Gewerkschaftschronik
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Anzahl gefundene Artikel: 240

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07.11.2018 Schweiz
Pensionskasse
Personen
SGB
Daniel Lampart
Mindestzinssatz
Pensionskassen
Volltext
Probleme der zweiten Säule bleiben – es braucht Rentenverbesserungen. SGB bewertet Entscheid des Bundesrates zum BVG-Mindestzins. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund begrüsst, dass der Bundesrat den Mindestzins in der obligatorischen beruflichen Vorsorge bei 1 Prozent belässt. Er ist dabei zwar unter der Forderung der Gewerkschaften von 1,25 Prozent geblieben hat aber dem Druck des Schweizerischen Versicherungsverbandes und der Arbeitgeber für eine weitere Senkung nicht nachgegeben. Die Probleme der zweiten Säule bleiben aber gross. Denn die durchschnittlichen Pensionskassenrenten sinken seit einigen Jahren. Obwohl die Schweiz reicher wird und die Wirtschaft wächst. Wer in den nächsten Jahren in Rente geht, kann wegen der seit Jahren sinkenden Verzinsung der Vorsorgeguthaben und sinkenden Umwandlungssätzen unter Umständen bis zu einem Drittel weniger Rente haben. Gleichzeitig zahlen die Arbeitnehmenden immer mehr ein. Lebensversicherungen, Banken und Berater kassieren derweil Milliarden an Verwaltungskosten und Gebühren in der 2. Säule. Dieser Entwicklung bei der Altersvorsorge muss nun entschieden entgegengetreten werden. Denn mit dem sinkenden Rentenniveau rückt das in der Bundesverfassung festgelegte Leistungsziel der Altersvorsorge in noch weitere Ferne, wonach erste und zweite Säule zusammen nach der Pension die Haltung des Lebensstandards in angemessener Weise ermöglichen soll. Es braucht höhere statt tiefere Renten. Dazu muss auch die AHV erhöht werden. Denn die Leistungsfähigkeit der auf dem Kapitaldeckungsverfahren aufgebauten (…). Daniel Lampart.
SGB, 7.11.2018.
Personen > Lampart Daniel. Pensionskassen. Mindestzinssatz. SGB, 2018-11-07.
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02.11.2018 Schweiz
Personen
SGB
Daniel Lampart
Löhne
Volltext
Langjährige Mitarbeitende kommen zu kurz. Langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter halten oft die Firma zusammen. Sie kennen die Arbeitsabläufe. Sie haben Kontakt mit Kundinnen und Lieferanten. Und dank ihrer Kenntnis der Firma und der Produkte wissen sie oft auch, was man verändern kann und muss, damit die Arbeitsabläufe und die Produkte besser werden. Deshalb haben sie meistens auch einen höheren Lohn als die neu eingestellten Kolleginnen und Kollegen. Kein Anstieg. Doch leider sind viele von ihnen in den letzten Jahren ¬punkto Lohnerhöhung zu kurz gekommen. Während die Löhne der Neueingestellten um 7,1 Prozent stiegen, erhielten die langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zwischen 2010 und 2016 nur 3,1 Prozent mehr Lohn (Betriebszugehörigkeit von 20 Jahren und mehr). Besonders stark ist dieser ¬Unterschied im Detailhandel, wo die Mitarbeitenden mit einem hohen Dienstalter fast keine Lohnerhöhung erhielten. Auch in der Industrie beklagen sich die langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Recht, dass sie die neu eingestellten Kollegen einarbeiten und den Betrieb am Laufen halten müssten, aber bei den Lohnrunden kaum berücksichtigt würden. Sie waren das Opfer der Sparmassnahmen infolge der Frankenüberbewertung. Mit ihrer Lohnpolitik wollen die Firmen vor allem für Arbeitnehmende attraktiv sein, die den Betrieb oder den Beruf wechseln. Die treuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen zu kurz. Auch weil die Firmen davon ausgehen, dass die älteren Mitarbeitenden angesichts der schwierigen Arbeitsmarktsituation in ihrer Altersgruppe schon nicht davonlaufen werden. (…). Daniel Lampart
SGB, 2.11.2018.
Personen > Lampart Daniel. Loehne. SGB, 2018-11-02.
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31.08.2018 Schweiz
Personen
Work
Daniel Lampart
Löhne
Teuerung
Volltext
Achtung Teuerung! Jetzt müssen die Löhne rauf. Zum ersten Mal seit 2010 ist die Teuerung in den Sommermonaten auf über ein Prozent gestiegen. Das hat grosse Auswirkungen auf die gewerkschaftliche Lohnpolitik. Denn wegen der starken Frankenaufwertung war die Inflation in der Schweiz ab 2011/12 entweder null oder sogar negativ. Der Teuerungsausgleich verlor daher bei den Lohnrunden an Bedeutung. Das muss sich im laufenden Jahr ändern. 2018 dürften die Konsumentenpreise in der Schweiz um rund 0,9 Prozent steigen. Haupttreiberin dieser Entwicklung sind die höheren Ölpreise und der etwas weniger stark überbewertete Franken. Die aus dem -Ausland eingeführten Waren werden dadurch etwas teurer. Doch auch die Preise der in der Schweiz hergestellten Produkte und Dienstleistungen beginnen zu steigen. Obwohl die Mehrwertsteuer Anfang Jahr von 8 auf 7,7 Prozent gesenkt wurde. Voraussichtlich werden die Löhne 2018 knapp mit der Teuerung Schritt halten. Aber kaum mehr. Gemäss den heute verfügbaren Informationen gab es im laufenden Jahr knapp ein Prozent mehr Lohn. Das heisst, dass die Reallöhne angesichts der Teuerung von knapp einem Prozent momentan mehr oder weniger stagnieren. Obwohl es wirtschaftlich aufwärtsgeht. Weil der Teuerungsausgleich in den Jahren nach 2011 kein Thema war, gab es wahrscheinlich auch weniger generelle Lohnerhöhungen. Laut Bundesamt für Statistik sank der Anteil der generellen Lohnerhöhungen von über 70 Prozent in den Jahren 2008/09 (…). Daniel Lampart.
Work online, 31.8.2018.
Personen > Lampart Daniel. Teuerung. Löhne. Work online, 2018-08-31.
