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27.05.2021 Genf
Smood AG
Unia Genf

Entlassungen
Smood AG
Volltext
Massenentlassung bei Smood/AlloService.. Smood-KurierInnen wollen Arbeitsplätze verteidigen. Die Gewerkschaften Unia und SIT haben heute über die Ergebnisse der Konsultationsphase mit den Mitarbeitenden von AlloService Sarl informiert. Die Firma übernimmt als Subunternehmen Lieferungen für die Plattform Smood SA. Zwar wurde die Zahl der geplanten Entlassungen reduziert. Doch die Situation bleibt für die Arbeitnehmenden sehr undurchsichtig und unsicher. Die Gewerkschaften fordern die Genfer und Waadtländer Behörden auf, zu intervenieren, damit alle Arbeitsplätze erhalten bleiben. Die Situation der ZustellerIinnen in Genf und in der Waadt, die für die Lieferplattform Smood SA arbeiten, ist immer noch schwierig. Trotz einer langen Konsultationsfrist wurden von den Geschäftsleitungen der betroffenen Unternehmen nur wenige konkrete Vorschläge gemacht. Die im April in den Medien angekündigten Entlassungen sind nun Realität. Sollte es zu keiner Einigung kommen, werden in den kommenden Wochen mehrere Dutzend Menschen arbeitslos werden. In einer Zeit, in der die Online-Lieferungen von Lebensmitteln und Einkäufen in der ganzen Schweiz boomen, haben diese Arbeitnehmenden keinerlei Schutz. Erste ermutigende Zeichen. Doch es gibt auch erste ermutigende Zeichen, welche die Gewerkschaften erfreut zur Kenntnis genommen haben: Das Unternehmen AlloService hat im Zusammenhang mit der Massenentlassung ein formelles Konsultationsverfahren eröffnet und die Genfer Behörden informiert. Die Zahl der Entlassungen wurde von 250 auf 150 Personen reduziert (120 in Genf und 30 in Lausanne). Im Kanton Waadt wurden bereits 45 Kurier*innen wiedereingestellt. Schliesslich erklärte Smood letzte Woche, dass es dem System der Vergabe von Aufträgen an Subunternehmen ein Ende setzt und den Genfer Mindestlohn einhält. Vorschläge der Beschäftigten. Auf dieser Basis hoffen die Beschäftigten nun eine Lösung auf Basis ihrer Vorschläge zu finden, welche sie während der dreiwöchigen Konsultationsfrist mit Unterstützung der Gewerkschaften Unia und SIT erarbeitet haben. Ihr Ziel ist, die Arbeitsplätze zu erhalten und die wirtschaftlichen Folgen allfälliger Entlassungen abzufedern. Die Beschäftigten verlangen von Smood: Die Arbeitsverhältnisse mit allen Beschäftigen aufrechtzuerhalten, die das bis am 30. Juni ausdrücklich wünschen. Die rechtlich vorgeschriebenen Arbeitsbedingungen einzuhalten, insbesondere den Genfer Mindestlohn und den Landes-Gesamtarbeitsvertrag des Gastgewerbes (L-GAV). Rechtzeitig alle erforderlichen Unterlagen bereitzustellen, damit mögliche Ansprüche und die korrekte Abführung von Sozialversicherungsbeiträgen überprüft werden können. Kantone müssen sich einschalten. Die Gewerkschaften fordern die Genfer und Waadtländer Behörden auf, diesen Fall unter die Lupe zu nehmen und insbesondere die Einhaltung der Sozial- und Arbeitsgesetzgebung zu überprüfen. Das Subunternehmer-Verhältnis von AlloService und Smood verdient besondere Aufmerksamkeit unter dem Gesichtspunkt der Anwendung des Arbeitsvermittlungsgesetzes (AVG). Solche Subunternehmerstrukturen wurden von den Gewerkschaften bereits in der Vergangenheit öffentlich angeprangert, insbesondere bei dem von Uber in der Westschweiz