Gewerkschaftschronik
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Anzahl gefundene Artikel: 178

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 DatumOrtKapitelPersonenStichworteArtikel
01.04.1987 Schweiz
Bildungsarbeit
Personen
Spanischer Bürgerkrieg
Viktor Moser
Ausstellung
Spanischer Bürgerkrieg
Eine gelungene gewerkschaftliche Aktion. Die Berner Ausstellung „Schweizer im Spanischen Bürgerkrieg“. „Wir haben in der Studienbibliothek für die Geschichte der Arbeiterbewegung eine Ausstellung über „Schweizer im Spanischen Bürgerkrieg“ zusammengestellt. Die solltest du in Bern unbedingt zeigen.“ - Nein, ich habe mir nicht im Traum ausmalen können, was auf uns zukommen würde, als mich der unverwüstliche Zürcher Kollege Theo Pinkus im vergangenen Sommer am Telefon mit dieser Mitteilung „ankickte“. Weder konnte ich mir vorstellen, welch immense Arbeit für eine attraktive Ausstellung nötig ist, noch hätte ich jemals erwartet, dass wir dermassen viele Besucherlinnen ansprechen könnten. Ein Publikumserfolg. Rund 1500 Leute jeglichen Alters haben in Bern die Ausstellung „Schweizer im Spanischen Bürgerkrieg“ besucht, welche von der Schweizerischen Arbeiterbildungszentrale (SABZ) und dem Gewerkschaftsbund der Stadt Bern (GSB) vom 20. bis 29. Januar 1987 durchgeführt worden ist. Sie umfasste neben dem erwähnten Teil der Studienbibliothek 30 spanische Originalplakate aus der Zeit des Bürgerkriegs, welche uns vom Museum für Gestaltung Zürich zur Verfügung gestellt worden waren sowie die persönliche Sammlung des ehemaligen Spanienkämpfers Ernst Stauffer und 40 Fotografien aus dem heutigen Nicaragua. Diese verschiedenen Bestandteile haben wir zu der vermutlich vollständigsten und informativsten Ausstellung zusammengefügt, weIche in der Schweiz über den (…). Viktor Moser.
Bildungsarbeit, 1.4.1987.
Personen > Moser Viktor. Spanischer Buergerkrieg. Ausstellung. Bildungsarbeit, 1987-04-01.
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01.01.1981 Schweiz
Bildungsarbeit
Personen
SABZ
Bruno Muralt
Jugendbewegung
Volltext
Jugendunruhen. Das Ereignis des Jahres 1980. Splitterhafter Rückblick. Für uns Schweizer waren die Unruhen der sogenannten „Bewegung der Unzufriedenem“ zweifellos das Ereignis des Jahres 1980. Es ist dabei mehr in die Brüche gegangen als nur ein paar Dutzend Schaufensterscheiben und Schnapsflaschen. Brüche abbekommen hat auch ein gewisses „Imag“», das wir uns selber und viele Ausländer sich von der Schweiz machen: ein Land, in dem Milch und Honig fliessen, wo das Klima in jeder Beziehung gemässigt ist, die reichsten Banken stehen und es jedermann gut geht. Eine Insel der Glücklichen also. Seit den „Jugendkrawallen“ des verflossenen Jahres dürfte dieses Bild zumindest ein bisschen schief hangen. Und gerade das ist etwas, was wir ordnungsliebenden Schweizer gar nicht mögen: schief hängende Bilder. Die Versuchung, es ruckzuck wieder grad zu rücken, war und bleibt deshalb gross. Aber vielleicht ist hier die Ruck-Zuck-Methode fehl am Platz. Mir scheint jedenfalls, dass gerade dort, wo man sie „energisch durchgreifend“ angewandt hat, der Scherbenhaufen am grössten geworden ist. Wir täten deshalb wohl gut daran, zuerst einmal darüber nachzudenken, weshalb denn ein Teil unserer Jugend von einer offenbar unwiderstehlichen Lust gepackt worden ist, am idyllischen Bild der Schweiz heftig zu rütteln. Dieser Absicht sollen auch die folgenden Zeilen dienen. Es sind nur „Splitter“, im besten Fall Denkanstösse. Die absolut gültige Lösung des Rätsels habe ich nicht anzubieten. Aber viel/eicht, wenn wir (…). Bruno Muralt.
Bildungsarbeit, Nr. 1, 1981.
Personen > Muralt Bruno. Jugendbewegung, Bildungsarbeit, 1981-01-01.
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01.01.1981 Schweiz
Bildungsarbeit
Personen
Peter Bichsel
Bildung
Volltext
Peter Bichsels Plädoyer für Lange Weile. Vielleicht ist Schule etwas viel Einfacheres, etwas weniger Spektakuläres. Wenn lIIich die Abschaffung der Schule postuliert und Freire sagt, dass eine Schule eine Wandtafel brauche und eine Kreide, dann meinen sie vielleicht das: eine Schule, in der man lernt. Was mehr ist, ist Repression, sagt IIlich. Was aber Barbiana wirklich ist, das ist mir erst später aufgefallen, als ich wieder für ein Jahr Schule hielt und mit Barbiana-Ideen experimentierte. Ich übergab nach und nach den Unterricht den Schülern und funktionierte (vor allem in Naturkunde, Geschichte, Geographie) nur noch als Berater, Auskunftsperson und Materialbeschaffer (eine weit anstrengendere Aufgabe als sich selbst vorzubereiten). Die Stunden hielten einzelne Schüler. Sie machten das methodisch furchtbar schlecht. Die Stunden waren für mich peinlich langweilig: reiner Frontalunterricht, reines Dozieren ohne jede Spannung. Ich gab auf, brach den Versuch ab und übernahm die Stunden wieder selbst. Nach einigen Tagen kamen die Schüler und wollten wissen, weshalb sie nun nicht mehr selbst unterrichten dürften, das hätte ihnen sehr gefallen. Ich sagte: „Ich glaube, es war doch sehr langweilig.“ „Nein, wir fanden es sehr gut“, sagten sie. „Warum?“ fragte ich. „Weil, wenn einer von uns da vorn steht, dann sagt er einfach alles, was er zum Beispiel über eine Pflanze weiss, und dann wissen wir das auch.“ „Gut, aber ein bisschen langweilig war das schon“, sagte ich. „Nein, das ist nicht langweilig, wenn man erfährt, (…). Peter Bichsel.
Bildungsarbeit, Nr. 1, 1981.
Personen > Bichsel Peter. Unterricht. Bildungsarbeit, 1981-01-01.
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01.12.1979 Bern
Bildungsarbeit
Gewerkschaftliche Rundschau
Personen
SABZ
Fritz Hug
Bruno Muralt
Ernst Reinhard
Hedi Schaller
Anna Siemsen
Bibliothek
Literatur
Volltext
Weiterbildung

