Gewerkschaftschronik
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Anzahl gefundene Artikel: 21

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 DatumOrtKapitelPersonenStichworteArtikel
30.05.2000 Schweiz
Löhne
Neue Gewerkschaft
Personen
Sandra Manca
Mindestlöhne
Volltext
WissenschaftlerInnen sprechen sich für den Kampf gegen Tieflöhne aus. Die Wirtschaft kann Mindestlöhne verkraften. Die Forderung „Arbeit muss sich lohnen - kein Lohn unter 3‘000 Franken!“ vom Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) bekommt Unterstützung von wissenschaftlicher Seite. Im Auftrag des SGB hat eine ExpertInnenkommission Möglichkeiten zur Einführung der Mindestlöhne sowie ihre allfälligen Folgen untersucht. Die Expertlnnen kommen zum Schluss: Mindestlöhne wären - bei genügend langer Übergangszeit - für die Schweizer Wirtschaft verkraftbar. Die einen erzielen an der Börse riesige steuerfreie Gewinne. Die anderen schaffen es nicht, mit ihrem Lohn ihre Familie durchzubringen und werden an die Fürsorge verwiesen. Wie kann es möglich werden, dass auch die Ärmsten in der Schweiz einen Erwerbslohn beziehen, der ihnen ein menschenwürdiges Dasein garantiert? Die Antwort vom Schweizerischen Gewerkschaftsbund lautet „Arbeit muss sich lohnen - kein Lohn unter 3‘000 Franken“. Unter diesem Slogan hat der SGB am1I. Mai, dem Tag der Arbeit, eine Kampagne zur Einführung der Mindestlöhne gestartet. Jetzt untermauern WissenschaftlerInnen - darunter Rechtsprofessor Pascal Mahon aus Neuenburg, Ar-beitsrechtsprofessor Thomas Geiser aus St. Gallen und Stefan Spycher vom Berner Büro für arbeits- und sozialpolitische Studie BASS - die Forderung der Gewerkschafterlnnen. Im Auftrag des SGB untersuchten die ExpertInnen, wie sich die Einführung von Mindestlöhnen (2‘500, 3‘000 oder 3‘350 Franken brutto) auf die Branchen, die ArbeitnehmerInnen und die gesamte Wirtschaft (…).  Sandra Manca.
Neue Gewerkschaft, 30.5.2000.
Personen > Manca Sandra. Tiefstloehne. Neue Gewerkschaft, 2000-05-30.
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02.05.2000 Schweiz
Neue Gewerkschaft
Personen
Christine Valentin
Maria Theresa Wilhelm
Biografien
Volltext
Die Österreicherin Maria Theresia Wilhelm und ihr Schweizer Mann Ulrich Gantenbein wurden immer wieder - meist ohne Gerichtsurteil - über Monate und Jahre eingesperrt. Neuauflage eines Schweizer Psychothrillers“- Geschichte einer Verfolgung. Der Rotpunktverlag hat das 1991 erschienene Buch „Maria Theresia Wilhelm, spurlos verschwunden“ wieder aufgelegt. Zu Recht. Denn es zeigte eine Schweiz, die längst nicht allen eine Heimat ist und war - und manchen gar eine Hölle aus Elektroschocks, Hirnoperationen und Psychopharmaka. Das Buch von Stefan Keller hat bei mir eine ganze Palette an Gefühlen wie Trauer, Wut und Entsetzen hinterlassen. Und trotzdem fragte ich mich: „Warum müssen wir eigentlich immer Bücher mit solch schrecklichen Geschichten empfehlen? Schliesslich ist der Arbeitsalltag der Leute im Zeitalter der Fusionen doch schon hart genug.“ Vielleicht weil es genau solche Bücher sind, die in die Gewerkschaftszeitung gehören. Denn sie schärfen den Blick dafür, was auch in diesem Land an behördlicher Grausamkeit bis vor kurzem alles möglich war. Und vielleicht in anderer Form - etwa bei der Ausschaffung von Flüchtllngen - heute noch ist. Stefan Keller beschreibt in seinem entsetzlich nüchternen Bericht, wie das Leben von Maria Theresia Wilhelm durch hoch angesehene Psychiater und bestens beleumdete Amtspersonen systematisch zerstört wurde. Der Grund dafür: Da haben zwei Menschen vor rund 50 Jahren gewagt, nicht der Norm zu entsprechen. Sie haben sich widerborstig gezeigt, ein wenig nach ihren eigenen Vorstellungen gelebt, ein bisschen Glück und Eigenständigkeit f (…)  Christine Valentin.
Neue Gewerkschaft, 2.5.2000.
Personen > Valentin Christine. Wilhelm Maria Theresa. Biografie. Neue Gewerkschaft, 2000-05-02.
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09.11.1998 Schweiz
Löhne
Neue Gewerkschaft
Personen
Andreas Rieger
Löhne
Volltext
Kongress des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes in Davos. Löhne zum Politikum machen . Die Schweiz ist kein unpolitisches Land. Über alles Mögliche wird öffentlich diskutiert und von Parlamenten oder Behörden entschieden: Wir kennen eine Sozialpolitik genauso wie eine Siedlungspolitik. Wir debattieren über Wirtschaftspolitik wie über Preispolitik. Ja. wir leisten uns im Überfluss gar eine Milchpolitik. Bloss: eine Lohnpolitik gibt es nicht, obwohl es sich beim Lohn um eine der lebensbestimmendsten Grössen handelt. Lohn ist kein Thema der Regierungen, wenn wir vom besonderen Lohn der Beamten absehen. Zum Lohn gab es nie eine Volksinitiative oder ein Referendum. Die Lohnfrage ist stattdessen in ein paar ganz besonderen Schubladen aufgehoben: Die diskreteste aller Schubladen ist das Lohnbüro der Arbeitgeber: Die Patrons sind erklärte Gegner einer öffentlichen Lohndiskussion, sie wollen Löhne im Stillen und einzig mit Rücksicht auf den Markt festsetzen. Wenn möglich verlangen sie vom Lohnempfänger ein absolutes Stillschweigen. Auch die Betroffenen selbst verstecken Angaben über die Höhe ihres Lohnes oft in ihrer Schublade: Aus Angst und Scham. man/frau könnte jahrelang ungerechterweise zu billig gearbeitet haben; oder umgekehrt mehr verdienen als der Arbeitskollege oder die -kollegin. Die Gewerkschaften ihrerseits haben natürlich immer Lohnpolitik betrieben. allerdings in wohldefinierten GAV-Schubladen der Branchen oder der Betriebe. (…).  Andreas Rieger .
Neue Gewerkschaft, 9.11.1998.
Personen > Rieger Andreas. Loehne. Neue Gewerkschaft, 1998-11-09.
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17.12.1997 Schweiz
GBI
Neue Gewerkschaft
Personen
Vererna Bürcher
Arbeitszeit
Landesmantelvertrag
Nachtarbeit
Rentenalter
Volltext

