Gewerkschaftschronik
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Anzahl gefundene Artikel: 40

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 DatumOrtKapitelPersonenStichworteArtikel
12.03.1998 Schweiz
Oeffentlicher Dienst, Der
Personen
Stefan Giger
Gütertransport
Schwerverkehrsabgabe
Volltext
Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe. LSVA – ein Kernstück der schweizerischen Verkehrspolitik. Das Referendum gegen die leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA) ist offenbar zustandegekommen. Gründe für die LSVA gibt es viele. Als Gewerkschaft im öffentlichen Nahverkehr ist der VPOD aber auch konkret von dieser Frage betroffen. Vor nunmehr mehr als fünf Jahren hat das Schweizer Volk die Mitwirkung im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) knapp abgelehnt und sich damit für den Weg entschieden, der von den EWR-Gegnern i propagiert wurde: Die Schweiz bleibt ausserhalb des EWR und schliesst stattdessen direkte Abkommen mit der Europäischen Union. Dass diese Abkommen für die wirtschaftliche Zukunft der Schweiz zentral sind (nicht aber für die EU), ist eindeutig, denn die EU ist für uns der mit riesigem Abstand wichtigste Handelspartner, und zwar bezüglich Importen wie Exporten. Wenn die Schweiz als Aussenseiterin Zugang zu Europa will, muss auch sie den Zugang zur Schweiz ermöglichen. Schottet sich die Schweiz vollends ab, sind zehntausende von Arbeitsplätzen der Exportindustrie und viele weitere direkt bedroht. Zugang zur Schweiz bedeutet im Verkehrsbereich unter anderem auch Zugang zu den Schweizer Alpenübergängen, und zwar auch für die europäischen 40- Tonnen-Lastwagen. Für die Schweiz kommt der unkontrollierte, allgemeine Zugang der 40-Tönner nicht in Frage, aus Kostengründen (teure Strasseninfrastruktur, Brücken usw.), aber auch (…). Stefan Giger.
Der öffentliche Dienst, 12.3.1998.
Personen > Giger Stefan. LSVA. Referendum. OeD, 1998-03-12.
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26.01.1996 AG Kanton
Löhne
Oeffentlicher Dienst, Der
VPOD AG Kanton

Leistungslohn
Volltext
Aargau: Einführung eines leistungsorientierten Salärsystems. Gefahr eines teuren Leerlaufs. Die Konferenz der Aargauischen Staatspersonalverbände KASPV nimmt den Grundsatzentscheid der Regierung zur Einführung eines neuen Salärsystems mit grosser Skepsis zur Kenntnis. Die KASPV hat der Regierung Offenheit für eine Reform signalisiert. Arbeitsplatzbewertung und Mitarbeitergespräch werden von der KASPV begrüsst. Das nun vorliegende Konzept schiesst aber über das Ziel, mehr Flexibilität in die Besoldungsstruktur zu bringen, weit hinaus. Zudem protestiert die KASPV energisch gegen das Vorgehen der Regierung, Grundsatzentscheide ohne vorhergehende Anhörung der Personalverbände zu treffen. Über das Ziel hinausgeschossen. Mit dem neuen Salärsystem möchte die Regierung Automatismen und starre Regelungen aufheben, mehr Lohngerechtigkeit im gesamten Arbeitsmarkt erreichen und den Lohn als Führungsinstrument einsetzen. Die vorgeschlagene weitgehende. Deregulierung des Lohnsystems schiesst allerdings über dieses Ziel hinaus. Die KASPV ist zudem der Meinung, dass der Lohn unter allen leistungs- und motivationsfördernden Führungsinstrumenten das heikelste Element ist. Die Problematik des heutigen Systems liegt einerseits im automatischen Lohnanstieg nach Dienstalter ohne vorgängiges Mitarbeitergespräch und anderseits in der Unmöglichkeit der Lohnverbesserung für all jene, die im Besoldungssystem „oben anstehen“. Hier I sieht auch die KASPV Reformbedarf. Ein allzu flexibles (…).
Der öffentliche Dienst, 26.1.1996.
Oeffentlicher Dienst, Der > Leistungslohn. OeD, 1996-01-26.
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26.01.1996 Schweiz
Föderativverband
Oeffentlicher Dienst, Der
Personen
Rüstungsindustrie

Privatisierung
Rüstungsbetriebe
Volltext
Meinungsdifferenzen über die Rechtsform. Privatisierung der Rüstungsbetriebe nicht überstürzen. Als neuer Vorsteher des Militärdepartementes empfing Bundesrat Adolf Ogi eine Delegation des Föderativverbandes des Personals öffentlicher Verwaltungen und Betriebe - dem auch der VPOD angehört - zu einem Antrittsbesuch. Die neue Rechtsform der Rüstungsbetriebe stand im Zentrum der Aussprache. Das Eidgenössische Militärdepartement will die Rüstungsbetriebe in gemischtwirtschaftliche Aktiengesellschaften umwandeln. Neu: privates Arbeitsrecht. Im Klartext: Die Rüstungsbetriebe sollen privatisiert werden. Die neue Rechtsform soll den Rüstungsbetrieben Allianzen ermöglichen und über Beteiligungen, Gründung von Tochtergesellschaften sowie andere Formen der Zusammenarbeit mit Dritten das Know-how sichern und gleichzeitig Arbeitsplätze erhalten. Für das betroffene Personal bedeutet dies: Abschaffung des Beamtenstatus, die neuen Anstellungen würden dem privaten Arbeitsrecht entsprechen. Selbstverständlich ist gegen die Bemühung der vermehrten Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft nichts einzuwenden. Können damit Arbeitsplätze gesichert werden, umso besser. Die Gewerkschaften dürfen sich den notwendigen Veränderungen nicht verschliessen. Der Föderativverband hat sich aber gegenüber Bundesrat Ogi deutlich gegen eine Privatisierung der Rüstungsbetriebe ausgesprochen. (…).  Hanspeter Lienhart.
Der öffentliche Dienst, 26.1.1996.
Personen > Lienhart Hanspeter. Ruestungsindustrie. Privatisierung. OeD, 1996-01-26.
