Gewerkschaftschronik
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Anzahl gefundene Artikel: 12

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15.03.2019 Bern
Personen
Work
Katrin Bärtschi
Arbeit
Briefträger
Volltext
Die Briefträgerin & der Affe im Fenster. „Verdammt!“ denkt die Briefträgerin. Ein Brief hat sich zwischen die andern im Kistli verkrochen. Einen A-Post-Brief, erst noch einen von Hand ¬adressierten und mit einer Marke beklebten, zur Zeit zuzustellen ist Ehrensache. Dem Zeitteufel zum Trotz. Der Weg ist schmal, die Briefträgerin kann das Fahrzeug nicht wenden. Zu Fuss trabt sie, den Brief in der Hand, zurück zum letzten Haus – und sieht im Fenster den Affen. Ganz klassisch hängt er an einem Ast, mit der linken Hand hält er sich fest, seine Rechte fasst eine Banane. Ein grosses Fensterfarbenbild! „Jetzt bin ich schon hundert Mal an diesem Haus vorübergeeilt und habe den Affen nie gesehen!“ denkt die Briefträgerin. „Wie bewege ich mich eigentlich durch meinen Arbeitstag? Gring abe u seckle?“ Dreimaster. Vielleicht hängt der Affe noch nicht lang in diesem Fenster. Doch er erinnert die Briefträgerin an ähnliche Gegebenheiten: Wie oft ging sie in der Freizeit durch das Quartier und bemerkte plötzlich hier einen verschnörkelten Balkon, dort entlang einer Häuserfassade einen schwindelerregenden Katzensteg, hier einen seltenen Strauch im Garten und dort eine Malerei unter einem Dach! „Dinge, die ich nie wahrnahm!“ denkt die Briefträgerin, „obwohl ich unzählige Male an ihnen vorübereilte.“ Oder hinter Gittern der alte Dreimaster, ein buntes Schiff, das sicher seit Ewigkeiten durch das verstaubte Kellerfenster segelt. Unbeachtet von den Briefträgerinnen und Briefträgern, die keine zwei Meter davon entfernt in Windeseile Ballast abwerfen. Er grinst. (…).
Kathrin Bärtschi.
Work online, 15.3.2019.
Personen > Baertschi Kathrin. Briefträgerin. Arbeit. Work online, 2019-03-15.
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01.03.2019 Schweiz
Personen
Work
Katrin Bärtschi
Arbeitsbedingungen
Briefträger
Volltext
Die Briefträgerin & der Schnee. Tagsüber ist es jetzt wieder warm. Zu warm. Nach eiskalten frühen Morgen. Februar, es kann noch einmal schneien bis herab in die Niederungen, wo an schattigen Stellen noch die Reste vom letzten Mal liegen. Wäre heute früher, viel früher, würde alles einfach ein wenig länger dauern, wenn auf den Strassen Schnee liegt. „Wäre das Arbeitsleben gemütlich, würden wir in der Winterzauberwelt einen sicheren Schritt nach dem andern tun“, denkt die Briefträgerin. Aber heute ist nicht früher, und das Arbeitsleben war kaum je gemütlich. Der Briefträgerin brach der Angstschweiss aus, während ihr Fahrzeug neulich nasse Schneemassen pflügte. Nun immerhin auf drei Rädern. Zur Zeit des Zweiradrollers hatte die Furcht sich je nach Wettervorhersage bereits am Vorabend eingestellt. Kein Winter, in dem die Briefträgerin nicht mindestens einmal mit dem gelben Pferdchen auf die Schnauze fiel. Und doch schien sie als einzige das unsichere Terrain zu fürchten. Erst im Rückblick, vom sicheren Sattel des Elektro-Dreirades DXP aus, gestanden manche vergangene Ängste: „Endlich packt mich nicht mehr der Horror vor jeder Tour im Schnee.“ Dem DXP begegneten anfänglich viele Pöstlerinnen und Pöstler mit Skepsis: „Mit so einem Behindertenfahrzeug mag ich nicht durch die Gegend fahren.“ Doch ausnahmslos alle sagten nach der ersten Fahrt: „Den gebe ich nicht mehr her!“ Panik. In der Garderobe nach der Tour an jenem kürzlichen Schneematschmorgen. Manche hatten sich genervt, dass die Büez nicht wie sonst (…). Katrin Bärtschi.