LMV: Die gewerkschaftlichen Berufskonferenzen des Bauhauptgewerbes stimmten einem Kompromiss zu. Einigung im Baugewerbe. Das gewerkschaftliche Minimalziel ist erreicht, der Landesmantelvertrag im Bauhauptgewerbe wurde trotz anhaltend schwieriger Wirtschaftslage in der Bauwirtschaft insgesamt kaum verschlechtert. Doch er enthält auch keine zukunftsgerichteten Verbesserungen, die einen Beitrag zur Beschäftigungssicherung und zur Qualifikation in der krisengeschüttelten Branche leisten. Ein kleiner Schritt vorwärts, ein kleiner zurück - so könnte der LMV-Kompromiss umschrieben werden. In geregelter Form kann die Arbeitszeit auf dem Bau nochmals flexibler werden, dies teilweise kompensiert mit einer kleinen Arbeitszeitverkürzung in den Landgebieten. Massive weitergehende Wünsche der Baumeister konnten abgewendet werden. Doch eine spürbare Arbeitszeitverkürzung für alle als Beitrag zur Beschäftigungssicherung konnten die Gewerkschaften nicht erreichen. Ähnlich beim Lohn: Zwar konnten die Baumeister ihr Abbaupaket nicht durchsetzen. (...). Verena Bürcher.

Neue Gewerkschaft, 17.12.1997.
GBI > Landesmantelvertrag. 17.12.1997.doc.

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17.12.1997 Schweiz
Neue Gewerkschaft
Personen
Hans Schäppi
Nachtarbeit
Volltext
Arbeitsgesetz: Eine Vorlage mit Tücken. Nach dem Abstimmungssieg vom 1. Dezember 1996 formulierte der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) Kriterien für eine rasche Revision des Arbeitsgesetzes, welche den Argumenten im Abstimmungskampf Rechnung trägt Er forderte erstens einen Zeitzuschlag für alle, welche in der Nacht und am Sonntag arbeiten müssen. Zweitens verlangte er einen Verzicht auf die bewilligungsfreien Sonntage, drittens eine massive Reduktion der Überzeiten und viertens keine Verschiebung der Tag-Nachtgrenze auf 23 Uhr. Nachdem in der Eidgenössischen Arbeitskommission kein Kompromiss zwischen den Sozialpartnern möglich war, hat die Wirtschaftskommission (WAK) des Nationalrates einen eigenen Vorschlag entworfen, der bereits am 19. Dezember behandelt werden soll. Was ist davon zu halten? Erste Feststellung: Der Abstimmungssieg vom 1. Dezember 1996 hat seine Wirkung gehabt: Die bewilligungsfreien Sonntage sind vom Tisch, und die WAK-Vorlage enthält den Zeitzuschlag von 10 Prozent für Nachtarbeit, was etwa sechs bis sieben Freischichten entspricht. Die gesetzliche Verankerung des Zeitzuschlags bedeutet einen wichtigen Schritt nach vorn, den die Arbeitgeber mit allen Mitteln und Tricks zu verhindern suchten. Hier zeigt sich, dass das Drängen auf eine rasche Revision richtig war, denn nur so konnte der Abstimmungssieg Wirkung zeigen. Einige Jahre später wäre wohl das Nachtarbeitsverbot für Frauen kompensationslos gefallen. (…).
Hans Schäppi, Vizepräsident GBI.
Neue Gewerkschaft, 17.12.1997.
Personen > Schaeppi Hans. Nachtarbeit. Neue Gewerkschaft, 1997-12-17.
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25.02.1997 Schweiz
GBI Schweiz
Neue Gewerkschaft

