Gewerkschaftschronik
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Anzahl gefundene Artikel: 54

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01.10.2018 Schweiz
Emigranten
Personen
VPOD-Magazin
Christoph Schlatter
Einwanderung
Saisonnierstatut
Volltext
Die Schweiz und ihre ausländischen Arbeitskräfte. „Quer durch die Arbeiterschaft“. Von 1914 bis zur Jahrtausendwende versuchte die Schweiz, die Zuwanderung nach ihren wirtschaftlichen Bedürfnissen zu steuern - ohne Rücksicht auf Menschenwürde. In diese „Barackenschweiz“ kann niemand zurückwollen. „Gegen die Zuwanderung von Ausländern gibt es nichts einzuwenden. Dies allerdings unter der Voraussetzung, dass sie sich nicht in der Schweiz niederlassen wollen.“ Was der Bundesrat 1924 schrieb, war im Wesentlichen bis in die 1990er Jahre eine Konstante der schweizerischen Politik. Bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs waren Europas Grenzen offen gewesen. Nach 1918 blieb die kriegsbedingte Abschottung bestehen, später unterstützt von der Weltwirtschaftskrise und von nationalistischen und faschistischen Strömungen. Auch als nach dem Zweiten Weltkrieg ein beispielloser Wirtschaftsaufschwung die Schweiz erfasste, wollte man keine dauerhafte, sondern eine „rotierende“ Zuwanderung, die zugleich, wie dann in der Krise der 1970er Jahre, als Konjunkturpuffer diente. Hier arbeiten, nicht hier leben. Ausländische Arbeitskräfte sollten ins Land kommen: zum Arbeiten, nicht zum Leben. Integration wurde unterbunden, namentlich durch das unselige Saisonnierstatut. Dieses war schon 1934 „erfunden“ worden, es entfaltete seine Wirkung aber vor allem zwischen 1951 und 1970, als insgesamt 3 Millionen Saisonnierbewilligungen ausgestellt wurden. Die Zuwanderer, mehrheitlich Männer, kamen aus Italien, später vermehrt auch aus Spanien, Portugal, aus dem damaligen Jugoslawien (…). Christoph Schlatter.
VPOD-Magazin, 1.10.2018.
Personen > Schlatter Christoph. Einwanderung. VPOD-Magazin, 2018-10-01.
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04.07.2017 Schweiz
Personenfreizügigkeit
Unia Schweiz

Personenfreizügigkeit
Saisonnierstatut
Volltext
Rückblick auf 15 Jahre Personenfreizügigkeit. Flankierende Massnahmen dem veränderten Umfeld anpassen und verbessern. Die Personenfreizügigkeit ist eine wichtige Errungenschaft. Damit sie aber akzeptiert wird, müssen gleichzeitig die in der Schweiz geltenden Lohn- und Arbeitsbedingungen geschützt werden. Es braucht bessere flankierende Massnahmen mit mehr Mindestlöhnen, wirksame Instrumente gegen Lohndumping und einen besseren Kündigungsschutz. Die Einführung der Personenfreizügigkeit war ein wichtiger Fortschritt, hat sie doch dem unwürdigen Saisonnierstatut ein Ende gesetzt. Um die hiesigen Lohn- und Arbeitsbedingungen zu schützen, wurden 2004 auf Druck der Gewerkschaften die flankierenden Massnahmen eingeführt. Diese gilt es nun dem aktuellen Umfeld anzupassen und auszubauen. Lohn- und Arbeitsbedingungen schützen. Aufgrund des veränderten wirtschaftlichen Umfelds in Europa und dem starken Schweizer Franken ist der Druck auf die Löhne nochmals gestiegen. Bei der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative hat es das Parlament verpasst, den Bedenken der Bevölkerung Rechnung zu tragen und die Instrumente gegen Lohndumping auszubauen. Notwendig sind ein besserer Kündigungsschutz insbesondere für Arbeitnehmende, die sich gegen Lohndumping wehren sowie für ältere Angestellte. Sie stehen heute besonderes unter Druck. Stopp Lohndumping. Dringend sind auch bessere Instrumente, um bei einem klaren Hinweis auf Lohndumping die Arbeit zu unterbrechen, bis die Firma (…).
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 4.7.2017.
Unia Schweiz > Personenfreizügigkeit. Unia Schweiz, 2017-07-04.
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09.12.2016 Schweiz
Personen
SGB
Paul Rechsteiner
Saisonnierstatut
Volltext
Neues Saisonnierstatut und neue Diskriminierung abgewendet. SGB-Präsident Paul Rechsteiner zur Umsetzung MEI: nichtdiskriminierender Arbeitslosenvorrang statt Kontingente. Jetzt steht fest: In der Schweiz wird es kein neues Saisonnierstatut geben und kein neues Kontingentierungssystem. Ein solches drohte seit der Annahme der SVP-Masseneinwanderungsinitiative. Das konnte nun im Parlament abgewendet werden. Wie unmenschlich das frühere System war, und gleichzeitig auch noch wirtschaftlich schädlich, zeigt eine neue Broschüre des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes. Der jetzt beschlossene nichtdiskriminierende Arbeitslosenvorrang ist das Ergebnis einer Koalition von SP und FDP. Aufgegleist wurde sie im Ständerat. Möglich wurde sie dank dem Abstimmungssieg gegen die sogenannte „Durchsetzungsinitiative" der SVP vom 28. Februar 2016. Nötig wurde die neue Koalition, weil der Vorschlag des Bundesrates für die einseitige („wortgetreue") Umsetzung der SVP-Masseneinwanderungsinitiative mittels Kontingenten direkt in die Sackgasse führte. Grundlage des Arbeitslosenvorrangs bei Berufsgruppen mit überdurchschnittlicher Arbeitslosigkeit ist die Meldepflicht für offene Stellen. Die Meldung an die öffentliche Arbeitsvermittlung soll dafür sorgen, dass auch ältere Stellensuchende wieder eine Chance bekommen. Heute werden sie trotz guter Qualifikationen oft nicht einmal zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Den Vorschlag der Meldepflicht hat der Schweizerische (…). Paul Rechsteiner.
