteilen war vor allem der unregulierte Markt eine Voraussetzung für ihre Entstehung. Die Schweizer Patentgesetze regulierten die Chemieindustrie erst 63 Jahre später als beispielsweise in Frankreich. Viele ChemikerInnen emigrierten daher aus Frankreich nach Basel, wo sie ohne gesetzliche Schranken Verfahren kopieren und weiterentwickeln konnten. Erst als sich die Chemiefirmen in Basel etabliert hatten, entwickelten sie ein Interesse am Patentschutz. Daraufhin wurden chemische Herstellungsprozesse 1907 in die Schweizer Patentgesetzgebung aufgenommen. Die Firmen spezialisierten sich und stellten eigene Produkte her, die sie nun vor Kopien schützen wollten. War vorher der fehlende Patentschutz die Grundlage ihres Erfolges, bildeten Patente nun die Basis ihres Geschäftsmodells. Die Interessen der Pharma und Chemie verkehrten sich dialektisch in ihr Gegenteil. Der Staat verteidigte ihre Interessen damals genauso wie heute. Aufstieg an die Weltspitze. (…).
Der Funke, 1.11.2019.
Funker, Der > Pharmaindustrie. Monopole. Der Funke, 2019-11-01.
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01.11.2019 Schweiz
Funke, Der
Juso

Parlamentarismus
Volltext
Soziale Kämpfe statt Parlamentskommissionen. In den letzten Kantonsratswahlen hat die JUSO vier neue Sitze gewonnen. Die Zeichen stehen also nicht schlecht für die Nationalratswahlen. Doch wie nutzt man Wahlkämpfe und Parlamentssitze? Den Kapitalismus überwindet man nicht übers Parlament. Dieses hat letztendlich den Zweck, den Kapitalismus zu verwalten und lässt die bürgerlichen Eigentumsverhältnisse unberührt. Jede politische Kraft, die sich auf den parlamentarischen Weg beschränkt, muss sich den Regeln des bürgerlichen Staats fügen und wird zum Steigbügelhalter der herrschenden Klasse. So jüngst die SP mit der STAF: Sie brachte Steuergeschenke für Unternehmen und gleichzeitig faktische Rentenkürzungen. Trotzdem war es nach parlamentarischer Logik der SP-Führung der bestmögliche Kompromiss, den die Ratslinke mit den Bürgerlichen rausholen konnte. Will die JUSO eine Alternative zu dieser Politik darstellen, darf sie nicht dieser Logik verfallen. Es gilt, eine konsequente sozialistische Politik der Lohnabhängigen zu vertreten, gänzlich unabhängig von den kapitalistischen Interessen und ohne faule Kompromisse. Den Kampf auf die Strasse tragen. Natürlich muss auch eine sozialistische Kraft, will sie die Massen erreichen, Wahlkämpfe und selbst Sitze in Parlamenten nutzen. Aber nicht, um die Geschäfte der Kapitalisten zu verwalten, sondern lediglich als Bühne, um ein sozialistisches Programm unter den ArbeiterInnen und der Jugend zu verbreiten. Der Kampf muss von hier aus an die tatsächlichen Orte des Geschehens getragen werden. Also in die Schulen, in die Betriebe und auf die Strasse. Die Aufgabe von Sozialistlnnen ist es, (…).
Der Funke, 1.11.2019.
Juso > Parlamemtarismus. Der Funke, 2019-11-01.
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01.10.2019 Schweiz
Funke, Der
Gewerkschaften

Gewerkschaften
Volltext
Gewerkschaften unter Spannung. Beim neuen Elektro-GAV wird das zwiespältige Verhältnis der Gewerkschaften zur eigenen Basis besonders deutlich. Die Verhandlungen wirbelten Staub auf. Erstmals gab es sogar eine Mobilisierung auf der Strasse. Welches Fazit kann man aus dem Resultat, aber auch aus der Strategie der Gewerkschaft Unia ziehen? Die GAV- Kampagne 2018/2019 zeigte das grosse Potenzial, welches in der Radikalisierung und Mobilisierung der ArbeiterInnen im Gewerbe steckt. Die Gewerkschaften, allen voran die Unia, wollten ernst machen. Doch die Bürokratie steht nicht nur sich selbst, sondern auch den Werktätigen im Weg. Es herrscht ein rauer Wind. Der steigende Zeit- 'und Leistungsdruck, die schlechten Löhne und der chronische Mangel an gut ausgebildeten Arbeitskräften, kombiniert mit einer veralteten Berufslehre. führten in den vergangen Jahren zu wachsendem Unmut unter den ElektrikerInnen. Der Neuabschluss des LMV im Bauhauptgewerbe hinterliess auch seine Spuren in den Köpfen der ArbeiterInnen im Handwerk. Das Aufgleisen einer GAV-Kampagne mit der Neuschaffung von Branchen- und Betriebsgruppen und dem Sammeln von Forderungen und Petitionen verliehen diesem Unmut einen .Ausdruck. So erklärt sich der Erfolg der allerersten Demonstration der ElektrikerInnen im Frühling 2018 mit über 400 I Beteiligten. Das zeigt, wie ernst es den Belegschaften ist und wie schnell sich eine Berufsgruppe aus der Passivität in den Klassenkampf bewegen kann. Infolgedessen waren die ersten Verhandlungserfolge wohl gerade der Überraschung der Bosse geschuldet: (…).
