Gewerkschaftschronik
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Anzahl gefundene Artikel: 414

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18.01.2019 Schweiz
Personen
Work
Ralph Hug
Rosa Luxemburg
Ermordung
Volltext
Der rechtsextreme Offizier Waldemar Pabst liess Luxemburg töten. Mörder-Chef lebte straflos in der Schweiz. Ein vergessener Skandal: Die Schweiz deckte jahrelang den Mörder von Rosa Luxemburg. Sie warfen die Leiche in den Berliner Landwehrkanal. Zwei Schergen der Garde-Kavallerie-Schützen-Division brachten die Sozialistin Rosa Luxemburg am 15. Januar 1919 brutal um. Der wahre Mörder war aber Waldemar Pabst, der Chef dieses Elite-Freikorps. Pabst hatte die Tötung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht veranlasst. Und zwar unter Billigung des damaligen Wehrministers Gustav Noske (SPD), genannt „Bluthund“. Nie wurde Pabst dafür zur Rechenschaft gezogen. Waldemar Pabst (1880-1970) gilt als Schlüsselfigur der deutschen Gegenrevolution. Er war Offizier, Waffenhändler und Strippenzieher im Rechtsextremismus. Vergeblich putschte er 1923 gegen die Weimarer Republik. Nach Hitlers Machtergreifung baute er seinen Einfluss aus. Für Hitler organisierte er den Import verbotener Rüstungsgüter. Unter anderem aus der Schweiz mit einer Tarnfirma namens Sfindex in Sarnen OW. Besonders scharf war Pabst auf hochpräzise Werkzeugmaschinen. Auch in der von Deutschen gegründeten Waffenfabrik Solothurn war er aktiv. Mächtig. Die Historikerin Doris Kachulle sagt: „Pabst war eine wichtige Scharnierfigur zwischen der deutschen und der Schweizer Kriegswirtschaft.“ Dass er unbehelligt blieb, hatte politische und wirtschaftliche Gründe. Pabst war mit der Schweizer Wirtschaftselite verbandelt. Er hatte auch beste Kontakte zu Schweizer Rechten, allen voran zu Eugen (…). Ralph Hug.
Work online, 18.1.2019.
Personen > Hug Ralph. Rosa Luxemburg. Ermordung. Work online, 2019-01-18.
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18.01.2019 Schweiz
Baumeisterverband
Personen
Work
Ralph Hug
Landesmantelvertrag
Volltext
Das alles bringt der neue Landesmantelvertrag den Bauleuten: Mehr Lohn, mehr Kündigungsschutz und Rente mit 60 gesichert. Der entschlossene Protest der Bauleute hat sich gelohnt: Die Baumeister mussten ihre wahnwitzigen Forderungen fallenlassen. Anfang 2018 sah es böse aus. Die Baumeister waren drauf und dran, die wichtigste soziale Errungenschaft der Branche zu kippen: die Rente mit 60. Hätten die Bauleute sich nicht gewehrt, hätten sie plötzlich bis 62 oder noch länger arbeiten müssen. Oder sie hätten sich mit einer mickrigen Übergangsrente bis zum ordentlichen Pensionsalter schleppen müssen. Mehr im Portemonnaie. Doch dann machten Proteste. Demos und Streiks den Baumeistern Beine. Insgesamt gingen über 30‘000 Bauleute auf die Strasse. Jetzt ist die Frührente für alle gesichert. Mit einem leicht erhöhten Lohnabzug für die Bauarbeiter, der aber erst ab April fällig ist. Voraussichtlich dann wird der Bundesrat die geänderten Bestimmungen für allgemeinverbindlich erklären. Seit dem Januar bereits in Kraft ist der neue Landesmantelvertrag (LMV). Er gilt bis 2022. Und zwar mit höheren Löhnen für alle. Die Bauleute erhalten 80 Franken mehr Lohn und 2020 kommen nochmals 80 Franken mehr dazu. Unia-Bauchef Nico Lutz sagt: „Im Schnitt haben alle je 64 Franken und nächstes Jahr 66 Franken mehr im Portemonnaie.“ Dies ergibt sich, wenn man die Lohnerhöhung den Sanierungsbeitrag der Arbeitnehmenden an die Frühpensionierung sowie eine geringere Suva-Prämie gegeneinander aufrechnet. Bezogen auf die Teuerung, die 0,9 Prozent beträgt, resultiert Somit eine moderate Reallohnerhöhung. (…). Ralph Hug.
Work, 18.1.2019.
Personen > Hug Ralph. Landesmantelvertrag Bau. Work, 2019-01-18.
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18.01.2019 Schweiz
Personen
Rhätische Bahn
Tunnelbau
Work
Ralph Hug
Lohnnachzahlung
Rhätische Bahn
Volltext
Geprellte Albulatunnel-Bauer können aufatmen. Bauherrin Rhätische Bahn schiesst Geld vor. Jetzthaben die Tunnelbauer am Albula ihren Dezemberlohn doch noch erhalten. Dank dem Druck der Unia. Der Dezember 2017 war für die Tunnelbauer am Albula ein schwarzer Monat. Wenigstens für jene zwei Dutzend, die beim italienischen Baukonzern Condotte angestellt waren. Sie erhielten keinen Lohn. Condotte war finanziell ins Schlingern geraten. Der CEO stand wegen Verdachts auf mafiöse Praktiken unter Hausarrest (die Work-Recherche gibt's hier: rebrand.ly/condotte). Seither ist der Konzern unter staatlicher Zwangsverwaltung. Wegen der Tausende von Arbeitsplätzen kann es sich die Regierung in Rom nicht leisten, das Unternehmen pleitegehen zu lassen. Tauziehen. Ein Jahr später gibt es für die Tunnelbauer Grund zur Freude: Sie erhalten endlich den fehlenden Dezemberlohn. Dazwischen gab es ein monatelanges Tauziehen. Anke Gähme, Leiterin der Unia Ostschweiz-Graubünden, erzählt: „Niemand wollte für die unbezahlten Löhne aufkommen. Deshalb mussten wir ordentlich Druck machen“. Und das ging so: Condotte ist in einem Konsortium mit Walo und der österreichischen Porr am Bau des zweiten Albulatunnels der Rhätischen Bahn (RhB) beteiligt. Allerdings wollte das Konsortium nicht für den Schaden aufkommen. Trotz Solidarhaftung. Immerhin übernahmen die beiden Partner der Arbeitsgemeinschaft die Condotte-Leute. Es sind nämlich Spezialisten aus dem Veltlin, aber auch Fachkräfte aus Deutschland und Österreich, auf die nicht verzichtet werden kann. Ihr Job war gerettet. Mit Hilfe der (…). Ralph Hug.
Work, 18.1.2019.
Personen > Hug Ralph. Albula. Lohnnachzahlung. Work, 18.1.2019.
