Gewerkschaftschronik
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Anzahl gefundene Artikel: 13

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 DatumOrtKapitelPersonenStichworteArtikel
01.03.2013 Schweiz
Emigranten
Personen
SVP
Work
Lotta Suter
Ecopop-Initiative
Nationalismus
Rassismus
Überfremdung
Volltext

Zuwanderung: Das steckt hinter der Panikmache von rechts bis grünliberal. „Niemand lebt mehr im Heididorf“. Immer mehr Menschen, immer mehr Fremde, immer weniger Schweiz: So sieht das Schreckensszenario aus mit dem nicht nur die SVP gerne Angst und Politik machen. Ist die Schweiz wirklich in Gefahr? Work sprach mit dem Migrationsexperten Gianni d’Amato (50). Work: Gianni D'Amato, seit 1968 gab es in der Schweiz rund ein Dutzend Volksinitiativen zum Thema Überfremdung und Überbevölkerung. Allein im letzten Jahr wurden zwei solche Vorstösse eingereicht. Einer von der SVP, der andere von der überparteilichen Ecopop. Ist die Schweiz in Gefahr? Gianni D'Amato: Die Bedrohung von aussen ist ein Klassiker der schweizerischen Innenpolitik. (...).  Lotta Suter.

Work, 1.3.2013.
Work > Migration. Ökologie. Work 2013-03-01.

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01.03.2013 Schweiz
Emigranten
Personen
SVP
Work
Lotta Suter
Ausländerfeindlichkeit
Ecopop-Initiative
Nationalismus
Rassismus
Überfremdung
Volltext

Kein Schnee von gestern. Die beiden lnitiativen „Gegen die Masseneinwanderung“ und „Stop der Überbevölkerung“ wollen die Schweiz von gestern. Oder vielmehr von vorgestern. Ein einig Volk von Brüdern. Die Matten grün, der Schnee jungfräulich weiss und jeder Schweizer ein Bergler. Sie vergessen, dass selbst zur „alten Schweiz“ der Gotthardtransittunnel gehörte. „Man wusste sich verknüpft mit der Welt“, wie Literaturprofessor Peter von Matt 2009 in seiner 1.-August-Rede auf dem Rütli sagte. Überfremdung. Nicht alle begrüssten diese Verknüpfung. Der Zürcher Armenvogt Carl Alfred Schmid sah um 1900 die städtische Sozialfürsorge vom Ansturm besitzloser Ausländerfamilien bedroht. (...). Lotta Suter.

Work, 1.3.2013.
Personen > Suter Lotta. Migration. Nationalismus. 2013-03-01.

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01.02.2012 Schweiz
Abstimmungen Schweiz
Rassismus
VPOD Schweiz

Minarettverbot
Nationale Aktion
Überfremdung
Volltext

„Ernste Erziehungsaufgaben“: Der VPOD und die Schwarzenbach-Initiative. Vor etwas mehr als 40 Jahren, am 7. Juni 1970, machte die Schwarzenbach-Initiative immerhin 46 Prozent Ja-Stimmen. 557‘517 Schweizer (Männer) waren dafür, dass rund 300‘000 Ausländerinnen und Ausländer in ihre Herkunftsländer zurückgeschickt würden. Der VPOD bezog und bezieht stets klar Position gegen ausländerfeindliche Vorlagen. (...).

VPOD-Magazin, Februar 2012.
VPOD Schweiz > Nationale Aktion. Rassismus.doc.