SGB, 9.12.2016.
Personen > Rechsteiner Paul. Saisonnierstatut. SGB, 2016-12-09.
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09.11.2016 Schweiz
Emigranten
SGB

Kontingentssystem
Saisonnierstatut
Volltext
Kontingentsystem war unmenschlich und wirtschaftlich schädlich. SGB-Broschüre liefert Fakten zu Ausländerkontingenten und Saisonnierstatut. Erbärmliche Unterkünfte, Ghettoisierung, demütigende Gesundheitskontrollen bei der Einreise, erpressbar durch den Arbeitgeber, weil Stellenwechsel nicht erlaubt war: Eine neue SGB-Broschüre beschreibt die menschliche Härte des 1934 eingeführten Saisonnierstatuts. Dazu gehörte auch das Verbot des Familiennachzugs, dessen Folge versteckte, weil illegale Kinder waren. Sie wurden zwar vornehm als “Gastarbeiter" bezeichnet, doch gefragt an den Gästen war nur ihre Arbeitskraft. "Wir riefen Arbeiter, und es kamen Menschen", formulierte 1965 Max Frisch. Da war der Begriff “Fremdarbeiter" ehrlicher, er brachte diese Reduktion immigrierter Menschen auf ihre Arbeitskraft auf den Punkt. In der Broschüre legen drei von Ralph Hug befragte ehemalige Saisonniers Zeugnis ab. Gleichzeitig belegen Daniel Lampart und Franziska Bender in der Publikation auch den wirtschaftlichen Schaden der Kontingentierung: Die Saisonniers waren deutlich schlechter bezahlt. Lohndumping war toleriert, wenn nicht gewollt. Mit den bekannten Folgen, vor allem: Druck auf alle Löhne. Trotz oder vielmehr gerade wegen der Kontingente gab es viel Schwarzarbeit, insbesondere in der Landwirtschaft, im Bau- und Ausbaugewerbe. Das staatliche Rotationsprinzip, das eine Integration der Saisonniers verhindern wollte, verhinderte primär eine Kontinuität in der Arbeitsorganisation, blockte Teamgeist ab, schränkte Innovation ein und führte zu Produktivitätsrückständen. (…). SGB, 9.11.2016.
SGB > Saisonnierstatut. Kontingente. SGB, 2016-11-09.
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23.09.2016 Schweiz
Bürgerblock
Personen
Vorwärts
Thomas Schwendener
Saisonnierstatut
SVP
Volltext
Die Rückkehr des Saisonniers? SVP und BDP wollen das Saisonnierstatut wieder einführen. Geht es nach der rechten Allianz, sollen wieder tausende ArbeiterInnen prekarisiert werden und nach neun Monaten die Schweiz verlassen müssen. Bis 1992 zeigte sich anfangs Frühling vornehmlich an der Südgrenze der Schweiz ein bedrückendes Bild: In langen Schlangen standen Männer mit entblössten Oberkörpern und warteten auf eine medizinische Untersuchung, Wer notgedrungen als Saisonnier in der Schweiz arbeiten wollte, musste an der Grenze die erniedrigende „grenzsanitarische Untersuchung“ über sich ergehen lassen. Weniger gesunde Arbeiter wurden zurückgewiesen. Jene, die es in die Schweiz schafften, genossen einen miserablen sozialen Schutz, durften weder den Wohnkanton noch den Arbeitgeber wechseln und waren meist in engen, schäbigen Baracken untergebracht. Nach maximal neun Monaten mussten sie die Schweiz wieder verlassen und mindestens drei Monate ausser Landes verbringen. Die Saisonniers waren entsprechend leicht erpressbar und der Willkür der UnternehmerInnen ausgeliefert. Unterstützung für die SVP. Die Untersuchungen an der Grenze wurden zwar 1992 aufgehoben, das Saisonnierstatut hatte aber Bestand; bis 2002 die Personenfreizügigkeit mit der Europäischen Union unterzeichnet wurde. Eine Mitte-Rechts-Allianz will nun das Modell wieder einführen. Bei der Debatte des Nationalrats über die „Masseneinwanderungsinitiative“ während der laufenden Herbstsession kommen mehrere entsprechende Anträge der SVP zur Abstimmung. (…). Thomas Schwendener.
Vorwärts, 23.9.2016.
Vorwärts > Saisonnierstatut. SVP. Vorwärts, 2016-09-23.