Der Funke, 1.10.2019.
Funke, Der > Gewerkschaften. Der Funke, 2019-10-01.
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04.11.2019 Schweiz
Keystone
SDA Schweizerische Depeschenagentur
Syndicom

Gewinnbeteiligung
Keystone
Volltext
Der geplante Abbau bei Keystone-SDA mobilisiert das Personal. Bei den Wechseln in der Chefredaktion der Nachrichtenagentur Keystone-SDA wurde die Belegschaft nicht wie im Redaktionsstatut vorgesehen miteinbezogen. Auch beim angekündigten Sparprogramm im Umfang von 800‘000 Franken im Budget 2020 wurde der Redaktion die Mitwirkung bisher verweigert. Die Belegschaft hat nun einstimmig eine Resolution an den Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung beschlossen. Die Gewerkschaften Syndicom und SSM und der Berufsverband Impressum unterstützen die Resolution der Belegschaft, die am 17. Oktober an einer Mitarbeitendenversammlung verabschiedet worden ist. Personalentscheide von oben. Syndicom, das Schweizer Syndikat Medienschaffender (SSM) und Ipressum bedauern das selbstherrliche Vorgehen der Chefetage der Keystone-SDA in Bezug auf die Personalpolitik. Statt die Mitarbeitenden wie früher üblich und statuarisch festgehalten miteinzubeziehen, provoziert die Geschäftsleitung mit ihren „Hors-sol““ gefällten Personalentscheiden ein weiteres Mal unnötige Unruhe innerhalb der ohnehin gebeutelten Keystone-SDA-Redaktion. Sparen um der Profite willen? In ihrer Mitte Oktober beschlossenen Resolution verlangt die Belegschaft der Keystone-SDA, dass allfällige Gewinne zurück ins Unternehmen und nicht zu den Aktionärinnen und Aktionären fliessen. In der Resolution wird CEO Markus Schwab zitiert, welcher im Dezember 2017 gesagt hat, dass der Dividendenhunger der Aktionäre mit der Ausschüttung 2018 gestillt sei. Die Belegschaft behaftet Geschäftsleitung und Verwaltungsrat der Keystone-SDA folglich aus (…).
Syndicom, 4.11.2019.
Syndicom > Keystone-SDA. Gewinn. Syndicom, 2019-11-04.
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04.11.2019 Schweiz
Kindertagesstätten
Travail.Suisse

Kindertagesstätten
Volltext
Neue Zahlen zu Familie und Generationen: Es braucht einen Aktionsplan für die Vereinbarkeit. Auch im Jahr 2018 sind Frauen weit stärker durch Familien- und Erwerbsarbeit belastet als Männer. Das zeigt die neue Erhebung zu Familien und Generationen des Bundesamts für Statistik BFS. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, fordert mit seinem Aktionsplan Vereinbarkeit Massnahmen, die dieser Diskriminierung entgegenwirken. Travail.Suisse hat 2018 vom Bund die Verabschiedung eines Aktionsplans mit Massnahmen zugunsten der Vereinbarkeit gefordert. Was das BFS heute mit seinen aktuellen Zahlen bestätigt hat, ist schon länger klar: Die Schweiz ist in der Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit ein Entwicklungsland. „Entwickelt sich die Schweiz in diesem Tempo weiter, dann führt uns das in eine Sackgasse – für die Familien wie auch für die Volkswirtschaft“, sagt Adrian Wüthrich, Präsident von Travail.Suisse. „Es braucht Investitionen von rund 5 Milliarden Franken, das heisst jährlich 500 Millionen Franken während mindestens 10 Jahren, um die Versäumnisse der letzten Jahrzehnte auszubügeln“. Die Schweiz muss jetzt in die Familien investieren. Die Erhebung des BFS hat gezeigt, dass Frauen in fast ihrer gesamten Erwerbskarriere durch die Familie benachteiligt werden. 70 Prozent der Frauen befürchten bereits vor der Geburt des ersten Kindes negative Konsequenzen für ihre Karriere. Bekommen sie trotzdem Kinder, so sind sie mehrheitlich alleine für die Hausarbeit zuständig (68,8 Prozent) und bleiben hauptsächlich zu Hause, wenn die Kinder krank sind (73,9 Prozent).  (…).
