Gewerkschaftschronik
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Anzahl gefundene Artikel: 285

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02.11.2018 Schweiz
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Selbstbestimmungs-Initiative
Volltext
Selbst-Entmachtungs-Initiative. Es war ein wüstes Hauen und Stechen: Ems-Chefin Martullo-Blocher bei Roger Schawinski zur SVP-Selbstbestimmungsinitiative. Sie: je brandschwärzer die Lüge, desto unflätiger der Ton. Er: ausnahmsweise nicht in der Lage, dem Gegenüber dauernd ins Wort zu fallen. So konnte die ähnlichste Blocher-Tochter wieder und wieder rotzen, bei der Selbstbestimmungsinitiative gehe es darum, „unsere Selbstbestimmung und unsere direkte Demokratie zu retten“. Und das Schweizer Recht gegen fremde Richter zu verteidigen. Falsch, sagt im Work-Interview der ehemalige Bundesrichter Niccolò Raselli: „Die Initiative richtet sich gegen unsere eigenen Gerichte.“ Sie sei ein weiterer Versuch der Blocher-Partei, Schweizer Richter zu entmachten. Weil diese gewisse Volksentscheide stoppen können. Stoppen müssen. Etwa dann, wenn sie gegen elementare Menschenrechte verstossen. So wie die SVP-¬Ausschaffungsinitiative 2010. Die Europäische Konvention der Menschenrechte schützt die Grundrechte aller. Und genau das stört die SVP: dass sie mit Fremdenfeindlichkeit und Blocher-Millionen nicht einfach durchmarschieren kann. Hitler lässt grüssen. In der direkten Demokratie können die Stimmberechtigten über alles abstimmen. Leider auch über die Abschaffung der Demokratie. Oder über die Wiedereinführung der Todesstrafe. 2010 lancierte ein Mann namens Marcel Graf ein solches Volksbegehren. Hätte Graf seine Initiative nicht zurückgezogen und wäre sie an der Urne angenommen worden, hätten wir jetzt in der Schweiz die Todesstrafe? Gottlob nicht! Denn Grafs Initiative verstiess gegen die Menschenrechtskonvention im Völkerrecht. Und das Völkerrecht steht über (…). Marie-Josée Kuhn.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Selbstbestimmungs-Initiative. Work online, 2018-11-02.
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02.11.2018 Schweiz
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Paul Rechsteiner
Interview
Präsident
SGB
Volltext
Paul Rechsteiner war 20 Jahre lang SGB-Präsident. Wie er wurde, was er ist. Nach 20 Jahren an der Spitze des Gewerkschaftsbundes tritt Paul Rechsteiner zurück. Höchste Zeit für ein etwas persönlicheres Bilanz-Gespräch. Work: Paul Rechsteiner, 66, geboren in St. Gallen, Mutter Putzfrau, Vater Hilfsarbeiter, katholische Schule, Ministrant, dann Anwalt, mit 34 SP-Nationalrat, mit 46 Chef des ¬Gewerkschaftsbundes, seit 2011 Ständerat. Habe ich was vergessen? Paul Rechsteiner: Lassen wir das mal so stehen. Sie haben eine Blitzkarriere hinter sich, sind Schnellredner, immer auf Draht. Laufen Sie eigentlich der Zeit weg, oder läuft die Zeit Ihnen weg? Die Zeit ist endlich, das ist so, auch meine. Und was das Sprechtempo anbelangt: ich kann auch getragener reden, je nachdem, wo und mit wem ich rede. Gehen wir mal in der Zeit ganz zurück, in Ihre Jugend. Wie wird man ein roter Paul im schwarzen St. Gallen? Wie bei allen anderen hat auch bei meiner Politisierung das Milieu eine Rolle gespielt, in das ich hin-eingeboren worden bin. Ich wurde sehr früh dafür sensibilisiert, was Machtverhältnisse sind. Aber, für eine Politisierung braucht es nicht nur das Sein, sondern auch das Bewusstsein. Es war eine Aufbruchszeit, damals in den 1960er Jahren. Wir erlebten die erste Mondlandung, die Bürgerrechtsbewegung in den USA, all das war prägend. Erstmals gab es mehr Studierende als Bauern. Das war, soziologisch gesehen, ein grosser Umbruch. 1968 war ich sechzehn: Ich sehe noch die Bilder der beiden 200-Meter-Läufer John Carlos und Tommie Smith, wie sie an der Siegerehrung an der Olympiade die (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 2.11.2018.
Personen > Rechsteiner Paul. Interview Marie-Josée Kuhn. Work online, 2018-11-02.
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19.10.2018 Schweiz
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Bauarbeiter
Volltext
Der Stolz der Bauarbeiter. Sie bauen die Schweiz, und sie bauen Brücken: die Bauarbeiter. Zum Beispiel haben sie jetzt grad die Berner Kirchenfeldbrücke saniert. Sieben Monate lang haben sie dort gerüstet, gebohrt, gespritzt, gehämmert und asphaltiert. Und die müden von den 250’000 Nieten ersetzt, die den Stahl zusammenhalten. Dicht verfolgt vom Berner Fotografen Alexander Egger. Er ist ihnen mit seiner Kamera auf die Kelle gerückt. Das Resultat, das Work auf den Seiten 8-9 präsentiert, sind hautnahe Bilder vom Schweiss der Arbeit. Bilder, auf denen es pflotscht, stinkt und spritzt. Und bei deren Anblick es uns schwindelt: 30 Meter über der Aare hängt einer am Seil, ganz orange und ganz klein, steht auf einem schmalen Steg im Eisenmonster: es ist der Gerüstbauer. Wow! Immer wenn er auf eine Baustelle komme, erzählt Egger, wollten sofort drei, vier Büezer aufs Bild: „Die sind stolz auf ihre Arbeit“, sagt der Fotograf. Kein Wunder, ihre Leistung ist lebenswichtig, über ihre Arbeit können wir fahren, in ihrer Arbeit können wir wohnen. Kein Wunder, sind sie wütend! Dicker Hund. Ihr kaputter Rücken ist die Kehrseite ihres Stolzes: Bauarbeiter leben gefährlich und ¬sterben früh. Im Schnitt erleidet ein Bauarbeiter alle fünf Jahre einen Unfall. 40 Prozent der Bauarbeiter im Alter von 40 bis 65 Jahren werden invalid. Nur zwanzig Prozent erreichen das Rentenalter 65 gesund. Dass die Baubüezer seit 2003 mit 60 in die Frühpension gehen können, ist denn auch die grosse soziale Errungenschaft der letzten Jahrzehnte. Erkämpft haben sie sich die Bauarbeiter zusammen mit den Gewerkschaften. Dass die Baumeister diese (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 19.10.2018.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Bauarbeiter. Work online, 2018-10-19.