Ein kleines Jubiläum. 50 Jahre „Bildungsarbeit“. Unsere kleine Zeitschrift „Bildungsarbeit“ ist 50 Jahre alt geworden. Streng genommen ist sie zwar ein paar Jahre älter, denn bereits in den Jahren 1919 bis 1926 gab die SABZ unter dem Namen „Sozialistische Bildungsarbeit“ eine eigene Zeitschrift heraus. Mit recht hoch gesteckten Zielen, hoffte man doch, mit ihr Wissen und Information unter die Arbeiterschaft bringen zu können, indem man das achtseitige, in der Regel jeden Monat einmal erscheinende Blatt der Arbeiterillustrierten „Der Aufstieg» beilegte. Wenn wir in ihren ersten Ausgaben blättern, so staunen wir ob dem guten Willen und dem Idealismus ihrer Herausgeber. Der eben zu Ende gegangene Weltkrieg und der Generalstreik vom November 1918 hatten die Arbeiterschaft hart erschüttert. Ihre Organisationen mussten bei uns in der Schweiz wie auch in den umliegenden Ländern gestärkt und zum Teil neu aufgebaut werden. Den führenden Kadern war dabei klar geworden, welch wichtige Rolle in diesem Aufbau der Bewusstseinsbildung innerhalb der Arbeiterschaft zukam. (...). Hedi Schaller.

Bildungsarbeit. Mitteilungsblatt der Schweizerischen Arbeiterbildungszentrale. 50. Jg., Nr. 6/1979.
SABZ > Bildungsarbeit. 1919.doc.

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01.12.1979 Bern
Bildungsarbeit
Gewerkschaftliche Rundschau
Personen
Sozialistische Bildungsarbeit
Georges Duhamel
Robert Grimm
Konrad Ilg
Kurt Pahlen
Otto Volkart
Bibliothek
Jubiläum
Literatur
Volltext
Weiterbildung

Ein kleines Jubiläum. 50 Jahre „Bildungsarbeit“. Unsere kleine Zeitschrift „Bildungsarbeit“ ist 50 Jahre alt geworden. Streng genommen ist sie zwar ein paar Jahre älter, denn bereits in den Jahren 1919 bis 1926 gab die SABZ unter dem Namen „Sozialistische Bildungsarbeit“ eine eigene Zeitschrift heraus. Mit recht hoch gesteckten Zielen, hoffte man doch, mit ihr Wissen und Information unter die Arbeiterschaft bringen zu können, indem man das achtseitige, in der Regel jeden Monat einmal erscheinende Blatt der Arbeiterillustrierten „Der Aufstieg» beilegte. Wenn wir in ihren ersten Ausgaben blättern, so staunen wir ob dem guten Willen und dem Idealismus ihrer Herausgeber. Der eben zu Ende gegangene Weltkrieg und der Generalstreik vom November 1918 hatten die Arbeiterschaft hart erschüttert. Ihre Organisationen mussten bei uns in der Schweiz wie auch in den umliegenden Ländern gestärkt und zum Teil neu aufgebaut werden. Den führenden Kadern war dabei klar geworden, welch wichtige Rolle in diesem Aufbau der Bewusstseinsbildung innerhalb der Arbeiterschaft zukam. (...). Hedi Schaller.

Bildungsarbeit. Mitteilungsblatt der Schweizerischen Arbeiterbildungszentrale. 50. Jg., Nr. 6/1979.
SABZ > Bildungsarbeit. 1919.doc.

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01.12.1979 Bern
Bildungsarbeit
Personen
SABZ
SGB
Viktor Moser
Berufsbildung
Lehrlingswesen
Mindestlöhne
Volltext

„Lehrlingsfreunde“ lassen ihre Masken fallen. Vor ziemlich genau einem halben Jahr ging der vorläufig letzte Akt im Trauerspiel zur Reform des Berufsbildungsgesetzes über die Bühne. Wir erinnern uns: Im April 1979 veröffentlichte das Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit (BIGA) den Verordnungsentwurf zum Berufsbildungsgesetz - ein „Meisterstück“ an kleinlicher und lehrlingsfeindlicher Auslegung der einzelnen Bestimmungen. Bereits im Vorfeld zu dieser „Schlussrunde“ fand ein für schweizerische Verhältnisse ungewohnt harter Schlagabtausch zwischen dem BIGA und dem Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) statt. Nachdem nämlich der Vorsteher der „Abteilung Berufsbildung des BIGA“, Dr. Rudolf Natsch, den Verordnungsentwurf vorgestellt hatte, reagierte der SGB postwendend mit harter Kritik. Dabei muss er vermutlich einen empfindlichen Nerv des hohen Bundesbeamten getroffen haben. Dieser (nicht der Nerv, sondern der Bundesbeamte Dr. Rudolf Natsch) ritt jedenfalls in einem Brief an den Gewerkschaftsbund sowie in diversen Tageszeitungen eine geharnischte persönliche Attake gegen den Unterzeichner des vorliegenden Artikels. (...). Viktor Moser.

Bildungsarbeit. Mitteilungsblatt der Schweizerischen Arbeiterbildungszentrale. 50. Jg., Nr. 6/1979,
Personen > Moser Viktor. Berufsbildung. 1979.doc.