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09.09.2011 Bulle
Jona
Rothrist
Schweiz
Emigranten
Personen
SVP
Unia Schweiz
Unternehmerverbände
Work
Bettina Epper
Rita Schiavi
Arbeitsmarkt
Überfremdung
Volltext

SVP-Politiker This Jenny müsste seinen Betrieb schliessen, wenn die SVP-Überfremdungsinitiative durchkäme. Und nicht nur er. „Als Unternehmer müsste Ich sagen: Die Initiative ist Blödsinn“. Im Bauunternehmen von This Jenny haben 120 von 250 Angestellten keinen Schweizer Pass. Im Sägewerk und zwei anderen KMU von Jean-François Rime haben 33 von 86 Angestellten keinen Schweizer Pass. Im Transportunternehmen von Ulrich Giezendanner haben ein Drittel der 100 Angestellten keinen Schweizer Pass. 120 von 250 Mitarbeitenden im Baubetrieb von SVP-Ständerat This Jenny haben keinen Schweizer Pass. Viele Ausländer beschäftigen auch SVP-Transportunternehmer Ulrich Giezendanner und SVP-Sägereibesitzer Jean-Francois Rime. Das ergab eine Umfrage von Work. Rund ein Drittel der 68 Mitglieder der SVP-Bundeshausfraktion sind selbständigerwerbend. Landwirte und Unternehmer halten sich etwa die Waage. Bei 25 dieser Chefs hat Work gefragt: (...). Bettina Epper.

Work. Freitag, 2011-09-09.
Migration > Arbeitsmarkt. Work 2011-09-09.doc.

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26.08.2011 Schweiz
Abstimmungen Schweiz
Personen
SVP
Unia Schweiz
Work
Bettina Epper
Rita Schiavi
Faschismus
Rassismus
Überfremdung
Volltext

Die Zahlen zeigen es: Ohne ausländische Arbeitskräfte geht nicht. Ohne sie keine Schweiz. Kein Fussball, kein Bau, keine Pflege: Das wären die bitteren Folgen der SVP-Politik. Das belegt eine neue Unia-Kampagne. Sie hängen überall, die bedrohlichen Plakate der SVP „Gegen Masseneinwanderung“. Die rot-schwarz-weiss gehaltenen Affichen sprechen eine eindeutige SVP-Sprache: Die Schweiz wird überrannt von düsteren Gesichtslosen mit schwarzen, schweren Schuhen. Das Böse kommt aus dem Ausland und trampelt uns nieder, so die Botschaft der SVP. Kontingent gefordert. Die Ausländerinnen und Ausländer sind für die SVP an allem schuld. Sie würden uns die Arbeit wegnehmen, besetzten Wohnungen, verstopften Strassen und Eisenbahnzüge. (...). Von Bettina Epper.

Work. Freitag, 2011-08-26.
Work > Migranten. Work 2011-08-26.doc.

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03.06.2011 Schweiz
Personen
Rassismus
SVP
Work
Michael Stötzel
Ausländerpolitik
Personenfreizügigkeit
Überfremdung
Volltext

Wie verlogen darf es sein? Diesen Wahlkampfschlager haben die anderen Parteien der SVP auf dem Silbertablett serviert. Seit Wochen reden fast alle, selbst bekannte Linke, davon, dass die Schweiz aus allen Nähten platze. Weil zu viele Fremde gekommen seien. Christoph Blocher und seine Jünger sagten danke schön und präsentierten ihre „Begrenzungsinitiative“. Die Zuwanderung soll kontingentiert werden, es dürfen nur die kommen, die den Turbo-Eidgenossen passen. Und niemand hat einen Anspruch auf Familiennachzug, dauerhaften Aufenthalt und Sozialleistungen. Im Kern also ein Zurück zum Saisonnierstatut. Und die Kündigung des Abkommens mit der EU über die Personenfreizügigkeit. (...). Mit Foto von Michael Stötzel.

Work. Freitag, 3.6.2011.
Personen > Stötzel Michael. Überfremdung. 3.6.2011.doc.