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15.12.1995 Schweiz
Frauen
Oeffentlicher Dienst, Der
Personen
VPOD Schweiz
Bettina Kurz
Maria Roth-Bernasconi
Mutterschaftsversicherung
Volltext
Mutterschaftsversicherung - wie weiter? Stellungnahme der VPOD-Frauenkommission. Die Frauenkommission des VPOD hat von der Ideenskizze bezüglich Mutterschaftsversicherung der Frauen der Regierungsparteien Kenntnis genommen und darüber in der Sitzung vom 23. November diskutiert. Sie findet es gut, wenn auf allen Ebenen Lösungen gesucht werden, damit das 50jährige Versprechen endlich eingelöst werden kann. Die Gewerkschafterinnen möchten in der weiteren Diskussion miteinbezogen werden, weshalb die Frauenkommission des VPOD auch zu den vorgeschlagenen Ideen Stellung genommen hat. Die Ideenskizze. Der Vorschlag der Regierungsparteienfrauen sieht eine Lösung sowohl für erwerbstätige wie für nichterwerbstätige Mütter vor. Die erwerbstätigen Frauen sollen ein Recht auf einen hundertprozentigen Lohnersatz während 16 Wochen haben, wobei ein Plafond bei einem Einkommen von ungefähr 70‘000 Franken pro Jahr (= maximales rentenbildendes AHV-Einkommen) festgesetzt ist. Die nichterwerbstätigen Mütter sollen während 4 Monaten eine Mutterschaftsleistung in der Höhe der AHV-Minimalrente (= ungefähr 970 Franken) erhalten, mit dem gleichen Plafond wie die Erwerbstätigen, jedoch mit einem eventuellen Zuschlag für mehrere Kinder. Die Finanzierung dieser Mutterschaftsversicherung soll, so der Vorschlag, über die Mehrwertsteuer erfolgen. Priorität Lohnersatzversicherung. (…).
Bettina Kurz, Maria Roth-Bernasconi.
Der öffentliche Dienst, 15.12.1995.
Personen > Kurz Bettina. Mutterschaftsversicherung. OeD, 1995-12-15.
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04.10.1995 Schweiz
Oeffentlicher Dienst, Der
SGB

Einigungsämter
Volltext
Arbeitsstreitigkeiten. Wenig Einigungsverfahren. Den kantonalen Einigungsämtern wurden 1984 insgesamt 22 Kollektivstreitigkeiten unterbreitet; im Vorjahr war die Zahl etwa doppelt so hoch, wie das BIGA berichtet. Dabei sind 19 Vermittlungsverfahren, wovon 16 auf Antrag der Arbeitnehmer, und 3 Schiedsverfahren durchgeführt worden. Die häufigsten Streitgegenstände waren der Lohn (in 11 Fällen) sowie der Abschluss eines Gesamtarbeitsvertrages (9). In 16 Kollektivstreitigkeiten kam eine Einigung zustande. In drei Fällen lehnten die Arbeitgeber den amtlichen Vermittlungsvorschlag ab sowie in einem Fall die Durchführung des Vermittlungsverfahrens. In zwei Fällen erklärte sich das Einigungsamt als nicht zuständig. An den Kollektivstreitigkeiten waren 396 Betriebe und 5470 Arbeitnehmer beteiligt. Die Eidgenössische EinigungssteIle kam im graphischen Gewerbe zum Einsatz. Die Streitigkeit zwischen Gewerkschaft und Arbeitgeberverband betraf den Abschluss eines neuen Gesamtarbeitsvertrages und eines Teuerungsausgleichsabkommens. Der Konflikt konnte beigelegt werden.
SGB.
Der öffentliche Dienst, 4.10.1985.
SGB > Einigungsaemter. OeD, 1985-10-04.
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25.03.1994 Schweiz
Frauen
Oeffentlicher Dienst, Der
VPOD Schweiz

Frauen
Gleichstellung
Verbandskonferenz
Volltext
VPOD-Frauenkonferenz. Gleichstellungsgesetz: zwiespältige Bilanz. Unzufrieden mit dem Resultat der Beratungen des Nationalrates zum Gleichstellungsgesetz sind die zweihundert Delegierten und Gäste der Verbandskonferenz Frauen des VPOD, die am vergangenen Freitag und Samstag im Luzerner Casino stattfand. Die Arbeitgebervertreter und die Rechtsbürgerlichen haben sich in zu vielen Punkten durchsetzen können und damit dem Gleichstellungsgesetz wichtige Zähne gezogen. Die VPOD-Frauenkonferenz zeigt sich befriedigt darüber, dass der Nationalrat am zweiten Beratungstag zumindest dem Verbandsklagerecht zugestimmt hat. Die Möglichkeit zur Verbandsklage für Gewerkschaften und Frauenorganisationen ohne schriftliche Zustimmung von Betroffenen ist ein äusserst wichtiges Instrument, um gegen Diskriminierung zumindest dort vorgehen zu können, wo sie sich voraussichtlich auf mehrere Arbeitsverhältnisse auswirken würde. „Unsere Freude über diesen Entscheid wird jedoch wesentlich getrübt durch die übrigen Entscheide, mit denen der Nationalrat die Kompromissvorlage des Bundesrates verwässert hat“, heisst es jedoch weiter in der Resolution der VPOD-Frauen. Ein umfassendes Diskriminierungsverbot, das war das Herzstück des Gleichstellungsgesetzes. Aus diesem Herzstück hat der Nationalrat einen entscheidenden Teil herausgebrochen. Der Zugang zur Erwerbsarbeit - Stellenausschreibung, Anstellung und Aufgabenzustellung - fällt nicht mehr darunter. (…).
Der öffentliche Dienst, 25.3.1994.
Oeffentlicher Dienst, Der > Verbandskonferenz Frauen. Gleichstellung. OeD, 1994-03-25.
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25.03.1994 Schweiz
Frauen
Oeffentlicher Dienst, Der
Personen
Doris Schüepp
Frauenförderung
Volltext
VPOD Schweiz
Frauenförderung AGB. Handeln statt Jammern ist auch beim Thema „Modernisierung und Reform der Gewerkschaften“ gefragt., Dass dabei unspektakuläre Taten wirkungsvoller sind als grosse Worte, zeigt ein aargauisches Beispiel. Seit Januar dieses Jahres ist der VPOD zusammen mit der Gewerkschaft VHTL und dem Aargauischen Gewerkschaftsbund (AGB) am gemeinsamen Projekt „gewerkschaftliche Frauenberatungsstelle“ beteiligt. Schon nach kurzer Zeit erwies sich das Angebot als Marktlücke. Die Gewerkschaftssekretärinnen sind während der Beratungszeit voll in Anspruch genommen, im Hintergrund liefern Kollegen Unterstützungsarbeit. Neben dieser optimalen Arbeitsteilung zwischen weiblichen und männlichen Gewerkschaftsprofis ist auch die gewerkschaftsübergreifende Zusammenarbeit ein Lichtblick. Freude herrscht nicht nur am gemeinsamen Projekt, sondern auch an den gemeinsamen, freundlichen Räumlichkeiten, welche sich AGB, VPOD, VHTL und Lithographenbund neu in Aarau teilen. Nicht nur, dass sich die Zusammenlegung der Infrastruktur aus finanzieller Sicht längerfristig lohnt. Es bedeutet auch ein Heraus aus der Isolation für die Gewerkschaftssekretäre, welche in ihren bisherigen Sektionssekretariaten oft auf sich alleine gestellt waren. Aber selbst bei Schritten wie gemeinsame Projekte und Infrastrukturen gilt es, Widerstände zu überwinden. (…). Doris Schüepp.