Travail.Suisse, 4.11.2019.
Travail.Suisse > Kindertagesstaetten Travail.Suisse, 2019-11-04.
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01.11.2019 GE Kanton
Syndicom
Uber

Uber
Verbot
Volltext
Uber - jetzt braucht es Regeln für die ganze Branche. Das Arbeitsdepartement des Kantons Genf verbietet Uber. Damit ist aber das letzte Wort wohl noch lange nicht gesprochen. Zudem besteht auch unabhängig vom Entscheid ein grosser Regulierungsbedarf: Ein grosser Teil der Branche schlittert ab in prekarisierte Arbeitsbedingungen, nicht nur bei Uber. So wächst beispielsweise die Kurierbranche - in der die Firma Uber mit UberEats tätig ist - exponentiell und hat grossen Regulierungsbedarf. Gemeinsam mit den Partnern von Fairlog arbeitet Syndicom an der Regulierung der Logistikbranche. Was der Kanton Genf heute bestätigt, ist ein wichtiger Schritt um der Prekarisierung der Arbeit zu begegnen. syndicom begrüsst diesen weiteren Schritt, der zur Klärung der Frage der Scheinselbständigkeit beiträgt. Damit ist das aber noch lange nicht in der ganzen Schweiz durchgesetzt. Sollten der Entscheid aber schweizweit rechtskräftig werden, bedeutet das auch, dass andere Firmen nicht mehr auf die Konkurrenz von Uber verweisen können, um ihre eigenen schlechten Arbeitsbedingungen zu rechtfertigen.Sozialpartnerschaftlich regeln. Syndicom organisiert zur Zeit die Kurierbranche in der Schweiz. In dieser Branche tummelt sich auch der amerikanische Multi mit seinen Dienstleistungen von UberEats. Mit dem Gesamtarbeitsvertrag für Velokuriere und urbane Kurierdienstleistungen bietet Syndicom einen Lösung an, wie die Branche sozialpartnerschaftlich reguliert werden kann.Regulator gefordert. (…).
Syndicom, 1.11.2019.
Syndicom > Uber. Verbot. Syndicom, 2019-11-01.
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01.11.2019 JU Kanton
Löhne
Syndicom

Chauffeure, Chauffeusen
Löhne
Volltext
Wir werden die Chauffeure im Jura mit aller Entschlossenheit unterstützen! News Die organisierten Post-Mitarbeitenden beschliessen formell die Unterstützung des gewerkschaftlichen Kampfs im Jura. Die bei der Gewerkschaft Syndicom organisierten Post-Mitarbeitenden haben an ihrer Delegiertenversammlung beschlossen, ihre Kolleginnen und Kollegen in ihrem gewerkschaftlichen Kampf um Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen zu unterstützen. „Der formelle Beschluss der Post-Mitarbeitenden hat Signalwirkung. Die FahrerInnen im Jura wissen nun, dass sie auf die Unterstützung der gesamten Gewerkschaft Syndicom zählen können. Das bestärkt sie in ihrem Kampf.“, so Zentralsekretärin Sheila Winkler. Die PostAuto-FahrerInnen prangern an, dass die Ausschreibung der Buslinien im Jura ihre Arbeitsplätze und Löhne bedroht. In den letzten Wochen haben die Medien über die aggressiven Methoden ausländischer Busunternehmen berichtet, die im Jura aufgrund der Ausschreibung aller konzessionierten Buslinien, im Jura in den öffentlichen Verkehr drängen. Die Befürchtung der FahrerInnen, dass die Ausschreibung ihre Löhne und Arbeitsplätze bedroht, wird immer konkreter. Die FahrerInnen sind von der jurassischen Regierung enttäuscht. Sie hatten von der jurassischen Regierung gefordert, dass in den Ausschreibungen wirkungsvolle Kriterien zum Schutz der Arbeitsbedingungen und Löhne festgeschrieben werden. Die jurassische Regierung hat trotz einer Petition mit 4‘000 Unterschriften, einer vom Parlament überwiesenen Motion und öffentlichen Beteuerungen darauf verzichtet. In den Ausschreibungen werden Investitionen, statt Menschen geschützt. (…).  Syndicom, 1.11.2019.
Syndicom > Chauffeure. Loehne. Syndicom, 2019-11-01.