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14.12.2018 Schweiz
Baumeisterverband
Personen
Unia Schweiz
Ralph Hug
Baumeisterverband
Landesmantelvertrag
Volltext
Neuer Bau-Vertrag noch im alten Jahr: Geschafft? Für die Bauleute hat sich der intensive Kampf gelohnt: ein erneuerter Landesmantelvertrag, mehr Lohn und eine sichere Rente mit 60 – darauf haben sich die Verhandlungsdelegationen geeinigt. Die definitiven Entscheide fallen demnächst. Es brauchte noch eine Extra-Sitzung. Doch dann, in der 20. Verhandlungsrunde, war der Durchbruch da. Die Gewerkschaften und der Baumeisterverband einigten sich im Verhandlungsmarathon um Lohn, Rente und einen neuen Landesmantelvertrag (LMV) auf ein gemeinsames Resultat. Und so sieht es aus: Rente 60. Die wichtigste Errungenschaft der Bauleute bleibt erhalten. Und zwar ohne Abstriche: Es gibt keine Erhöhung des Rentenalters und auch keine Rentenkürzungen. Um die finanzielle Belastung durch die in Rente gehende Generation der Babyboomer aufzufangen, steigen die Beiträge der Arbeitnehmenden vorübergehend an: im 2019 um 0,5 Lohnprozent und im 2020 nochmals um 0,25 Lohnprozent. Der flexible Altersrücktritt (FAR) steht damit in Zukunft auf einer sicheren Grundlage. Landesmantelvertrag: Der LMV wird erneuert, mit einigen Verbesserungen für beide Seiten. So muss ein Patron ältere Bauarbeiter vor einer Entlassung zwingend anhören. Neu gilt der LMV auch bei Asbestsanierungen. Und künftig können die paritätischen Berufskommissionen die Arbeitnehmenden über geldwerte Verstösse von fehlbaren (…). Ralph Hug.
Work online, 14.12.2018.
Personen > Hug Ralph. Bauhauptgewerbe. LMV. Work online, 2018-12-14.
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14.12.2018 Schweiz
Personen
Work
Ralph Hug
Ausstellung
Fotos
Volltext
Ausstellung: Emil Acklins Fotos des Büezer-Alltags der 1920er Jahre. Mit der Leica in den Klassenkampf. Emil Acklin war Lehrer und wurde entlassen, weil er Kommunist war. Dann zückte er die Kamera und fotografierte Zürich von unten. Dank Emil Acklin (1889-1976) wissen wir, wie ein Büezerleben in den 1920er Jahren aussah. Acklin streifte mit der Leica in der Hand durch die Stadt Zürich und fotografierte Teerkocher, Kesselflicker, Weichenputzer, Schienenleger, Strassenwischer und Paketpöstler bei der Arbeit. Vor die Linse kamen ihm aber auch Bettler, Obdachlose und arme Leute auf der Schattenseite der Gesellschaft. Seine Fotos feiern die Werktätigen und klagen gleichzeitig die Reichen an, die es zulassen, dass es so viele Arme gibt. Acklin war Kommunist und glaubte an eine gerechte Ordnung. Das bekam ihm aber schlecht. Weil er an den Novemberkrawallen von 1917 gegen Krieg und Militarismus teilgenommen hatte, kam er für sieben Monate hinter Gitter. Seinen Job als Lehrer war er los. Und die Armee degradierte ihn, der einst sogar Oberleutnant gewesen war. Fortan musste er sich als Privat- und Musiklehrer durchschlagen. Da hatte er Zeit, 1.Mai-Demos, Streiks und Protestaktionen sowie das Leben der Arbeiterinnen und Arbeiter in Aussersihl und in der Altstadt zu fotografieren. Aber nicht einfach zum Spass. Acklin wollte das arbeitende Volk dokumentieren, nach Marx der Motor der Geschichte. Für ihn war die Fotografie ein Mittel des Klassenkampfs. Er sagte: „Wir nennen uns Arbeiterfotografen, (…). Ralph Hug.
Work, 14.12.2018.
Personen > Hug Ralph. Emil Acklin. Foto-Ausstellung. Work, 2018-12-14.
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01.12.2018 Schweiz
Mieter- und Mieterinnen-Verband
Personen
SBB
Ralph Hug
Liegenschaften
SBB
Volltext
Die SBB und ihre Goldgruben. Die SBB scheffelt Millionen mit Immobilien. Niklaus Scherr hat nachgerechnet. Die SBB ist zum zweitgrössten Immobilienkonzern der Schweiz herangewachsen. Sie macht das Geld mit Grundstücken, die sie einst für ein Butterbrot der Öffentlichkeit abgekauft hat. Den bisher grössten Profit zog sie aus der Zürcher Europaallee. Allein die UBS musste dort für ihr Grundstück im Baufeld C 199 Mio. Franken auf den Tisch legen: Das sind 26'930 Franken pro Quadratmeter. Die SBB-Vorgängerin Nordostbahn hatte für das Land vor 150 Jahren noch 10 Franken pro Quadratmeter bezahlt. Noch viel mehr holte die Bundesbahn im Baufeld G heraus. Dort stehen heute 46 superteure Eigentumswohnungen. Bei einem geschätzten Erlös von 95 Mio. Franken ergibt sich ein exorbitanter Quadratmeterpreis von 70'000 Franken. „Die Euopaallee ist die SBB-Goldgrube par excellence“, sagt Niklaus Scherf. Der ex-Geschäftsleiter des MV Zürich hat nachgerechnet. Und zwar gegen den Willen der SBB. Diese rückt, wenn überhaupt, nur höchst ungern Zahlen zu ihren Immobiliendeals heraus. Scherr hat jetzt seine umfangreiche Recherche in einem sehr erhellenden Bericht publiziert.* Dieser bestätigt die Kritik, dass die SBB auf Höchstrenditen aus ist. Dadurch entstehen vorwiegend teure Büros und Appartements. Nur unter Druck willigen die SBB-Manager ein, auch preisgünstige Wohnungen für die breite Bevölkerung zu bauen. Die Bahn verteidigt sich mit dem Argument, sie müsse mit den Gewinnen (…). Ralph Hug.
Mieter- und Mieterinnenverband, Nr. 6, Dezember 2018.
Personen > Hug Ralph. SBB. Liegenschaften. M+W, 2018-12-01.