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03.03.2016 Brig
Emigranten
Personen
Work
Sabine Reber
Saisonnierstatut
Volltext
Gianni Infantino (45) hat es ganz nach oben geschafft: Vom Migranten-Bub zum Fifa-Boss. Die Geschichte des obersten Fussballers der Welt beginnt am Briger Bahnhof. Auf Perron 1. Dort, wo einst die Saisonniers aus Italien ausstiegen. Für die berüchtigte grenzsanitarische Untersuchung. Gianni Infantino kam im März 1970 in Brig zur Welt. Drei Monate später, im Juni, stimmte die Schweiz über die fremdenfeindliche Schwarzenbach-Initiative ab. Diese wollte den Ausländeranteil auf zehn Prozent senken. 300‘000 Menschen hätten ausreisen müssen. Es hätte auch die Infantinos treffen können. Koffer gepackt. Giannis Eltern, Maria und Vincenzo, waren beide 1952 unabhängig voneinander in die Schweiz eingereist, auf der Suche nach Arbeit. Mamma Maria Infantino (81) erinnert sich. Alle Ausländer in Brig hätten damals ihre Siebensachen gepackt gehabt: „Da haben wir wirklich gezittert. Wir haben uns riesige Sorgen um unsere Zukunft gemacht.“ Umso grösser sei dann die Erleichterung gewesen, als die Initiative abgelehnt worden sei. 54 Prozent der Schweizer Bevölkerung hatten damals Nein gestimmt. Und auch die Infantinos konnten bleiben. Die Saisonniers trafen sich am Abstimmungsabend beim Bahnhof Brig und feierten. Auf dem Perron 1. Mamma Maria: „Oh, das war ein Fest. Wir waren so froh, dass wir bleiben durften!“ Auf dem Perron 1. Auf dem Perron 1 kamen sie damals an, die Saisonniers aus Italien. Dort mussten sie den grenzsanitarischen Dienst passieren. Kolonnen von Männern mit nackten Oberkörpern mussten (…). Sabine Reber.
Work online, 3.3.2016.
Personen > Reber Sabine. Sport. Fifa-Präsident. Work online, 2016-03-03.
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03.03.2016 Schweiz
Einbürgerung
Emigranten
Unia Schweiz

Medien-Mitteilung
Saisonnierstatut
Volltext
Bundesrat ignoriert Probleme - dürftige Vorschläge zur Umsetzung der Zuwanderungsinitiative und den flankierenden Massnahmen. Probleme endlich lösen - Schutz der Löhne und der Arbeitsbedingungen muss dringend verstärkt werden. Die Gewerkschaft Unia lehnt den Vorschlag des Bundesrates zur Umsetzung der Zuwanderungsinitiative (Art. 121a BV) ab. Kontingente führen zu neuen Diskriminierungen auf dem Arbeitsmarkt und stellen die Personenfreizügigkeit radikal in Frage. Die Unia befürwortet diese als wichtiges Recht der Arbeitnehmenden und Voraussetzung für die bilateralen Verträge mit der EU. Gleichzeitig muss aber der Schutz der Löhne und Arbeitsbedingungen in der Schweiz verstärkt werden. Der Vorschlag des Bundesrates ist nicht akzeptabel. Kontingente führen zu Diskriminierungen. Die präsentierte Lösung führt zu einer Zunahme von Kürzest-Aufenthaltsbewilligungen und zu prekären Verhältnissen. Die Erfahrung zeigt, dass Kontingente die Abhängigkeit der betroffenen Arbeitnehmenden von ihrem Arbeitgeber vergrössern. Sie können sich kaum gegen gesetzes- und GAV-widrige Arbeitsbedingungen wehren. Das öffnet dem Lohndruck Tür und Tor. So zeigte sich dies beim Saisonnierstatut. Flankierende Massnahmen zwingend verstärken. Das Ja zur Zuwanderungsinitiative war ein Resultat der Angst vieler Menschen um ihre Löhne, Arbeitsbedingungen und Arbeitsplätze. Um diesen Ängsten Rechnung zu tragen, braucht es nicht Kontingente, sondern bessere flankierende Massnahmen (FlaM) zum Schutz aller. Für (…).
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 3.3.2016.
Unia Schweiz > Saisonnierstatut. Einwanderung. Unia Schweiz, 2016-03-03.
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21.08.2015 Naters VS
Emigranten
Personen
Work
Ralph Hug
Ausstellung
Saisonnierstatut
Volltext
„Nie wieder ein Saisonnierstatut!“: Erfolgreiche Unia-Wanderausstellung. Viele Besucher reagierten betroffen. Letzter Spielort für die nachgebaute Baracke: In Naters VS endet die Unia-Aufklärungstour über das frühere Saisonnierstatut. Droht uns ein Rückfall in düstere Vorzeiten? Zumindest fordern Exponenten der SVP die Wiedereinführung von Ausländerkontingenten, wie sie die Schweiz vor der Einführung der Personenfreizügigkeit kannte. Zu diesem „dunklen Kapitel in der Schweizer Geschichte“ dürfe es kein Zurück geben, sagt die Unia. Und startete letzten Herbst eine Aufklärungsaktion: eine Wanderausstellung mit einer nachgebauten Holzbaracke, die zeigt, wie erbärmlich die „Gastarbeiter“, die Arbeitsmigranten aus dem Süden, in der Schweiz lebten. Inzwischen ging die Saisonnierbaracke in zehn Schweizer Städten auf Tour. Die letzte Station ist jetzt Naters im Wallis. Dort, wo sich 1965 in Mattmark die grösste Baukatastrophe der Schweiz ereignete. Was mit der Baracke danach passiert, weiss die Unia-Migrations-Fachfrau Marilia Mendes noch nicht: „Wir führen Gespräche mit interessierten Abnehmern.“ Möglich wäre, dass sie im Wallis als Denkmal und Erinnerung an die Mattmark-Katastrophe aufgestellt bleibt. Auf jeden Fall ist Mendes mit der ganzen Aktion zufrieden: „Sie stiess auf sehr grosses Interesse, Hunderte besuchten die Saisonnierbaracke.“ (…). Ralph Hug.
Work, 21.8.2015.
Personen > Hug Ralph. Saisonnierstatut. Ausstellung. Work, 21.8.2015.