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01.11.2019 Schweiz
Personen
SGB
Daniel Lampart
Arbeitsmarkt
Stellenmeldepflicht
Volltext
Gelungene Vermittlungen, weniger schlechte Personalvermittler, keine Kontingente, Weiterführung der Bilateralen - so die erste positive Bilanz der Stellenmeldepflicht. Die Stellenmeldepflicht hat verschiedene positive Wirkungen für die Berufstätigen in der Schweiz. Das zeigt auch der heute veröffentlichte Bericht des SECOs. Klar war aber auch von Beginn, dass man von der Massnahme keine Wunder erwarten darf. Auch das hat sich bestätigt. Gemäss dem Seco-Bericht wurden 8 Prozent der Stellensuchenden, deren Dossier an die meldenden Arbeitgeber geschickt wurde, angestellt. Das ist erfreulich. • Es haben viel mehr Arbeitgeber offene Stellen gemeldet, als der Bund erwartet hat. Das zeugt davon, dass die Firmen sich von der Stellenmeldepflicht positive Wirkungen versprechen. Etwas vom Wichtigsten wurde im Bericht aber nicht erwähnt. Der Bundesrat hat damals als Antwort auf die SVP-Masseneinwanderungsinitiative ein Kontingentssystem vorgeschlagen. Wäre das Parlament darauf eingetreten, hätte das grössere Probleme mit den Bilateralen Verträgen gegeben. Zudem hätte der Vorschlag des Bundesrates prekäre Kurzaufenthalte gefördert. Ebenfalls positiv ist ein weiterer Effekt. Die Stellenmeldepflicht stärkt den Service Public in der Arbeitsvermittlung. Die schwarzen Schafe unter den Vermittlern mit überhöhten Honoraren und schlechten. Leistungen kamen dadurch unter Druck. Es ist daher wenig überraschend, dass die Zahl der Arbeitsvermittler 2018 in den Kantonen, welche die Stellenmeldepflicht aktiv nutzen, entweder gesunken oder zumindest weniger stark gestiegen ist. Obwohl sich die Begssituation insgesamt (…).  Daniel Lampart.
SGB, 1.11.2019.
Personen > Lampart Daniel. Stellenmeldung. SGB, 2019-11-01.
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30.10.2019 Schweiz
Personen
SGB
Reto Wyss
Überbrückungsrente
Volltext
Ältere Arbeitnehmende: endlich ein Schritt vorwärts. Botschaft des Bundesrats für eine Überbrückungsrente. Endlich geht es bei der Bekämpfung der Probleme von älteren Arbeitnehmenden vorwärts. Fünf Jahre, nachdem dank eines Postulats des damaligen SGB-Präsidenten die "Konferenz Ältere Arbeitnehmende" ins Leben gerufen wurde, kann das Parlament nun endlich einen konkreten Fortschritt beschliessen - eine Überbrückungsrente für ältere Arbeitslose, die keine Stelle mehr finden und ausgesteuert werden. Ältere Arbeitnehmende haben im Schweizer Arbeitsmarkt mit starken Diskriminierungen zu kämpfen. Dies äussert sich insbesondere in einer Zunahme prekärer Arbeitsverhältnisse sowie steigender Arbeitslosigkeit für über 55-Jährige. Vor allem aber nimmt die Zahl der Ausgesteuerten und Sozialhilfeabhängigen stark zu, weshalb der SGB seit Jahren eine bessere soziale Absicherung am Ende des Erwerbslebens fordert. Diese muss sowohl ein Abrutschen in die Sozialhilfe verhindern, als auch zukünftige Renteneinbussen vermeiden. Die vorgeschlagene Überbrückungsleistung setzt genau hier an und erlaubt ein akutes sozialpolitisches Problem zu lindern. Der SGB unterstreicht jedoch, dass weitere Verbesserungen am bundesrätlichen Vorschlag nötig sind. So zeigen sämtliche Indikatoren, dass die Probleme der älteren Generation erwiesenermassen bereits spätestens ab dem 55., und nicht erst ab dem 60. Altersjahr beginnen. Die Überbrückungsleistung muss deshalb bereits von Arbeitslosen ab 55 Jahren (bzw. Ausgesteuerten ab 57 Jahren) bezogen werden können. (…). Reto Wyss.
SGB, 30.10.2019.
Personen > Wyss Reto. Uberbrueckungsrente. SGB, 2019-10-30.