Der öffentliche Dienst, 25.3.1994.
Personen > Schüepp Doris. Frauenförderung. AGB. OeD, 1994-03-25.
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25.03.1994 Schweiz
Oeffentlicher Dienst, Der
Personen
SGB
Serge Gaillard
Arbeitslosigkeit
Statistik
Volltext
BIGA-Chef Nordmann: Schindluderei mit Arbeitslosenstatistik. Die Arbeitslosenzahlen des Bundesamtes für Industrie. Gewerbe und Arbeit (BIGA) für den Monat Februar weisen im Vergleich zum Vormonat einen Rückgang um 785 Personen aus - bei insgesamt 187‘382 eingeschriebenen Arbeitslosen. Grund genug für BIGA-Direktor Jean-Luc Nordmann, von einer Trendwende auf dem Arbeitsmarkt zu sprechen. Das ist schlicht Schindluderei! Mit seiner „Trendwende“ hat sich Nordmann nun allerdings völlig vergaloppiert. Tatsache ist erstens, dass die Arbeitslosenzahlen im Winter auch bei unveränderter Wirtschaftslage höher sind als im Sommer. Aus saisonalen Gründen gehen deshalb die Arbeitslosenzahlen im Frühling leicht zurück. Dieser Effekt wird sich in den nächsten zwei Monaten noch verstärken. Allein aus saisonalen Gründen ist bis zum Juli ein Rückgang der Arbeitslosenzahlen um rund 15‘000 Personen zu erwarten. Zweitens ist daran zu erinnern, dass der hohe Anteil an Langzeitarbeitslosen zunehmend ausgesteuert wird und aus der Statistik rausfällt. Wie bedeutend dieses Phänomen ist, kann beim BIGA vorerst nicht in Erfahrung gebracht werden. Die Konjunkturforschungsstelle der ETH (KOF) schätzte im Herbst die Zahl der Aussteuerungen auf drei bis viertausend monatlich. In der zweiten Jahreshälfte 1993 betrugen die monatlichen „Abgänge“ aus der (registrierten) Arbeitslosigkeit durchschnittlich mehr als 18‘000 Personen. (…). Serge Gaillard, SGB-Sekretär, verantwortlich für Wirtschaftspolitik.
Der öffentliche Dienst, 25.3.1994.
Personen > Gaillard Serge. Arbeitslosigkeit. Statistik. OeD, 1994-03-25.
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02.11.1990 Schweiz
Oeffentlicher Dienst, Der
Personen
VPOD Schweiz
Bettina Kurz
Arbeit
Frauen
Volltext
Verbandskonferenz Frauen des VPOD: Arbeit ist mehr als Lohnarbeit. „Aufhebung der Arbeitsteilung zwischen Frau und Mann: Die positivste aller Massnahmen.“ Der Titel der Verbandskonferenz Frauen des VPOD tönt vielversprechend. Was erwartet die Teilnehmerinnen am 30. November und 1. Dezember in Bern? Cristina Karrer hat sich mit der Frauenbeauftragten des VPOD, Bettina Kurz, über Hintergründe, Inhalt und Ziele der sechsten Verbandskonferenz Frauen unterhalten. „Aufhebung der Arbeitsteilung zwischen Frau und Mann“. Kannst Du die Überlegungen skizzieren, die zu diesem Titel führten? Bettina Kurz: An der letzten Verbandskonferenz Frauen vor drei Jahren haben wir zum Thema „Frauen in der Gesellschaft - Frauen in der Gewerkschaft“ Forderungen u.a. für die Bereiche Frauenförderung. Gleicher Lohn und Sexuelle Belästigung diskutiert und verabschiedet. Das sind nach wie vor wichtige Themen, wir setzen uns damit bis heute auseinander. Nur: Bei der Umsetzung dieser Forderungen klemmt es beträchtlich. Wir haben festgestellt, dass wir immer an dieselbe Grenze, die Arbeitsteilung, stossen. Deshalb haben wir beschlossen, den Blickwinkel zu ändern. Einmal nicht die Lohnarbeit ins Zentrum der Überlegungen zu stellen, sondern die Strukturen der gesamtgesellschaftlichen Arbeitsteilung. Wollen wir auf dem Gebiet der Lohnarbeit für Frauen etwas ändern, müssen wir zuerst das anschauen, was Arbeit für Frauen alles bedeutet. Stichwort „unsichtbare Arbeit“. Es geht um die Betreuungsarbeit, die (…).
Der öffentliche Dienst, 2.11.1990.
Öffentlicher Dienst, Der > Verbandskonferenz Frauen. Arbeit. OeD, 1990-11-02.
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05.10.1990 Europa
Schweiz
Oeffentlicher Dienst, Der

EU-Beitritt
Volltext
Im Vordergrund der Diskussion um Europa steht das Positionspapier, das sich mit dem „Europäischen Wirtschaftsraum“, mit den Problemen des Zusammenwachsens der zwölf Staaten der „Europäischen Gemeinschaf“ und der sechs Mitgliedländer der Europäischen Freihandelszone EFTA, befasst. Eine Reihe von Anträgen zielt über Westeuropa hinaus, verlangt vom SGB ein aktives Mitmachen beim Aufbau einer freiheitlicheren Gesellschaft in den osteuropäischen Ländern. Schliesslich geht die Sicht noch weiter hinaus in die Dritte Welt, auf die Rolle, welche die internationale Gewerkschaftsbewegung spielen sollte. In die Geschehnisse in Europa und in die Wünsche nach einer friedlicheren Welt insgesamt eingebettet ist, das Positionspapier zur Rüstungskonversion. EG, EFTA und EWR. Im „Positionspapier zu Europa“, das die Delegierten am SGB-Kongress in Interlaken diskutieren werden, wird zunächst „positioniert“. Zum Beispiel: „Die Europäische Gemeinschaft ist durch Süderweiterung zu einer für den ganzen Kontinent massgeblichen ökonomischen und politischen Vereinigung geworden. Der Zusammenbruch der sowjetischen Klammer um Osteuropa wird auch diese Länder in ein näheres Verhältnis zur EG führen... Die Austragung nationaler Gegensätze in EG-Europa durch kriegerische Auseinandersetzungen ist undenkbar geworden. Mit der vollen Freizügigkeit der Personen, mit dem Freihandel in Gütern, Diensten und Kapitalverkehr hat der Kontinent den Idealzustand erreicht, wie er von Generationen seiner Einwohner ersehnt und vor dem (…).