Moser Viktor. Berufsbildung. 1979.pdf

01.10.1978 Schweiz
Bildungsarbeit
Personen
SABZ
Viktor Moser
Ernst Müller
Arbeiterbildung
Arbeiterschule
Volltext
Ernst Müller, gest. Ernst Müller ist mitten aus seiner unermüdlichen und immensen Tätigkeit gerissen worden; dort, wo das Zentrum seines Wirkens - gleichsam seine zweite Heimat - war. Als mich die traurige Nachricht erreichte, war ich zuerst völlig perplex. Ernst Müller tot - der vitale, im wahrsten Sinne des Wortes jugendliche, der Vollblutgewerkschafter, welcher seinen ganzen Elan in den Dienst unserer Bewegung gestellt hat. Ich konnte es während einiger Zeit kaum fassen. Erst allmählich wurde mir immer deutlicher bewusst, wen wir - die gesamte Gewerkschaftsbewegung - mit ihm verloren haben, oder anders gesagt: wieviel er uns gegeben hat. Ernst Müller war einer der bedeutendsten und profiliertesten Kämpfer für die Schulung der Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter. Bereits 1965, als bei uns die Arbeiterbildung noch kleiner als heute geschrieben wurde, vereinheitlichte er die einzelnen Kurse innerhalb seines Verbandes zu einem systematischen Lehrgang. Bald einmal zeigte sich, wie wichtig dieser Schritt war; gerade im heterogen zusammengesetzten Schweizerischen Eisenbahner-Verband. Seine Kurse waren stets ein unvergessliches Gemeinschaftserlebnis, denn ihm als Leiter war es ein Hauptanliegen, den menschlichen Kontakt unter den verschiedenen Teilnehmern zu fördern. (…). Viktor Moser.
Bildungsarbeit, Nr. 5, 1978.
Personen > Müller Ernst. Arbeiterschule. Bildungsarbeit, Nr. 5, 1978.
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01.09.1976 Schweiz
Bildungsarbeit
Emigranten
Personen
Viktor Moser
Berufsbildung
Emigranten
Volltext
Ausländer in der Schweiz: Verstärkter Wettlauf im Kampf gegen den Bildungsrückstand. Auch der hinterletzte (Zweck)-Optimist sollte nun eigentlich gemerkt haben, dass die nach wie vor andauernde Wirtschaftskrise mehr als ein unbedeutender Schönheitsfehler ist. Gewiss, die Arbeitslosenzahlen sind rückläufig, und allerorts rechnet man mit einem zaghaften Konjunkturaufschwung. Beim genaueren Hinsehen fällt indessen auf, dass einige Industriezweige und Regionen noch längst nicht „über'm Berg“ sind... sofern sie den „Gipfel“ überhaupt jemals wieder erreichen werden. Zweifellos erfordert die angespannte Wirtschaftslage weiterhin verstärkte Bildungsbestrebungen ; wir denken dabei etwa an eine möglichst sinnvolle berufliche Weiterbildung oder an gewerkschaftliche Aufklärungsarbeit. Dies gilt für Arbeitnehmer jeglichen Alters, ganz besonders aber für die ausländischen Erwerbstätigen in unserem Lande, welche meist sehr mangelhaft ausgebildet sind. So besitzen 75 Prozent der Italiener keinen Abschluss der Pflichtschule. Durch den enormen Bildungsrückstand sind sie denn auch gleich doppelt benachteiligt. Zum einen nämlich werden sie als erste arbeitslos, und überdies können sie sich nach der zwangsweisen Rückkehr in ihr Herkunftsland nur minime Berufschancen ausrechnen. Zwar wäre der italienische Staat nach eigener Gesetzgebung verpflichtet, die Weiterbildung der Emigranten nach Kräften zu fördern, doch oftmals lassen die Unterstützungsleistungen von Rom zu wünschen übrig. Aus diesem Grunde (…). Viktor Moser.
Bildungsarbeit, Nr. 5, 1976.
Personen > Moser Viktor. Berufsbildung. Ausländer. Bildungsarbeit, Nr. 5, 1976.
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01.09.1976 Schweiz
Bildungsarbeit
Personen
Ursula Lehr
Alter
Volltext
Weiterbildung
Im Alter lernt man anders. Nur wer seine geistigen Fähigkeiten ständig trainiert, bleibt mobil. Zum Geleit. Es wird viel über die körperliche „fitness“ bis ins hohe Alter geschrieben und gesprochen. Es mehren sich auch die sportlichen Veranstaltungen, Kurse usw., die speziell für ältere Leute konzipiert sind. Das ist sicher zu begrüssen und mag vielen älteren Menschen mit dazu verhelfen, im Alter nicht bloss zu vegetieren, sondern ein immer noch lebenswertes Leben zu führen. Die Altersforschung (Gerontologie) hat aber auch aufgezeigt, dass zwischen der geistigen Lebendigkeit und der körperlichen Gesundheit und Rüstigkeit ein enger Zusammenhang besteht. Dass zum Beispiel Universitätsprofessoren, Wissenschafter und Forscher aller Art meistens ein überdurchschnittlich hohes Alter erreichen, ist kein Zufall, sondern hat unter anderem bestimmt auch damit zu tun, dass die Angehörigen dieser Berufe bis ins hohe Alter „neugierig“ und damit geistig aktiv bleiben. Das wirkt sich auf das zentrale Nervensystem und damit den gesamten Organismus belebend aus. Kurz, geistiges Training ist für die Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden der älteren Menschen wichtig. Abgesehen davon macht es ihnen geistige Mobilität auch leichter, Veränderungen in ihrer Umwelt zu verkraften und zu begreifen. Weil das so ist, sollte sich auch die Erwachsenenbildung vermehrt der älteren Menschen annehmen. Dabei ist allerdings auf gewisse spezifische Gegebenheiten Rücksicht zu nehmen. Besonders zu dieser Problematik äussert sich Ursula Lehr, Direktorin des Pädagogischen (…). 
Bildungsarbeit, Nr. 5, 1976.
Personen > Lehr Ursula. Alter. Weiterbildung. Bildungsarbeit, Nr. 5, 1976.
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01.09.1976 Genf
Bildungsarbeit
Personen
Université Ouvrière
Bruno Muralt
Ausstellung
Université ouvrière
Volltext
Université Ouvrière Genf - „Ouvrart 76“. Unter dem Titel „Ouvrart 76“ haben unsere Kollegen von der Université Ouvrière (Arbeiter-Universität) in Genf vom 30. April bis 7. Mai künstlerische Werke ausgestellt, die Arbeiter in ihrer Freizeit geschaffen haben. Die Arbeiten wurden unter den folgenden Kategorien präsentiert: Malerei, Skulptur (Stein, Holz, Metall usw.), Photographie, praktische Handwerksarbeiten, dekoratives Handwerk, diverse künstlerische oder kunsthandwerkliche Kreationen. Der Ausschreibung war ein voller Erfolg beschieden. Ein Auswahlkomitee konnte nach getaner Arbeit die Werke von 152 Freizeitkünstlern und -handwerkern zur Ausstellung freigeben. Man hatte mit etwa 50 Ausstellern gerechnet, tatsächlich haben sich dann über 250 eingeschrieben! Ein Beweis dafür, dass lange nicht alle Arbeiter nur passive „Freizeit-Konsumenten“ sind und das Bedürfnis, schöpferisch tätig zu sein, unter den Werktätigen weit verbreitet ist. Dabei hatten die Aussteller erst noch eine kleine Einschreibegebühr zu entrichten. Kurz, ob der Fülle der eingereichten Arbeiten war das Ausstellungskomitee gegen seinen Willen gezwungen, viele Arbeiten auszusieben und als Ort der Ausstellung das bekannte „Palais des Expositions“ zu wählen. Hervorzuheben ist noch, dass die besten Arbeiten mit Preisen in bar und Waren-Gutscheinen ausgezeichnet wurden. Unter den Ausstellern findet man alle erdenklichen Berufe: Hausfrauen, Maler, Magaziner, Maurer, Mechaniker, Krankenschwestern, Büroangestellte, Trämler, Pöstler, Uhrmacher, Typographen, (…). Bruno Muralt.
Bildungsarbeit, Nr. 5, 1976.
Bildungsarbeit > Université Ouvrière Genf. Ausstellung. Bildungsarbeit, Nr. 5, 1976.
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01.09.1976 Schweiz
Bildungsarbeit
Personen
SRF
Bruno Muralt
Hofer-Club
SRF
Volltext
Nach dem Eigen-Goal des „Hofer-Clubs“. Mit einer eindeutigen Mehrheit hat die übliche Minderheit der Schweizer, die ihr Stimmrecht benützen, den Verfassungsartikel über Radio und Fernsehen bachab geschickt. Nur vier Kantone haben ihn knapp angenommen: Broger-Appenzell, Freiburg, Tessin und Wallis. Dieses Resultat hat manche Leute erstaunt, denn schliesslich hatten sämtliche bürgerlichen Parteien, Vereinigungen und Wirtschaftsverbände den Bürgern ans Herz gelegt, ein „überzeugtes“ Ja in die Urne zu legen. Bedenkt man zudem, dass die Gegner des Artikels praktisch über keine Propaganda-Mittel verfügten, kann der Ausgang dieser Volksabstimmung tatsächlich erstaunen. Mindestens auf den ersten Blick. Verfolgt man indessen den Werdegang dieses Medienartikels, ist leicht zu erkennen, dass seine Gegner" einen „unbezahlbaren“ Bundesgenossen hatten: die Dummheit der eifrigsten Befürworter. Denn darüber kann kein Zweifel bestehen: Die Totengräber dieses Verfassungsartikels muss man in den Reihen der «Schweizerischen Radio- und Fernsehvereinigung» (SRFV) suchen. Unter der geistigen Führung von Nationalrat Walther Hofer (SVP) hat dieser „Club“ von erzkonservativen Besitzbürgern und ihren Dienern in den letzten Jahren so masslose Angriffe gegen das angeblich von „Linksextremisten“ unterwanderte Fernsehen gerichtet, dass schliesslich auch dem letzten einigermassen wachen Bürger die Augen aufgehen mussten. Dieser Bürger merkte ganz einfach, dass es dem „Hofer-Club“ weniger (…). Bruno Muralt.
Bildungsarbeit, Nr. 6, 1976.
Personen > Muralt Bruno. Hofer-Club. Fernsehen. Bildungsarbeit, Nr. 6, 1976.
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01.07.1976 Schweiz
Bildungsarbeit