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05.06.2018 Schweiz
Initiativen Schweiz
Personen
SGB
Daniel Lampart
Initiativen Schweiz
Vollgeld-Initiative
Volltext
Unser Finanzsystem ist als Versuchskaninchen ungeeignet. Am 10. Juni: Nein zur riskanten und kaufkraftschädigenden Vollgeld-Initiative. Die Vollgeld-Initiative verlangt eine grundlegende Reform des Schweizer Finanzsystems. Zwar enthält sie einige richtige theoretische Überlegungen - aber in der Praxis ist sie abzulehnen. Wegen unkalkulierbarer Risiken. Und weil sie die Kaufkraft angreift. Die Vollgeld-Initiative würde das Schweizer Finanzsystem völlig umkrempeln. Nur noch die Nationalbank (SNB) soll neues Geld herstellen dürfen. Heute schaffen auch Geschäftsbanken einen Teil des Geldes, indem sie Gelder auf unseren Bankkonten weiterverleihen. Private Banken dürften gemäss Initiative selbst kein Geld mehr erzeugen, aber weiterhin Kredite vergeben und Konten führen. Diese Aufgabenteilung soll vor Finanzkrisen schützen. Ferner muss die Nationalbank, wenn sie die Geldmenge erhöhen will, das von ihr geschaffene neue Geld gratis („schuldfrei") an die Allgemeinheit ausschütten. Auf dem Papier hat die Initiative ein paar Vorteile: Zahlungsverkehrskonten wären voll durch Nationalbankgeld abgesichert. Bankinsolvenzen, die entstehen, wenn alle Kunden gleichzeitig an ihr Geld wollen, gäbe es so nicht. (Allerdings gälte das nicht für Sparkonten. Und Bankencrashs aufgrund von Kreditkrisen sind weiterhin möglich.) Doch all das ist Theorie. Bisher hat noch kein einziges Land ein Vollgeld-System eingeführt, ein Praxistest steht aus. Das überrascht nicht: Ein derart totaler Systemwechsel wäre mit grossen Unsicherheiten verbunden, (…). Daniel Lampart.
SGB, 5.6.2018.
Personen > Lampart Daniel. Vollgeld-Initiative. SGB, 2018-06-05.
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05.06.2018 Schweiz
Abstimmungen Schweiz
Personen
SGB
Daniel Lampart
Abstimmung
Glücksspiele
Volltext
Fünf gute Gründe für das Geldspielgesetz. Ein Ja am 10. Juni ist sozial, sinnvoll und vernünftig. Am 10. Juni 2018 entscheiden die Stimmberechtigten in der Schweiz über ein neues Geldspielgesetz. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund SGB empfiehlt ein Ja, weil viele Gründe dafürsprechen. So sichert die Neuregelung, dass endlich auch die Erträge der Online-Glücksspielanbieter besteuert werden und so der AHV und der Allgemeinheit zu Gute kommen. Die fünf wichtigsten Fragen in diesem Zusammenhang wollen wir hier beantworten. Warum braucht es das Gesetz überhaupt? Bislang gab es in der Schweiz keine regulierte Möglichkeit für Online-Glücksspiel. Trotzdem oder gerade deshalb ist ein illegaler Online-Geldspielmarkt entstanden, der hierzulande jährlich mittlerweile über 250 Millionen Franken umsetzt. Die Anbieter sitzen im Ausland, zahlen in der Schweiz auf diese Erträge keine Steuern, keine Abgaben und halten sich nicht an die in der Schweizer Rechtsordnung verankerten Prinzipien und Regeln zum Geldspiel. Mit dem neuen Gesetz wird erstmals ein legaler Weg für Online-Geldspiele in der Schweiz geschaffen. Was haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer davon? Von den Einnahmen der Geldspiel-Betreiber soll auch die Allgemeinheit profitieren. Das ist heute schon bei den Casinos und Lotterien so. Und so soll es auch bei Online-Geldspielen gelten. Das neue Gesetz stellt sicher, dass von den Einnahmen nicht nur die Betreiber profitieren. Sondern auch die AHV, wo jeder zusätzliche Franken dem System (…). Daniel Lampart.
SGB, 5.6.2018.
Personen > Lampart Daniel. Glücksspiele. Abstimmung. SGB, 2018-05-07.
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14.05.2018 Schweiz
Löhne
Personen
SGB
Daniel Lampart
Lohnerhebung
Volltext
Positive Entwicklung trotz Lohndruck - teilweise sinkende Löhne im Service Public. Kommentar von SGB-Chefökonom Daniel Lampart zur Lohnstrukturerhebung 2016. Die Medianlöhne sind zwischen 2014 und 2016 um 1,2 Prozent gestiegen. Das ist positiv. Denn mit der Aufgabe des Mindestkurses am 15. Januar 2015 stieg der Druck auf die Löhne schlagartig – insbesondere in der Exportwirtschaft. Die Gewerkschaften konnten mit Interventionen in den Betrieben und Gerichtsprozessen grössere Lohnsenkungen verhindern. Auch die Flankierenden Massnahmen dürften stabilisierend gewirkt haben. In der Maschinen- und Elektroindustrie resultierte eine rote Null (-0,1 bzw. -0,3 Prozent). Besorgniserregend ist hingegen, dass die Löhne in verschiedenen binnenorientierten Branchen gesunken sind. Der Druck auf die Bauarbeiter im Hoch- und Tiefbau ist gestiegen (-0,9 bzw. -1,4 Prozent). Aber auch in Service-Public-Branchen Landverkehr (-2,4 Prozent), Post- und Kurierdienste (-2,3 Prozent) oder Sozialwesen (-2,2 Prozent; Im BFS-Lohnindex weisen diese Branchen eine positive Nominallohnentwicklung auf. Allerdings ist die Stichprobe des Lohnindex‘ wesentlich kleiner als diejenige der Lohnstrukturerhebung und umfasst nur verunfallte Arbeitnehmende. Die Frage der Lohnentwicklung in diesen Branchen muss weiter vertieft werden). Nach wie vor Lohnrückstand der Frauen – trotz Verbesserungen. (…). Daniel Lampart.
SGB, 14.5.2018.
Personen > Lampart Daniel. Lohnstruktur. SGB, 2018-05-14.