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19.10.2018 Schweiz
Frauen
Personen
Work
Christiane Brunner
Marie-Josée Kuhn
Interview
SGB
Volltext
SGB: Frauenstreik-Ikone Christiane Brunner (71) fordert ein starkes Frauenministerium: „Ob Gysi oder Maillard, ist nicht der springende Punkt“. Sie war die erste und bisher letzte Frau an der Spitze des Gewerkschaftsbundes. Und sie organisierte den ersten Frauenstreik von 1991. Jetzt fordert Christiane Brunner vom SGB: mehr Geld und Ressourcen für den zweiten Frauenstreik. Work: Christiane Brunner, Sie waren von 1994 bis 1998 Co-Präsidentin des Gewerkschaftsbundes. Wie hatten Sie das damals geschafft? Christiane Brunner: Ach wissen Sie, das war eine ganz andere Zeit. Ich war Co-Präsidentin, zusammen mit Vasco Pedrina. Ich als Chefin der Gewerkschaft SMUV, er als Chef der Gewerkschaft GBI. Und es ging damals um eine historische Zusammenführung der beiden Antipoden-Gewerkschaften, auch im Hinblick auf die geplante Fusion zur grossen Unia. Vasco und ich beendeten die langjährigen Kriegereien: Ich habe die Phantasie in die Gewerkschaftsarbeit gebracht. Und Vasco kennt sich mit der Theorie aus und wusste, wie man die Ideen umsetzt. Wir beide ergänzten uns perfekt. Das war der politische Hintergrund dieses Co-Präsidiums – und nicht, dass ich als Frau dem SGB vorstehen sollte. Am SGB-Kongress vom 30. November / 1. Dezember tritt der oberste Gewerkschaftschef Paul Rechsteiner zurück. Seine Nachfolge antreten möchten die St. Galler SP-Politikerin und Gewerkschafterin Barbara Gysi und der Waadtländer SP-Regierungsrat und Gewerkschafter Pierre-Yves Maillard. Sind Sie mit der Auswahl zufrieden? Wir haben zwei gute Kandidaturen, beide bringen sie politische Erfahrung, Engagement (…).  Marie-Josée Kuhn.
Work online, 19.10.2018.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Brunner Christiane. Interview. Work online, 2018-10-19.
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28.09.2018 Schweiz
Frauen
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Demonstrationen Bern
Feminismus
Lohngleichheit
Volltext
Oben ohne. Die junge Frau mit dem „Vulva“-Schriftzug auf der Brust stand einfach da. Und erhob ihre Faust. Auf ihrem selbstgemalten Plakat stand: „Das Geld kennt kein Geschlecht.“ An die 20’000-Menschen-Demo war sie gekommen, weil es jetzt reicht, weil es Lohngleichheit braucht. Als Minimum! Neben ihr tanzten sechs barbusige Girls, sie lachten und strahlten vor Lebensfreude. Und verlangten nichts weniger als das „Ende der Schnäbi-Diktatur“ (Seiten 8-11). Es war keine geplante Aktion, sie hatten sich nicht einmal gekannt vorher. Doch Mut und Leichtigkeit sind ansteckend: „Es war extrem schön, befreiend und verbindend“, sagte eine von ihnen. Selbst ist die Frau. Marianne und Hannah. Oben ohne protestierte schon die Marianne, die französische Helvetia. Auf dem Gemälde von Eugène Delacroix, auf dem sie das Volk mit wehendem Busen in die Julirevolution von 1830 führt. Sie ist göttlich, und sie ist so frei, sich von Normen und Obrigkeit zu befreien. Wie Hannah Weitemeier. Ihre Obrigkeit war der Frankfurter Philosophie- und Soziologieprofessor Theodor W. Adorno. Radikal in seiner Theorie, in der politischen Praxis aber nicht so sehr. Als er 1969 den Hörsaal betritt, kommt ihm die Studentin entgegen. Sie trägt eine Jacke, aber nichts darunter. Die Aktion geht als „Busenattentat“ in die Geschichte der feministischen Protestkultur ein. Körper und Politik. Körperpolitik ist eng mit der Frauenbefreiungsbewegung verbunden. Sie ist ein grundlegendes Moment der Emanzipation: „Mein Körper gehört mir!“ Selbst ist die Frau. Dazu gehört auch die Idee, den nackten Körper als Waffe einzusetzen. So, wie dies die Femen-Frauen tun, (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 28.9.2018.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Feminismus. Lohngleichheit. Work online, 2018-09-28.
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31.08.2018 Schweiz
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Lohngleichheit
Volltext
Eins, zwei Schadenfälle. Für die NZZ sind flankierende Massnahmen ein „Kollateralschaden“ der Personenfreizügigkeit. Für die NZZ sind mehr Lohnschutz und mehr Gesamtarbeitsverträge also Schadenfälle. Und sie belegt das mit Fake News: „Zusammen mit den arbeitsmarktlichen Regelungen sind nämlich auch Gesamtarbeitsverträge wie Pilze aus dem Boden geschossen. Die vertraglich fixierten Löhne, die in der Regel mit zunehmender Berufserfahrung und dem Alter automatisch steigen, tragen dazu bei, einheimische Arbeitskräfte zu verdrängen.“ Ein schlechter Witz, sagt dazu Unia-Chefökonom Beat Baumann. Denn GAV würden in der Regel Anfangslöhne fixieren, aber praktisch nie Lohnanstiege nach zehn Berufsjahren vorschreiben. Warum also meldet die Alte Tante von der Zürcher Falkenstrasse solchen Hafenkäse? Weil ihr mehr Lohnschutz und mehr Mindestlöhne ebenso ein (marktradikaler) Dorn im Auge sind, wie sie es Ems-Milliardärin Martullo-Bocher & Co. sind. Auch sie attackieren die Flankierenden frontal. Es sind Attacken auf ein Erfolgsmodell, wie Work-Autor Clemens Studer im Work-Schwerpunkt über die Personen¬freizügigkeit aufzeigt. Europäische Werte. Beim Streit um die flankierenden Massnahmen geht es also nicht um „die Schweiz gegen die EU“, denn die Gegnerinnen und Gegner von mehr Lohnschutz und mehr Rechten für Arbeitnehmende hocken hüben wie drüben. In Domat/Ems ebenso wie in Süddeutschland. Und ihre Befürworterinnen und Befürworter ebenfalls. Es geht (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 31.8.2018.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Lohngleichheit. Work online, 2018-08-31.