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30.11.2018 Schweiz
Novartis
Personen
Work
Ralph Hug
Novartis
Stellenabbau
Volltext
Novartis-Manager wollen Ex-CEO Daniel Vasella beim Stellenstreichen noch toppen. Protest gegen Brutalo-Abbau. Novartis plant den Kahlschlag. Im Grossraum Basel sollen 2150 Stellen sollen verschwinden. Nur wegen des Profits. Doch es gäbe ein besseres Rezept. Das gefällt Novartis nicht. Letzte Woche machten 800 Personen auf dem Basler Theaterplatz ihrem Ärger über die Arroganz der Pharmakönige Luft: „Menschen vor Marge!“ hiess es auf Transparenten. Daniela Neves von der Unia geisselte den Konzern für seine brutalen Jobvernichtungspläne: „Sieben Milliarden Gewinn machen und zweitausend Leute auf die Strasse stellen – das geht nicht!“ Es war nicht die erste Demo gegen Novartis. Aber die erste, zu der alle drei Vertragsgewerkschaften Unia, Syna und Angestellte Schweiz gemeinsam aufgerufen hatten. Thomas Leuzinger, Kommunikationschef der Unia Nordwestschweiz, freut sich: „Das gab es noch nie.“ Der Brutalo-Abbau von 2‘150 Stellen sprengt alles Dagewesene. Brigitte Martig, Personalvertreterin bei Novartis und Unia-Mitglied, sagt: „Es ist der grösste für die Schweiz angekündigte Abbau seit der Gründung des Konzerns vor zwanzig Jahren.“ Der Hintergrund: VR-Präsident Jörg Reinhardt will weg von der Massenproduktion von Tabletten und hin zu höherwertigen Gen- und Zelltherapien. Damit lässt sich viel Geld machen. Zum Beispiel mit einem Krebsmittel gegen Leukämie. Es heisst Kymriah. Und eine einzige Behandlung kostet 475’000 Franken. Oder mit einem Mittel gegen schweren Muskelschwund, das nächstes Jahr auf den Markt kommen soll. Dafür will Novartis gar 4 Millionen Franken (!) verlangen. (…). Ralph Hug.
Work online, 30.11.2018.
Personen > Hug Ralph. Novartis. Stellenabbau. Work online, 2018-11-30.
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30.11.2018 Schweiz
Personen
Post
Work
Ralph Hug
Direktion
Post
Volltext
Der neue Postchef Roberto Cirillo kommt von französischem Skandalkonzern. Garantiert der Falsche. Ein Hors-sol-Manager aus London wird neuer Postchef. Unter ihm als Generaldirektor kam es im französischen Catering-Konzern Sodexo immer wieder zu Streiks. Hat uns da CVP-Mann Urs Schwaller ein faules Ei gelegt? Der Präsident des Post-Verwaltungsrats zauberte letzte Woche den Tessiner Roberto Cirillo (47) aus dem Hut. Cirillo who? Der Sohn italienischer Einwanderer, der im Tessin aufgewachsen ist, wird ab April 2019 neuer CEO und damit Chef von 60’000 Postangestellten. Er tritt die Nachfolge von Susanne Ruoff an. Sie musste wegen des Postauto-Skandals gehen. Schwaller pries den neuen Unbekannten in einer Medienmitteilung für seine internationalen Erfahrungen im Management. Eine Medienkonferenz hielt Schwaller offenbar nicht für nötig. Also glänzte Cirillo gleich zu Beginn durch Abwesenheit: kein Interview, kein Service public, nichts. Nur ein Foto und eine schöne Phrase: Cirillo wolle „gemeinsam mit den Mitarbeitenden ein Stück Schweizer Identität weiterentwickelt“. Alles für die Aktionäre. Schwaller präsentiert als obersten Postchef also einen Mann, der noch nie mit einem Service-public-Unternehmen zu tun hatte und keinen Fuss im Bundeshaus hat. Da reibt sich sogar die „Handelszeitung“ die Augen: «Entweder ist Cirillo ein unentdecktes Naturtalent. Oder Schwallers Ernennung endet in einem Desaster.» In Frankreich jedenfalls kam es unter Cirillos Führung immer wieder zu Streikaktionen. Cirillo war dort von 2007 bis 2014 bei Sodexo beschäftigt, ab 2009 als Generaldirektor für Frankreich. Sodexo ist ein (…). Ralph Hug.
Work online, 30.11.2018
Personen > Hug Ralph. Post. Direktion. Work online, 2018-11-30.
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30.11.2018 Schweiz
Personen
Work
Ralph Hug
Alexander J. Seiler
Nachruf
Volltext
Filmemacher Alexander J. Seiler ist tot. Pionier des sozial engagierten Films. Mit „Siamo Italiani“ setzte Alexander J. Seiler den italienischen Migrantinnen und Migranten in der Schweiz ein Denkmal. 1964 entstand der Dokumentarfilm. der Alexander J. Seiler berühmt machte. Er drehte ihn zusammen mit seiner Frau June Kovach und Kameramann Rob Gnant. Ein Werk. das gegen eine selbstzufriedene und fremdenfeindliche Schweiz gerichtet war. Noch heute aktuell. zeigt es Leben und Kultur von Leuten. die nach Max Frisch nur als Arbeitskräfte kamen. aber Menschen waren. Fast vierzig Jahre später holte Seiler die gleichen Leute wieder vor die Kamera. Er wollte wissen. was aus ihnen geworden war. „Septemberwind“ aus dem Jahr 2002 zeigt. wie er den Dingen auf den Grund gehen wollte. Simple Heroisierungen lehnte er ab. Unbeugsamer Linker. Mit dieser Haltung wurde „Xandi“, wie ihn die Freunde nannten, zu einer Ikone der kritischen Schweiz. Wie Peter Bichsel oder Niklaus Meienberg: ein trotziger. unbeugsamer Linker, der sich nie mit den Mächtigen arrangierte. Als seinen wichtigsten Film sah er „Die Früchte der Arbeit“ von 1977 an. Dies ist ein zweieinhalbstündiger Dokumentarfilm über die Geschichte der schweizerischen Arbeiterbewegung im 20. Jahrhundert. Erzählt anhand eines Bohrwerkarbeiters bei der BBC. Während andere noch brave Unterhaltungsfilme drehten. wurde Seiler zum Pionier des sozial engagierten Films. Stachel im Fleisch. Sein letztes Werk war „Geysir und Goliath“ aus dem Jahr 2010. (…). Ralph Hug.
Work, 30.11.2018.
Personen > Hug Ralph. Seiler Alexander J. Nachruf. Work, 2018-11-30.