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04.05.2018 Schweiz
Berufsbildung
Personen
SGB
Daniel Lampart
Berufsbildung
Lehrlingslöhne
Volltext
Bedenkliche Lohnentwicklung: Ist die Lehre noch attraktiv genug? Die Lehre ist in der Schweiz nach wie vor die verbreitetste nachobligatorische Ausbildung. Allerdings machen immer mehr junge Menschen nach Abschluss der Lehre eine Zusatzausbildung. Sofern sie die schulischen Voraussetzungen mitbringen. Ein Grund dürfte der Lohn sein. Denn in verschiedenen Berufen mit dreijähriger Lehre werden Löhne unter 5‘000 Franken bezahlt. So beispielsweise für Bäcker oder im Verkauf. Im Gewerkschaftsalltag gibt es auch immer wieder Fälle von Löhnen unter 4000 Franken – etwa bei medizinischen Praxisangestellten. Oder auch im Verkauf usw. Besorgniserregend ist eine Studie über die Erwerbssituation von Dreissigjährigen aus dem Jahr 2014. Diese zeigt nämlich, dass die Durchschnittslöhne von Erwerbstätigen mit einer Lehre nicht mehr signifikant über den Löhnen von Ungelernten liegen. Mit Lehre verdient eine Person bei einer Vollzeit-Anstellung 5849 Fr./Mt. Ohne Lehre sind es 5‘607 Fr./Mt. Dabei handelt es sich um Durchschnittswerte. Effektiv gibt es verschiedene Berufe mit Lehre, die schlechter bezahlt sind als Hilfsjobs. Ein Bäcker, der Nachschicht arbeitet, muss sich beispielsweise ernsthaft überlegen, ob er beruflich aufs richtige Pferd gesetzt hat. (…).
Daniel Lampart.
SGB, 4.5.2018.
Personen > Lampart Daniel. Berufsbildung. Löhne. SGB, 2018-05-04.
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01.05.2018 Schweiz
Abstimmungen Schweiz
Personen
SGB
Daniel Lampart
Nationalbank
Vollgeld-Initiative
Volltext
Eidgenössische Volksabstimmung. Am 10. Juni: Nein zur riskanten und kaufkraftschädigenden Vollgeld-Initiative. Als Versuchskaninchen ungeeignet. Die Vollgeld-Initiative verlangt eine grundlegende Reform des Schweizer Finanzsystems. Zwar enthält sie einige richtige theoretische Überlegungen - aber in der Praxis ist sie abzulehnen. Wegen unkalkulierbarer Risiken. Und weil sie die Kaufkraft angreift. Die Vollgeld-Initiative würde das Schweizer Finanzsystem völlig umkrempeln. Nur noch die Nationalbank (SNB) soll neues Geld herstellen dürfen. Heute schaffen auch Geschäftsbanken einen Teil des Geldes, indem sie Gelder auf unseren Bankkonten weiterverleihen. Private Banken dürften gemäss Initiative selbst kein Geld mehr erzeugen, aber weiterhin Kredite vergeben und Konten führen. Diese Aufgabenteilung soll vor Finanzkrisen schützen. Ferner muss die Nationalbank, wenn sie die Geldmenge erhöhen will, das von ihr geschaffene neue Geld gratis („schuldfrei“) an die Allgemeinheit ausschütten. Auf dem Papier hat die Initiative ein paar Vorteile: Zahlungsverkehrskonten wären voll durch Nationalbankgeld abgesichert. Bankinsolvenzen, die entstehen, wenn alle Kunden gleichzeitig an ihr Geld wollen, gäbe es so nicht. (Allerdings gälte das nicht für Sparkonten. Und Bankencrashs aufgrund von Kreditkrisen sind weiterhin möglich.) Doch all das ist Theorie. Bisher hat noch kein einziges Land ein Vollgeld- (…). Daniel Lampart.
VPOD-Magazin, Mai 2018.
Personen > Lampart Daniel. Vollgeld-Initiative. SGB, 2018-05-01.
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26.04.2018 Schweiz
Personen
SGB
Daniel Lampart
Alter
Arbeitsbedingungen
Volltext
Reagieren nicht negieren - Ältere Arbeitnehmende brauchen mehr Schutz. Konferenz zum Thema ältere Arbeitnehmende. Die vierte Nationale Konferenz hat unter anderem beschlossen, dass Massnahmen zur Lösung der finanziellen und sozialen Probleme von älteren Arbeitslosen mit drohender Aussteuerung geprüft werden müssen. Das ist positiv. Darüber hinaus braucht es zusätzliche Massnahmen wie beispielsweise einen besseren Schutz langjähriger älterer Mitarbeiter gegen Kündigung. Die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe 55plus ist in den letzten Jahren stärker angestiegen als die Arbeitslosigkeit insgesamt. Insbesondere in den letzten beiden Jahren akzentuierte sich dieses Phänomen. Und dies obwohl die Betroffenen viel länger ohne Stelle bleiben als Arbeitslose anderer Alterskategorien und obwohl bei den 55plus der Anteil jener, die zwar eine Stelle haben aber eigentlich mit einem höheren Pensum arbeiten möchten (Unterbeschäftigung), höher ist und weiter ansteigt. Abzulesen ist die soziale Sprengkraft dieser Phänomene an der Sozialhilfequote der 50-64-Jährigen: Sie ist seit 2005 um 50 Prozent auf 2,9 Prozent angestiegen. Es geht nicht an, die Probleme mit Verweis auf die insgesamt gestiegene Erwerbsquote der 55plus, zu negieren. Dieser Anstieg ist v.a. darauf zurückzuführen, dass die sinkenden Pensionskassenrenten viele dazu zwingt, länger als geplant zu arbeiten um den (…). Daniel Lampart.
SGB, 26.4.2018
Personen > Lampart Daniel. Alter. Arbeitsbedingungen. SGB, 2018-04-26.