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17.08.2018 Schweiz
Löhne
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Flankiierende Massnahmen
Löhne
Volltext
Lohnschutz-Ausverkauf. Der Knall platzte mitten in die träge Sommerhitze: Die Gewerkschaften werden nicht mehr mit Bundesrat -Johann Schneider-Ammann über den Ausverkauf der flankierenden Massnahmen verhandeln. Sie zeigen ihm und Aussenminister Ignazio Cassis die rote Karte. Weil die beiden FDP-Bundesräte den Schweizer Lohnschutz «frontal attackieren» und vor der EU sowie der Wirtschaftslobby einknicken. Bisher hatte der Bundesrat stets versprochen, er würde bei den Verhandlungen mit der EU um ein Rahmenabkommen eisern am Schweizer Lohnschutz festhalten. Doch nun haben erst Cassis, dann auch Schneider-Ammann dieses Versprechen im Alleingang gebrochen. Wie grundsätzlich, zeigt Work-Autor Clemens Studer im Detail. Im grossen Work-Interview sagt Unia-Chefin Vania Alleva deshalb: „Schneider-Ammann stellt alles zur Disposition. Ausserdem sollen künftig EU-Instanzen über den Schweizer Lohnschutz entscheiden.“ Das könne man sich nicht bieten lassen. Dorer tutet. So weit, so richtig: die Gewerkschaften verteidigen den Lohnschutz für uns Arbeitnehmende. Das ist ihr Daseinszweck. Umso mehr, als dieser spezielle Schweizer Lohnschutz auch wirkt. In der Schweiz sind die untersten Löhne in den letzten zehn Jahren nicht ab¬gesackt wie im umliegenden Europa, im Gegenteil. Zwar wächst die Lohnungleichheit auch hier, aber weniger heftig. Das ist mit ein Erfolg der Schweizer Spezial-Combo: Bilaterale plus flankierende Mass¬nahmen. Doch es ist nicht dieses kleine Wunder, (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 17.8.2018.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Flankierende Massnahmen. Work online, 2018-08-17.
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17.08.2018 Schweiz
Demonstrationen Bern
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Demonstrationen Bern
Gleichstellung
Volltext
Switzerland last. Jede erwerbstätige Frau wird heute im Schnitt um 7‘000 Franken im Jahr geprellt. Nur deshalb, weil sie eine Frau ist. Und um 30‘3000 Franken in ihrem ganzen Erwerbsleben. Das haben die Expertinnen des Berner Büros für arbeits- und sozialpolitische Studien (BASS) exklusiv für Work berechnet (rebrand.ly/b-auf-dle-insel). Zwar hat der Ständerat nach langem Hin und Her jetzt doch noch Mini-Massnahmen gegen diesen Lohnbschiss durchgewinkt. Er möchte Unternehmen mit mehr als 100 Beschäftigten alle vier Jahre einer Lohnanalyse unterziehen. Das wären aber nur ein Prozent aller Unternehmen. Wenn es Im bisherigen Schlendrian weitergeht, müssen wir deshalb noch 60 Jahre auf Lohngleichheit warten. Die Schweiz fällt punkto Kinderbetreuung und Lohngleichheit inzwischen auch hinter den Durchschnitt der OECD-Staaten zurück. Switzerland last: die Schweiz als letzte. Die Frauendemo. 62 Jahre bis zum Frauenstimmrecht. 86 Jahre bis zur Mutterschaftsversicherung. 88 Jahre bis zur Gleichstellung im Eherecht. Und wie lange noch bis zur Lohngleichheit? Kein Wunder haben die Frauen die Nase voll, das hat die Stimmung am 14.Juni gezeigt. 27 Jahre nach dem ersten Frauenstreik liegt ein zweiter Frauenstreik In der Luft. Vorerst laden die Gewerkschaften, Parteien und Frauenorganisationen zur nationalen Demo für Lohngleichheit am 22. September nach Bern. Vom SGB über die Business Professional Women, die CVP-Frauen, die Lehrerinnen und Lehrer Schweiz, (…). Marie Josée Kuhn.
Work, 17.8.2018.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Demonstration. Gleichstellung. Work, 2018-08-17.
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17.08.2018 Schweiz
Personen
SGB
Work
Marie-Josée Kuhn
Pierre-Yves Maillard
Corrado Pardini
Präsidium
SGB
Volltext
SGB-Präsidium: Pardini verzichtet – Maillard neu angefragt. Seit zwanzig Jahren ist Paul Rechsteiner SGB-Chef, doch Ende November, am SGB-Kongress, tritt er definitiv ab. Und das Kandidaturen-Karussell um seine Nachfolge kommt langsam in Fahrt. Corrado Pardini nimmt sich nun selber aus dem Rennen. Zu Work sagt er: „Ich verzichte, weil mich das, was ich jetzt mache, als Nationalrat und als Unia-Industrie-Chef in einem hervorragenden Team, erfüllt und sehr glücklich macht.“ Seine Stärken könne er so am besten einbringen. Gysi und Carobbio. Damit reduzieren sich die bisher gehandelten möglichen Kandidaturen auf zwei Frauen und einen Mann: auf Barbara Gysi, SP-Nationalrätin und Präsidentin des St. Galler Gewerkschaftsbundes, auf Marina Carobbio, SP-Nationalrätin und VPOD-Mitglied aus dem Tessin, und auf Mathias Reynard, SP-Nationalrat aus dem Wallis und Unia-Mitglied. Sie alle wollen sich die Sache noch überlegen. Eine Variante, die offenbar ebenfalls diskutiert wird, ist die eines Co-Präsidiums, das sich Unia-Chefin Vania Alleva und SEV-Chef Giorgio Tuti teilen würden. Maillard. Für den Job neu auch angefragt ist der Waadtländer SP-Regierungsrat Pierre-Yves Maillard. Er ist Unia-Mitglied, war früher Nationalrat und Regioleiter bei der Gewerkschaft SMUV, einer Vorgängerorganisation der Unia. Er sagt zu Work: „Das SGB-Präsidium ist eine äusserst spannende und wichtige Aufgabe. Ich prüfe derzeit, ob die Bedingungen für eine Kandidatur gegeben sind.“ Für ihn sei immer schon klar gewesen, es gebe kein (...). Marie-Josée Kuhn.
Work, 17.8.2018.