Der öffentliche Dienst, 5.10.1990.
Oeffentlicher Dienst, Der > Europa. OeD, 1990-10-05.
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21.09.1990 Schweiz
Frauen
GDP
Oeffentlicher Dienst, Der
Personen
Verena Schmid
GDP
Lohngleichheit
Volltext
Lohngleichheit: GDP-Frauen wollen keine Kompromisse mehr eingehen. GDP-Kuhhandel soll verhindert werden. 22 Gewerkschafterinnen haben durch eine richterliche Verfügung einstweilen verhindert, dass ihre Gewerkschaft Druck und Papier (GDP) in der Buchbinderbranche einen Gesamtarbeitsvertrag (GA V) unterzeichnet, der für Frauen tiefere Löhne festschreibt. Über die Klage entscheiden wird voraussichtlich noch dieses Jahr der Appellationshof des Obergerichtes in Bern. Trotz Unterzeichnungsverbot versucht die GDP unterdessen den GAV auf Schleichwegen doch noch in Kraft zu setzen. Über den Stand der Dinge und das weitere Vorgehen informierten die Gewerkschafterinnen in Zürich. Auf juristischer Ebene waren die 22 Gewerkschafterinnen bisher erfolgreich: Auf ihr Ersuchen hin verfügte das Richteramt III in Bern, dass es der GDP verböten sei, den mit dem Verein der Buchbindereien der Schweiz (VBS) und der Schweizerischen Graphischen Gewerkschaft (SGG) ausgehandelten GAV zu unterzeichnen. Dieser sieht für ungelernte Männer einen Mindestlohn von 2‘684 Franken, für Frauen hingegen einen von nur 2‘200 Franken vor. Der Vertrag widerspricht damit klar der in der Bundesverfassung festgeschriebenen Lohngleichheit, wie das Richteramt Bern in seiner Verfügung gegen die Unterzeichnung unmissverständlich festhält. Der von den GDP-Frauen gegen die eigene Gewerkschaft angestrengte Hauptprozess verspricht ebenfalls mit einer Gutheissung der Klage zu enden, wie die Rechtsanwältin Elisabeth (…). Verena Schmid.
Der öffentliche Dienst, 21.9.1990.
GDP > Lohngleichheit. GAV. OeD, 1990-09-21.
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02.02.1990 Schweiz
Arbeitsgesetz
Oeffentlicher Dienst, Der
Personen
Ewald Ackermann
Arbeitsgesetz
Revision
Volltext
Frauenorganisationen wehren sich gegen den Entwurf des Arbeitsgesetzes. In der Nacht macht frau keine Karriere. Die Opposition gegen den Entwurf zur Revision des Arbeitsgesetzes wächst. Nach den Gewerkschaften haben nun auch massgebende Organisationen, die ein weites Spektrum der frauenpolitischen Landschaft abdecken, vehement gegen den Revisionsentwurf Stellung bezogen. Wen wundert's - wird doch in diesem Entwurf unter dem Deckmantel der Gleichstellung genau diese demontiert. „Da wird die Gleichstellung pervertiert“, sagte Marie-Therese Sautebin vom Komitee „14. Juni: für eine wirkliche Gleichstellung“. – „Es geht den Arbeitgebern nur darum, aus der Tatsache, dass Frauen tiefe Saläre haben, weniger mobil sind und weniger qualifiziert werden, noch mehr Profit zu schlagen“, meinte Marianne Ebel vom Komitee „Arbeit und Gesundheit“. – „Wir haben genug davon, nur als Sonderfälle und als Anhängsel des Mannes behandelt zu werden“, äusserte sich Sabine Steiger-Sackmann vom Schweizerischen katholischen Frauenbund. – „Wo Bestimmungen gegen sexuelle Belästigungen stehen sollten, gähnt nur ein Loch“, stellte Guite Theurillat-Aubry von der jurassischen Vereinigung der christlichen Gewerkschaften fest. An der Pressekonferenz der „Frauen für Gleichstellung im Arbeitsgesetz“ fielen deutliche und harte Worte. Verschiedene gewichtige Frauenorganisationen haben sich zu diesem Komitee zusammengefunden, um gegen den Vernehmlassungsentwurf zum neuen (…). Ewald Ackermann.
Der öffentliche Dienst, 2.2.1990.
Personen > Ackermann Ewald. Arbeitsgesetz. Revision. Frauen. OeD, 1990-02-02.
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09.06.1989 BE Kanton
Oeffentlicher Dienst, Der
Personen
VPOD BE Kanton
Markus Angehrn
Reallohnerhöhung
Regierungsrat
Volltext
Kleinliche Lohnerhöhung. Am 1. Juli 1989 und 1. Januar 1990 erhalten das bernische Staatspersonal und die Lehrerschaft die Iangersehnte Reallohnerhöhung. Diese Reallohnerhöhung gleicht aus Sicht der beglückten Beamtinnen und Beamten und der Personalverbände nach 16 Jahren eher einem Almosen, Sie beträgt durchschnittlich 4,94 Prozent. Die personalfeindliche Finanzdirektion war aber nicht bereit gewesen, auf die weitergehenden und berechtigten Forderungen der Personalverbände einzutreten. Die Löhne des Staatspersonals und der Lehrerschaft werden ein erstes Mal auf den 1. Juli 1989 um einen „Sockelbetrag“ von 100 Franken pro Monat (1‘200 Franken pro Jahr) sowie um ein Prozent real erhöht. Auf den 1. Januar 1990 werden sie nochmals um zwei Prozent angehoben. Die Kinderzulagen werden auf den 1. Juli 1989 auf Fr. 115.- im Monat erhöht. Dieser Ansatz entspricht jenem Betrag, der durch Dekret den privaten Arbeitgebern im Kanton Bern als Minimum vorgeschrieben wird. Die grossrätliche SVP-Fraktion und die Finanzdirektion versuchten mit allen Mitteln, die überfällige Reallohnerhöhung noch bis Januar 1990 hinauszuschieben. Bürgerliche Bremser. (…).
Markus Angehrn.
Der öffentliche Dienst, 9.6.1989.
Personen > Angehrn Markus. Reallohnerhoehung. Regierungsrat. OeD, 1989-06-09.