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09.04.2018 Schweiz
Personen
SGB
Steuerwesen
Daniel Lampart
Unternehmenssteuer
Volltext
SGB lehnt die vom Bundesrat vorgeschlagene „Steuervorlage 17“ ab. Referendum möglich. Die Steuervorlage 17 unterscheidet sich nur wenig von der an der Urne klar abgelehnten Unternehmenssteuerreform III. Als wäre nichts gewesen, wollen Bundesrat und Kantonsregierungen erneut die Gewinnsteuern bei rund 200‘000 Unternehmen massiv senken, obwohl von der Abschaffung der heutigen Steuerstatus nur rund 400 Firmen massgeblich betroffen wären. Der SGB hat sich immer für eine zielgerichtete Unternehmenssteuerreform eingesetzt, welche die heutigen Privilegien abschafft, ohne dass Steuerausfälle resultieren. Diese soll vor allem ausreichend lang wirkende Übergangsbestimmungen enthalten, so dass die Kantone Zeit haben, sich neu auszurichten. Aus Vorsichtsgründen hat der SGB eine zielgerichtete, befristete Patentbox unterstützt. Die geplante generelle Gewinnsteuersenkung der Kantone und Gemeinden um über 40 Prozent lehnt der SGB ab. Diese ist völlig ineffizient und zum Fenster hinausgeworfenes Geld. Allfällige Kosten der Reform müssen von den Firmen und den Aktionären getragen werden. Für die Berufstätigen braucht es spürbare finanzielle Entlastungen. Beispielsweise durch höhere Krankenkassen-Prämienverbilligungen und Kinderzulagen. Die vom Bundesrat vorgeschlagene Steuervorlage 17 (SV17) erfüllt die Kriterien des SGB nicht. Der SGB lehnt (...). Daniel Lampart.
SGB, 9.4.2018.
Personen > Lampart Daniel. Unternehmenssteuerreform. SGB, 2018-04-09.
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23.03.2018 Schweiz
Personen
SGB
Steuerwesen
Daniel Lampart
Unternehmenssteuer
Volltext
Bundesrat Maurer schon im Abstimmungskampf: Zweifelhafte Modellrechnungen zur Steuervorlage 17. Die bisherigen Gewinnsteuersenkungen in den Schweizer Kantonen haben Löcher in die Staatskasse gerissen. Das bekannteste Beispiel ist Luzern. Doch längerfristig würde sich das lohnen, behaupteten Regierungen und Wirtschaftsvertreter., ohne dass ihnen die Realität bisher recht gegeben hat. Dasselbe sagt nun auch Bundesrat Maurer zur Steuervorlage 17. Und legt ein Modell vor, in welchem längerfristig positive „dynamische“ Entwicklungen berechnet werden. Doch dieses Modell ist unbrauchbar. Das Modell geht davon aus, dass der staatlich finanzierte Service public (Bildung usw.) für die Investitionen von Firmen keine Rolle spielt. Selbst wenn aus der Gewinnsteuersenkung grosse Defizite entstehen und einschneidende Sparmassnahmen beschlossen werden, spielt das keine Rolle. Im Modell ist das nur indirekt offengelegt: Das Modell „gründet auf der Annahme, dass sich im Zuge der Steuerreform weder in der Schweiz noch an Konkurrenzstandorten andere relevante Standortfaktoren (Zugang zu qualifiziertem Personal, politische und rechtliche Stabilität, Infrastruktur, etc.) massgeblich ändern“ (S. 11). Die positivsten „dynamischen“ Modelleffekte ergäben sich daher dann, wenn man die Gewinnsteuern ganz abschaffen würde. Man braucht kein Wirtschaftsstudium um zu begreifen, dass diese Annahme grundfalsch ist. (…). Daniel Lampart.
SGB, 23.3.2018.
Personen > Lampart Daniel. Unternehmenssteuer. SGB, 2018-03-23.
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21.03.2018 Schweiz
Personen
SGB
Steuern
Daniel Lampart
Unternehmenssteuer
Volltext
Parlament und Kantone müssen Privilegien für Firmen korrigieren. Der SGB zur Botschaft des Bundesrates zur „Steuervorlage 17“. Die heute vom Bundesrat vorgestellte Neuauflage der Unternehmenssteuerreform III ("Steuervorlage 17") unterscheidet sich nicht wesentlich von der im Rahmen des Referendums abgelehnten Vorlage. Insbesondere wenn man die in den Kantonen geplanten Gewinnsteuersenkungen berücksichtigt. Für den SGB ist es klar, dass das Parlament Verbesserungen beschliessen muss. Die Steuervorlage 17 muss auf Bundesebene durch die Unternehmen und die Aktionäre gegenfinanziert werden. Und es braucht eine stärkere soziale Komponente für die Haushalte. Denn diese leiden immer mehr unter den höheren Lebenshaltungskosten (insb. den Krankenkassenprämien). Die geplanten und vom Bund durch den höheren Kantonsanteil subventionierten kantonalen Gewinnsteuersenkungen sind zum Fenster hinausgeworfenes Geld. Davon profitieren in erster Linie Firmen wie die Grossbanken, die heute klaglos ihre ordentlichen Gewinnsteuern zahlen. Das Parlament muss den Finanzausgleich (NFA) so anpassen, dass kantonale Gewinnsteuersenkungen unattraktiv werden. Wenn der Kantonsanteil beim Bund erhöht wird, müssen diese Gelder für soziale Zwecke eingesetzt werden. Zudem erwartet der SGB von den Kantonen, dass sie ihre masslosen Steuersenkungsvorhaben für die Firmen korrigieren. Die Reform der Ehepaarbesteuerung nützt den hohen und höchsten Einkommen. Die Frauenerwerbstätigkeit wird (…).  Daniel Lampart.
SGB, 21.3.2018.
Personen > Lampart Daniel. Unternehmersteuerreform. SGB, 2018-03-21.
Ganzer Text
16.03.2018 Schweiz
Personen
Work
Daniel Lampart
Einwanderung
Schwarzarbeit
Volltext
Einwanderung: Bessere Kontrolle dank Flankierenden. Dank den flankierenden Massnahmen zur Personenfreizügigkeit wird den Arbeitgebern in der Schweiz erstmals richtig auf die Finger geschaut. Die Lohnkontrolleurinnen überprüfen pro Jahr über 40’000 Firmen, ob diese korrekte Löhne und Sozialversicherungsabgaben bezahlen. Im Dumpingfall müssen Firmen Bussen bezahlen. Und sie werden von Bund und Kantonen aufgefordert, die Löhne zu erhöhen. Das frühere Kontingentsystem in der Schweizer Ausländerpolitik vor 2002 war dagegen ein Wunschkonzert der Arbeitgeber. Sie erhielten ihre Bewilligungen meistens wie gewünscht. Kontrollen der Löhne und Arbeitsbedingungen gab es kaum. Das gab neulich sogar Mario Gattiker zu, der oberste Migrationsbeamte: "Die Kontingente wurden stets der Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt angepasst, eine Begrenzung der Zuwanderung gab es nicht." Weil es kaum Kontrollen gab, haben die Arbeitgeber viele Leute schwarz angestellt. Etwa, um keine Sozialabgaben zu bezahlen. Schätzungen ¬gingen fürs Jahr 1990 von 120’000 bis 180’000 illegal Beschäftigten aus. Die Einwanderungsstatistiken zeigen das klar. In wirtschaftlichen Boomjahren wie den 1960ern oder vor 1991 stellten die Firmen mehr Personal aus dem Ausland ein. Die Einwanderungszahlen stiegen. In Rezessionsphasen wurden deutlich weniger Aufenthaltsbewilligungen ausgestellt. In diesen offiziellen Statistiken ist die Schwarzarbeit natürlich nicht enthalten. Sonst wären die Zahlen (…). Daniel Lampart.