Ganzer Text
30.10.2019 Schweiz
Travail.Suisse

Überbrückungsrente
Volltext
Überbrückungsleistung: Ein wichtiger Schritt zur Verhinderung von Altersarmut. Der Bundesrat hat heute die Botschaft zur Einführung einer Überbrückungsleistung für ausgesteuerte Personen über 60 Jahre beschlossen. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, begrüsst diesen Schritt. Er verringert die Fallhöhe nach einer langen Erwerbskarriere und wirkt gegen die drohende Altersarmut. Die solide Integration der älteren Arbeitnehmenden in den Arbeitsmarkt hat sich in den letzten Jahren deutlich verschlechtert. Einmal arbeitslos, haben ältere Arbeitnehmende wesentlich grössere Probleme als jüngere, wieder eine Stelle zu finden. Die Folge sind frappant steigende Sozialhilfequoten bei den älteren Arbeitnehmenden seit 2011. Insgesamt hat sich die Zahl der sozialhilfebeziehenden 56-64-Jährigen in den letzten 10 Jahren auf über 30‘000 Personen verdoppelt. Auch aus dem „Barometer Gute Arbeit“ von Travail.Suisse sind Anhaltspunkte für Probleme der älteren Arbeitnehmenden auf dem Arbeitsmarkt ersichtlich. So nehmen ältere Arbeitnehmende ihre Arbeitsmarktfähigkeit im Vergleich mit den jüngeren Kolleg/innen deutlich eingeschränkter wahr. Während bei den 16-29-jährigen jeder Dritte und bei den 30-45-jährigen knapp die Hälfte mit Schwierigkeiten bei einem freiwilligen oder unfreiwilligen Arbeitsplatzverlust rechnet, glauben bei den 46-65 Jährigen rund zwei Drittel nicht oder kaum daran bei Stellenverlust wieder eine vergleichbare Stelle zu finden. (…).
Travail.Suisse, 30.10.2019.
Travail.Suisse > Ueberbrueckungsrente. Travail.Suisse, 2019-10-30.
Ganzer Text
01.11.2019 Schweiz
Travail.Suisse

Arbeitsmarkt
Stellenmeldepflicht
Volltext
Stellenmeldepflicht: Die Einführung ist geglückt. Das SECO hat heute den ersten Monitoringbericht zur Einführung der Stellenmeldepflicht veröffentlicht. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, nimmt erfreut zur Kenntnis, dass die Umsetzung weitgehend geglückt ist. Der vollständigen Einführung im nächsten Jahr steht nichts im Wege. Die entscheidende Frage der Wirkung der Stellenmeldepflicht kann damit aber nicht beantwortet werden.Die Stellenmeldepflicht als Umsetzung von Artikel 121a der Bundesverfassung ist seit knapp eineinhalb Jahren in Kraft. Ein erster Monitoringbericht zieht ein mehrheitlich positives Fazit der Umsetzung. „Die Arbeitgeber scheinen ihre offenen Stellen zu melden und die RAVs ihre Vermittlungsmöglichkeiten zu nutzen“, sagt Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik bei Travail.Suisse. Tatsächlich weist der Bericht im ersten Jahr nach Inkrafttreten beinahe 120‘000 Meldungen mit rund 200‘000 offenen Stellen nach. Dies ist deutlich mehr als im Vorfeld geschätzt wurde und bestätigt die Sinnhaftigkeit der Übergangsphase mit erhöhtem Schwellenwert von 8 Prozent. Bei der Mehrzahl der Stellenmeldungen waren die RAVs in der Lage, mindestens ein passendes Dossier einer arbeitslosen Person den Stellenanbietern zukommen zu lassen. (…).
Travail.Suisse, Medienmitteilung, 2019-11-01.
Travail.Suisse > Stellenmeldung, Travail.Suisse, 2019-11-01.
Ganzer Text
01.11.2019 Genf
Uber
Unia Genf

Uber
Verbot
Volltext
Uber-Verbot in Genf. Jetzt müssen andere Kantone nachziehen! Der Kanton Genf ist konsequent und verbietet den Dumping-Fahrdienst Uber, bis dieser seinen arbeitgeberischen Pflichten nachkommt. Die Unia wertet die als Erfolg; hat sie doch in den letzten Jahren vehement dafür gekämpft, dass die Angestellten besser geschützt, rechtmässig entlöhnt und korrekt angestellt werden. Die Unia erwartet nun von den anderen Kantonen, dass sie nachziehen und dass die Uber-Fahrer/innen in Genf gut geschützt und fair entschädigt werden. Als erster Kanton verbietet Genf den Fahrdienstanbieter Uber, bis die Firma seinen Angestellten die rechtmässigen Sozialleistungen bezahlt. Das zeigt: Der mittlerweile jahrelange Druck und der Kampf der Gewerkschaft Unia gegen den Dumping-Fahrdienstanbieter hat sich gelohnt. Genf geht mit gutem Vorbild voran. Bisher weigerten sich die Kantone, Uber in die Pflicht zu nehmen. Dies hatte zur Folge, dass Uber mittels de facto Schwarzarbeit den Arbeitnehmenden Millionen-Beträge aus der Tasche gezogen hat. Nun geht Genf mit gutem Vorbild voran und setzt Uber endlich unter das Arbeitsgesetz. Die Gewerkschaft Unia verlangt, dass auch die anderen Kantone nachziehen und sich mit den nötigen Konsequenzen dafür einsetzen, dass Uber als Arbeitgeber verpflichtet ist, seine Fahrer/innen regulär anzustellen sowie Sozialleistungen zu bezahlen (AHV, IV, EL). Ausserdem muss die Politik bei laufenden kantonalen und kommunalen Taxi- und Transportgesetzen in der ganzen Schweiz dafür sorgen, dass die Arbeitnehmerrechte und Arbeitsbedingungen geschützt werden. (…).