Bauarbeiter
Frauen
GBI Schweiz
Volltext
GBI-Frauenkommission. Solidarisch mit Bau-Kollegen. Die Umverteilung der bezahlten und der unbezahlten Arbeit wird das wichtigste Thema sein, mit der sich die GBI-Frauenkommission 1997 befassen wird. Dies hat eine Sitzung von Anfang Februar in Brig festgelegt. Bis Ende März soll dazu eine Broschüre ausgearbeitet werden. Die GBI-Frauen planen für Juni oder September ein Treffen mit der SMUV-Frauenkommission, um mit der beschlossenen engeren Zusammenarbeit vorwärts zu machen. Weiter werden sich die GBI-Frauen bei der Mitgliederwerbekampagne (dazu sind zwei frauenspezifische Kurse geplant) und der Diskussion 'über die Genschutzinitiative ins Zeug legen. In einer Pressemitteilung erklären sich die GBI-Frauen solidarisch mit den Bauarbeitern. Die Erneuerung des Landesmantelvertrags im Baugewerbe werde Auswirkungen auf alle Wirtschaftsbereiche haben. Wenn es den Arbeitgebern in einer Branche mit einem gewerkschaftlichen Organisationsgrad von 70 Prozent gelinge, ihre Abbaugelüste durchzusetzen, biete das einen Freipass zur Deregulierung auch in allen andern Branchen. Die GBI-Frauen werden deshalb ihre Kollegen vom Bau tatkräftig unterstützen. (…).
Die Redaktion.
Neue Gewerkschaft, 25.2.1997.
Neue Gewerkschaft > GBI-Frauenkommission. Bauarbeiter. Neue Gewerkschaft, 1997-02-25.
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25.02.1997 Schweiz
Einkommen
Neue Gewerkschaft

Existenzgrundlage
Volltext
„Das Existenzmaximum“ - Grundlagen für eine zukunftsfähige Schweiz. Wieviel braucht der Mensch zum Leben? Die Gesellschaften in den Industrieländern haben ihr Existenzmaximum längst überschritten - abspecken tut im globalen Interesse not. So lautet die unbequeme Botschaft eines kürzlich erschienenen Buches. Es ist weniger ein Aufruf zur Askese als vielmehr eine gut aufbereitete, kommentierte Faktenfülle zu Themen wie Umwelt, Arbeit, Nord-Süd-Verhältnis. Fünf Jahre nach dem Uno-Umweltgipfel von Rio tritt die Diskussion um einen nachhaltigen Lebensstil an Ort. 1992 haben die Regierungen der Industrieländer Massnahmen für eine markante Drosselung des C02-Ausstosses und einen verantwortungsvolleren Umgang mit Energie in Aussicht gestellt. Doch die Thematik ist wie vom Tisch: Globalisierung der Weltwirtschaft, Stellenabbau und Arbeitslosigkeit halten die Länder des Nordens in Atem. Um so wichtiger sind in dieser Situation Publikationen wie das Buch „Das Existenzmaximum. Grundlagen für eine zukunftsfähige Schweiz“ von Anna Sax (Erklärung von Bern). Peter Haber und Daniel Wiener (Oekomedia. Basel). Die drei Autorinnen gehen darin der Frage nach, wieviel Wohlstand eigentlich weltverträglich ist. Unzimperlich stellen sie fest. dass ohne einschneidende Veränderungen im Lebensstil des reichsten Viertels der Menschheit die Sicherung einer gemeinsamen. planetaren Zukunft mehr als zweifelhaft ist. Selbst dann nicht, wenn es uns auf individueller Ebene gelingen sollte, noch sparsamer zu leben, noch mehr wiederzuverwerten und noch effizientere Technologien zu entwickeln. (…).
Neue Gewerkschaft, 25.2.1997.
GBI > Existenzmaximum. Buchbesprechung. Neue Gewerkschaft, 1997-02-25.
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30.01.1996 Schweiz
Frauen
Neue Gewerkschaft
Elisabeth Joris
Frauen
Kongress
Volltext
Eine unglaubliche Dynamik. Am Sonntagnachmittag verliess ich den Berner Kursaal halb euphorisch und halb erschlagen. Die Zustimmung zur „Mutterschaftsversicherung“ konnte nicht klarer sein. Doch sollte ich mich über die allgemein entfachte Dynamik einfach freuen, oder diesem Aufbruch als einem rasch verglimmenden Feuerwerk misstrauen? In einer Vielfalt von Workshops zu den vier Hauptthemen „Offene Schweiz - globale Verantwortung“, „Neue Lebens- und Arbeitsformen“, „Soziale Sicherheit im 21. Jahrhundert“ und „Gewaltfreie Gesellschaft“ wurden von 2‘200 Frauen Visionen einer zukünftigen frauengerechteren und weltverträglichen Schweiz entwickelt. Die dort gefassten Resolutionen spiegeln weit stärker die mit dem Kongresstitel „Die Zukunft aus Frauensicht“ und mit dem Flügel-Signet angekündigten Visionen als die vor allem von Politikerinnen geforderte „Praktikabilität“. Und diesen Resolutionen stimmten am Sonntagmorgen wenn nicht diskussionslos, so doch in einer sich selbst steigernden Dynamik die anwesenden Frauen in der Plenarversammlung mit grossen Mehrheiten zu. Geht es nach dem Willen der Frauen, ist die Schweiz bald Mitglied der Uno, setzt sich für eine starke Vertretung der Migrantinnen ein, halbiert die Militärausgaben, hebt die Verjährung für Inzestdelikte auf, ermöglicht das flexible Rentenalter für alle ab 62 bei vollem Rentenanspruch, wird die gesamte von Frauen gratis geleistete Arbeit aufgerechnet, erhalten Frauen ab sofort existenzsichernde Löhne, werden „Gender (…). Elisabeth Joris.
Neue Gewerkschaft, 30.1.1996.
Personen > Joris Elisabeth. Frauenkongress. Neue Gewerkschaft, 1996-01-30.
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07.11.1995 Jona
Neue Gewerkschaft
Personen
Schwarzarbeit
Adrian Knoepfli
Schwarzarbeit
Strafanzeige
Volltext
Bezirksanwalt stellte Verfahren ein. Schärer abgeblitzt. Walter Schärer (Schärer+Co, Jona, früher Schärotex, Erlenbach) ist mit einer Strafklage gegen den „Neue-Gewerkschaft“-Mitarbeiter Adrian Knoepfli abgeblitzt. Schärer hatte wegen eines Artikels geklagt, in welchem aufgezeigt wurde, dass Schärer bei seiner Firma für Industrie- und Unterlagsböden Schwarzarbeiter beschäftigte und mit den Lohnzahlungen im Rückstand war. Der Bezirksanwalt bescheinigt Knoepfli „pflichtgemäse Sorgfalt beim Recherchieren“ und schreibt, er habe in seinem Artikel „im wesentlichen seine eingeholten Auskünfte und allenfalls deren Wertung und die gegenteilige Stellungnahme Schärers einander gegenübergestellt, sofern eine Quellenangabe nach journalistischen Gepflogenheiten überhaupt gangbar war“. Keinen Erfolg hatte Schärer auch mit einer Strafanzeige gegen unbekannte Täterschaft „im Umfeld der Paritätischen Kommission für Industrie- und Unterlagsböden“. Diese habe, so Schärer, einer Auftraggeberin mitgeteilt, dass die Paritätische Kommission beim Regierungsrat des Kantons Zürich ein Gesuch gestellt habe, dass seine Firma im Kanton Zürich keine öffentlichen Aufträge mehr erhalten solle. Dadurch sei er geschädigt worden. Schärer hatte aber den Sachverhalt, der Gegenstand der Strafverfolgung sein sollte, nicht weiter präzisiert. Bei beiden Klagen berief sich Schärer auf angeblichen unlauteren Wettbewerb.
Neue Gewerkschaft, 7.11.1995.
Personen > Knoepfli Adrian. Schwarzarbeit. Strafanzeige. Neue Gewerkschaft, 1995-11-07
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10.10.1995 Schweiz
Neue Gewerkschaft
SGB