Work online, 1.3.2019.
Personen > Bärtschi Katrin. Briefträgerin. Arbeitsbedingungen. Work online, 2019-03-01.
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15.02.2019 Schweiz
Personen
Work
Katrin Bärtschi
Briefträger
Volltext
Die Briefträgerin & die Milchkästen. Die Milchkästen heissen heute nicht mehr Milchkästen. Nur ältere Pöstlerinnen und Pöstler nennen den Teil der Briefkästen, in den Pakete abgelegt werden können, heute noch so. Die Briefträgerin ist in einer Kleinstadt beziehungsweise einem Grossdorf aufgewachsen. Sie hat noch erlebt, wie der Milchmann jeden Morgen in aller Frühe mit dem VW-Bus durch die Quartiere fuhr und Offenmilch in die bereitgestellten Pintli füllte. In den Normbriefkästen von heute hätten die Alupinten von damals gar keinen Platz mehr. Ob die Kästen früher grösser waren? Nicht unbedingt, denn tatsächlich hat der Milchmann, so erinnert sich die Briefträgerin jetzt, das Chesseli ¬immer beim Hauseingang hingestellt. Die Milch wird längst nicht mehr zu den Häusern gebracht, auch nicht offen ausgeschenkt – und die Milchkästen heissen Ablagefächer und erfüllen andere ¬Zwecke. „Chinapäckli!“ Die Briefträgerin verträgt in der Stadt eigentlich keine Pakete. Dafür sind die Päckliträgerinnen und Päckliträger von PostLogistics da. Auf dem Land gibt es – wegen der Weitläufigkeiten – „gemischte“, meist Autotouren. In den Zeiten der Internet-Versandhäuser wie des chinesischen Alibaba und des US-amerikanischen Amazon werden nun aber auch die Briefträgerinnen und Briefträger in der Stadt vermehrt zu Päcklitragenden. Und obwohl zahlreiche „Chinapäckli“ kleiner als kleinste Briefe sind, passen ebenso viele andere nicht durch den Schlitz im Kasten. Überraschung. Ablageort ist in diesem Fall das Ablagefach. (: …). Katrin Bärtschi.
Work online, 15.2.2019.
Personen > Baertschi Katrin. Brieftraegerin. Work online, 2019-02-15-
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01.02.2019 Schweiz
Personen
Post
Work
Katrin Bärtschi
Briefträger
Direktion
Post
Volltext
Die Briefträgerin & McKinsey. Der Post-Verwaltungsrat hat einen neuen Chef gewählt. Nicht den Mann, auf den sich die „NZZ am Sonntag“ bereits kurz nach dem Abgang der Chefin so freute: „Aufräumer Thomas Baur wird schon als künftiger Post-Chef gehandelt.“ Nein, es ist ein gewisser Roberto ¬Cirillo. Ein Mann, dessen Namen die Briefträgerin nie zuvor gehört hatte. Er lebt in London, vorher in Paris. Derzeit leitet er einen britischen Chemieriesen, vorher einen internationalen Spitalkonzern. Bald wird er sich also einen Schweizer Service-public-Betrieb vornehmen. Der „Sonntagsblick“ kommentiert: „Einer, der einmal für die ultrakapitalistische Unternehmensberatungsfirma McKinsey tätig war.“ McKinsey löst im Kopf der Briefträgerin Wortketten aus: „eiserner Besen“, „stählerner Kamm“, „verschlanken“, „sanieren“, „gesundschrumpfen“. Ist da eigentlich jemand krank, fragt sich die Briefträgerin, und wenn ja, wer? Die Briefträgerin fürchtet die Zukunft. Ihr Spielraum, die Arbeit eigenständig zu gestalten, ist in den vergangenen Jahren immer kleiner geworden. Die Sortiermaschine in Härkingen gibt viel vor und stiehlt den Zustellerinnen und Zustellern die Büez. Rationalisierungstechniken nehmen dem Arbeitsalltag Lebendigkeit und Farbe. Wie wird es weitergehen? Die Chefwahl des Post-Verwaltungsrates löste nirgendwo grosse Aufregung aus. Und es blieb sonderbar still seither. Auch betriebsintern. Jedenfalls in dem Teil des Betriebs, den die Briefträgerin mitbekommt. Kein Thema im Pausenraum. Die Briefträgerin hat es noch nie verstanden: Die Schlagzeilen zur Post mögen noch so fett sein, wir reden über Sport, (…). Katrin Bärtschi.