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16.11.2018 Schweiz
Personen
SGB
Work
Barbara Gysi
Ralph Hug
Interview
Präsidium
SGB
Volltext
SGB-Präsidium: Das hat Kandidatin Barbara Gysi zu bieten. „Die Bewegung muss breiter werden“ Für Barbara Gysi ist die Gewerkschaftsbewegung zu einseitig aufgestellt und nur in gewissen Branchen stark. Etwa bei der Eisenbahn oder in der Industrie. Das möchte sie ändern, wenn sie gewählt wird. Work: Barbara Gysi, machen Sie bitte einen kurzen Werbespot in eigener Sache: Warum sollen Sie die Delegierten am SGB-Kongress wählen? Barbara Gysi: Weil ich mich mit aller Kraft für eine überzeugende Gewerkschaftspolitik für alle Lohnabhängigen in diesem Land einsetze. Ich will bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne erreichen. Sehr am Herzen liegt mir die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Ich bringe 25 Jahre politische und gewerkschaftliche Erfahrung mit und bin in Bundesbern sehr gut vernetzt. Das ist wichtig, weil es sich beim SGB-Präsidium ja auch um eine politische Aufgabe handelt. Und ich möchte die Leute in den politischen Prozess einbinden. Viele an der Basis sagten mir, dass sie dies in den letzten Jahren etwas vermisst hätten. Und natürlich hat für mich die Frauen- und Lohngleichheitsthematik einen wichtigen Stellenwert. Als Frau habe ich hier einen breiteren Blick, und ich kann diese Aufgabe besser wahrnehmen. In bisher gewerkschaftlich schlecht abgedeckten Bereichen wie der Pflege und der Care-Arbeit habe ich ein grosses Repertoire, das ich einsetzen kann. Was meinen Sie denn mit Repertoire? Ich bin ausgebildete Sozialpädagogin und habe im (…). Ralph Hug.
Work online, 16.11.2018.
Personen > Hug Ralph. Barbara Gysi. Interview. Work online, 2018-11-16.
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02.11.2018 Schweiz
Personen
Suva
Work
Ralph Hug
Prämien
Suva
Volltext
Unfallversicherer entlastet Firmen: Steilpass für mehr Lohn. Diese Suva-Millionen gehören uns! Die Suva entlastet die Firmen mit tieferen Unfallversicherungsprämien in Millionenhöhe. Jetzt fordert die Unia: Davon müssen auch die Arbeitnehmenden profitieren. Darüber reden sie nie. Doch nächstes Jahr sparen die Arbeitgeber glatte 220 Millionen Franken ein. Ohne einen Finger zu rühren. Und im darauffolgenden Jahr 2020 werden sie gleich nochmals in ähnlicher Höhe entlastet. Die Suva macht’s möglich. Die staatliche Unfallversicherung arbeitet so gut, dass sie im Geld schwimmt. Letztes Jahr erwirtschaftete sie eine hohe Rendite von 7,8 Prozent auf ihren Kapitalanlagen. Das Vermögen beträgt mittlerweile über 51 Milliarden Franken. Der Deckungsgrad stieg auf über 140 Prozent, die Reserven sind prallvoll. Nun kann man die Prämien senken. So geht überschüssiges Geld an die Versicherten zurück. Auch das ist ein Vorteil der nicht privaten Versicherung: das Geld fliesst zurück zu denen, die es auch einbezahlt haben, und nicht in die Taschen der Aktionärinnen und Aktionäre. Lohnbestandteil. Nächstes Jahr senkt die Suva die Prämien für die Berufsunfallversicherung (BUV) sowie für die Nichtberufsunfallversicherung (NBU) um 15 Prozent (siehe unten). Das ergibt einen stattlichen Betrag von 520 Millionen Franken, nämlich 220 Millionen Franken in der BUV und 300 Millionen Franken in der NBU. Felix Weber, Vorsitzender der Suva-Geschäftsleitung, sagt: „Mit der Reduktion entlasten wir den Werkplatz Schweiz.“ Weber spricht bewusst vom Werkplatz, da die Suva vor allem Beschäftigte im Baugewerbe und in der Industrie versichert. (…). Ralph Hug.
Work online, 2.11.2018.
Personen > Hug Ralph. Suva. Prämien. Work online, 2018-11-02.
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02.11.2018 Schweiz
Personen
Suva
Work
Ralph Hug
Prämien
Suva
Volltext
Unfallversicherer entlastet Firmen: Steilpass für mehr Lohn. Diese Suva-Millionen gehören uns! Die Suva entlastet die Firmen mit tieferen Unfallversicherungsprämien in Millionenhöhe. Jetzt fordert die Unia: Davon müssen auch die Arbeitnehmenden profitieren. Darüber reden sie nie. Doch nächstes Jahr sparen die Arbeitgeber glatte 220 Millionen Franken ein. Ohne einen Finger zu rühren. Und im darauffolgenden Jahr 2020 werden sie gleich nochmals in ähnlicher Höhe entlastet. Die Suva macht’s möglich. Die staatliche Unfallversicherung arbeitet so gut, dass sie im Geld schwimmt. Letztes Jahr erwirtschaftete sie eine hohe Rendite von 7,8 Prozent auf ihren Kapitalanlagen. Das Vermögen beträgt mittlerweile über 51 Milliarden Franken. Der Deckungsgrad stieg auf über 140 Prozent, die Reserven sind prallvoll. Nun kann man die Prämien senken. So geht überschüssiges Geld an die Versicherten zurück. Auch das ist ein Vorteil der nicht privaten Versicherung: das Geld fliesst zurück zu denen, die es auch einbezahlt haben, und nicht in die Taschen der Aktionärinnen und Aktionäre. Lohnbestandteil. Nächstes Jahr senkt die Suva die Prämien für die Berufsunfallversicherung (BUV) sowie für die Nichtberufsunfallversicherung (NBU) um 15 Prozent (siehe unten). Das ergibt einen stattlichen Betrag von 520 Millionen Franken, nämlich 220 Millionen Franken in der BUV und 300 Millionen Franken in der NBU. Felix Weber, Vorsitzender der Suva-Geschäftsleitung, sagt: „Mit der Reduktion entlasten wir den Werkplatz Schweiz.“ Weber spricht bewusst vom Werkplatz, da die Suva vor allem Beschäftigte im Baugewerbe und in der Industrie versichert. (…). Ralph Hug.
Work online, 2.11.2018.
Personen > Hug Ralph. Suva. Prämien. Work online, 2018-11-02.