Personen > Kuhn Marie-Josée. SGB-Präsidium. Work, 2018-08-17.
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29.06.2018 Schweiz
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Bauarbeiter
Rentenalter
Volltext
Die Stimme der Bauarbeiter. 18’000 Bauarbeiter gehen auf die Strasse. Für die Pensionierung mit 60 und gegen die Rentenabbaupläne der Baumeister. Es ist die grösste Arbeiterdemonstration in der Schweiz seit hundert Jahren. Und was bringt die „Sonntagszeitung“ am Tag danach? Ein ganzseitiges Interview mit Baumeisterchef Gian-Luca Lardi, in dem dieser die Frührente „als untragbar“ bezeichnet. Plus 10 Zeilen und ein kleines Bild zur Demo. Eine klare Positionierung des Tamedia-Blattes: die Stimme der Meister. Bern. Dabei ertönt die Stimme der Bauarbeiter laut und klar. Sie geben ihre Rente 60 nicht her. Warum nicht? Christian, Stefanie, Bruno und Klara aus dem Berner Oberland haben es mir im Extrazug an die Demo nach Zürich erzählt. Christian ist 69, er hat 45 Jahre Bau auf dem Buckel. Sein Gesicht, ein Albert Anker. Neben ihm Stefanie (26), sie hat grad ihre Lehre als Montage-Elektrikerin abgeschlossen. Vis-à-vis Bauarbeiter Bruno (54) und Frau Klara (50). Jetzt Christian: „Wisst ihr eigentlich, was das Schönste in meinen ganzen 45 Jahren auf dem Bau war?“ Kopfschütteln. „Dass ich mit 60 gehen konnte. Ich wär’ sonst gar nicht mehr hier.“ Nicken und: „Ja, Chrigel, noch ein wenig geniessen, gell?“ Bruno zeigt auf sein Handy: „Und ich sage euch, mit diesem Knochen da ist alles noch strenger geworden. Früher, da hat man mir am Morgen gesagt, was ob ist. Jetzt rufen sie ständig an von der Bude: Mach doch noch dies, Brünu. Mach doch noch das!“ Klara lacht: „Wir sollten 35 Jahre lang 30 sein – und dann, Chlapf und (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 29.6.2018.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Bauarbeiter. Work online, 2018-06-29.
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29.06.2018 Zürich
Demonstrationen Zürich
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Bauarbeiter
Demonstration Unia
Volltext
Bau: Grösste Arbeiter-Demonstration seit 100 Jahren. 18'000 für Rente 60. Der Baumeisterverband greift die Rente 60 frontal an. Das lassen sich die Bauarbeiter nicht gefallen. Einen solchen Protest hat die Schweiz noch selten gesehen. 10’000 hat Unia-Bauchef Nico Lutz schon erwartet, doch es kommen 18’000 Bauarbeiter mit ihren Familien, Kollegen, Freundinnen und Freunden. Wie ein Tatzelwurm schlängelt sich der wartende Demonstrationszug vom Zürcher Bahnhof übers Central bis auf die Rudolf-Brun-Brücke. Im tiefblau-weisswolkigen Himmel schwebt die magische Zahl 60. Auf einem riesigen roten Ballon. 18’000 aus der ganzen Schweiz sind gekommen, um sich den Rentenabbauplänen der Baumeister entgegenzustellen. Diese greifen die Frühpensionierung auf dem Bau frontal an und fordern: Rentenalter rauf oder Rente runter. Ein dicker Affront auf eine wohlverdiente Errungenschaft. Denn Bauarbeiter leben gefährlich und sterben früher. Deshalb ist auch Maurer Wanja Jakob (27) aus Bern da, „weil Klassenkampf nie endet“. Und Rentner Christian Bringold (69) aus Lenk BE erzählt: „Hätte ich nicht mit 60 gehen können, gäbe es mich heute vermutlich gar nicht mehr.“ Starkes Zeichen. An vorderster Front, mit dem grossen Transparent, protestiert Maurer Pasquale Miele (55) aus Zürich: „Miele wie die Abwaschmaschine!“ Als einziger trägt er kein rotes 60-T-Shirt, sondern Hemd und Krawatte. Immer wenn er an einen wichtigen Anlass gehe, trage er Krawatte, sagt er. Und: Wenn er Unia-Chef wäre, würde er für die Demos rote Krawatten (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 29.6.2018.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Bauarbeiter. Demonstration. Work online, 2018-06-29.
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15.06.2018 Schweiz
Frauen
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Frauenstreik
Volltext
Frauenstreik 2.0. Am 14. Juni 2019 findet der zweite Frauenstreik statt. Save the date, reserviere das Datum! Diese Ankündigung kursiert auf Facebook. Und ein Manifest von Juso und SP zum Unterschreiben ruft das Frauenjahr aus. Dieses dauert bis am 14. Juni 2019 – und bis dann muss die Schweiz folgende Forderungen umgesetzt haben: 1. Die Lohngleichheit, mit Lohnkontrollen und Sanktionen. 2. Die Anerkennung unserer Arbeit: Familie und Haushalt sind Arbeit. Beruf und Familie müssen endlich vereinbar werden. Und 3. Keine Gewalt gegen Frauen. 27 Jahre nach dem ersten Frauenstreik mobilisieren die Frauen also für den zweiten. Sie mögen nicht mehr warten. Denn Geduld und Demut brachten uns Frauen noch nie voran. Wut und Proteste schon. Save the date! Frauen kämpften 62 Jahre bis zum Frauenstimmrecht, 88 Jahre bis zur Gleichstellung im Eherecht, 60 Jahre bis zur Fristenlösung bei der Abtreibung und 86 Jahre bis zur Mutterschaftsversicherung. Verrückt: Das ist alles noch gar nicht so lange her. Meine Mutter lebte fast vierzig Jahre ohne Stimmrecht. Und 56 Jahre unter einem frauenfeindlichen Eherecht. Es stellte die Ehefrau unter die Vormundschaft des Mannes. Der Mann konnte allein über Familieneinkommen und Wohnort bestimmen. Der Mann konnte der Frau sogar verbieten, erwerbstätig zu sein. Und er könnte es immer noch, wäre es nach der SVP (…). Marie-Josée Kuhn.
Work, 15.6.2018.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Frauenstreik 2019. Work, 2018-06-15.