DV
SGB
Volltext
Bündnis für den Fortschritt. Die SGB-Delegiertenversammlung vom 25. September diskutierte die Umsetzung der Revision der Arbeitslosenversicherung (AVIG) und die AHV. Über die tripartiten Kommissionen wollen die Gewerkschaften eine integrationsfördernde Umsetzung der AVIG steuern. Den AHV-Forderungen soll ein breites Bündnis zum Durchbruch verhelfen. Die SGB-Delegierten beurteilten die AVIG-Revision insgesamt als positiv; es sei gelungen, die Diskussion auf die Integration der Arbeitslosen zu lenken. In den neugeschaffenen tripartiten Kommissionen wollen die Gewerkschaften dahingehend Einfluss nehmen, dass die regionalen Arbeitsvermittlungszentren für qualitativ hochstehende Programme sorgen und Alibiübungen à la Seeuferputzen usw. verhindert werden. Bei der AHV muss die eingereichte Auffang-Initiative noch vor dem Jahr 2000 zur Abstimmung kommen. Sie bleibt damit ein Pfand, das dem Volk ermöglicht, die mit der AHV-Revision beschlossene Erhöhung des Frauenrentenalters zu verwerfen, bevor sie in Kraft tritt. Um dieser Vorlage und den weiteren auf dem Tisch liegenden Vorschlägen für eine flexible Ruhestandsrente ab 62 eine Mehrheit zu sichern, hat der SGB Gespräche für ein breites Bündnis mit den Angestelltenorganisatlonen, der SPS sowie weiteren Organisationen aufgenommen. Das Bündnis soll auch eine gemeinsame Plattform für die 11. AHV-Revision sicherstellen. (…).
SGB-Pressedienst.
Neue Gewerkschaft, 10.10.1995.
Neue Gewerkschaft > SGB. DV 1995. Neue Gewerkschaft, 1995-10-10.
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10.10.1995 Schweiz
AHV
Neue Gewerkschaft
Personen
Ursula Hafner
Rentenalter
Volltext
Bis 67 sollen sie der Wirtschaft zur Verfügung stehen, obwohl viele schon mit 50 keine Stelle mehr finden. Arbeitgeber-Boss gibt in Sachen AHV den Tarif bekannt. Arbeitgeber-Direktor Peter Hasler droht mit dem AHV-Alter 67. „Die Erhöhung des Rentenalters kann nicht der Weg zur finanziellen Sicherung unserer Sozialwerke sein“, entgegnet SP-Nationalrätin Ursula Hafner, die das gewerkschaftliche Referendum gegen die Erhöhung des Frauenrentenalters unterstützt hat, der neuesten Offensive des Arbeitgeber-Bosses. AHV erst mit 67? So will es Arbeitgeber-Direktor Peter Hasler. Es genügt ihm offenbar nicht, dass heute 200‘000 Menschen in der Schweiz arbeitslos sind: Er will noch mehr Erwerbslose. Je höher die Arbeitslosigkeit, um so leichter lassen sich Arbeitnehmerinnen einschüchtern, umso mehr Druck können die Arbeitgeber aufsetzen. Nicht genug, dass immer weniger Leute mehr produzieren und so die Gewinne der Unternehmen steigern. Sie sollen auch noch nachts und am Sonntag arbeiten, und auch im Alter nicht so früh zur Ruhe kommen, wie sie es sich wünschen. Bis sie 67 sind, sollen sie der Wirtschaft zur Verfügung stehen - obwohl schon viele über 50 gar keinen Arbeitsplatz mehr finden. Wohlhabende Leute, die eine komfortable Zweite und der Dritte Säule haben, mag das nicht allzu sehr erschrecken: Sie können sich trotzdem ein früheres Rentenalter leisten und eine Rentenkürzung in Kauf nehmen. Anders die Arbeitnehmerinnen, die über kein dickes Polster verfügen. (…).  Ursula Hafner.
Neue Gewerkschaft, 10.10.1995.
Personen > Hafner Ursula. Rentenalter. AHV. Neue Gewerkschaft, 1995-10-10.
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12.09.1995 Schweiz
Neue Gewerkschaft
Personen
André Kaufmann
Baukader
GAV
Volltext
GAV für Poliere. Positive Teilresultate, gewichtige Differenz. Die Verhandlungen über den Gesamtarbeitsvertrag für die Poliere scheinen auf gutem Weg. An diesem GAV, der bisher zwischen dem Baukaderverband, der Schweizerischen Kader-Organisation und dem Baumeisterverband (SBV) ausgehandelt wurde, sind nach langwierigen Auseinandersetzungen neu auch die Gewerkschaften mit einem Parallel-Vertrag beteiligt. Eines der gewerkschaftlichen Ziele ist, dass der GAV für die Poliere in wesentlichen Punkten dem Landesmantelvertrag für das Bauhauptgewerbe angeglichen wird, scheint es doch unsinnig, dass auf der Baustelle bei den allgemeinen Arbeitsbedingungen zweierlei Recht herrscht. Diese Angleichung erhält einiges Gewicht, wenn man in Rechnung stellt, dass der bisher von den Kaderverbänden „betreute“ Vertrag erhebliche Lücken sowie schlechtere. Regelungen gegenüber dem LMV aufweist. In den laufenden Verhandlungen konnte in dieser Hinsicht bereits in einigen Punkten eine grundsätzliche Übereinstimmung der Positionen erzielt werden. So sollen die Poliere in den Vollzugs-. Bildungs- und Altersfonds einbezogen werden. Das bedeutet unter anderem. dass auch die Poliere in den Genuss von namhaften Beiträgen an die Weiterbildung kommen und an der - erst am Horizont aufscheinenden - Lösung für einen flexiblen Altersrücktritt beteiligt sein werden. Nicht unwesentlich (…).
Andre Kaufmann, Verena Bücher.
Neue Gewerkschaft, 12.9.1995.
Personen > Kaufmann Andre. Poliere. GAV. Neue Gewerkschaft, 1995-09-12.
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01.05.1995 Aarburg
Löhne
Neue Gewerkschaft
Weber Textilwerke AG