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02.11.2018 Schweiz
Generalstreik
Personen
Work
Ralph Hug
Generalstreik
Juso
Volltext
Ohne kämpferische Jusos hätte der Generalstreik anders ausgesehen. Die „Jungburschen“ machten Dampf. Die kampfbereiten Jusos verliehen dem Landesstreik Durchschlagskraft. Ein Wink im Chefbüro genügte. und die Fabrik ging zu. Johann Högger, der Präsident der Arbeiterunion Rorschach SG. drohte nämlich: Wenn der Betrieb nicht sofort eingestellt werde. so könne man „wegen der Jungburschen da draussen“ für nichts. garantieren. Die Feldmühle, Rorschachs grösster Industriebetrieb. schloss sofort die Tore. Der Chef befürchtete kaputte Scheiben. die ihm niemand ersetzen würde. Diese Episode mit der Jungburschen-Drohung ist bezeichnend. Mit „Jungburschen“ war die sozialistische Jugend gemeint. Die damaligen Jusos waren revolutionär, antimilitaristisch und zum Teil auch anarchistisch gesinnt. Ihnen ging der Ruf als aktionsbereite Truppe voraus, für die die Überwindung des Kapitalismus nicht bloss Theorie war. Ihr Chef war der spätere Kommunist Willi Münzenberg, ein genialer Propagandist. Münzenberg war aus Deutschland in die Schweiz gekommen. baute in der Weimarer Republik einen linken Medienkonzern auf und geriet dann mit den Stalinisten in Konflikt. Im jungsozialistischen Organ „Freie Jugend“ verdammte er den Kapitalismus und rief zum „Krieg gegen den Krieg“ auf. Z’Frässe vüre. Waren die Jungburschen bei Demos dabei. so konnte sich die Polizei auf „Äkschen“ einstellen. So auch in Biel. Dort spitzte sich im Streikjahr 1918 der Groll der Bevölkerung zu. Und die Jungburschen ergriffen die Initiative. Im Juni 1918 organisierten sie eine Demo vor dem Bieler Rathaus. Man verlangte mehr Lohn (…). Ralph Hug.
Work, 2.11.2018.
Personen > Hug Ralph. Generalstreik. Juso. Work, 2018-11-02.
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02.11.2018 Schweiz
Generalstreik
Personen
Work
Ralph Hug
Falschmeldungen
Generalstreik
Publikation
Volltext
Neues Standardwerk. Bollwerk gege FakeNews. Jetzt ist er da, der neue Klassiker, kiloschwer und schön aufgemacht: „Der Landesstreik. Die Schweiz im November 1918“. 50 Jahre mussten wir warten. Die Studie „Der Landesstreik 1918“ von Willi Gautschi aus dem Jahr 1968 war das Referenzbuch zum Thema. Seither gab es keine neue Gesamtdarstellung dieses epochalen Ereignisses. Diese Lücke schliesst das soeben erschienene Werk der Historiker Roman Rossfeld, Christian Koller und der Historikerin Brigitte Studer. Zusammen mit 15 Autorinnen und Autoren bohren sie in die Tiefe und analysieren den Streik und seine Folgen bis in die Gegenwart. Gautschi machte damals Schluss mit der Mär vom bolschewistischen Umsturz. Das neue Standardwerk ruckt jetzt noch weit stärker die vielfältigen sozialen und politischen Ursachen des Landesstreiks ins Licht. Überraschend. Da ist zum Beispiel der Hunger in der Bevölkerung und die prekäre Versorgung mit Kohle und Milch, aber auch die Wohnkrise in Mn Städten und die fatale Grippe-Epidemie. Bisher unbeleuchtete Aspekte kommen hinzu: das Engagement von Frauen im Streik, die Revolutionsängste des Bürgertums oder die Streikabwehr der Arbeitgeber. Wie die rachsüchtige Militärjustiz urteilte und welche Rolle die paramilitärischen Bürgerwehren spielten - das alles wird transparent. Es gibt auch überraschende Recherchen. Woher stammt die Vorstellung. dass Lenins Agenten den Landesstreik angezettelt hätten? Es waren radikalisierte russische Emigranten. die in den Gazetten von Lausanne und Genf unermüdlich Fake News verbreiteten. Sie hatten vor der Oktoberrevolution (…). Ralph Hug.
Work, 2.11.2018.
Personen > Hug Ralph. Generalstreik. Publikation. Work, 2018-11-02.
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02.11.2018 Schweiz
Generalstreik
Personen
Work
Ralph Hug
Armee-Einsätze
Generalstreik
Reaktion
Volltext
Der Landesstreik: Die Mutter aller Streiks. Suppenküchen, Handgranaten und ein dreifacher Mord. Das hatte die Schweiz noch nie erlebt: Plötzlich herrschte Aufruhr im ganzen Land. Die drei Streiktage im November 1918 veränderten die Schweiz. Für immer. Es war an einem Dienstag. einem grauen Novembertag: 250‘000 Frauen und Männer legten ihre Arbeit nieder. Und stiessen in den Strassen auf die Armee. Am dritten Streiktag erschossen Soldaten im solothurnischen Grenchen die drei Arbeiter Marius Noirjean (17). Fritz Scholl . (21) und Hermann Lanz (29). Von hinten und aus nächster Nähe. Schliesslich blies die Streikführung die Aktion ab. weil ein Bürgerkrieg drohte. War der Landesstreik nun eine Niederlage für die Arbeiterbewegung? Oder doch ein Sieg? Beides. sagt Adrian Zimmermann. Der Historiker spricht von „Geschlagenen. die siegten“. Zu Recht. denn ein Teil der Streikforderungen wurde bald erfüllt. andere erst später. Und so kam es zu diesem ersten Generalstreik in der Schweiz. der sich 2018 zum hundertsten Mal jährt: 1. Hunger und Elend: Während des Ersten iiI Weltkriegs (1914-1918) ging es mit der Versorgung bergab. Kartoffeln und Kohle wurden knapp. Der Brotpreis verdoppelte sich innert weniger Jahre. Während die Löhne stagnierten, stieg die Teuerung unerbittlich an. Wer ins Militär musste. bekam keinen Ausgleich für den Lohnausfall. Tausende Familien drohten zu verarmen. viele litten Hunger. Die Historikerin Maria Meier hat die prekäre Lage im Sommer 1918 am Beispiel von Basel untersucht. Die Stadt musste Suppenküchen einrichten. schnell waren sie überfüllt. Kinder waren unterernährt. (…). Ralph Hug.
Work, 2.11.2018.
Personen > Hug Ralph. Generalstreik. Reaktion. Work, 2018-11-02.
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02.11.2018 Schweiz
Baumeisterverband
Personen
Unia Schweiz
Work
Ralph Hug
Arbeitszeit
Baumeisterverband
Volltext
Sogar Baufirma kritisiert: „SBV zu ideologisch“. Auch unter den Baumeistern wächst der Ärger über die weltfremde Politik ihrer Funktionäre. Die Neuenburger Baufirma Facchinetti SA hält nichts von der Forderung des Baumeisterverbands (SBV) nach mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit. Diese sei „ideologisch“. kritisiert sie in einem Brief an ihre Vorarbeiter. Der Brief liegt Work vor. Direktor Claude Conrad: „Wir unterstützen diese Forderung nicht. Die heutige Flexibilität genügt bei weitem.“ Klarer könnte man es nicht sagen. Das Dokument beweist, dass längst nicht alle Firmen die weltfremde Politik ihrer Verbandsspitze gutheissen. Besonders, wenn sie zu solch mächtigen Protesten auf den Baustellen führt. In den letzten Tagen gingen Tausende erboste Bauarbeiter in der Westschweiz und im Tessin auf die Strasse. Sie wollen keinen 12-Stunden-Tag, und sie wollen auch kein Lohndumping durch ausländische „Praktikanten“, bei denen kein Mindestlohn mehr gelten soll, wie das der SBV absurderweise vorschlägt. In den nächsten Tagen rollt die Protestwelle der Bauarbeiter weiter. Aktionen in der Deutschschweiz stehen auf dem Programm. Die Wut über die Baumeister und ihren erpresserischen Kurs in den Verhandlungen zum Landesmantelvertrag ist riesig. Im Wallis war es das erste Mal seitvielen Jahren, dass Bauleute den Pickel weglegten. Dabei liegt eine Einigung in Griffweite. Die Sanierung der Frührente mit 60 ist eigentlich unter Dach. Dank Entgegenkommen der Gewerkschaften: Die Bauleute übernehmen (…). Ralph Hug.