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16.12.1988 Schweiz
Frauen
Gewerkschaftsbund ZH Kanton
Oeffentlicher Dienst, Der

Frauenförderung
Gewerkschaftsbund ZH Kanton
Volltext
Zürich: Die erste Frauenkonferenz des kantonalen Gewerkschaftsbundes ging über die Bühne. Mehr Platz für die Frauen im Beruf und in den Gewerkschaften. An der ersten Frauenkonferenz des Gewerkschaftsbundes des Kantons Zürich GBKZ (64‘000 Mitglieder, 10 Prozent davon Frauen) diskutierten 80 Delegierte engagiert, wie der Gleichheitsartikel in der Bundesverfassung endlich in der Realität durchgesetzt werden kann. In acht Arbeitsgruppen wurden weitere Frauenthemen erörtert. Am Schluss wurde eine 13köpfige Frauenkommission gewählt, die nun versuchen will, aufgrund dieser Diskussionen eine Frauenarbeit innerhalb der GBKZ aufzubauen. Ziel dieser Konferenz war es, über den Frauenkongress des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB) zu informieren, der im März 1989 stattfinden wird und an dem hauptsächlich über Frauenförderung in Betrieb und Gewerkschaften sowie über die Nachtarbeit diskutiert wird. Ausserdem sollte eine Frauenkommission gewählt werden, die eine Arbeit auf frauenspezifischen Fragen aufnimmt und diese in die verschiedenen Gewerkschaften einzubringen versucht. Die Geduld der Frauen ist erschöpft. Rita Gassmann, Vizepräsidentin der Frauenkommission des SGB, erklärte in ihrer Begrüssung, dass die Geduld der Frauen in Sachen Gleichstellung jetzt erschöpft sei und dass endlich Taten folgen müssten. Dabei sei es unumgänglich, dass den Männern Macht weggenommen werden müsse. Das gleiche gelte auch innerhalb der Gewerkschaften. Hier müssten die Kollegen Macht abgeben: „Es braucht in den Gewerkschaften eine gezielte Personalpolitik (…).
Der öffentliche Dienst, 16.12.1988.
Oeffentlicher Dienst, Der > GBKZ. Frauenfoerderung. GBKZ, 1988-12-16.
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16.12.1988 Schweiz
Gewerkschaftsbund ZH Kanton
Oeffentlicher Dienst, Der

Frauenförderung
Gewerkschaftsbund ZH Kanton
Tagung
Volltext
Zürich: Die erste Frauenkonferenz des kantonalen Gewerkschaftsbundes ging über die Bühne. Mehr Platz für die Frauen im Beruf und in den Gewerkschaften. An der ersten Frauenkonferenz des Gewerkschaftsbundes des Kantons Zürich GBKZ (64‘000 Mitglieder, 10 Prozent davon Frauen) diskutierten 80 Delegierte engagiert, wie der Gleichheitsartikel in der Bundesverfassung endlich in der Realität durchgesetzt werden kann. In acht Arbeitsgruppen wurden weitere Frauenthemen erörtert. Am Schluss wurde eine 13köpfige Frauenkommission gewählt, die nun versuchen will, aufgrund dieser Diskussionen eine Frauenarbeit innerhalb der GBKZ aufzubauen. Ziel dieser Konferenz war es, über den Frauenkongress des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB) zu informieren, der im März 1989 stattfinden wird und an dem hauptsächlich über Frauenförderung in Betrieb und Gewerkschaften sowie über die Nachtarbeit diskutiert wird. Ausserdem sollte eine Frauenkommission gewählt werden, die eine Arbeit auf frauenspezifischen Fragen aufnimmt und diese in die verschiedenen Gewerkschaften einzubringen versucht. Die Geduld der Frauen ist erschöpft. Rita Gassmann, Vizepräsidentin der Frauenkommission des SGB, erklärte in ihrer Begrüssung, dass die Geduld der Frauen in Sachen Gleichstellung jetzt erschöpft sei und dass endlich Taten folgen müssten. Dabei sei es unumgänglich, dass den Männern Macht weggenommen werden müsse. Das gleiche gelte auch innerhalb der Gewerkschaften. Hier müssten die Kollegen Macht abgeben: „Es braucht in den Gewerkschaften eine gezielte Personalpolitik zugunsten (…).
Der öffentliche Dienst, 16.12.1988.
Oeffentlicher Dienst, Der > GBKZ. Frauenfoerderung. GBKZ, 1988-12-16.
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28.10.1988 Schweiz
Arbeitszeit
Oeffentlicher Dienst, Der
Personen
Kurt Kipfer
Arbeitszeitverkürzung
Gesundheitsschutz
Volltext
Dem Menschen unserer Zeit eine Chance: Die 40-Stunden-Woche. Die Leistungsschraube nicht weiterdrehen. Für die Erwerbstätigen und ihre Angehörigen ist Arbeit nach wie vor bestimmendes Lebenselement. Die Art der geleisteten Arbeit, die Arbeitszeit, die Belastung durch die erbrachte Leistung bestimmen die menschliche Existenz; sie bestimmen die persönlichen Entfaltungs- und Entwicklungschancen ; sie entscheiden einschneidend über Gesundheit und Krankheit, über Leistungs- und Genussfähigkeit und Leistungseinbusse; sie stellen Weichen, sie spielen Schicksal - vom einzelnen Menschen kaum zu beeinflussen, ausserhalb des Entscheidungsspielraums des Erwerbstätigen. Übermässige Arbeitsbelastung gefährdet die Gesundheit. Das Arbeitstempo steigt. Die Fremdbestimmung ist nahezu total. Arbeit wird hektischer und fiebriger, konzentrierter und intensiver; Arbeitsabläufe wandeln sich, werden aufgesplittert. unübersichtlich, schwer zu verstehen, Unsicherheiten, Überbelastung und Unterforderung, Arbeits- und Arbeitsplatzwechsel, Wirbel von Einsatzzeiten mit Arbeitsverpflichtungen zur Unzeit werden mit beruflich verursachten oder mitbedingten Gesundheitsschäden erkauft. Und was ist das Leben, was ein Lebensabend wert, wenn vorzeitig chronisches Siechtum, Unfall- und Krankheitsfolgen, Teilinvalidität, ständige ärztliche Behandlung dominieren? Arbeit kann längst nicht mehr hauptsächlicher Lebensinhalt sein. Dafür sind viele Arbeitsaufgaben zu monoton, allzu einseitig, zu strapaziös, den menschlichen Leistungsvoraussetzungen oft widersprechend. Der moderne (…). Kurt Kipter. 
Der öffentliche Dienst, 28.10.1988.