Lohnkürzungen
Volltext
Weber Textilwerke AG
Weber Textilwerke AG. Dreister Lohnabbau von 10 Prozent. „Aus betrieblichen und wirtschaftlichen Gründen sehen wir uns leider gezwungen, alle vertraglich vereinbarten Löhne/Saläre per 1. Mai 1995 um 10 Prozent zu kürzen.“ Kurz und bündig teilte die Direktion der Weber Textilwerke AG in Aarburg am 26. April ihren rund 160 Beschäftigten diesen happigen Lohnabbau mit. Wer nicht innerhalb von 24 Stunden unterzeichne, müsse mit der Kündigung rechnen: „Mit der Unterschrift dokumentieren Sie die weitere Zusammenarbeit mit uns“, schreibt die Direktion in ihrem Brief. Die Firmenleitung begründet die rigorose Massnahme hauptsächlich mit dem tiefen Dollarkurs. Als zusätzliche Massnahmen will sie eine Wochenend-Arbeitsschicht abschaffen und damit 14 Stellen einsparen. An einer Betriebsversammlung hat die Belegschaft gegen das Vorgehen protestiert. In einer Resolution fordert sie die Betriebsleitung auf, ausdrücklich auf die geplanten Lohnkürzungen zu verzichten. Die Gewerkschaften GBI und CMV wurden beauftragt, mit der Firma entsprechende Verhandlungen aufzunehmen. Ein erstes Gespräch hat am 2. Mai stattgefunden. Dabei sei es vor allem um mögliche Alternativen gegangen, sagt Fritz Baumgartner, GBI-Sekretär in Zofingen. (…).
Neue Gewerkschaft, 1.5.1995.
Neue Gewerkschaft > Weber Textilwerke AG. Lohnkuerzungen. Neue Gewerkschaft, 1995.05-01.
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14.03.1995 Schweiz
Frauen
Neue Gewerkschaft
Personen
Eva Ecoffey
Nachtarbeit
Volltext
Frauennachtarbeit. Blanker Zynismus. Nach wie vor wird in der Schweiz die Gleichstellung von Frau und Mann vor allem dort zügig vorangetrieben, wo sie die Situation der Frauen verschlechtert. So läuft es gegenwärtig in der Revision des Arbeitsgesetzes. In der Industrie sollen Männer und Frauen fortan zu den gleichen Bedingungen Nachtarbeit leisten „dürfen“. Bundesrat und Arbeitgeberlobby argumentieren, dass sich Nacht- und Sonntagsarbeit zwar bedauerlicherweise negativ auf die Gesundheit auswirke, dass dies aber nicht geschlechtsspezifisch sei. Ausserdem arbeiteten ja in den anderen Sektoren bereits heute mehr Frauen als Männer in der Nacht und am Sonntag, so dass die Sonderregelung für Industriearbeiterinnen nicht gerechtfertigt sei. Die Behauptung, die Schädlichkeit der Nachtarbeit sei nicht geschlechtsspezifisch, wird von der gesellschaftlichen Realität widerlegt. Es ist erwiese, dass Nachtschichtarbeiterinnen durchschnittlich weniger Stunden schlafen können als ihre männlichen Kollegen, weil sie rundum Schicht arbeiten. Nachts in der Fabrik und tagsüber zu Hause. Die meisten Frauen, die Nachtschicht arbeiten, wählen ja diese Arbeitsform gerade deshalb, weil sie am Tage zu den Kindern schauen und den Haushalt besorgen müssen. Aus dem gleichen Grund weisen diese Arbeitnehmerinnen auch grössere gesundheitliche Schäden auf als nachtschichtarbeitende Männer. Nachtarbeit in der Industrie ist meistens monotone, unqualifizierte Arbeit. De facto werden Frauen in der Nachtschicht gebraucht, weil sie immer noch weniger verdienen und daher billiger arbeiten. (…). Eva Ecoffey.
Neue Gewerkschaft, 14.3.1995.
Personen > Ecoffey Eva. Nachtarbeit. Frauen. Neue Gewerkschaft, 1995-03-14.
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15.02.1994 Schweiz
Frauen
Neue Gewerkschaft
Personen
Bettina Kurz
Nachtarbeit
Verbot
Volltext
Gravierende Verschlechterungen für Frauen. Die bundesrätliche Vorlage zur Teilrevision des Arbeitsgesetzes bringt zwar einige minimale Verbesserungen für alle in der Nacht Arbeitenden (Gesundheitsvorsorge und Zeitbonus von 10 Prozent) - die Verschlechterungen für die Frauen sind jedoch so gravierend, dass die. Frauenkommission des SGB diese Vorlage entschieden ablehnt. Nachtarbeit und Lohngleichheit. Das Nachtarbeitsverbot für Frauen soll auf Druck der Arbeitgeber aufgehoben werden. Die Gewerkschaften haben sich gegen diese Aufhebung gewehrt und die Befürchtung geäussert, dass Frauen als „billige“ Arbeitskräfte in der Nacht beschäftigt werden sollen. Denn immerhin verdienen Frauen real nach wie vor einen Drittel weniger als Männer. Dass diese Befürchtung nicht grundlos war, zeigt nun die Vorlage des Bundesrates. Er hat es nämlich unterlassen, die Bewilligung von Nachtarbeit an den Nachweis der Lohngleichheit und der Gleichstellung von Frau und Mann zu knüpfen, wie dies der SGB und die Frauenorganisationen gefordert hatten. Schwangerschaft und Mutterschaft. Laut Gesetzesvorlage dürfen schwangere Arbeitnehmerinnen acht Wochen vor der Geburt nicht nachts arbeiten und haben Anspruch auf eine gleichwertige Tagesarbeit oder, wenn dies nicht möglich ist, auf achtzig Prozent des Lohnes. Im Gegensatz dazu haben Nachtarbeiterinnen und Nachtarbeiter, die in dieselbe Situation kommen, Anspruch auf hundert Prozent des Lohnes. Für Wöchnerinnen ist gar ein Arbeitsverbot ohne Einkommensgarantie vorgesehen. Dass das keine Lösung sein kann, weiss auch der SGB. Er verlangt deshalb, (...). Bettino Kurz
Neue Gewerkschaft, 15.2.1994.
Personen > Kurz Bettina, Frauen. Nachtarbeit. Neue Gewerkschaft, 1994-02-15.
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18.01.1994 Schweiz
Löhne
Neue Gewerkschaft