Work, 2.11.2018.
Personen > Hug Ralph. Baumeisterverband. Work, 2018-11-02.
Ganzer Text
19.10.2018 Schweiz
Baumeisterverband
Personen
Work
Ralph Hug
Bauarbeiter
Protest-Kundgebung
Volltext
Die Protestwelle rollt an. Baubüezer haben die Nase voll. Angriff auf die Rente 60, Angriff auf die Mindestlöhne, Angriff auf den Gesundheitsschutz: Der Baumeisterverband ist ausser Rand und Band. Jetzt haben die Bauleute genug. Bellinzona und Genf machten den Anfang. Dort gingen in den letzten Tagen insgesamt 5‘500 Bauarbeiter auf die Strasse. Aus Protest gegen den Starrsinn der Funktionäre vom Baumeisterverband SBV. Die Deutschschweiz wird folgen ab dem 1. November. Denn die Büezer sind wütend. An einer Versammlung der Mitarbeitenden des Baukonzerns Marti in Zürich sagte einer: „Ohne Streik läuft sowieso nichts.“ Er bekam viel Applaus. Keine Lohnerhöhung, aber noch länger arbeiten – das ärgert die Bauleute masslos. Ähnlich war die Stimmung auch an Versammlungen der Implenia-Mitarbeitenden sowie auf der Grossbaustelle The Circle beim Flughafen Kloten. Polemik statt Sachkunde. Die Büezer haben die Nase voll von den Attacken der Baumeister auf ihre wohlverdiente Frühpensionierung mit 60, auf ihre Löhne und auf ihre Gesundheit. Und auch von der Hinhaltetaktik des SBV. Am Verhandlungstisch um die Vertragserneuerung zaubern die Baumeistervertreter ständig neue und immer absurdere Forderungen aus dem Hut. Polemik scheint wichtiger als Sachkunde. Der neueste Blindgänger: Chef Gian-Luca Lardi und Direktor Benedikt Koch werfen den Gewerkschaften in einem offenen Brief –„Sozialmissbrauch“ vor. Das machte ¬sofort Schlagzeilen. Dabei hatte die Unia lediglich auf die Möglichkeit der Schlechtwetterentschädigung hingewiesen. Denn der LMV sieht (…). Ralph Hug.
Work online, 19.10.2018.
Personen > Hug Ralph. Bauarbeiter. Protestaktionen. Work online, 2018-10-1919.
Ganzer Text
19.10.2018 Schweiz
Europäischer Gerichtshof
Personen
Work
Ralph Hug
Asbest
Prozess
Publikation
Volltext
SVP-Selbstbestimmungsinitiative will Menschenrechte abschaffen. Das Vermächtnis von Asbest-Opfer Hans Moor. Monteur Hans Moor starb an Asbest. Doch erst der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg gab seiner Familie recht. Ein neues Buch erzählt die Geschichte der erfolgreichen Klagen. Niemand kannte die Dampfturbinen so gut wie Hans Moor, Servicetechniker bei ABB. Wusste man irgendwo auf der Welt nicht mehr weiter, so rief man ihn an. Selbst mitten in der Nacht. Dann fragte Moor jeweils: „Mach den Deckel auf - was steht da für eine Nummer drauf?“ Moor hatte alle Turbinenpläne im Kopf und wusste bald, welches Ventil zu lösen war, damit die Turbine wieder lief. Das ging so bis 2005 - als Hans Moor im Alter von 57 Jahren starb. Er hatte jahrelang bei der Arbeit Asbeststaub eingeatmet. Erst später wurde ihm bewusst, wie gefährlich das gewesen war. Zu spät. Moors Diagnose hiess „bösartiges Lungenkarzinom, ausgelöst durch Asbest“. Es folgten Notaufnahmen, Operationen, Chemotherapie. Und immer wieder heftige Schmerzen. Zuletzt war der Krebs stärker. Kurz vor seinem Tod verfasste Moor noch die eigene Todesanzeige. Und seiner Frau Renate nahm er das Versprechen ab, die Klage weiterzuziehen. Gemeinsam mit seinem Anwalt David Husmann hatte er den Konzern Alstom (Nachfolger von ABB) verklagt: Dieser habe ihn und seine Arbeitskollegen nicht über das gefährliche Asbest informiert. Deshalb forderte Moor eine Entschädigung. SUVA verweigert sich. Doch alle Gerichte wiesen die Klage ab. Der Fall sei verjährt. Entscheidend für die Frist könne nur der Ausbruch (…). Ralph Hug.
Work, 19.10.2018.
Personen > Hug Ralph. Asbest. Publikation. Work, 2018-10-19.
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01.10.2018 Schweiz
Generalstreik
Personen
Ralph Hug
Generalstreik
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Vor hundert Jahren kam es zum bisher einzigen Landesstreik in der Schweiz. Zu seinen Ursachen zählte auch die akute Wohnkrise. Vier Matratzen pro Zimmer. Diese drei Tage veränderten die Schweiz: Vom 11. bis 14. November 1918 legten 250'000 Werktätige aus Protest gegen die allgemeine Misere die Arbeit nieder. Das Militär beendete den Streik, der in einen Bürgerkrieg auszuarten drohte. Die vermeintliche Niederlage entpuppte sich für die Protestierenden im Nachhinein jedoch als Sieg. Reformen wie der Achtstunden-Tag oder das Proporzwahlrecht, das die bürgerliche Dominanz im Parlament beendete, brachten klare Fortschritte. Andere Sozialreformen wie die AHV oder das Frauenstimmrecht liessen länger auf sich warten. Die Historikerinnen und Historiker sind sich einig: Dieser Streik war ein Schlüsselereignis der modernen Schweiz. Bisher wenig beachtet wurde, dass die Wohnkrise in den Städten eine wichtige Ursache der damaligen Unrast war. Viele Mietende gerieten nach Kriegsausbruch 1914 in Not. Die Männer, die Militärdienst leisteten, erhielten damals noch keinen Erwerbsersatz. So wurde das Geld für die Miete knapp oder fehlte ganz. Es kam zu Kündigungen, ganzen Familien drohte Obdachlosigkeit. Wegen der kriegsbedingten Inflation explodierten die Mieten. Profiteure strichen hohe Gewinne ein, selbst für Bruchbuden und feuchte Zimmer ohne Licht. In den Städten herrschte Wohnungsmangel, weil man es versäumt hatte, rechtzeitig günstige Wohnungen zu bauen. Der Bundesrat wollte (…).  Ralph Hug.