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14.04.2015 Biel
Emigranten
Unia Biel-Seeland-Solothurn

Ausstellung
Saisonnierstatut
Volltext
Baracken- und Saisonnier-Ausstellung der Gewerkschaft Unia. Nie wieder Saisonnierstatut! Eröffnung und Podiumsdiskussion: Donnerstag, 16. April 2015, 10.30 Uhr, Ecke Nidaugasse/Dufour-Strasse, Biel-Bienne. Angesichts aktueller Diskussionen um die Einführung neuer Zuwanderungskontingente erinnert die Unia mit einer Ausstellung in Biel-Bienne an das Menschen verachtende Saisonnierstatut. Das Saisonnierstatut regelte von 1934 bis 2002 die Einwanderung ausländischer Arbeitskräfte. Hunderttausende Menschen wurden als rechtlose Arbeiter/innen in die Schweiz geholt und mussten unter unwürdigen Bedingungen in Baracken hausen. In einer nachgebauten Wohnbaracke und anhand zahlreicher Fotos wird die Lebenssituation der ausländischen Arbeiter/innen erlebbar. Die Botschaft ist klar: Nie wieder Saisonnierstatut! Eröffnung der Ausstellung. Wir laden Sie herzlich zur Eröffnung der Ausstellung mit Podiumsdiskussion ein. An der Podiumsdiskussion werden folgende Personen teilnehmen: (…).
Biel-Seeland/Kanton Solothurn. Medienmitteilung, 14. April 2015.
Unia Biel-Seeland > Saisonnierstatut. Ausstellung. Unia Biel-Seeland, 2015-04-14.
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01.02.2015 Schweiz
Initiativen Schweiz
Personen
VPOD-Magazin
Katharina Prelicz-Huber
Einwanderung
Saisonnierstatut
Volltext
Die „Masseneinwanderungsinitiative“ lässt sich kaum europakompatibel umsetzen. Gegen die Wand. Die Umsetzung der sogenannten Masseneinwanderungsinitiative, also von Kontingenten für die Zuwanderung, ist für die Schweiz schwierig bis unmöglich. In zwei Jahren mit Vollgas in die Wand brettern? Dann lieber jetzt einen Plan B vorbereiten, sagt VPOD-Präsidentin Katharina Prelicz-Huber. Vor einem Jahr wurde die „Masseneinwanderungsinitiative“ in der Volksabstimmung knapp angenommen. Sie verlangt die Einführung von Zuwanderungskontingenten, was in offenem Widerspruch zu den bilateralen Verträgen steht, die die Schweiz mit der Europäischen Union abgeschlossen hat. Nach Annahme der Initiative hat das Parlament drei Jahre Zeit, ein Ausführungsgesetz zu erfinden. Das erste Jahr ist um. Bislang ist nicht erkennbar, dass der Widerspruch mit den Bilateralen gelöst werden könnte. Es ist also gut möglich, dass kein Ausführungsgesetz zustande kommt, mit welchem die bilateralen Verträge mit der EU weitergeführt werden könnten. Wenn es in zwei Jahren, am 8. Februar 2017, kein Ausführungsgesetz gibt, muss der Bundesrat eine Verordnung erlassen, mit der Kontingente eingeführt werden. Vielleicht führt der Bundesrat dann ein neues Saisonnier-Statut ein, womit einem allgemeinen Lohndumping Tür und Tor geöffnet würde. Vielleicht führt er Kontingente pro Berufsgruppe ein und riskiert, dass die EU die bilateralen Verträge kündigt. (…). Katharina Prelicz-Huber.
VPOD-Magazin, Februar 2015.
Personen > Prelicz-Huber Katharina. Masseneinwanderung. Initiative. VPOD-Magazin, Febr. 2015.
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10.12.2014 Schweiz
Emigranten
Personen
SGB
Paul Rechsteiner
Kontingentssystem
Saisonnierstatut
Volltext
Kein Zurück zur Diskriminierung. Vom Kontingentierungssystem zur Personenfreizügigkeit. Das Ja der Gewerkschaften zur Personenfreizügigkeit plus mehr Arbeitnehmerschutz ist eine historische Errungenschaft. Nach dem knappen Ja zur sogenannten Masseneinwanderungsinitiative der SVP am 9. Februar droht der Schweiz ein Rückfall in die Zeit vor den bilateralen Verträgen mit der EU. In ein fremdenpolizeilich gesteuertes Kontingentierungsregime. Mit den bilateralen Verträgen übernahm die Schweiz die auf europäischer Ebene geltende Personenfreizügigkeit. Weil es dabei um grundsätzliche Fragestellungen geht, die in ihrer Bedeutung gar nicht überschätzt werden können, werde ich vor den Überlegungen zur Zukunft einen Blick zurück in die Vergangenheit werfen. Kampfbegriff Überfremdung. Die Schweiz war in langen wirtschaftlichen Prosperitätsphasen stets ein Einwanderungsland: von 1890 bis 1914 und von 1946 bis 1974, allerdings mit grossen Unterschieden. Zu Beginn der 1890er Jahre wandelte sich die Schweiz erstmals vom Aus- zum Einwanderungsland. Der Anteil der Ausländerinnen und Ausländer an der Wohnbevölkerung erreichte bis 1914 16 Prozent, in den Städten weit mehr. (…). Paul Rechsteiner.
SGB. Kontingentierungssystem. Saisonnierstatut. SGB, 10.12.2014.
SGB > Kontingerntierungssystem, Saisannierstatut. SGB, 2014-12-10.