Lohnverhandlungen
Volltext
Ein kleiner Überblick über die Lohnabschlüsse in wichtigen Wirtschaftsbranchen zeigt: Das Resultat im Baugewerbe darf sich sehen lassen. Lohnrunde 93: Ein kleiner Überblick. Mit klarer Mehrheit haben die Delegierten der Berufskonferenz Bau dem Lohnabschluss zwischen den Gewerkschaften und den Baumeistern zugestimmt. Dieser liegt zwar tiefer, als vor Jahresfrist vereinbart worden war. Vor dem Hintergrund der Abschlüsse in' anderen wichtigen Wirtschaftszweigen darf er sich aber durchaus sehen lassen. Mit 93 Ja zu 11 Nein haben die Delegierten der Berufskonferenz Bau der neuen Lohnvereinbarung mit den Baumeistern schriftlich zugestimmt. Somit werden die Mindestlöhne ab dem 1. Januar um 3 Prozent (bei den Monatslöhnen) bzw. 3.6 Prozent (bei den Stundenlöhnen) erhöht. was rund einen Drittel der Bauleute betrifft. Jene., die einen höheren Lohn beziehen, erhalten einheitlich 60 Rappen pro Stunde (2.8 Prozent) bzw. 95 Franken pro Monat (2.2 Prozent) mehr. Der für den Bau massgebliche Oktoberindex betrug allerdings 3.4 Prozent. Und vertraglich hatten sich die Baumeister ursprünglich auf Lohnerhöhungen von 3 bzw. 3.6 Prozent für alle verpflichtet. Ist das dennoch ein guter Abschluss? Wie ist das Resultat im Vergleich mit den Abschlüssen anderer gewerkschaftlich organisierter Bereiche zu werten? (…).
Neue Gewerkschaft, 18.1.1994.
Neue Gewerkschaft > Lohnverhandlungen 1993. Neue Gewerkschaft, 1994-01-18.
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23.11.1993 Schweiz
Frauen
GBI Schweiz
Neue Gewerkschaft