Unia Genf, Medienmitteilung, 1.11.2019.
Unia Genf > Uber. Verbot. Unia Genf, 2019-11-01.
Ganzer Text
12.11.2019 Chile
Gewerkschaften
SGB

Solidarität
Volltext
Solidarität mit den chilenischen Gewerkschaften. Der SGB fordert ein Ende der staatlichen Gewalt in Chile. Angesichts der anhaltenden Proteste in Chile erklärt sich der SGB in einem Brief an den chilenischen Gewerkschaftsbund Bloque Sindical de Unidad Social solidarisch mit den Demonstrierenden und den Forderungen der Gewerkschaften. Der chilenische Präsident und seine Regierung müssten die Angriffe auf demokratische Recht und die Gewalt gegen die Protestierenden stoppen, schreiben SGB-Präsident Pierre-Yves Maillard und der für internationale Beziehungen zuständige SGB-Zentralsekretär Luca Cirigliano in ihrer Solidaritätsbotschaft. Die Austeritätspolitik treibe die Bevölkerung in die Hoffnungslosigkeit und müsse sofort beendet, der Ruf der Bevölkerung und der Gewerkschaften nach Mindestlöhnen, einem guten Service public und Renten, die ein Leben in Würde ermöglichen, gehört werden. (...).
SGB, 12.11.2019.
SGB > Chile. Solidaritaet. SGB, 2019-11-11.
Ganzer Text
11.11.2019 Schweiz
Arbeit
Travail.Suisse

Arbeitsbedingungen
Volltext
Arbeitsbedingungen haben sich verschlechtert. Die Arbeitnehmenden in der Schweiz sind unzufriedener mit ihrem Einkommen, sie sorgen sich zunehmend um ihren Arbeitsplatz, der Stress und die psychosozialen Belastungen am Arbeitsplatz nehmen zu. Ausserdem fehlt einem Teil der Arbeitnehmenden eine echte Unterstützung bei ihren Weiterbildungsbemühungen, wie die diesjährige Ausgabe des „Barometer Gute Arbeit“ zeigt. Der „Barometer Gute Arbeit“ ist ein Kooperationsprojekt von Travail.Suisse, dem unabhängigen Dachverband der Arbeitnehmenden, und der Berner Fachhochschule und bewertet seit 2015 repräsentative Ergebnisse zur Qualität der Arbeitsbedingungen in der Schweiz und deren Veränderungen. Die Ergebnisse der fünften Durchführung des „Barometer Gute Arbeit“ zeigen eine kontinuierliche Verschlechterung in der Bewertung der Arbeitsbedingungen. 2019 wird lediglich eines von 20 Kriterien positiver beurteilt als im Vorjahr – mehr als die Hälfte der Kriterien erzielen gar die tiefsten Werte der letzten fünf Jahre. „Der Druck auf die Arbeitnehmenden wird immer höher und psychosoziale Belastungen wie Stress oder emotionale Erschöpfungszustände nehmen zu“, sagt Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik bei Travail.Suisse. Durch die Flexibilisierung der Arbeitszeiten verlieren die Arbeitnehmenden die Hoheit über ihre Arbeitszeiten und die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben wird zusätzlich erschwert. Gleichzeitig führt die Lohnstagnation der letzten Jahre zu abnehmender Lohnzufriedenheit und konjunkturelle Entwicklung sowie digitaler Strukturwandel verstärken die Sorgen (…).
Travail.Suisse, 11.11.2019.
Travail.Suisse > Barometer Gute Arbeit. Travail.Suisse, 2019-11-11.