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21.11.2014 Schweiz
Personen
SGB
Daniel Lampart
Blog
Kontingentssystem
Saisonnierstatut
Volltext
Kontingente: Löcherig wie Emmentaler, schlecht für die Arbeitnehmenden. Migrationskontingente - alle reden davon. Wenige haben eine Ahnung. Dabei hat die Schweiz viel Erfahrung damit; vor allem negative. Nicht nur vor Einführung der Personenfreizügigkeit hatte die Schweiz ein Kontingentssystem, sondern auch während der Personenfreizügigkeit, wenn die Zahl der Bewilligungen in Übergangsbestimmungen oder über „Ventilklauseln“ begrenzt war. Kontingentssysteme werden von Arbeitgebern systematisch umgangen. Entweder über ein Ausweichen in Bewilligungskategorien, die nicht beschränkt sind oder über Schwarzarbeit. Die Folgen: Die Zahl der Arbeitskräfte aus dem Ausland geht nicht zurück, doch die Aufenthalts- und Arbeitsbedingungen werden prekärer. Deshalb sind die Gewerkschaften gegen Kontingentssysteme. Im April 2012 hat der Bundesrat beispielsweise beschlossen, die Zahl der Daueraufenthalte (B-Bewilligungen) von EU-8-Staatsangehörigen zu beschränken (bis Mai 2014). In der Folge wichen die Schweizer Arbeitgeber auf Kuraufenthalter oder Grenzgänger aus. Die Zahl der Kurzaufenthalter stieg um rund 50 Prozent (Link, Seite 7). Neu wurden Arbeitskräfte als Grenzgänger gemeldet. Heute sind rund 500 Grenzgänger (!) aus Polen, Ungarn, Tschechien und der Slowakei in der Schweiz tätig (s. Grenzgängerstatistik). (…). Daniel Lampart.
SGB, Blog, 21.11.2014.
Personen > Lampart Daniel. Kontingentssystem. SGB, Blog, 2014-11-21.
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12.11.2014 Schweiz
Initiativen Schweiz
SGB

Ecopop-Initiative
Saisonnierstatut
Volltext
Gefährlich, unmenschlich, schädlich. Ecopop führt in die Sackgasse. Geschlossen engagieren sich die Gewerkschaften und Arbeitnehmendenverbände gegen die Ecopop-Initiative. Denn eine Annahme wäre vor allem für die Arbeitnehmenden verheerend. Es hat sich herumgesprochen: Ecopop löst keine Umweltprobleme und ist neokolonialistisch. Vor allem aber schadet die Initiative mit ihrer starren Quote der Wirtschaft und den Arbeitnehmenden. Bei einer Beschränkung der Zuwanderung auf 0,2 Prozent der ständigen Wohnbevölkerung würden die Arbeitgeber mehr KurzaufenthalterInnen ins Land holen. Diese sind rechtlich schlechter gestellt. Die Arbeitgeber können ihnen einfacher tiefe Löhne und schlechte Arbeitsbedingungen diktieren. Dass dies allen Arbeitnehmenden schaden würde, weil auch ihre Löhne und Arbeitsbedingungen unter Druck kämen, zeigt der Blick auf ein trauriges Kapitel der jüngeren Schweizer Geschichte - das Saisonnierstatut: Unter dem früher geltenden Kontingentsystem verdienten Saisonniers fast 15 Prozent weniger als Arbeitskräfte mit Schweizer Pass. Branchen mit vielen Saisonniers entwickelten sich zu eigentlichen Tieflohnbranchen. Nicht zuletzt dank des Freizügigkeitsabkommens konnte dieser Trend in den letzten Jahrzehnten gebrochen werden. (…).
SGB, 12.11.2014.
SGB > Ecopop-Initiative. SGB, 12.11.2014.
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07.11.2014 Schweiz
Emigranten
Unia Schweiz

Ausstellung
Saisonnierstatut
Volltext
Nie wieder Saisonnierstatut! Tagung und Ausstellung der Gewerkschaft Unia. Angesichts aktueller Diskussionen um die Einführung neuer Zuwanderungskontingente erinnert die Unia mit einer Ausstellung in Bern an das menschenverachtende Saisonnierstatut. In einer nachgebauten Saisonnier-Wohnbaracke und anhand zahlreicher Fotos wird die Lebenssituation der ausländischen Arbeiter/innen erlebbar. Das Saisonnierstatut regelte von 1934 bis 2002 die Einwanderung ausländischer Arbeitskräfte. Hunderttausende Menschen wurden als rechtlose Arbeiter/innen in die Schweiz geholt und mussten unter unwürdigen Bedingungen in Baracken hausen. Die nachgebaute, authentisch eingerichtete Baracke in der Berner Innenstadt macht, begleitet von zahlreichen Bildern, das Leben der Saisonniers sichtbar. Die Botschaft ist klar: So ein Statut darf es nie wieder geben! Versteckte Kinder. Vor der Eröffnung der Ausstellung fand im Berner Kulturzentrum Progr eine Tagung zur Migrationspolitik statt. Vor rund 120 Teilnehmer/innen erzählten mehrere ehemalige Saisonniers von ihren Erfahrungen und warnten vor der Wiedereinführung eines solchen Statuts. Erstmals wurde der Film „Verboten und versteckt - Saisonnierkinder erzählen“ (Link) des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes einer breiteren Öffentlichkeit vorgeführt. (…).
Unia Schweiz, Medienmitteilung, 7.11.2014.
Unia Schweiz > Saisonnierstatut. Ausstellung. Unia, 7.11.2014.