Frauen
Kommission
Volltext
Die nationale Frauenkommission der GBI-Frauen tagte in Lausanne. Ein Hauch von Revolte. Fünfzehn GBI-Frauen aus allen Landesteilen, delegiert von den Regionen, fanden sich in Lausanne ein, Ein knappes Jahr nach der Fusion zogen sie Bilanz und stellten ihr Aktionsprogramm auf. Mit der Moral der Frauen - das konnte man spüren - steht es nicht zum besten, Waren sie am Fusionskongress der GBH/GTCP noch eigentlich die Siegerinnen, so haben die Frauen heute viele Illusionen verloren. Mit der Fusion erreichten sie Quoten für Frauenvertretungen in allen Gremien der GBI. Und in den Leitlinien der GBI sind die Frauenforderungen ein wichtiger Punkt der künftigen Politik. Zwei Jahre später sind die Resultate ernüchternd. Wohl sitzen die Frauen in vielen Vorständen von Sektionen, wohl sind zwei von ihnen in der Geschäftsleitung vertreten, wohl ist Susanne Leutenegger Oberholzer nun als Zentralsekretärin mit der Frauenarbeit betraut. Doch eine Aufbruchstimmung fehlt. Schwarze Wolken. Deshalb wurde an dieser Versammlung eine Resolution verabschiedet. Diese hält klar fest: Falls der Budgetanteil für die Frauen 1994 so klein wie in den Vorjahren bleibt, werden einzelne Frauengruppen ihre Aktivitäten schlicht einstellen und auf bessere Zeiten warten. Die Resolution verlangt zudem, dass Susanne Leutenegger bei ihrer Arbeit von einer Abteilungssekretärin unterstützt wird. Trotzdem aktiv. (…). Serge Baehler.
Neue Gewerkschaft, 23.11.1993.
GBI > Frauen. Konferenz. Neue Gewerkschaft, 23.11.1993.
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31.08.1993 Schweiz
Neue Gewerkschaft
Personen
Pepo Hofstetter
Nachtarbeit
Volltext
Nachtarbeit für Frauen, bewilligungsfreier Zweischichtbetrieb: Der bundesrätliche Vorschlag für eine Revision des Arbeitsgesetzes enthält viel Sprengstoff. Zankapfel Zeitbonus. Noch bis Ende September können Kantone und interessierte Organisationen SteIlung beziehen zu einem Vorschlag des Bundesrates, das Nachtarbeitsverbot für Frauen in der Industrie zu streichen und dafür eine Zeitgutschrift für alle nachts Arbeitenden einzuführen. Die „Neue Gewerkschaft“ hat sich bei Gewerkschafterinnen und Arbeitgebern umgehört. Neue Runde in der Auseinandersetzung um die Nachtarbeit von Frauen in der Industrie: Auf Ende Februar 1993 hatte der Bundesrat das Übereinkommen Nr. 89 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) gekündigt, welches ein striktes Nachtarbeitsverbot für Frauen enthielt. Jetzt will er die Nachtarbeit über eine Revision des Arbeitsgesetzes neu regeln. Viel ist dabei von Gleichberechtigung und Gleichstellung von Frau und Mann die Rede. Doch dahinter steht vor allem die Absicht, billige, aber handfertige weibliche Arbeitskräfte für die gesundheitsschädliche Arbeit während der Nacht zu rekrutieren. Der bundesrätliche Vorschlag. Der Vorschlag beinhaltet unter anderen folgende Änderungen: Als Nachtarbeit gilt neu die Arbeit zwischen 23 und 6 Uhr (bisher: 20 bis 6 Uhr). Sie bleibt bewilligungspflichtig. Die Arbeit zwischen 6 und 23 Uhr hingegen - und damit neu der Zweischichtbetrieb - ist bewilligungsfrei. Alle Arbeitnehmerlnnen (mit Ausnahme von Schwangeren acht Wochen vor und (…).  Pepo Hofstetter.
Neue Gewerkschaft, 31.8.1993.
Personen > Hofstetter Pepo. Nachtarbeit. Neue Gewerkschaft, 1993-08-31.
Ganzer Text
31.08.1993 Schweiz
Arbeitsgesetz
Frauen
Neue Gewerkschaft
Personen
Catarina Demund
Pepo Hofstetter
Daniel Nordmann
Hans Schäppi
Nachtarbeit
Volltext
Zulagen