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27.04.2018 Schweiz
Personen
Work
Ralph Hug
Marie-Josée Kuhn
Karl Marx
Interview
Volltext
Exklusiv: Das grosse Work-Interview mit Karl Marx. "Jetzt rede ich!". Zu seinem 200. Geburtstag gelang es work, ein Interview mit dem deutschen Philosophen, Kapitalismuskritiker und Revolutionär Karl Marx zu führen. Exklusiv! Das war möglich, weil wir seine Schriften studierten und das Interview gleich selber schrieben.* Work: Karl Marx, wir dachten, Sie seien schon lange tot?! Karl Marx: Es ist nicht das Bewusstsein der Menschen, das ihr Sein bestimmt, sondern umgekehrt. Bitte? Nicht das Bewusstsein bestimmt das Leben, sondern das Leben bestimmt das Bewusstsein … Soll das heissen, so wie wir leben, müssen wir Sie für tot erklären? … deshalb sind die herrschenden Ideen einer Zeit stets nur die Ideen der herrschenden Klasse. Moment, Moment: Könnten Sie sich uns zuerst kurz vorstellen? Viele Jüngere. wissen doch gar nicht, wer Sie sind. Ich bin am 5. Mai 1818 in Trier geboren, studierte Philosophie und musste später nach London ins Exil, weil mich der preussische Staat verfolgte. Mein Hauptwerk heisst "Das Kapital". Darin erkläre ich, wie der Kapitalismus funktioniert. Und dass er dereinst an seinen inneren Widersprüchen zugrunde gehen wird. Es kommt der Zeitpunkt, an dem das Proletariat die Macht übernimmt und eine klassenlose Gesellschaft ohne Unterdrückung realisiert. Denn die Geschichte aller bisherigen Gesellschaften ist die Geschichte von Klassenkämpfen. (…). Ralph Hug, Marie-Josée Kuhn,
Work online, 27.4.2018.
Personen > Marx Karl. Interview. Work, 2018-04-27.
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27.04.2018 Schweiz
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
SVP
Volltext
So vergeht die Zeit. Nicaraguas Staatschef Daniel Ortega am Fernsehen. Der ist aber alt geworden, denke ich. Dann bringen sie Kuba. Erstmals seit der Revolution 1959 soll auf der roten Zucker-Insel kein Castro mehr führen, sondern ein Canel, Diaz-Canel. Hoppla, schiesst es mir durch den Kopf: 1959, das ist ja mein Jahrgang. Und nochmals hoppla: Uns gehen definitiv die Revolutionäre aus. Dabei waren sie Fixsterne am linken Firmament. Fidel Castro tot, Nelson Mandela tot, Karl Marx schon länger tot. Am 5. Mai würde der wichtigste Denker der kommunistischen Bewegung 200 Jahre alt. Work hat mit ihm gesprochen. Und publiziert ein weiteres Juwel in seiner losen Serie „Exklusiv-Interviews mit Toten“. Pikant: Der bedeutendste Denker der kommunistischen Bewegung redet sogar über seinen Karbunkel. Linkenfresser. Nicht nur die Revolutionäre kommen uns abhanden, sondern auch die liebsten Feindbilder. Furgler (Kurt) und Fischer (Otto), beide stramm rechts und beide schon lange weg. Das waren noch Linkenfresser: Moskau einfach! Auch Eisenbeisserin Maggie Thatcher verschwunden. Nur Blocher (Christoph) bleibt. Der sieht aber alt aus, denke ich, schon wieder vor der Glotze, als der SVP-Führer im bündnerischen Klosters fast vom Podest fällt. Und seine Partei, die fällt auch. Verliert und verliert und verliert und verliert und verliert und verliert und verliert Sitze. „Ohrfeigenwetter für die SVP”, nennt das Work-Autor Clemens Studer. Warnt aber davor, sich zu früh zu freuen. Den wievielten 1. Mai habe ich am 1. Mai? (…).  Marie-Josée Kuhn.
Work online, 27.4.2018.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Editorial. Work online, 2018-04-27.
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29.03.2018 Schweiz
Frauen
Personen
Work
Tamara Funiciello
Marie-Josée Kuhn
Feminismus
Volltext
Hexenhammer. "Wir sind die Enkelinnen der Hexen, die ihr nicht verbrennen konntet": Von den USA bis nach Polen ertönt inzwischen dieser feministische Kampfruf. Auch bei Tamara Funiciello ist er beliebt. Überhaupt empfiehlt sich die Juso-Chefin gerne als Hexenkind, zuletzt nach ihrer Wahl ins Berner Kantonsparlament: "Die Hexen kommen", postete sie fröhlich. Und 499 likten diese Drohung (Stand 27. März). Drohung? Ja, Funiciello will dem Kapitalismus und dem Patriarchat den Garaus machen. Donald Trump nennt sie einen "rassistischen, sexistischen orangen Trottel". Und über die Juso sagt sie: "Wir sind der Dorn im Arsch der SP. Dieser Dorn darf ruhig ab und zu etwas wehtun." Anal, fäkal, scheissegal! Mit ihrer erfrischenden Provo erntet Funiciello auch viel Hass. Hatespeech auf Facebook und anderswo. Und ¬Drohungen. Früher, so sagt sie, hätte man sie sicher als Hexe verbrannt. Tönt ziemlich eitel, ist wohl aber nicht falsch. Jetzt ist Marielle tot. Starke Frauen. 400 Jahre lang brannten in Europa die Scheiterhaufen. Die Hexenverfolgung war eine Frauenverfolgung. Und der "Hexenhammer" das Handbuch der Hexenprozesse. Es erschien 1487 und predigte blutigen Frauenhass: "Klein ist die Bosheit gegen die Bosheit des Weibes." Die Frau sei das defekte, unreine und unrein machende Wesen. Sie gehöre gefoltert, verdammt und verbrannt. Insbesondere im Visier der (kirchlichen) Inquisition standen damals (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 29.3.2018.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Tamara Funiciello. Work online, 2018-03-29.