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07.11.2014 Schweiz
Emigranten
SGB
Unia Schweiz

Ausstellung
Saisonnierstatut
Veranstaltung
Volltext
Tagung zum Saisonnierstatut. Saisonnier in bescheidener Unterkunft. Tagung und Ausstellung: „Baracken, Fremdenhass und versteckte Kinder – Darum darf es in der Schweiz kein neues Saisonnierstatut geben“. Am 7. November 2014 von 9.30 bis 13 Uhr, Stiftung Progr, Waisenhausplatz 30, mit anschliessender (14 Uhr) Vernissage der Ausstellung „Das Leben der Saisonnier in Bildern“ in einer nachgebauten Saisonnierbaracke auf dem Waisenhausplatz in Bern. Nach der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative droht die Wiedereinführung von Einwanderungskontingenten und des Saisonnierstatuts. Mit einer Tagung und einer Ausstellung will die Unia an die unmenschliche Lebenssituation der Saisonniers und ihrer Kinder, die zum Teil versteckt lebten, erinnern. Wie lebten diese Menschen in der Schweiz? Welche Rechte hatten sie? Welches waren die Folgen für die Löhne und Arbeitsbedingungen in der Schweiz generell? An der Tagung werden Betroffene Antwort auf diese Fragen geben. Fachleute und Gewerkschaftsvertreter erläutern, welche Konsequenzen für die Menschen und den Arbeitsmarkt eine Wiedereinführung von Kontingenten hätte. Zudem blicken sie in die Zukunft und diskutieren Perspektiven für eine faire Migrationspolitik, die auch eine Chance für den Werkplatz Schweiz darstellt. In der begleitenden Ausstellung soll anhand einer nachgebauten Baracke und Fotos veranschaulicht werden, wie menschenverachtend dieses Apartheid-Statut war. (…).
Unia Schweiz, 7.11.2014.
Unia Schweiz > Saisonnierstatut. Tagung. Unia, 2014-11-07.
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06.11.2014 Schweiz
Emigranten
Personen
Work
Oliver Fahrni
Interview
Saisonnierstatut
Volltext
Der italienische Senator Claudio Micheloni war ein verstecktes Kind. „Ich habe die Schweiz aus einem Verschlag heraus kennengelernt“. Der italoschweizerische Doppelbürger Claudio Micheloni (62) hat das Saisonnierstatut selber erlebt. Seither hat er Fremdenhass politisch bekämpft- auch einen James Schwarzenbach. Interview: Oliver Fahrni. Work: Senator Micheloni, wie haben Sie die Schweiz kennengelernt? Claudio Micheloni: Aus einem Verschlag heraus, einer Art Kiste. Sie stand auf dem Balkon einer Frau, in Boudry, Neuenburg. Die Frau versteckte mich und meine Schwester. Ich war vier Jahre alt, meine Schwester einjährig. Niemand durfte Sie sehen? Mein Vater war Saisonnier. Er hat Kohle geschleppt. Meine Mutter arbeitete als Schneiderin. Das Saisonnierstatut verbot, dass sie uns Kinder in die Schweiz mitnahmen. Als ich einmal mit einem Nachbarjungen im Treppenhaus Streit bekam, lebten wir tagelang in der Angst, die Leute könnten uns bei der Polizei denunzieren. Die hätte uns sofort ausgeschafft. Denunziation. Das kam vor? (…). Oliver Fahrni, Interview.
Work online, 6.11.2014.
Personen > Fahrni Oliver. Saisonnierstatut. Interview. Work, 6.11.2014.
Ganzer Text
06.11.2014 Schweiz
Emigranten
Personen
Work
Oliver Fahrni
Publikation
Saisonnierstatut
Volltext
Die Broschüre zur Ausstellung: Das Work-Leseheft. Auf 48 Seiten dokumentiert und analysiert Work die Zeit des Saisonnierstatuts und seine Folgen für die Zuwanderungspolitik der Schweiz. Das Work-Leseheft „Baracken, Fremdenhass und versteckte Kinder“ zeigt linksseitig Texte und rechtsseitig Bilder. Die meist historischen Fotos sprechen Bände: Da warten 1956, kurz nach ihrer Ankunft in Brig, etwa hundert italienische Landarbeiter auf die grenzsanitarische Untersuchung. Einige sitzen, zwei diskutieren, alle tragen sie Kittel und Krawatte. Was wird sie in der Schweiz erwarten? Die Bilder legen eindrücklich Zeugnis ab von einer anderen Welt: der schweizerischen Realität unter dem Saisonnierstatut. Wie es wirklich war, berichtet im Work-Reader auch Ex-Saisonnier Bruno Cannellotto, von Work-Journalist Marco Geissbühler interviewt. Er erzählt von der schweren Arbeit, den Schikanen der Patrons und der Polizei. Und Aurora Lama, einst ein verstecktes Saisonnierkind, bricht ihr trauriges Schweigen. Ein Artikel dokumentiert, wie die „Jugos“ in die Schweiz kamen. Ein anderer zeigt anhand der italienischen Küche, dass Einwanderung durch den Magen geht. (…).
Work online, 6.11.2014.
Work > Saisonnierstatut. Publikation. Work, 6.11.2014.
Ganzer Text
01.11.2014 Schweiz
Kinder
SGB
VPOD-Magazin

Illegalität
Saisonnierstatut
Volltext
Versteckte Kinder. Es war einer der emotionalsten Momente des SGB-Kongresses, als sich der Saal für die Projektion eines Filmes mit Zeugnissen ehemaliger versteckter Kinder verdunkelte. Sie waren illegal mit ihren Eltern in die Schweiz gekommen, damals, als das Saisonnierstatut noch galt und den Familiennachzug verbot. Sie verbrachten den Tag versteckt zu Hause und durften nur Spiele spielen, die keinen Lärm machen. Es waren berührende Zeugnisse - und beschämende: für eine offizielle Schweiz, die dieses familien- und lebensfeindliche Statut bis 2002 aufrechterhielt. Die Botschaft des knapp 10-minütigen, im Auftrag des SGB von Karin Bachmann gedrehten Filmes war klar: Es darf keinen Rückfall in diese Zeiten geben! Mit anderen Worten: Kein neues Saisonnierstatut - und damit Nein zu allen Vorhaben, die wieder solche Massnahmen wollen. Klar ist für den SGB auch nach dem Volks-Ja zur SVP-Initiative: (…). (SGB/VPOD).
VPOD-Magazin, 1.11.2014.
VPOD-Magazin > Kinder. Illegalität. VPOD-Magazin, November 2014.