Mieten+Wohnen, Oktober 2018, Nr. 5.
Personen > Hug Ralph. Generalstreik. Wohnungsbau. Mieten+Wohnen, 2018-10-01.
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31.08.2018 Schweiz
Generalstreik
Personen
Work
Angelica Balabanoff
Ralph Hug
Biografien
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Angelica Balabanoff mischte im Landesstreik die Schweiz auf. Rebellin, Sozialistin, Feministin. Kaum jemand erinnert sich heute noch an sie: doch Lenins Weggefährtin Angelica Balabanoff war für das Schweizer Bürgertum ein brandrotes Tuch. Zunächst war sie bloss ein „Fräulein“. Dann eine „Anarchistin“, später eine „berühmte Agitatorin“ und schliesslich eine „gefährliche Bolschewistin“. Diese Bezeichnungen widerspiegeln die Karriere von Angelica Balabanoff (1878 bis 1965). Für das Schweizer Bürgertum war sie Staatsfeindin Nummer eins. Im Landesstreik 1918 erreichte die Wut gegen die Russin ihren Höhepunkt. Kurz danach musste Balabanoff die Schweiz verlassen: Ausweisung! Sie habe „mit ihren Umtrieben die Sicherheit des Landes gefährdet“. So der Bundesrat in seinem Beschluss vom 12. November 1918. 14 Tage reichten. Balabanoff war aber nur gerade zwei Wochen in der Schweiz. Im Oktober traf sie mit dem Zug in Zürich ein. In der ¬Tasche einen Diplomatenpass des Roten Kreuzes. Ordentlich meldete sie sich beim Kreisbüro an. Sofort hefteten sich Geheimagenten an ihre Fersen. Die Schlapphüte überwachten sie rund um die Uhr. Im Hotel Central, wo sie ¬logierte, wimmelte es von Spitzeln. Und von Provokateuren. Mehrmals baten sie Unbekannte um Geld: „Ich habe gehört, Sie seien so grosszügig…“. Solche Schnorrereien waren Fallen. Sie sollten den ¬Beweis erbringen, dass die Russin mit einer Menge Geld in die Schweiz gekommen war. Geld für die Revolution. Natürlich fiel Balabanoff nicht (…). Ralph Hug.
Work online, 31.8.2018.
Personen > Hug Ralph. Angelica Balabanoff. Porträt. Work online, 2018-08-31.
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31.08.2018 Murg SG
Heime
Personen
Work
Angelica Balabanoff
Ralph Hug
Frauenarbeit
Religion
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Balabanoff entlarvte Ostschweizer „Fabrik-Klöster“. Arbeiten, Gehorchen, Schweigen. Der Skandal um die Arbeiterinnenheime war der Start von Angelica Balabanoffs Karriere als Gewerkschafterin. Ein Brief brachte den Stein ins Rollen. Darin schilderten Elvezia Paretti (14) und Ida Pasi (21) ihren Eltern die schrecklichen Zustände im Arbeiterinnenheim Murg SG. Dort wohnten die beiden jungen Italienerinnen unter Aufsicht von katholischen Ordensschwestern. Nach der elfstündigen Plackerei in der Spinnerei mussten sie beten und bis zum nächsten Morgen schweigen. Der Lohn wurde ihnen abgenommen, Briefe und Pakete konfisziert. Beide flehten die Eltern an, sie herauszuholen. Notfalls mit der Polizei. Der erschütternde Brief ¬gelangte zu Angelica Balabanoff. Die Sozialistin arbeitete damals als Gewerkschaftssekretärin in der Schweiz. Die italienischen Sozialisten hatten sie 1905 nach St. Gallen -geschickt, um die vielen Landleute auf dem Bau und in der Industrie zu betreuen. Balabanoff stiess auf sklavenähnliche Zustände: Zu Hunderten hatten die Ostschweizer Textilbarone junge Mädchen aus Italien und dem Tessin rekrutiert und beschäftigten sie zu Hungerlöhnen. Privatsphäre gab es für die Arbeiterinnen im Heim keine. Widerspenstigen drohten die Schwestern, sie kämen in die Hölle. Perfides System. Balabanoff erkannte das perfide System sofort. Sie nannte die Heime „klerikal-kapitalistische Strafanstalten“. Ganz marxistisch, geisselte sie die „Allianz von Kapital und Kirche“ zum Zwecke der Ausbeutung von Arbeitskräften. Ihre Artikelserie im (…). Ralph Hug.
Work online, 31.8.2018.
Personen > Hug Ralph. Angelica Balabanoff. Heime. Work online, 2018-08-31.
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31.08.2018 Schweiz
Personen
Regierung Schweiz
Work
Ralph Hug
Armee-Einsätze
Generalstreik
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Die Geheimprotokolle zum Landesstreik. Der Bundesrat sieht dunkelrot. Im Bundeshaus war klar: Es steht die Revolution vor der Tür. Das zeigen die für geheim erklärten Protokolle des Bundesrates von 1918. „Kein Auszug, da geheim“: Was der Bundesrat im Vorfeld des Landesstreiks beriet, sollte niemand erfahren. Die Protokolle waren streng geheim. Heute liegen sie im Bundesarchiv. Wer sie liest, begegnet einem Bundesrat in Panik. Er wähnte die Revolution vor der Tür. Über die wahren Gründe der Wut des Volkes – Hunger, Arbeitslosigkeit, Verbitterung, Ohnmacht, Unterdrückung – verlor man wenige Wochen vor dem Streik kein Wort mehr. Es ging nur noch um Militär, Polizei und Repression. Munitionsdepots geräumt. Statt der Unzufriedenheit der Schweizer Lohnabhängigen sahen die Männer – alle durchweg freisinnig-konservativ – ausländische Agitatoren am Werk. Die Bundesanwaltschaft klärte ab, „in welcher Weise gegen die russischen Agenten und Unruhestifter, welche unter dem Deckmantel von russischen Kurieren in die Schweiz kommen, vorgegangen werden kann“. Gemeint waren Leute wie die Russin Angelica Balabanoff In den Protokollen ist ständig von „Brutstätten der Revolution“ und „bolschewistischen Umtrieben“ die Rede. Das Militär räumte schon heimlich die Munitionsdepots in den Städten – damit sie nicht dem „Feind“ in die Hände fielen. Willes Wahn. Zu den grössten Scharfmachern zählte General Ulrich Wille. Er wollte bereits am 2. November ¬Zürich militärisch besetzen lassen. Sein Plan (…). Ralph Hug.