Alter
Volltext
Aelter werden - Probleme und Chancen. Die „älteren“ Mitarbeiter und Manager sind in den letzten Jahren immer jünger geworden: in vielen Berufen werden bereits 45jährige beiseitegeschoben oder wegrationalisiert. Wenn dazu den Jüngeren bessere Berufsaussichten, grössere Freiheiten und höherer Verdienst winken, kann Tatsache werden, was bisher nur als unbewiesener Vorwurf bestand: Sinkende Leistung infolge abnehmender Motivation, Verbitterung und Existenzangst. In den nächsten Jahren wird aber die Zahl der Arbeitnehmer in der Altersgruppe der 45- bis 65jährigen relativ immer mehr zunehmen, und wir müssen uns entsprechend einstellen. Sinnvoll einsetzen – fördern. Die Karriereplanung sollte auch auf die älteren Mitarbeiter und Führungskräfte Rücksicht nehmen: Herausholen aus routinemässiger Erstarrung durch Zuweisung neuer beziehungsweise erweiterter Arbeitsbereiche. Schrittweises Reduzieren der Arbeitskapazität gegen die Altersgrenze hin: Kürzere Arbeitszeit, zusätzliche Urlaubs- und Ferientage, Zuweisung von stressarmer Tätigkeit (aber nicht „Abstellqleis“). Vermehrter Einsatz in beratenden Funktionen sowie Einweisung am Arbeitsplatz. Die „Älteren“ dürfen ihrerseits nicht in Resignation verfallen, sondern müssen ihre Kenntnisse durch permanente Weiterbildung a jour halten: Berufliche Erfahrung, menschliche Reife und Berufskenntnisse zusammen fallen stets ins Gewicht. Besser schützen! Im Zusammenhang mit Gesamtarbeitsverträgen und Betriebsvereinbarungen wird (…). Dr. W. Hürlimann.
Bildungsarbeit, Nr. 4, 1976.
Bildungsarbeit > Alter. Bildungsarbeit. Nr. 4, 1976.
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01.03.1976 Schweiz
Bildungsarbeit
Personen
Bruno Muralt
Mitbestimmung
Volltext
Mitbestimmung. Wen wundert's? Die meisten Unternehmer lehnen die Mitbestimmungsinitiative der Gewerkschaften und damit die Demokratisierung der Wirtschaft ab. Wen wundert's? Haben nicht einst die Könige von Gottesgnaden, die Fürsten, Grafen und gnädigen Herren aller Schattierungen das allgemeine Stimmrecht und damit die politische Demokratie auch abgelehnt? Und haben die gnädigen Herrschaften nicht auch schon damals den Untergang der menschlichen Gesellschaft prophezeit, für den Fall, dass dem „gemeinen Plebs“ ein politisches Mitbestimmungsrecht eingeräumt werde? Genau so, wie ihn die Unternehmer heute prophezeien, für den Fall, dass „ihren“ Arbeitern und Angestellten ein Mitbestimmungsrecht am Arbeitsplatz und in der Wirtschaft zugesichert werde. Was ist dann damals wirklich passiert? Genau das Gegenteil. Ausgerechnet jene Länder, in denen die politische Demokratie verwirklicht wurde, erlebten einen geradezu phantastischen Aufschwung und erwarben sich eine wissenschaftliche und technische Überlegenheit über den Rest der Welt. Weshalb? Zweifellos nicht zuletzt, weil Freiheit und Demokratie es unzähligen Menschen aus dem Schosse des Volkes endlich möglich machten, ihre Tatkraft und ihre Ideen zu entfalten. Zurückgeblieben aber sind jene Länder, wo politische Diktatur und geistige Unfreiheit die schöpferische Phantasie der Menschen erstickten. Sie kämpfen heute noch um den Anschluss an die neue Zeit. Macht der Wirtschaft, Ohnmacht der Politik. (…). Bruno Muralt.
Bildungsarbeit, Nr. 2, 1976.
Personen > Muralt Bruno. Mitbestimmung. Bildungsarbeit, Nr. 2, 1976.
Ganzer Text
01.03.1976 Schweiz
Bildungsarbeit