Work online, 16.3.2018.
Personen > Lampart Daniel. Einwanderung. SGB, 2018-03-16.
Ganzer Text
15.03.2018 Schweiz
Nationalbank
Personen
SGB
Daniel Lampart
Nationalbank
Volltext
Wechselkurs
Aktive SNB nötig - Franken nach wie vor stark überbewertet. SGB-Kommentar zur SNB-Lagebeurteilung. Die Weltwirtschaft ist auf Erholungskurs. Auch in der Schweiz geht es sukzessive aufwärts. Auch weil sich der Franken tendenziell abgewertet hat. Vor einem Jahr lag der Franken-Euro-Kurs noch bei 1.07 Fr./Euro. Dennoch ist der Franken nach wie vor stark überbewertet. Schätzungen mit verschiedenen Modellen zeigen, dass der faire Franken-Euro-Kurs im Bereich von 1.25 bis 1.35 Fr. pro Euro liegt. Das führt u.a. dazu, dass die konjunkturelle Erholung im Ausland tendenziell stärker ausfallen dürfte als in der Schweiz. Es droht die Gefahr, dass viele Firmen weniger in der Schweiz und mehr im Ausland investieren. Mit entsprechend negativen Auswirkungen auf die Beschäftigung - heute und morgen. Positiv ist, dass die SNB die Zinsen nach wie vor tief hält und bereit ist, am Devisenmarkt zu intervenieren. Der SGB erwartet von der SNB aber, dass sie stärker gegen die Überbewertung des Frankens vorgeht. Ziel muss sein, den Frankenkurs so rasch als möglich auf ein Niveau zu bringen, welches der Schweiz nicht schadet. Die SNB sollte sich klarere Ziele vorgeben und diese durchzusetzen versuchen (z.B. in Bezug auf die Teuerung). (…).
Daniel Lampart.
SGB, 15.3.2018
Personen > Lampart Daniel. Nationalbank. Wechselkurs. SGB, 2018-03-15.
Ganzer Text
02.03.2018 Schweiz
Arbeit
Personen
SGB
Daniel Lampart
Temporärarbeit
Volltext
Reisläuferei im Mittelalter als frühe Form der Temporärarbeit - PR-Eigengoal des Temporärbüroverbandes zum 50-Jahr-Jubiläum. War die „urschweizerische Arbeitsform“ der Reisläuferei nicht bereits eine frühe Form der Temporärarbeit?, fragt sich der Temporärbüroverband Swissstaffing auf seiner neu aufgeschalteten Website zu seinem 50-Jahr-Jubiläum. Fakt ist: Man muss nicht so drastischen Vergleichen greifen, um die Problematik der Temporärarbeit darzustellen. Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass Temporärbeschäftigte unsichere Einkommensperspektiven und geringere Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten haben. Wobei sich mit dem Gesamtarbeitsvertrag in der Branche die Lage etwas verbessert hat. Immer wieder wird behauptet, dass die Temporärarbeit für Arbeitslose eine Chance ist, eine Dauerstelle zu finden. Auf diese Brückenfunktion weist auch die neue Website von Swissstaffing hin. Statistisch muss man hier jedoch aufpassen. Rein die Tatsache, dass ein nennenswerter Teil nach der Temporärarbeit eine Dauerstelle hatte, ist noch kein Beleg für eine entsprechende Kausalität. Denn viele Berufstätige arbeiten temporär, um die Wartezeit bis zum Antritt einer Dauerstelle zu überbrücken. Für die Länder Deutschland, Frankreich und Italien gibt es Studien, die diese Verzerrung ausklammern. Die Resultate fallen dann weit negativer aus. Weil die Firmen die Temporärarbeit vor allem als Flexibilisierungsinstrument brauchen, erhöht die Temporärarbeit die Chancen (…). Daniel Lampart.
SGB, 2.3.2018.
Personen > Lampart Daniel. Temporärarbeit. SGB, 2018-03-02.
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23.02.2018 Schweiz
Personen
SGB
Daniel Lampart
Gebühren
No Billag
Volltext
Jährlich 40 bis 50 Fr. weniger Geld von den Firmen für einen Privathaushalt bei Ja zu No-Billag. Nicht nur die Schweizer Privathaushalte, sondern auch die Unternehmen müssen Empfangs-Gebühren zahlen. Ab 2019 sind die mittleren und grösseren Firmen verpflichtet, den Service Public im Radio und Fernsehen mit einer geräteunabhängigen Abgabe mit zu finanzieren. Mit einer Annahme von No-Billag würde das wegfallen. Die Privathaushalte müssten ihren Konsum alleine zahlen. Je nach Berechnungsweise heisst das, dass sie 40 bis 50 Fr. pro Jahr weniger von den Unternehmen erhalten bzw. dass sie 40 bis 50 Fr. jährlich zusätzlich selber zahlen müssen. Auf Anfang 2019 wird bei den Schweizer Firmen die geräteunabhängige Radio- und Fernsehgebühr eingeführt. Dann müssen Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mindestens 0,5 Mio. Fr. eine Gebühr bezahlen. Das sind gemäss BAKOM 23,5 Prozent oder knapp 142‘000 Firmen. Das BAKOM schätzt die daraus resultierenden Einnahmen auf 169,8 Mio. Fr. Heute zahlen die Unternehmen eine geräteabhängige Gebühr. Gemäss Botschaft zum RTVG belief sich die Abgabe der Firmen total auf rund 40 Mio. Fr. (2012). Heute zahlen in der Schweiz knapp 3 Mio. Privathaushalte Empfangsgebühren (SRG-Geschäftsbericht 2016: 2‘989‘707 Radio, 2‘987‘107 Fernsehen). Für die Zeit ab 2019 sind es voraussichtlich etwas weniger als 3,1 Mio. gebührenpflichtige Privathaushalte. Mit einer Annahme von No-Billag wären auch die Firmen nicht mehr verpflichtet, sich an den Radio- und Fernsehgebühren zu (…). Daniel Lampart.