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19.01.1989 Schweiz
GBI Schweiz
Löhne

GBI Schweiz
Tiefstlöhne
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Studie des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes. Immer mehr tiefe Löhne. Jede achte Person, die vollzeitig erwerbstätig ist, verdient weniger als 2‘850 Franken netto pro Monat. Das zeigt eine Studie, die der Genfer Wirtschaftsprofessor Yves Flückiger im Auftrag des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes erarbeitet hat. Flückiger nimmt für seine Studie den Medianlohn als Ausgangspunkt. Dieser liegt für vollzeitbeschäftigte Lohnbezügerinnen bei 52‘320 Franken (rund 4‘200 pro Monat), bei allen Erwerbstätigen (also auch Teilzeitliche und Selbstständige) bei 45‘800 Franken. Die Armutsgrenze setzt der Ökonom bei 50 Prozent dieses Lohns an. Resultat: 3 bis 5 Prozent der Erwerbstätigen, die voll arbeiten, verdienen weniger als 2‘100 Franken. Bezieht man auch jene mit ein, deren Einkommen zwar nicht unter der Armutsgrenze, aber immer noch sehr tief liegt (weniger als zwei Drittel des Medianlohns), so sind es 12,2 Prozent. Anders gesagt: Jede achte voll erwerbstätige Person hat einen Nettolohn von weniger als 2‘850 Franken. Erschreckend auch die Zahlen für die Working poor. Flückiger definiert sie als jene Erwerbstätigen, die weniger als die Hälfte des Medianlohnes verdienen, aber hauptsächlich zum Unterhalt eines Haushalts beitragen. Laut der Studie waren 1997 rund 228‘000 selbstständig und unselbstständig Erwerbende solche Working poor (1991: 204‘000). Betrachtet man nur die vollzeitlichen Lohnabhängigen, so ist erfreulicherweise ein Rückgang festzustellen: von 67‘195 (4,2%) auf 442‘32 (2,8%). (…).
SGB, 19.1.1989.
GBI > Tiefstloehne. GBI-Zeitung, 1989-01-19.
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12.11.1998 Schweiz
Personen
WOZ
Verena Mühlberger
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Working poor
Kein Lohn zum Leben. Wer das Glück hat, bei einer Versicherung oder in der Pharmaindustrie angestellt zu sein, verdient durchschnittlich zwölf Prozent mehr als vor zehn Jahren - Tendenz steigend. Wer hingegen in der Kleider- und Textilindustrie oder im Gastgewerbe arbeitet, muss seit 1989 Lohneinbussen von bis zu vier Prozent hinnehmen - Tendenz sinkend. Diese Zahlen stammen aus einer Lohnstudie, welche die UBS letzte Woche publiziert hat. Wirtschaftsvertreterinnen frohlockten: Der Schweizer Arbeitsmarkt sei doch flexibler als bisher angenommen. Was diese Flexibilisierung für die ArbeitnehmerInnen bedeutet, zeigt nun eine Studie der Caritas Schweiz: „Trotz Einkommen kein Auskommen - Working poor in der Schweiz.“* Mit „Working poor“ (erwerbstätige Arme) sind Menschen gemeint, die in einem Haushalt leben, von dem mindestens eine Person vollerwerbstätig ist und dessen Einkommen dennoch nicht über die Armutsgrenze hinausreicht. Schon die Zahlen überraschen: In der Schweiz gibt es laut Caritas 250‘000 Working Poor, Siebzig Prozent der von Armut betroffenen Menschen sind erwerbstätig - ein weitaus grösserer Anteil als in den meisten EU-Ländern. Auch entsprechen diese Menschen nicht den gängigen Klischees: Zwei Drittel von ihnen sind weniger als vierzig Jahre alt. Drei Viertel besitzen einen Schweizer Pass. Betroffen sind vor allem allein lebende Männer sowie Paare mit Kindern. Warum nur gibt es in der Schweiz so viele Working poor? (…).
Verena Mühleberger.
WOZ, 12.11.1998.
Personen > Muehleberger Verena. Workiing poor. WOZ, 1998-11-12.
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14.01.1997 Schweiz
GBI Schweiz
Maler-Gipser
Personen
Albert Germann
DV
Maler-Gipser
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Berufskonferenz Ma/er- und Gipsergewerbe. Die Temporärfirmen kontrollieren! Die GBI-Berufskonferenz des Maler- und Gipsergewerbes vom 14. Dezember 1996 befasste sich mit den Forderungen für die Lohnverhandlungen, der Verbesserung des Gesundheitsschutzes und der Arbeitssicherheit. Beunruhigt sind die Delegierten jedoch vor allem auch über die unkontrollierte Zunahme von Temporäreinsätzen durch Vermittlungsbüros. Die Arbeitgeber im Male- und Gipsergewerbe nehmen derzeit praktisch keine Neueinstellungen mehr vor. Arbeitsspitzen werden mehr und mehr durch Anordnung von Überzeit abgedeckt. Massiv nehmen auch Temporäreinsätze zu. Die Temporärfirmen ihrerseits unterbieten sich mit „Billig-Offerten“ an die Arbeitgeber. Solche Billigangebote legen den Schluss nahe,dass den betroffenen Temporärarbeltnehmerlnnen die vertraglich vorgeschriebenen Mindestlöhne vielfach nicht bezahlt werden. Für die Delegierten der Berufskonferenz ist angesichts dieser Situation dringender Handlungsbedarf gegeben. Es gilt. auf der Ebene der Sektionen rigoros gegen fehlbare Temporärbüros vorzugehen. Dies nicht nur im Maler- und Gipsergewerbe, sondern überall dort. wo allgemeinverbindliche Gesamtarbeitsverträge bestehen. Sie fordern deshalb auch alle anderen Branchen au, die temporärangestellten ArbeitnehmerInnen .zu kontaktieren und die ausbezahlten Löhne und Sozialleistungen zu überprüfen. (…).