Nachtarbeit für Frauen, bewilligungsfreier Zweischichtbetrieb: Der bundesrätliche Vorschlag für eine Revision des Arbeitsgesetzes enthält viel Sprengstoff. Zankapfel Zeitbonus. Noch bis Ende September können Kantone und interessierte Organisationen Stellung beziehen zu einem Vorschlag des Bundesrates, das Nachtarbeitsverbot für Frauen in der Industrie zu streichen und dafür eine Zeitgutschrift für alle nachts Arbeitenden einzuführen. Die „Neue Gewerkschaft“ hat sich bei GewerkschafterInnen und Arbeitgebern umgehört. Neue Runde in der Auseinandersetzung um die Nachtarbeit von Frauen in der Industrie: Auf Ende Februar 1993 hatte der Bundesrat das Übereinkommen Nr. 89 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) gekündigt, welches ein striktes Nachtarbeitsverbot für Frauen enthielt. Jetzt will er die Nachtarbeit über eine Revision des Arbeitsgesetzes neu regeln. Viel ist dabei von Gleichberechtigung und Gleichstellung von Frau und Mann die Rede. Doch dahinter steht vor allem die  Absicht, billige, aber handfertige weibliche Arbeitskräfte für die gesundheitsschädliche Arbeit während der Nacht zu rekrutieren. (...). Pepo Hofstetter

Neue Gewerkschaft, 31.8.1993.
Personen > Hofstetter Pepo. Nachtarbeit für Frauen, 31.8.1993.doc.

Hofstetter Pepo. Nachtarbeit für Frauen. 31.8.1993.pdf

26.03.1993 Schweiz
Löhne
Neue Gewerkschaft

Armut
Mindestlöhne
Volltext
Die tiefen Löhne im Bausektor bringen viele Familien in erhebliche Schwierigkeiten. Droht bald der Gang zum Fürsorgeamt? Lohnabbau in Branchen wie dem Bau die eh schon tiefe Löhne, viel Kurzarbeit und hohe Arbeitslosigkeit kennen, bedeutet für die Beschäftigten schnell einmal, zu wenig zu verdienen, um für den Unterhalt ihrer Familie aufkommen zu können. Sie müssen entweder die Branche wechseln (sofern das überhaupt möglich ist) oder zur Fürsorge gehen. Von Fürsorgeämtern wissen wir, dass tatsächlich mehr und mehr Bauleute oder ehemalige Bauarbeiter auf Fürsorgeleistungen angewiesen sind. Die folgenden vier Beispiele von Bauarbeitern, die unsere italienisch- und französischsprachigen Redaktionen recherchiert haben, zeigen, in welcher prekären finanziellen Situation heute viele stecken. Ein weiterer Lohnabbau ist schlicht nicht zumutbar. Giovanni (33), 2 Kinder Lohn: 4‘300 Franken. Giovanni ist 33 Jahre alt, verheiratet und Vater von zwei Kindern. Ein Sohn geht in die Schule, der andere in den Kindergarten. Giovanni ist Maurer in einer Tessiner Firma und verdient ganze 4‘300 Franken pro Monat. Er wohnt in einer subventionierten Wohnung und muss nur 775 Franken Miete pro Monat bezahlen. Die Krankenkasse für die Familie kostet ihn 485 Franken, 75 der Kindergarten. Unter dem Strich bleiben weniger als3‘000 Franken. Davon sind erst noch die Steuern zu bezahlen. Giovanni kam Anfang der achtziger Jahre in die Schweiz. Fünf Jahre später folgte die Familie. Er lebt bescheiden, ohne Luxus. Ein Auto konnte er sich erst Anfang Jahr kaufen. Zum Sparen bleibt ihm nichts übrig. Giovanni ist deshalb auf den Dreizehnten und den (…).
GBI-Zeitung, 26.10.1993.
GBI-Zeitung > Mindestlohn. Armut. Neue Gewerkschaft, 1993-10-26.
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04.02.1993 Zofingen
Neue Gewerkschaft
Personen
Trilacolor
Christine Valentin
Trilacolor AG
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Warnstreik
Die Mitarbeiterinnen der Produktion standen zweieinhalb Stunden in bitterer Kälte vor den Betriebstoren. Warnstreik: Bei der Trilacolor geht es hart auf hart. Während zweieinhalb Stunden standen letzte Woche bei der Trilacolor in Zofingen die Maschinen still. Denn die Firma weigert sich mit fadenscheinigen Begründungen, den seit 47 Jahren existierenden Kollektivarbeitsvertrag (KAV) zu erneuern. Das lassen sich die Arbeitnehmerinnen und ihre Gewerkschaft GBI nicht bieten. Ein ungewohntes Bild bot sich letzte Woche vor den Betriebstoren der Farben- und Lackfabrik Trilacolor in Zofingen. Die in der Produktion beschäftigten ArbeitnehmerInnen weigerten sich praktisch vollzählig, bei Schichtbeginn ihre Arbeit aufzunehmen. Bei bitterer Kälte streikten sie während zweieinhalb Stunden und zeigten damit, dass sie nicht gewillt sind, kampflos eine Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen hinzunehmen. Unterstützt wurden sie bei ihrem Warnstreik von ihrer Gewerkschaft GBI, von Kollegen des ebenfalls in Zofingen ansässigen chemischen Betriebs Siegfried AG und dem Aargauischen Gewerkschaftsbund. Fadenscheinige Begründungen. Grund für den Warnstreik war die Weigerung der Trilacolor den seit 1946 bestehenden KAV mit der Gewerkschaft GBI (früher GTCP) zu erneuern. Die Firma, welche massiv verschuldet ist und seit drei Monaten 20 Prozent Kurzarbeit eingeführt hat, begründet ihre sture Haltung damit, dass sie durch den KAV gegenüber der Konkurrenz benachteiligt sei. (…). Christine Valentin.
Neue Gewerkschaft, 4.2.1993.
Personen > Valentin Christine. Trilacolor AG. Warnstreik. Neue Gewerkschaft, 1993-02-04.
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