Personen > Kipfer Kurt. Gesundheitsschutz. Arbeitszeitverkürzung. OeD, 1988-10-28.
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28.10.1988 Schweiz
Frauen
Oeffentlicher Dienst, Der

Berufsbildung
Frauen
Volltext
Immer mehr Frauen lernen einen Beruf. Lehrlingszahlen sinken. 1987 begannen 75‘000 Jugendliche, 40‘000 männlichen und 35‘000 weiblichen Geschlechts, eine zwei- bis vierjährige Berufsausbildung. Laut Bundesamt für Statistik (BfS) sind dies 3‘000 weniger als 1984, als die Eintritte den Höchststand erreichten. Die Lehrlinge werden weniger, weil die Zahl der Schulabgänger immer kleiner wird. Der Rückgang in der Berufsbildung trat jedoch später ein und fiel bis jetzt geringer aus als erwartet. Der Grund: Mehr Jugendliche eines Jahrgangs denn je erlernen einen Beruf. „Reserven“ fanden sich vor allem unter den jungen Frauen. Sie verkleinerten im Vergleich zu den Kollegen die „Lücke“ in der Berufsbildung: Nach Schätzungen des BFS verfügen heute 66 Prozent der 20jährigen Frauen über einen Berufsabschluss und 78 Prozent der gleichaltrigen Männer (vor zehn Jahren betrugen die Anteile noch 47 Prozent bzw. 71 Prozent). Die grössere Beteiligung ging nicht zu Lasten anderer Ausbildungen: denn in der gleichen Zeitspanne stieg der Anteil jener, die ein Maturitätszeugnis oder ein Patent für Lehrkräfte erhielten; bei Männern und Frauen beträgt er gegenwärtig 15 Prozent. Berufswahl: Immer noch geschlechtsspezifisch Die Schulabgängerzahlen werden weiter sinken. Einzelne Branchen sorgen sich um den Nachwuchs an Berufsleuten. Schon wird um Lehrlinge gezielt geworben. Der Lehrstellenmarkt entspannt sich zusehends. Ändert sich mithin die Berufswahl der Jugendlichen? Auf den ersten Blick (noch) nicht Der Grossteil der Schulabgänger erlernt, wie seit Jahren, einen Beruf aus den wenigen, zahlenmässig bedeutenden (…).
Der öffentliche Dienst, 28.10.1988.
Oeffentlicher Dienst, Der > Berufsbildung. Frauen. OeD, 1988-10-28.
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10.09.1988 Schweiz
Arbeitslosigkeit
Oeffentlicher Dienst, Der

Alkoholismus
Arbeitslosigkeit
Volltext
Der Griff zur Flasche und zu Tabletten soll Probleme verdrängen. Arbeitslosigkeit fördert Alkoholismus. Wer arbeitslos wird und über längere Zeit keine Stelle findet, versucht häufig, seine Sorgen mit Alkohol zu ertränken. Es ist augenfällig, dass ausserordentlich oft Alkoholprobleme mit Arbeitslosigkeit gekoppelt sind. Seit etwa 1974 ist ein starker Zuwachs von Arbeitslosen mit Alkoholproblemen zu verzeichnen. Und doch war das Interesse der Alkoholismusforschung an diesem Problemkreis bis jetzt klein. Häufig wird noch immer an der seit Jahren vertretenen Auffassung festgehalten, dass die bei Alkoholikern oftmals feststellbare Arbeitslosigkeit ausschliesslich Folge ihrer Alkoholprobleme sei. Die Frage nach der Bedeutung der Arbeitslosigkeit als Ursache oder mitverursachendem Faktor für Alkoholismus wird dabei oft zur Seite geschoben. Diese Feststellung macht Professor Dieter Henkel von der Fachhochschule Frankfurt in einem Bericht in der Fachzeitschrift „Drogalkohol“ der Schweizerischen Fachstelle für Alkoholprobleme SFA, Lausanne. Mit eigenen Forschungsarbeiten hat Professor Henkel versucht, Lücken zu schliessen. Im Zentrum der Untersuchungen stand die Frage, ob sich bestehende Alkoholprobleme während der Arbeitslosigkeit verändern und ob sich diese Veränderungen in der Form und im Schweregrad des Alkoholismus nachweisen sowie auf Effekte der Arbeitslosigkeit (materielle Belastungen, psychosoziale Probleme) zurückführen lassen. Arbeitslose deutlich anfälliger. (…).
OeD, 10.9.1988.
Oeffentlicher Dienst, Der > Alkoholismus. Arbeitslosigkeit. OeD, 1988-09-10.
Ganzer Text
19.08.1988 Zürich
Oeffentlicher Dienst, Der
Personen
August Bebel
Todesfall
Volltext
Bestattung in Zürich. August Bebel wünschte in seinem Testament, auf dem Zürcher Zentralfriedhof Sihlfeld bestattet zu werden. Obwohl sie die Nachricht von seinem Tod meist erst kurz zuvor erfahren hatten, warteten am 14. August 1913, einem Donnerstag, viele Menschen vor dem Zürcher· Hauptbahnhof. Sie geleiteten den Leichenwagen zum Volkshaus, wo der Verstorbene bis zur Bestattung aufgebahrt wurde. Bald häuften sich die Kränze zu einer nie gesehenen Fülle, und während zweieinhalb Tagen zogen rund 50‘000 Personen an der Bahre vorbei. Am Sonntag formierte sich vor dem Haus von Bebels Tochter an der Schönberggasse, gleich neben der Universität, um 14 Uhr der wohl grösste Leichenzug, den Zürich bisher gesehen hatte. 10‘000 bis 15‘000 Personen zogen Richtung Sihlfeld, zuvorderst die Stadtmusik „Konkordia“ und die Kranzträgerinnen und Kranzträger, dahinter der Leichenwagen und eine lange Reihe von Wagen mit Angehörigen und persönlichen Freunden, als nächste zu Fuss Vertreter der Sozialistischen Internationale und des deutschen Reichtstages, der Vorstand der . SPD, die Generalkommission der deutschen Gewerkschaften, die SPD-Reichstagsfraktion, Delegationen aus andern Ländern, schweizerische Politiker, Funktionäre und Parlamentarier der SPS, Vertreter des Stadtrates sowie einige auswärtige Delegationen und am Schluss sozialdemokratische Vereine und die langen Reihen der Gewerkschaften mit ihren Fahnen. Der Vorbeimarsch des Trauerzuges dauerte 43 Minuten, während denen die Glocken der St. Jakobskirche ununterbrochen läuteten. (…).
Der öffentliche Dienst, 19.8.1988.