Arbeiterliteratur
Volltext
Werkstatt schreibender Arbeiter
Die Arbeiterliteratur verdient mehr Beachtung. Die Arbeiterdichtung ist die Schwester der Arbeiterbewegung, sie ist zugleich mit ihr entstanden, und sie hat sie jahrzehntelang begleitet. Diese Dichtung beflügelte die politischen Aktionen. Die Gedichte, Erzählungen, Romane der Arbeiterdichter sind eine Art Tagebuch der Arbeiterbewegung. Die Texte aus der Anfangszeit haben heute den Rang sozialer Dokumente. Arbeiterdichtung war von jeher als ein Beitrag zur Bewusstseinsbildung zu verstehen, sie war Teil der Aufklärung der arbeitenden Bevölkerung. So haben sich die meisten der Autoren verstanden. Sie wollten mit der Kraft ihres Wortes, ihrer Anklage, ihres Appells, einen Beitrag zur Veränderung der Gesellschaft, zur Befreiung der arbeitenden Menschen leisten. Auch die meisten der heute schreibenden Arbeiterschriftsteller sehen darin ihre Aufgabe. Wie schade, dass die Arbeiterbewegung dieses Angebot nur so zögernd annimmt. Leider hat diese Literatur weder in der Partei- noch Gewerkschaftspresse und in der Erwachsenenbildung den ihr zukommenden Platz. Das sollte künftig anders werden. Diese Literatur gilt es ernst zu nehmen. Die Welt, in der wir leben. Es gibt Kunst sehr unterschiedlicher Qualität. Es gibt Kunst, die ablenkt von der Realität des Lebens, die in Traumwelten entführt, und es gibt Kunst, die die Realität des Lebens mit beiden Fäusten ergreift und vor das Publikum hinstellt. Kunst und Literatur vermögen nicht allein der Zerstreuung zu dienen - sie können auch zur Sammlung beitragen, sie können Menschen (…). Walter Köpping. 
Bildungsarbeit, Nr. 2, 1976.
Bildungsarbeit > Arbeiterliteratur. Bildungsarbeit, Nr. 2, 1976.
Ganzer Text
01.03.1976 Schweiz
Bildungsarbeit