Albert Germann, Ressort Ausbau.
GBI-Zeitung, 14.1.1997.
Personen > Germann Albert. Maler und Gipser. DV. GBI-Zeitung, 1997-01-14.
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28.01.1997 Schweiz
GBI Schweiz
Personen
Bruno Bollinger
Dividenden
Gewinne
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Die Löhne sinken - die Aktien steigen = Zufall? „Bei uns muss Ihr Geld arbeiten.“ Wer kennt sie nicht, die schaufelnden, pickelnden, und sägenden Münzen und Noten in der Werbung der Kantonalbanken. Und in der Tat, investiertes Geld „arbeitet“ und rentiert heute ausgezeichnet. „Grosszügig zeigten sich die kotierten Publikumsgesellschaften bezüglich Dividenden: Die Gesamtausschüttung kletterte von 7,2 Milliarden im Jahre 1995 auf 7,9 Milliarden im letzten Jahr.“ ({„Tages-Anzeiger“, 15.1.1997) Gleichzeitig konnten wir in der „Neuen Gewerkschaft“ vom 14.1. 199 7 nachlesen: „Eine Mehrheit der ArbeitnehmerInnen wird 1997 real weniger verdienen als im letzten Jahr. Obwohl die Teuerung 1996 bloss 0,8 Prozent betrug, wird sie in den meisten Branchen nicht voll ausgeglichen.“ Wir haben es in den letzten Jahren bei Lohnverhandlungen immer wieder erlebt: Wenn es um den Teuerungsausgleich ging, hatte der Betrieb kein Geld; den Gürtel enger zu schnallen ist die gepredigte Devise. Bloss bei den Aktionärinnen ist es anders; für die Dividenden ist immer genügend Geld da (es ist denn praktisch auch kein einziger Betrieb bekannt, in dem die AktionärInnen „solidarisch“ den Gürtel enger schnallen mussten). In der vom „Tages-Anzeiger“ zitierten Studie der Bank Vontobel lesen wir folgende Schlussfolgerung: „Damit hat sich das schweizerische Devisenvolumen innert zehn Jahren mehr als verdoppelt, seit 1982 sogar fast vervierfacht.“ Und das während der Krise, in der angeblich kein Geld vorhanden war. Die Gewinne der Aktionärinnen bestätigen, dass, nur mit Geld noch mehr Geld verdient werden kann. Dabei ist es aber (…). Bruno Bollinger.
GBI-Zeitung, 28.1.1997.
Personen > Bollinger Bruno. Dividenden. Gewinne. GBI-Zeitung, 1997-01-28.
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11.11.2019 Schweiz
Nationalrat
Personen
SGB
Luca Cirigliano
Datenschutz
Nationalrat
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Datenschutz am Arbeitsplatz – Stiefkind des Parlaments? In letzter Zeit geht es dem Datenschutz in der Schweiz schlecht, findet SGB-Zentralsekretär und Alt-Bezirksrichter Luca Cirigliano. Die anstehende Totalrevision des Datenschutzgesetzes (DSG) bahnt sich an, ein Debakel zu werden: Nicht EU-äquivalent, weniger verständlich, und man will sogar die Bundesverfassung und Völkerrecht ritzen, in dem man die Zugehörigkeit zu einer Gewerkschaft nicht mehr namentlich unter besonders schützenswerte Daten subsumiert. Das sei ja bereits durch die „allgemeinen Prinzipien“ geschützt, so die Meinung des Parlaments. Es wird also schon fast ein Jura-Studium erwartet, um sich im Datenschutz zurechtzufinden. Dem setzt nun die Mitteilungspflicht der ArbeitnehmerInnen die Krone auf, wenn sie an der wissenschaftlichen Studie zum Konsum von Cannabis teilnehme wollen, die vom Bund geplant wird. Probanden müssten also einwilligen, dass ihre Teilnahme an der Studie automatisch dem Arbeitgeber bekannt gegeben wird – man könnte genauso gut ein Entlassungsbrief der Studiendokumentation beilegen. Kein Wunder, wenn so die Studie bachab gehen wird. Wer will denn hier noch mitmachen? (…).
Luca Cirigliano.
SGB, 11.11.2019.
Personen > Cirigliano. Luca. Datenschutz. Nationalrat. SGB, 2019-11-11.
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