Work online, 1.2.2019.
Personen > Baertschi Katrin. Post. Brieftraegerin. Work, 2019-02-01.
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18.01.2019 Schweiz
Personen
Work
Katrin Bärtschi
Briefträger
Volltext
Die Briefträgerin und die Betreibungen. Post vom Betreibungsamt ist unangenehme Post. Die Briefträgerin stellt lieber Liebesbriefe zu und am allerliebsten die von Kinderhand adressierten Briefe mit farbigen, unförmigen, verkehrt gemalten Buchstaben. Betreibungsurkunden werden offen zugestellt. Am Anfang ihrer Postlaufbahn fragte die Briefträgerin an vorgesetzter Stelle, ob dies unter dem Gesichtspunkt des Datenschutzes überhaupt zulässig sei. Das sei es wohl, vermutete die vorgesetzte Stelle. Zweck der offenen Zustellung sei es, den Empfängerinnen und Empfängern die Bedeutung der Sendung klarzumachen, und vielleicht auch, sie zu blamieren. Wobei Briefträgerinnen und Briefträger eine gewisse Diskretion einhalten sollten. Trotzdem verkünden einige bereits an der Gegensprechanlage: „Die Post. Ich habe eine Betreibungsurkunde für Sie!“ Betreibungsurkunden dürfen seit einiger Zeit nur noch an Familienmitglieder (ab zwölf Jahren) und an Konkubinatspartnerinnen und -partner ausgehändigt werden. Nicht aber an andere Mitbewohnerinnen. Also fragte die Briefträgerin wieder die vorgesetzte Stelle an: „Muss ich im Zweifelsfall fragen, ob Empfänger und Adressatin miteinander ins Bett gehen?“ Der vorgesetzten Stelle ist dieser Punkt auch unangenehm. Sie frage jeweils, ob es sich um den Partner, die Partnerin handle. Für manche ist der Erhalt von Betreibungsurkunden anscheinend nicht unangenehm. Sie nehmen das Papier entgegen, als erhielten sie eine erfreuliche Nachricht. Gar mit der Pose des (…).
Katrin Bärtschi ist Briefträgerin in Bern, Gewerkschafterin – und neu: auch Work-Kolumnistin.
Work online, 18.1.2019.
Personen > Bärtschi Katrin. Briefträgerin. Work online, 2019-01-18.
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29.08.2014 St. Gallen
Berufe
Personen
Syndicom-Zeitung
René Hornung
Briefträger
Volltext
Eine letzte Pöstlertour. Erich Bischof, Präsident der Syndicom-Sektion Ostschweiz, hat sich nach 46 Dienstjahren aus dem Briefträger-Beruf in die Frühpension verabschiedet. Das gewerkschaftliche Engagement führt er aber vorerst weiter. Als Erich Bischof 1968 mit 16 als Lehrling bei der Post einstieg, gab es keine eigentliche Berufslehre. Man musste sich als Ablöser hocharbeiten, wurde versetzt, hatte Lücken zu füllen. Zuerst wollte er zur Bahnpost: „Ich habe jedoch rasch gemerkt, dass Postsortieren unterwegs im Zug nichts Lustiges ist.“ Er lief seine ersten Touren in St. Gallen und Herisau. Schliesslich wurde er nach Zürich geschickt, weil dort damals Nachwuchsmangel herrschte. „Zurück in St. Gallen kam mir alles so engstirnig vor“, so Bischof. Mit seinen langen Haaren war er zwar kein 68er-Revoluzzer, aber einer, für den es selbstverständlich war, der Gewerkschaft beizutreten. Ein paar Jahre später wollte er sich für bessere Bedingungen für die Ablöser einsetzen, wandte sich an die Kollegen der PTT-Union - und flugs war er Mitglied des Sektionsvorstandes. Ein Amt gab das nächste. Erich Bischof wurde Mitglied der gesamtschweizerischen Fachkommission Briefpost, die später in „Mail“ umbenannt wurde, und der Fachkommission Zustellung. Hier begleitete er als Arbeitnehmervertreter den ganzen Umbau der Postzustellung. Nicht immer war dieses Mitsprache-Engagement erfreulich, erinnert er sich. Oft hiess es: „Es ist alles gesagt, und die Post entscheidet.“ (…). René Hornung.