Sprache
Volltext
Oft ereifern sich die Leute über Begriffe, von denen sie nichts verstehen. Darüber schreibt Ludwig Rosenberg, der frühere Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, in der „Welt der Arbeit“, Köln. Natürlich dachte Kollege Rosenberg bei der Niederschrift seiner oft ironisch-sarkastischen Betrachtungen an seine Erfahrungen in der Bundesrepublik. Aber ist es bei uns wesentlich anders? Unsere Leser mögen selber urteilen. Redaktion „Bildungsarbeit“. Es wimmelt nur so von Reizworten, die in der Öffentlichkeit - kaum dass man sie ausspricht - sofort leidenschaftliche Diskussionen auslösen. Man kann damit direkt sein Spiel treiben. Sagen Sie einmal in einer Gesellschaft das Wort „Sozialismus“ - und sofort wird sich die Mehrzahl der Besitzbürger aufgeregt um Sie scharen, um Ihnen klarzumachen, dass dies das grösste Unglück für die Menschheit bedeutet. Werfen Sie einmal- so ganz nebenbei - das Wort „Profit“ ins Gespräch. Und sofort wird eine Gruppe angeblich „Linker“ in Hassgesänge ausbrechen. Was halten Sie von „Planung“? Na, was dann geschieht, wissen Sie ganz genau. Oder wie wär's mit „Wettbewerb“, „Marktwirtschaft“, „Mitbestimmung“ oder etwa gar „Marxismus“? Alle reden von diesen Begriffen. (…). Ludwig Rosenberg-
Bildungsarbeit, Nr. 2, 1976.
Bildungsarbeit > Sprachverwirrung. Bildungsarbeit, Nr. 2, 1976.
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01.03.1976 Burgdorf
Arbeiterbewegung
Bildungsarbeit
Personen
Arnold Kramer
Hedi Schaller
Nachruf
Volltext
Arnold Kramer gest. Kurz vor Weihnachten hat uns die traurige Nachricht vom Tode unseres Kollegen Arnold Kramer aus Burgdorf erreicht. Die regelmässigen Besucher der SABZ-Bibliothekarkurse werden ob dieser Botschaft ebenso erschüttert sein wie wir, denn es gab kaum eine Bibliothekarentagung, an welcher Arnold Kramer nicht teilgenommen hat. Ich weiss nicht genau, wie manches Jahr Arnold Kramer das Amt eines Arbeiterbibliothekars ausgeübt hat. Es dürften aber über 30 Jahre sein, denn in seinen jüngeren Jahren wirkte er bereits in Ostermundigen mit und übernahm mit seiner Übersiedlung nach Burgdorf die Leitung der dortigen Arbeiterbibliothek. Unzählige Stunden sind es, die er allein oder mit Helfern dem Buch und seiner Verbreitung gewidmet hat, sei es in der Ausleihe, oder, was seine Leser ja kaum sahen, die freien Abende und seit seiner Pensionierung die vielen Tage, die er mit den verschiedensten Arbeiten in der Bibliothek verbrachte. Er hat es in seiner zähen Berner Beharrlichkeit auch fertiggebracht, immer wieder Geld für „seine“ Bibliothek zum Fliessen zu bringen. Als die Stadt den total verfaulten Holzboden Im Bibliothekraum durch einen Betonunterlagsboden ersetzen liess, galt es, die rund 3000 Bücher zu zügeln, die Regale ab- und wieder aufzumontieren und, um Geld zu sparen, die Wände selber zu streichen. Als die Bibliothek wieder hätte eröffnet werden können, richtete im Sommer 1975 das Hochwasser grosse Schäden an den Büchern an, die zu beheben es wiederum eines grossen Einsatzes bedurfte. Im Oktober 1975 (…). Hedi Schaller.
Bildungsarbeit, Nr. 2, 1976.
Personen > Kramer Arnold. Nachruf Hedi Schaller. Bildungsarbeit, Nr. 2,1976.
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01.03.1976 Ruanda
Analfabetismus
Bildungsarbeit

Analfabetismus
Volltext
Recht auf Bildung - eine leere Floskel? „Jeder Mensch hat das Recht auf Bildung... Die Ausbildung soll die volle Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit und die Stärkung der Achtung der Menschenrechte und Grundfreiheiten zum Ziele haben...“ Soweit Artikel 26 der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“, welche 1948 in San Francisco, gleichsam als Grundsatzprogramm der UNO, angenommen wurde. Ist heute - bald 30 Jahre danach - diese bitter notwendige Forderung weltweit verwirklicht? Dazu eine kurze Übersicht: (…).
Bildungsarbeit, Nr. 2, 1976.
Bildungsarbeit > Analfabetismus. Bildungsarbeit, Nr. 2, 1976.
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01.03.1976 Deutschland
Bildungsarbeit
Frauen