SGB, 23.2.2018.
Personen > Lampart Daniel. No-Billag. Gebühren. SGB, 2018-02-23.
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15.02.2018 Schweiz
AHV
Personen
SGB
Daniel Lampart
AHV
Sparmassnahmen
Volltext
Abbauforderungen der Arbeitgeber verschärfen Probleme in der Altersvorsorge. Der SGB zur Medienkonferenz des Arbeitgeberverbandes. Die heute vom Arbeitgeberverband präsentierten Abbauvorschläge werden die Probleme in der Altersvorsorge verstärken, statt sie zu lösen. Bereits heute sinken die Pensionskassenrenten. Obwohl die Schweiz reicher wird und die Gewinne in den Firmen steigen. Das hat es hierzulande noch nie gegeben. Wer in den nächsten Jahren in Rente geht, kann unter Umständen bis zu einem Drittel weniger Rente haben. Lebensversicherungen, Banken und Berater kassieren derweil Milliarden an Verwaltungskosten und Gebühren in der 2. Säule. Die AHV-Renten sind stabil, was positiv ist. Doch ein immer grösserer Teil der AHV-Rente wird durch die höheren Gesundheitskosten und Krankenkassenprämien aufgefressen. Vielen Pensionierten bleibt weniger Geld zum Leben. Die Erhöhung des Frauenrentenalters auf 65 Jahre war ein entscheidendes Element bei der Ablehnung der Altersvorsorge 2020. Weil die Probleme der älteren Arbeitnehmenden ungelöst sind und die Arbeitgeber bisher nichts Wesentliches dagegen unternommen haben. Und weil die Rentensituation vieler Frauen ungenügend ist. Aus diesen Gründen braucht es umfassende Massnahmen zur Sicherung der Renten. Die Pensionskassen-Rentenverluste müssen kompensiert werden. Bei den laufenden Renten braucht es einen Ausgleich für die stark steigenden Gesundheitskosten. (…). Daniel Lampart.
SGB, 15.2.2018.
Personen > Lampart Daniel. AHV. Sparmassnahmen. SGB, 2018-02-15.
Ganzer Text
10.02.2018 Schweiz
Pensionskasse
Personen
SGB
Daniel Lampart
Pensionskassen
Rendite
Volltext
Renditeerwartungen der Pensionskassen dürften wohl bald steigen. In den USA sind Teuerungserwartungen gestiegen. Das hat die Finanzmärkte in den letzten Tagen etwas durchgeschüttelt. Die Langfristzinsen sind aber nach wie vor tief. Die 10-jährige Bundesobligation Deutschlands wird mit knapp 0.75 Prozent verzinst. Obwohl beispielsweise die IG Metall bemerkenswerte Lohnabschlüsse erreicht hat. In nächster Zeit dürfte die Teuerung anziehen und die Langfristzinsen werden wohl steigen. Ein wichtiger Anhaltspunkt ist die Kapazitätsauslastung in den Firmen. Die Preise steigen, wenn die Firmen höhere Preise durchsetzen können. Das wiederum hängt u.a. von der Marktanspannung und den Lieferfristen ab. Je knapper ein Gut wird, desto eher steigt sein Preis. Sind die Kapazitäten stark ausgelastet, so können die Firmen eher höhere Preise durchsetzen. Und sie können höhere Kosten – z.B. steigende Löhne – einfacher auf die Kunden überwälzen. In den letzten Monaten ist die Kapazitätsauslastung in der Eurozone deutlich gestiegen. Nachdem sie in der Finanz- bzw. in der Eurokrise auf sehr tiefe Werte gesunken ist. Mittlerweile sind die Statistiken auf den relativ hohen Werten von vor der Finanzkrise angelangt. Auch die Erwerbslosigkeit ist gesunken. Wenn auch die tieferen Erwerbslosenquoten vor 2008 noch relativ weit entfernt sind. Für die Schweiz präsentiert sich die Situation etwas anders. Der Franken ist nach wie vor deutlich überbewertet. In der vergangenen Woche wertete er sich sogar leicht auf. Teuerungsdruck ist daher in (...). Daniel Lampart.
SGB, 10.2.2018.
Personen > Lampart Daniel. Pensionskassen. Rendite. SGB, 2018-02-10.
Ganzer Text
02.02.2018 Schweiz
Lebensversicherungen
Personen
SGB
Daniel Lampart
Lebensversicherungen
Volltext
Lebensversicherer: Zu wenig leistungsfähig für die 2. Säule. Viele Pensionskassen klagen, dass sie wegen den tiefen Zinsen nicht mehr genug rentabel anlegen können. Angesichts der weltweit expansiven Geldpolitik und den entsprechend tiefen Zinsen überrascht das nicht. Die wirtschaftliche Lage ist nach wie vor ausserordentlich. Das heisst aber auch, dass die anspruchsvolle Gegenwart nicht auf die Zukunft übertragen werden darf. Vor allem deshalb nicht, weil Pensionskassen einen sehr langen Anlagehorizont haben. Die beschlossenen Senkungen der Umwandlungssätze auf teilweise unter 5 Prozent führen zu grossen Renteneinbussen. Bei einem Umwandlungssatz von 7.4 Prozent – wie früher üblich – erhielt man auf ein Vorsorgekapital von 0.5 Mio. Fr. eine Rente von knapp 3100 Fr. pro Monat. Dazu kam die AHV, was insgesamt eine Rente von etwas mehr als 5000 Fr. (Alleinstehende) bzw. 6000 Fr. (Ehepaare) führte. Bei Umwandlungssätzen von etwas über 4.5 Prozent ergäbe das eine Pensionskassenrente von unter als 2000 Fr. bzw. inkl. AHV noch 4000 Fr. bzw. etwas über 5000 Fr. Die in der Verfassung vorgeschriebene „Weiterführung der gewohnten Lebensweise“ im Rentenalter ist damit nicht mehr möglich. In der 2. Säule braucht es Gegensteuer. Die Pensionskassen sollen ihre Leistungen aufgrund von langfristigen Überlegungen machen und nicht in Pessimismus verfallen. Sie müssen ihre Kosten überprüfen. Zusätzlich braucht es ausserordentliche Massnahmen zur Stabilisierung der Rentensituation – (…).  Daniel Lampart.