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16.03.2018 Schweiz
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Präsidium
SGB
Volltext
"Mittelscheitel, Schnauz, unverändert seit Jahrzehnten": so beschrieb einst die NZZ den obersten -Gewerkschafter der Schweiz. Doch der Konservativismus bei Paul Rechsteiner zeigt sich nur in ¬seinem Äusseren. Im Herzen ist der rote Paul ein Klassenkämpfer. Mutter Putzfrau, Vater Hilfsarbeiter, Anwalt der kleinen Leute, mit 34 im Nationalrat, mit 46 Chef des Gewerkschaftsbundes, seit 2011 St. Galler Ständerat. Schnell-steile Karriere. Nur der Schnauz blieb stets an Ort. Doch jetzt will er gehen. Zwar tritt Rechsteiner bei den nächsten Ständeratswahlen wieder an. Aber beim SGB ist im November Schluss: Es sei Zeit für einen Generationenwechsel, sagt er. Heikel. Zwanzig Jahre hat Rechsteiner den Flohsack Gewerkschaftsbund zusammengehalten. Kein kleines Kunststück. Doch er tat es mit Integrität und Integrationskraft. Die konnte er auch gut gebrauchen, denn unter seiner Führung hat sich die Gewerkschaftslandschaft mächtig verändert. Seit der Fusion der Gewerkschaften SMUV, GBI und VHTL zur Unia ist diese das grösste und (finanz)stärkste Pferd im SGB-Stall. Nicht immer zur Begeisterung der kleineren Verbände. Umso diffiziler dürfte die Wahl von Rechsteiners Nachfolge werden. Gysi? Pardini? Reynard? Oder alles anders? Papabili. Eine Nachfolgerin sähen viele gern. (…). Marie-Josée Kuhn.
Work, 16.3.2018.
Personen > Kuhn Marie-Josée. SGB. Präsidium. Work, 2018-03-16.
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02.03.2018 Schweiz
Personen
Rote Anneliese
Work
Marie-Josée Kuhn
Rote Anneliese
Volltext
45 - und wieder links und frech: Die Wiederauferstehung der Roten Anneliese. Fast hätten sie die einzige linke Walliser Zeitung seit 1973 begraben. Aber es kam anders. Zum Glück! Auf "walliserdiitsch" bedeutet "Anneliese" Analyse und Anneliese zugleich. Und das Beste daran: Die "Rote Anneliese" lebt immer noch. Besser gesagt, die einzige linke Oberwalliser Zeitung seit 1973 lebt neu auf. Fast wäre "isches Lisi" eingegangen, doch jetzt übernimmt ein junges Frauenteam mit Schwung und Schpeuz die "kritische Stimme des Oberwallis". Stolz präsentieren Redaktorin Silvia Eyer und Layouterin Martina Studer ihre erste Ausgabe, die Nummer 243. Fetzige Front, angriffige Anrisse wie gehabt, aber ohne Hammer-Rot-und-Schwarz. Zum Beispiel: "Der Hunger der Reichen". Auf dem Foto, einer Montage, zündet ein (weisser) Banker sich mit einem Hundert-Dollar-Schein gerade seine Zigarre an. Und neben ihm sitzt ein (schwarzes) Kind, das hungert. Dazu folgender Apetizer: "Hunger gibt es nicht, weil wir die Armen nicht ernähren können. Hunger gibt es, weil der Hunger der Reichen nicht zu stillen ist" Auf Seite 4 dann der Hauptgang: ein Artikel über die Fakten zur wachsenden Ungleichheit und was wir dagegen tun können. Und als Dessert eine Analyse von Odilo Noti, Geschäftsleitungsmitglied bei Caritas, auch er ein Walliser, kein heuriger Hase. Garbely und Bayard. So gesellt sich jung und älter im neuen (alten) Tendenzblatt. Auch Recherche-Journalist Frank Garbely darf da nicht fehlen. Er berichtet über einen (…).. Marie-Josée Kuhn.
Work, 2.3.2018.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Rote Anneliese. Work, 2018-03-02.
Ganzer Text
02.03.2018 Schweiz
Frauen
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Frauen
Gleichstellung
Volltext
25 Jahre Brunner-Effekt. Geduld bringt den Frauen keine Rosen. Das sagt die Historikerin Fabienne Amlinger. Sie hat den Umgang von FDP, CVP und SP mit ihren Frauenorganisationen ab Einführung des Frauenstimmrechts 1971 bis 1995 erforscht. Und kommt zum Schluss: Nur wenn die Frauen auf den Putz hauen, bewegt sich was. Zum Beispiel vor 25 Jahren: Am 3. März 1993 bebt die Schweiz. Eben hat das Parlament SP-Bundesratskandidatin Christiane Brunner eine schallende Ohrfeige verpasst. Und statt der zweiten Frau in der Geschichte der Eidgenossenschaft einen weiteren Mann gewählt. Ein Sturm bricht los, zu Tausenden protestieren Frauen und Männer gegen die Nichtwahl der charismatischen Gewerkschafterin. Die Ohrfeige, die Brunner bekam, war eine Ohrfeige für alle Frauen. Umso mehr, als ihre Gegner direkt auf die Frau spielten. Ein anonymes „Komitee für die Rettung der Moral unserer Institutionen“ drohte damit, kompromittierende Fotos von Brunner zu veröffentlichen. Das war der Anfang einer Dreckkampagne, wie sie die Schweiz bis dahin noch nie gesehen hatte. Und der Beginn eines Frauenfrühlings. Pfister. Vom Brunner-Effekt profitierten vor allem auch die bürgerlichen Frauen, sagt Forscherin Amlinger im grossen Work-Interview. Treu und geduldig hatten sie bisher ihren Parteien gedient. Forderten wenig und gewannen nichts. Allen voran die freisinnigen Frauen: Ihr Weg zur Emanzipation war der steinigste, sagt Forscherin Amlinger. Ist es immer noch, wie die Wahl von Ignazio Cassis zeigte. Auch bei der CVP (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 2.3.2018.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Frauen. Gleichstellung. Work online, 2018-03-02.
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16.02.2018 Schweiz
Personen
Work
Christoph Blocher
Marie-Josée Kuhn
Faschismus
SVP
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Wille & Wahn. Wir haben die AHV und die IV. Wir haben die Proporzwahl bei den Nationalratswahlen. Wir haben die 5-Tage-Woche. Und wir haben das Frauenwahl- und -stimmrecht. All diese Errungenschaften gehören heute fest zur Schweiz, so wie Ricola und Matterhorn. Sie erlebten ihre Geburtsstunde am Generalstreik von 1918. Es ist Winter, es ist Hunger, es ist Krieg. Wer ins Militär muss, bekommt keinen Lohnausfall. Arbeiterfamilien darben. Nur die Reichen, die leben gut. Unternehmer und Aktionäre streichen sagenhafte Renditen ein. Schieber und Spekulanten feiern Hochkonjunktur. Die Verbitterung der Arbeiterinnen und Arbeiter ist ein Pulverfass. Am 9. November explodiert es: Das Oltener Aktionskomitee ruft den Landesstreik aus. Arbeiterführer Robert Grimm übernimmt. 250’000 Menschen streiken. Und fordern eine AHV, das Frauenstimmrecht, die 6-Tage-Woche usw. Ein Volksaufstand. Doch General Ulrich Wille sieht rot. Er schickt die Armee aus. In Grenchen töten sie drei junge Männer. Zwei davon mit einem Schuss in den Hinterkopf. Grossvater. Und jetzt kommt SVP-Führer Christoph Blocher und will feiern. Nein, nicht die Geburtsstunde der sozialen Schweiz. Sondern jene, die sie partout verhindern wollten. Blocher will Wille würdigen – und dessen Anpfiff zum Blutbad. Wille, diesen grossbürgerlichen Militärkopf. Wille, diesen glühenden Bewunderer des deutschnationalistischen Kaisers Wilhelm II. Wille, der auch den Grossvater von Historiker und Journalist Stefan Keller gegen die Büezer losschickte. (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 16.2.2018.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Blocher Christoph. Faschismus. Work online, 2018-02-16.