Fernsehen
Frauen
Volltext
Die Frau am deutschen Bildschirm: stumm, sexy, nebensächlich. Katharina Focke, Bundesministerin in der BRD, liess das Bild der Frau im deutschen Fernsehen wissenschaftlich untersuchen. Das Ergebnis der 300-Seiten-Studie in einigen Sätzen zusammengefasst: 1. Die Frauen sind unterrepräsentiert. Nur knapp 25 Prozent aller Sendungen mit Spielhandlung weisen eine ausgeglichene Rollenverteilung vor. Die Männer dominieren eindeutig, und sie haben auch das Sagen. 2. Die Frauen dienen meistens als nebensächliche, aber hübsche Dekoration. Sie sind schön, weiblich, attraktiv, aber in erster Linie stumm. Man lässt sie tanzen, trällern, Augen und Hinterteil rotieren. Nur 23 Prozent wirken als Moderatorinnen, 15 Prozent Autorinnen, 14,3 Prozent Reporterinnen, 3 Prozent Politikerinnen usw. 3. Das TV-Frauenbild steht auch im Gegensatz zur Wirklichkeit. Beispiel: (…).
Bildungsarbeit, Nr. 2, 1976.
Bildungsarbeit > Frauen. Fernsehen. Bildungsarbeit, Nr. 2, 1976.
Ganzer Text
01.03.1976 Schweiz
Bildungsarbeit
Personen
SABZ
Bruno Muralt
Kurse
SABZ
Volltext
Kampf mit „müden Kriegern“. Mein Pech, dass ich erst am Nachmittag „drankam“. Punkt 15 Uhr, hatte mir der Kollege Sekretär gesagt. Aber als ich im Wirtshaussaal eintraf, sassen die 40 Kolleginnen und Kollegen noch beim Dessert und warteten auf den Kaffee. „Wir haben am Morgen etwas überzogen“, entschuldigte sich der Tagespräsident. Dafür gab es dann ein währschaftes, „klassisches“, das heisst schweres Wirtshausessen und Wein dazu und „Kaffee fertig“. Leider war der Service etwas „Iamaschig“, und so lag denn auch keine Verdauungspause mehr drin. Mit gut 20 Minuten Verspätung auf den Kursplan konnte ich mein Referat vom Stapel lassen. Genauer: ich musste. Denn eigentlich hatte ich gar kein Referat halten wollen. Mit dem Sekretär hatte ich zum voraus abgemacht, dass wir die Teilnehmer in vier Diskussionsgruppen aufteilen würden. Zu diesem Zweck hatte ich Fragebogen vorbereitet - aber kein Referat. Jede Gruppe sollte, nach gründlicher Diskussion, anschliessend im Plenum über ihre Ergebnisse rapportieren. Diesen Gruppenrapporten hätte dann eine abschliessende Plenumsdiskussion über die wichtigsten Argumente und Ansichten folgen sollen. Hätte. Jetzt aber stellte sich heraus, dass das nicht möglich war. Einmal, weil die Zeit knapp geworden war und zum andern, weil die für die Gruppenarbeit nötigen Lokale nicht existierten. Zu allem Überfluss herrschte auch noch subtropische Schwüle im Saal. Mir wurde heiss, und die Kolleginnen und Kollegen „dauerten“ mich. (…). Bruno Muralt.
Bildungsarbeit, Nr. 2, 1976.
Personen > Muralt Bruno. Kurse. Bildungsarbeit, Nr. 2, 1976.
Ganzer Text
01.01.1976 Schweiz
Bildungsarbeit
Personen
Jakob Bührer
Bruno Muralt
Nachruf
Volltext
Jakob Bührer gest. Die Arbeiterbewegung hat einen Freund verloren. Am vorletzten November-Wochenende ist der Schriftsteller Jakob Bührer in Verscio (Tessin) gestorben. „Als wär's ein Stück von mir“ - so habe ich seinen Tod empfunden. Dabei habe ich ihn nie persönlich gekannt oder gesehen und ausser einigen Briefzeilen hatte ich auch sonst keinen Kontakt mit ihm. Aber mit 18 Jahren hatte ich seine Roman-Trilogie „Im roten Feld“ gelesen. Sie zählt zu jenen Werken, die mich geformt haben. „Im roten Feld“ - das mich für viele langweilige Geschichtsstunden in der Schule so reich entschädigt hat, lehrte mich Bührer das Entstehen und Werden der neuen Schweiz nach der Französischen Revolution begreifen. Zum erstenmal erlebte ich Geschichte, lernte erkennen, wie soziale und wirtschaftliche Verhältnisse und Entwicklungen den Lauf der Dinge beeinflussen. Es war wie eine Offenbarung für mich. Hätte Jakob Bührer nur dieses eine Werk geschrieben, er würde es verdienen, als einer der besonders Verdienstvollen in unsere Literaturgeschichte einzugehen. Es hat zwar Kritiker gegeben, die an ihm bemängelten, dass er pedantisch-„Iehrhaft“ schreibe und darunter die künstlerische Gestaltung leide, dass er mehr belehre als entzücke. Wohlan, gibt es denn eine edlere Aufgabe für einen Schriftsteller als die, seine Leser zu belehren und aufzuklären? (…). Bruno Muralt.
Bildungsarbeit, Nr. 1, 1976.
Personen > Bührer Jakob. Nachruf Bruno Muralt. Bildungsarbeit, Nr.1, 1976.
Ganzer Text
01.01.1976 Schweiz
Bildungsarbeit
Personen
Willi Ritschard
Arbeiterbildung
Volltext
Bundesrat Willi Ritschard: „Bildung stärkt das Selbstvertrauen“. In seiner Rede am Basler Gewerkschaftskongress kam Bundesrat Willi Ritschard u.a. auch auf die Arbeiterbildung und ihre Bedeutung zu sprechen. Da er aus eigenem Erleben reden kann, ist sein Geständnis, das Wissen auch heute noch zu brauchen, das er in den Bildungskursen und in der Arbeiterschule erworben hat, kein leeres Lippenbekenntnis. Seine Ermahnung an die Delegierten, die Bildung und Weiterbildung der gewerkschaftlichen Vertrauensleute ernst zu nehmen, dürfte auch unsere Leser interessieren. Wir drucken daher diesen Ausschnitt aus seiner Rede hier vollinhaltlich ab. Redaktion „Bildungsarbeit.“ „Ich stosse hier- und nicht allein, weil ich Präsident der „Stiftung Arbeiterschule“ geworden bin - auf das Problem der Bildung. In das Zentrum unseres Ringens nach Gemeinschaft und auf der Suche nach dem «Wir-Gefühl» müssen wir ganz offensichtlich viel stärker auch die Bildungsfrage stellen. Ich habe schon meinen Kollegen von der GBH in Lugano gesagt, und ich will es hier wiederholen, dass ich auf weiten Stücken von der gewerkschaftlichen und politischen Bildungsarbeit geformt worden bin. (…). Willi Ritschard.
Bildungsarbeit, Nr. 1, 1976.
Personen > Ritschard Willi. Arbeiterbildung. Bildungsarbeit, Nr. 1, 1976.
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01.01.1976 Schweiz
Bildungsarbeit
Personen
Spanischer Bürgerkrieg
Bruno Muralt
Fernsehen
Spanischer Bürgerkrieg
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Zensur