Stötzel Michael. Überfremdung.pdf

01.09.1974 Schweiz
Gewerkschaftliche Rundschau
Initiativen Schweiz
SGB

Einwanderung
Überfremdung
Volltext
Entschliessung des Gewerkschaftsbundes zur dritten Überfremdungsinitiative. Der Gewerkschaftsbund hat als Ziel der schweizerischen Einwanderungspolitik stets eine Herabsetzung der Zahl der ausländischen Arbeitskräfte gefordert. Diese soll so weit gehen, dass mindestens eine Stabilisierung der ausländischen Wohnbevölkerung erreicht wird. Der Abbau der Zahl der Erwerbstätigen soll nicht durch Ausweisungen, sondern ausschliesslich durch Beschränkung der Neueinreisen erwerbstätiger Ausländer erreicht werden. Wer dauernd in der Schweiz arbeitet, soll das Recht haben, mit seiner Familie zusammenzuleben. Während der letzten Jahre haben jährlich über 40‘000 erwerbstätige Ausländer freiwillig die Schweiz verlassen. Als Folge der schrittweise verschärften Einwanderungsbeschränkung hat sich im letzten Jahr die Zunahme der ausländischen Wohnbevölkerung bereits auf etwas über 20‘000 Personen zurückgebildet. Durch die verschärfte Stabilisierungspolitik des Bundesrates ist die Zahl der Neueinreisen erwerbstätiger Ausländer von 360‘00 im Jahre 1973 auf 20‘500 für die nächste Zwölfmonatsperiode herabgesetzt worden. Gegenüber Industrie und Gewerbe besteht heute - abgesehen von Grenzgängern und Saisonarbeitern - praktisch ein Einwanderungsstopp. Das noch bestehende Einreisekontingent ist fast vollständig für die Spitäler, die Landwirtschaft und das Erziehungswesen bestimmt. (…).
Gewerkschaftliche Rundschau, Heft 9, September 1974.
Gewerkschaftliche Rundschau > Überfremdungs-Initiative. Rundschau, September 1974.
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31.12.1971 Schweiz
Emigranten
SMUV Schweiz

Innenpolitik
Jahresbericht
Überfremdung
Volltext

Die Schweiz. In der schweizerischen Innenpolitik war 1971 ein bewegtes Jahr, das sich namentlich dadurch auszeichnete, dass bisher bestehende Tabus durchbrochen und Fragen grundsätzlicher Neuorientierung auf verschiedenen Gebieten akut wurden. Es fielen aber auch wichtige staatspolitische Entscheidungen. Eine erste galt der Verbreiterung der demokratischen Basis unseres Bundesstaates. Am 7. Februar wurde das Frauenstimm- und Wahlrecht in eidgenössischen Angelegenheiten mit 621‘403 Ja gegen 323‘596 Nein bei 14 ½ zustimmenden und 6 ½ verwerfenden Ständen angenommen. Gleichzeitig führten auch die Kantone Schaffhausen, Aargau, Zug und Freiburg das Frauenstimmrecht auf kantonaler Ebene ein. Andere Kantone folgten im Laufe des Jahres nach. Am Jahresende waren es noch neun Kantone und Halbkantone, die den Frauen in kantonalen Angelegenheiten die politische Gleichberechtigung vorenthielten, und auch unter diesen wagten die meisten nachher den Schritt in die neue Sphäre der politischen Zusammenarbeit von Mann Frau. In absehbarer Zeit dürfte das integrale Frauenstimm- und Wahlrecht auch in den noch heute ausstehenden Kantonen Appenzell I.Rh. und Obwalden verwirklicht und damit die Phase der reinen Männerdemokratie überwunden sein. (...).

SMUV Schweiz, Geschäftsbericht 1971.
SMUV Schweiz > Innenpolitik. SMUV. Geschäftsbericht 1971.

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31.12.1970 Schweiz
Emigranten
SMUV Schweiz

Innenpolitik
Jahresbericht
Überfremdung
Volltext

Die Schweiz. Das politische Leben unseres Landes zeigte im Jahre 1970 ein zwiespältiges BiId. Fehlende Bereitschaft, den modernen staatspolitischen Notwendigkeiten entsprechende Lösungen anzunehmen, wie auch ein unterschwelliges Missbehagen über die zunehmende Industrialisierung und andere Formen dynamischer Entwicklung kamen bei politischen Entscheiden zum Ausbruch. Man hat deshalb das Jahr 1970 schon ein „Jahr des Unmutes“ genannt, doch wird dabei übersehen, dass es auch positive Entscheide gab und sich in verschiedener Hinsicht fortschrittliche Entwicklungen anbahnten. Die Probleme, die dem Geschehen das Gepräge gaben, betrafen den Ausbau des demokratischen Rechtsstaates, die Inflationsbekämpfung, die Gestaltung der Arbeitswelt, die Förderung der menschlichen Wohlfahrt, die europäische Integration und die Teilnahme an internationalen Bestrebungen. Ein Anliegen von grosser staatspolitischer Bedeutung richtete sich auf die Erweiterung der  Aktivbürgerschaft. In der Frage des Frauenstimm- und wahlrechtes wurden weitere Fortschritte erzielt. (...).