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14.10.2014 Schweiz
Emigranten
Initiativen Schweiz
Personen
Vania Alleva
Ecopop-Initiative
Saisonnierstatut
Schwarzarbeit
Volltext
Nicht die Fehler und Missbräuche der Vergangenheit wiederholen. Ecopop und die radikale Beschränkung der ständigen Wohnbevölkerung führt zu neuen Diskriminierungen von MigrantInnen. Arbeitgeber werden vermehrt auf KurzaufenthalterInnen zurückgreifen. Das führt zu einer massiven Zunahme von unsicheren Aufenthaltsbewilligungen und prekären Arbeitsverhältnissen. MigrantInnen müssten so in ständiger Angst leben, mit dem Verlust der Arbeitsstelle auch das Aufenthaltsrecht zu verlieren. Sie wären noch stärker dem Druck und der Ausbeutung durch die Arbeitgeber ausgesetzt. Und das hat Auswirkungen auf den gesamten Arbeitsmarkt. Aus der Geschichte wissen wir genau, welche Folgen Ecopop haben würde. Ecopop führt zu einer Rückkehr zu Verhältnissen wie unter dem Saisonnierstatut, wo Familien auseinandergerissen und Kinder, falls sie doch illegal in die Schweiz kamen, keine Schule besuchen konnten und im Versteckten leben mussten. Als die Schweizer Migrationspolitik mit Kontingenten und Saisonnierstatut operierte, führte dies zu massivem Lohndruck, etwa auf dem Bau oder in der Industrie. (…). Vania Alleva, Vizepräsidentin SGB und Unia Co. Es gilt das gesprochene Wort.
SGB, 14.10.2014.
Personen > Alleva Vania. Ecopop-Initiative. Saisonniers. SGB, 14.10.2014.
Ganzer Text
19.09.2014 Schweiz
Kinder
Personen
Syndicom-Zeitung
Suleika Baumgartner
Illegalität
Kinder
Saisonarbeit
Saisonnierstatut
Volltext
Die Kinder der italienischen Saisonniers. Wie fühlt sich das an als Kind, die meiste Zeit eingeschlossen daheim und ohne Kontakt zu anderen Kindern? Was macht eine solche Situation mit einer Familie, und wie findet sie trotzdem ihren Weg? Geschichten eines humanitären Skandals. Leben im Schrank. Der dunkelrote Alfa Romeo hält an einem Waldrand an der Strasse von Marchirolo zum Grenzübergang Ponte Tresa. Der Mann steigt vorsichtig aus und öffnet den Kofferraum. Die Frau schiebt das Mädchen, dem die Angst ins Gesicht geschrieben steht, zum Kofferraum, es schlüpft hinein. Die beiden Erwachsenen setzen sich wieder ins Auto und überqueren die Grenze mit versteinerten Mienen, die Normalität markieren sollen. Für das Mädchen aus Florenz beginnt eine weitere Saison im Schrank. „Ich fühle mich moralisch verpflichtet, über meine Erfahrungen als verstecktes Kind zu sprechen“, sagt die 1950 geborene Fotografin und Sozialpädagogin Catia im neuen Buch von Marina Frigerio. Das Saisonnier-Statut wurde 1934 in der Schweiz eingeführt. Es stellte Eltern vor eine schwierige Entscheidung: Entweder hörten sie ihre Kinder am Telefon aufwachsen oder sie brachten sie illegal mit in die Schweiz. In den 1960er- und 70er-Jahren gingen Kinder ohne Aufenthaltsbewilligung in der Regel nicht zur Schule - sie sind es, von denen dieses Buch berichtet. Aber auch von jenen, die nach Como, Novara oder Domodossola in Internate geschickt wurden, wo ihre Eltern sie einmal im Monat besuchen konnten. (…).
Suleika Baumgartner, freie Journalistin.
Syndicom-Zeitung, 19.9.2014.
Syndicom-Zeitung > Saisonarbeit. Kinder. Syndicom-Zeitung, 2014-09-19.
Ganzer Text
03.07.2014 Schweiz
Emigranten
Personen
Work
Oliver Fahrni
Einwanderung
Personenfreizügigkeit
Saisonnierstatut
Volltext
Personenfreizügigkeit und innere Reformen. Das Ja zur Abschottung am 9. Februar hatte die Linken kleinlaut gemacht. Doch jetzt kommt die SP mit einem brisanten Programm. Und vollzieht einen politischen Schwenker. Die SP sagt: Wir wollen keine Kontingente und anderen diskriminierenden Massnahmen, um die Zuwanderung zu bremsen. Wir wollen auch keinen Bruch mit der EU und kein Veto aus Brüssel. „Was wir brauchen“, sagt Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer, „sind unabhängig von der EU eingeführte innere Reformen.“ Sie sollen die Produktivität der Schweiz erhöhen. Gute Löhne garantieren. Die Ansiedlung ausländischer Konzerne via Steuergeschenke verhindern. Mehr Frauen in den Arbeitsmarkt bringen. Und sowohl die Abhängigkeit von zugewanderten Spezialisten wie von Billigarbeitenden in Tourismus und Landwirtschaft vermindern. Denn all dies seien reale Probleme des Landes. Innere Reformen für eine effizientere Wirtschaft und mehr soziale Sicherheit statt Abwehr und Kontingente: Der rabiate Schwenk der SP bringt Bewegung in die Politik. (…). Oliver Fahrni.
Work online, 3.7.2014.
Personen > Fahrni Oliver. Personenfreizügigkeit. Saisonnierstatut. Work 2014-07-03.