SGB, 2.2.2018.
Personen > Lampart Daniel. Lebensversicherungen. SGB, 2018-02-02.
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30.01.2018 Schweiz
Personen
SGB
SVP
Daniel Lampart
Personenfreizügigkeit
SVP
Volltext
Frontalangriff der SVP auf Schweizer Löhne und Arbeitsplätze. Eine Abschaffung der flankierenden Massnahmen hätte verheerende Folgen. Mit der heutigen Medienkonferenz hat die SVP die Maske fallen gelassen. Die von ihr geforderte Abschaffung der Personenfreizügigkeit und der Flankierenden Massnahmen FlaM ist ein Frontalangriff auf den Schweizer Lohn- und Arbeitnehmerschutz. Die Auswirkungen für die Arbeitnehmenden in der Schweiz wären verheerend. Lohndruck, prekäre Arbeits- und Aufenthaltsbedingungen sowie der Verlust von Arbeitsplätzen wären die Folge. Die Flankierenden Massnahmen wurden eingeführt, damit in der Schweiz Schweizer Löhne bezahlt werden. Pro Jahr werden mittlerweile über 160'000 Lohnkontrollen gemacht. Wo kontrolliert wird, werden auch Missbräuche aufgedeckt. In Branchen mit Mindestlöhnen erhalten Firmen mit zu tiefen Löhnen eine Busse oder werden gesperrt. Dank neuen GAV in der Reinigung, bei Temporären usw. sind wesentlich mehr Arbeitnehmende gegen Dumping geschützt. Dank den GAV sind die tiefen und mittleren Löhne gestiegen. Mit der Personenfreizügigkeit wurde das unmenschliche Saisonniers-Statut abgeschafft, welches nicht nur für die Betroffenen ein grosses Problem war. Es führte gesamtwirtschaftlich zu Dumping und zu einer unkontrollierten Tieflohn- und Tiefproduktivitätspolitik. Dank den FlaM werden endlich auch Landwirtschaftsbetriebe kontrolliert, die unter dem unmenschlichen Kontingentssystem (…). Daniel Lampart.
SGB, 30.1.2018.
Personen > Lampart Daniel. Personenfreizügigkeit. SVP. SGB, 2018-01-30.
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26.01.2018 Schweiz
Personen
SGB
Daniel Lampart
3. Säule
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Immer mehr 3. Säule in der Altersvorsorge: Negativ für die Arbeitnehmenden und die konjunkturelle Entwicklung. Die Schweizer Bevölkerung spart immer mehr. Die Sparquote – d.h. die jährlichen Ersparnisse in Prozent des Bruttoeinkommens – ist von rund 18 Prozent Ende der 1990er Jahre auf heute rund 23 Prozent gestiegen. Die Ursache dieser Entwicklung ist nicht genau untersucht. Ein Faktor dürfte die aufgehende Lohnschere sein – hohe Einkommen sparen mehr. Wahrscheinlich der bedeutendste Treiber sind wohl die sinkenden Pensionskassenrenten (s. die Analyse an der SGB-Jahresmedienkonferenz). Zahlreiche Haushalte dürften angesichts dieser Situation mehr auf die hohe Kante legen. Insbesondere in Form eines 3. Säule-Kontos. Heute gibt es in der Schweiz rund 3.8 Millionen solcher Konti. Gegenüber knapp 2.5 Millionen vor rund 10 Jahren. Die Banken bewerben ihre 3. Säule-Produkte sehr aktiv – indem sie die AHV und die Pensionskasse schlechtreden. Die UBS schrieb nach dem Nein zur Altersvorsorge 2020: „Die Ungewissheit über die Zukunft der 1. und der 2. Säule ist nach dem 24. September nicht geringer geworden. Die 3. Säule bleibt in diesem Umfeld ein wichtiges Vorsorgeinstrument. Beginnen Sie möglichst früh mit der Planung Ihrer persönlichen Vorsorge.“ Die Verzinsung dieser Konti ist sehr tief. Bei der UBS gibt es beispielsweise nur 0.2 Prozent Zins. Also viel weniger als in einer Pensionskasse. Dazu kommt, dass die 3a-Sparkonti nicht zu den sichersten Vorsorgeinstrumenten gehören. Im Falle eines (…). Daniel Lampart.
SGB, 26.1.2018.
Personen > Lampart Daniel. 3. Säule. SGB, 2018-01-26.
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19.01.2018 Schweiz
Nationalbank
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Daniel Lampart
Interview
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Wechselkurs
SGB-Chefökonom Lampart sieht Licht am Ende des Tunnels. „Jetzt geht es aufwärts!“ Der Franken hat sich abgeschwächt, der Aufschwung kommt – und Nationalbankkritiker Daniel Lampart wird mehrheitsfähig. Das wird ein gutes Jahr! Work: Daniel Lampart, Sie haben die Aufhebung des Frankenmindestkurses durch die Nationalbank vor drei Jahren von Anfang an scharf kritisiert. Damals allein auf weiter Flur. Inzwischen geben Ihnen immer mehr Experten recht: Es war ein grosser Fehler. Wie ist das, wenn man als Gewerkschaftsökonom plötzlich mehrheitsfähig wird? Daniel Lampart: Mehrheitsfähig sind wir noch nicht ganz. Aber es zeigt sich jetzt halt, wie gravierend die Folgen dieser Mindestkursaufhebung sind: Zehntausende Arbeitsplätze gingen verloren, der Druck auf Löhne und Personalkommissionen in den Betrieben war sehr hoch. Entscheidend für uns wird jetzt sein, wo der Franken sich in Zukunft hinbewegt. Sie sind kein bisschen stolz, dass Sie von ¬Anfang an vor dieser Entwicklung gewarnt hatten? Nein, wie sollte ich auch! Für mich war das schlimm mit anzusehen. Selbst der neoliberale Ökonom Franz Jaeger gab Ihnen kürzlich in einer Studie* recht, welche die Unia mit in Auftrag gegeben hatte. Ohne Frankenschock, sagt er, hätten wir heute 100’000 Arbeitsplätze mehr. Ist diese Schätzung realistisch? In Deutschland sind seit 2009 allein in der Maschinenindustrie fast 20 Prozent zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen worden. Bei uns ¬dagegen ging fast jeder zehnte Arbeitsplatz verloren. Das bedeutet klar: Ohne die (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 19.1.2018.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Lampart Daniel. Interview. Work, 2018-01-19.