Work online, 31.8.2018.
Personen > Hug Ralph. Generalstreik. Regierung. Work online,2018-08-31.
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17.08.2018 Grenchen
Generalstreik
Personen
Work
Ralph Hug
Armee-Einsätze
Generalstreik
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Soldaten erschossen drei Arbeiter. Von hinten.^Das Trauma der Grenchner. In Grenchen SO endete der Landesstreik blutig. Füsiliere erschossen die drei Uhrmacher Marius Noirjean (17), Hermann Lenz (29) und Fritz Scholl (21) in einer Seitengasse. Von hinten, in Kopf und Rücken. Sie hatten gar nicht aktiv am Streik teilgenommen. Noirjean wollte für seine Mutter Medikamente in der Apotheke holen, Scholl war auf dem Weg in einen Eisenladen, und Lanz war rein zufällig unterwegs. Die drei waren die einzigen Toten des Generalstreiks vom November 1918. Warum ausgerechnet in Grenchen? Explosive Stimmung. Diese Frage trieb Alfred Fasnacht jahrelang um. Denn der Tod der Arbeiter war ein Tabu. Niemand sprach darüber, auch die Linke nicht. Der Bibliothekar, der aus einer Arbeiterfamilie stammt, recherchierte, trug Forschungsresultate, Dokumente und Zeugnisse zusammen. Das alles ist nun nachzulesen in einem sehr aus führliehen Internetartikel {rebrand.Iyjgrenchen}. In Grenchen hatten sich die sozialen Gegensätze extrem zugespitzt, die Stimmung war explosiv. Die skrupellosen Uhrenpatrons hatten viel Geld mit dem Export von Zündern und Uhren an die Kriegsmächte verdient. Streiks und Aussperrungen häuften sich. Arbeiterfamilien verarmten und verzweifelten. So waren die Grenchner Arbeiter besonders kämpferisch, als das Oltener Aktionskomitee am 14.November 1918 den Landesstreik ausrief. Sie legten Fabriken lahm, zwangen Geschäfte zum Schliessen und errichteten Barrikaden auf den Bahngeleisen. (…). Ralph Hug.
Work 17.8.2018.
Personen > Hug Ralph. Generalstreik Grenchen. Work, 2018-07-17.
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01.07.2018 Schweiz
Mieter- und Mieterinnen-Verband
Mietwesen
Personen
Ralph Hug
Mieter- und Mieterinnen-Verband
Mietrecht
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Paroli bieten! Hauseigentümerkreise wollen das Mietrecht zu ihren Gunsten aushöhlen. Der MV schaut nicht tatenlos zu. Höhere Mieten, mehr Rendite, weniger Schutz für die Mietenden: Das ist es, was hinter dem jüngsten Angriff der Vermieterlobby steckt. Diese hat im Parlament in Bern ein ganzes Paket von Initiativen eingereicht (M+W berichtete). Diese müssen nächstens beraten werden. Die Immobilienlobby will von der hauseigentümerfreundlichen Mehrheit profitieren, die derzeit im Nationalrat herrscht. Es bietet sich ihr eine günstige Gelegenheit, das Mietrecht zu ihrem Vorteil umzubauen. Der Schweizerische Mieterinnen- und Mieterverband (SMV) schaut diesem Treiben nicht tatenlos zu. Weder gibt es einen Volksauftrag zum Abbau der Mieterrechte noch einen sachlichen Grund für deren Schwächung. Im Gegenteil: Unser Recht hat grosse Lücken beim Kündigungsschutz, beim Schutz vor überhöhten Mieten sowie bei der Transparenz von Mieten und Nebenkosten. Es braucht mehr Schutz, nicht weniger. Der SMV hat im April der Bundeskanzlei rund 20‘000 Unterschriften aus einer Online-Petition eingereicht. Im Offenen Brief an die Mitglieder der Rechtskommission des Nationalrats heisst es: „Sie haben es in der Hand, einen gravierenden Abbau beim Mieterschutz zu verhindern!“ Ohne diesen würden die Mieten noch viel stärker steigen. Und darunter hätten vor allem Familien zu leiden, die keine zahlbare Wohnung mehr finden. Der SMV bietet der Vermieterlobby auch mit parlamentarischen Mitteln die Stirn. SP-Ständerat Didier Berberat aus (…).  Ralph Hug.
Mieten+Wohnen, Juli 2018, Nr. 3
Personen > Hug Ralph. Mietwesen. Mietrecht. M+W, 2018-07-01.
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29.06.2018 Schweiz
FDP
Personen
Work
Ralph Hug
EU
FDP
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Aussenminister besorgt das Geschäft der Rechten: Das Cassis-Prinzip. FDP-Bundesrat Ignazio Cassis will der Musterknabe sein, der es mit allen kann. Doch im Bundesrat ist er der Rechten immer zu Diensten. Er mimt den Mann, der frischen Mutes ist und fröhlich alles anders macht. Vor der Basler Handelskammer verkündete Cassis kürzlich das Motto seiner Europapolitik: „Einstehen, vorwärts, marsch!“ Fragt sich nur, wohin. Wenn er die flankierenden Massnahmen und den Lohnschutz anzweifelt, fällt die Antwort leicht: nach rechts. Cassis findet, man könne die Anmeldefrist für entsandte Arbeitnehmende problemlos von acht auf vier Tage verkürzen. Unter Mithilfe einer App. Das sagte er Mitte Juni in einem Interview mit Radio SRF. Unbedarft oder absichtlich? Damit desavouiert er nicht nur den Bundesrat, der den Lohnschutz als «rote Linie» in den Verhandlungen mit der EU deklariert hat. Cassis entlarvt sich auch als unbedarft. Jeder Praktiker weiss, dass verkürzte Anmeldefristen die Lohnkontrollen unterlaufen. Bis ein Prüfer auftaucht, sind die Firmen schon wieder weg. Eine Einladung für Lohndumper. Und das ausgerechnet im europäischen Eldorado für Entsende-Büez. In keinem anderen Land sind so viele ausländische Handwerker und Firmen tätig wie bei uns. Sie setzen laut Gewerkschaftsbunds-Chefökonom ¬Daniel Lampart schon zwei Milliarden Franken im Jahr um. Doch womöglich war Cassis Ausfall gar nicht unbedarft, sondern gezielt platziert. Insider sehen eine FDP-Achse am Werk, in die Cassis eingebettet ist. Sie reicht von (…). Ralph Hug.
Work online, 29.6.2018.
Personen > Hug Ralph. FDP. EU. Work online, 2018-06-29.
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