geschaffenen System mit Taxifahrer*innen, die von Subunternehmen angestellt wurden. Im Fall von Personalverleih ist es verboten, die Personalrekrutierung an ein Subunternehmen auszulagern. Die ausstehenden Ansprüche der Kurier*innen könnten daher grösser sein als von AlloService geschätzt, und dürften sich auf mehrere hunderttausend Franken belaufen. Prekarisierung durch Subunternehmerketten beenden!. Die schweizweit tätige Firma Smood wurde von der Unia mehrfach für die schlechten Arbeitsbedingungen und Löhne ihrer Kurier*innen kritisiert: unzureichende Spesenvergütungen, teilweise unbezahlte Wartezeiten, fehlende Pausenräume, im letzten Moment geänderte oder zu spät kommunizierte Arbeitsplanung. Die Situation hat sich während der Pandemie weiter verschärft, als die Zahl der Lieferungen explodierte. Die Unia kritisiert auch die strategische Partnerschaft von Migros mit Smood. Die Migros ist seit 2019 Aktionärin und Kundin von Smood. Sie muss ihren Teil der Verantwortung für die prekären Arbeitsbedingungen am äussersten Ende der Produkt- oder Essenslieferkette (Last Mile Delivery) übernehmen.
Für Rückfragen:
Roman Künzler, Verantwortlicher Logistik & Transport Unia
Umberto Bandiera, Gewerkschaftssekretär Unia Genf
Martin Malinovski, Gewerkschaftssekretär SIT
Aymen Belhadj, Gewerkschaftssekretär Unia Waadt
Unia Genf, Medienmitteilung, 27.5.2021.
Unia Genf > Smood. Entlassungen. Unia Genf, 2021-05-27.
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27.11.2019 Genf
Lausanne
Zürich
Smood AG
Syndicom

GAV
Smood AG
Velokurier
Volltext
Wildwuchs stoppen durch GAV Kurier*innen. Der Kassensturz berichtete gestern Abend über unzufriedene Foodkurier*innen bei der SMOOD AG. Diese sind auf Syndicom zugekommen, um ihre Interessen gegenüber der Firma zu vertreten. Die Differenzen sind symptomatisch für eine schnell wachsende und weitgehend unregulierte Branche. Syndicom hofft nun auf eine sozialpartnerschaftliche Lösung und ist erfreut, dass die SMOOD AG dem Dialog zustimmt. Langfristig braucht es ein allgemeinverbindliches Vertragswerk. Dafür haben sich bereits rund ein Dutzend Kurierfirmen dem Gesamtarbeitsvertrag für Velokuriere und urbane Kurierdienstleistungen (GAV Kurier*innen) angeschlossen. Die Kurierbranche ist in den vergangenen Monaten und Jahren aufgrund des Online-Booms schnell gewachsen. Die Nachfrage nach rasch einsetzbarem Personal ist hoch, die Konkurrenz ebenso. Dabei droht der Schutz der Arbeitnehmenden auf der Strecke zu bleiben. So hat diese Branche dringend Regulierung nötig, bevor sich dieser Wildwuchs etabliert. Kurierdienste, die Essen ausliefern, fallen unter das Postgesetz, welches „adressierte Sendungen“ regelt. Sie müssen sich daher mindestens an die vom Gesetzgeber festgelegten Konditionen halten. Bereitschaft zum Dialog. Die SMOOD AG hat Bereitschaft signalisiert, einen sozialpartnerschaftlichen Dialog aufzunehmen. David Roth, zuständiger Zentralsekretär bei Syndicom, fordert auch die anderen Kurierdienste zur Kooperation auf: „Es ist im Interesse der Arbeitgebenden, ihren Angestellten korrekte Löhne zu bezahlen. Ihr Reputationsrisiko hängt davon ab.“ So könnte sich die SMOOD AG dem GAV Kurier*innen anschliessen. (…). Syndicom, 27.11.2019.
Syndicom > Smood AG. GAV. Syndicom, 2019-11-27.
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