Personen > Bebel August. Bestattung. OeD, 1988-08-19.
Ganzer Text
06.05.1988 Afrika
Asien
Frauenarbeit
Kinderarbeit
Oeffentlicher Dienst, Der
Personen
Rita Gassmann
Frauenarbeit
Kinderarbeit
Volltext
IBFG-Frauenseminar: Frauen aller Länder diskutierten Probleme der Gewerkschafterinnen. innerhalb der Organisation. Gleichberechtigung auch in der Gewerkschaft. Über 70 Gewerkschafterinnen aus 40 Ländern trafen sich im März 1988 in Albury-Wodonga zu einem Seminar vor Beginn des Weltkongresses des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften (IBFG) in Melbourne (Australien). Frauen aus Afrika, Asien, aus dem pazifischen Raum, aus Lateinamerika, der Karibik, aus Nordamerika, Australien und aus Europa diskutierten drei Tage lang Probleme der erwerbstätigen Frauen sowie die Probleme der Gewerkschafterinnen innerhalb der Gewerkschaftsorganisationen. Farbenfroh waren nicht nur die Teilnehmerinnen, farbig waren auch ihre Voten. Schilderungen über die Stellung der Frauen in den verschiedenen Ländern, über die Situation, in der Frauen und deren Kinde leben oder leben müssen, hinterliessen grosse und zum Teil erschütternde Eindrücke. Unwürdige Arbeitsbedingungen für Frauen – Kinderarbeit. Von unwürdigen Arbeitsbedingungen und miserabler Entlöhnung berichteten die Teilnehmerinnen vor allem aus Entwicklungsländern. So erzählte eine indische Kollegin, dass die Landarbeiterinnen im Monat 250 Rupien verdienen, das sind ungefähr 30 Dollar, also etwas mehr als 40 Franken im Monat. Tabakpflückerinnen erhalten im Monat 10 Dollar „Lohn“, und sie erzählte, dass etwa 20 Millionen Kinder arbeiten. Eine unter arbeitenden Kindern in Indien durchgeführte Untersuchung habe ergeben, dass 24,7 Prozent der Kinder im Alter von sechs bis neun Jahren, 48,4 (…). Rita Gassmann.
Der öffentliche Dienst, 6.5.1988.
Personen > Gassmann Rita. Frauenarbeit. Kongress. OeD, 1988-05-06.
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20.11.1987 Schweiz
Arbeit
Oeffentlicher Dienst, Der
Bernhard Degen
Arbeit
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Die Arbeiter in der Schweiz im 19. Jahrhundert. Unentbehrliches Nachschlagewerk. Vor bald 20 Jahren veröffentlichte Erich Gruner sein umfangreiches Werk über „Die Arbeiter in der Schweiz im 19. Jahrhundert“, in dem er eine Fülle von Informationen zu sozialer Lage und Organisation der schweizerischen Arbeiterschaft vereinigte. Wer allerdings Genaueres über die Zeit nach 1880 - z.B. über die Anfänge der stabilen lokalen und nationalen Gewerkschaften oder der Sozialdemokratischen Partei - wissen will, ist noch immer auf umfangreiche Quellenstudien angewiesen. Dem soll nun abgeholfen werden: Zusammen mit mehreren Doktoranden hat Gruner das dreibändige Werk „Arbeiterschaft und Wirtschaft in der Schweiz 1880-1914“ verfasst. Der erste Band behandelt demographische, wirtschaftliche und soziale Basis und Arbeitsbedingungen, der zweite Gewerkschaften und Arbeitgeber auf dem Arbeitsmarkt - d.h. Streiks usw. - und der dritte Entstehung und frühe Entwicklung der Sozialdemokratie. Im Zürcher Chronos-Verlag ist nun der erste Band erschienen, für den Erich Gruner und Hans-Rudolf Wiedmer zeichnen. Er bietet aufgrund der Volkszählungen zunächst einen Einblick in Bevölkerungsbewegungen. Verstädterung und Wirtschaftsansiedlung. So erfährt man etwa, dass die Schweiz noch in den 1880er Jahren ein Auswanderungsland war, oder dass der Anteil der Frauenarbeit in der Industrie zwischen 1888 und 1910 von 38 auf 33 Prozent zurückging, dass aber in Appenzell-Innerrhoden, (…). Bernhard Degen.
Der öffentliche Dienst, 20.11.1987.
Personen > Degen Bernhard. Arbeit. Nachschlagewerk. OeD, 1987-11-20.
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20.02.1987 Schweiz
Löhne
Oeffentlicher Dienst, Der
SGB

EO Erwerbsersatzordnung
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Kampf um Lohnpromille. (SGB) Ursprünglich sollte sie schon auf das Jahr 1987 in Kraft gesetzt werden: die 5. Revision der Erwerbsersatzordnung (EO). Die Änderungsvorschläge stiessen auf keinerlei Widerstand. Den alleinstehenden Militärdienstleistenden sollten 50 statt nur 35 Prozent ihres vorbezogenen Lohnes ersetzt werden. Den ledigen Rekruten wollte man die gleiche Entschädigung zugute halten und nicht mehr nur ein fixes Taggeld. Auch die Gewerkschaften haben der Lösung zugestimmt. Zwar wären die Mehrleistungen der EO in vielen Fällen gar nicht den Arbeitnehmern zugute gekommen; sie hätten die Arbeitgeber von vertraglich zugesicherten Lohnfortzahlungen entlastet. Zugute gekommen wäre die neue Lösung vor allem den Rekruten, die gerade wegen des Missverhältnisses zwischen Lohnfortzahlungsregelungen und EO-Entschädigungen oft kurz vor der RS keine Stelle mehr finden. Doch es scheint anders zu kommen. Inzwischen hat das Parlament eine Neuregelung bei der Invalidenversicherung beschlossen, die einen geringen Beitragsaufschlag nötig macht. Dadurch aber würde die Gesamtprämie an AHV, IV und EO über die bisherigen 10 Prozent hinauswachsen. Und diese 10 Prozent stilisiert jetzt eine ständerätliche Kommission zur „heiligen Kuh“ hoch. Die 10-Prozent-Hürde soll nicht übersprungen werden. Also wird zurückbuchstabiert: Statt 50 Prozent sollen den Alleinstehenden nur 45 Prozent zugesprochen werden; statt eines echten Lohnausgleichs soll den Rekruten weiterhin ein Einheitssatz zuerkannt werden. (…). Der öffentliche Dienst, 20.2.1987.
Oeffentlicher Dienst, Der > Erwerbsersatzordnung. OeD, 1987-02-20.