SMUV Schweiz. Geschäftsbericht 1970.
SMUV Schweiz > Aussenpolitik. SMUV. Geschäftsbericht 1970.

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01.03.1970 Schweiz
Emigranten
Gewerkschaftliche Rundschau

Integration
Überfremdung
Volltext
Fremdarbeiter und Gewerkschaft. In der „SMUV-Zeitung“ vom 4. Februar 1970 hat Ernst Wüthrich, Präsident des SGB und des SMUV, zur Frage der Assimilierung ausländischer Arbeitskräfte geschrieben: „Die beste Schule für die Assimilierung ist erfahrungsgemäss die enge Zusammenarbeit der ausländischen mit den einheimischen Arbeitnehmern in der Gewerkschaft; in unserem Fall im SMUV. Die ausländischen Kollegen finden in dieser Gewerkschaft helfende Beratung in allen Fragen, die ihr Arbeitsverhältnis und ihren Aufenthalt in der Schweiz betreffen. Wir laden unsere ausländischen Freunde ein, die dargebotene Hand zu ergreifen und noch heute dem SMUV heizutreten.“ Einerseits ist es wichtig, dass die Ausländer diese Aufforderung zum Beitritt in die Gewerkschaft zur Kenntnis nehmen. Andererseits setzen sich auch unzählige Schweizer Kollegen für die Werbung von Mitgliedern italienischer Zunge ein. Diesen Kollegen ihre Aufgabe zu erleichtern, ist Sinn und Zweck der folgenden Ausführungen. (…). Guido Scognamiglio, Bern.
Gewerkschaftliche Rundschau, Heft 2, März 1970.
Gewerkschaftliche Rundschau > Emigranten, Überfremdung. Rundschau, März 1970.
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01.09.1969 Schweiz
Bildungsarbeit
Emigranten
Personen
Bruno Muralt
Überfremdung
Volltext
Gedanken zum Fremdarbeiterproblem. Man sollte es sich nicht zu einfach machen. Kein denkender Gewerkschafter wird die Initiative der „Volksbewegung gegen die Ueberfremdung“ unterstützen wollen. Weil sie das Problem nicht lösen kann, sondern im Gegenteil geeignet ist, neue und höchst explosive Schwierigkeiten zu schaffen. Allein die Tatsache, dass hinter dieser Initiative stockkonservative, reaktionäre Leute stehen, denen es offenbar nichts ausmacht, mit dem Feuer zu spielen und eine Welle des Fremdenhasses auszulösen, müsste jeden anständigen Schweizer zur Vorsicht mahnen. Denn soviel ist sicher: Sprengstoff ist da, in rauhen Mengen. Wer ihn nicht sieht (oder hört), muss schon in einem Elfenbeinturm wohnen und nie im Volke herumhören, auch nicht bei den Schweizer Arbeitern. Gerade deshalb scheint es mir unverantwortlich, jetzt auch noch eine Zündschnur zu legen. Genau das aber tun die Schwarzenbachleute mit ihrer Initiative. Gelingt es ihnen, die Unzufriedenheit und den mehr oder weniger eingestandenen oder unterdrückten Fremdenhass „patriotisch“ zu verbrämen und zur Explosion zu bringen, werden wir nichts zu lachen haben. Am allerwenigsten die Arbeiter. Es braucht nicht viel Phantasie, um sich den Trümmerhaufen vorzustellen, vor dem, nach „gelungener“ Explosion, besonders unsere Gewerkschaften stehen würden. Die Leute, die diese Initiative ausgeheckt haben, können weder Freunde der Arbeiter noch der Gewerkschaften sein. (…). Bruno Muralt.
Bildungsarbeit, Heft 5, September 1969.
Personen > Muralt Bruno. Überfremdung. Bildungsarbeit, September 1969.
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31.12.1968 Schweiz
Emigranten
Nationale Aktion
SGB