Syndicom-Zeitung, 29.8.2014.
Syndicom-Zeitung > Berufe. Briefträger. Syndicom-Zeitung, 29.8.2014.
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27.06.1991 Olten
PTT
PTT-Union

Arbeitszeit
Briefträger
Posttaxen
Volltext
Versammlung der Sektion Olten-Post der PTT-Union. Mit A- und B-Briefpost zufrieden. Kürzlich versammelten sich die Mitglieder der Sektion Olten-Post der PTT-Union unter dem Vorsitz von Josef Vonarburg zur Frühjahrszusammenkunft in der Waldhütte in Rothrist, um zu aktuellen Problemen Stellung zu nehmen. Schwerpunkt war die heiss umstrittene A- und B-Briefpost. Beim Personal hat das neue System, wie allgemein festgestellt wurde, gute Aufnahme gefunden. Eine schöne Zahl von Kollegen mit Anhang fanden sich zu diesem Treffen ein, an welchem wieder mehrere neue Mitglieder in die Sektion aufgenommen werden konnten. Im Laufe des ersten Halbjahres haben verschiedene Berufsgruppentagungen stattgefunden. Die Delegierten der Sektion gaben darüber Auskunft und erläuterten die Begehren, die aus diesen Kategorien an die Verbandsspitze gestellt werden. Im Herbst findet in Basel der Jubiläumskongress 100 Jahre PTT-Union statt. Für die Sektion Olten-Post wird wiederum Josef Vonarburg für einen Sitz im Zentralvorstand kandidieren. Die Sektion Olten-Post bewirbt sich auch für den Vorort der schweizerischen Pensionierten-Vereinigung. Zu den verschiedenen Anträgen wird der Vorstand Stellung nehmen. Dass im Zentralvorstand die Arbeit nicht ausgegangen ist, erläuterte der Vorsitzende. Die finanzielle Lage der Verbandskasse sieht durch die stetige Teuerung nicht sehr rosig aus. Für 1992 wird eine Anpassung der Beiträge unumgänglich sein. Da die Sektionsbeiträge indexiert sind, wird diese Massnahme nicht allzu hart treffen. Akzeptanz fehlt. (…).
SoAZ, 27.6.1991.
PTT-Union > Posttarife. Brieftraeger. Arbeitszeit. SoAZ, 1991-06-27.
