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01.05.1970 Bern
Gewerkschaftliche Rundschau
Kunstmuseum
Personen
Paul Klee
Malerei
Volltext
Zur Paul-Klee-Ausstellung im Berner Kunstmuseum. Es mag ungefähr in der Mitte zwischen 1930 und 1940 gewesen sein, als wir den Besuch eines alten, ehrwürdigen Mannes bekamen, der uns erklärte, die Nazis hätten absolut Recht, Paul Klee das Malen zu verbieten. Der das sagte, war Hans Klee, der Vater des Malers, alt Musiklehrer am bernischen Oberseminar, geliebt, verehrt und gefürchtet wegen seiner sarkastischen Sprüche. Hans Klee hat sich anderswo noch drastischer ausgesprochen, zum Beispiel vor einem Bilde seines Sohnes, das er zufällig in einem Einrahmungsgeschäft sah. Es sei verschwiegen, was er für einen Spruch tat. Ich erzähle das nicht müssigerweise. Hier stiessen mit den Welten von Vater und Sohn zwei Zeitalter zusammen. Für Väter von heute, die sich über ihre Söhne ärgern, sei dieser Zusammenstoss beschrieben. Hans Klee war ein wasserreiner Rationalist, dem die „Welt der Erscheinungen“ die pure Wirklichkeit darstellte, die man als Maler auch so wiedergeben müsste, wie sie „erschien“. Sein Musikschüler Simon Gfeller, der letztes Jahr gefeierte Dichter, erzählte, was Hans Klee vom Wesen der Phantasie hielt. „Phantasie? Phantasie ist Gedächtnis, nichts weiter.“ Paul Klees Welt ist dagegen eine Welt triumphierender Phantasie. Vater Klee würde es schwer haben, welche Gedächtnisstützen die so unendlich variierten ungegenständlichen Bilder und graphischen Blätter des Sohnes haben könnten. (…). Dr. Alfred Fankhauser, Bern.
Gewerkschaftliche Rundschau, Heft5, Mai 1970.
Personen > Klee Paul. Gewerkschaftliche Rundschau, Mai 1970.
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