Zensur am Bildschirm. Sind wir ein Volk von „Griessbreifressern“? Am 11. Dezember hat das Deutschschweizer Fernsehen den Film „Schweizer im Spanischen Bürgerkrieg“ von Richard Dindo ausgestrahlt. Nachdem Dindos Film bereits 1973 entstanden war und inzwischen Franco, der Diktator und Würger des spanischen Volkes, mit der Absolution des Papstes, endlich gestorben war, bedurfte es dazu keines besonderen Mutes mehr. Trotzdem durfte das Schweizer Fernsehvolk nicht den ganzen Film sehen. Offensichtlich aus innenpolitischen Gründen, und nach langen, peniblen Verhandlungen mit Filmautor Dindo glaubten sich die für unser TV-Programm Verantwortlichen verpflichtet, eine Sequenz von rund zwei Minuten zu unterschlagen. Diese Sequenz hat mit dem Spanischen Bürgerkrieg an sich nichts zu tun. Am Schluss seines Streifens, der zu einem grossen Teil aus Interviews mit den Schweizer Spanienkämpfern besteht, hatte Dindo die alten Kämpfer gefragt, was sie heute von der Demokratie hielten. Eine, wie uns scheint, durchaus berechtigte Frage. Die alten Männer und Frauen haben sie denn auch beantwortet, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Sie sagten einfach, was sie dachten, in Formulierungen, die vielleicht nicht besonders geschliffen, aber doch recht verständlich sind. (Offenbar haben die guten Leute trotz vielen bösen Erfahrungen noch nicht gelernt, ihre Sprache so fernsehgerecht „auszuwiegen“, dass keine Ecken und Kanten mehr übrigbleiben!) Hier einige der „schlimmen“ Sätze, die das Schweizer dürfen: (…). Bruno Muralt.
Bildungsarbeit, Nr. 1, 1976.
Personen > Muralt Bruno. Zensur. Fernsehen. Bildungsarbeit, Nr. 1, 1976.
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01.01.1976 Schweiz
Bildungsarbeit
Personen
Spanischer Bürgerkrieg
Richard Dindo
Fernsehen
Spanischer Bürgerkrieg
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Zensur
Ein historischer Film wird hochaktuell: „Schweizer im Spanischen Bürgerkrieg“. Zusammen mit Freiwilligen aus vielen andern Ländern kämpften im Spanischen Bürgerkrieg auch rund 600 Schweizer Männer und Frauen auf der Seite der spanischen Freiheitskämpfer. Der Schweizer Filmschaffende Richard Dindo hat eine Anzahl dieser heute noch unter uns lebenden ehemaligen Spanienkämpfer aufgesucht und mit ihnen und ihren Erinnerungen einen Film gemacht. Durch die jüngsten Ereignisse in Spanien hat sein Film einen hochaktuellen Wert bekommen. Der Spanische Bürgerkrieg in den Jahren 1936 bis 1939 war für die europäische Arbeiterbewegung eine der letzten Gelegenheiten zum Widerstand gegen den Amoklauf des Faschismus, der geradewegs in den Zweiten Weltkrieg führte. So wie damals blicken die Freunde der Freiheit auch heute wieder mit bangen Gefühlen auf das Geschehen in Spanien. Wird es den freiheitlich gesinnten Spaniern gelingen, ihr Land endlich aus dem Joch der Diktatur zu befreien? Richard Dlndos Film blendet in die Jahre unmittelbar vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges zurück, Es ist kein Kriegsfilm, sondern ein Film, der unmissverständlich klarmacht, warum in Spanien der Bürgerkrieg ausbrechen und durch das Eingreifen Hitler-Deutschlands und des faschistischen Italiens die Freiheit besieqt werden musste. Franco ist die letzte „grosse“ Figur aus dieser unseligen Zeit. (…).
Bildungsarbeit, Nr. 1, 1976.
Bildungsarbeit > Spanischer Bürgerkrieg. Zensur. Bildungsarbeit, Nr. 1, 1976.
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01.01.1976 Schweiz
Bildungsarbeit
Personen
Willi Ritschard
Bildungsarbeit
Referate
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Bundesrat Willi Ritschard: „Bildung stärkt das Selbstvertrauen“. In seiner Rede am Basler Gewerkschaftskongress kam Bundesrat Willi Ritschard u.a. auch auf die Arbeiterbildung und ihre Bedeutung zu sprechen. Da er aus eigenem Erleben reden kann, ist sein Geständnis, das Wissen auch heute noch zu brauchen, das er in den Bildungskursen und in der Arbeiterschule erworben hat, kein leeres Lippenbekenntnis. Seine Ermahnung an die Delegierten, die Bildung und Weiterbildung der gewerkschaftlichen Vertrauensleute ernst zu nehmen, dürfte auch unsere Leser interessieren. Wir drucken daher diesen Ausschnitt aus seiner Rede hier vollinhaltlich ab. Redaktion Bildungsarbeit. ...Ich stosse hier und nicht allein, weil ich Präsident der „Stiftung Arbeiterschule“ geworden bin - auf das Problem der Bildung. In das Zentrum unseres Ringens nach Gemeinschaft und auf der Suche nach dem „Wir-Gefühl“ müssen wir ganz offensichtlich viel stärker auch die Bildungsfrage stellen. Ich habe schon meinen Kollegen von der GBH in Lugano gesagt, und ich will es hier wiederholen, dass ich auf weiten Stücken von der gewerkschaftlichen und politischen Bildungsarbeit geformt worden bin. In den Bildungskursen und in der Arbeiterschule habe ich die ersten Einblicke in die wirtschaftlichen Zusammenhänge bekommen. Dieses Wissen war für meine Arbeit wichtig, und ich brauche es heute. Aber für mein Leben war nicht dieses Fachwissen allein entscheidend. Entscheidend war vielmehr, dass ich durch (…). Willi Ritschard.
Bildungsarbeit, Nr. 1, 1976.
Personen > Ritschard Willi. Bildungsarbeit. Bildungsarbeit, 1976-01-01.
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01.01.1976 Schweiz
Bildungsarbeit
Personen
Spanischer Bürgerkrieg
Richard Dindo
Bruno Muralt
Fernsehen
Spanischer Bürgerkrieg
Zensur
Zensur am Bildschirm. Sind wir ein Volk von „Griessbreifressern“? Am 11. Dezember hat das Deutschschweizer Fernsehen den Film „Schweizer im Spanischen Bürgerkrieg“ von Richard Dindo ausgestrahlt. Nachdem Dindos Film bereits 1973 entstanden war und inzwischen Franco, der Diktator und Würger des spanischen Volkes, mit der Absolution des Papstes, endlich gestorben war, bedurfte es dazu keines besonderen Mutes mehr. Trotzdem durfte das Schweizer Fernsehvolk nicht den ganzen Film sehen. Offensichtlich aus innenpolitischen Gründen, und nach langen, peniblen Verhandlungen mit Filmautor Dindo glaubten sich die für unser TV-Programm Verantwortlichen verpflichtet, eine Sequenz von rund zwei Minuten zu unterschlagen. Diese Sequenz hat mit dem Spanischen Bürgerkrieg an sich nichts zu tun. Am Schluss seines Streifens, der zu einem grossen Teil aus Interviews mit den Schweizer Spanienkämpfern besteht, hatte Dindo die alten Kämpfer gefragt, was sie heute von der Demokratie hielten. Eine, wie uns scheint, durchaus berechtigte Frage. Die alten Männer und Frauen haben sie denn auch beantwortet, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Sie sagten einfach, was sie dachten, in Formulierungen, die vielleicht nicht besonders geschliffen, aber doch recht verständlich sind. (Offenbar haben die guten Leute trotz vielen bösen Erfahrungen noch nicht gelernt, ihre Sprache so fernsehgerecht „auszuwiegen“, dass keine Ecken und Kanten mehr übrigbleiben!) Hier einige der „schlimmen“ Sätze, die das (…). Bruno Muralt.
Bildungsarbeit, 1.1.1976.
Personen > Muralt Bruno. Spanischer Buergerkrieg. Fernsehen. Bildungsarbeit, 1976-01-01.
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