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13.05.1991 Olten
Personen
PTT
PTT-Union
Josef Vonarburg
Briefträger
Posttaxen
Volltext
Aund B-Post: „Alles im Griff“. Die Kritiken seit der Einführung der A- und B-Post haben sich noch nicht gelegt. Viele negative Äusserungen beruhen auf Unwissen und absolut keiner Sachkenntnis des Postbetriebes. Insbesondere ein Leserbrief von Kantonsrat Eduard Belser von Egerkingen ist es nicht wert, dass man dazu Stellung nimmt. Die Aufregung der Bevölkerung hätte vielleicht mit mehr Information von der PTT-Generaldirektion gemildert werden können. Es scheint, dass das neue System bei den Kunden aus Wirtschaft und Verwaltungen mehr Akzeptanz findet als bei der privaten Bevölkerung. Da die PTT und viele Schweizerinnen und Schweizer zu diesem Thema schon des öftern die Klingen kreuzten, erlaube ich mir aus der Sicht der Betroffenen an der Front, einige Hinweise abzugeben. Das neue Zustellkonzept wurde nicht in den Köpfen der Personalverbände ausgeheckt, sondern bei der PTT-Generaldirektion. In Verhandlungen versuchten wir optimale Bedingungen in der Organisation wie auch am Arbeitsplatz herbeizuführen. Nach hundert Tagen kann ich feststellen, dass der Start gelungen ist, aber die Schwachstellen noch ausgemerzt werden müssen. Der Abbau von Nachtdienst, weniger extreme Frühdienste beim Zustellpersonal und - sehr wichtig - weniger Stresssituationen bei den Boten am Morgen sprechen für dieses Zweiklassen-Briefpostsystem. Aber jede Medaille hat bekanntlich zwei Seiten, auch bei der A- und B-Post. Ich stelle fest, dass eine Arbeitszeitverlagerung in den Nachmittag nicht bei allen Betroffenen beliebt ist. (…). Josef Vonarburg, Präsident PTT-Union Sektion Olten Post.
SoAZ, 13.5.1991.
Personen > Vonarburg Josef. Posttarife. Brieftraeger. SoAZ, 1991-05-13.
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06.03.1991 Olten
PTT
PTT-Union

Briefträger
Posttaxen
Volltext
PTT-Union tauschte erste Erfahrungen mit der A- und B-Post aus. Weniger Stress für die Briefträger. Weniger Stress am Morgen, ein besserer Tagesrhythmus, späterer Arbeitsbeginn am Morgen und weniger arbeitsreiche Samstage: Recht positiv haben die betroffenen Briefträger in einem ersten Erfahrungsaustausch an der Generalversammlung der PTT-Union in Brugg die vor kurzem eingeführte Unterscheidung zwischen A- und B-Briefpost beurteilt. Von einigen Poststellen allerdings kamen auch Klagen über uneinheitliche Anweisungen. Die Kritik an der Unterscheidung zwischen A- und B-Post ist seit du Einführung am 1. Februar nicht verstummt. „Wir Briefträger sind wieder einmal zu Buhmännern der Nation gestempelt worden", meinte der Präsident der Sektion Aargau der PTT-Union, Eugen Gautschi, an der Generalversammlung In Brugg. Seiner Meinung nach hätte die „von einigen Medien entfachte Kritik“ vermieden werden können, wenn das „Zweiklassensystem" zusammen mit der Einmalzustellung eingeführt worden wäre. Dass nicht alles auf Anhieb nach Wunsch laufen würde, sei abzusehen gewesen. Alles in allem habe die Unterscheidung von A- und B-Post den Stress am Arbeitsplatz aber vermindert, betonte Gautschi, der Arbeitsrhythmus sei wesentlich verbessert worden. Bereits vier Wochen nach Einführung des Zweiklassensystems hat es sich laut Roland Christen, Vizepräsident der Union, gezeigt, dass in Aarau Nachtdienste reduziert werden konnten, was einer Forderung der PTT-Union entspreche. (…).
SoAZ, 6.3.1991.
PTT-Union > Posttarife. Brieftraeger. SoAZ, 1991-03-06.