Einwanderung
Saisonnierstatut
Überfremdung
Volltext

Die Ausländerfrage. Im Herbst 1967 hatte der Bundesrat auf dem Wege der Vernehmlassung eine neue Konzeption zur Regelung der Auslanderfrage in drei Varianten zur Diskussion gestellt. Der Gewerkschaftsbund antwortete in einer Eingabe vom 1. November 1967, wobei er sich dahin aussprach, es sei für die Niedergelassenen und Jahresaufenthalter ein gesamtschweizerischer Plafond festzusetzen und die betriebsweise Begrenzung schrittweise zu lockern. Sobald der Plafond erreicht werde, habe eine Zuzugssperre zu erfolgen. Diese Lösung habe nicht nur gegenüber dem bisherigen komplizierten System den Vorzug einfacher zu sein, sie würde auch den ausländischen Arbeitskräften die längst ersehnte Freizügigkeit innerhalb des Landes bringen und dafür sorgen, dass durch die Marktgesetze die ausländischen Arbeitskräfte dort Verwendung fänden, wo sie volkswirtschaftlich am nützlichsten wären. Unter dem Druck der Arbeitgeberverbände und der Kantonsregierungen schien sich der Bundesrat mit einer Lösung begnügen zu wollen, die lediglich die Stabilisierung des Bestandes erwerbstätiger Ausländer, nicht aber einen weiteren Abbau anstrebte. (...).

SMUV Schweiz. Geschäftsbericht 1968.
SGB > Emigration. Einwanderung. SMUV Geschäftsbericht 1968.

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01.01.1965 Schweiz
Gewerkschaftliche Rundschau
Personen
Giacomo Bernasconi
Überfremdung
Volltext
In Sachen Ueberfremdung zu bedenken. In einem herzlichen, blitzgescheiten Nachruf auf Kurt Hirschfeld, Spielleiter und kurzfristig Direktor des Zürcher Schauspielhauses, als es die einzige freie Bühne deutscher Sprache war, kommt François Bondy im Dezemberheft 1964 des „Monats“ auch auf das Thema Ueberfremdung zu sprechen. Er tut das mit Worten, die in der gegenwärtigen, hysterischen Diskussion um die ausländischen Arbeitskräfte nicht unbeachtet bleiben sollten. Zürich - schreibt Bondy - wurde eine geistige Weltstadt und ein Refugium, das eine durch das andere. Die Wechselwirkung zwischen Schweizer Geist und Emigration ist oft bezeugt, nie untersucht worden. Was damals die Schweizer Nazis, die „Frontisten“, als „Verjudung“ des Zürcher Theaters anprangerten, was Polizeibeamte als „Ueberfremdung“ beunruhigte - aber wer ahnte, dass später einmal nicht die Intelligenz, sondern das Proletariat in der Schweiz überfremdet sein würde? -, das war ein Umweg der Schweiz zu sich selber, ein unentbehrlicher Ansporn. Etwas Schweizerischeres als das Kabarett „Cornichon“ in Zürich konnte es nicht geben - Satire, Selbstironie, Aggression, Zartheit, Sittenkomödie und Relativierung der verschiedenen Dialekte und der „Schriftsprache“ an einander -, aber hätte es dieses Schweizer Kabarett geben können ohne Erika Manns „Pfeffermühle“, ohne das Reich, seine Herausforderung und seine Emigranten? (…). Giacomo Bernasconi.
Gewerkschaftliche Rundschau, Heft 1, Januar 1965.
Personen > Bernasconi Giacomo. Überfremdung. Rundschau, Januar 1965.
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