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30.11.2017 Arbon
Personen
Work
Zalando
Daniel Lampart
Lohndumping
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Zalando
Zalando und Amazon: Hohe Umsätze, skandalös tiefe Löhne. Viele Leute denken bei der Digitalisierung an eine Zukunft mit Robotern und neuen, „intelligenten“ Computern. Wer weiss, vielleicht werden diese tatsächlich kommen. Die grossen Veränderungen geschehen heute aber über das Internet. Das Internet beschleunigt vor allem die Internationalisierung der Wirtschaft. Besonders eindrücklich ist das beim Onlinehandel. In wenigen Jahren haben sich Zalando und Amazon als Nummer zwei und drei hinter Digitec/Galaxus im Schweizer Onlinehandel etabliert. Zalando machte 2016 in der Schweiz einen Umsatz von schätzungsweise 534 Millionen Franken. Im laufenden Jahr dürfte der Online- Kleider- und -Schuhhändler in der Schweiz sogar den Kleiderkonzern H&M einholen und einen Marktanteil von rund 5 Prozent erreichen. Dabei beschäftigen Zalando und Amazon kaum Personal in der Schweiz. Die Schweiz wird aus Vertriebszentralen in den umliegenden Ländern beliefert. Einzig bei den Retouren gibt es neuerdings Stellen. So hat Zalando vor wenigen Tagen bekanntgegeben, dass in Arbon 100 Stellen mit einem skandalös tiefen Einstiegslohn von 16 Franken 50 pro Stunde geschaffen werden. Die Arbeitsbedingungen in den ausländischen Verteilzentralen entsprechen erst recht nicht den Schweizer Standards. Gemäss Presseberichten soll Zalando im süddeutschen Logistikzentrum in Lahr einen Einstiegslohn von 12.67 Euro pro Stunde zahlen. Bei Amazon liegt der minimale (…). Daniel Lampart.
Work online, 30.11.2017.
Personen > Lampart Daniel. Zalando. Lohndumping. Work, 2017-11-30.
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01.11.2017 Schweiz
Personen
VPOD-Magazin
Daniel Lampart
Arbeitsbedingungen
Digitalisierung
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Der SGB verlangt: Die Digitalisierung muss den Berufstätigen nützen. Regeln für den Wandel. Die technologische Umwälzung, die unter dem Stichwort „Digitalisierung“ zusammengefasst wird, hat Vorteile, aber birgt auch Gefahren. Der SGB verlangt Rahmenbedingungen, bei denen die Beschäftigten nicht unter die Räder kommen. Die Digitalisierung ist gegenwärtig eines der wirtschaftspolitischen Top-Themen. Die Meinungen über die Bedeutung des Phänomens und die bevorstehenden Entwicklungen gehen indes weit auseinander. Es gibt sehr unterschiedliche Prognosen. Eine besonders aktive Rolle spielen Beratungsfirmen, welche Extremszenarien mit Stellenverlusten von bis zu 50 Prozent und fundamentalen Umwälzungen in Produktion und Arbeitsorganisation in die Welt posaunen. Viele Menschen haben Angst: Was wird mit meiner Stelle? Wird es meinen Beruf in zehn Jahren noch geben? Ist gar die Erwerbsarbeit als solche ein Auslaufmodell? Tatsache ist, dass die Digitalisierung schon länger im Gang ist. Der flächendeckende Einsatz der elektronischen Datenverarbeitung ist in Banken, Versicherungen oder Logistik seit mehr als 10 Jahren selbstverständlich. Dieser Strukturwandel verlief gesamtwirtschaftlich ohne grössere Verwerfungen. Für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren die Auswirkungen unterschiedlich. Probleme gab es bei Älteren, bei denen es der Arbeitgeber verpasst hatte, sie rechtzeitig auf die Veränderungen vorzubereiten. Maschinenstürmer und Marcuse. Tiefgreifende technologische Neuerungen (…). Daniel Lampart.
VPOD-Magazin, November 2017.
VPOD-Magazin > Digitalisierung. SGB. VPOD-Magazin, 2017-11-01.
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06.10.2017 Schweiz
Krankversicherungen
Personen
SGB
Daniel Lampart
Ergänzungsleistungen
Prämien
Volltext
Immer weniger Prämienverbilligungen für tiefe und mittlere Einkommen ohne EL und Sozialhilfe. Seit der Einführung der obligatorischen Krankenversicherung sind die Krankenkassenprämien jedes Jahr gestiegen, im Durchschnitt 4.6 Prozent pro Jahr. Damit haben sich die Prämien innert zwanzig Jahren mehr als verdoppelt. Die Prämienverbilligung hat mit diesem enormen Anstieg bei weitem nicht Schritt gehalten. Die individuelle Prämienverbilligung (IPV) pro BezügerIn ist seit 1997 gerade mal um 16 Prozent gestiegen. Die mittleren Löhne stiegen im selben Zeitraum sogar noch weniger. Gleichzeitig sinkt seit 2002 auch der Anteil der Bevölkerung, der überhaupt Prämienverbilligung bekommt, von 2,43 Mio. auf 2,22 Mio. Personen. Weil die Zahl der Bezüger von Ergänzungsleistungen und Sozialhilfe steigt, steigen die Ausgaben für die Verbilligungen in diesem Bereich zwangsläufig an. Denn weil die Betroffen die Prämien nicht selber zahlen können, kommt die öffentliche Hand dafür auf. Leider haben die Kantone die verfügbaren Mittel nicht im selben Mass aufgestockt. Das führt dazu, dass immer weniger Geld für die übrige Bevölkerung übrig bleibt. Von 2010 bis 2015 sank diese Mittel von 2,2 auf 1,9 Mrd. Fr. Kein Wunder, dass immer mehr Leute unter der Prämienlast leiden. Während in den letzten Jahren in fast überall die Steuern für Unternehmen und Spitzenverdiener gesenkt wurden, bekommen die tiefen und mittleren Einkommen die Abbauprogramme der Kantone sehr direkt zu spüren. Die Rückforderung der Prämienverbilligung im (…). Daniel Lampart.
SGB, 6.10.2017.
Personen > Lampart Daniel. Krankenversicherung. Prämien. SGB, 2017-10-06.
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