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23.07.1988 Bern
Berufe
Personen
Dagmar Wurzbacher
Briefträger
Volltext
Mit dem Pöschtler auf Tour morgens um neun. Mit dem Mann, der jeden Morgen die Feriengrüsse oder Rechnungen in unsere Briefkästen wirft, mit dem Pöschtler, beendet die Berner Tagwacht ihre Serie aus der Schanzenpost. Werner Hachen läuft jeden zweiten Tag die Tour Münzgraben, Münstergasse, Kramgasse. Die Berner Tagwacht hat ihn einen Morgen lang begleitet: Vom Briefe sortieren, Nachsendungen anschreiben, falsche Adressen korrigieren, Bündel machen, Säcke einpacken bis zum Einwurf im Briefkasten. Briefkästen erzählen von ihrem Innenleben. Morgens früh Aufstehen, nein, das macht Werner Hachen keine Mühe mehr. Bald 40 Jahre ist er jetzt bei der Post, fing beim Briefversand an und verträgt heute Briefe in der Innenstadt. Eigentlich hätte er ja Automechaniker werden sollen, der zukunftsträchtige Beruf, damals, beim Autoboom. Doch der Lehrmeister fluchte und schimpfte immerzu und da schickte der Vater Hachen zur Post. Ja, und jetzt sitzt Werner Hachen jeden Morgen um fünf auf seinem Schemmel in der Schanzenpost und „fachiert“ Briefe und Zeitungen für seine Haushaltungen. Und das geht so: Kramgasse 54 - oben links, Münzgraben 4, unten rechts, Münstergasse 29 - ist in den Ferien, wird nachgesandt. Jeder Brief verschwindet so in seinem Fach, die Grossformatigen werden daneben gestapelt. Nebendran wirft der Kollege auch die Grossen ins Fach, jeder hat hier seine Methode. Zeitungen, Liebesbriefe, gelbe Postcheque, Feriengrüsse, Rechnungen und Drucksachen türmen sich auf in den 108 Fächern. 60 Pöschtlerinnen und Pöschtler sortieren so jeden Morgen (…).Dagmar Wurzbacher.
Berner Tagwacht, 23.7.1988.
Personen > Wurzbacher Dagmar. Briefträger. Porträt. TW. 1988-07-23.
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27.05.1986 Schweiz
Post
PTT-Union Schweiz

Briefträger
Postzustellung
Volltext
Briefboten kritisieren PTT-Spitze. Leistungsabbau bedauert. Die in der Union Schweizerischer Post-, Telefon- und Telegrafenbeamter (PTT-Union) organisierten Briefboten kritisieren in einer Resolution die gegen ihren Willen beschlossene Einführung der täglich einmaligen Postzustellung. An der am Wochenende in Sitten VS verabschiedeten Erklärung des Berufsausschusses halten die Briefträger auch fest, dass sie nach dem jüngsten Bundesgerichtsurteil über den Standort der Briefkästen jede Mitverantwortung an der Briefkastenaktion der PTT ablehnten. Die Pflicht, einen Briefkasten an der Strasse aufzustellen, habe für den Postkunden einen Leistungsabbau gebracht, gegen den sich die Boten bereits seinerzeit zur Wehr gesetzt hätten. Die Briefträger bedauerten, bei den Postkunden sowohl anlässlich der Einführung der Aktion als auch jetzt, wiederum in Misskredit geraten zu sein. Auch die auf den 1. Juni bevorstehende Umstellung auf die täglich einmalige Postzustellung erfolge gegen den Willen der Mehrheit der Briefboten. Sie bedauerten auch diesen Leistungsabbau, der für das Zustellpersonal den Verlust von Stellen und vielerorts eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen bedeute. Unmissverständlich fordern die in der PTT-Union organisierten Briefboten in der Resolution auch die Einführung des vorzeitigen flexiblen Altersrücktrittes.
Berner Tagwacht, 27.5.1986.
PTT-Union > Postzustellung. TW, 1986-05-27.
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28.01.1927 Schweiz
Arbeit
Heimarbeit

Briefträger
Maurer
Schneider
Volltext

Was Arbeiter und Angestellte leisten. Der Faden des Schneiders hat eine Länge von 2340 Kilometer. Der Faden der Heimarbeiterin verbindet beide Erdpole. Ein Maurer belegt in zehn Jahren Arbeit 112,500 Quadratmeter. Der Paketträger der Post trägt 750 Güterwagen aus. Ein Landbriefträger läuft 225‘000 Kilometer. Über die ungeheure Arbeitsmasse der Arbeiter und Angestellten macht man sich im allgemeinen nur sehr geringe Vorstellungen. Einige Beispiele werden zeigen, wie viel auch der kleinste Mann in seinem Leben schafft. (...).

 

Der öffentliche Dienst, 28.1.1927.

 

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