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02.02.2018 Schweiz
Personen
SDA Schweizerische Depeschenagentur
Work
Marie-Josée Kuhn
Sda
Streik
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Stoff und Zoff. Trump ist wieder weg. Und der „Blick“ kommt vom tiefen Kniefall („Dear Mr. President: Welcome to Switzerland!“) langsam wieder auf die Beine. In den Vorgärten blühen schon die Primeln, derweil sich das Edelweiss in immer höhere Bergwelten zurückzieht. Der Schnee war gestern. Die Klima¬erwärmung ist heut’. Heiss, so hören wir, wird’s auch den Feministinnen. Wegen Männern, Liebhabern! Simone de Beauvoir (selig) schwärmte wie ein Teenie. In ihren neu publizierten Briefen säuselt und bäuselt es, wispertutz und Lutz ’s und knistert’s. Putz und Lutz. Eher knallen tut es hingegen bei Unia-Bauchef Nico Lutz. Gekonnt kontert er den Angriff der SVP. Auf die Lohnkontrollen. Auf die Normalarbeitsverträge. Auf die Gewerkschaften. Zum Lachen und zum Weinen, findet das Lutz. Hier haut er deshalb auf den Putz. Aber Achtung: Alle 48 Stunden gibt es einen Superreichen mehr. Milliarden von Gewinnen, Jahr für Jahr, immer mehr. Die Hungernden müssten längst nicht mehr hungern. Doch die Verhältnisse, die sind nicht so. Das gibt Stoff, das gibt Zoff. So viel ist schon passiert. Wut und Mut. Und schon streikt die SDA. Ihr Chef bolzt und holzt. Nicht mit uns, sagen die Journalistinnen und Journalisten. Sie können es also doch! Das braucht Wut, das braucht Mut und tut auch ganz gut. So jung ist das Jahr – und so viel ist schon passiert.
Marie-Josée Kuhn.
Work online, 2.2.2018.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Sda. Streik. Work online, 2018-02-02.
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19.01.2018 Schweiz
Nationalbank
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Direktion
Nationalbank
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Die Wende. Vor drei Jahren war er ein einsamer Rufer in der Wüste des ökonomischen Unverstandes: SGB-Chefökonom Daniel Lampart. Niemand mochte damals so richtig in seine Kritik an der Nationalbank einstimmen. Lampart warnte und warnte und warnte. Bereits einen Monat nach der plötzlichen Aufhebung des Frankenmindestkurses erklärte er im Work: „Mit dem Mindestkurs waren die Arbeitnehmenden sicher. Ohne Untergrenze kommen sie unter Druck.“ Und so kam es: Ohne Frankenschock hätte die Schweiz heute 100’000 Arbeitsplätze mehr. Das schätzt der St. Galler Wirtschaftsprofessor Franz Jaeger und fordert einen neuen Mindestkurs. Es stand im Work. Jaeger kritisiert aufgrund von Untersuchungen der Uni St. Gallen die falsche Geldpolitik von Nationalbank-Chef Thomas Jordan. Und nicht nur er. SNB-Kritiker Lampart bekommt Recht. Selbst Jordans oberster Chef, Bundesrat Johann Schneider-Ammann findet, ein fairer Frankenkurs läge „klar über 1.20 Franken“. Zwar hat der Volkswirtschaftsminister nie etwas gegen den überbewerteten Franken getan. Doch seine Kritik an Jordans Kurs ist massiv, wenn auch indirekt. Nach drei Jahren Lohndruck, Arbeitsplatzabbau, und Einkaufstourismus bekommt Lampart, bekommen die Gewerkschaften, Recht. Die Aufhebung des Mindestkurses war ein Riesenfehler und verheerend für die Schweiz. Im grossen Work-Interview (Seite 3) über den Aufschwung gibt Daniel Lampart sich zwar bescheiden, aber der politische Umschwung ist ein, auch sein Erfolg! Krawatte. (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 19.1.2018.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Nationalbank. Wolk online, 2018-01-19.
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19.01.2018 Schweiz
Nationalbank
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Daniel Lampart
Interview
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Wechselkurs
SGB-Chefökonom Lampart sieht Licht am Ende des Tunnels. „Jetzt geht es aufwärts!“ Der Franken hat sich abgeschwächt, der Aufschwung kommt – und Nationalbankkritiker Daniel Lampart wird mehrheitsfähig. Das wird ein gutes Jahr! Work: Daniel Lampart, Sie haben die Aufhebung des Frankenmindestkurses durch die Nationalbank vor drei Jahren von Anfang an scharf kritisiert. Damals allein auf weiter Flur. Inzwischen geben Ihnen immer mehr Experten recht: Es war ein grosser Fehler. Wie ist das, wenn man als Gewerkschaftsökonom plötzlich mehrheitsfähig wird? Daniel Lampart: Mehrheitsfähig sind wir noch nicht ganz. Aber es zeigt sich jetzt halt, wie gravierend die Folgen dieser Mindestkursaufhebung sind: Zehntausende Arbeitsplätze gingen verloren, der Druck auf Löhne und Personalkommissionen in den Betrieben war sehr hoch. Entscheidend für uns wird jetzt sein, wo der Franken sich in Zukunft hinbewegt. Sie sind kein bisschen stolz, dass Sie von ¬Anfang an vor dieser Entwicklung gewarnt hatten? Nein, wie sollte ich auch! Für mich war das schlimm mit anzusehen. Selbst der neoliberale Ökonom Franz Jaeger gab Ihnen kürzlich in einer Studie* recht, welche die Unia mit in Auftrag gegeben hatte. Ohne Frankenschock, sagt er, hätten wir heute 100’000 Arbeitsplätze mehr. Ist diese Schätzung realistisch? In Deutschland sind seit 2009 allein in der Maschinenindustrie fast 20 Prozent zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen worden. Bei uns ¬dagegen ging fast jeder zehnte Arbeitsplatz verloren. Das bedeutet klar: Ohne die (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 19.1.2018.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Lampart Daniel. Interview. Work, 2018-01-19.