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20.06.2014 Schweiz
Personen
Regierung Schweiz
SGB
Daniel Lampart
Löhne
Saisonnierstatut
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Bundesratsvorschläge sind schlecht für Löhne und Arbeitsplätze. Umsetzung der "Masseneinwanderungsinitiative". Der Entscheid des Bundesrates zur Umsetzung der „Masseneinwanderungsinitiative“ ist schlecht für die Berufstätigen in der Schweiz. Er steht im Widerspruch zu den Bilateralen Verträgen und gefährdet dadurch Löhne und Arbeitsplätze. Beispielsweise weil sich die Absatzmöglichkeiten der Exportwirtschaft verschlechtern (Wegfall des Abkommens über technische Handelshemmnisse usw.). Er fördert sehr kurzfristige Anstellungen - insbesondere prekäre Temporärarbeit (Personalverleih) - und bevorzugt ausländische Firmen (Entsendungen), indem diese bis 90 Tage von den Beschränkungen ausgenommen sind. Lohndruck, tiefere Produktivität und generell schlechtere Arbeitsbedingungen sind die Folge. Er führt zu mehr Schwarzarbeit und somit zu Druck auf die Arbeitsbedingungen, indem Schweizer Arbeitgeber die vorgängigen behördlichen Überprüfungen zu umgehen versuchen werden. (…). Daniel Lampart.
SGB, 20.6.2014.
Personen > Lampart Daniel. Einwanderung. Saisonnierstatut. SGB. 2014-06-20.
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19.06.2014 Schweiz
Emigranten
Personen
Work
Hans Baumann
Saisonnierstatut
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Gesund rein, krank raus. Wie menschenfeindlich die Schweiz mit ihren Saisonniers umsprang, sah der ehemalige Gewerkschaftsökonom Hans Baumann mit eigenen Augen. „Ich kann mich an den Fall von Giuseppe in den 1980er Jahren erinnern. Er war 25, kam aus Kalabrien und hatte dort eine Frau und ein kleines Kind. Er arbeitete an einem Steinbrecher, einer Maschine, die Steine aus dem Steinbruch zu Schotter verarbeitete. (…). Hans Baumann.
Work online, 19.6.2014.
Personen > Baumann Hans. Saisonnierstatut. Work online, 19.6.2014.
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19.06.2014 Schweiz
Personen
SVP
Work
Ralph Hug
Saisonnierstatut
SVP
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Rückfall in die Apartheid-Schweiz. Ein Comeback des brutalen Saisonnierstatuts: Darauf laufen die Pläne des Bundesrats hinaus. Seit dem 9. Februar steht in der Verfassung ein Abschottungsartikel. 50,3 Prozent der Stimmenden wollen die Einwanderung mit Kontingenten begrenzen. 49,7 Prozent wollen das nicht. Gespaltene Schweiz. Doch der Bundesrat will dieser Tage ein Konzept zur Umsetzung der nicht EU-kompatiblen SVP-Initiative vorlegen. Was bisher aus Bern zu hören war, ist verblüffend: Die SVP wehrt sich gegen eine harte Umsetzung ihres Volksbegehrens, die SP hingegen will genau dies, obwohl sie vehement gegen die Initiative war. SP-Justizministerin Simonetta Sommaruga verfolgt eine strikte Auslegung des Verfassungstexts. Das heisst: jährliche Höchstzahlen für Einwanderer, also Kontingente; restriktive Bedingungen für den Aufenthalt, speziell für den Familiennachzug; Inländervorrang bei den Jobs. Die Bundesrätin will offenbar dem Vorwurf entgehen, den Volkswillen zu missachten. Und ausgerechnet die SVP fordert nun eine weiche Umsetzung ihrer Initiative. (…). Ralph Hug. Work online, 19.6.2014.
Personen > Hug Ralph. Saisonnierstatut. SVP. Work online, 19.6.2014.
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23.05.2014 Schweiz
Personen
SGB
Paul Rechsteiner
DV
Mindestlöhne
Referate
Saisonnierstatut
Volltext
Aus Rückschlägen lernen und die Kräfte neu bündeln. DV-Eröffnungsrede von SGB-Präsident Paul Rechsteiner. Wir haben zwei schwierige Abstimmungssonntage hinter uns. Sie stellen die Gewerkschaftsbewegung vor grosse Herausforderungen. Die beiden Abstimmungsniederlagen vom 9. Februar und vom 18. Mai stehen offensichtlich in einem Zusammenhang. Das Abstimmungsergebnis vom 18. Mai war sehr klar und das vom 9. Februar denkbar knapp. Trotzdem übersteigt der Entscheid vom 9. Februar in der Bedeutung jenen vom 18. Mai bei weitem. Mit dem 9. Februar hat sich in der Schweiz vieles fundamental verändert. Nicht nur für den Abstimmungsentscheid vom 18. Mai. Beginnen wir aber mit der Mindestlohninitiative. Es gibt verschiedene Gründe für das schlechte Resultat, und wir tun gut daran, das Ganze aus Distanz noch einmal gründlich anzuschauen. Schon heute steht aber fest, dass das Klima der Verunsicherung nach dem 9. Februar und vor allem die Angst vor dem Verlust von Arbeitsplätzen der Initiative schwer geschadet haben. Es ist kein Zufall, dass der Absturz der Initiative in den Umfragen mit dem 9. Februar begann. Trotz des schlechten Abstimmungsresultats war die Mindestlohninitiative nicht einfach ein Misserfolg. Der Pleite an der Urne stehen die Erfolge der Initiative als Lohnkampagne gegenüber. Wir stehen vor dem Paradox grosser Erfolge im Kampf gegen tiefe Löhne und einem eklatanten Misserfolg in der Volksabstimmung. (…). Paul Rechsteiner, Referat.
SGB, 23.5.2014.
Personen > Rechsteiner Paul. Referat DV SGB. SGB, 23.5.2014.
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