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24.10.1986 Biel
Oeffentlicher Dienst, Der
Personen
Stadtrat Biel
VPOD Biel
Thomas Meury
Löhne
Stadtrat Biel
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Reallohnerhöhung in Biel. Affront des Stadtrates. Am vergangenen Donnerstag beriet der Stadtrat (Parlament) von Biel über eine Reallohnerhöhung für das städtische Personal. Zur Erinnerung: Die Personalverbände forderten eine Erhöhung von 3 Prozent und 700 Franken, und der Gemeinderat (Exekutive) schlug dem Parlament 1,5 Prozent und 700 Franken vor. Das Ergebnis der rund zweistündigen Debatte ist für das Personal der Stadt Biel niederschmetternd. Zwar wurde einer Erhöhung der budgetierten Lohnsumme um 2,1 Millionen Franken zugestimmt, was den Kosten der gemeinderätlichen Vorlage entspricht. Doch wurde der Gemeinderat beauftragt, noch in diesem Jahr eine neue Lohnvorlage zu unterbreiten, in welcher auch die Abschaffung der Familienzulage und die Neuschaffung einer Wohnsitzzulage enthalten ist. Mit diesem Entscheid limitiert der Stadtrat die Reallohnerhöhung auf das Ausmass, das vom Gemeinderat vorgesehen war. Der VPOD hatte in seinen Eingaben und bei den Informationen der Presse und der Gemeinderäte bewiesen, dass diese Reallohnerhöhung angesichts der tiefen Löhne in Biel ungenügend ist. Zwar wurde in der Stadtratsdebatte anerkannt, dass die Löhne in Biel niedrig seien, doch auf die Argumente von VPOD und Personalverbänden wurde nicht eingegangen. Offenbar ist man an Verhandlungen mit der Gewerkschaft und den Verbänden des städtischen Personals nicht interessiert. Immer hatten der VPOD und die anderen Personalverbände (…).  Thomas Meury. .
Der öffentliche Dienst, 24.10.1986.
Oeffentlicher Dienst, Der > Stadtrat Biel. Loehne. OeD, 1986-10-24.
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13.06.1986 Schweiz
Nationalrat
Oeffentlicher Dienst, Der
Personen
Streik
Walter Renschler
Nationalrat
Streikrecht
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Argumente von Kollege Walter Renschler im Nationalrat für das Streikrecht. Streiken ist zulässig. Es trifft zu, dass das Streikrecht nicht ausdrücklich in der Verfassung verankert ist. Deshalb ist dieses Anliegen auch Gegenstand der parlamentarischen Initiative. Das Streikrecht kann aber vom Artikel 56 BV abgeleitet werden. Er garantiert die Vereinsfreiheit, die auch die Koalitionsfreiheit miteinschliesst, Zur Koalitionsfreiheit gehört ebenfalls das Recht auf Durchführung von Kollektivmassnahmen. Unter Kollektivmassnahmen zur Verteidigung der Arbeitnehmer-Interessen fällt auch das Streikrecht. Dass das Streikrecht gewährleistet ist, lässt sich auch aus den folgenden drei gesetzlichen Bestimmungen ableiten: Nach OR Artikel 357a, Absatz 2, sind Vertragsparteien verpflichtet, den Arbeitsfrieden zu wahren und sich jeder Kampfmassnahme zu enthalten, soweit es sich um Gegenstände handelt, die im Gesamtarbeitsvertrag geregelt sind. Daraus ist abzuleiten, dass Kampfrnassnahmen inklusive Streik zulässig sind, bei Gegenständen ausserhalb eines GA V, oder wenn kein GAV besteht. Das Bundesgesetz über die eidg. Einigungsstelle zur Beilegung von kollektiven Arbeitsstreitigkeiten verpflichtet in Artikel 6 Arbeitgeber/Arbeitnehmer und ihre Verbände, während des Einigungs- oder Schiedsverfahrens den Arbeitsfrieden zu wahren und sich jeder Kampfmassnahme zu enthalten. Aus dieser Verpflichtung ist ebenfalls der Schluss zu ziehen, dass ein Recht auf Kampfrnassnahmen besteht, sonst müsste es für Einigungs- und Schiedsverfahren nicht wegbedungen werden. Artikel 23 des Beamtengesetzes auferlegt den Bundesbeamten (Art. 62 auch (…).
Der öffentliche Dienst, 13.6.1986.
Personen > Renschler Walter. Streikrecht. Nationalrat. OeD, 1986-06-13.
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22.11.1985 Schweiz
Migros
Oeffentlicher Dienst, Der
Personen
Ferdinand Troxler
Migros
Teuerungsausgleich
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Unverständliche Lohnpolitik der Migros. Die Migros-Leitung liess nicht an ihrem sturen Standpunkt rütteln: Sie weigert sich, ihren Beschäftigten die Teuerung von 3,3 Prozent gemäss September-Index der Konsumentenpreise voll auszugleichen. Die generelle Lohnerhöhung beträgt lediglich 2,5 Prozent, weitere 2 Prozent werden hingegen für individuelle Lohnanpassungen reserviert. Begründung: Es wird konsequent eine Lohnpolitik verfolgt, die der individuellen Leistung mehr Bedeutung beimisst als dem automatischen Teuerungsausgleich. Voller Teuerungsausgleich: Minimalforderung. Dass individuelle Leistung besonders honoriert wird, ist völlig unbestritten. Individuelle Leistung wird jedoch bereits bei der Lohneinreihung berücksichtigt. Und lässt die Leistung einzelner Arbeitnehmer sehr zu wünschen übrig, so besteht immer noch die Möglichkeit der Verwarnung oder im Extremfall der Kündigung. Man kann auch Verständnis dafür haben, dass ein ausserordentlicher Einsatz durch eine entsprechende Gratifikation abgegolten wird. Es besteht also genügend Flexibilität für ein leistungsgerechtes Lohnsystem, ohne am Teuerungsausgleich herum zu laborieren. Dieser bedeutet ja nichts anderes als die Aufrechterhaltung der bisherigen Kaufkraft der Arbeitnehmer. Der volle Teuerungsausgleich ist daher eine gewerkschaftliche Minimalforderung. Darüber lässt sich höchstens dann diskutieren, wenn Unternehmen längere Zeit in der Verlustzone, sind und daher die Weiterexistenz gefährdet ist. Dann kann es auch im Interesse der Arbeitnehmer liegen, vorübergehend „Opfer“ zu bringen, um allenfalls Arbeitsplätze zu retten. (…). Ferdinand Troxler.
Der öffentliche Dienst, 22.11.1985.
Personen > Troxler Ferdinand. Migros. Teuerungsausgleich. OeD, 1985-11-22.
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