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14.12.2017 Schweiz
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Industriepolitik
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Ist es Sadismus? Es weihnachtet sehr. Nein, es ist nicht der Duft von Schnee, es sind auch nicht die Augen der Kleinen, die sich am Fenster von Franz Carl Weber festsaugen. Es schneit wieder Entlassungen: das ist es! Da kann Heiligabend nicht mehr fern sein. Ist denn nichts mehr heilig? Kahlschlag bei General Electric (GE) im Aargau: 1400 Stellen sollen weg. Abwrackentscheid beim Solarunternehmen Meyer Burger in Thun (minus 100-160 Stellen) und Auslagerungspläne bei ABB Sécheron in Genf (minus 150 Stellen). Ist das Zufall? Ist es Sadismus? Sagen sich die Finanzwölfe in den Teppichetagen vielleicht: „Kommt, jetzt reissen wir noch ein Schaf“? Quasi letzte Ausfahrt vor Bethlehem? Tabula rasa. Im Dezember kommen die Zahlen fürs ganze Jahr zusammen. In den Firmen herrscht Bilanzstimmung. Man schaut die Kosten an. Und landet schnell bei den Personalkosten. So erklärt die vorweihnachtliche Entlassungsorgie der deutsche Arbeitsrechtler Alexander Bredereck. Firmen wollen den Gewinn verbessern, der Stellenhammer saust nieder. Und so mancher Chef, der Kündigungen bisher vor sich hergeschoben habe, mache jetzt reinen Tisch. Tabula rasa – und dann tschüss und heim zum Kuscheln. Auf die Frage, ob er selber denn noch bleiben könne, antwortete der GE-Schweiz-Chef Michael Rechsteiner dem „Blick»: „Ich gehe heute abend nach Hause, und ich weiss, dass ich noch einen Job habe.“ Die Belegschaft wird sein Glück zu schätzen wissen. Kein Chabis. (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 14.12.2017.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Industriepolitik. Unia online, 2017-12-14.
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30.11.2017 Stettfurt TG
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
Lohndumping
Prozess
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Sagen, was ist. Multimillionär Christian Baha (48) aus Wien mit Wohnsitz im steuergünstigen Monaco mag keine negativen Schlagzeilen. Ein Wort zu viel – und schon hat man einen Prozess am Hals. Der Österreicher, der den Muskel- und Landsmann Arnold Schwarzenegger seinen Freund nennt und selbst schon als Amateurschauspieler in Blockbustern wie „Transformers 3“ auftrat, kann Wahrheit nicht ertragen. Als Work im Mai 2016 über polnische Arbeiter und Tieflöhne auf der Baustelle von Schloss Sonnenberg in Stettfurt TG berichtete, war der Schlossherr not amused und erwirkte sofort ein superprovisorisches Verbot. Er liess der Unia verbieten, seine Tieflöhne als das zu bezeichnen, was sie sind: Lohndumping. Jetzt ist Baha vor Gericht abgeblitzt. Ein schöner Erfolg für die Unia. Zwar ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. Erstinstanzlich dürfen wir den feinen Herrn aber offiziell „Lohndumper“ nennen und „Finanzspekulant“. Lohndumper deshalb, weil die von Baha bezahlten Löhne „weit weg vom ortsüblichen Lohn“ seien. Und Finanzspekulant drum, weil der Mann sein Geld schliesslich mit risikobehafteten Gewinnen gemacht habe. Das ist Musik! Und weil’s so gut tut, grad nochmals erstinstanzlich: Lohndumper, Lohndumper, Lohndumper!. Wohltat. Es gibt sie also doch: Gerechtigkeit. Nicht immer können die Grossen mit den Millionen ihre Kritikerinnen und Kritiker mit Klagen mundtot machen. Auch so eine Wohltat: Wir dürfen die Führerin des rechtsextremen Front national „Faschistin“ nennen. Das hat ein Pariser Gericht (…). Marie-Josée Kuhn.
Work online, 30.11.2017.
Personen > Kuhn Marie-Josée. Lohndumping. Prozess. Work online, 2017-11-30.
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17.11.2017 Genf
ABB
Personen
Work
Marie-Josée Kuhn
ABB
Betriebsschliessung
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Ein Branchenkenner über die Polen-Pläne der ABB: Kommerzieller Selbstmord. Ulrich (Ulli) Spiesshofer, oberster ABB- Chef (Honorar 2015: 9,1 Millionen Franken) hat einen Plan mit vielen Stellschrauben. Ein Element seiner „Next Level Strategie 2015-2020“ ist die „Achse Schweiz-Polen“. So nennt man das in der Teppichetage im „Cityport“ in Zürich Oerlikon. Dort ist das Hauptquartier des ABB-Konzerns. Was bedeutet diese Achse konkret? Um Kosten zu senken, werden Arbeitsplätze ostwärts nach Polen und in andere Billiglohnländer verlagert. So hat ABB bereits Personalabteilungsdienste und andere Konzernfunktionen nach Polen bugsiert. Es sind aber auch schon ganze Produktionseinheiten aus Westeuropa nach Polen verschoben worden. Und nun will CEO Spiesshofer auch noch rund 150 von rund 250 Arbeitsplätzen im Genfer Werk ABB Sécheron in die polnische Stadt Lodz verschieben. Dies, nachdem ihm die Stadt Genf einen äusserst lukrativen und werbewirksamen Auftrag für eine Elektrobuslinie (Tosa) verschafft hat. Auch in der Hoffnung, die ABB werde in Genf weiter produzieren lassen. Unausgegorene Strategie. ABB Sécheron in Meyrin-Satigny ist die weltweit führende Herstellerin von Traktions-Transformatoren. Solche braucht es in Wechselstromzügen und -lokomotiven. Der Eisenbahnmarkt wächst deutlich stärker als der Durchschnitt der Weltwirtschaft. Die Auftragsbücher in Meyrin-Satigny sind deshalb voll - der Betrieb macht satte Gewinne. Das sagen die Branchenkenner. Das sagt die Belegschaft. Die ABB will während (…). Marie-Josée Kuhn.
Work, 17.11.2017.
Personen > Kuhn Marie-Josée. ABB. Betriebsschliessung. Work, 2017-11-17.
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